Ausgabe 
6.10.1909 Erstes Blatt
 
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Mittwoch 6. Oktober 1909

159. Jahrgang

Erstes Blatt

Nr.234

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zweimal monatl. Land- |^L M BH Wi>- 8gj&r L?*? KgLf fe-3 V/.y' v*y auswärts 20 Pfenmq.

wirtichaftticheZeitfrageu « KW ^Mr SS V N@F W W V V Chefredakteur: A. Goetz.

Fenlsprech-Anschlüsse: jfl. M ® HF Veranlwottlich für den

für die Redaktion 112, w w- < aa politischen Teil: August

ZZZE General-Anzeiger für Oberheffen DM tor"Vafltin"mm" Hotationsöntfl und Verlag dervrMschtn Univ.-Vuch- und Steiudruckerei R. lange. ROattion, Expedition und Druckerei: Schniftratze 7. 'An»i°miZ°^s!"B°ck. bis vormittags 9 Uhr.

Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten. Beschlüsse des Nnanzausschusses der Zweiten hessischen Kammer.

R. B. Darmstadt, 5. Okt.

Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer nahm heute nach der Kammerpcm.se seine parlamentarischen Be­ratungen wieder auf und beschäftigte sich unter Vorsitz des Abg. Molthan mit einer Reche kleinerer Vorlagen und Anträge. Zunächst wurden die Berichte des Abg. Rein­hart über die Regierungsvorlagen, betr. Nachweisung über Einnahmen und Aufgaben au Domanial- usw. Vermögen »für 1905, Uckersicht der Staatsschuldenverwaltung für 04/05, Uckersicht der Lmrdeskreditkasse für 03/04 festgestellt. Die Worlage der Regierung, betr. die Gehalte der Direk­toren und Pedellen an den Oberrealschulen in Hepp eich eim und Alsfeld, wurde genehmigt; die Direktoren uno Pedellen werden darnach in eine höhere Desoldungs- ordnung eingerecht, weil die beiden bisherigen Realschulen jetzt als Oberrealschulen anerkannt worden sind.

Ucker den Antrag Ulrich, betr. Beschäftigung der Ar­beiter «n Staatsbetrieben, insbesondere auf Einführung des 8stündigen Arbeitstages in Staatsbetrie- b en und Festsetzung eines Minimallohnes, referierte Abg. Molthan. Der Antrag wurde mit dem Hinweis darauf, daß eine derartige Reglementierung bei der Berschicken- artigkeit der Betriebe nicht möglich sei, auch die Koalitions- frecheit in speziell hessischen Betrieben nicht angetaftet werde, vom Ausschuß für erledigt erklärt. Ein Mib- glick des Ausschusses behauptete bei der Erörterung über den Antrag, es sei bei der Oberförsterei Seligenstadt vor- gekomrnen, daß Arbeiter nach chrer politischen Gesinnung gefragt wurden.

Betreffs des Antrags Nocut über die Erhöhung der Witwen- und W a i s e n g e l d e r der Ziv ilstaatsdiener stellte sic!) der Ausschuß auf den Standpunkt, daß dem' Verlangen auf eine Erhöhung in dieser Richtung willfahrt werden müsse, daß allerdings diese Erhöhung erst in Ver­bindung mit der neuen Besoldungsoronung eintreten könne. Eine endgültige Beschlußfassung darüber wurde bis nach Anhörung der Regterunksoerrce).er Vorbehalten, ebenso über den Antrag Mrich, betr. die Gewervernspettion, worüber Abg. Dr. Osann referierte. Der Antrag verlangt, daß alle Betriebe jährlich einmal, diejenigen, bei denen sich Rückstände zeigten, dagegen mehrmals inspiziert werden sollen.

Aus den Antrag Mrich, die Bildung einer Straf­kammer in Offenbach betr., soll erst nach Erkundi­gung bei der Regierung über den derzeitigen Umfang der Offenbacher Strafsachen an der Darmstädter Strastammer vom Ausschuß näher eingegangen werden. Weiter stimmte der Ausschuß den Regierungsvorlagen, betr. den Verkauf des Hofguts Rockenberg und des Grundeigentums bei Dorn-Ass en he im zu. Es handelt sich im ganzen um 127 ha, für welche ein Betrag üon 630 000 Mk. festgesetzt ist.

Tie Abgg. Pagenstecher und Schmitt haben einen An­trag gestellt, dag den hessischen Beamten der preußisch-he, fischen Eisenbahngemeinichaft Entschädigung für bezahlte Gemeindesteuern gewährt werden soll, wie den preußischen Beamten. Auch darüber sollen vor endgültiger Beschlußfassung die Ansichten der Regierung gehört werden. Die Fortsetzung der Beratungen erfolgt morgen vormittag 10 __________________________________

Line liebe der preußischen Eisenbahnministerz in der Ostmark.

In Dhorn wurde der neue Holzhafen feierlich ein» geweiht. Dabei hielt der preußische Ersenbahnminister,

v. Br eiten buch, eine schöne und bedeutungsvolle Rede, in der er die Entwicklung in der Ostmark eindrucksvoll darstellte.

Dhorn, 5. Okt Heute vormittag sand die feierliche Einweihung des neuen Holzhafens statt. Anwesend war u. a der Minister der Oeffentlichen Arbeiten v. Breiten­bach. Oberbürgermeister Dr. Kersten hielt eine Ansprache, auf die Minister v. Breitenbach erwiderte, indem er den stäotifchen Behörden, sowie sämtlichen an dem Bau be­teiligten Personen den Dank aussprach. Dann übergab der Minister den Hasen dem Verkehr. Mit einem Festessen schloß die Feier.

Bei der Eröffnung des neuen Holzhafens hielt der Minister der öffentlichen Arbeiten v. Breitenbach nach­folgende Siebe:

Es entspricht einer ^Gepflogenheit, den Abschluß großer Werke, die dem allgemeinen und öffentlichen Interessen zu bienen bestimmt finb, burch eine Festesseier zu weihen. Diese gewinnt an Bedeutung und ist von besonderem Geiste durchweht, wenn wir auf historischem Boden stehen, auf einem Boden, der die Erinnerung wach­ruft au tapferer Vorkämpfer Taten, die unser deutsches Herz mit Stolz erfüllen. Und so ist es in Thorn der alten Weichselstadt und Völkergrenzpsorte. Hier begann die ruhmreiche Geschickte des deutschen Or­dens, und hier sein Siegeslauf als Träger deutscher Kultur im Osten unseres Vaterlandes. Gerufen vom polni­schen Nachbar, als Helfer und willkommener Gast, vollzog sich hier die erste Städtegründung und besiedelte die neue Stadt mit westfälischen Einwanderern, deren Zähigkeit und Kraft sich in der Geschichte der Stadt Thorn widerspiegeln. Stets hat die Stadt die Fahne des Deutschtums hochgehalten und verteidigt und ihre Han- delsstellung bis in die Neuzeit zu wahren gewußt. Aber der Wechsel der Dinge, dem alles unterliegt, hat auch diese deutsche Stadt berührt und ihre Lage schwieriger gestaltet. Nicht mehr gilt den Polen der Deutsche als Helfer. Die Handels Wege haben sich geändert und der Wettbewerb anderer Emporien hat sich verschärft. Hub doch sind die Grundlagen gesunder wirtschaftlicher Entwicklung gegeben. Den gewaltigen Strom kann der Stadt niemand streitig machen und niemand entreißen. Er birgt in sich, wie die Staats­regierung mit Ihnen hofft und wünscht. Keime weiteren SZebeihens und weiterer Ausgestaltung als Träger eines großen Verkehrs.

Aber mit Hoffen unb Wünschen allein wird ein Er­folg nicht erzielt. Zu solchem bebarf es her kraftvollen Mitwirkung aller, die es angeht. Und um bie Stabt Thorn, bereu Stellung "int wirtschaftlichen Kampfe keine leichte ist, Vertrauen unb Mut ein­zuflößen, hat bie königliche Staatsregierung an bem Unternehmen, das wir heute seiner Bestimmung über­geben haben, sich wesentlich mitbeteiligt in der Erwar­tung, daß sich eine lebhaftere Betätigung des Handels und der Industrie in der Stadt Dhorn hieraus entwickeln werde. Im Namen der preußischen Staatsregierung be­glückwünsche ich die Stadt zur Vollendung des Werkes und gebe dem Wunsche Ausdruck, daß dasselbe seinen Aufgaben voll genügen und den zum Heile der Stadt gehegten Hoffnungen entsprechen möge. Meine Herren! Vor beinahe 700 Jahren erschien hier das Deutschtum, vertreten durch wenige Pioniere und eine Hand voll ritter­licher Reiter, losgelöst vom deutschen Mutterlande, um­geben von fremden Stämmen und Reichen. Isoliert und auf sich angewiesen, erlag der Ordensstaat nach kurzer hoher Blüte dem Ansturm der Polen und Sitt au er. Heute, dank der nationalen Arbeit unseres Hohenzollernhames und dank der ruhmreichen Kriege des vergangenen Jayrhunderts, lebt bie Ostmark, lebt Thorn unter dem starken Schutz und Schirm eines großen ge­schlossenen Nationalstaates des unter der Kaiserkrone geeinten Deutschlands. Daher lassen Sie unsere Ge­

danken zu unserem erhabenen Schirmherrn wenden und stimmen Sie in den Ruf der Treue und Ergebenheit ein: Seine Majestät Wilhelm II. hoch!"

(Eine Vermittlung der Königs Eduard in der englischen Krise?

Es hat den Anschein, als wolle König Eduard durch eigenes Eingreifen eine Vermittlung in den Gegensätzen bei der gegenwärtigen inneren Krise in England anstreben.

London, 6. Okt. Premierminister Asquith verließ gestern im Verlause der Debatte über wichttge Budgetfragen das Unterhaus und begab sich nach Balmoral zum König, der ihn telegraphisch unerwartet zu sich berufen hat. Dem Besuche des Premierministers wird eine große Bedeutung beigelegt, zumal, da auf diesen der Besuch des Earl of Eawder folgt, der zu den einflußreichsten Mitgliedern der Opposition im Oberhause gehört. In liberalen Kreisen wird vermutet, daß von höchster Stelle darauf hingewirkt werden wird, einen schweren konstitutionellen Kampf ab- zuwenden.

Die ungarische Krise.

Wien, 4. Okt. Wie verlautet, kommt Wekerle am Mittwoch, Kossuth am Samstag wieder nach Wien, was auf eine Fortsetzung der Verhandlungen schließen läßt. Doch lauten Kossuths Aeußerungen in Budapest fottgesetzt sehr pessimistisch. Aufsehen erregt ein Angriff des Kossuth-Organs auf den Thronfolger, dem vor­geworfen wird, daß er, ohne eine Verantwortlichkeit zu be­sitzen, einen starken Einfluß auf den Monarchen ausübe. Auf der anderen Seite führt auch die klerikale ,Reichspost^, der man Beziehungen zum Thronfolger nachsagt, eine ungewöhn­lich scharfe Sprache gegen die Unabhängigkeitspartei und gegen Kosslith persönlich. Die Hoffnung, daß durch die Berufung Kossuths die Krise auch nur einer, provisorischen Lösung um einen Schritt näher gebracht werde, sind augenblicklich aufs äußerste herabgestimmt.

Spaniens Pläne in Marokko.

Was an den mitgeteilten Gerüchten von Eroberungs« planen der Spancer in Marokko wahr ist, läßt such noa- nicht ersehen. Es scheint:, als ob bie entlaubten Verstär­kungen notgedrungen, infolge bes fortgesetzten Wider­standes der Rifskabylen, erfolgt sind. Vom Muegsschauplatze selbst liegen feine neuen Nachrichten vor, nur scheint man sich in Madrid entschlossen zu haben, statt einer Division nur eine weitere Brigade nach Melilla ab gehen zu laften.

Paris, 5. Okt. TieLibertä" behauptet in einer aus Madrid datierten Meldung, daß die spanische Regierung eine Note vorbereite, durch ivelche sie bie Mächte ver­ständige, baß bie Umstände sie zwingen, chre Aktion im Riffgebiet zue r to c i t c r n".

Paris, 5. Ott. Angesichts der von der Presse ver­breiteten Gerüchte über weitausgreifende Pläne Spaniens in Marokko erklärte der hiesige spanische Botschafter einem Redakteur desTentps" u. a. folgendes:Er habe dem Direktor der politischen Angelegenheiten im Ministerium des Aeußern, Pabst, erst gestern neuerdings die Versickerung gegeben, baß bie Absichten Spaniens dieselben geolicken seien und sich darauf beschränken, die Umgebung von Melilla zu paziftzieren. Die nach bem Riffgebiet entfanbten neuen Verstärkungen seien notwenbig gerne)en, weil der Schutz der errungenen Positionen, der Verbindungen und der Ope- rattonsba)is mehr als die Hälfte des Mannschaftsbestandes in Anspruch nehmen. Die Gerüchte, Spanten wolle nach Taza marschieren unb 2etuan und Larasch besetzen, seien widersinnig. Ebenso falsch sei die Behauptung, baß Spanien bem Sultan Muley Hafib ben Krieg erklären

Kleines Feuilleton.

f Ein Seminar für soziale Arbeit hat ber durch bie Einrichtung eines Freiwilligenjahres in ber Krankenpflege in weiten Kreisen bekannte Ev. Diakonieverein in Gummersbach eröffnet. Den gebilbeten Frauen unseres Volkes bietet sich hier Gelegenheit, sich eine abgeschlossene Berufsausbildung für soziale Tätigkeit anzueignen, ohne daß sie für ihre Zukunft irgenbwelche Verpflichtung zu übernehmen brauchen. Wie in den Seminaren für Kranken­pflege, wick auch hier bie Ausbilbung unentgeltlich geboten. Nur für die Verpflegung und Wäschereinigung ist für ben Kursus von neun Monaten ein Entgelt von 375 Mk. zu entrichten. Gebildeten evangelischen Frauen wirb hier Ge- legenheit geboten, sich zur Arbeit in Fürsorge- unb Mäd­chenheimen, in Martha- und Waisenhäusern, als Armen- unb Fabrikpslegerin, als Gewerbe- unb Polizeiassistentin usw. ccuszubttben.

Ueber Abelina Patti werden in neuerer Zeit wieder Äablrcicbe Llnekdoten erzählt. Eine recht drollige gibt inPear­sons Wselly" ein alter Impresario zum besten. Vor einigen fahren sollte bie Patti in Bukarest auftreicn. Kurz vor dem für bie Abreise festgesetzten Tage sagte sie jedoch bem ^Impresario:Ich fahre nicht. Es ist'dort unten zu kalt. Ter Lchnee soll fußhoch liegen. Nein, hundertmal nein! Machen Sie nicht erst den Versuch, mich umzusttminen, es wäre vergebliche Mühe." Ter arme Impresario, der schon wochenlang vorher in Bukarest das Konzert der Patti angetünbigt hatte, war ganz verzweifelt, zumal sämttiche Plätze in einem 3ai verkauft worden waren. Er sann auf Mittel, sie durch sanften Zwang zum Auftreten zu bewegen und glaubte nach einigem Nachdenken bas richtige gefunden zu haben. Er schickte an feinen Vertreter in Bukarest nachstehendes Telegramm:Brauchen feierlichen Empfang Bahnhof Bukarest; telegraphieren Sie mir sofort folgendes:Rumänischer Adel be­reitet großen Empfang Ankunft ö-rau Patli, er war: en sie Bahn­hof auch Vertreter Negierung mit Schlitten, Fackeln, Musiikapellen. Telegraphieren Sie Stunde Ankunft." Der schlaue Impresario er­hielt einige Stunden später das erwartete Telegramm und zeigte

es ber Patti, die, vor Freude ganz aufgeregt, ausrief:Herrliche Leute! Wann reifen mir?"Morgen früh, wenn es Ihnen angenehm ist." Auf dem Bahnhof ut Bukarest erwarteten bie Diva viele Herren in Uniform und Ordensschmuck. Hinter ihnen leuchteten Fackeln, wehten Fahnen unb spielten zwei Musikkapellen die rumänische ^Nationalhymne. Als die Patti aus bem Salon­wagen flieg, näherte sich ihr ein alter Herr mit eisgrauem Bart und sprach feierlich:Ter Adel Rumäniens heißt Sie herzlich wiUEommen, gnädige Frau." Nach diesem großartigen Empfang wurde bie Künstlerüi von der ganzen Gesellschaft und von den Aiusitkapkllen ins Hotel begleitet. Tie Uniformen waren für 4 SOlarf pro Stück von einem Trödler geborgt worden, die ver­meintlichen adligen Herren hatten die Statistenrollen für je 1,50 Mart und eine Zigarre übernommen'. Der ganze großartige Empfang hatte nicht viel mehr als 300 Mark gekostet.

Ein Rlesendenkmal für Fulton. Aus New- york wirb berichtet: Dem Genius Robert Fullons, dessen Tctt in ben soeben abgeschlossenen Feierlichkeiten verherrlicht würbe, soll auch ein gewaltiges Ehrenbenkmal errichtet werben. Mit einem Kostenaufwanbe von 12 Mill. Mark wirb ein gewaltiges Mausoleum auf Riversibe Drive in Newyork gebaut, unb in ihm werben bie Gebeine bes großen Erfinders zur ewigen Ruhe bestattet. Es ist eine Stelle auf den felsigen Usern gewählt worden, in deren Umkreis die prüchttgsten Gebäude der Weltstadt liegen unb bem großen Marmormonuntent als Nahmen dienen; vom 5)ubson aus soll die ganze Anlage einen besonders prächtigen An­blick gewähren. Ein Verein, dem viele Multimillionäre an­gehören, hat sich zur Ausführung dieses Planes gebilbet, und 120 000 Mt. wurden für die ersten Vorbereitungen ausgeworfen. Schon zum 25. November sollen die ersten Entwürfe eingereicht werden.

Das neueste O r ch e st e r i n st r u m e n t. Vor kurzem wucke bekannt, daß Gustav Mahler in seiner neuesten Sinfonie den vielgestalttgen Orcheftertörper um ein neues Klangmittel bereichert hat: Um. die Automobllbude. Weit­

aus komplizierter ist das neueste Orchesterinstrument, bas jetzt Paberewski erfunden hat und in feiner Sinfonie ver­wendet, bie bemnächst in Lonbori zum erstenmal zu Gehör gebracht wirb. Das neue Instrument führt beii Namen Tonituon" unb bient bazu, bas brausende Rollen des Donners zu verkörpern, das bisher gewöhnlich mit Hllse ber großen Pauke gegeben würbe.

Der Auszug der Kunstwerke nach Amerika nimmt feinen Fortgang. Vor kurzem wurde berichtet, baß die Londoner Kunsthändler Duveen von dem Pariser Sammler Mau­rice Kann 11 hervorragende Bilder für 20 Mill. Atark er­worben hätten. Die wichttgstewunter diesen, drei Rembr andts, Der Mann mit der Lupe",Die Frau mit der Nelke" und, dasPorttät von Oskar Hacring", ferner ein ausgezeichneter Rupsdail,Das Lkornfelo", sind für 4 Millionen Mark in den Besitz van Benjamin Altmann übergegangen unb befinben sich bereits in ben Vereinigten Staaten, wo sie zusammen mit einer Anzahl holländischer Meisterwerke, die zumeist aus England aus­geführt wurden, im Metropolitan-Museum of Att in Newyork ausgestellt werden sollen. Auch Whistlers schönesNocturne" in Blau und Gold, von Valparaiso, ist nach Amerika verkauft worden; es ist dort in die Sammlung des Mlllionärs Freer in Dettoit gelangt, der seine Sammlung dem Staate hinterlassen wlll.

Eine neue Lustspielficma. Gustav Kadel^ bürg unb Rudolf Presber, bie ficy zu gemeinsamem dramatischen Tun zufammengetau hüben, werden bie Frucht ihrer Kompanie arbeit, ein Lustspiel in brei Akten, bessert Titel ben Dichtern anscheinenb noch Kopfzerbrechen ver­ursacht, in Kürze im Berliner Lustfpieihaus aufführen taffen.

Dem Grafen Leo Tolstoi, ber am Montag burch Moskau tarn, würbe bei seiner Abreise eine große Kunbgebung bereitet Etwa 10 000 Menschen hatten sich versammelt unb empfingen Tolstoi mit begeiferten Hurrarufen. Tolstoi war tief gerührt.