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Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten.
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— Von Wilhelm
Fürsorge für die schulentlassene Jugend.
Zur Beratung eines Gesamtplans, der der Fürsorge für die schulentlassene Jugend von 14 bis 18 Jahren zu Grunde gelegt werden soll, waren unter dem Vorsitz des Abg. dort Schenckendorfs Vertreter der Deutschen Turnerschaft, des Zentralausschusses für Volks- und Jugendspiele und des Deutschen Turnlehrervereins in Berlin zusammenge- treten. Diese Konferenz hat sich auf folgende Beschlüsse geeinigt:
I. i) Tie Rücksicht auf die Gesunderhaltung des deutschen Volksstammes wie die Bewahrung der nationale». Wehrkraft erfordert dringend, baß die Körperpflege mit dem Verlassen der Volksschule nicht abgeschlossen, säubern auch in den folgenden Gnlwicklungs- jahren dieser Jugend fortgesetzt wird. 2) Tas einzige Mittel, alle Angehörigen dieser Altersstufen in diese törperlnhe Ausbildung einzubeziehen, ist die Durchführung der P f l i ch t f o r t b i l d u n g s - schule für alle Knaben und Mäbchen des 14. bis mindestens des 17. Lebensjahres und die Einfügung körperlicher Uebuugen m den Erziehungsptan dieser Schule. 3) Zu diesem Zwecke ist notwendig a) ein Reichsgesetz, das in Abänderung des § 120 der Gewerbeordnung den Erlaß des dort erlaubten Ortsstatuts iür Gemeindeir mit mehr als 20 000 Einwohnern verbindlich macht, b) der Erlaß von Landesgesetzen in sämtlichen Bundesstaaten, wodurch der Besuch der Fortbildungsschule für alle aus der Volksschule entlaßene Knaben und Mädchen verbindlich gemacht ivird. 4) In den Lehrplan dieser landesgesetztichen Fortbildungsschulen ist die Pflege von Leibesübungen in niindestens zivei Wochenstunden für alle Fortbildungsschüler verbtiidlich emzufügen, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob die einzelnen Schulen nach diesem Gesetze einen direkten Fortbildungsschulzwang haben oder einen indirekten. 5) Lim es den Gemeinden zu erleichtern, daß sie den Betrieb von
Sprüchlein das Märzheft von Velhageu & Klasings Monatsheften in einem Gedächrnisauijatz von Hans Müller-Braucl, darunter die hübsche Widmung, dte Wilhelm Busch dem Verfasser in sein Stammbuch schrieb:
„Die Welt, obgleich sie wunderlich.
Ist gut genug für Dich und miet)!" ,
— Hans Eisold, ein junger Mann, in dem ein Dichter sich regle, ist in Dresden, noch nicht 22 Jahre alt, gestorben. Seit Jahresfrist veröffentlichte er im Dresdener sozialdemokratischen Blatte Skizzen und Erzählungen, die viel Aufmerksamkeit erregten. Mil großen, fast romantischen Plänen war er als Sech- zechtjähriger losgewandert, nach Hamburg hinaus, geführt von der Sehnsucht nach der Stadt größten Weltverkehrs. Er kam | aber nicht dazu, festen Fuß zu fassen und wurde zur Seite geschoben, auf die Landstraße. Todkrank, von der Scbnänbjucht befallen, kehrte er ins Heim seiner Mutter zurück, keines dauernden Arbeitens fähig und dann ganz erwerbslos.
— Kleine K u n st ch r o n t k. Bernhard Mannfeld , der bekannte Radierer, dessen Bilder aus deutschen Städten eine so große Verbreitung gesuiiden haben, begeht heute, am 6. d. Alt., in Frankfurt a. M. den 60. Geburtstag. — Tie deutsche kunstwissenschaftliche Gesellschaft wird in F r a n k -; furt a. M. am Samstag konstituiert. Sie verdankt ihre Ent-f stehung einer Anregung des früheren preuß. Alinisterialdirektors Althosf und des Generaldirektors der königl. preuß. Museen Dr. Bode. Zu dieser konstituierenden Versammlung werden Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet. Zweck der Gesellschaft ist hauptsächlich die Herausgabe einer monumentalen Publikation, die ein Seitenstück werden soll zu den „Monumenta germaniae historica“. — Im Deutschen Volkstheater zu Wien vegegnete Ibsens „Frau Inger auf Oe st rot' trotz der fesselnden Inszenierung mir kühlem Interesse, was hauptsächlich in dem fernlicgenden, spröden Stoffe begründet ist. Ter Beiiall galt zumeist der Darstellung. — Zu Alilgliedern der französischen Akadeniie wurden der Dichter R i ch e p i n, der Mathematiker Henri P o i n c a r ö und der Schriftsteller Francis Eh arm es gewählt.
wälderin" von Hasemann ist von viel gewinnender Anmut. Hieran reiht sich Feuerbachs Kinderbild „Schlummerlied' aus dem Leipziger Museum und cme schlichte wahrgesehene Landschaft „Weioen am Bache" von Peter Burnitz. Dann folgt Max Klingers „Gesandtschast", und in dem „Sülleben" von Schuch, einem 1903 verstorbenen Dialer, klingt das Hest ans. Hervorgehoben sei noch, daß alle m der Sammlung wiedergegebenen Bilder zum ersten Diale iarbig erscheinen. Dem Besitzer der vor einigen Jahren erschienenen Heike „Hundert Meister der Gegenwart" wird die „Deutsche Dlalerei des 19. Jahrhunderts" besonders willkommen sein, da sie eine wertvolle Ergänzung und ein historisches Supple-
Derrtscbes Reich.
Berliu, 5. März. Der Kaiser ist heute abend 11 Uhr 15 Miauten nach Wilhelmshaven abgereist. — Kaiser Wilhelm wird auf der Reise nach Korfu, wie der National- Zeitung bestätigt wird, in Venedig mit dem König von Italien Zusammentreffen. Dieser Besuch wird einen durchaus familiären Charakter haben. Die Rückreise des Kaisers auZ Korfu wird dann über Triest erfolgen. Von dort begibt sich der Kaiser nach Wien, um dem Kaiser Franz Josef seinen Besuch zu machen.
— Der Verein Deutscher Arbeitgeberverbande nahm in seiner heutigen Ausschußsitzung folgende Resolution an: Der Verein hält es einstimmig für ausgeschlossen, daß die in dem Gesetzentwurf betreffend die Arbeitskammern zum Ausdruck gebrachten Aufgaben verwirklicht werden können Vielmehr erblickt er in den Arbeitskammern auf paritätische, Grundlage eine schwere Gefahr für die gesamte deutsche Industrie, weil sie zur Verschärfung der Gegensätze führen werden. Der Verein spricht sich aber hierdurch keineswegs gegen die gesetzliche berufliche Interessenvertretung . der Arbeitnehmer im Sinne der Kaiserlichen Botschaft vom 4. Februar 1890 aus.
Breslau, 5. März. Die Sosnowitzer Polizei tritt jetzt den gegen die im russisch-polnischen Jndustriebezirk wohnenden und beschäftigten Deutschen angezettelten Bewegungen entgegen. Es wird nach den Urhebern der beiden Aufrufe und der den Deutschen zugestellten Drohbriefe geforscht. Vier junge Leute wurden bereits verhaftet. Der Landrat von Bendzin hat einem höheren preußischen Beamten erklärt, daß die weitgehenden Maßregeln getroffen worden seien, um die Deutschen vor polnischen Vergewaltigungen zu schützen.
München, 5. März. Die Professoren von zehn deutschen Universitäten haben dem Münchener Professor Schnitzer für sein mannhaftes Eintreten zugunsten der akademischen Lehrfreiheit eine Sympathieadresse zugehen lassen.
Reu-Strelitz, 5. März, lieber das Befinden der Groß Herzogin von M e ü le n b u r g - S t re l i tz, die seit längerer Zeit leidend ist, veröffentlicht oie „Mecklenburgische Landeszeitung" folgendes amtliche Bulletin: Die nervöse Depression, an der die Großherzogin seit einiger Zeit leidet, wird, wie es in der Nalur der Eclrcmmng liegt, sich nur allmählich bessern, doch steht zu hoffen, daß die Großherzogin in absehbarer Zeit eine Reise wird antreten können, durch die die Gesundung beschleunigt werden wird.
Aus S.aSl uuo lano«
Gießen, 6. März 1908.
Aus der Sitzung der Stadtverordneten.
Tie gestrige Sitzung unseres S.ad.parramen s war nur sehr kurz, wenigstens insoweit östenlltch verhandelt wurde. Es standen nur zwei Punkte zur öffentlichen Beratung, die in wenigen Minuten erledigt waren. Zunächst wurde noch einmal das Orisstatut über die Wertzuwachs- (teuer beraten. Es hatte auf der vor einigen Wochen beschlossenen Grundlage die erjorderliche ministerielle Genehmigung gefunden und gestern war nur kroch über einige von der Regierung gewünschte . geringfügige Zusätze zu verhandeln, die von der Berjammlung deöatielos beschlossen wurden. Als Zeitpunkt für die Einführung des Statuts wurde der 8. März beschlossen. Gießen ist damit die erste hessische Stadt, in der die Wertzuwachs steuer zur Einführung gelangt, da in mehreren anoeren hessischen Stäoten (z. B. Darmstadt, Mainz, Offenbach und Friedberg) zwar
Ausland.
Die Morgenblätter melden aus Gmunden: Eine Masse kl fahrtvon Anhängern des Herzogs von Cumberland wird am dreißigsten Todestage König Georgs V. von Hannover am 12. Mai nach Windsor stattfinden.
— Der Berl. Lokalanz. meldet aus Neapel: Die Eigentümer der hiesigen Bäckereien schlossen am 5. März nach vorheriger Ansage an den Magistrat sämtlich ihre Läden, um nicht zu den amtlich festgesetzten Preisen das Brot verkaufen zu müssen. Tie Stadt ist tatsächlich brotlos. Die benachbarten Städte versuchen nach Kräften den Ausfall zu ersetzen. Eine Anzahl Bäcker treibt dabei ein Doppelspiel und verkauft unter der Hand Brot zu Liebhaberpreisen. Der Erlaß eines Dekrets, das die Uebernahme aller Bäckereien durch das Militär anordnet, steht unmittelbar bevor.
Rom, 5. März. Negus Menelik von Abessinien hat die Häuptlinge, die an dem Angriff auf die Italiener im Somalilande teilgenommen haben, zur harter Gefängnisstrafe verurteilt.
Der Berl. Lokalanz. meldet aus London: Kaiser Wilhelm machte der berittenen Kappolizei tausend Pfund Sterling zum Geschenk als Anerkennung für deren Dienste bei der Vernichtung Morengas. Nach einer Meldung der „Central News" aus Kapstadt stammt das Geschenk aus der Privatschatulle des Kaisers.
Paris, 5. März. Zu Beginn der heutigen Kammersitzung brachte der Finanzminister eine Vorlage ein betr. Gewährung außerordentlicher Kredite für militärische Operationen in Marokko. Tie verlangten Kredite belaufen sich aus 15 Millionen Fr cs., von denen 10 Millionen auf das Budget von 1907 uno 5 Millionen auf das Budget von 1908 verrechnet werden sollen. Aus den Einzelheiten der Vorlage geht hervor, daß es sich int wesentlichen um den Ersatz von Munition und Proviant handelt, die aus Algerien nach Marokko über führt und dort verbraucht wurden. Dem Vernehmen nach ist die Mitteilung der französischen Botschafter in Berlin und London Über die Entsendung von Berstärkungen nach Marokko von der deutschen und englischen Regierung verbindlich ausgenommen worden.
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parlamentarisches»
Berlin, 5. März. Die Interpellationen über die Bca in ten-Besoldungs-Vorlage werden im Reichstage am Dienstag zur Beratung gelangen. m m
— Der nationallib. LandtagS-Abg. Geh. Rat Wi t t in g teilte dem Vorstand der liberalen Wahlvereine seines Wahlkreises Lehe-Geestemünde mit, er werde bei den nächsten Landtagswahlen nicht wieder kandidieren und auch eine etwa auf ihn fallende Wahl nicht annehmen.
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entziehen. Auch Berwcutungs- und Gehaltsfragen — der Referent erinnerte an die ungenügende Bezahlung des Statisten- und Technikerper,onacs — wurden besprochen.
— lieber b t e Gründung eines neuen Theaters in Frankfurt a. M. sind in Frankfurt Nachrichten verbreitet, tue auf falschen Informationen beruhieu. Ein Projekt besteht tat- jächlich, und dahinter stehen zwei Münchener Regisseure. Ter Ab- chluß der Berhanbluugen ist in nächster Woche zu erwarten.
— Ozon - Luftreinigung t in Theater. Aus Stuttgart wird berichtet: In unterem Hosthealer ist fchon seit einiger Zeit ein Ozon-Apparat zur Lustreimgung im Gebrauch und be- währt sich gut. Seine Wirkung ist auffallend. Betritt man abends den irisch ozonisierten Zauschaucrraum, so hat man die Empfindung, als ob man Lust im Freien nach einem lranigen Gewitter atmet; nur selten (wenn der Apparat m'olge imgemuier Kontrolle zu stark arbeitete) wird em gewisser Phosphorgeruch lästig. In der Regel atmet man freier und leichter und spurt nicht mehr die Nachteile der großen Menschenansammlung. Eine iveitcre Wirkung der Ozoiiisierung ist die außerordentliche Klarheit und Schärie der Bühnenbilder. So mancher Zuschauer, der srüher ein Opernglas nötig halte, um die szenischen Vorgänge deutlich und genau wahrznnehmcn, kann diesesHulisnuttel nun entbehren. Die Bühnenkünstler sind von der Lzomiierung entzückt, ivenigstens die längeren, sie versichern, daß bas Sprechen unb Singen m bem ozonisierten Raum weniger Anstrengung eriorberc als früher. Die älteren empfinden es zum Teil schmerzlich, daß Runzeln, Falteii und andere schwer wegzuschmmkcnde Zeichen des Lebensherbstes jetzt dem Pnblikum leichter sichtbar roeröen als früher.
— E i n G e g e n ft a n b ber Bewunderung bleibt nach wie vor bic Technik bes Dreifarbendruckes, bie eine neben getreue Wiebergabe jebes beliebigen Gern ä l b e S ermöglicht. Tie Pflege bicses neuen Kunstziveiges hat sich ganz besonders bie Verlagsbuchhandlung E. A. Seemann ui Leipzig zur Ausgabe gemacht, und ihre bisherigen Publikationen sind in bie weitesten Kreise unseres funftliebenben Publikums gedrungen. Zetzt tritt sie abermals mit einer neuen Sammlung auf den Plan, bie ben Titel führt: „Deutsche Malerei bes 19. I a h r h u n b e r t s-, einhunbert farbige Nevrobuktionen nach Gemälben (vollslänbig in 20 Sicherungen zum Abonnementspreis von je 2 Mark). Das Werk beabsichtigt einen UeberblicE baiuber zu geben, waS seit Beginn bes 19. Jahrhunderts aus dem Gebiete ber Malerei in Deutschlaub geleistet worben ist. Es werben also auch Künstler vertreten fein, bereu künstlerische -Tätigkeit um Jahrzehnte zurückliegt, beren Arbeiten aber unvei'bicnt vergessen ftnb, benn auch unter ihnen befinben sich Perlen ber Malerei, bie in der neuen Sammlung mit Recht ans Licht gezogen werden. Ohne jede Einseitigkeit wird die Bilanz deutschen Schassens im vorigen Jahrhundert gezogen, unb wir finben in bem soeben erschienenen ersten Hefte neben Feuerbach unb Klinger auch weniger gehörte, wie bie von Hasemann, Burnitz unb L-chuch. Die „Schwarz-
bereits Anträge auf ihre Durchführung gestellt, aber noch! nicht darüber beraten wurde. Hoffentlich gehen die finanziellen und sozialpolitischen Vorteile, die Von vielen weiten aus der Erhebung dieser Steuer erwartet werden, im weitesten Umsang in Erfüllung. Der zweite zur Verhandlung gelangende Punkt betraf die Bewilligung eines Zuschusses für Sie Heimarbeitsausstellung in F r a n t f u r t. Der sozialpolitische Ausschuß hatte schon früher die Bewilligung von 200 Mk. beantragt, aber der Finanzausschuß, an ben damals die Sache verwiesen worden war, loar für Ablehnung, da hier fast keine Heimarbeit zu Hause sei. Die Mehrheit schloß sich oem Finanzausschuß an. Wir bedauern diesen Beschluß, deun für Hebung der sozialen Verhältnisse sollten fortschrittlich gestnnie Stadtverwaltungen immer zu haben sein, auch wenn sie im Einzeisall rein uumsrtel'bares Interesse an der Sack)e haben. Vor lvenigen Tagen erst hat Abg. Nautnann int Reichstag in einer warmherzigen Rede die VerbesserungsbedürstigUit der Heimarb.i.er-Vcr- hältnisse überzeugend tlargclegt und die Nützlichkeit der Heimarbeits-Ausstellungen hervorgehoben, und es wäre für Gießen keine Schande gewesen, von praktischen Finanzer- wägungen in dieser Frage abzusehen und Naumanns Spuren zu folgen. — Die nichtöffentliche Sitzung wurde dann mit einer sonst nicht üblichen Maßregel cingeleitet. Sämtliche Beam.e mußten das Bürzermetsterei-Gebäude verlassen, das hinter ihnen verschlossen wurde. Ob diese Geheimnisirämerei, die der Beratung der Leamtendienst- verhättnisse und der Gehaltserhöhungen gaU, wirtlich not- i wendig war, erscheint uns zweifelhaft.
Um 1/28 Uhr ersolgte Vertagung auf heute nachmittag 4 Uhr, da die Beratungen nicht zu Ende geführt werden konnten.
Kleines Feuilleton.
/— Aus Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: Eine Uraufführung erlebten wir gestern nicht im Schauspielhause, das aller bin gd auch mit einer solchen herankommen wirb („Die Meisterin", bem Werk einer Homburger Dame), sondern im Residenzthealer. Es handelt sich um das Werk eines Frankfurter Autors, und ob ber gestrige Erfolg, den bes Autors Freunde bem neuen Stücke bereiteten, stark genug sein wirb, um es aus feiner Verborgenheit herauszulreiben, möchte ick bezweifeln, wennschon bas Stück eine Reihe unverkennbarer Talentspuren aufweist. Es führt den Titel „Die Wa h l" unb fein Verfasser ist der Reserenbcrr Wenzel»Go lbba um. Eine junge Frau wirb vor bie Wahl gestellt, ob sie ihren Mann, ber zum Bettler geworben ist unb sich als ein brutaler Maoist enthüllt hat, verlassen unb einem anberen folgen soll, den sie Hebt, ober ob sie trotz allein bei ihrem Manne ausharren soll, der ein neues Leben beginnen will, unb sie braucht nun nicht ganz zusammenzubrechen. Dieses Thema aber ist für die Strafte bes Verfassers zu schwer gewesen, dagegen bekundet er unverkennbares Bühnengeschick in den Szenen, bie ben finaiv geilen Zusammenbruch des Mannes unb seiner letzten verzweifelten Rettungsversuche schildern. Die Aufführung bot ein überraschend Mt ^getöntes Ensemble. — Heute ist der Grundstein zu einem
ck kunst - Mus eum gelegt: der Inhalt dieses Museums wirb auf jeben Fall geschmackvoll fein . . . Dr. G Z.
77$^* Frankfurter Th eater fra gen befaßte sich dieser Tage die Diskutierabteilung des Demokratischen Vereins zu Frankfurt. Ein Referat bezeichnete die geringe uno überdies durch alelrhaud Vergünstigung noch einge-
Zahl billigert Plätze, das Syirein der Vorverkaufsstellen und die Umständlichkeit der Billetbestellung als die -Momente, die die Frankfurter Theater ihrer Bestinimung, V01ksbi 1 dungsstätten zu sein, entsremdeten. In ^^.Ihngen und lebhaften Diskussion wurden die Reform- ^rschläge des Referenten unterstützt und zum Teil ergänzt. Gin Redner empfahl, an den Theaterkassen Sonntags et ne 11 Vorverkauf für die ganze Woche einzu- Nchten. Von anderer Seite wurde auf die künstlerische ^"Kulän glich leit des Repertoires hingewiesen und die Gründung eines zweiten Schauspielhauses gefordert, ein Wunsch, der auch in dem Ver- hanßen nach einem städtischen Volkstheater zum Ausdruck kam. Ein Redner erklärte eine „Vereinigung der Theaterinteressenten" für geeignet, die Resormwünsche durch vUeutUche Agitation zu verwirklichen. Ein anderer Redner sich gegen den Rat des Sief ereilten, der Lheakeraktien- geieilschaft im Falle der Unnachgiebigkeit die Subvention zu
2 Uhr pünftti ioru rtra| Berlin übet Iroxi ion statt. 16 | k,Laa.'M5Üs iäiidler Siineibtv •r Vorstand.
Nr. 5« Erstes Blatt ~ 1S8. Jahrgang Freitag v. März LLS08
Sonntags. - Beilagen: T ja La A A. AA A A A A A A jährlich Mk. 2.20; durch
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