Ausgabe 
5.3.1909 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Oerker

Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten.

unb

Truppen vor ihrem neuen Chef, die Matrosen folgen, dann trie Zivilbeamten, die städtischen Körperschaften und schließlich die politischen und gelverblichen Korporationen. Tie Parade nimmt ben ganzen Nachmittag in Anspruch, zum ersten Male waren auch seit langer Zeit wieder die Südstaaten in der Parade ver­treten, die seit der Wahl Clevelands sich fern gehalten hatten. Am Abend fand dann der große Einweihungsball statt. Er wurde in dem Pensionsgebäude abgehalten, da das Weiße Haus trotz der von Roosevelt vorgenommenen Vergrößerungen die Zahl der Gäste nicht fassen kann. Ck.

Der Konflikt an der Berliner Universität. Tie Berufung des Professors M a h l i n g zum ordentlichen Pro­fessor der praktiscl>en Theologie als Nachfolger Kleinerts ist gegen Den Vo rschlag der Fakultät erfolgt. Tiefe hat sich des­halb gegen die Berufung Mahlings verwahrt und beabsiMigt, weitere Schritte bei der -Staatsregierung zu unternehmen. Wie es heißt, richtet sich die Abneigung gegen Mahling nid# fo sehr gegen seinen positiven kirchlichen Standpunkt, als vielmehr gegen seine mangelnde wissenschaftliche Qualifi­kation.

Kleine» Feuilleton.

Tafts Einführung in sein neues Amt. Gestern lrurde William Taft festlich in seine neue Würde eingesetzt und ganz Washington war in fieberhafter Tätigkeit, um den großen Tag mit prunkvoller Feierlichkeit zu begehen. Noch vor wenigen Jahren war die Amtseinführung eines neues Präsidenten eine einfache unauffällige Förmlichkeit, aber mit der neuen Aera sind auch die Seiten vorbei, in denen der neue Präsident sein Pferd satteln ließ, zum Kapitol ritt, das Pferd an einem Zaune fesb- band, schnell den Eid ablegte und dann sofort nach bent Weißen Hause zurückritt, um seine Arbeiten sortzusetzen. Die Ameri­kaner haben inzwischen ihr Talent zu großen Paraden und ihre Vorliebe für Blasotck>efter entdeckt und aus dem PrLsidentschafts- antritt ist eineBig Show" geworden, zu der aus allen Teilen der Union die Sckwulustigen zu Tausenden herbeiströmen. Das Volk hat den Präsidenten gewählt, das Volk hat die Kosten und es will dafür auch ettvaS sehen. Die Eisenbahnen gewähren 'Breiternuäfcigungen, die Hotelbesitzer in Washington erzielen drei- fad>e Einnahmen, die Restaurants sind überfüllt und alle sind zufrieden. Ter Zudrang nach Washington übertrcks diesmal sogar den bei dem Präsidentschaftsantritt Roosevelts. Daneben rüsteten ließ die großen politisdien Klubs und die Korporationen zur feier­lichen Parade, in der Pennsylvania-Avenue herschte fieberhafte Tätigkeit, venezianische Nlasten, Guirlandenketten und große bunte Triumphbogen wurden errichtet und an eirrzelnen £>äufcm sah man aud; bte Aufforderungen geschaftskluger Hausbesitzer, die besonders gut gelegene Fenster zu 100 Dollar ober wenn möglich noch teurer vermietete,r. Täe Einführung des Präsi­denten fand am Vormittage statt. In der Staatskarosse hat Roosevelt mit seinem Nachfolger die Fahrt vom Weißen Hause ,um Kapitol zurückgelegt, wo das Parlament bereits versammelt ivar. Punkt Zwölf betrat der neue Präsident eine eigens gebaute Blatiform an der Osrseite des Kapitols und Jncr nahm der Oberrichter der Vereinigten Staaten dem neuen Staatsober Haupte i>en Cid ab. Ter Oberrichter ist ein sehr kleiner schmächtiger Mann, bcfi'en Gestalt neben der 300-pfüudigen Riesenfigur Tafts mntberiid> erschien. Lange weiße Lacken schmücken das Haupt des Ridtter-s und geben ihm trotz seiner Meinheit ein ehrwürdiges Aussehen. Unmittelbar nach der Eidesleistung hielt der neue Prä­sident seine erste Amtsrebe an das vor dem Kapitol versammelte Volk. Auf der Plattform befanden sich neben dem Oberrichter amb dem neuen Präsidenten, die Angehörigen Tafts, Icoosevelt mit seiner Familie, die höheren Staatsbeamten und die Botschafter int> Gesandten der fremden Mächte. Dann erfolgte die Rückfahrt zum Weißen Hause. Taft wird feinen Ehrentag wohl kaum als reinen Freuden tag empfinden, denn das Festprogramm läßt ikm nicht Zeit zur Ruhe. Im Weißen Hause wird schnell ein kleines Frühstück serviert: dabei haben sich bei früheren Prä- fibentemnedMcln nicht selten allerlei kleine chmische Zwischenfälle ergeben, da der neue Präsident in der Regel 'die Sp^seüimmrr fällig leer vorfindet. Nack) dem Frühstück tritt der neue Präfident tvr das Weiße Haus und nun beginnt die große Parade, der Stolz der 2üroeritaner. In endlosem Zuge defilieren hier die

deren Erfüllung große Ausgaben mit sich bringen muß. Es gibt ferner unbedingt notwendige Ausgaben, falls unser Land seine Stellung unter den Nationen der Erde behaupten will. Wir sollten eine Armee besitzen, die so organisiert ist, daß sie im J-alle der Not gemeinsam mit der nationalen Miliz zu einer Streitmacht sich, erweitern kann, die genügt, um jeder wahrsdieinlichcn In­vasion von auswärts Widerstand zu leisten, um auch ein ansehn- lich.s Expeditionskorps zu liefern, das, wenn notwendig, unsere traditionelle amerlauifdte Politik aufrecht erhalten soll, die den Nanren des Präsidenten Monroe trägt. Unsere Befestigungen sind jetzt nur in einem teilweise vollständigen Zu stand und ihre Be­satzungen sind nicht genügend. Tie Entfernung unserer Küsten von Europa unb Asien vermindern natürlich die NoNvendigkeit, ein großes Heer unter Waffen zu hatten, entheben uns aber nicht von dem Gebot der Vorsicht, den Kern eines Heeres zu besitzen, aus dem rafd) angemessene Streitkräfte l^er vorwachsen können. Was vom Heere gesagt wurde, gilt in noch höherem Maße von der Flotte. Eine modern c F l o 11 e kann nicht ü be rNacht geschaffen werden. Mein ousgezeidmeter Vorgänger hat in vielen Reden und Botschaften m.t überzeugender Sprache die Notivendigkeil auseinandergesetzt, eine starke Flotte zu erhalten, die zur Länge unserer Küste, den Mitteln der Regierung unb dem Außenhandel unserer Nation in richtigem Verhältnis iteht. Eine starke Flotte ist der beste Bewahret unseres Frie­dens mit den anderen Nationen unb das beste Mittel, unsere Rechte, der Verteidigung unserer Interessen uilb der Geltend- madjung unseres Einflusses auf die internationalen Angelegen­heiten Ächtung zu verschossen.

Unsere internationalePolitiksoll immer dem Frieden Dienen. Wir werden in jeden Krieg ziehen mit dem Bewußtsein der schrecklichen Folgen, die ein Krieg, mag er erfolgreich sein oder nidjt, auf sich zieht und wir werden, um einen Appell an die Waffen zu vermeiden, jede Anstrengung machen, die fidjimitber nationalen Ehre und den höchsten nationalen Interessen vereinbaren läßt. Wir sind für das Haager Tribunal und für die SchiedsgerichtSvertrage, aber wir wären törichte Idea­listen, wenn wir nidjt anerkennen würden, daß gegenüber einer Welt in Waffen auch wir in einer ähnlichen Lage fein müssen, um andere Nationen zu verhindern, aus unserer Unfähigkeit Vorteile zu ziehen unb daß wir in der Lage sein müssen, unsere Rechte mit starker Hand geltend zu machen.

Was die Zulassung asiatischer Einwanderer, die fid) mit unserer Bevölkerung nidjt vermisd>en können, betrifft, ist diese Frage notwendige Gegenstand von Verbots- ktauseln in unseren Verträgen und Gesetzen gewesen, oder einer administrativen Regelung auf Grund bipfomatifdjer Unterhand­lungen unterworfen werden. Wir müssen jede Vorsichtsmaßregel treffen, um Ausbrüche des Rasfenlursses unseres Volkes zu ver­hindern, oder wenn dies nicht möglich ist, sie zu bestrafen.

Eine der Reformen, welche die kommende Negierungsperiodc durchführen soll, ist die A e n d e r u n g unserer Geld- und Bankgesetze, um den verfügbaren Umlau ssmitteln eine größere Elastizität zu verlechen und zu verhindern, daß gesetzliche Bcschrönk- unaen eine finanzielle Panik noch erhöhen. Der neue Kongreß sollte auch schleunigst das Versprechen der republikanischen Platt- form ein lösen und ein g eignetet Postsparkassengesetz sdwf- fen. Das wird weder unklug, noch eine übertriebene Fürsorge der Regierung sein. Ter niedrige Zinsfuß wird den bestehenden Banken die Kunden nicht entziehen. Auf die NoNvendigkeit der Errichtung direkter Dampferlinien zwischen Nord- und Südamerika hat fdjon mein Vorgänger die Aufmerksamkeit des Kongresses gelenkt. Eine besondere Bedeutung für den Handel Livischen dem östlichen und westlichen Teile unseres Landes wird der P a n a m a ka n a l besitzen. Tie Kanalarbeiten machen höchst- befriedigende Fortschritte. Der Van fdjrcitet unter der Leitung Colonel Goethals und der ihm beigegebenen Militäringenieure

vorwärts und wird sicherlich zu Beginn der nächsten VerwalttingS- Periode vollendet fein, ober noch früher. Ich will gern hinzu­fügen, daß ich alle meine Energie verwenden werde, um dieses Werk gemäß den angenommenen Plänen fortzuführen.

In seinen weiteren Ausführungen besprach Taft die Lage auf den Philippinen und die Negerfrage, wobei er betonte, daß er persönlich nicht das leiseste Rassenvorurteil Fenne. Schließlid) beleuchtete der Präsident die Arbeiterfrage, und erinnerte an das vom Kongreß angenommene Gesetz, das die Haftpflicht von zwischenstaatlid;en Unternehmungen ausfpricht für Unfälle, die ihre Angestellten im Betriebe erleiden. Soweit ich di s vermag, sagte Taft, wird die Gesetzgebung auf diesem Wege weiter fdireiten. Iirdem ich, so schloß Taft, eine Uebersicht der Fragen abgegeben habe, die wahrscheinlich während meiner Amtszeit Vorkommen werden, erbitte ich die Sympathie und Unterstützung meiner Mitbürger und rufe die Hilfe des Allmächtigen zur Er­füllung meiner verantwortungsvollen Pflicht an.

Das Zinanzkompromitz.

In der Donnersragssitzung der Finanzkommission ist das Kompromiß nun also fertig geworden. Es gründet sich auf einen neuen Antrag v. Gamp, ben als Geburtshelfer auch Dr. Arendt unterschrieben hat und hat folgenden Wortlaut:

§ 1. Die Bundesstaaten haben nach Maßgabe dieses Gesetzes an das Reich eine Abgabe zu entrichten, die von dem Besitze erhoben wird (Besitzsteuer) und in den vom Bundesräte zu bestimmenden Fristen abzuführen ist.

§ 2. Ter Gesamtbetrag der zu entrichtenden Abgabe wird alljährlich durch den Reichshaushaltselat bestimmt; er darf bis jum 1. April 1914 die Summe von 100 Mill. Mark nicht überschreiten. Zu dem bezeichneten Zeitpunkt und weiter von fünf zu fünf Jahren kann der Höchstbetrag erhöbt werden, jedoch um nicht mehr als fünf vom Hundert des für den vorhergehenden Zeitraum bestimmten Höchst­betrags. Für eine Aenderung dieser Bestimmungen gilt die Vorschrift des Artikels 78 Abs. 1 der Reichsverfassung.

§ 3. Der von den einzelnen Bundesstaaten zu ent­richtende Betrag ist auf Grund der Ergebnisse der Ver­anlagung zu Einkommen-, Vermögens- und sonstigen Besitz- fteuern vom Bundesrate nach einheitlichen Grundsätzen sest- zustellen. Die Unterlagen hierfür sind von den Bundes- flaaten nach näherer Anordnung des Bundesrats zu be­schaffen. Alle fünf Jahre findet eine neue Feststellung statt.

ß 4. Sie auf die einzelnen Bundesstaaten entfallenden Beträge dürfen nur durch allgemeine Steuern auf Einkom­men, Vermögen ober Erbschaften aufgebracht werden. In den Staaten, in denen weder eine allgemeine Einkommen­steuer noch eine allgemeine Vermögenssteuer besteht, sind als Vermögenssteuer auch Ertragssteuern von Grund- und Gebäudebesrtz, sowie vom Kapital anzusehen, sofern sie in Verbindung miteinander erhoben werden.

Einkommen bis zu 3000 Mark, sowie solche Vermögen, die nach Abzug der Schulden den Betrag von 20 000 Mark nicht erreichen, sind von der Steuer freizulassen. Die Be­steuerung der Erbschaften darf nur nach Maßgabe der §S 59, 60 des Erbschaftssteueraesetzes vom 3. Juni 1906 erfolgen.

§ 5. Soweit die Beiträge nicht durch neue Steuern der im § 4 bezeichneten Art erhoben werden, sind sie durch Zuschläge zu bestehenden Steuern dieser Art aufzubringen.

Hntrittsrebe Hafts.

Der neue PEident der Vereinigten Staaten von Nordamerika hat gestern sein Amt angetreten. In seiner Antrittsrede als Präsident der Vereinigten Staaten führte Taft unter anderem aus: Ausgabe der Antrittsrede ist es, die hauptsächlichsten Umrisse derjenigen Politik zu geben, vvn der die neue Regierung geleitet sein wird. Ich habe die Ehre gehabt, einer der Ratgeber meines ausgeezichneten Vorgängers gewesen zu sein und habe als solcher für die von ihm eingeleiteten Reformen aewirkt und ich würde mir selbst, meinen Versprechungen und den in der Plattform von meiner Partei angegebenen Erklärungen, auf Grund deren ich gewählt wurde, untreu fein, wenn ich die Aufrechterhaltung Und die Durchführung jener Reformen nicht für das bedeutendste Merkmal meiner Verwaltung halten wurde. Tiefe Reformen waren darauf gerichtet, die Zügellosigkeit und den Miß­brauch der Macht seitens der großen Kapitals- associationen auf dem Gebiete der Eisenbahnen, der In­dustrie und des zwischenstaatlichen Handels zu unterdrücken. Tie Maßnahmen meines Vorgängers, die auch von der Gesetzgebung gutgeheißen wurden, haben jenem verderblichen, das Volk be­unruhigenden Verfahren Halt geboten nnb in den betreffenden gefchäftlichen Kreisen eine größere Beachtung des bestehenden Ge­setzes bewirkt. Um aber die Reformen dauernd zu gestalten und um gleichzeitig diejenigen, welche anständige und fortschrittlidie GesckiäftsmelHoden anwenden, nicht zu beunruhigen, ist ein weiteres gesetzgeberisches und exekutives Vorgehen nötig, fo die Erleichterung der Eisenbahnen hinsichtlich gewisser durch ine Antitrustgesetzc ge­schossenen Beschränkungen. Anderseits soll eine gehörige bundes- ftaatlidfc lieberwachung verhindern, daß eine übermäßige Ausgabe von Bonds und Aktien von selten foldjcr Gesellschaften erfolge, toeLdie die am zwischenstaatlichen Handel beteiligten Eisenbahnen besitzen unb betreiben. Ich hvsfe, in der ersten ordentlichen Session dcs bevorstehenden 'Kongresses im nädtften Dezember bestimmte Vorschläge madjen zu können, die sich auf die nötigen Aenderungen der den Antitrust- und zwischenstaatlichen Handel betreffenden Gesetzgebung beziehen werden. Eine Angelegenheit vvn höchst dringlicher Sebeutung ist die Revis io n des Zolltarifs. Gemäs; den in meiner Plattform abgegebenen Erklärungen werde ich den Kongreß zu einer außerordentlichen Session auf den 15. März einberufen, um die Revision des Tingleytarifs zu be­raten. Die Zölle sollten so beschaffen sein, daß sie ieglidier Arbeit, sei es aus bent Felde, in Bergwerken oder in der Fabrik, ben Tarisschutz gewähren, der dem Unterschiede zwischen den Erzeug- gungskosten dos Auslandes und denjenigen des Inlandes gleich­kommt. Es soll aber auch Dorsroge getroffen sein, dqfür, daß ein höherer ober Marimattarif gegen jene Länder in Anwendung ßommen soll, deren Handelspolitik nnS gegenüber aereckster Weise eine solche Unterscheidung erfordert. Um die erforderliche Be- fchleunigun^ bezuglidz der Tarifrevision zu sichern, wäre es ratsam, m der außevordentlid-en Seifivn kein anderes Lesetzgeberisd)cs Werk in Angriff zu nehmen. Da infolge der gesd^ästlichen De­pression die Ausgaben für das laufende Fiskaljahr um 100 Mil­lionen Dollars größer fein werden als die Einnahmen, muß bei Feststellung der Tarifsätze an die Sid>crung einer hinreichenden Einnahmequelle gedacht werden. Sollten die Einfuhrzölle nidst genügen, müßten neue Steuern angenommen werden und td) empfehle eine abgeftufte Erbschaftssteuer, die eine im Prinzip gerechte, sicher und leicht zu erhebende Steuer ist. Die Sd)affung vvn Gesetzen, welche die Erhal­tung unserer Hilfsquellen sidiern sollen, besorchers die Schonung und Wiederaufforstung unserer Wälder und eine weitere Verbesserung unserer Wasserstraßen, sind Aufgaben der Regierung,

ort des Seebezirkes int schweizerischen Kanton St. Gallen, bildete in den letzten Tagen den Versammlungsort des AufsichlsrateÄ dcs polnisd>en Nationalschatzes. Die Rappersivyler Schloßruine, hod> oben auf dem Berge gelegen, beherbergt seit der mißglückten W) In liehen Revolution von 1863 dienationalen Heiligtums der Polen. Hier wurde das Herz des polnischen 9ralionalhckd«rtz Kvsciuszko in einer silbernen Urne in einer Wandnisdst- bei- gesetzt, hier werden die Siegestrophäen aus den blutigen Ge­fechten der polnischen Revolutionäre mit Rußland und Preußen aufbewohrt. Jetzt hat eine unter dem Vorsitz des Obersten Mil- konski tagende Sitzung des Auffichtsrates beschlossen, den pol­nischen National schätz aufzulösen. In Wirklick>keit wird wohl aber der Schatz als eine streng geheime Institution weiter bestehen bietben, nur die Leitung dürfte in andere Hände übergehen. Das Vermögen des Schatzes betrug noch bis vor 5 Jahren eine viertel Million Franks, ist aber durch die Beträge, die zur Unter­stützung der revolutionären Bestrebungen in Russisd)-Polen gezahlt wurden, bis auf wenige Zchn taufen de zusammengeschmolzen. Auch madfl man in nationalpolnischen Kreisen dem Aufiichlsrat den Voiwurf, daß ein beträchtlicher Teil der Kapitalien durch An­kauf bulgarischer Eisenbahnaktien entwertet worden sei. Nach bete zahlreidien Prozessen in Deutschland hat auch die Schweizerische Bundesregierung die Auflösungdes Schatzes gefordert, weilder gemeingefährliche Charakter dieser Institution das fteundschaftliche Verhältnis der Sd>weiz zu anderen euwpäischen Staaten be- drvhe"., Ter Rest dieses ciaenartigen polnisd^n Kriegssd-atzes dürfte in die Hände einet anderen öoütifdjen Organisation über» gelten unb in einer ausländisck;en Bank unter einer Deckadresse nicbergelcgt werden. Jedenfalls geht aber aus dem Beschluß ves Aussichtsrates hervor, daß Oberst Milkowski, der sich in der letzten Revolution durch Bildung polnischer Freiwilligensd>aren m der Türkei besonders ausgezeickmet hatte, seine Rotte als Chef der t»lnischen geheimen Nationalregierung ausgespielt bat

Errichtung eines türkischen Frauengymna- siums. Ueber St. Petersburg kommt die Meldung, daß die türkische Regierung die alsbaldige Erridftung eines höheren natio- nalen Erziehungsmstitutes für junge Mädchen besserer Stände ^scl'Ms,enhat. Die Amlalt, teren Lehrplan ungefähr demjenigen dcs deulsd»en humanistischen Gvmnaliums entsprechen soll nwrb in Fundukli bei Konstantinopel ihre Stätte finden. Das Haupt- verdienst für £>te Verwi.rtti.chung des Planes gebührt dem Vräsb- denten des türkischen Parlaments Achmed Priza Bey N Sdpvester eine ber ge ehrtcsten Frauen der modernen Türkei ist. Grund und Boden, wwie die erforderlichen Baulichkeiten hat Sultan Abdul Hannd gescheukwerse zur Verfügung gestellt. girrt7PHVjn«GFbrr°Antr au6 Sunft und Wissenschaft.

r ode . Kekulö von S tra dow i h, der hervor- lagenbe Ai^chaoloqe der Berliner Universität, roirb am d. d. M. Ll.e 0 z I fl_ c a b r e all. Er ist em Verwandter des berübniie» Cbeinifer§ und L arm hab ter von (Geburt. Ter Streit um ote Jt e i m s t r. g » b 11 b e r ist nun entidneben. Prozessor Angelo 30111 dal das bedungene Honorar erhalten und sich mit dem Bor- ichiage eniuernanocn erklärt, die Bilder nicht im großen Sitzuuas- jaal, jonöern tn einem anderen Raume autzuhangen.

das Format seiner Erzeugnisse änderte. Außerdem erhöhte er den Preis der Hefte um ein geringes. Die Vertriebsstellen, nxcldx mit dem Verkauf der Sensatiousheste die vvrzilglichsten Geschäfte gemacht hatten, erklärten sich nun zufriedengestellt und verkaufen unter künstlerisck>em Titelbild und neuem Format dieselbe Literatur weiter, gegen die der Kampf, wie man sieht, so erfolgreich ge­führt worden ist.

Tie Goethefestspiele in Düsseldorf. Die Stadt- vewrdneten von Düsseldorf erhöhten den städtisd)en Beittag zu den Goethesestspielen aus Antrag des rheinisd>en Goethevereins von 3000 aus 7500 Mark und übernahmen die Kosten für die bereits erfolgten Ausd>afsungen dcs Vereins für die Festspiele dcs Jahres 1909.

Im Münchener Künstlertheater beginnen die Festspiele des Deutschen Theaters zu Berlin unter der Leitung von Max Reinhardt am 18. Juni. Im diesjährigen Spiel­plan sind in Aussidst genommen:Hamlet" (18. Juni),Ein Sommernachtsttaum" (19. Juni),Braut von Messina" (21. Juni), Was ihr wollt" (23. Juni),Kausmann von Venedig" (25. Juni), ,^yjistcata" vvn Aristophanes (2b. Juni),Räuber" (2. Juli), ,",Iudiih" (5. Juli).

Tie Auslösung des polnischen National­schatzes. Tas attehrwä-rdige Schloß in Rapperswyl, bqn Haupt­

Erstes Blatt 159.Jahrgang Freitag 5. März 1909

ZZT X A S* A. 44 A <4 AA ▲aIaaaa SB

6k6enerSamllltnblätter; M y Abyole- u.

iiveunahoödientl.KreiS. fl > MX M W M W Ä MM W W M M f Q MM monatlich Pi.: durch

blaUfürden«eelr«ithea M MM. M M W Z/3. ELr M M WLr W dtePostMk.S.-oiettel-

(TtenstagundFreiiaq); M M M W W, M Dr M W jT W M W W W M W jährl. ausschU Bestellg.

für di>e Äebaktimi US, - va«troo vt Irrt»

General-Anzeiger für Oberhessen MM

bis °°nnÄ>A's"uh" Rotaflonsürn» uni Verlag b« vrShcschen Unlo^vuch. and Steindnlckerel R. ränge. Redattion, Expedition und Druderet: Schulftratze 7.

Verkleidete Schundliteratur. Wie der Kampf gegen die Sdiundliteratur in Wirklidsteik geführt wird, beweist das Vorgehen einer Berliner Verlagsvudchandlung, welche diesen Genre speziell Pflegt. Als die Beweaung gegen die blutrünstigen Erzeugnisse gewisser amerlkanischer 9111 toten vor einiger Zeit ein» setzten, als speziell daraus hingewiesen wurde, daß Sdmle Ettern daraus hinwirken sollten, daß die Jugend vor dem An­kauf -er berülpnten zwanzig und zehn Vfennig-Heste mit den bewußten schreienden Titelbildern gewarnt werden müsse, ent» sckfloß sick) besagter Verlag, dem Zuge der Zeit und dem Ruse der Mora! aus die Weise zu folgen, indem er die Titelbilder und

Cle jeden Mofa vllttOi denn ez lchiidlich n Saffee. wirklicher ^ettungg.

M, Torritynber.

« d>« fn 1. 3uh"^ fmb untre Senuhun.

«Kh.

iHOPfg: ptg. \ inen 80, 90 Pfg. iUMltz Kartolfeli l2Ptg leringe 8- tos sswein

S5 Pig- n 75 Pig. okolade . pr. Eid. 7$ Pff läösef.

f itfi^

u»l*

und dk/ Vgen'»"'^ ,bungöee

rbrot der Kinder. ngul'! I r. Oetker'i Backpulver.