Xuftig die -um TwAten fid)inqie Wäsch»: int z3*nbc flaltretr, »rar irre diese Zeit nur noch mittels an*« Nacken- zu erreichen, llre 10 Uhr abends war der ?yabrbamir der ÄTOfberfct Gerate iiberf(utrt uno an den lehren £»freiten ftanb das Nasser bereit- lihcz beide Bürgersteig-, dabei ftieg die Saitenntnge noch ju* sehende Von der Lahn bi3 -u den Hohen der Hardt bildere do' Vytlb einen förmlichen Tee, ans dem nur die neue- ÄTvfborKi Q,txnv knapp hervvrsah. Xie Bassermassen waren teilweise m die Garten und Ho frei len jenseits der Latznbrücke rengdmingat <hn alter Mann sagte, wenn bo4 Wasser so weiter wachse wie sei: h Uhr, sei ein Eindringen in die Krilre und Hünfer unvernv idlick. <£r fügte hinzu, txiH wir einen solchen Was »erstand »eit zehn b\j 'jtnanjig fahren nicht gehabt haben, denn daS ganze Neustädter 7rdb stehe unter Wasser Auch die Wie''eck leiste gestern abend c!nen bedenklichen Wassersband Tellw>-"'c lind die Irrten, die an der Stadt an dem sonst so kleinen .tüfidxn liegen, überschwemmt, oatn au& dem Klübchen ift ein förmliche Strom geworden, des'en Äassremengen wegen di-) hohen Standes der Labn nicht abflieyn Tannen. Tic Eisbahn und die Wiesen hinter ihr gleichen einem nwben See Hoffentlich versaust sich da» Wasser so schnell, wie i-5 gekmrmen ift und der Schaden ift nicht so groß, wie man bc- lürchteb IW alte Zölle hatte gestern abend die Stadt dafür Vorsorge getroffen, wenn wirklich eine Wassernot für die Bewohner be4 unteren Teils der Häuser rechts m der 5h$foorfcr Straße über Nacht emttrtai würde, diesen Beistand geleistet werben konnte Man hat einen Lerbradungsstcg gebaut und Nacken bereit liegen
LuS Marburg wird gemeldet: Die in der oberh. und Hinterländer Bergen und TSäldern lagernden gewaltigen Schneemassen haben sich begünstigt durch das cingetrelene Regemoetter über Nacht in Wasser verwandelt. Die vielen kleinen Backe und Flüßchen, die sich aus den Seitentälern in die Lahn und Cfrm «gießen, lind zu Strömen gervvrden und die Folge tii, daß das ganze Labn- 2al einem großen See gleicht Das Wasser kam so unverhofft schnell, daß in manchen Dörfern, z. B. nt Ker ubach, Warzenback und den Ortschrsten südlich Marburgs, die Landleute mitten nt der Nacht ihr Vieh aus den Stallen retten mußten Die schmutzige trüben Fluten brachten heute eine völlige Holzbrücke, sowie eine Menge 6>rube»- und Bauholz mit Wie aus Fran kenberg gemeldet wird, ist auch die Eder aus ihrem Ufer getreten und lmt bei (Aerbringhausen zwei Sisenbahnviadukte zerstört. Ter 'betrieb der Eisenbahn strecke Marburg—Warburg wird durck Und- feigen aufrecht erhalten. Auch sonst laufen au- der näheren und ferneren Umgebung Hiobsmeloungen über Hochwasserschäden ein. (
Dav rasche Schmelzen der großen Schncemassen, das durch Regenwetter verursacht wurde, hat dav Ohmtal in einen >See verwandelt. Dav Wasser reicht bis an den Fuß bei !dav Tal begrenzenden Hügelketten. Die Brücken vciinögcn die Wassermassen nicht zu fassen, so daß sie überschlagen 91 (le Mühlwasser müssen gestaut werden, weil anders das »Wasser zu stark auf die Mühlräder fällt. Da der Boden noch nicht aufgetaut, dringen aber auch die Gewässer von den Bergen in die tief gelegenen Ställe und Keller ein, Fel!) unb Wiesen erhalten nun die erstliche gründliche Bewässerung und die Maulwurfvplage wird nun beseitigt.
An Lollar staute sich am Mittwoch abend gegen 10 Uhr W EiS vor dem Steg über die Lunida ne dar Schulsttatzc derart, ton das mittlere F-est» samt den cijcrneu Trägern gegen »all Uhr zusammenstürhtr. Ferner haben die EiSmasscn eineir hölzernen V’i#btcd)er vor bei Brücke, bet Straße Lollar—Gießen zur Hälfte abgebrochen. Letzteres wurde durck die Rrguliernng ber Lumda -»crursacht, durck die die früheren Wasserstauungen beseitigt smd Aetzt fließt da- Wasser rasch ab, Ivie weiur es einem W» hr hinunter fällt. Die Lumda steigt tmmrr noch langsam.
Bei Heuchelheim ist der Bieberback in einer Weise au seinen Ufern getreten, wir lange nickt. Die breite Dorfstraß? zwischen stütthanS und Brücke ist überflutet und dadurch für die angrenzenden Bewohner jeglickc Verbindung unmöglich gemacht Biel sack» drang daS Wasser in tue augrenendrn, Keller und utan war hoher sgenottgt, brr Bvrräte dann in Sicherheit zu bringen.
iXrt Lahn tat zwisäien Gießen, Klein-Linden, Heuck.'lheün diS Atzback nick Asetzlar bildet einen einzigen Se c. Bei Klein Linden, Dutenhofen unb Dorlar steht das Wasser bis <m den
ihamm bei Streck« < V\ cß n
Wctzler — Köln stehl zwischen Herborn und Dillenburg im Wasser, ebenso di« L.uidstraßc Dillenburg—Herborn Wetzlar. Win Station Niederscheld stehl der Bahnsteig im Wasser, niemand tarn dort ein- und au-Zsteiqcn. Eine dortige fcibxvt steht ftili. da die Arbeiter nicht burdtf Wasser borttnn gelungen tonnten. Die Ächntalbahn steht ebenfalls zum Teil unter Wasser.
SMlrrenb gestern vwrgen noch die Verbindung zwischen Dutenhofen unb Atzbach mögt ick nxxr unb Arbeiter und Schüler nuc genwbitt, die hiesige Bahnstation Knutzen toimten, gleicht nm Nacknnttag das weite SBiciental bis hinüber nach Kinzenback einem See. Au» letzterem ragt die Lahnbrücke wie eine kleine Insel bcrtx’r, denn auch daS Ackerfeld zwischen Brücke unb Iagd^ iktzlößchen ist twllstöridlg überflutet.
Seit gestern früh '^,8 Uhr ist au» der Lahn b<i Lim bürg ebenfalls Eusaang. Mit rapider Schnelligkeit trat Hochwasser rin, wie cS feit 1881 nidxt erlebt wurde Von du nahe ge- legenen Sleingutfabrik Staffel kommt die Nachricht, daß bie Elz, <ut l^denfluß her Lahn, da» gaiue Fabnkgelündc nebst Umgebung unter Wasser gesetzt faxt. Drei Meran finb ertrunken.
Hoäivasser non den Berghanqen M Desterwaldev über ■ flutet weite Straßensttecken und unterbrach die Verbindungen. Tie o-ruermebr idumt bie Hanser Der Cmfer Bergbahn- betrieb würbe eingestellt, ES ist die stärkste Flut, feit Men^ fchrngebcnfni.
Die nrscke Sckmeschmelze hat die Bache des Vogelsbergs innerhalb weniger Stunden ut reißende Flüsse tnrnxnibdi, die halb die Täler unter Wasser setzten, so hm bi.* Wicsemäler Seen bilden. Die» ist gant besonders der Fall bei Stockheim Glaubach, bei Ilbenstadt, Gtoß-Karben. Torte inxil bi» Vilbel. Wetter, Hvrloss, Nidda unb Nidder führen immer neue Wasser - massen herbei. Sten der Bahn aut erblickt man überall große \seen
Bei Nidda ,st seit gestern fukb Hochwasser Die9hbba ist allentdalben aus den Ufern getreten. Von Nidda aufwärts ist alles em See An der St.idt selbst sind tieferliegenden Slrasien udcrschwenniit und bie Bewohner müssen aus Bohlen Sterbin- dungen o ufrecht erhalten. ?!aiiche Leute mußten bie Ställe räumen und da» V,eh dnbcnAhtd unter bringen.
Infolge des ein getretenen TauwetterS ist bie Ufa zwischen Friedberg unb Bad-Nauheim aus ihren Ufern getreten. Sämtliche Wiesen sind überschwemmt. Der sog. „Wit'enweg" ist nicht passierbar
Der Wassustand de» Mains nächst ebenfalls beständig DeSiileiihrn nub Kinzig und N,ddi stark mt Ansckwcllen Vlurh roix ben N^den st ässen bc» Cbemmin» wirb infolge rapider Schnee» idnnchc «in schnelle') Wachsen des Bafserstandes gemeldet
Am Gcrspicnztat Hai bie üdergetretrne liktiprenj bie Reiiüx uw-Reichelsdcimer Chknbemi zwecken Brensbach unb N- dertoinsback überflutet. Tas Wasser ffett .. Mn . über b .i Schienen. Ter Betrieb Imu euiaen Ut werden urinfeii Tie Larn fttuhc pci Wersau ist cbeniaU» ubcrfluteL
Seit Mitniwit, morgen hernd;: im ^:r. ;t L ml ingtafe furcktb<ne.' Hockn-a'ser Oanx;e Örtschaftr u nd bdllig voat Vei-
feSr abge^chnitten Tie Heuwtkraft de- Sibert richtet »ich den ganzen Tag über gegen btfl Stadt Erkwck, btt durch bie bixfjgcbenben Trluicn der Mümling in zwei Teile getrennt war. Sterlustr an Menschenleben färb nicht zu beklagen, doch finb viele justiere zugrunde g-tsingcTL Die Fenerwebr hält btt Nacht über an den do- drohten Stellen Sacke. Das clektniche Lickt funktioniert ms.'.gr des HochwassuS Nickt, hxu bir Ängst unb den Sckrrckrn in der Stabt vermehrt.
Der Bahnhof Steinau bei Scklüäitern ist durch die über» getretene Kinzig vom Verkehr abgeschnitten.
Am Diemeltal herrscht starkes Hochwasser. An Trendelburg ist der Bahnhof abgeschnitten, die Dostver- bindungen sind unterbrochen. Dragon« au- Hofye^' rmrr lelften HUfe. Bei Hofgeismar sind zu beiden Seiten des Bahndammes die Niederungen weithin überschwemmt: bu Bahnhofstraße steht 20 Zentimeter unter Wasser.
Tic Strecke '2angrrberufen—Nordhausen ist bei Heringen gesperrt. Tie Schnellzüge balle—Kassel worden über Erfurt, die Züge Lasscl—Halle über Gotha—Erfurt geleitet Die Verra und die Fulda führen her Weser gewaltige EiSmassen zu. Die Flüsse steigen ungemein schnell.
Die Strecke Göttingen —Eichenberg ist wegen Ueb«- djtoamraing feil gestern früh unfahrbar. Der Durchgangsverkehr wird ab Göttingen und Gicfjetberg üb« Münden—Dransfeld geleitet.
Äu? bei Umgebung von Holzminden werden grvßeVer- kth rS stör u n g en gemeldet' unter anderem ist die Eifenbahnbrücke, die zwischen Ottbergen und Erdenwerden über d,e Nütbe führt, eingestürzt In du Nähe von Godelheim ist ein Eisenbahndamm unterspült worden.
Bei Hennef schwemmte die Sieg 600 Schafe fort, von denen nur 80 gerettet werden konnten.
Tic an der Wupper gelegenen größeren Werke banmtn die Elektrizitätswerke, mußten autzer Betrieb gesetzt werden.
Tas Städtchen Burg an der Wupper steht unta Wasser.
Tic Grenzstadt Eupen ist in groß« 'Soffernot Die Cb«- stadt ist von bet Unieri'tabt vollständig abgeschnitten.
An Eisenach sind die Straßen zum großen Teil überflutet, und das Woss« steht fußhoch in den Häusun.
Im sogenannten Bareiiloch in Untersachsenberg im Dogtlanbe drückten die Wasser,nassen die Hlnterwand eines Hauses ein, so daß alles zcrsbört unb ein neunjähriges Mädchen getötet, ein 13jährig« Knabe schwer verletzt wurde. *
An Neuberg in Sack'en wurde ein Wohnhaus teillvcif« ortgeschwenimt, Wobei eine 30,ährige Frau verschüttet wurde; ie wurde fpät« mit gebrochenen Beinen aus bat Trümmern hervorgezogen.
Seit gestern roiuet in Wien ein orkanartiger Sturm verbunden mit heftigem Dirgen. Zahlreiche Häuser wurden be- chädigt, viele Personen «litten durch huabfallcnde Ziegel- Leine »Anb Fimsterscheiben Verletzungen. Auch ans anduen Crten Nied«Österreichs wird großer Sturm gemeldet
Tic Ortschaften Mehrn und Brixlegg in Tirol sind überschwemmt. Ein Haus wurde zerstört.
Zn Belgien stehen mehrere, an bet Outb und der D cs der gelegene Lrtsckaften meterhoch unter Wasser. Tie Bewohner muhten stellenweise auf die Dach« flüchten. Bei Ttooz bildet die Besder einen großen See. Bei Ehaudsontainc wurde bie Brücke und ein Teil der Eisenbahnstteckc beschädigt.
In bei Umgegc,w von Vctvicts sind große Ucb«schweni- mungen cingetreteii. T« Bahnvetkehr ist strllewvcise gestört.
d« bciratSwhigen *-nb heiratSlufbaen jungen Mädchen »uge- ntnnmen Bei weitem geringr. hingegen nt die 3abl solch« jung« Männ« Sa* ist nun die traurig- Folge? Wenige von un# imb rauuntcr iebr spät kommen unter b •* Haube, viele aber von uns, sogar mitunter btc alletickönnen. bleiben aur den Bällen 'itzen. Traur-.ge Eesüdlc regen 'ick bt: bet <frmnerung d.eran in unser« Brust. u ' glauben B:f. hocketleucktetc Vater be» Vaterlandes dieselben glanzenden W^ndc. welcke täglich Zeugen idrn WeiSdeit find, schloßen viele tauienb: Seufzer der vernachlässigten Sehnfuckt in nck und ickimm«n o»t von den Per len- kränzen bet buterttrn Tränen Äck, trenn nur biefe Wände reden könnten, bann wären wir tot gen des besten Vet'vreckenS unbeforgt. Noch groß« aber nnrh bas Unglück, seitdem um« io mandzn jungen Herren, sogar unter den befreit Tänzern, bu menfchenieinblicke Mode eingerissen ist. nickt nur auf keinen Bällen zu tanzen, »ondern ickaden'tod in Stieteln ba.ustehen unb unsere ützenbleidcnoen Eckwestmn beobackten und zu guälcn; ach, die schreckliche Urfache manche» Jammet» und mancher Ohnmacht eine» ticfgektäUttcn, unschuldigen Seien»
Line besond«s empörende Sitte b«rid)l aber unter den jungen Männern, in Hinsicht des Heiraten» de» von un» zuerst angeführten Grundes. Fast dte größte Zahl sucht etwas darin, ihre Gattinnen auswärts zu suchen. Beiond«» bat man sich hierin in einiger Zeit nach Gießen gewendet: und die Gu'ß« Mädchen rotrfheb io schön und io licbensUTÜrdig! Tie Beickrideubeit v«bi«et. zwischen denselben und uns übet diesen Punkt eine Parallele zu ziehen. Nur en paiiant. und um un» bann txxh ment» zu vergeben, wollen wir hin nur anführen, daß mehrere Reifcbeschrci- bunten al- eine Merkwürdigkeit der großen Anzahl schön« Mädchen zu Darmstadt Erwähnung tun.
In den oben angeführten, für un- fo nachteiligen und traurigen Tatiacken nun ist Gießen wirklich ganz beispiellos vor Tarmftabt begünfhgt. Tort herrscht Lust und Freude in den Hallen TnpsichorcnS Tic Söhne der Musen und deS Mars bieten alle Krästc auf unb wetteifern in rittnlichen OXihmtcrieen, den Ruhm und den Glanz bet Tarnen zu verherrlichen, unb bas Bn- gnügen in ihre Nahe zu zaubern Tort blüht enn^e Iugeud: denn das Madck^n von 15 Jahren darf dort schon an einen Frei«, wenigstens dock an einen Liebhaber denken. Wir, so oft von den süßesten Empfindungen geleitet, kennen die Liebe mit noch aus den Romanen unb müssen un» mit ben Idealen bcanügcK, Wa» un» rin glücklichsten Falle bcscheert ist, ba- sind 30-, 40-, auck sogar ÖOiäbnge ernsthafte und gleickgiltige Frei«, unb wir müssen dabei mit gepreßtem Herzen zuschcn, iric sich die toefeer .'Nädchen an dem Besitz uns«« Ideale «freuen unb in der Wirklichkeit die Süßigkeiten des Ledens genießen, welche bei uns nur die vorherrschenden Momente unserer Ideale sind, wie sia im Ueberiluß von Tänzern fo virie bafeiben abrotifen müssen, die uns so willtommcn wären! Gräßlich und schauderhaft wat cS und, zu vernehmen, wie im vergangenen Jahre die preußischen Offiziere von Wetzlar, dic in der ichönsten 'Ibitcht zu tanzen, nach Gießen getommen waten, beinahe feine Tänz«innen bekommen Iwbvn! C, wieviel hätten wir darum gegeben, sie bei uns zu sehen!! *
Diöchten daher diese traurigen, aber doch fo wahrhatten Schilderungen unser« betrübten Situatwn dic i'emüt« einer hoch- zupcichrendcil Stöndeverfammtung zur Ersüllung imf«« nach- itchenhen, flehentlichsten Bitte bewegen:
„dock recht bald die Universität Gießen von dort wea und hicrlrcr nach Tarmstadt, in unsere beseligende Nähe transsericren zu lassen."
Einer hockwürdigen, boebadrtbaten Ständevcrfammluug füt diejenigen, welche bet Eile wegen nicht unterschreiben tonnten, pro curatorio nomine.
Tarmstadt, den 15. Februar 1821.
(Folgen 72 Unterschriften.)
Letzte Nachrichten.
Ter hiesige Lahnpcgcl erreichte heute mittag einen Stand von 5 Metern, das ist der höchste Stand, der feit 30 Jahren zu verzeichnen war TcuiuilS betrug der bis jetzt oerzeichncte überhaupt höchste Wasserstand 5,20 Met«. Tie Lage jenjetts der Lahn ist bedrohlich, da das Wasser immer noch ilcigt
Tie Salzböden brücke bei Oden Hausen a. d. Lahn ist infolge des Hachwaffer» cinacstürzl. TaS Passieren bet Straße zwischen Oden Hausen unb Salzbbden ist eingekeilt.
Die Hanauer Kle in bahn bat den Betrieb cuiftcllm müssen. In Hanau stieg bet Main von gestern abend. 0 Uhr bis bcnle morgen 8 llhr von 1,99 auf 4,15 Meter.
Bei Nürnberg ist die Pegnitz im raschen Steigen begriffen. Heute nacht von l Uhr bis 5 Uhr stieg ihr Waiser von 2,70 aus 4 Meter. Die Stadt ist teilweise überschwemmt. Ter schone Brunnen ist uberHulrt unb in manchen Straßen steht bo-3 Wasser jo hoch, daß btc GaSlaierncn in ihm verschwunden iintk Tie Verbindung zwischen den beiden Pegnitzufern ist unterbrochen.
Ter Neckar steigt ebenfalls fortgesetzt Bei Mannheim stieg das Wasser über Nacht von 2,06 bis 4,84 Meter, bc» Heitbronn von 0,72 auf 2,52 Met«.
Auch Köln mdbet rasches Steigen des rNhein».
(RcricbtsjaaL
RB. Tarmftabt, 4. Februar. Ter MuLketi« Philivp Schniidt aus Hahn voni Jnu-Regt. 116 hatte fich vor feinem Tienflcintrilt un September v. I. in einer hiesigen Wirtfchast in bet Ockfengafsc als ÄUHlet ptobuzicrt unb erhielt ^bafür Freibier. Weil aber auch andere davon tranken, gab es Streit und der Athlet würbe schließlich hinausbriordcrt. Nun geriet er aber in fo große Erregung, daß er eine Scheibe im Werte von 200 Tlf. em- schlug und einem Schuhmann mit einem steifen Filzhut ins Gesicht fchliig. TaS Kriegsgericht verurteilte Echmidi Heine wegen Widerstand unb Sachbeschädigung, unter Zubilligung mildernder Umstände zu 50 Ml. Geldstrafe.
W. Leipzig, 4. Febr. Ta» Reichsgericht verwarf die Revision dc-r Korb- und Schirmmachers Friedrich Ebender, der voni Schwurgericht Hanau am 27. November 1608 wegen MoideS zum Tobe verurteilt morden ist.
Kiel. b. Februai. Tee große Prozeß wegen der Unter- schleife bei oer Kieler Werft irurbe gestern zu Ende geführt. Tas Urteil lautet gegen ben Magazin-Direktor KankowSki wegen An- nähme von BcüechnngSgeldern unb AmtS-Unterfchlagung auf 3 Ialrre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Außerdem wurde auf Einz»ehnng bet empfangenen BesicckungSgeldcr erkannt. Der Lahn- ichrcibec PeterS wurde wegen nicht gewerbsmäßig« Hehlerei. Bei- bi'.k zur Aiut'-uiiterlchlagung unb einfacher Unterschlagung zu 1 Jahr 8 Monaten Ge'änginS, der Burcaugehüfe Rraufc wegen fortgesetzten Diebstahls zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurden freigeiprochen. Ein« ist ins Ausland geflüchtet.
Darmstadt und Siehen im Wettbewerb um die Universität.
Ein Aktenstück auS dem Jahre 1821
Am 15. Februar 1821 hatten 72 Darmstädter Tarnen folgende Eingabe an den Hessischen Landtag gerichtet:
Hocklvürdige, bockachtbare Stänbcnm'traunlung!
Soweit eS bereits allgemein bekannt ist, so ist et auch zu unfern Lhrcu gekommen, baß vsic bie Hohe Stänbevericmmlung, brr malen fick mit der Frage bdchaitnjtn, ob c* nicht rötlich unb vortrilhait ieö, btc Ohrüer UniPCTiiiiU nach Tarmstadt zu verlegen ? Mchr«e unb sehr bedeutende iyriinde sind bneitd für die Ausführung dieses Proickte» angejührt word<n, und in dem Gange der Untersuctningen loerbai fub noch manche Tatumüände barlcgcn, welche eben'alls sehr brtngcnb für die Genehmigung dieses '.IntrogS sprechen Auch wir baden um» urunitanben, in Betreis iieic» Punkte» ber Hohen StanixDcriammluiig iiUttnb, tc?;' ' vertrauensvoll. eine bacheibtnc nnttttänige Bitte und hierin noch einiges vonuna ich. ivas gewiß diese unkre demütige Bitte rechtiertn n wird. 2cu mehreren Jahren ist die Beoölkrrung Tarmstadt» gestiegen und unv«bältnisniäßig stark hat die Zahl
verinischtes.
* Tie Dicken unb die Tünnen. Doktor 2unwnb6, b« ärztliche Berater und Direktor einer der größten LedenS- versicherungSgefcllsckzasten in Newyork, bat rinr mit ftatijhfdxHl Belegen versehene, bemerken-iv«te Untersuchung v«öjsentlicht, du! fid) mit der SterblickkeitSzisicr im Berf)ältniS jum Zdörp«gewickt> des Menschen besaßt. Er ist au dem Ergebnis gekommen, daß, das Gewicht als bedeutsamer Faktor bei der LebenSv«sick«uug an- zuschen ist. Dic von Wuct» kleinen Leute «reicken da» erford«- ticke Normolgcwicht leichter und eher als hir großen. In der^ ssslben angenehmen Lage finb die Frauen im Vergleich zu twrt ytännern. Eine Schwere, dic das nack dem V'ilHltUiS onrr4 ;lörpngroße und Lebensalter berechnete Normnlgewickt nm mehr als 20 Prozent übersteigt, bezeichnet Svmoiids als Uebcrgewrckt. Wenn cs nach bem 28. X.'ilh-n*?]Ql>rc eintritt, gilt es ihm als bc-, benkliche» Zeichen. Da» Uebcrgewicht, so kann man ganz allgemein behaupten, trägt zur Verkürzung des Lebens bei, svwvhL bet Mälurern wie bei Frauen Bei den letztern allerdings, fo bemerkt er fein, tritt dieses Uebergewickt seltener «ras. denn Rrauar lassen r i selten so weit tomiucn, daß fic nberslüssiges Fett ankctzen. Obwohl Svinond» seine statistisclxn 'belege nur out b« Bevölkerung ber Vereinigten ^.taaten und .stanadas gewonnen hat und ausdrücklich bemerkt, sie paßten auf Deutsche nutzt, ba biäe gewöhnlich stärk« und jckwcicr gebaut seien, so ist er doch zu der Erkenntnis gekonimen, daß bav Uebergewickt imni« ein böses. Zeichen ist. TaS Fett des Menschen, sagt er mit einem Anslugz von Humor, scheint überall dasselbe zu iein, wo man es auch sinder, unb hat dieselbe Wirkung aur die voraussichtliche Lebensdauer sowohl in England, Tcutickland. Holland, Belgien. Frankreich, Italien, Mepiko tote den Bereinigten Staaten. Tas, wasl Symonds Untergennckt nennt, ein Körpergewicht, das nicht untre 80 Prozent oeS NornialgewichtS h^obgeht, erscheint ihm als viel, weniger gefährlich, doch ist ein Körpregcwichl, da» unta btfi angegebene MindestqrenAc derabgeht, namentlich für die lüngant Lebensalter von vahf ugnisvoll« Bedcittunq Altz eine sehr häuug» ui Verbindung mit solchem Mindergewicln vorftmnnenb< Krank- beit nennt er bie Tuberkulose. Tägigen hebt er als befotüxr* bezeichnenb hervor, daß von den „U eher gewichtigen" nach feinte Berechnung fein«, weder Mann noch Frau, an Altersschwäche gestorben sei obre das acklzigste Lebenstabr erreicht habe.^ Dow den „Untergewichtigen" aber jcien 22 Mann« unb fünf Fraucir an Altersschioächc gestorben: auch hätten 14 von ihnen das ochrziqste LebenStahr unb zwei sogar das neunzigste Lebenswahr «reicht. Tr Svmonds »aßt baba bas Ergebnis fein« Untresnckung kurzi bahin zusannnen: Ueber.rewickt ist eine Last, unb fem Ersatzvorrat, von bem man in Zeiten brr Not unb Krankheit zehren könnte.
* Ein moderner Mojes. Im Land her unbegrenzten Möglichkeiten macken alle sozialen Einricknungen eine ständige Urnivandlimg durch. Sie werden immer wieder modernisiert nntv unserer brütigen 3cu anaepaßt B'SH« erstreckte sich diese M<>- dernü'ierung stets nur aui .Handel, Industrie. Erziehung und bie Liebe. Jüngst nun laudtfe ein neu« Prophet auf, ber eS notwendig befand, auch die Zehn Gebote zu verändern, sie unser« modernen VrehäUnii'en anzupassen. Reverend Solare au# Hebe» land bot eine Gemciiide von rangen Männern und Mädchen, Methodisten, rkongregatwnisttn. Baptisten obre Presbyterianer, un ganzen mehr als 20 000 Menschen, tu ein« großen ReligwnF- qemein'chaft um sich geickarl, denen er eint neue, moderne Ätlifliott predigt. Ta in diesem neuen Rahmen Ne biblischen Zehn Gebote keineswegs hineingepaßt hätten, hat der Reformator es fich angelegen fein lassen, neue Gebote, bie unseren Verhältnissen Rechnung tragen, ra verkünden Es sind dies wlgrnde: 1. Stets möge Lein G.-'ilfN lächeln, damit bn anck beinc Mitmenschen d«idurcks reireuft 2. Tcui Händedruck sei stct» kräftig, denn du bist rut Mann und keine Giraffe. 3 Komme nie zehn Minuten zu spät und mit brummig« Miene in dein Bureau I Deende deine Arbeiten im Bureau nie zcdn Minuten zu früh und zeige nie, daß tu dickhaiü, sie beendet zu haben. 5. Wenn cui zwei Dollar besitzit, enh dir nie ben Anschein, zehn im Vermögen zu haben. 6. Bleibe n. d inen Talen und auch tn beincn Vergnügungen. 7. Ergib dick nicht dem Flirt unb ber Zerstreuung, d Wenn du in ein. n Cmmbu» steigst, benütze st-IS nur einen lege deine Beine auch nickt aui die Polster danke, denn bu mußt Ruck'icht nehmen au’ berat Mitmenschen, damit sie Rücksicht negmzÄ


