Ausgabe 
4.2.1908 Zweites Blatt
 
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Aottttsche Sagesschau«

Roosewelt über die Korruption.

Präsident Roosevelt hat an den Kongreß eine Spe­zia lbotschaft gerichtet, in der er die Trustgesetz - gebung behandelt und Maßregeln gegen die Korrup­tion im Geschäftsleben befürwortet. Ter Präsident fordert zunächst eine Revision des Arbeitgeberhaftpslicht- gesehes, den Erlaß von Kautelen derart, daß bei Arbeits­streitigkeiten niemand von der Ausübung seiner Rechte zurückgehalten werden darf, und die Stellung der Eisen­bahngesellschaften unter die Aussicht der zwischenstaatlichen Handelskommission. Die Gerichte sollen, sagt Roosevelt, klarlegen, was sie von dem Eigentum und den Arbeitgebern an Pflichten verlangen, die notwendigerweise deren Rechte begleiten. Der Präsident schlägt dann gesetzliche Maß­nahmen gegen das Differenzspiel an der Effektenbörse vor, das viel Unheil anrichte und wie jedes Spiel unmo­ralisch ist. Der Präsident wendet sich dann gegen das Ge­schäftsgebaren der Standard-Qil-Company und der Atchison-Lopeka and Santa Fs-Eisenbahn und erklärt, daß die Angriffe auf Ne Politik der Re­gierung diesen beiden gegenüber von gekauften Politikern und gekauften Zeitungen ausgingen. ©ie sind, meint Roose­velt, wie Marionetten, die von den im Hintergrund bleiben­den Personen und mächtigen Kräften an der Strippe ge­leitet werden. Auch den aus denselben Quellen hervor­gehenden Verdächtigungen, daß die Regierung wirtliche und reiche Schuldige mit Geldstrafen anstatt mit Gefängnis­strafen belege, tritt Roosevelt entgegen und führt als Bei­spiel den Gaynor-Greene-Fatl in Chicago und andere Fälle an. Der Korruption, die mit allen Mitteln die moralische Wiedergeburt des Geschäftslebens hintanzuhalten suche, und eine Wiederholung der Skandale, wie sie die jüngste Zeit im geschäftlichen und politischen Leben ans Licht gebracht hätte, müsse vorgeveugt werden. Die Bewegung g^gen die Korruption sei nicht, wie seine Gegner sie anseyen, eine rein ökonomische, sondern grundsätzlich eine ethische Be­wegung.

Im Kongreß wird die letzte Botschaft Zioosevelts als die radikalste von allen angesehen. Sie erregte große Aufregung in beiden Häusern, riesigen Beifall besonders bei den Demokraten und wilden Applaus auf den Galerien. Der demokratische Senator Davis beantragte, sofort eine Million Extraexemplare drucken zu lassen. Dies wurde widerspruchslos angenommen. Die Botschaft wwd von den Konservativen als ein unerwarteter Schlag emp­funden. Sie bedeutet augenscheinlich Roosevelts Pro­test gegen die Untätig keit des Kongresses.

Roosevelts Botschaft wird in den Finanzkreisen natürlich abfällig beurteilt. Vielfach herrscht die Meinung vor, der Präsident versuche für seine Wieoerwahl Stimmung zu machen. Das ist Unfinn, denn Roosevelt hat wiederholt erklärt, daß er nicht wieder kandidieren werde.

Die letzte Aammertagung.

Die parlamentarischen Verhandlungen der zweiten Kammer haben nach der kurzen Dauer von 14 Tagen wieder eine mehrwöchige Unterbrechung erfahren, um den ver­schiedenen parlamentarischen Ausschüssen die unumgänglich notwendige Zeit für ihre vorbereitenden Gesetzesarbeiten zu gewähren. Der Finanzausschuß hat noch nicht einmal seine sogenannte erste Etatslesung zu Ende führen können, ihm steht noch die. gemeinsame Beratung mit der Regierung und die Fertigstellung des umfangreichen Aus­schußberichts darüber bevor. Der Sonderausschuß für die Verwaltungsgesetzrevision will, da ja an eine Erledigung der sechs Gesetzentwürfe in diesem Landtage absolut nicht mehr zu denken ist, wenigstens neben der Landgemeindeordnung auch die Städteordnung unter Dach und Fach bringen, und der Gesetzgebungsausschuß nun, der ist noch immer bemüht, mit dem Ausschuß des anderen Hauses eine Grundlage für die Anbahnung einer endlichen Verständigung über die Wahlrechts- vorlage zu schaffen. Und nur um diese Grundlage wird es sich für den jetzigen Landtag noch handeln können; denn die ganze schwierige Gesetzesmaterie zu einem möglichst weite Kreise befriedigenden Abschluß zu bringen, wird noch monatelange, mühevolle Arbeit erfordern, wenn namentlich, wie ja beabsichtigt ist, gleichzeitig auch die äußerst diffi­zile Frage der Wahkkreiseinteilung mit gelöst werden soll. Wenn in unseren politischen Kreisen die Hoffnungen auf eine baldige Einführung des direkten Wahl­rechts in Hessen nahezu auf dem Nullpunkt angelangt sind, trotzdem sich bekanntlich auch die erste Kammer im Prinzip nahezu einmütig für die Einführung desselben er­klärt hat, so liegt das nach unserem Dafürhalten weniger an wirklich gegensätzlichen Anschauungen über die Gestal­tung der Gesetzesvorlage, als an der ganzen kleinlichen, nörgelnden, eifersüchtelnden Art, von der unsere gegen­wärtigen Parteiverhältnisse in Hessen beherrscht werden. Wohl selten hat eine Kammertagung in Hessen einen so wenig fruchtbaren Verlauf genommen, toic' es aller Vor­aussicht nach bei der gegenwärtigen 33. Landtagsperiode der Fall sein wird.

Es gelingt nichts mehr ! Das hat sich auch recht deut­lich wieder bei der jüngsten kurzen Kammertagung gezeigt. Die Volksvertretung hat int Januar elf Sitzungen abge­halten. Fragen wir aber, was sie in diesen Sitzungen zustande gebracht hat, so muß die Antwort lauten: nichts, so gut wie nichts! Die ersten drei Kammersitzungen wurden mit derzweiten Lesung" des I a g d g e s e tz e n t w u r f s, ausgefüllt. Aber das Ergebnis derselben ist ein so konfuses, so wenig ausgeglichenes, so einseitig auf die Interessen der Landgemeinden zugeschnittenes, daß es bereits in der Kammer von der Regierung als im Staatsinteresse für unannehmbar erklärt wurde und auch in der ersten Kammer unter keinen Umständen Zu­stimmung finden wird. Wozu da also die abermalige dreitägige und herzlich inhaltlose Debatte, nachdem man sich doch erst im vorigen Sommer und Herbst zweimal so gründlich über genau dieselben .Differenzpunkte ausge­sprochen hatte???

In den übrigen acht Sitzungen haben, das kann man zugeben, einige ganz interessante Debatten über Bau­arbeiterschutz, Schulreform und die Wahrung der Mittel­standsinteressen stattgefunden, obgleich dabei herzlich wenig neue oder bemerkenswerte Gesichtspunkte aufs Tapet ge­bracht wurden. Aber diese Dinge hätte man ebenso gut in zwei oder drei Sitzungen erledigen und dann schon acht Tage früher die Plenarberatungen zu gunsten der Arbeit

in den Ausschüssen vertagen können. Das rücksichtslose, selbstgefällige Drauflosarbeiten, wie es beim Jagdgesetz von gewisser Seite geübt wurde, und das vielfach un­verstanden gebliebene Drauflosreden bekannter Steckenreiter bei den Initiativanträgen und Interpellationen trotz­dem sich jeder Einzelne doch im Grunde genommen von der Zwecklosigkeit der ganzen Debatte klar bewußt sein mußte, wird aber noch übertrumpft durch die mit den beiden letzten Sitzungen getriebene direkte Zeitver- s ch w e n d u n g. Man hat wieder einmal in der zweiten Kammer zwei Sitzungen für H u n d e st e u e r e r l a s s e und die Pfeddersheimer Vorstellung gebraucht, Dinge, die be­quem in einer halben Stunde erledigt werden konnten und ihrer minimalen Bedeutung nach auch hätten erledigt wer­den müssen. Der oberhessische Abg. Bähr, der sich, wie Abg. Reinhart sehr zutreffend bemerkte, nur immer darin gefällt, der Regierung Sottisen an den Kops zu werfen oder andere Abgeordnete mit Invektiven zu be­denken, und eine geradezu unheimliche Tätigkeit entfaltet, die Kammerverhandlungen ohne Grund in die Länge zu ziehen, hat in der vorletzten Sitzung nicht weniger als neunmal das Wort ergriffen, und sich auch in den übrigen Sitzungen von einer Wortflüssigkeit gezeigt, die in krassem Gegensatz zu den dabei entwickelten Gedanken steht. Da bleibt denn doch nur die Frage übrig: Warum läßt sich die Kammer solchen Unfug so ruhig gefallen? Wir haben schon früher einmal darauf hingewiesen, daß dem Lande jede einzelne Kammersitzung einen Kostenauf­wand von mindestens 500600 Mk. verursacht. Die hessi­schen Steuerzahler werden sich also bei dem genannten Herrn dafür bedanken können! Und noch eins: Auf Ver­anlassung des Ministerialrats Dr. Becker hat Herr Bähr als Vorsitzender und Berichterstatter des dritten Aus­schusses zugestehen müssen, daß er drei von den vier seit Jahren immer wiederkehrenden Hunkesteuergesuchen selber verfaßt oder veranlaßt hat. Das hat die Volksvertretung in aller Seelenruhe mit angehört und kein Wort dazu gesagt! Es ist wirklich höchste Zeit, daß eine Verständigung über die Einführung des direkten Wahl­rechts in Hessen erzielt und mit seiner Hilfe der Kammer andere Männer zugeführt werden?

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Entschädigung für gefallene Tiere. Abg. Dr. Weber hat zum Hauptvoranschlag beantragt, daß für Schafe und Ziegen, für die auf Grund des Viehseuchen­gesetzes Entschädigung zu zahlen ist, die Entschädigungs­grenzen erhöht werden und erforderlichenfalls ein höherer Betrag hierfür in den Voranschlag eingestellt wird. In der Begründung des Antrags wird ausgeführt, daß die jetzt vorgesehene Obergrenze für die Entschädigungen 20 Mk. bei Ziegen und 15 Mk. bei Schafen nicht mehr dem gestiegenen Wert der Tiergattungen entspricht und da­durch namentlich den ärmeren Landesteilen und den klei­neren Leuten Schaden erwächst.

Eine Vorstellung des W. Schmidt in Mühlheim a. M. ersucht um Herabsetzung der Stempelsteuer für den Austritt aus der Kirche von 6 Mk. auf 1.50 Mk.

Aus s.ass uno RattO,

Gießen, 4. Febr. 1908. .

** Tageskalender für Dienstag, 4. Februar: Stadttheater: König Lear. Anfang 8 Uhr.

** Die Landwirtschaftskammer für das Groß­herzogtum Hessen hielt am Montag ihre 20. Vorstands- sitzung ab. Die von vormittags 10 Uhr mit kurzer Unter­brechung bis abends nach 7 Uhr dauerte. Als erster Punkt wurde die Aufstellung einer Geschäftsordnung für den inneren Dienst beraten, die durch den Abgang des General- Sekretärs Dr. Müller nach Baden notwendig geworden ist. Auch die Nachfolgerschaft des ausscheidenden Generalsekre­tärs wurde besprochen. Dann wurden die Vorschläge der Pro- vrnzausschüsse für den Hauptvoranschlag 1C08 und die An­träge der Provinzausschüsse auf definitive Anstellung der Sekretäre in Starkenburg und Oberhessen und Bureau- beamten bei den drei Ausschüssen angenommen. Weiter wurden behandelt: eine Anfrage des Deutschen Landwirt­schaftsrates wegen Maßnahmen zur weiteren Steigerung der deutschen Vieh- und Fleischproduktion, das Verbot der Vrehmartte wegen der Gefahr der Einschleppung der Maul- und Klauenseuche, ein Schreiben desDeutschen milchwirt­schaftlichen Vereins" Betr. das holländische Aufstallver- fahren und der Ankauf von Preßstroh durch die Proviant­ämter. Ein Antrag von Lutz-Elpenrod, betr. Verordnung der land-Und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, ins­besondere die Schutzvorrichtungen an den Häckselmaschinen, wird abgelehnt. Dagegen wird ein weiterer Antrag von Lutz-Elpenrod wegen des Vertrags mit der Norddeutschen Hagelversicherungsgesellschast angenommen, ebenso ein An­trag des Landesverbandes hes.iscyer Geflügelzüchter wegen Unterstützung der Geslügelansstellung vom 7. bis 9. März.

** Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Jak. Ohle mutz aus Gambach die zweite Lehrerstelle an der Gemeindefchule zu Petterweil Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Groß-Karben.

** Ein Gießener in Amerika gestorben In dem Heim seines Sohnes W. H. Kreiling zu Alleghenv schied Louis Kreiling im Alter von 72 Jahren aus dem Leben. Der Verblichene war gebürtig aus Gießen und kam als junger Mann von 20 Jahren nach Amerika und zwar direkt nach Allegheny, wo er sich als Metzgermeister eta­blierte. Er war einer der ältesten Fleischermeister im Pitts­burger Bezirk. Herr Kreiling war ein treues Mitglied der deutschen ev. prot. Kirche, der Schiller-Loge des Alten Ordens der Vereinigten Arbeiter und des Postens Nr. 88, A. R. Er nahm teil a,m Bürgerkriege und zeichnete sich durch große Tapferkeit aus. Der Heimgegangene hinterläßt drer Söhne, Karl, Wilhelm und Edward Kreiling, die alle im Fleischergeschäft tätig sind, ferner einen Bruder, Heinrich Kreiling, ein bekannter Metzgermeister im Markthaus zu (Saft Liberty. Der Entschlafene war weit und breit bekannt und allseitig hochgeachtet.

n ** .Todesfall. Ain 30. Januar starb zu Frei- burg t. B. nach schwerem Leiden der K'önigl. Oberst a. D. Wilhelm v. Renz, Der erste itonunanDeur des ° %»rh~ artrllene-Regiments Nr. 61, an dessen Spitze er bis Aide

1900 stand. Die Beerdigung fand am Sonntag in FreUurg statt.

** Wertzuwachssteuer und Besitzwechsel­abgabe. DieTarnist. Z-tg." berichtet offiziös: Nach §13, Abs. 1 des Zolltarifgesehes vom 25. Dezember 1902 dürfen vom 1. April 1910 ab für Rechnung der Gemeinden Ab­gaben auf Getreide, Hülsenfrüchte, Mehl und andere Mühlenfabrikate, desgleichen auf Backwaren, Vieh, Fleisch, Fleischwaren und Fett nicht mehr erhoben werden. Unter anderem hat die Rücksicht auf diesen mehr oder minder großen Eimlahmeausfall einzelner Gemeinden die Großh. Regierung veranlaßt, den Gemeinden neue Ein­nahmequellen zugänglich zu machen. Es ist dies geschehen durch den Erlaß des Gesetzes über die Wertzuwachs- steuer vom 12. Dezember 1907 und durch die Möglichkeit, zugunsten der Gemeinden eine Besitzwechselabgabe zu erheben (Art. 3 des Gesetzes vom 28. März 1907, betr. Abänderung des Gesetzes über den Urkundenstempel vom 12. August 1899). Es würde nun einer vorsichtigen Ge- meindef manzverwaltung nicht entsprechen, wenn etwaige vor Wegfall des Oktrois erzielte Einnahmen ans den erwähnten Steuerquellen jetzt schon zu lausenden Ausgaben verwendet würden, da der im Jahre 1910 eintretende Einnahme­ausfall von Oktroi sich alsdann bei Abschluß des Voran­schlags ungünstig bemerkbar machen würde. Das Großh. Ministerium des Innern hat deshalb den beteiligten Großh. Kreisämtern empfohlen, auf dw in Frage kommenden Städte Dahingehend emzuwirken, daß etwaige Einnahmen aus der Besitzivechselabgabe und der Wertzuwachssteuer in Re­serve gestellt werden, indem sie bis zum Jahre 1910 nt einem besonderen Fonds angesammelt werden, auf den Dann im Jahre 1910 bei Wegfall des Oktrois auf die ein­gangs angegebenen Gegenstände zurück gegriffen werden rann.

** Das Ehrenzeichen für Mitglieder frei­williger Feuerw ehren wurde verliehen durch Ent­schließung S. K. H. des G r o ß h e r z o g s dem Hch. Bausch zu Grünberg, sowie Ludw. B i e r a u, Hch. Henkelmann, Phil. Mattern, Christoph Ring leb, Ludw. Rohr­bach VII. und Ludw. Schreiner, sämtlich zu Lollar.

** Wohltätigkeits-Konzert des Kron- bauerscheu Quartett-Vereins. Wie aus dem Annoneenteil ersichtlich ist, findet das Konzert am 9. Fe­bruar im Klubgebäude statt. Während der Verein in früheren Jahren mit besonderer Vorliebe jüngere Kräfte einlud, hat er für dieses Jahr zwei bedeutende Künst­lerinnen gewonnen, die zu den bemfenften ihres Faches zu zählen find. Frau Anna Kaempfert aus Frankfurt ist eine vorzügliche, weit bekannte Sängerin; mit großen Mitteln ausgerüstet, hat sie in Berlin, Dresden, Frankfurt, Bremen, München usw. als Lieder- und Oratorienfängerin stets mit größtem Erfolge gewirkt. Fräulein Mina Rode ist uns bereits bekannt, hat sie doch zum Teil ihre Konzert­laufbahn in Gießen begonnen. Heute ist sie ausgereifte Virtuosin/ die nicht nur durch ihr feinmnsikalifches Spiel entzückt, sondern auch ihrer Geige die süßesten Töne zu entlocken weiß. Die Bilder beider Künstlerinnen sind im Schaufenster des Herrn Challier ausgestellt.

** Venezolanischer Konsul. Der Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Venezuela mit dem Amtssitz in Hamburg Diogenes Escalante, der sich im Besitz des Reichsexequaturs befindet, ist zur Ausübung konsularischer Verrichtungen im Großherzogtum Hessen zugelassen worden.

ctz Klein-Linden, 2. Febr. Eine sehr schöne Kaisersgeburtstagsfeier hielt unser Kriegerverein gestern abend im Saale zurDeutschen lÄche". Der Saal war von ca. 350 Festgästen besetzt, unter denen sich auch einige Kameraden aus Leihgestern und Lützellinden, sowie beur­laubte Soldaten befanden. Zu Beginn der Feier trugen Fräulein Erb und Euler einen Festprolog vor, worauf Der Vorsitzende Die Festrede hielt. Er feierte den Kaiser als starken Führer und sicheren Hort des Vaterlandes, als wahren Friedensfürsteu. Begeistert stimmte die Festver- sammlung in das Hoch auf Kaiser und Großherzog ein. Dann folgten zwei militärische Theaterstücke, die brausenden Beifall ernteten. Zur Verherrlichung der Feier trugen nicht minder die lebenden BilderLoreley" undDes Kriegers Abschied" bei, sowie die Deklamation der GedichteKriegers Heimkehr" undDer Schwur Jungdeutschlands"; letzteres trugen zwei Knaben vor. Nach einem Toast auf das deutsche Vaterland begann der Tanz, der die Anwesenden noch mehrere Stunven in fröhlicher Stimmung zusammenhielt. In den Pansen sang man gemeinsam alte Soldaten- und Volkslieder. Der Verein zählt jetzt 104 Mitglieder.

r. Londorf, 3. Febr. Während am vergangenen Sonntag der Radfahrverein Rabenau durch ein Konzert Kaisers Geburtstag feierte, versammelten sich gestern abend der Kr re g er v er ein und der Gesangverein Frohsinn rrn geschmückten Saale derStadt G.eßen", um eine Kaiser- Geburtstagsfeier zu begehen. Der Präsident des Krregervereins, S ch o m b e r, begrüßte die Erschienenen und brachte em Hoch auf Großherzog Ernst Ludwig ans. Nach­dem dann der Gesangverein ein patriotisches Lied gesungen sprach Pfarrer Reu sch in einem Vortrag über die Erstür­mung des Schlosses Chambord am 9. Dez. 1870. In überaus klarer und anschaulicher Weise schilderte der Redner die Kampfe der hessischen Division, die sie um diese Zeit zu be­stehen hatte und besonders die Erstürmung des Schlosses Chambord durch Den Hauptmann Kattrein. Mit Interesse folgten Dte zahlreichen Zuhörer den schlichten Worten des Vortragenden und als dieser am Schlüsse seiner Ausfüh­rungen als Zeichen unwandelbarer Treue zu Kai'er und Rerch äu einem Hoch auf Kaiser Wilhelm II. aus,orderte, Braufte tnejesjnadjtig durch den Saal. Reicher Beifall lohnte den Redner. Der Gesangverein Frohsinn sang Bann cn^^/mge ,chone Chöre, von denen besondersAuf der Wacht sehr gefiel. Herr Gutapfel trug durch den Vortraq einiger lieber viel zur Verherrlichung der schön verlaufenen Qu it-jj Del.

hntp r ° f B ö r f , 2. Febr. Der vor drei Jahren gegrün­dete Durgerverein hielt gestern abend feine General- ?.ersatnmlung ab, die gut besucht war. Aus der Vor­standswahl gingen wieder die bisherigen Mitglieder hervor. Der angekundigte Vortrag konnte wegen Verhinderunq des Reserenien nicht gehalten werden. Der Büraervereiii ;äbl1 über 60 Mitglieder, aus allen Ständen. * *

X. Hanau, 2. Febr. In der Nähe des Westbahnhofs VaU ^nes hiesigen Installateurs den Versuch, sich mit ihren zwei kleinen Kindern tm Alter von 3 und 2 Jahren überfahren zu lassen Das Vorhaben wurde verhindert. Tie Frau schlag Darauf Den Weg nach dem Main zu ein in Der Absicht, dort den ^od zu suchen. -Ler Bahnhofsvorsteher schickte Leute nach die die ö-rau ein hotten und die Polizei verständigten die Obbni fO^i^ daß die Frau nut ihren Kindern in sichere m Hut kam. häusliche Verhältnisse sollen Die Frau ru Dem VerzweislungsschriU getrieben Men, d 3

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