Ausgabe 
6.1.1908 Zweites Blatt
 
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2.

652

Brausebäder 1. Klasse 819 Männer, 67 Frauen,

2.

12-'

981

ißörse, 6. Januar, 1.15 Uhr.

93.90 | Elektnz. Lahmeyer

82.U0

Ubeischles. Eisen-Industrie 96.20

4%

3

%

Portugiesen

HI

83.00

190.70

193.50

227.70

137.6.

Kgl.Preuss.Klasseniotten'8

57

Elektriz. Schuckert . Eschweiler Bergwerk

% Gesten. Goldreute. . 76?o Uesterr. bilberrente

4

4:

4

. 194.00

. 215.00

. 105x0

Januar. Anfangskurse, llurpener Bergwerk. . i.auraiiütte . . . .

..uinuardeu E. B. .

Nordd. Lloyd . . .

l uraeuluse ....

Barpeuer Bergwerk Laurabütte . . . d>ordd. Lloyd . .

. 154.00 . 126.00

. 228.00 . 133 00 . 170.00 . 137 90 . 199.00

27.50

104.90

143.20

3^7, 3%

3Ji7< 6%

94.25

82.00

92 75

92.00

97 50

98.20

93.60

103.30

63.50

64.40

93 75

88.40

94.60

143.40

51.00

86.00

62.50

95.50

Ungar. Goldrente . Italien. Bente . . Portugiesen Serie I

4^°/o russ.StaatsanJ. 190a 4>$% japan. Staatsanleihe iy0 Uonv. Türken von 19u3 Türkenlose......

1% Grieeh. Monopol-Anl. .

äussere Argentinier . o°/0 Mexikaner . . . . 4>t7o Chinesen . . . .

Aktien:

Berliner dauaelsges. . . Darmstädter Bank . . « Deutsche Bank . . . . Deutscb-Asiat Bank . . Diskontu-Kommandit. .

Dresdner Bank . . . .

Kreditaktien.....

Baltimore- und Ohio-

Eisenlaim.....

Gottuardbahn.....

Lomuard. Eisenbahn . . Uesterr. Staatsuaün . . . Irinee-Henn-Eisenbahn .

27 60 144.70 117.00

7o9 Frauen, ,

Wannenbäder 1. Stla|)c 252 Männer,

Börse, 6 . . 156.20

Bochum Guss . . . Buderus E. W. . .

1 endens: ruhig.

Berliner

Canada E. B. . . .

Darmstädter Bank .

Deutscne Bank . .

Dortmunder-Union C.

Dresdner Bank . .

Tendenz; ruhig.

Gelsenkirchen Bergwerk . 185.00

Hamburg-Amenk. Paket!. 116.50

Ziehung der 1. Klasse 10. Januar. Lose sind zu haben bei

. 122.00

. 101.80

. 204 00

bekämpfen, aber mit Leuten wie Graf Oriola unD Frei­herr von Hohl sei ein Zusammengehen nicht möglich. Es gebe noch zahlreiche Nationalliberale mit ehrlicher liberaler Gesinnung, sie dienten aber nur als Aushängeschild, den Kurs bestimmen Leute wie Hehl und Oriola. Sodann wandte sich der Reimer gegen die Bürgervereine, die z. Zt. Dr. Becker begründe, um die Sozialdemokraten zu be­kämpfen. Bei solcher Art der Bekämpfung könnten sich die Sozialdemokraten ins Fäustchen lachen, denn damit gebe man chrem Gerede von der einen unterschiedslosen reaktionären Masse erst Berechtigung. Die Linksliberalen stellen die Sozialdemokraten auf denselben Boden, wie die übrigen Parteien, sie bekämpfen sie als Klassenpartei, wegen ihres Tones, wegen ihres Terrorisnms und weil sie ihr Programm auf der materialistischen Weltanschauung auf­gebaut haben. Der Liberalismus wolle eine schiedlich-fried- itche Trennung von Staat und Kirche, aber so wenig, wie er ein religiöses Programm wolle, wolle er ein materia­listisches rengwnsiei.toliches Programm. Dazu seien ihm Die gewaltigen sittlichen Kräfte der Religion für die Eut- wickeiung des Loitös zu wertvoll. Die Linksliberalen woll­ten kein AusnahmegcseH gegen die Sozialdemokraten, son­dern sie auf dem Boden der Gerechtigteit behandeln. Die Soziaidemorratie treibe lediglich eine Politik für Fabrik­arbeiter, sie hätte vielleicht eine große Kulturpartei wer­den können, aber unter dem Einfluß der Marx-Ortodoxen sei ihr es nicht gelungen. Nicht den Klas,eninteres,en wohnte eine parouluwen^e Kra,L inne, deshalo mujse man zurückkehren zu dem politischen Glauben unserer Väter, nie das Wohl der G-samt^eck erstrebten. Die Links liberalen wollten versuchen, die gegensätzlichen Interessen der ein­zelnen Stände auszugleichen und hofften, für dwse Politik auch, wenn auch nicht gleich, das Volk zu gewinnen.

Zu den nächsten die Gesetzgebung des Reiches und Hessens beschäftigenden Vorlagen übergehend, betonte Herr Korell, daß )te nur vom Standpunkt des Liberalismus be­urteilt werden müßten. Er sprach sich für direkte Reichs­steuern, insbes. den Ausbau der Reichservschaftssteuer, und sür das uueiugeschräutte Koalitionsrecht der Arbeiter aus

Otrr acOahion.

(Anonyme Au,ragen blerbcu unoerna,tätigt.)

Herrn Rechtsanwalt Fischer. Ans Ihren besonderen Wunsch teilen wir n ochmals lest, dag der in unserer Lylvesternununer mugeieiUe Weisyeilsspruch nicht von Ihnen herrührt und daß Sie, loiveil uns betaiuit, in keinerlei Beziehung dazu stehen.

Httrchttche Uad?rtd?tcite

Evangelische Gemclnoc.

Montag den 6. Januar, abends 8 Uhr mt Konsirmandensaale der Johaiineskirche: Blbelsiunde. Pfarrer Ausseid.

Fritz FSimm

Kgö Preußischer Lotterie-Einnehmer.

Walltorstratz« 63. --- Scrns»r°K°r 237.

und wandte sich dagegen, daß seine Freunde die Partei des Kapitalismus hilbCten, wie dies namentlich von den Bündlern behauptet werde. In den Steuer,ragen sei der Standpunkt des Liberalismus der der Gerechtigkeit. Be­züglich des Hess.scheu Wahlrechts sagte er, daß die Links- nberalen gegen jede Machterweiternng der 1. Kammer seien,lieber eine Bevormundung dura) Wahlmänner, als eine solche durch die 1. Kammer oder richtiger, durch Freiherrn von tzeyl." Auch für Preußen mu,,e ein freies Wahlrecht gefordert werden. Der liberale Standpunkt in Der Wahlrechts,rage sei, daß jeder Staatsbürger, der seine Pflichten gegen d.e Gesamtheit erfülle, auch dasselbe Recht haben müsse. Sodann irihfierte Herr Korell scharf den Reichsgesetzentwurf, insbes. den Sprachenparagraphen. In Anknüpfung an den Mvitle-^ardenprozeß foLoerie er, daß den verantwortlichen Ministern ihr verfassungsmäßiger Einfluß nicht durch unverantwortliche andere Leute ge- Ichmäiert werden dürfe. BezugUch der Blockpolitik führte er aus, er erkenne an, daß Taktik sein müsse, wenn man politisch erwas erreichen wvlie, aber sie dürfe nicht in Grundsatzlosigkeit ausarieu. Zum Schlüsse faßte der Redner seine "Ausführungen baljdi zusanlmen, das Ziel oes Liberalismus müsse fein, dem Volk wieder das Ver­ständnis da,ür zu ö,suen, was der Liberalismus eiaent- lich ist. b

Nachdem sich der dem Redner gespendete lebhafte und langanhaDende Beifall gelegt hatte, vertrat in der Dis­kussion Stadtv. Busold in längeren Ausführungen den fozialdemotratischen Standpunkt und emtere damit den lärmenden Beifall seiner zahlreich anwesenden Partei­genossen. Pfarrer Korell {teilte in seinem kurzen Schluß­wort in Aussicht, bald wieder nach Friedberg kommen zu wollen, um Herrn Busold ausführlicher zu antworten, da oer Saal wegen einer anderen Veranstaltung geräumt wer­den mußte.

Um / Uhr schloß der Vorsitzende, Landtagsabg. Damm, die Versammlung.

Frankfurter Reichsauleihe . . do. . . Konsols .... do. .... Hessen.....

Überliessen . . .

infolge deren der Dberföfier in Haft genommen wurde.- Gegen Frau v. LevcmdowSki schweben mehrere Anzeigen wegen Betrugs. Sie taufte, ohne Geld zu besitzen, drei kostbare Hüte und lieh Geld dazu. Außerdem befaßte sie sich mit Heiratsvermittelung. Nach der Katastrophe fuhr die Frau zur Beisetzung des Leutnants v. Schmidt nach Stade und er­zählte den Eltern des Leutnants eine ganze Schwindelgeschichte.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gieße».

Märkte.

Gießen, 4. Jan. Marktbericht. Auf heutigem Wochen- maitie kostete: Butter pr. Psd. 0.951.00 Alk., Hühnereier 1 St. 910 sl>tg., Käse pr. St. 68 Pf., Kasematte 2 St. 56 Pfg Erbsen p. Pid. 1824 Psg., Linsen p. Psd. 2540 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,801,00 Alk., Hühner pr. St. 1,001,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Alk., Gänse pr. Psd. 6070, Eilten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Alk., Lchstnslelsch pr. Psd. 8288 Pfg., Kuh- und Rindfleisch px. Psilnd 8082 Psg., Schweinefleisch pr. Psulld 7084 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd. 88 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 7080 Psg., Hammelfleisch pr. Psd. 6184 Pfg. Kartofseln pr. 100 Kg. 5.506.00 Ack., Zwiebeln pr. Ztr. 5,006,00 Atk., Milch per Liter 20 Psg., Weißkraut oer Stück 000 Psg., per Zentner Atk. 0.000.00. Aepfel per Ztr. 1025 Atk., Birnen per Ztr. 1025 Atk. Nüsse 100 Stück 4000 Pfg., per Ztr. 000 Atk. Atarktzeu von 82 Uhr.

Telefonische Kursberichte

des Giesseuei Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Hande) und Industrie, Giessen.

Dampf- u. Heißluftbäder, sowie Massage zus. 116 Männer, 12 Frauen. Die Personenwage wurde von 140 Personen benutzt und das Vad von 6 Personen besichtigt.

** 3 m St o 1 u ij c u m brachte der Jahreswechsel wieder­um ein recht reichhaltiges Programm, das bei den Be­suchern fortgesetzt großes Intereffe findet. Es wird eröffne! durch Fräulein Edwards, die als Frosch-Imitatorin eine Reihe erstaunlicher Gliederverrenkungen mit vieler Grazie, aus führt. Dann tanzt uno singt französisch und deutsch eine franz. Soubrette, Fräulein Gregoire, mit dem ganzen unnachahmbaren Schick, der den Französinnen angeboren ist. Ein sehr nettes Singspiel ist die von beit Eamp- tinis ausgeführte Alte-P<eibermühle, in der tatsächlich aus einem alten Weib lein ein junges Mädchen ioiro, bas sich bann noch verschiedentlich verwanbelt. Der anschei- nenb recht jugendliche Humorist von M l i e tz k o - E ck e r s- borf bringt verschiedene recht geistreiche Sachen, bet denen ihn seine unglaubliche Zuugenserligteit außerordent­lich begünstigt. Ein vornehmes Ausstattungsstück, bei dem elektrisches L.cht und dressierte Hunde fich nut den beiden Hanöver vereinen, um eine effeftüöhe Lanzausführung zustande zu bringen, gefällt sehr durch die gefällige uni­originelle Art der Duroietung. Die vier Lallen bas, die akrobatische Kunststücke barbieten, bürfen zu den beffe- ren berqrtigen Künstlergruppen gerechnet werden. Erstaun­lich sinb namentlich die Saitos, die in steter Abwechslung gezeigt werden. Tie Truppe die aus 1 Dame und 3 Herren besteht, zeigen später noch Marmorbilder, ober richtiger gesagt Gruppenstellungen und Pyramiden in Mstrmorcostu- men. Recht nett ist bie mu, italische Ausstatiungspanto- mime von Paul und Emma Helbon. Blumentöpfe, 2rp,el- baum usw. find bie Fnftrumeute, die beide Künstler spieteii und Elertrizttät uno Schmiedefeuer geben dazu der huoschen Ausstattung ein effektvolles farbenprächtiges Gepräge. Gro­teske Tänze und einige lomische Klewergefchiusten find das Reperwire der Del fas, bie damit grogen Jubel erregen. Eine Vorführung, die eigentlich in Den Zirkus gehört, ober auch auf der Kolos,eumsbühne sich recht gut aus­nimmt, ist bie Dressurnummer von Ferdinand Mes q u e z, ber mit seinemklugen Hans" uno einem Hund eine richtige Kunstreiterpime vor fuhrt. Ein Wort ber Anerken­nung verdient diesmal auch der Kinematograph, ber u. a. recht nette Winterfporlbilder aus der Schweiz zeigt.

-1. Großen-Linden, 4. Jan. Die hiesige Klein- ki n der schule, bie jetzt ungefähr 12 Jahre besieht und von über 90 Kindern besucht wirb, hat zu Weihnachten von Herrn Fernie, dem früheren Inhaber des Gießener Braun- stelnbergwerkes, eine beträchtliche Zuwendung erhallen, bie mit großem Danke angenommen wurde.

= ftmjenbad), 3. Jan. Der seit einen Jahr von der hiesigen Spar- unb Darlehnskasie eingesührten Sparlarten- verkauf, wonach allwöchentlich kleinere Beträge von 10 Pfg., 20 Psg., 50 Pfg. und 1 Mark angelegt werden können, hat sich al- ein überaus segensreiches Institut für unsere Gemeinde erwiesen. Es wurden von der Kasse 1907 9443 Karten zu 6077,70 Mark auSgegeben. Gewiefj em schöner Betrag, bei von kleinen Leuten, meistens Arbeitern, innerhalb eines Jahres verzinslich angelegt wurde.

jamihcit4laazrkd)tcn.

Verlobt: Frl. Emmy Grethen m oiegen mit Herrn Karl Kolck in Essen. Frl. Atarie Torr in Gleimenhain mit Herrn Wilhelm Pauli in Kirtorf. Frl. Lina Melchior mit Herrn Heinrich ftnierim in Alsield. Irl. Berta Schneider in Schwaben- rod mit Herrn Peter Atüller in Zell. Frl. Anna Reidelmg m Eifa mit Herrn Heinrich Graulich in Ramiod. Frl. Helene Emmerich nut Herrn Emil Dornbusch in Wetzlar. Frl. Ottilie Mehring in Schotten mit Herrn Ernst Burg tu Grimberg. Irl. Greta Eise in Schotten mit Henn Otto schmalz m Hungen. Frl. Christine Schäler in Angenrod mit Herrn Friedrich Falk in Elpenrod. Frl. Minna Plauz mit Herrn Hugo Klmgelhösfer in Alsield. Frl. Luise Schultheis in Elpenrod mit Herrn Julius Weiß in Klemhof bet Schwäbelt rod.

Geflorbene: Herr August Reich I. in Bad Nauheim. Herr Georg Fenner und Frau Julie Feuuer tu Friedberg. Herr Heinrich BoUmöller tu Lauterbach. Frau Atarie Gerhardt, geb. Pia ff, tu Wetzlar. Herr August Volkmar in Burgsolms. Herr Heinrich Steuuet'er, Hrau Kaihariua Kegler, geb. Brtei, und Frau Hatiptutaun Ehrlsllieb, sämtlich m Aiarburg. Herr Friedrich bteuhails in Atarburg. Herr Kehrer a. D. Heinrich Pieck tu Atarburg. Herr Steinhauer Ludwig Seibert tu Marbach. Herr Planer a. D. Tr. Burgmann m Atarburg. Herr Alt- bürgeimeqter Adam Hounanu'lV. m Bönstadt. Herr Kömgl. Konslstorial-Prästbeut a. D. Ernst Scheffer tu Cassel. Frau Heinrich Simeriem IL Wwe., geb. Reinemer in Bad-Nauheim. Frau At. Bamberger, geb. Schütz, tu Garbenhetm. Frau Heb­amme Elisabeth Althen, geb. Schmer, in Ntederwetz. Herr Theodor Lift II. in Lauterbach.

»* ö,c stra,,te''

Dsarrer Korell üver die Aide des Llbcraiismus

X Friedberg, 5. Januar.

Sjn hiesigen Saalbau sprach heute in einer vom links- ltoeralen Lolalausschuß einberufenen Versammlung, die von etwa 500 Zuhörern aus allen Parteien besucht war, Pfarrer Korell über die Ziele des Liberalismus. Er führte einleitend aus, daß der Liberalismus von jeher viele Ideen gehabt, von dec die übrigen Parteien sämtlich Gebrauch machten, aber wenig orgunisawrisches Talent entwickelt habe. Deshalb muffe er sich vor allem fester organisieren. Wo er dies tue, stoße er überall auf den Bund der Landwirte bezw. den Bauernbund, die höchstens die Nationalliberaien zunäihst noch schonten. Die Lweralen de- tämpsen den Bund in erster Linie, lueil er eine Stassen- Partei sei, die gerade so wie bie 5tiaj(enpartei der Sozial- bemotratert die Motive der Gegner verdächtige und terro- Lisrisch kämpfe. Zwar werde die bunole-rtfche Agitation schöner aufgeputzt, indem man vorgeve, aues was man tue tue man für das Vaterland. Aber seine Kampfesart sec verletzend und mitleckrsios, z. B. in der Frage der Fleijch- not (bei der er übrigens durchaus nicht der,echen Meinung wie die Großftadtpresse gewesen sei). In dieser Hin­sicht erinnere er nur an oen Antrag des Abg. Kohler im he,fischen Landtag, den er i-brigcns für den be,.en, rüchtig- « 4,sreiheitlichsten Bündler hatte. Die Agitation des Bundes habe durchaus einen berechtigten Kern, weil sie mrf eine Stärkung und Kräftigung oes Landes uno des Baueriistanoes hinausgehe. Aber die Art, wie der Buno dem Bauernstände Hel,en wolle, fei nicht die richtige, vor allem die Zollpolitik. Sie helfe dem Landvolk nicht auf und den Lweralen stehe der Bauer über dem Bauernbunö und das Lor, über dem Bund der Landwirte

lieber das Verhältnis der Liukch^era^n äu den Natio­nalliberalen führte oer Redner aus, es Lege den Frei­sinnigen fern, das Liberale im Nationalliberalismus zu

112 10

84 Frauen, 408

* Verhaftung von Anarchisten. Bei einer ge­heimen Zuiammenkunst m der Wohnung eines russischen Anarchisten m Eharlotteckburg sind 3 Frauen nnd 14 Aiänner, meist Russen, verhaftet worden. Alan sand eine Unmenge von Schriftstücken vor, deren Inhalt gegen den § 128 des Str.-G.-B. (Geheimbündelei betr.) verflögt. Es handelt sich offenbar um eine geheime Sitzung des Zentral- Komitees der russischen Arbeiterpartei. Ein Ehepaar und der Kaufmann Sascha Bloch sind Deutsche. Unter den Fest- genommenen befindet sich auch ein reicher Russe, v. Tfchlt- Icherm, der diesen Flamen aber verleugnet und als ,A. Or- natzki" dem ^ausländischen Zenlralbureau der sozialdemo- kcatischen Arbeiterpartei" angehört. Außerdem wurde em Weden erst aus Stockholm zugereister delegierter der russischen Sozialdemokraten verhaftet. Wahrscheinlich wird em neues Geheimbund-Strafverfahren nicht emgelcitet werden, da es noch zweifelhaft ist, ob das Material nicht aus der Zeit vor dem Prozeß gegen Troffinow und Genossen hecrührt, und da eine Tätigkeit der Gruppe schwer nachweisbar isl, so wurde denn auch^berests Bloch mit dem deutschen Ehepaar und ein ruflischer Schriftsteller zuerst entlassen und bald darauf auch die drei anderen in Freiheit gesetzt. Sie haben über sofort einen Ausweisungsbefehl erhalten, wonach sie innerhalb 24 Stunden die Grenze zu überschreiten haben.

Einem Ehedrama in Wilmersdorf bei Berlin, das sich bereits vor ungefähr drei Monaten abgespielt hat, ist die Polizei durch eine anonyme Anzeige jetzt auf die -spar gekommen. Ueber die Einzelheiten der Tragödie erfährt man folgendes: In der Kaiser-Allee ivohnte bis vor kurzem der Obeiföstec v. Levandoivskl mit seiner Frau. L. war viel von Haufe abwejend, da er sich häufig auf Reifen befand; lerne Frau nun empfing m der Zwischenzeit öfters Besuch von Herren. Eines Sonntags morgens kehrte Oberföster v. L. unerwartet zurück und überraschte dabei seine Fran m sehr mtimem tete-ä-tete nut einem Leutnant v. Schmidt. Der betrogene Gatte zog seinen Revolver und jagte dem Lieb- babec feiner Frau eine Kugel in den Unterleib. Frau v. L und ihre Gefellschafterin S. holten sofort einen Arzt, der' die Ueberfuhrung des Schwerverwirndeten m ein Sanatorium an­ordnete Lort starb der Offizier nach einiger Zen infolge S Operation, die sich durch die Verwundung

1,01,9 9emQ^ ^tte. Eist vor kurzem wurde der Polizei von Mitteilungen über die erschütternde Ehe- tragodle, sie ftellte fogletch umfangreiche Ermittelungen an

freiwillig ausgcschiedeni: Telegrcrphcngehilstn Scho ber in Gießen. Gestorben: Postverwalter a. D. Kammer in Londorf.

* Frequenz des VolksbadeS 1907. Im abge- (aufenen Jahre wurden im Gießener Bolksbud 116 809 Bäder. 454 mehr als im Vorjahre, abgegeben. Diese Bäder verteilen sick (wobei die Bäder des Vorjahres in Klammern angegeben sind) auf: 63 041 Schwimmbäder, darunter 12 965 Vottsbäder zu 10 Psg. (67 841, öarmucr 13179 zu 10 Psg.), 20 043 Wannenbäder (19 174), 2021 Heißlust- und Tampibäder (2148) und 27 282 Brause­bäder (31 704). Ten stärksten Besuch hatte wieder wie im Vorjahre der Juli aulzuweljen mit 13 396 Bädern (12 867), während dies­mal der Februar mit 7303 Badern die schwächste Frequenz zeigi (Dezember 7344). Interessant sind die einzelnen Besuchszisfern bei verschiedenen Badenden, wenn man sie nach Geschiechteru trennt. Schwimmbäder nahmen 30 228 i3ö 649) Aiänner, 8683 (8v85) Knaben, 6363 (6516) Frauen und 4802 (3512) Mädchen; Volks­bäder im Schwimmbajstt': Aiänner 9825 (1040), Frauen 3140 (3139); Wannenbäder 1. Klasse: Aiänner 3508 (3441), Frauen 1360 (1277), 2. Klasse: Männer 8839 (84o8), Frauen 6336 x6u41), ömlsch-irische, Dampidäder, Massage und Tusche, minner 1698 (1801), Frauen 323 (341); Brausebäder 1. Klasse: Aiänner 1097a (8675), Frauen 1528 (1345), 2. Klasfe: Aiänner 16 725 (14 842), Frauen 2476 (2420). Wannenbäder zu ermäßigten Preisen, von denen tm Vorjahre noch einmal Gebrauch gemachi war, wurden tin Jahre 1907 überhaupt nicht begehrt. Im Dezember wurden 7721 Bader verabreicht gegen 9351 un 9iovember 1907 und 7344 tm Tez. 1906 ober un Durchschnitt pro Tag 249 Bäder gegen 312 tm Hiovember 1907 und 237 tm T ezembei 1906. Der Be,uch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt:

Schwimmbad: 3499 Aiänner, darunter 5ö8 zu 10 Psg.,

Januar

1908

Barometer atü 0° reduziert

Temperatur der Lust

Absolute Feuchtigkeit

Sielatine Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

5. 2

756,1

6,4

2,3

84

N

2

Sonnenschein

5. 9

756,9

- 11,8

1,7

97

WNW

2

KlarerHimmel

6. 73i

757,7

14,1

1,0

100

WSW

2

Leichter Siedel

Höchstt

Temp

eratur

am

5.

Januar

6,1 0 C.

Niedrigste

4

. 5.

u

lo,3 " C.