Ausgabe 
5.7.1909 Erstes Blatt
 
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Mischung in die inneren Angelegenheilen Persiens Truppen nach Persien entsenden will, um bie dortigen Gesandtschaften und Einrichtungen vor den zu erwartenden Unruhen zu schützen. Die russischen Truppen, die zunächst die weitere Entwickelung der Dinge in stansi abwarten will, werden in den Grenzen nur solange bleiben, bis Sieben und Vermögen der russi'chcn und ausländischen diplomatischen Vertreter, Institutionen und Untertanen vollkommen gesichert erscheinen.

2lus Stadt nnd (and.

Gießen, 5. Juli 1909.

Justiz Personalien. S. tt*. H der Grofehcr^ rog haben den Lberamtsrichter bei dem Amtsgericht Als scld Geheimen Justizrat Tr. Aug. Scriba nur sein Rach> suchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1909 in den Ruhestand versetzt irnd ihm aus diesem Anlaß die .trronc zum Ritter kreuz 1. Klasse de-z Verdienstordens Philipp:- des Groß­mütigen Allergnadigst verliehen; ferner den Notar mit den, Amtssitz in Sprendlingen Herm. Kampf zum Notar mit dem Amtssitz in Mainz und den Gerichtsassessor Dr. Rud. Angermeicr aus Bürstadt zum Notar mit dem Amts­sitz in Sprendlingen ernannt.

"Von unserem Regiment. Oberst v. Müller ist bis 31. d. M. verreist. Oberstleutnant v. Lind eg ui st ist bis dahin die Führung übertragen worden.

" Gießener Freie Studentenschaft (Abteilung für Kunst und Wissenschaft). Der kürzlich verfrüht angesagte öffentliche Lichtbildervortrag deS Prioatdozenten Dr. Rauch über Rembrandt ist auf morgen Dienstag, abends 8*/, Uhr im großen Hörsaal der Universität, verlegt worden. Der Eintritt ist gegen Zahlung von 20 Pfg. zur Deckung der Unkosten jedermann freigeslellt.

Eine Sitzung des Provinzial-Ausschu sses findet am SamStag, 10. Juli, vorm. »/<9 Uhr mit folgender Tagesordnung statt: 1. Baugesuch des Ernst Freundlieb II. zu Alsfeld. 2. Enteignung von Gelände in der Gemark ung Butzbach zur Erbauung einer Nebenbahn von Butzbach nach Ebersgöns; hierzu Antrag auf Besitzeinweisung. 3. Gesuch der Stadt Bad-Nauheim um Erlaubnis zur Einleitung der Abwässer in die Ufa.

Der Gabelsberger-Stenograp Hen-Verein von 1861 hatte an seinem VereinSabend am SamStag eines seiner Ehrenmitglieder, Wilhelm Wagner, Direktor deS Gas- iverkeS in Vegesack, zu Gast. Der Vereinsvorsihende begrüßte die zahlreich erschienen Mitglieder und feierte den Gast, der in frühereil Jahren lange Zeit 2. Vorsitzender des Vereins war, in herzlicher Weise; seine Rede klaiig in ein Hoch auf die beiden anwesenden Ehrenmitglieder, Direktor Bergen und Wagner, aus. Direktor Wagner gab hieraus seiner Freude darüber Ausdruck, ivieder einmal einige gemütliche Stunden in dem Verein verbringen zu fönnnn; er weihte dem weiteren Wachsen, Blühen und Gedeihen deS Vereins sein Glas. Direktor Bergen gedachte der schönen Erfolge deS Vereins, der z. Zt. 243 Mitglieder zählt, unter der Leitung des derzeitigen Vor­sitzenden. Stenographische und nichtstenographische Lieder trugen zur weiteren Unterhaltung des Abends bei.

** Schüler-Prüfungs-Konzert. Das gestern nachmittag in Steins Saalbau abgehaltene Konzert der Violuiklasse von Kruses Musikschule war sehr gut besucht. Wer die Schwierigkeiten kennt, einige 30 Knaben und Mädchen im Alter; von 8 bis zu 15 Jahren zum 3ufanimeiN spiel zu bringen, der muß nach dem gestern Gehörten jagen, Herr Ehr. Kruse fen. ist der geborene Dirigent eines Kinder-Orchesters. Das Zusammenspiel war in den zu Ge hör gebrachten Kompositionen von Bach, Lehär, Langer, Mascagni, Strauß ufw. ausgezeichnet und die Leistungen der kleinen Künstler verdienen alles Lob. Aber auch über tüchtige Solisten verfügt die Krnsesche Musikkapelle. Der kleine neunjährige Willi Brügel spielte, wenn auch von Herrn Kruse sekundiert, die Komposition des Prinzen Gustav von SchwedenIm Rvsenduft" recht wacker. Besonders aber zeigte der 15jährige Rudolf Sonntag in der japanischen Romanze von Morwet, die er flott und tadellos spielte, das; er den Bogen zu führen und besonders die feinen Nuancen des Stückes wieder zn geben versteht. Abwechselung in 'das Programm brachte Fräulein Kurz, die über eine glockenhelle Stimme verfügt und der Engel Lied von Brega sang. Herr Kruse fen. spielte dabei das Biolin-Solo, wäh rend die 13jährige Grete Rosenbaum die Klavierbegleitung recht wacker ausführte. Fräulein Kurz, die in Gießen das erstenmal öffentlich sich hören liefe, ist von Marburg hier­her übergesiedelt und wirb hoffentlich Gelegenheit finden, ihre Lieder häufiger hören zu lassen.

** Tb om as Mofdiat. Sonntag, 11. Juli, 8 Uhr abends, konzertiert das Koschai Quintett unter Leitung seines Meisters T h o in a s Ko j di a t in Steins Saalbau. Nach mehrjähriger Pause besucht das berühmte Ensemble wie der Gießen: die vielen Freunde nub Anhänger dieser Künst ler^Bereinigung werden die Nachricht gewiß, mit Freude vernehmen.

** Die B a n g e n o s se n s ch af t des Evang. Ar­beitervereins hielt am Samstag ihre ordentliche Generalversammlung unter Vorsitz des Kom­merzienrats H e D t i g e n ft a c b t, als Vorsitzenden des Auf sichtSrates, ab. Direktor Döring gab Kenntnis von den Per- banblungcu des ErnftEudtvig Vereins, die am Mittwoch in Darmstadt stattgefunden haben, insbesondere Wies ec auf die Ausführungen des Prof. Dr Biermer über die Beschaffung von Baugelderii auf 2. Hypotheken für Erbauung von Klein- Wohnungen hin. Da dieses Referat im Druck erscheinen wirb, soll spater daraus zurückgekommen werden. Die Elisa- dethenkleinkiuderschule hat sich dank der zngewiefenen Ge schenke und Beiträge eines regen Aufschwungs zu erfreuen gehabt. Ihre Einnahmen betrugen 1988.73 '.Vif, die Aus gaben 1229.76 Mk., so daß sich ein Ueberschuß von 758.97 ^iJlar! ergibt. Die Redmnng wurde als richtig anerkannt nnd dem Vorstand für die Mühewaltung der Dank der Versammlung ausgesprochen. Der von Direktor Döring ausführlich bearbeitete Rechenschaftsbericht der Bauge­nossenschaft Wird zur Kenntnis der Versammlung gebracht Die geprüfte Rechnung von 1908 ergibt in Einnahmen 47212.31 Mk., ui Ausgaben 45 766.17 Mk., so das; ein Rest von 1146.14 Rik. verbleibt Der nach der Bilanz und Ge ivimi* und Verlustberechmmg sich ergebende Reingewinn von 1801.50 Mk. soll wie folgt Verwendung finden a dem Reservefonds zuzuweisen 10 Prozent =>. l.> hi k, b für 4 Prozent Dividende 553.57 Ml., c) dem Svez.alreservefonds zuziiweisen 1067.78 Mk. Auf Antrag des Oberbibliothekars Dr. Heuser wird dem Vorstände nnd Aussichtsrat Ent­last ung für die Geschästefuhrung ans dem vorigen Jahre unter dem Ausdruck des besten Danke, für ihre Tätigkeit erteilt -bildenden Ro^tandsinitglieder Haa^ und

Ritsert werden auf Vorschlag durch 3uruf wiedergewählt, ebenso bre Auffichtsratsmitqlieder 5dnirft und Beck Den letzten Gegenstand betrifft die Bebauung des Grundstücks am Erdkauter weg. Es wurde von dem Stand der Sache Kennt­nis gegeben und verschiedene Bebauungspläne wurden vor gelegt.

Von den Wandernden. Im Monat Juni kehrten 1341 Gäste gegen 1169 im gleichen Monat deS DoriahreS in der Herberge zur Heimat em. 687 wurden gegen Arbeits­leistung ausgenommen, während 654 Selbstzahler waren. Tie Frequenz betrug im ersten Viertel deS JahreS 6314, im ab- gelaufenen Onarjal 3982, im ersten Halbjahr also 10296 Gäste. Im Arbeitsnachweis der Herberge wurden 74 offene Stellen angemeldet, von denen 59 besetzt wurden, und zwar durch 39 Handwerker und 20 ungelernte Arbeiter; hiervon wurden 27 in Gießen und 32 nach außerhalb plaziert.

* Gießener Ziegen markt. Am Mittwoch, 7. Juli d. I., vormittags von 9 Uhr an findet hier auf der Ziegcumeide der bereits durch Plakate und ortsübliche Veröffeutlichungen bekannt gemachte Ziegenmarkt mit Prä­miierung statt. Der Markt wird veranstaltet vom Kreis ziegenzuchlverein Gießen zwecks Hebung der Ziegenzucht, insbesondere soll damit den Bereinsmitgliedern Gelegenheit zum Absatz und den Gemeinden und sonstigen Privaten Ge­legenheit zum Ankauf guter Zuchttiere gegeben werden.

B. Rockenberg, 4. Juli. Die hessischen Ge­fangenaufseher hielten heute eine gutbesuchte General­versammlung hier ab. Die Versammlung wurde durch den 1. Vorsitzenden Gefangenaufseher V e i t-Darmstadt eröffnet. Rach der Rechnungsablage wurde dem Kassierer Entlaffung erteilt. Der Vorstand wurde durch Zuruf rviederdctvählt. Nachdem die Tagesordnung soweit erledigt war, wurde die Vereinigung aller hessischen Staatsunterbeamten erörtert, und die Notwendigkeit des ZusammenschluffeS erkannt. Der 2. Vorsitzende Sch ad-Darmstadt verlas ein Schreiben des Schriftführers Häuscr-Darmsladt von der Vereinigung der heff. Amtsgerichts-, Kanzlei- und Kreisdiener, der zum Beitritt zu dieser Vereinigung aufforderte. Der Zufammenschluß zu einer Vereinigung sämtlicher heff. Staatsunterbeamten wurde ein­stimmig beschlossen. Dieser Vereinigung sind bereits die ver­einigten Jorstwarte, Dammwärter und Beamten deS Landes- gefttit? beigetreten. Der Beitritt der Unterbeamten, die keiner selbständigen Vereinigung angehören, ist in Bälde zu er­warten. Die Vereinigung will zu der bevorstehenden Be­soldungsrevision Stellung nehmen, damit die llntcrbeamtcn dieses Mal besser als im Jahre 1898 bedacht würden.

L Friedberg, 3. Juli. Aus dem Geschäftsbericht der Sparkasse M a t h i l d e n st i f t " für das RechnnngS jahr 1908 ist zu entnehmen: Die Einlagen am Ende des Rechnungsjahres betrugen 9 230600 Mk.: der Zugang wäh rend 1908 2 600000 Mk.; zurückbezahlte Einlagen be­liefen sich auf P/2 Mill. Mk., sodaß der Einlagebestand Ende 1908 == 10 290000 Mk. war. Der Betrag des Reserve fonds 490000 Mk.; Einnahme-Ueberschuß 337000 Mk. Von dell Beständen der Sparkasse im Betrage von 10400000 Mk. sind zinsbar angelegt in Hypotheken 6900000 Mk.; in Wertpapieren 1760Ö0 Mk.; in Schuldscheinen 5ö7OOO Mk. und in Katifschillingeii rund 3000000 Mk.

FC Groß-Karben, 4. Juli. Der Werkmeister Reitz auf der Dögelmükile wollte einen Treibriemen auf die Trans­mission auflegen. Hierbei erhielt er von einem Hebel einen derartigen Schlag gegen den Unterleib, daß die Blutgefäße zerrissen und der sofortige Tod des Werkmeisters cintröt.

'? Bill in gen, 5. Juli. Am kommenden Sonntag, 11. Juli, findet hier das Bezirksfest des Kriegerver einsbezirks Lanbach statt. Eiiiige halbwüchsige Burschen traktierten letzter Tage abends einen anderen Burschen, als er eine Wirtschaft verließ, derart, daß er br wußtlos liegen blieb. Die Sache wirb ein gerichtliches Nach spiel haben.

X Mainz, 4. Juli. Das hiesige Tragonerrcginicnt Nr. 6, das thüring. Ulanenregiment N. 6 (Hanau) und das Dragoner­regiment Olr. 23 (Darmstadt) halten vom 25. bis 29. d. M. zwischen Rhein und Saar AufklärungSübmigen ab.

Dillenburg, 4. Juli. Auf dem hiesigen Bahnhof stießen heute früh, etwa 3' _ Uhr, drciLoko motiven zusammen. Eine entgleiste und wurde stark beschädigt. Ein HauptgleiS war bis 9 Uhr gesperrt, so daß der Verkehr ein­gleisig betrieben werden mußte. Verletzt wurde niemand.

Zeppelin I im Hasen.

Nach langem Harren ii't das Rcichsluftschiff ,3- 1" am Sanis tag abend kurz nach 11 Uhr bei sternhellem Himmel wieder auf gestiegen und ist nach neunstündiger Fahrt gestern vormittag um 8' . Uhr auf dem (rtcrjicipiafc van Frescaty glatt iuit) gut gelandet. Dem Aufstieg wohnte eine ungeheuere Menschen menge bei, die das eittiWiwbeuöc Lirfischiff nut brausendem Hurra rusen begleitete. Audi die Landung vollzog sich in Anwesen bett einer sehr grossen Zuschauerinen^e, die das um 7 Uhr 10 Min über M e n erscheinende Lustschfft nibcüib begrüßte.

Die Landung ging bei bcniid>em Sommerweuer nnd fast völliger Windstille fein glatt und ruhig vor »ich. Auf dem Exer.uerplatz hatten sich die Spitzen der '"iilitär und Zivil beborden cnigcfunbcit.Z. I" machte zunächst in ruhiger Fuhrt eine Reihe von Bewegungen über Metz und den Vororten, bevor es sich der Halle näherte, bann einen immer enger werdend'n Bogen Um b Uhr stand es in molliger Höhe vor der Halle still. Es wurde an hvrabgcivorfcitcn Seilen von Soldaten vollends -n Boden gezogen. 3n her Gondel waren sieben Personen. Major Sperling und Hauormann v. George meldeten sich beim kommandier enden General des 16. Armeekorps, der Infanterie v. Prittwitz und Gaffcon und hem Gouverneur der Fcfntng Metz, General der Inf. v Arnim Sie wurden von beide» m herzlicher Weise zu ihrer Fahrt beglückwünscht, ebenso vom Bezirksoräi'i- herun Grasen n. Zeppelin Aschliausen, sonne von dem Bürgev meister Geb. Reg. :Rat Dr. Bölnne, der dem Maior 3vcriiirg im Rainen der Stadt dafür dankte, daß er seine Bitte erfüllt habe und den Metzern, die in der Stadt geblieben waren, ein Schau - spiel deS manövrierenden LuflschtficS geboten habe. Maior Sper­ling und Hanptmaun v George wurden voni fourmaubictrnbeit General zur Tafel aeladen Sic begaben sich unter stürmischen Hochrufen hei inzwischen stark angewach'cncn Menge im Kraft wagen zur Stadt

Tas Luitsckiff, das eine burdifdmütiid'c Geiwwindigkeit von 45 Kilometer in der Stund- erreicht Mtte, kam inrolge der günstigen Äitternngs- und Windverlwltnifje bebciitcnb »rüber an, als man envartet hatte. Bei her Landung des Luftschiffes durch bradi hie Zuidmncrmenge den militärischen Kordon und könnt.- nur nut grö> ter Mühe davon abgcbalti-n t'-rrbni, sich in hir allernächste Rade zu b a ben Das Luftschiff wurde von den

Halle geleitet, wo cs in geringer Höbe über dem Erdboden der ankert wurde. Alle Fahrtteilueluner sahen infolg.- bet L'.rapazcn recht ubamubet und abgespannt aus. Sie waren icdoch über

den hitcinben ETnowna sidKlich erfreut. Um 8 Ubr 30 Mm begannen sich die macht a-n Tore der Halle langsam zu ich'.reßen lieber die Fahrt

amnen uns folgende Dradttiachrichteu w, die wir gestern durch Ausbang in unserer Geichästsstelle bekannt madnen:

Ulm, 4 Juli Um 12 Uhr 10 Mm. früh unermterte das Luftschiff3. 1' unsere Stabt.

G ö v v i n g e n.^ Um 1' , Uhr ilög I" in nibiaer. sicherer Fahrt über unsere Stadt uttd steuerte der Bahnlinie nach Stutt­gart entlang

Stuttgart In her 3cit zwisd-en 1 Uhr 50 und 55 Mm. überflog3. I" in einer Hohe v?n etiva 200 Metern in rascher eleganicr Fahrt von Südosten nach ^iorbwestrn unter brouimben 3uruicn einer großen Menschenmenge, die Straßen unb Dächer besetzt hielt, die Stabt. Aus bat die Stabt umgrenzenden Höb--n wurden b-ngalische Flammen abgebrannt. Das Aodeit hesLujl- schifses, dessen Gondeln hell erleuchtet waren, wurde schon von weitem durch das Surren der Bropellcr angekündigt. Auf seiner Leiterfahrt wurde daS Luftschiff von Mblr.idwm Automobilen verfolgt Es batte auf seiner Fahrt vou Mittelbiberach noch Stuttgart eme «Jefdnvinbigh-it von 45 Kilometern entwickel! Rach dein3. I ' den Talkessel der Stadt Domen hatte, h^dnieb es einen Bogen und nahm, um 2 Uhr 5 Mm. die Solitüde über fliegend, nordwestliche Richtung auf Vic» rzheim

Pforzheim3. I" do inerte in her ,kit von 2.35 bi$ 2,43 Uhr früh m gleichmäßiger, schneller ürtibrt die Stadt Man sah nur zuweilen cm Äurblitzen der Lichter in den (^nbeln. Em grofet-r Teil brr Bevölkeruitg begrüfete von ben Häusern, den Straßeri uno namentlich von den Hoden de< Bähnhoss aut- bo» maicftätiid) dahinsahrenbe Lufn'chiff mit stürmischen Hoch und Hurranffeti. ,Z. 1" entfernte ,tch dann in der Richtung auf Karlsruhe.

Karlsruhe Das ReidisluffsdnffA. I" erm.chte um 3.5 Ubr früh unsere Stadt und überflog he in her 3<nt bis 3.15 Ubr Die Bevölkerung begrüßte das Luftschiff mit brausenden Hoch­rufen.

Bitsch Lothringen> Das Luftschiff3 I" Passierte um 5 Uhr früh Bitsch beschrieb einen Bogen über der Festung und sdNug baim die Richtung nach Metz ein.

Metz.Z. I" wurde um 7.25 Uhr früh gesichtet und schwebte um 7.40 Uhr über seiner Landungsstelle auf dem Exer zierplatze Frescaty.

3m Hafen.

So hat das Luftschiff rtnebenmi eine schwere Pr.ch- über alles Erwarten glänzend bestanden. Rach mchrtägigfm Aufenthalte hn Freien, wo es allen Unbilden einer sehr ungünstigen Witte­rung vreisgegeben war, bat es seine in der Lunlmie etiva 300 Km. bctragcabc Fahrt ungerechnet Bie Beniegungen über bei einzlenen Stabten in ausgezeichneter Berfa sinn g zurnckgelegl. Tabri ist zu bebenfeit, daß3. I" nicht nach den n-.uesten Er­fahrungen gebaut ist, so daß von ben eben in Ansbesferung nnb iin Ban begriffenen Krenzern iwd) ganz andere Lei mm gen er­wartet werden dürfen. Aber auch her Besatzung, bie tagelang im Felde gestanden hat und sich aufs beste bewährte, darf nicht vergessen werden.

Falsche Gerüchte.

Heber die neuerdings wieder aiiftaifdi-nbcn Gerüchte von Verstimmungen zwisd;en 3 e D De 11 it und den Besehtsbabem des 3. I" gebt uns nachstehende Mitteilung des Direktors der Luft fdjiftbaugrieilidxtil 3cDDdin, Cols m ann , zu:

Daß dir Militärlnftidiifser bei Biberach unsere Hilse ab lehnten, erregt die öffentliche Meinung Wieder vermutet man Differenzen zwischen dem Grasen ;> c v p e 11 n unb den uns so .svmpathisdten Herren, die draußen im Regen stehen uub her Abfahrt harren unb die Hilfe ablehnen, weil sie keiner bebürien

Rebeii beit He|d,n jeder Soge sieht her Glaube oer Volker von ie die finstern (Gestalten des Bösen, die Lichlersd>etnung des Sonnengottes bekämpft imh besiegt das Ewigdunkle. ist an der Seit, hier der Mythenbildung entgegenzutreteu. dem Rational- Helden unserer Dige, unserem verehrten Grafen, hem regelt, sd'affenden, bolle firh die kalte leuirloiaufl des Kriegöministeiiums entgegen, einer Mii'henbtlhimg, wie ne wenigstens in der Vban tafie des Volkes und in der Presse in Wort unb Bild besteht

Wenn es auch McinimgSversdriedenheiten negrbm bar, bie auf biescrn Gebiete nid>t zu vermeiden imh. wenn ich auch selbst Burd) meine Auslassungen in brr Lcsienlltchkeit initwtrkte, daß in '.teuerer Seit Gegensätze mit dem Lujlschiffbmi .sevvelin in tech Nischen Fragen bekannt wtirden, so sie, e ;d» bad' gerne fest, daß das Unternehmen des Grafen dem Kriegsminlster um vieles zu danken hat. Oft, fast stets, wenn die Rede auf dieses Berh ilttnS kommt, betont Graf Zeppelin, daß er dem Eingreifen t><. Herrn von Einem allein danke, seine fdnvcrflc Jcit überwunden zu haben Ich habe sdwn tnehrjod» betont, daß wir die Forderungen nach dem nws wir znr 2 id-\ lw;t unserer Fahrz wendig erachten, stets wiederholen werben, iviebcrhukm müssen, daß wir ober dennoch volles BerftändniS hoben für dos Ab - warten des .Kriegsministeriums gegenüber o in gewaitiaen An drang dec neuen Aufgaben auf beut Gebiete der Luftschiffahrt, ivcld-c in neuester Zeit zur Lösung drängen.

Weyanlage bei Felöbereinigungen.

3» dem Artikel in Ar. 118 in dem au dem Aelbberriiügunv?- verfahren insbesondere an hem neuen Segnest in her Gemarkung Torf Gill Kritik grübt wirb, wirb uns folgendes grfd)rirbrn: Man sollte, bevor man mit solchen Anschulhigungen an bte Oejient- lichkeit tritt, prüfen, welche i^eiichtspuiikte bei nun Entwurie eines neuen Degiletzes berücksichtigt werden müsse». Ls muß zugegeben rorrbcii, daß in einem flcmcn Teile her Dors-Giller Gemarkung zwei Ofemnnnrocgc bei art laufen, daß für hie in der Mitte, nbo am ungünstigsten gelegenen Besitzer, ein Umweg von co 100 Meter, oder in 3cit ausgedrückt, von rund 1 Minute entsteht, aber es wurde dadurch erreicht, daß in dem ganzen Teile, nur c i n uenes Grundstück in Form einer Dreispitze gebildet wurde, ivährrnd durch eine Weganlage, die den Heinen Umweg vermieden hätte, eme ganze Reihe für die Beioirtsduiftting direkt ungünstiger Grundstück-- unbehntgt hätten entstehen müssen. Es muß hier federn denkenden Landwirt überlaffen werden ,u beurteilen, weither ükachteil her größte ist und ob es zweckmäßig geivefen wäre, den Einwurf des Wegnetzes dein Artilfchreiö-c ,u üdcrlai'en Zugleich ist aber aiidi darauf hin-uwetfen, daß dos Wegnetz zwar non dem Sachgeometer entworfen wirb, daß es ober, ehe c-S durch Pertreter Großb. Ministeriums geprüft wird, in mehreren Sitzungen her Pellzugskoinmisflot: in her außer dem Frldbereinianngekommissar imb der Großb .Kulturiuspiktion tüchtige und eriabrrne Landwirte ihre Stimme Haben, auf das gründlichste burdiberaten wirb. 6» erfolgt hierauf eine Prüfung im Felde durch Großb Ministerium unter Zuziehung brr zu staubigen Krcisbebörbe nnd bec Gemeinde- rats bei her Wunsche und Bedenken vorgebracht werben können unb hierauf wirb bas Degnetz 14 Tage lang zur Einucht emcS irhrti Beteiligten offen gelegt. Anschließend an die Lsienlegung findet ein Reklamottonsternuii stakt, in dem Besckuverden gegen bte neue Weganlage von icbem Interessenten vorgebracht werden können und daun erst, wenn alle riitgclaufcnen Beschwerden erledigt find, wirb der Plan vorn Großh. Ministerium genehmigt. Es durfte ouS vorstehenden Zeilen brrvorgehen, daß e- mindestens mrverstänblich ist, daß ein Beteiligter, nachdem ihm doch ge­nügend Gelegenheit geboten war, seine rrrmeintlidxn $'rbefrenin- gen in Vorschlag zu bringen, in einer Gemeinde, in der bekannter- mosten bte Feldbereimgung zur größten Zufriedenheit feilt aller Beleiligten hurchqe'ührt würbe, (U noch versucht, durch derart her Oesientlichkeit übergebene Artikel das Verfahren und die ans- iührcnbcii Beamten zu diskreditieren.

CoMtwirtfcbaft.

Belchaffnug von Zuchtniaterial auf dem Als­felder 3 ti di i vir binar ft unb aut dem Simmental. Ter Laiidimrtichaftsfoniiner-dlnsschnß für Cbcihthcn bietet den Züch­tern Gelegenheit zum Bezüge guten JncfttmatcnalS. Ter am 14. Juli von ihm veroiiHoltcte Zuchrvietmiorft tvird mit 103 Stm- mcmalex Bullen »mb 4 » Jt.ihcn unb llatt timen, 70 .fieoeuböclen und Bockläniuiern. 110 Ziegen und Ziegeiiläminem, 20 Ebeffchtocin- ehern und ebensoviel Sauen und Saujerkeln beschickt. Tie Aus-