Ausgabe 
1.12.1909 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Die

auf.

Heinrich Neuling

6528

09162)

tote uns c- end auf ein:: I von Piech! f.rog hat bij n die evanA

mbet 1909.

6tai-l Huer SBiitltd nder-Aii. iMß seht p (los mit (jil s Bespreche veisel rodel daß M -mäßigen bl er Regel ts steilen ein;] a'ib:yen, \A entiL.;tcn d )ie Menan>l n enispriiP m als dein u, daß joint)] unptuiei:te [en übereilt:! jeren ßma

Meiner werten Kundfckaft teile ick> eraebemt mit, dan die bisher von mir belriebene-Minercilmasseriabrik am'Derrn 8udwig Werncr übergegannen ist. Indem ich für das mir m leicpeni atze be­wiesene Vertrauen danke, bitte ich um gütige UnterituVung meines GeichäslSnachsolgers.

Gießen, den 24. November 1909.

I. Leichtweis, Bürslemchtr

Sonueustraßc 18.

xc. Limburg, 29. Nov Tie 2-'jährigeArbeiterin Magdalene A i m j a^ aus Altenberg, Rretd Wetzlar, war beschuldigt, ihr in der Nacht zum 17. August' ds. Js. außerehelich, im Freien geborenes Rtub getötet zu haben. Der Sachverständige devonierte, daß daS Kind gelebt, infolge Würgens am Halse und infame einer Ver­letzung der Schädeldecke gestorben sei. Tie Angeklagte gab auch zu, das Kind gewürgt und in eine Hecke qeroopen zu haben Trotzdem verneinten die Geschworenen die Schuldiragen, woran' das Gericht auf Freisprechung erkannte. _______

Plastische Kunstfiguren

- auf Paneelbretter etc. 6499

gerahmte und ungerahmte Biker und Rähmchen "Ut geeignet für Preise zu Weihnachtsverlosungen.

Kulante, prompte und fachgemässe Bedienung.

Fenster u. Fensterscheiben werde.) billigst repariert.

THEO SCHAEFER, Glasermeister, Tiefenweg 19.

Bürstenwareiü

in großerAuswahl, Türvorlagen, Fensterleder, Schwämme, Korbware» etc. empfiehlt:

Ich beziehe mich aus obige Mitteilung und sichere meinen ver ehrten Abnehmern rederzeit aufmerksame Bedienung oU.

Hochachtungsvoll

Ludwig Werner,

. Mineralwasserfabrik. Wicseck, Telephon 716.

Niederlage Alte Post, Gießen.

die ihrem Treiber durchgebrannt war, suchte ihre Zuflucht in der Stadlktrche, indem sie aus den zii den Glocken führenden Turm flieg. Es war keine kleine Arbeit, sie auf dec engen Wendeltreppe rücklings wieder herunter zu befördern.

rv. Offenbach, 1. Dez. Der Inhaber der Schleis­maschinenfabrik Meyer L Schmidt stiftete anläßlich des 25jährigen Geschäftsjubtläums seinem Personal 50 000 Mark als Grundstock für eine PensionSkasse.

-a-, Launsbach, 30. Nov. In dec Nmn'schen Gast­wirtschaft wird unter der Leitung dec Kreislehrerin Fräulein Müller ein 7wöchiger Haushaltungskursus ab­gehalten, an dem auch einige Mädchen aus Wißmar teil- nehmen. Für das Winterhalbjahr sind drei dieser Aus- bildungskucse im Kreise vorgesehen.

[j Marburg, 30. 9Ioü. Am Sonntag abend kam cs im Dorfe Kappel zwischen Studenten und Dorfbewohnern zu einer ganz gehörigen Schlägerei, bei der u. a. auch Wagenrungen und Messer benutzt wurden. Etwa sechs Be­teiligte sind verletzt, davon einer lebensgefähilich. (Nach einem unS heute zugegangenen Telegramm ist der bei der Schlägerei verletzte Schreiner Schwick seinen Verletzungen erlegen. Red.)

kg. Kirchhain, 30. Nov. Ter neue Bauern­bund scheint den Wahlkreis Marburg-Franken berg^Krrct)- hain energisch bearbeiten zu wollen. Der Syndikus des Bauernbundes hat in vielen Orten des Wahlkreises be­reits Versammlungen abgehalten. Atu vergangenen Lvnn- tag fand hier zunächst eine Vertrauensmännerversammlung statt, bei der auch der frühere Abgeordnete des Wahlkreises, ^r B ö ck e l, anwesend war. Nach der Vertrauensmänner- Versammlung fand eine öffentliche Versammlung statt in der die Ziele des neuen Bauernbundes eingehend besprochen und die Gründe klar gelegt wurden, die Dr. Böhme und leine Freunde zum Austritt aus dem Bund der Land­wirte veranlaßt haben. Da nur Mitglieder, Freunde und Conner des Bauernbundes eingeladen waren, sand in der Versammlung, die gut besucht war, keine Diskussion statt.

Sit»

'M ,«t eOcJ lttoete u

mui|t 1 l btn £>.l haben. e>n beut;

und r N bngd tinitfJ «orgt roJJ H berufe

bet in

8ertrettt t,. vertretet V M h

StllA.. tunberg

wurden V tb in btt it bie gch Mng hmj

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen.

Allgemeine Wetterlage heute morgen 8 Uhr. Ter nitemwe, gestern nördlich Schottland lagernde Tiefdruckwirbel zieht langsam ostwärts: er liegt heute vor der norwegischen Küste und ruft fast über ganz Cnrova milde, zum Teil stürmische Südwestwinde her­vor. "Doch sind meist mir ganz geringe Regenfalle m unserem Ge­biete niedergegangen. Die Morgentemperaturen liegen überall bet 5 und 6 Grad Wärme. - Ter Nordwestwirbel wandert in öst­licher Richnmg weiter, so daß seine Westseite uns bald Westwinde und Abkühlung bringt. ,

Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag dem 2. Dezember 1909- Starke bis stürmische nach Nordwest drehende Winde; spater Abkühlung, Regen- und Schueeichauer, besonders im Gebirge.

Bade - Eletitagea in einfachster bis feinster Ausführung empfiehlt Christian Zimmer 6518) Bahnhofstraße 12.

Ich wer am ganzen Leibe mit

Flechten

behaftet, welche mich durch das ewige Jucken Tag u. Nacht nicht in Ruhe ließen. Nach einer Ein­reibung von kaum 14 Tagen mit 3nttcrd Patent - Medizinal- Seife waren meine Flechten voll­ständig verschwunden. ?>hrc Seife ist nicht 1-50 Mk., sondern 100 Mk. wert. Sergeant M. in G." aStL0Pf.il5°/otg)u.lA0M.l35°/oig, stärkste Form,. Dazugehörige Sntfo^h - (s reme 75 Pfg. u- 2 M., ferner Seife stnildi, 50 Ps. u. 1.50 M. ^n der Univcrntäts, Engel- u. Hirsch Apotheke, bei Aug. Noll, C. Seibel und W. KUbingcr. (sls/t

umsonst. . . .

** Karambolage. Gestern abend 61'2 stieß der Wagen Nr. 3 unserer Straßenbahn am Treffpunkt der Schanzen-^ und Bahnhofstraße mit einem Möbelwagen der Firma Karl Stückrath zusammen. Ein Glück war, baß der Wagenführer der Elektrischen langsam fuhr und sofort bremsen und rückwärts fahren konnte. Außer einer unbedeutenden Beschädigung des Straßenbahnwagens wurde eine der vorderen Blendlaternen völlig zusammengedrückt, die andere nur wenig in Mitleidenschaft gezogen. Nach Aussage der Zeugen, die bei dem Zusammenstoß neben dem Wagenführer standen, hat dieser keine Schuld. Ter Lenker deö Möbelfubrwertes wollte in starkem Trabe aus der Schanzenstraße über die Bahnhofstraße hinweg fahren und halte keine brennende Laterne am Fuhrwerk. Die Fuhrwerkslenker müssen sich eben mit dem Vorhandensein der Straßenbahn eiurichten, vorsichtig sein und Augen und Ohren offen halten.

* ließ er den Verkehr in unserer e-lobi gebt die Straßenb a h n setzt schon einen recht interessanten lieber- blick. Während die Wagen, die über den Seltersweg nach der Licherstraße resp. Kaiser-Allee fahren, eine Durch­schnitts-Einnahme von ea. 1050 Mk. erzielen, bringen die Wagen der Linie Bahnhofstraße-Wallror Marvurger- Straße etwa nur die Hälfte der Einnahme der anderen Fahrstrecke. Die Beamten erklären, daß auch der Per- onenwechsel (das Ein- und Aussteigen der Fahrgaste) auf )cr Strecke über den Seltersweg stärker sei, als bei der an- . reren Linie.

s. Lollar, 30. Nov. Am Sonntag erschienen die Vertreter der Regierung und der Gemeinde am Neubau des neuen Schulhauses zur fest ltch en Einweihung. Ein größeres Publikum hatte sich beretts eingefunden, ebenso die Lehrerschaft mit der Schuljugend. Die Feier wurde mit dem GesangGott grüße Dich" von Schulern

sind: Dik-W 1 der Geiiim'M ann eine toll falb. Lehm M ;u Trösel. ßW e zu WaK-I mPeri'MH ;9er in. und ito| en das der Zkli,;B oder geg»,| nt.

j^e W | Hessen häl!11 mber, in- Seslchtig^-1 ftd) uini-'l nsch'A I folgt iSreslroi:; [idjen/^l iann W. .I lSeßl'^I iedizin'1^" I llt2eihe#l

r k-L,

"Si >n, W Fci^^M

dar zwei ersten Klassen unter Leitung des Lehrers Da ab eingeleitet. H-ierauf hielt Pfarrer Eußrnann die allen ui Harzen gehende Weiherede. Ganz besonders betonte er, daß die Eltern die Sckmle unterstützen müssen, indem sie die Kinder zu allem Guten und Edlen anhalten und so den Lehrern ihr schweres Amt erleichtern. Hierauf über­gab Kreisstraßenmeister Senßfelder, der die Bau-Ar­beiten geleitet hat, den Schlüssel an Regierungsbaumeister K n ö l l, der ihn an den Vertreter des Kreisamts und der Kreisschulkommission weiter gab. Rcgierungsrat Welcker dankte zunäckstt für die Einladung und bedauerte, daß Ge- heimerat Dr. Breidert und Sckmlrat Kleinschmitt (letzterer ist wegen Ueberarbeitung beurlaubt^ am Kommen verh.n- dert seien. 'Ferner sprach er seine Freude über die Bereit­willigkeit aus. mit der die Gemeinde den Schulneubau übernahm. Bürgermeister Schmidt sprach in markigen Worten den Behörden und allen, die an dem Bau mitge- wirkt, namens der Gemeinde herzlichen Dank und öffnete das Haus zur Besichtigung. Nun flutete die Menschen­menge in das nach den Entwürfen des Baurats Diehm erbaute Haus. Jedermann war über den im einfachsten Stil gehaltenen und doch s) vornehm wirkenden Bau ent­zückt. Leider war der Schöpfer verhindert, der Feier beU zuwohnen. Nach der Besichtigung versammelten sich alle in dem geräumigen Saal zur Linde. Hier dachte .Haupt­lehrer (Lehrt vor allem des Geheimerats Dr. Breidert und Schulrats Kleinschmitt, die jeberjeit der Schule ein warmes Jnteresie entgegenbrächten. Lehrer Daab dankte der Gemeinde für das schöne neue Heim und sprach die Hoff­nung aus, daß die Gemeindevertretung auch in Zukunft gegen Schule und Lehrer mit Wohlwollen erfüllt sein werde. Regicrungsrat Welcker dankte namens der Kreisschul- tommission und des Kreisamts für die Einladung und die Worte deö Hauptlehrers Sehrt, sprach seine Freude aus über die tüchtigen Lehrer Lollars und richtete an die jüngeren Lehrer die Mahnung, ich den älteren Kollegen anzuvertrauen. Beigeordneter Schwalm gedachte eben­falls namens der Gemeinde der Lehrer Lollars und sagte der Bauleitung, den Handwerkern und allen denen, die an dem schönen Bau mitgearbeitet, Tank. Ferner dankte er den Buderus scheu Ci.enwerken, die der Gemeinde bei An­legung der Zentralheizung in beiden Schulhäuscrn den Kessel zum Geschenk gemacht haben. Regierungsbaumcister Knöll und Äceisstraßenmeister Senßfelder toasteten nochmals auf die .Handwerker Lollars, die bei dem Neu­bau ihr bestes Können gezeigt hätten. Die Feier wurde durch herrlich ausgeführte Lieder der Schuljugend sowie der Gesangvereine Liedertafel und Germania verschönt.

o; Friedberg, 30. Nov. Nächsten Freitag hält der linksliberale Verein im Saalbau eine össentliche Versamm­lung ab, in der Landtagsabg. Damm über die Arbeiten des Landtages, Pfarrer Korell überRechts- und Links­liberale im Reiche und in Hessen" spricht.

b. Friedberg, 30. Nov. Unter dem Vorsitz des Pvlizeikommissärs Weiß bildete sich gestern eine Zwangs- tn 11 un g dec Bäcker von Friedberg und Fauerbach. Von 22 Bäckermeistern waren 19 dafür, 3 fehlten. Eine Kuh,

**Dcr Männerturnverein hielt, wie man uns heute 1 schreibt, am Samstag in Steins Saalbau fein Winterfest , ab, das sich eines sehr guten Besuches erfreute. Auch auswärtige befreundete Turnvereine und der Gau Ausschuß hatten Vertreter : in stattlicher Anzahl entsandt. Tie Veranstaltungen selbst, die ' in rascher Anfeinandecsolge daigeboten wurden, waren mit Aus- ! nähme eines Singspiels alle turnerischer Natur und zeigten, bai; der Verein mit seinen Leistungen sich iwch auf^ der Höhe befindet, auf die ihn feine Erfolge in den letzten Zähren ge­stellt haben. Tie F r a u e n a b t e i l u n g zeigte gut eingeübte Stabübungen und einen Girlandenreigen, der solckstu Beifall fand, baß er nach der Pause noch einmal aufgeflihrt werden mußte. Zöglinge führten einen Stabreigen mit Pyramidengruppen UUI. ber auf gute und namentlich gleia>mäßige Schulung schließen ließ. Tie Fechterabteilung zeigte zunächst eine Muster- riegenvorsührung und ein Kontrafechten mit verschiedenen Paaren aus deutschen Säbel, Florett in fester und loser Mensur und italienischem Säbel auf Hieb und Stich. Unter diesen Einzel- partien waren einige sehr gute Stiftungen, die allgemeinen Bei­fall sanden. Was nun die aktiven Turner anlangt so zeigten ihre Leistungen am Barren und Reck, daß sie mit ihrer aegenwärligen Schule auf dem richtigen Wege sind. Sie zeigten nt schöner gleichmäßiger Durchbildung Gipselübungen in eurer Form, die für die nächste Zeit zu den besten Hoffnungen be­rechtigt Den Gipfelpunkt der Darbietungen der ersten Riege bildeten aber zweifellos die z. T. sehr schwierigen S tu tz- hantelübungep, die zeigten, in wie mannigfacher Art dieses neue Gerät zur Ausbildung des gesamten Körpers benutzt werden kann Auch von fachmännischer Seite wurde diese Vorführung rühmend anerkannt. Das von einer Turnschwester und zwei Tur­nern zur Darstellung gebrachte Singspiel, das zwilchen den turnerischen Darbietungen eine angenehme Abwechselung brachte, sand solchen Beifall, daß die Mitspielenden sich wiederholt aus der Bühne zeigen mußten. Bevor man zu dem von der Jugend mit Sehnsucht erwarteten Balle überging, begrüßte der erste Sprecher die erschienenen Gäste, wies aus die Bedeutung des Winterfestes Hin, auf dem von allen iurnerischen Kräften den Mitgliedern des Vereins Rechenschaft über den Stand des Turnbetriebes abgelegt zu werden pflege und schloß mit einem begeiitert aufgenommenen Gut Heil" auf die deutsche Turnerschaft. Ten Dank der Gaste brachte in beredten Worten Herr W. Metzler, der erste Sprecher des T -V Marburg, der auf die seit Gründung des M. T. V. Gießen bestehenden engen freundschaftlichen Beziehungen der beiden Vereine hinwies. SeinGut Heil" galt dem Wachsen, Blühen und Gedeihen des M. T. V. Am Sonntag fand eine 4cachscier im Philosophenwald statt, die sich eines mindestens gleich guten Besuches erfreute. Hier sprach der zweite Sprecher allen Mit- wirkcnden des Winterfestes den Dank des Vorstandes und Turn- rate5 für ihre treue Mitarbeit aus und insbesondere hob er anerkennend die Tätigkeit der beiden Turnwarte hervor. Diesen galt auch seinGut Hell". Der erste Turnwart gab bicien Tank an seine Turner weiter und forderte alle Mitglieder aus, tätig ein jeder an seinem Teil mitzuwirken, daß die für 1910 geplante Feier des 25 jährigen Bestellens des Vereins eine der

! Veranlassung würdige Veranstaltung gebe. _

** Der Verein Kanaria für Gießen und Umgegend (gegr. 1899) eröffnet am Samstag, 4. De­zember, aus Anlaß seines 10 jährigen S'.iftungsfestes, seine 4. Lokal und Verkaufs-Ausstellung edler Kanarien Vögel sowie Käfigen und Zuchtutensilien, verbunden mit Prämiierung. Die Ausstellung findet vom 46. De­zember imPosttellcr" statt und mit ihr ist eine Ver­losung verbunden. Anr Samstag, 4. Dezember, erfolgt die Prämiierung der e.isgestellten Vögel, der sich abends aus Anlaß des 10 jährigen Stiftungsfestes ein Kommers anschließen wird, zu dem die Ehren-Mitglieder sowie Gründer deS Vereins eingeladen sind. Die Ausstellung selbst ist für Jedermann während der ganzen Dauer gegen ein geringes Eintrittsgeld offen. Der Verein wird den Besuchern durch Ausstellung guter Vögel etwas Gutes zu Gehör bringen und da die bereits früher veranstalteten Ausstellungen des Vereins den Besuchern noch in bejter Erinnerung sein werden, darf wohl auf einen regen Besuch gerechnet werden. Aber auch alle, die sich einen flotten Sänger zulcgen wollen, mögen den Besuch der Ausstellung nicht versäumen, zumal ihnen hier die beste Gelegenheit geboten ist, aute Vögel zu kaufen. Außerdem erhält der 100., 200, 300. usw. Besucher einen guten Kanarienhahn

Dennifcbtes»

* Blaufuchs. In den Berichten Don seiner ^Ärbpolfahrt: erzählt Eook, daß er von den Eskimos gegen Kleinigkeiten, wre Taschenmesser, Nadeln und Scheren, kostbares Pelzwerk cmgetau)d'i habe. So erwarb er für ein Taschenmesser einfachster Art, das nur wenige Groschen wert war, eine von einer Eskimofrau getragene Hose aus Blaufuchs, deren Wert auf einige hundert Dollars zu schätzen sei. Der Tausch war nicht schlecht, denn nächst ^ilberNiws ist Blaufuchs unter dem Pelzwerk dec Familie Reineke das Kost­barste, das die Polargegend bietet. Wenn die Hose noch gut erhalten ist und hinccick't, um daraus eine Pelzgarnitur zu her- fertigen, so tarnt der Erlös erheblich mehr als zwei- und drei­hundert Dollars letrageit, zumal gerade in den letzten Fahrest die Preise für Blaufuchs erlstblick in die Höhe geschnellt Und. Im Fahre 1904 standen die Preise sehr schlecht, aber im folgenden Jahre fliegen sie um reichlich sechzig ProzerU ihres voriähc'gest billigen Wertes, und 1906 nockunals um etwa zwanzig Pci. ni. Seitdem haben sie sich auf ziemlich gleicher Höhe gehalten^ Allzu groß ist ia das Angebot in Blaufucl)S nickt, denn das ^tcr ist ziemlich selten und schwer zu fangen. Auf den Londoner Auk-- ttonen, auch auf denen der Grönländischen Stonipagmc tu Kopen­hagen und auf den russischen Riärlten, unter denen die Irbiter Messe obenan steht, erscheint Blaufuchs gegenüber anderem Pelz- werk immer nur in mäßiger Menge. Dasselbe gilt vom [oflbarejt Silberfuchs, von dessen dunkelbraunem, fast schwarzem Grunde nck alänzendweiße Haarspitzen abheben. Besonders edle «veile dreies Königs unter den Füchsen haben es schon auf einen Preis von iner bis fünftausend Mark gebracht. Natürlick) werden Silberfuchs und Blaufuchs auch imitiert, und zwar in einer so ausgezeichneten Weise, daß den Unterschied nur der Kenner herauszufiuden vermag. Benutzt werden zur Imitation die Felle des sibirischen Weißfuchtzs und des sibirischen weißen .Hasen. Infolge ihrer natürlichen weißen Farbe lassen sich diese Felle bestens färben,jo daß sie als Silber-, Blau-, Schwarzfüchse und als silbergraue Chinchilla vor- ülglich bestehen tonnen. Was die Leipziger auf meiern Gebiet leisten, ist ja weltberühmt geworden, wie beim überhaupt ber Rauchwarenhandel und das Zurichtern, Veredeln und forben von Rauchwerk einen ber blühendsten Industriezweige ber alten Pleiße- stadt bildet. Russen und Amerikaner wissen diese Leistungsfähig-, teil zu scl^ätzen und nach Gebühr zu nützest.

Kleine Tagcschronik.

In G e f r e e s in Oberbayern wurden durch die schadhafte Kirchenheizung während der Predigt 30 Männer, grauen und sämtliche Schüler aus dem Chor plötzlich durch Kohlen- gas betäubt, so daß der Geistliche Wort die Predigt ab- brechen mußte. Trotz sofortiger Lüftung erkrankten auch noch außerhall' der Kirche viele Personen.

Durch einen einstürzenden Hölzschuppen wurden der Bürger­meister von Trubenhausen, Hellwig, sein Sohn und eure seiner Töchter lebe ns ge f ä hrli ch ve r le tzt.

Mehrere Arbeiter, die ohne Fahrkarten in einem Abteil dritter Klasse des nach Budapest gehenden Zuges Platz genommen hatten, warfen bei Debredzin den Schaffner aus dem Zuge heraus, als er die Fahrkarten prüfen wollte. Der Schaffner geriet unter! die Räder und wurde furchtbar verstümmelt .

Sämtliche Assistenten und Veterinär-Aerzte t^r Wiener Kranken-Anstalten bescklosseii in einer gestern abgehaltenen Ver­sammlung, wegen der Nichtbewilligung ihrer berechtigten Fordr- rungen, ihre Stellen zu kündig en.

Bei S himon oseki ist während emes heftigen Sturmes der japanische Dampfer Kisagatamara gesunken. 25 Leichen wuroen an die Küste gespült.

Ein zweiter japanßcher Dampfer namens yunjenntaru ist auf der Höhe von Jongampo untergegangen.

Grssinal-Drahtmeldungen.

Aus dec hessischen Kammer.

R B Darmstadt,'1. Dez. Tie Zweite Kamme- nahm in der heute fortgesetzten Beratung ber Wa hlrechtS « Vorlagen den Artikel 67 der Verfassungsurwstde m der Fassung des Ausschußantrags an. Artikel 7o wurde Mit allen gegen 3 sozialdemokratische Stimmen angenommc 11. ^odann wurde mit ber Beratung der einzelnen Be,timmungen deS Gesetzes über die Landständc begonnen.

Zur Thronrede.

Paris, 1. Dez. Tie Thronrede Kaiser Wilhelms wird in der hiesigen Presse zumeist mit Befriedigung be- prochen. Das Kriegsministerium hat drei Aeroplane angetauft und richtete an die Offiziere die Aufforderung, sich zur Ausblldung im Benutzen der Apparate zu melden.

Leipzig, 1. Dez. Ter Stellmacher fRofher aus Berlin wurde vom ednourgevicbi, iiackdem die Geschworenen die auf Toimelmorb lamenbe Lchi.ldllage bejaht hatten, zweimal zum Tode uermteilt. Rolher Halle seine Frau und fein -Lwchtercheii durch Bleiweiß vergistet.

LuftschUsahrl.

Flugversuche in Mainz.

N. Mainz, 30, 'Dior. In nächster Zeit werden arr bem hiesigen Sande von dem bekannten früheren Rcmifahrer V e r - Heyen Flugversuche mit einem Bleriot'schcn Eöchecker oorge^ nominell werd u. Zu diesem Zwecke wurde ihm iwm Gouvernement in dnn am Saute angreuzmden Festmigsgelände ein Platz willigt, auf dem eine Halle für die Flugmasck.ine erridytet werden Außer dem stcht ihm im Notfälle militäriidtc Hülfe zur iBeij fügmig. Dafür wird Verhetzen verpflichtet sein, Dm gieren Zu­tritt zur Halle zu gestatten und sie mit der Behandlung und Führung ber Flugmaschine vertrau! zu machen. Mft bem Vau der Halle wurde gestern begonnen. Auch ein Teilber .Flugmaschine ist gestern cingctroffen.________________

1 I

-Hl

fei