Ausgabe 
4.5.1908 Zweites Blatt
 
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körn die Anwesenden.

Handel

des

91.051 Elektriz. Lahmeyer

Si

Portugiesen

III

Schluß folgt.

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Tel $

verletzten. Das Motiv der Tat Doch mcht sich^ ^gestellt.

3% Wk

Italien. Bente . . .

Portugiesen Serie 1

4% 3%

3%

81.50

91.20

81.65

90.60

91.50

98 45

98.85

93.00

Harpener Bergwerk Laurahütte . Lombarden E. B. N'ordd. Lloyd . . lürkenloae . . .

200.00

209.00 23.50

94.00

150.40

Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . « Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat Bank . , Diskonto-Kominaudit. . . Dresdner Bank . . . . Kreditaktien Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn Gotthard bahn Lombard. Eisenbahn . . Uesterr. Staatsbahu . . . Pnnce-Heuri-Eisenbahu .

, 136.50 . 174.50 . 138.35 . 197.40

Oanada E. B. .

Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . , Tendenz: still.

Elektriz. Schlickert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. PaketL Harpener Bergwerk. . . Laurahütte Kordd. Lloyd . . . . . Obeischles. Eisen-Industrie

U.d.Pr Bayer

Wk 3%

4>4°/e russ.iStaatsanl. 19Uu 4>4o/0 Japan, btaatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose 4% Grieoh. Monopol-Aul. . 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . 4>ä*7o Chinesen . . . .

Aktien:

Beichsanleihe do.

Konsols . . do.

Hessen . . . Oberhessen

86.50 17a.

23 30

148.70

118.50

60.70

6210

94.60

86.70

95.10

149.90

49.30

85.10

65.40

98.75

m jeder beliebigen Schriftart uno forte, sowie mit Zirkeln aller stuoentitchea

trachtsbundeS. Er fand sein warmes Empfinden zu betätigen. Ehre und Hochelheim,

122.50

111.00

211.90

193.60

109.90

199.60

209.00

94.70

101.30

162.50

124.20

232.00

an diesen Stellen reiche Gelegenheit, für das Wohl seiner Mitmenschen Friede seinem Andenken.

2. Mai. Das 3. Bundesfest des

Hütten berger Sängerbundes wird in Verbindung mit dem 25jährigen Jubelfest unseres GesangvereinsFrohsinn" am 28. und 29. Juni hier stattfinden. Schon jetzt ist man eifrig mit den Vorarbeiten zum Fest beschäftigt.

X Wetzlar, 2. Mai. Die Verhandlungen, die zwischen dem konservativen und dem nationalliberalen Verein wegen Unterstützung des konservativen Landtagskaudldaten Regieruugs- rat a. D. S ta a km a li n, geführt wurden, haben zu feinem Ergebnis geführt. Voraussichtlich wird die nativ n a (liberale Partei nunmehr einen eigenen Kandidaten aufstellen. Von den Sozialdemokraten ist Kremser-Frantfurt als Kandidat

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Farben Pi!

4% Oesterr. Goldrente. . 4*/6 S6 Oesterr. Silberrente 4 So Ungar. Goldrente . .

* Eine Ehetragödie. Wie aus Lippoldhausen (Wests.) gemeldet wird, erschoß im Schlosse Buddenburg in der Nacht

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Alles, sadilid Kunst sen:H< ungen auf de ungen

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Berliner Börse, 4. Mai. Anlangskurse.

Börsen-Wochenbericht.

Frankfurt a. M., 1. Mai.

Die Reichsbank ist in dieser Woche endlich zu einer, Er­mäßigung ihrer Rate geschritten, auf den Geldmarkt selbst blieb dies aber ohne jeglichen Einfluß, vielmehr hat der Privat-- diskonto vorübergehend noch etwas angezogen. Tie Spannung zwischen Bank- und Privatdiskonw war eben schon erheblich, so daß das leichte Lockern der Tiskontoschraubc auf dem offenen Markt ohne Eindruck blieb. Ueberdics wies der Präsident der Reichsbank in der Sitzung des Zentralausschusses auch daraus hin, daß die Rückflüsse zur Bank sich nur in einem langsamen Tempo vollziehen und voraussichtlich auch in nächster Zeit keine größeren Dimensionen annehnten werben. Unter diesen Umständen wird man an dem jetzigen Satze von 5 Prozent wohl länger sesthalten müssen und dadurch hat unsere Industrie immer noch mit verhältnismäßig teurem Geld zu rechnen, mit teurerem als das Ausland. In London, woselbst der Geldmarkt neuer­dings sich zwar auch ein wenig verstellte, notiert der Privat­diskonto nur 2 3,d Proz. bei einem offiziellen Banksatz von 3 Proz. und auch New York hat augenblicklich billige (Äeldsätze. Tie Emission der Pennsylvania-Anleihe unter der Patronage Rothschilds hatte unter diesen Umständen sowohl in Mw York als auch in London großen Erfolg und dadurch wurde die Newyorker Börse stimuliert. Indessen ivird man diesen Er­folg nicht überschätzen dürfen. Die amerikanischen Eisenbahn­gesellschaften haben noch immer großen Geldbedarf und ob dieser ohne Störung des Geldmarktes befriedigt werden kann, steht noch dahin. Tie wirtschaftlichen Verhältnisse sind noch nicht günstig. Bemerkenswert ist übrigens, daß sowohl in England als auch in Amerika der Rückgang in der Industrie schroffer in die Erscheinung getreten ist als bei uns, trotzdem beide Länder schon länger billigeres Geld haben als wir; aus den statistischen Aufzeichnungen ,116er den Arbeitsmarkt geht dies deutlich hervor. £b nun die niedergehende Kurve im Wirt­schaftsleben schon überwunden ist, das läßt sich nicht sagen. Tie offiziellen Berichte vorn dentfchen Kohlenmarkt wußten dieser Tage eine Belebung des Geschäfts zu melden, die Richtigkeit dieser Tendenzberichte wurde aber stark in Zweifel gezogen. Immerhin wird man nicht aus dein Auge lassen dürfen, daß die Eisen­industrie, um das Kohlensyndikat zu einer Preisherabsetzung zu zwingen, mit der Eindeckung ihres Bedarfs teilweise zurück- gehalten hat und infolgedessen bald zu neuen Abschlüssen ge­nötigt sein wird. Ob dadurch eine Besserung des Kohlen- Marktes herbeigeführt wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls wur­den auf diese Aussicht hin aber Teckungsräufe in Mont anpa­pieren ausgefühlst, die die Kurse dieser Papiere teilweise um mehrere Prozent hoben. Bankaktien setzten dagegen ihre leicht rückläusige Bewegung fort. Auf dem Bahnenrnarkt erzielten amerikanische Sorten in Sympathie mit Newyvrk Kurs­avancen; man rechnet damit, daß sich Tariferhöhungen in Amerika durchführen lassen. Oester re ichische Nordwest-und Elb- thal-Aküen waren auf Verstaatlickwngsaussichtcn weiter gebessert. S ch i f s a h r t s a k t i e n matter. Bon I n d u st r i e w e r t e n zogen Elektrizilätsattien weiter an, chemische Aktien schwächten |id) aber etwas ab. Fonds behauptet, amerikanische Eisenbahn-Bonds leicht gebessert.

Privatdiskonw 4 \\ Prozent.

Be

iber Na(

Telefonische Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt vou der Bank für und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse, 4. Mai, 1.15 Uhr.

die Freifrau bisher nicht vernehmungssahrg war. Die Ehe des freiherrlichen Paares ist erst im November 1907 zu Berlin ge­schlossen worden. Die 26 jährige Freifrau ist eine Tochter der in Berlin wohnenden Majorswitwe von Strombeck. Ruex- leben hielt sich meistens in Dortinund aus und war vor drei Tagen von einem achttägigen Aufenthalt von dort nach jeinem Schlosse zurückgekehrt. Zerrüttete Vermögensverhältnisse in Ver­bindung mit Eifersucht sollen die Ursachen der Tat sein. Der Baron war in großer Geldverlegenheit. Zahlreiche Gläubiger konnten keine Zahlungen inehr erhalten. Die Freifrau ist tödlich verwundet und wurde von den Aerzten aufgegeben. Frei­herr von Ruexleben ist von Frankenhausen in Thüringen ge­bürtig, wo seine 9Jhitter noch lebt. Im Ankleidezimmer der

Frau v. Ruexleben muß es, als ihr Gatte nachts -nach Hause gekommen war, zu einer furchtbaren Szene gekommen sein. Die Mordwaffe ist eine Browningpistole. Der an der an­deren Seite des Korridors schlafende Vetter Ruexlebens, Herr v. Poseck, wurde durch das Knallen der Schüsse und Hilseruse aus dem Schlafe geweckt. Er sprang auf den Korridor; hier wankte ihm der Verwundete entgegen und fiel ihm mit dein Rufe in die Arme:Das Weib hat mich erschossen." Während man fiel) in einem offenen Zimmer um ihn bemühte, feuerte Frau von Ruexleben in ihrem Zimmer zwei Schüfse mit der gleichen Waffe gegen sich ab. Die Schüsse waren unterhalb des Herzens eingedrungen und im Rücken herausgekommen und hatten edle Teile verletzt. Ruexleben hat ein Testament hinterlassen, nach welchem er seinen Bruder, einen Leutnant, zum Erben ein- 'etzt. Eigentümlicherweise ist das Testament erst kurz vor der Katastrophe geschrieben. Das frühere Fräulein Wanda von Strombeck, eine ausnehmend schöne, große bwnde Erscheinung, ist in der reichshauptjtädtischen Gesellschaft als überspannt be­kannt gewesen. Kaum 20 jährig veröffentlichte sie ohne Wissen ihrer Angehörigen einen Band Liebesgedichte, die an drastischer Erotik und schwüler Liebessehnsucht noch die Verse eine Marie Madelaine und Galengube hinter sich ließen. Als ein Skan­dal drohte, kauften die Verwatrdten alle Exemplare auf.

Vermischtes.

* Die Knöpfe der Prinzessin Viktoria Luise. Der Berliner Korrespondent desPiccolo" weiß eine kleine Geschichte aus dem Familienleben des Kaiserhauses zu berichten: Kurz vor der Abreise nach Korfu wurde für die junge Prinzessin, wahrscheinlich für die Steife, ein Diatrosenkleid bestellt. Die Tochter des Kaisers war über das neue Kleid entzückt; nur eines gefiel ihr nicht: die Knöpfe.Könnte das nicht geändert werden?"Gewiß, königliche Hoheit", erwiderte die Schneiderin, nichts leichter als das, ich habe zu Hause eine reizende Gar­nitur Knöpfe, die ausgezeichnet passen würden".Ja, aber warum haben Sie die denn nicht gleich drangemacht?"Warum? Ja, jeder Knopf kostet eine Mark." Die Prinzessin fand das im Stillen sehr teuer. Aber die Versuchung ,var sehr stark und nach einigem Zögern sagte sie:Schön, ich werde Papa nach Tisch fragen und Ihnen dann Bescheid sagen." sJIqcI) Tisch erwartete die Schneiderin den Beschluß. Ein wenig niedergeschlagen erzählte die Prinzessin:Nein, Papa erlaubt es nicht. Er sagt, eine Mark für den Knopf sei zu teuer, so könne man das Geld Nicht zum Fenster hmauswerfen."

Ans Stadt nn- Lnnd.

Gießen, 4. Mai 1908.

* Lehrerpers onalien. Uebertragen wurde dem Lehrer H. Ruths zu Dudenhofen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Groß-Steinheim und dem Lehrer Joh. Schmuck in Essenheim eine Lehrerstelle an der Gemsinde- schule zu Undenheim.

** Jungliberale Versammlung. Auf die morgen abend stattfindende jungliberale Versammlung imEinhorn" sei noch einmal hingewiesen. Der jungliberale Verein eröffnet damit das Sommerhalbjahr,. wie er überhaupt versucht, die politische Jndiffereriz im bürgerlichen Gießen zu beseitigen. Zahlreicher Besuch ist dringend zu wünschen und wird sich auch lohnen.

** Tie o b e r he s s i s ch e n Jungvieh- und Fohlen­weiden. Nachdem von den Kurawrien der Jungvieh- und Fohlenweidcn die W i r t s ch a s t s p l ä n e für die Weide- pcriode 190 8 ausgestellt und genehmigt sind, wird auf allen Weiden emsig an der Herrichtung der Wcideschläge, der Reparatur, der Umzäunung und der Fertigstellung von Ergänzungsbauten gearbeitet. Von größeren Neueinrichtungen seien erwähnt: Die Anlage einer Ur ca. 30 Fohlen berechnete Fohlenweide in Ver­bindung mit der seitherigen Rinderweide im Göringer Grunde bei oclt, die Errichtung eines neuen Pritschenlagers im Stalle der Iungviehweide Wernings und die Herstellung neuer Umzäunungen auf den Weiden in Tiergarten bei Hungen und in Lauterbach. Die 4 vorn Landwirtschaflskammer-Ausschuß unterhaltenen Weiden können int kommenden Weidejahre folgendermaßen ^betrieben wer­den: 1. Tie Fohlenweide in Tiergarten mit <0 Fohlen, 2. die Jungvieh- und Fohlenweide in Lauterbach mit 20 Fohlen und 50 Rindern, 3. die Jungvieh- und Fohlenweide in Zell mit 30 Fohlen und 55 'Rindern, 4. die Jungvieh- und Fohlenweide in Wernings mit 80 Rindern und mit einer beschränkten Anzahl Fohlen, falls die Weide nicht mit Rindern voll besetzt wirb. In 'Anbetracht der großen Wichtigkeit, den die Weiden aus Gesundheit, Entwickelung und Gebrauchsfähigkeit von Rindern und Fohlen ausüben, ist zu er^ivarten, daß die Anmeldungen recht zahlreich auSfallen, und es dürste sich empfehlen, dieselben durch Ausfüllung eines von dem Bureau des Landwirtschaftskammer-Ausschusses in Alsfeld, oder den Geschäftsführern der betr.z Weiden erhältlichen AnmewescheineS baldigst zu bewirken, da bei Ueberschreitung der ' höchst zulässigen Betriebszahl, die zuletzt eingetroffenen Anmel­dungen zurückgewiesen werden müssen. Von denselben Stellen töuiien auch die gedruckten Weid:ftatuten und Versicherungs-Be­dingungen aus Wünsch jederzeit bezogen werden.

** Beginn der landwirtschaftlichen Haushal- lungsschule zu Liu dH e im. Die unter Leitung der Land­wirtschaftskammer stehende landwirtschaftliche Haushaltungsschule zu L i n d h e i m eröffnet am 2. Juli einen neuen fünfmonat­lichen K ursu s. Der Zweck und die Aufgaben der Schule bestehen in der Heranbildung von Mädchen aus dem Bürger- und Landwirtstande zu künftigen tüchtigen Hausfrauen durch ange­messenen theoretischen Unterricht und praktische Unterweisung in allen in einem bürgerlichen Haushalt vorkommenden Verrich­tungen. Der Preis für Wohnung und ALobiliarbenützung be­trägt für Mädchen aus Hessen 20 Mk., für Nichthessinnen 30 Mt. Der Preis für Verpflegung wird zum Selbstkostenpreise berechnet. Der Unterricht ist unentgeltlich. Alle Anmeldungen, die baldigst erbeten werden, sowie Anfragen, sind an die Landwirtschaftskammer für Hessen zu Darmstadt, Nhein­straße 341 zu richten, welche zu jeder Auskunft gerne bereit ist. Die Ortsschulkommission der Haushaltungsschule zu Lindheim ist zur Ausknnftserteilung bereit.1

X Nidda, 2. Mai. Bei der durch die Bahnhofs- erroeiterung nötig gewordenen Verlegung der Wasser­leitung nach den oberhalb der Bahn gelegenen Häusern wurde der Schlosserlehrling Breitenbach, der mit Ver- nuiffung der Rohre in einem Leitungsgraben beschäftigt war, von einer 2 Meter starken Erdschicht verschüttet und konnte erst nach 25 SDhnuten langer angestrengtester Arbeit herausgegraben werden. Ein neben ihm stehender Arbeits­kasten, der die Hauptlast der herabgefallenen Erdmasse zu tragen hatte, rettete den Jungen vom Tode. Er scheint bis jetzt besonders schwere Verletzungen nicht erlitten zu haben.

Darmstadt, 2. Mai. General Rau, Exzellenz, ein alter Offizier, der sich in allen Kreisen unserer Stadt der größten Sympathien erfreute, ist in dec verflossenen Nacht nach längerem Leiden aus dem Leben geschieden. Der Verstorbene war Kommandeur des 111. Infanterie-Regiments in Rastatt und zuletzt Festungskommandant in Reubresiach. Er nahm nach seiner Pensionierung dauernden Aufenthalt in Darmstadt. Viele ' Jahre war er Meister vom Stuhl der hiesigen Loge und zugleich Großmeister des hessischen Ein-

zogm zu Mecklenburg, vorn lutherischen Glauben zum griechisch- orthodoxen hat mit gutem Grunde in Deutschland eine pein- licku Verstimmung hervorgerufen. Die Großfürstin hat so­eben, am 2. Mai, ihren 54. Geburtstag gefeiert; als sie vor 34 Jahren, am 16. August 1874, die Gemahlin des Großsürsten Wladimir wurde, hatte sie allen Bestrebungen, sie zur ortho­doxen Kirche zu bekehren, energischen Widerstand entgegen­gesetzt. So wurde sie denn auch bisher stets als ein leuch­tendes Beispiel der Glaubenstreue gefeiert, namentlich so oft wieder eine deutsche Prinzessin einer vorteilhaften Ehe wegen die angestammte Religion abschwur. Jetzt wird der Uebertritt der Großfürstin dem russischen Volke durch einAllerhöchstes Manifest" des Zaren mitgeteilt, das so charakteristisch ist, daß es wiedergegeben zu werden verlohnt. Es lautet in deutscher Uebersetzung folgendermaßen:Von Gottes Gnaden Wir, Niko­lai der Zweite,, Kaiser, und Selbstherrscher aller Reußen, Zar von Polen, Großfürst von Finnland usw. tun allen Unseren ge­treuen Untertanen kund: Unsere vielgeliebte Timte, die Groß­fürstin Maria Pawlowna, wünschte, nachdem Sie in Ueberein- stimmung mit Ihrem Gemahl die Wahrheit der Orthodoxie er­kannt und erfahren, dem Zuge Ihres Herzens folgend, sich mit Uns im Glauben und in der Gemeinschaft der kirchlichen Gebete und Sakrameitte zu vereinigen. Heute hat Sie zu Unserer großen Freude Unseren Orthodoxen Glauben ange­nommen und die Heilige Salbung empfangen. Indem Wir allen Unseren getreuen Untertanen dieses erwünschte Ereignis verkündigen, befehlen Wir, Jhrä Kaiserliche Hoheit Rechtgläubige Großfürstin zu nennen. Gegeben zu Zarskoje Sselo, am 10. April des Jahres eintausendneunhundert und acht nach Christi Geburt, Unserer Regierung aber im vierzehnten. Nikolai."

Freifrau Wanda von Ruexleben ihren (ü und gab daraus mehrere Schüsse auj sich selbst ab, die sie

Die Muskelfleifch- und Knocheubilduug der ^auglmge wird durch die Ernährung mitKuieke"-Kindemielsi und uunry »» günstigster Weise beeinflußt, so daß das Köroeraewicku m.normoi^ Weise zunimmt. MnKitseke^-Mepl ernährte Kinde: und rums, leiden nicht an Blähungen, uabcii gefunden ^cplai. guten apptin, geregelte Verdauung und gedeihen m jeder Weise voizugiicy.

während hinter der Kapelle (aus der richtigen Entfernung gesehen) eine gewaltige Feuerschlange sich bewegte. Am Kreisamt hielt der Vorsitzende des Kriegervereins eine Ansprache an den Ge­heimrat, worauf mit weithin schallender Stimme der Jubilar seinen Dank aussprach für die großartige Ovation, die ihm die Stadt Schotten entgegenbringe. Diese Ehrung sei ihm der Be­weis der Ehre, Anhänglichkeck, Achtung, Treue, ja Liebe. Der schonen Stadt Schotten, die ihm vor 11 Jahren als Einzigstem, ihr Höchstes, das Ehrenbürgerrecht verliehen, den Vereinen und allen Einwohnern danke er. Möge das schöne Verhältnis, wie es jeltt besteht, noch lange so bleiben. Der Fackelzug bewegte sich zurück zur Turnhalle, welche in kürzester Zeit bis zum letzten Eckchen gefüllt war. Daselvst begrüßte K'reisamtmann Haber- Vor 2 Jahren, gelegentlich der 70. Ge­

burtstagsfeier, fei der Wunsch zutage getreten, das 50 jährige Tienstjubiläum in noch großartigerer Weise zu feiern. Ter Fest­tag sei eigentlich der 2. Januar, der Jubilar hätte aber gebeten, wenn ihm eine Ehrung zugedacht sei, solle man sie ins Frühjahr auf seinen Geburtstag (er war am 29. April) verlegen. Durch die allseitige Anteilnahme der Bürgerschaft lege die Stadt Zeugnis ab von der Beliebtheit uud>Liebe, die der Kreisrat bisher erfahren. Leider sei es dem Minister Braun, der bereits sein Erscheinen zu­gesagt hatte, immöglich, zu der Jubelfeier zu erscheinen, dringende Tienftgeschäfte hielten chu ab. Ten Mitgliedern des Provinzial- ansschusses und allen herzlichWillkommen". Unter Gottes Schutz sei es dem Jubilar vergönnt, 50 Jahre im Dienste, davon über 20 Jahre im Kreise Sckwtten, zu wirken, in Treue zu Kaiser und Landesfürst, der seine Gnadenbeweise wiederholt und zuletzt durch Verleihung des Komturkreuzes gegeben. Kaiser und Großherzvg sie sollen leben hoch. TerOthellomarsch", den Kapellmeister Weber Geh. Reg.-Rat Schönfeld zu seinem 50 jährigen Dienft- jubiläuni gewidmet hatte, mußte wiederholt werden. Bürgermeister K ro m m - Schotten würdigte die Verdienste des Jubilars um Stadt und Kreis Schotten, die von der ^>tabt durch das höchste, was sie zu vergeben habe, .das Ehrenbürgerrecht, anerkannt worden seien. Besonders als Baumeister habe sich Geh. Rat Schönfeld tm Kreise bewährt, das Volk habe ihn lieben und schätzen gelernt. Tie besten Wünsche der Stadt und Festversammlung mögen aus- klingeu in dem Hoch aus den Jubilar, das tosend widerhallte. Das Festlied (verfaßt von Kreisarzt Dr. Koeniger), das die Tätig­keit und den Eharatter des Jubilars besingt, brachte dem Dichter ein Hoch. Tief bewegt ergrifl der Jubilar das Wort, seinen Dank auszusprechen, für all die Ehrung, die ihm hier ^zuteil werde. Allen, die zu dieser Feier, wie sie wohl selten eine Stadt gesehen und ein Beamter erfahren habe, mitgeroirtt unb sich beteiligt haben, tiefen Tank. Vor 72 Jahren habe seine Wiege im sonnigen Rheinhessen gestanden: sckwn sei diese Gegend, aber an Natur­schönheiten reiche sie nicht an die Gegend, die man Vogelsberg nennt, heran. Das sei ihm vor 35 Jahren, bevor er in den Vogelsberg gekommen, auch fremd gewesen. Man habe ihm in Schotten durch Verleihung des Ehrenbürgerrechts eine zweite Hei­mat gegeben. Möge es ihm vergönnt sein, den Dank, den er hier sage, weiter zu beweisen heute in zehn Jahren bei einem 60 jährigen Dienstjubiläum. (Bravo!) Sein Hoch der lieben Stadt Schotten und allen Festteilnehmern. Dr. Kveniger dankt für das ihni gebrachte Hoch, aber er müsse wieder den Pfell znrück- seuden aus den Geheimen Rat, denn nur e^ sei es, der Anlaß gäbe und ein dankbares Objekt sei für die Dichtkunst. Alle ver­kehren gerne mit ihm, darum fei auch jetzt die Stimmung, wie man sie oft draußen beobachten könne, und deshalb auch hier den Ausspruch des Geheimeii Rats: Ein freundliches Prosit! Ein Prosit der Gemütlichkeit", intonierte die Kapelle. Unter Musikvorträgen, Festgesang und Liedervorträgen des Männer­chores verstrich die Hett zu rasch, und um 2 Uhr schloß K'reisamt­mann Haderkorn den itommerö mit fidelem Schlußwort für den heutigen Tag.

;v7:i WMNSN Vereinig'.::13er., liefert ju n:ä[jiijcn preist« tltiUbatörühl'iqe Uuiversttäts-Vruderei, Schul flache l

aufgestellt worden, der auch bei der letzten Reichstagswahl Kandidat war.

-o-Torlar, 1. Mai. Die wirtschaftliche Bedeutung der Zu- sammenlegnng der Grundstücke wird in unserem Kreise immer mehr erkannt. Wetzlar war die erste Stadt der Rheinprovmz, die die Konsolidation durchsnhrte. Es sind bis jetzt 14 Gemarkungen des Kreises mit einer Flächengröße von zusammen 4895 ha znsammen- gelegt. Auch hier kommt die Zusammenlegung zur Durchiührung. Der Flächenranm der hiesigen Feldmark beträgt 548 ha, worunter ich 159 ha Wald befinden.

Das 5V jähr, vienstjubiläum des Geh.Regierungsratr Schönfeld zu Schotten.

(Originalartikel desGieß. Anz/0

r. Schotte n, 3. Mai.

Gleichsam mit elementarer Kraft jubelt das biedere Vogels­berger Volk des Kreises Schotten seinem Kreisrat entgegen, der Geheime" ist emes jeden Kreiseingesessenen Freund geworden. Wo der Herr Geheimerat sich sehen läßt und er fährt tag­täglich aus, bald hierhin, bald dorthin, obs regnet ober schneit, ober bie liebe Sonne scheint ein jeder hat für ihn einen herz­lichen Gruß, ber in freuirblicher Weise erwidert wird, oft ent­wickelt sich hieraus eine liebenswürdige Unterhaltung. Selbst ber tleinfte Junge, auf ber Straße kennt ihn unb reißt seine Mütze herunter, wenn er ihn sieyt. Und luenn der alte Recke des Vogels­berges int Frühling früh morgens einen Ritt in die freie Natur unternimmt, hört ihr, wie ein Choral mächtig von seinen Lippen schallt; eine Morgenanbacht in ber Gottesnatur. Oer auch im Amte weiß Kreisrat Schönfeld,der des Vogelsbergs Geschicke hat gelenkt mit starkem Mut", für jeden, der ihn um Rat bittet, Aus­kunft unb sorgende Hilfe, lange schon ist es auch üöer die Grenzen des Kreises hinaus, bekannt, wie innig und herzlich das^ gegen­seitige Verhältnis zwischen Volk unb .Meihrat im Kreise Schotten ist. Unb bie Vogelsberger lassen es sich drum nicht nehmen, heute, am Ehrentag des Kreisrats, nach Schotten zu kommen, um erneut ihm zuzujubeln. Während diese Zeilen geschrieben werden, lacht herrlicher Maiensonnenschein in bie festlich geschmückte Stadt Schotten, in friedlicher Andacht hängen die Fahnen überall, gleich­sam als besännen sie sich: wie soll heute all das Volk bewirket werden und Unterkommen? Aber ich will über den Fackel- zUg und die Feier am gestrigen Abend berichten. Alle Vereine der Stadt marschierten nach eingetretener Dunkelheit., unter Voran­tritt der Kapelle ber 61 er Artillerie von der Turnhalle zum Kreisamt. Tie Rabsahrer mit Lampions an ben Rädern voraus.

Bochum Guss 217.80

Buderus E. W 112.00

Tendenr: ruhig.