Ausgabe 
1.3.1909 Erstes Blatt
 
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' Es ist schon gesagt, daß dos SrunbfcDttol der Stefcfi*-] bank so bleiben soll, wie es ift Es beträgt feit lul 180 Millionen Mark. Als Aerriebskaviral kommen noch die Reserven im Betrage von rund 65 Millionen Mark hinzu Tie eigenen Mittel der Bank belaufen sich also fluten auf 245 Millionen Mark. Ter Gesetzentwurf will lediglich den Refervesonds etwas reichlicher dotieren, wo­durch allerdings die Anteilseigner der Bank eine gewisse Tividenoenverkür-ung erleiden. Auch das halte ich für fein Unglück, besonders wenn man mein, welche illüftre Ge sellschaft sich unter diesen Namens-Aktionären zusammen- gefunden hat. Die Reichöbankaktien sind ein so bomben sicheres Papier, daß Dividenden von 7, 8 und mehr Prozent keine innere Berechtigung mehr haben Die Rentabilität wird auch nachher noch amön flcmig sein.

Tas sind im wesentlichen die Punkte, durch die sich die neue, kürzlich dem Reichstage zugegangene, Vorlage der verbündeten Regierungen kennzeichnet. Nirgends wird Lolitikern, wie dem Grafen «anitz und Herrn Tr. Arendt, ein kleines Zugeständnis gemacht oder auch nur eine be scheidene Abschlagszahlung angeboten Was die Regierung fordert, sind Bagatellen, vielleicht auch nnrlliche Verbesse- rungen Jedenfalls ist unsere Bankorganisation von 1875, auf die wir allen Grund haben, stolz zu sein, wieder einmal gerettet. Doch soll man den Morgen nicht vor dem Abend ich denke an die Reichstagskommission loben! Hoffentlich macht sie eS diesmal gnädiger, als bei der vorläufig unglaublich zerfahrenen Reichsfinanzreform.

Die Lage aus dem Baifon.

In den lebten Tagen sind wieder recht widerspruchsvolle Nach richten ü&rr den Ltand der Dinge auf dem Balkan verbreitet Norden 2o hieß <*, »wischen Bulgarien und der Pforte sei bereite eine Verständigung aus der Grundlage einer Zahlung von 125 Millionen Franks zustande gekommen Eine Bestätigung dieser Nachricht ift bisher aus geblieben, und man hat sonst allen Grund, ihre Flüchtigkeit ben

nämlich gar keine direkten Verhandlungen zwischen Sofia und Konstantinopel stattgefunden.

In Serbien hat bir .*01 dm du von der nunmehr erfolgten Untericiduiunn des österreichischmngarischtürkischcn Entente-Prato- imicrend gewirkt, und selbst jene Steife, die bisher glaubten, die Differenzen zwischen LesterreichUngarn, Serbien unk» Montenegro könntim noch friedlich bei gelegt werden, verlieren n jetn Hoffnung und neigen der Ansi ein Krieg sei un vermeidlich, weil sich Serbien keinesfalls mit wirtschaftlichen Bor- t zufrieden geben könne. In Ueberetnstimmung nut diesen Meldungen stel-cn die weiteren Nachrichten über fieberhafte Mtitflö Vorbereitungen Ter Belgrader ZeitungPolitika" zufolge I>at der ?rinanzausschuß der Skupichlina alle vom .itricgsminister ge- Norberten Kredite angenommen. Ter serbische Kriegsminister, der vom Ministerrat tuib der Skupschtina vollständig freie Hand in allen militärischen -ragen erhalten hat, bat denjenigen auslan bischen -innen, denen MunitionSlieferungen übertragen sind, die notwendigen Summen angewiesen, damit diese Lieferungen be schleunigt werden. Auch wurden Maßregeln zur Verstärkung des Grenzivachdienstes getwffen. Abteilungen des 18. und 7. Regiments sind aus verschiedenen Städten an die Grenze abge gangen. Wie cS heißt, wird man Belgrad so viel als möglich miliUirifd» räumen, um alle Streitkräfte des Landes im gebirgigen Innern deS Landes in starken Verteidignugsslellungen zu kon- ointricrcit. Wie der Lemberger ,.GloS" meldet, dauern auch die russischen TruvvenVerschiebungen an der galizrsrl-en Grenze umuiterbrodum fort.

Angesichts dieser Rüstungen erscheint das Verhalten der russi­schen Diplomatie besondi-rs merkwürdig. Es hieß zuerst, daß Russtaub seine Bereitwilligkeit erklärt hab.', sich an einer 3ntcr Vention ber Mächte in Belgrad zu beteiligen Nun meldet aber der ..Petit Parisicn", daß eilt am Samstag im Ministerium des Aeußeren in Paris eingegmigenes Telegramm große Enttauichun'i hcroorgeruftii habe. Die Entschetoiing Rußlands tn der Orient frage fei nach diesem Telegramm noch nicht erfolgt. Das Petersburger M abinert soll den deutschen V o r f d) 1 ä g c n in i t Mißtrauen gegenüberstehen. Tie Haltung Rußlands wird nun in Paris verschiedentlich dahin gedeutet, daß sie eine Vor zögerung in der Lösung der Ciiciit trage herbei führe, während du Pessimisten in ihr bereits die Ablehnung Rußlands, sich an dem geplanten Schritt der Mächte zu beteiligen, erblicken. Nickt recht zu vereinigen mit diesen Auslassungen des Pariser Blattes ist nun eine Privatmeldung aus St Petersburg, wonach bic russische Regierung an die serbische eine Tepesckc gerichtet habe, in welcker sie dieser den Rat gibt, fid> von der Forderung trgenbitKlcbct territorialer )kompensatiouen vollständig los zusagen und die Entschließungen der Großm-ichtc adziiwanen. In diesem Sinne imrd demnächst ein offizielle- Eommuniaue er *fdwuten, tn ivelchem der Standpunkt der russisdien Regierung aus sührlid. bargelegt werben soll.

Nack einer iveiteren Petersburger Meldung hat nun inzwischen baS unter dem Vvrsw des Ministerpräsidenten 'JiouaLnmtfd) ge- dübele neue serbische jtabineu der russischen Regierung eine Mit­teilung zugehen lassen, in der die serbische Regierung ihre auf r i ck t t g e c i c b e n s l i e d e. dos I- e h l e ti i e g l i ch e r a g g r es siver Absichten intb ihre teste Ent'chlossenhrit verfidrrt, sich aller pwvonercndeu Handlungen zu enthalten, sowie die Beratung ber durck die gegeitwarttge rtlis» berührten Bedurinisse und In tcfqjen Serbiens den Gro ßmackten an he im zu stellen. AlS Antwort auf bic Mitteilung hat die russische Regierung ihren <*rianbten in Belgrad angewiesen, der serbischen Regierung den freundlichen Rat zu erteilen, ihren von der ruffndxn Regierung mit aufrichtiger Elenugtuuiui aufgettommenen Entsdstuß betreffend bic Bcobad nmg einer fritbluben Haltung aufrecht zu erhallen. TaS Petersburger Äxtbinett sei überzeugt, daß ein solcher Envchluß tet dec gegebnen politifdxn Lage den Lebensinteressen Serbiens entspricht GlridAeitig fei dem Kabinett bekannt, daß bic Er­klärung Serbiens über territoriale Erwerbungen bei den Mächten weder Shnwathic mxt) Unterstützung finden würde mb daß Serbien ihre Zuneigung sich nur erhalten kann, totim es auf den er inBjntrn sZvr> nutgen nicht besteht, bic einen bewaffneten Konflikt mit Ceflerrcidi-llngatii Hervorrufen können. Ini Hinblick auf die von der serbischen Regierung ausgesprochene Absicht, den Vün- schen der Gwßm.ubte Rechnung zu tragen, rate ihr Rußland, kategorisch zu crNaren. MH iir au f Ternkori alsorder- u n g e n nicht bestehe und in allen auf der Tagesordnung stehenden {tragen sich vollständig aus die Ent'chidung der Mächte verlasse.

Nad, einer Meldung bei Xribuiw Wil <xr türkische croßwejir Leimt Pascha ihrem >toii.,vonbcni«n eine Teveiche aus Belgrad !nmgeteilt haben, nJiwd. Serbien bereit sci, fick einem Sck i cüs g> r i ck l , u n NLe , w < r»c n . an dem a l l eM .» di t c außer Oesterreich «ub Rußland teilzunchineir 1 : ten Wenn sich biff- Meiei-na w-nn?. bann tonnt man endlich nvt einer friedlichen B il.gung ' B ukenki .

Deutsches Reich.

Zur Reich-togsersatzwabl tn Serben Stllmnenver hLltni« bei ber Reickstazseriaywahl im B<chl kreise 3 Hannover stellt fick nach einer neueren Meldung wie folgt: Gutsbcsitzier v. Tannenberg (Seife) 6316, » Präsident Tr Sx iligenstadt nal-4ib.J 5863, Redakteur i Henke Soz) 3899, Hofbesitzer Horries (frctlonf.) 3453 und - Iustizrat Dr. Lewin greif. Bpt.) 3162 Stimmen

VI u8 der Diplomatie TerReich-Anzeiger" ver­öffentlicht tat Ernennung des früheren Gesandten in Manko, ! Freiherrn v Wangen heim, zum Gesandten am grie­chischen host.

Der Reickstagsabgeordnete für Posen. Rechtsanwalt Ehrczanowski, wird sein Montau niederlegen. Die Polen stellen den Ätbeitersekvetär Bio-- < trowski als Kandidaten aus

Ter französische Botschafter Eambon bat am Freitag vormittag dem Fürsten Bülow einen Besuch abgestattet, um ihm die Äemigtuung des Präsidenten Fal- lisres über den Abschluß des Marokko-Abkommens auszu- 1 drucken. Dem Btaatijetrette des Auswärtigen v Sch oeu Überreichte der Botschafter bic Insignien des Gvoßlreuzes der Ehrenlegion.

Ausland.

Tie deutschen Studenten in Prag wurden gestern bei ihrem Sonntagsbummel wieder von Tschechen tätlich angegriffen. Tie Polizei nahm mehrer: Verhaftungen vor. ^luf dem Seniels- vlatzc kam es wahrend der Promenade der Studenten zunächst zu einem Zusammenstoß zwischen Sozialisten, bic auS einer Partei­versammlung kamen und singend über den Wenzclsvlatz zogen und tschechischen nationalen Studenten. Tic Wache schrüt em und verhinderte ein Handgemenge. In der Torgassc wurde die Wache mit Steinen beworfen. Tie Wirtschaftskommission des Prager Stadtrates beschloß beim Stadtrat den Antrag rinuxbringen, daß der Graben, die belebteste und eleganteste Sttaße Pra^s. m eineKönig Georg von Podicbradstraße" umgetauft wird. Ter Antrag wurde einstimmig angenommen.

Terffranzösische Mini st erbe sAeußern,Pichon, bat dem Fürsten Rabolm bei der Ueberreidjung ber Insignien des Großkreuzes der Ehrenlegion m wärmster Weise die Glückwünsche der iraiizösisckeii Regierung ausgeivrochcu.________________________

Aus rtaöt And Land.

Gießen, 1. März 1909.

Untere Preieaufgeben.

Da die Frist zur Einlieferung der von uns ausgeschric Venen Preisaufgadeu am 10. bs Mts. ab Lauft, ntadjen wir unsere Leser uocknnals auf den Wettbewerb aufmerksam und wiederholen die Aufgaben.

A. Preisaufgadeu allgemeiner Art.

1. für die besten Schilderungen von Hochzeits­sitten und -Gebräuchen, möglichst in eine Er zählung kingeflochten;

2. für unterhaltsam geschriebene Berichte über die Er eignisse im Jahre 1848 und ihre Wirkung in den einzelnen Gemeinden;

3. für gute Darstellungen aus der Ortsgeschichte, b. h der Entwickelimg, den Wandlungen und Ereignissen, denen der Ort im Laufe der Zeit unterworfen war;

L für Schilderungen der Erlebnisse und Tätigkell von

O be r hesse n in Paris.

Wir betonen, daß wir hierbei großen Wert auf selb­ständige Ansarbeitung legen, dock stellen wir es dem Ermessen eines jeden anheim, diese Ausarbeitungen in hoch- deutsck)er Sprache oder oberhessischcr Driindart abzufassen-

Tie vorstehenden Arbeiten unterbreiten wir allen unseren Abonnenten in Stadt und Land, die folgenden da­gegen sind der Natur der Sacheadj vorwiegend für bic ländliche Bevölkerung bestimmt.

B. Landwitischaftliche Preisfragen.

1. Wie wirken Geiz und Verschwendung bei dem Füttern der Milchkuh?

2. Wie kann man am besten recht viel Futter verschwenden?

3. Wieviel Arbeitszeit kosten n n s die Wege von Hof zuni Feld und von Parzelle zu Parzelle?

Tic Beurteilung der uns zugehenden Bearbeitungen der vier ersten Aufgaben erfolgt durch die Redaktion, iir Gemeinschaft mit mehreren Sachverständigen, die ber lanbwirtsckmftlichen Preisfragen hat Professor Tr. Gisc vius gütigst übernommen.

Die Lösungen ber Arbeiten sinb bis zum 10. Marz an uns einzusenden, wobei zu beachten ist, daß nur bic eine Seite jcbes Blattes beschrieben sein darf. Tie besten Arbeiten werden wir genau wie hn vergangenen Jahre mit ansehnlichen Geldpreisen belohnen und tu unseren ..Familienblättern" abbruden, bezw. in unseren Landwirtschaftlichen Zeitfragcn Sämtliche Arbeiten gehen in unseren Besitz über und werben bei einer etwaigen Veröffentlichung angemessen vergütet.

Wir erwarten eine recht lebhafte Beteiligung unb hoffen, daß mis recht viele wertvolle "Arbeiten zugehen. -b

* TageSkalcnder für Montaa. 1. Marz: Stadt- i h e a t e r: VolksoorneNung: »Der Hüticnoeliyer.' Slnfang 8 Ubr.

Kolosseum: Programinwechsel (Ringkamplkonkurrcnz).

Freifinniger Verein. Vortrag von Abg. Ju'Uzrat R e h.

Anfang abends 8*;, Uhr im Coss 6teL

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- Empfänge. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog empfing am 27. Februar den Major Frhrn. v. fiangcanann u. Erlencamp, den Major Frhrn. Schenck zu Echwein-berg, den KreiSschulinspektor Professor Kissinger, die Bürgernielster Jochem von Laubach unb Lehr von Ruppertsburg; zum Vor­trag den Minister deS Innern Dr. Brann, den Voritand des KadmellS Gcheimetal Römheld.

- Ernennungen. Uebcrtragen wurde dein Rabbinats- vsrwejer Tr. Bnino Italiener in Darmstadt die Stelle emeS Rabbiners der liberalen israelitischen ReligionStzemembe deS Rabbinats Darwfladt. Ernannt wurden die vrovisorischen L ed i crmncn an der Biktoriaichule zu Dann stabt Emma Bausch und Benha Feilsch zu Lehreiinne» an dieser Schule unter Belafjuna in bei Kategorie der Volktzich ! Lehrerinnen. *

Erledigt,. Lehrerstellen. Erledigt unb: Tie mit nnem evang. Lehrer zu defetzenbe Lehteistelle an der

Gemembesch'.r'ic zu Helm Hof. Tie mit einem evange!. Lehrer u besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde'chule zu Hobcu- stadt. Eine mit einem katyol. Lehn zu defe^endc Lehrer» ielle an bet Genieindeschnle zu Unter »Abt st e inach. Zwei id.e 6. unb die 9.) Lehrerstelle an ber Gemeu.deschule u Alsfeld. Eine mit e.neni eoana. Lehrer zir brietzende Lehref'lelle an der Gemeindeschule zu Dörr stabt. Eine mit einem eoangeL L-Hrer zu be etzende Lehrerstellc an der Gememdeschule zu Ob er - Beerbach. SDht ber Stelle kann bie Hälfte deS Organ stendiensteS verbunden iverber.

RuhestandSverfeßungen. 2e. Königl. Hob. der Großhezog Hal den Großh. Negierungsrai Tr. Eugen ilronjbühlec zu Darmstadt auf »ein Rachfuchen von der Stelle eines Mitgliedes de2 G-.oßh. Technischen LbervrüsungS- amte enthoben, die Oberlehrer an der Augustinerichule <Gym­nasium unb Realschul-) zu Fnedderg Professor Dr. Wilhelm Nehweyer unb Professor Dr. Hnmiann Geist auf ibr Nachfuchen, unter Anertennung ihrer langiähtigen, treuen Dienste, vom 1. April 1909 ab in den Ruhestarck versetzt und ihnen die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse deS Verdicn't- ordenS Philipps deS Großmütigen oedicben. Desgleichen wurde der Zeichenlehrer an der Oberrealschule zu DormS >etnrich Staffen auf fein Rachiuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, vom 3. April 1909 ab in den Ruhestand versetzt.

Verleihung von Ehren-Urkunden durch die Handwerkskammer. Nachbein die Handwerkskammer zu Darmstadt beschloffen hat, au unselbständige Personen deS Handwerkerstandes, die 26 Jahre m einem Betriebe tätig gewesen find, al« Anerkennung für die treue Arbeit Ehren» Urkunden zu verleihen, haben in Oberheffen nachstehende Handwerker Ehren-Urkunden erhalten: Friedr. Luft zu 9libba bei Firma RingShaujen, Btübelfabnk zu Rrdda; August Klein zu Petterweil bei Gcbr. Filz, Maurermeister zu Ober-Erlenbach; Heinrich Schäfer zu Büdu-.gen bei Maurernieister Ioh. Faßbinder zu Bäd'ngcn; Ioh. Pfiffer­ling zu Schlitz, Karl Bloch zu Schlitz bei Maurermeister L. Metzendorf zu Schlitz; Wilhelm Mag old zu BerSrcd bei H. Winn, Baugeschäst zu Gießen; Heinrich Hühn zu Schlitz bei Friedr. Paul Wwe., Maler» und Lacklerrrgeschaft zu Schlitz; Heinrich Döring zu Reiskirchen, Ludwig Alles Lich, Phil. 3 immer II. zu Rcskirchen bei H. Wmn, Bau» geschäft zu Gießen: Withclin Schwarz 11. zu Mmnzlar bei Maurermeister K. Beckee II. zu Mainzlar.

* lieber den Postüberwcifungü» unb Scheck­verkehr, den neuesten Betriebszweig der deutschen Post- anstalten, findet, wie unü mitgeleilt wird, tn dec zweiten Hälfte dieses Vtonats im Kaiistilännifchcn Verein hierfeldst ein Vortrag statt. Bei der hohen Bedculuag, den diese '.Neu- cintlchlimg für den ZahlungSoerkehi im Er»oerb«leben Hal, verdient das Bestreben des Kaufmännischen Verem«, feine Mitglieder unb Freunde nut den Bestimmungen dieser Gin» richtnng eingehend vertraut zu machen, volle Anerkennung.

* Protest gegen bic Brauftcuererhöhung Gestern sanb *einc von den Brauereien Oderhefseus unb deS LahngebictS, ben G.iftwirteverbänben unb Gewerk- schafteten veranstaltete Versammlung statt, bic Steins 3aol- bau bis auf ben letzten Platz füllte Nach einem Referate von Dr. Ä a l l b il r g-Berlin, das wir morgen au yig-.*- iveife bringen iverben, wurde folgende Resolution ein stimmig angenommen: Tic zur heutigen Versammliing in Steins Garten in Gießen erfdiienenen, an ber Herstellung unb bern Vertrieb des Bieres »ntereffierteu Erwerbskreife und Monfunieiitim erheben hiermit nachdriic!liehen Einsvruck gegen jede Erhöhung der Brausteuer. In einer de« wirtschaftlichen Rückgangs sollte es vermieden iverden, einem Gewerbe, welchem erst vor drei Jahren eine deträcktliche Steuererhöhung auferlegt wurde, und hem in den letzten Jahren durch Erhöhung der Rohmatcrialienpreife, Preis fteigenmg für Kohlen und sonstige Led lichc Erhöhung der Arbeitslöhne »sw., bebeutenbe Mehr­kosten cnlftanben sind, schon wieder eine weitere Steuer- belafhiug aufzubürden. Tic Einführung der beabsichtigten Steuer ivurde besonders die Mittel- unb Nlcinbraucrctcn als bic wirtschaftlich schwächeren treffen unb bereu Konkurrenz fabigkeil, sogar ihre Existenz, in Frage stellen Tic Ein­führung einer sold) hohen Steuer unb einer daburch be­dingten Steigerung der Bierpreise würhe ohne Frage eine erhebliche Berbraiichsverminderung herdeiführen, wodurch nicht mir die Brauereien, sondern alle mit dem Verschleiß des Bieres befaßten Erwerbskreise, insbesondere auch die Arbeiterschaft, großen Schaden erleiden. Ter Rückgang des KDiisums wurde eine Verminderung her Kauf kraft des Brauereigewerbes gegenüber Lanbwirtschaft untf Hanbwcrkern. und die Entlassung von zahlreichen Arbeitern, mit sich bringen. Der Staub ber Gastwirte ist keines- sall« in ber Sage .neben den ihm zurzeit an ter legten hohen Lasten an Steuern. Stempeln und dergl. eine neue Steuer u. übernehmen, unb wirb die Abwalzmi« berselben auf Die allergrößten Schwierigkellen stofren, sicherlich aber den Absatz der Wine berart licrabminbeni, baß e« denselben stets schwerer, wenn nicht unmöglich wird, ihren Ver- oflichtungen gegenüber ben Hausbesitzern, ben vvpotbcken- inhaberii, Lieserauten unb bem Staat gegenüber, gerecht z-u werden In derselben Lage find' Bierverleger unb Floschenbierhändler. Zn Anbetracht biefer schwerwiegen­den Gesichtspunkte ersuchen wir die Dolksoertreter, daß sie diese ungerechte und für weile Kreise vernichtend wirkende Gesetzesvorlage ablehnen. Sollte sie trotzdem Gesetz werden, so erfordern Recht unb Billigkeit die Entschädigung aller derjenigen Existenzen, bic durch das Gesetz vernichtet würden; unb wir richten deshalb an Reichsrcgleruug und Reichstag die Bitte, schon jetzt bie Mittel hierfür vorzuschen unb. bereit zu stellen.

Politische Versammlung. Heute abenb um 81/, Uhr ftnbel tm Eafä Ebel ein Vortrag be« Hcrm Land« tagSadg. Reh übte bie volit11che Lage in Hessenlall. Angesichte des verblüffenden AuSgangei.. brr Stichwahl im i Wahlkreise Alzen»Bmgen ift zu euvanen, baß alle auinchkigen : Freuube deS £ibnali9.nu« zu dieser Versammlung de« Frei» : Iinnigen Berkin« sich eir cQen. Gäste find willkommen.

" G1 a b n I# c a t c r. Es fei nochmal« aus da« moigäi fiaiiünbrnbt Beneü; des Cbcnegrfieiirj Heimann Äakof : l)ingtiokmu Tcr Lün u.c hat als Regisseur tote al« Tat» c fteHet <mc gleich vieifeiiigc idic erfolgreiche Tätigkcll an