Einrichtung befindet sich ebenso wie die Milchküche in der früher Dr. Weberschen Besitzung in der Kirchstraße. Es werden dort Säuglinge, die von der Mutter die erforderliche Pflege nicht erhalten können, gegen geringe Vergütung ausgenommen. Bon den bis jetzt ausgestellten sechs Bett- chen sind schon fünf belegt. Es gewährt einen schönen Anblick in den Hellen, freundlichen, peinlichst sauber gehaltenen Räumen die Säuglinge in ihren schneeweißen Bettchen, liebevoll gepflegt von zwei ausgebildeten Pflegerinnen, liegen zu sehen. Diese Pflegerinnen des Säuglingsheims leiten auch die Milchküche, beide Anstalten stehen unter derselben ärztlichen Aufsicht. Die Einrichtung und Ausstattung der Milchküche, sowie jetzt des Säuglingsheims mürben ermöglicht durch die s. Zt. zu diesem Zlvecke veranstaltete Sammlung, bei der ein namhafter Geldbetrag einer hiesigen Dame speziell für ein Säuglingsheim bestimmt worden war. Ferner bemerkte Schreiber dieser Zeilen an einem der Bettchen ein Schild mit der Aufschrift: „Geschenk der Frau..... Vielleicht findet auch dieses hochherzige Beispiel Nachahmung. Damen und Herren, die sich für die Einrichtung des Säuglingsheimes interessieren, werden die freundlichen Pflegeschwestern gern alles zeigen und Aufschluß geben. Dank aber allen Denen, die teils mit Geld, teils mit eifriger, treuer Arbeit die Sache unermüdlich derart gefördert haben- daß die Einrichtung fertig gestellt und den Hilfesuchenden zur Benutzung bereit gestellt werden konnte.
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• * Tageskalender für Mittwoch, 3. Juni: 10. (letztes) Konzert des Konzertvereins im Stadttheater. Anfang 71/, Uhr.
• * Regierungsassessor. Am 30. Mai d. I. wurde der Referendar Hch. Kühn aus Gießen zum NegierungS- assessor ernannt.
* * Studentische U n t e r r i ch ts k u r s e für Arbeiter. Die ersten vier Wochen des jungen Unternehmens sind außerordentlich günstig verlaufen. Die studentischen Lehrer widmen sich ihrer Aufgabe mit voller Begeisterung und mit steigendem Geschick und die Schüler sind mit solcher Lust dabei, daß es eine Freude ist, zu unterrichten. Geschwänzt wurde bisher freiwillig fast nicht; doch ist es leider den Unterbeamten aus dienstlichen Gründen oft unmöglich, zu erscheinen. Das Entgegenkommen des Konzertvereins, der für das Konzert heute abend eine größere Zahl von Karten zu ermäßigten Preisen zur Verfügung stellte, wurde mit großer Freude begrüßt und die Nachfrage nach den Karten war so stark, daß der ganze Unterricht (im Rechnen) heute nussallen und morgen (Donnerstag) nachgeholt werden muß. Auch die Beteiligung an den Führungen durch die antiken Sammlungen der Universität, zu denen sich H. Prof. Sauer freundlich bereit erklärt hat, wird sehr lebhaft werden.
* * Landw. Konsumvereine. Unter dem Vorsitz des Landtagsabgeordneten Tr. A. Heidenreich sand am Montag in Darmstadt die 18. Gerreralversammlung der hessischen landwirtschaftlichen Konsumvereine statt. Erschienen waren etwa 60 Vertreter von Konsumvereinen und Spar- und Tarlehnskassen. Aus dem Geschäftsbericht war zu entnehmen, daß das 18. Geschäftsjahr durchaus befriedigend war, dagegen standen fast alle in Betracht kommenden Kvnsumartikel im Zeichen einer anhaltenden Preissteigerung. Superphospat stieg um 3, und Thomasmehl-Plwsphorchure um 2ya Pfg. Auch der Futtermittelmarkt zeigte ganz ungewöhnliche Verhältnisse. Tas Ausland fehlte mit Angeboten und .Amerika brachte eine rapide Preissteigerung in Mais und anderem Getreide. Auch die Geldkrisis machte sich geltend. Trotz dieser Schwierigkeiten ist es dem Verband gelungen, alle Verbraucher in zuverlässiger Weise mit guter Ware zu versorgen. Tas Kassengeschäft verlief ohne größere Störungen. Tie Verwendung des Reingewinns mit 56 9c9Mk. sand nach den Vorschlägen des Aufsichtsrates die Genehmigung der Versammlung. Ter Wilhelm Haas-Stiftung wurden 500 Mk. überwiesen. Tie aus dem Vorstand und Aufsichtscat ausscheidenden Bürgermeister Wernher-Nierftein, Bürgermeister Keim-Wonsheim, G. L. Wörner-Reinheim und A. Coburger in Reichelsheim i. W. wurden wieder gewählt.
"Landtags-Kandidatur. Oberlehrer Dr. Werner kandidiert im Wahlkreise Lampertheim, so schreiben die »Wormser Nachrichten".
** D i e Pockenkranken in der Cholerabaracke sind • soweit wieder geheilt, daß man sie gleich nach Pfingsten aus der Klinikspflege entlassen kann. Bon den drei Landarbeiterinnen, die aus Russisch-Polen stammen und von Büdesheim als Pockenkranke vor zirka sechs Wochen hierher eingeliefert wurden, ist die eine alsbald wieder entlassen worden, weil sie nur verdächtig war, von den Pocken befallen zu sein, während die beiden anderen Polinnen pockenkrank waren. So groß die Ansteckungsgefahr bei dieser Krankheit ist, so ist doch glücklicherweise in Büdesheim, wo noch zirka 50 Landsleute der Kranken beschäftigt sind, die doch seinerzeit mit den letzteren in Berührung kamen, nie- matrd erkrankt. In der Klinik hier waren selbstverständlich alle Vorsichtsmaßregeln getroffen. Das gesamte Personal wurde geimpft. Mit den Pockenkranken wurde die Schwester, die sie zu pflegen hatte, vollkommen isoliert. Außer dem Arzt durfte niemand die Baracke betreten, an der ein großes Schild mit der Aufschrift: „Vorsicht, hier sind die schwarzen Pocken ausgebrochen" die Vorübergehenden zur Vorsicht mahnt.
Todes-Anzeige.
Heute morgen entschlief nach kurzem, schweren Leiden unser innigstgeliebtes Töchterchen und Schwesterchen
Louise Lenz
im 9. Lebensjahr. '
Um stille Teilnahme bitten
Die trauernden Hinterbliebenen
Heuchelheim, den 3. Juni 1908.
Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, den 4. Juni abends 6 Uhr. 3481
Mtischer Arbtitmihmis Gießen.
Gartenstraße 2, Zimmer 2.
Es können eingestellt werden:
a. bei hiesigen Arbeitgebern:
1 Sattler und Polsterer, 1 Wagner, 2 Lauffrauen, 1 Waschfrau, 3 Diemtmädchen, 1 jüngeres Kindermädchen, 2 jüngere Hausburschen.
Lehrlinge: 1 Spengler, 1 Glaser.
b. bei auswärtigen Arbeitgebern:
2 Arbeiter, 1 Holzdreher, 10 Schreiner, 2 landwirtschaftliche Arbeiter, 1 Schuhmacher, 1 jung. Schneider, 1 Küchenmädchen, 2 landwirtschastl. Arbeiterinnen, 1 Näherin.
Lehrlinge: 1 Spengler.
Es suchen Arbeit: B8/6
1 Schreiner, 2 Weißbinder, 1 Buchbinder, 1 Hausdiener, 1 Glaser, 1 Spengler, 2 Hausburschen, 3 Zahrburschen, 1 Herr schaftlicher Kutscher und Gärtner, 1 Garlenarbeiter, 9 Arbeiter, 1 Hausmädchen, 1 Haushälterin, 6 Laussrauen, 1 Laufmädchen, 1 Näherin, 2 Waschfrauen.
** Fa hrra dd red. Gestern wurde qu8 einem HauZ- flut in der Wilh e lmstraße ein Fahrrad gestohlen. Als ein junger Bursche gestern abend das gestohlene Rad bei einem hiesigen Fahrradhändler absetzen wollte, wurde ihm das Rad einbehalten und der Polizei übergeben. Als der Bestohlene heute morgen Anzeige erstatten wollte, fand er bereits sein Rad auf der Polizei vor und konnte e§ in Empfang nehmen. Der Täter ist bekannt, man konnte seiner aber bis jetzt noch nicht habhaft werden.
•• Durchgebrannt. Ein hiesiger Hotelbesitzer übergab gestern seinem Haus burschen den Betrag von 145 Mark, damit er in der Stadt eine Rechnung bezahle und verschiedene Einkällfe besorge. Von diesem Gang ist der Hausbursche nicht wieder zurückgekehrt, er hat sich mit dem Selbe aus dem Staube gemacht. Auch der Hausbursche eines Flaschenbierhändlers verschwand gestern unter Mitnahme von einkassierten Kundengeldern.
△ Grünberg, 2. Juni. Heute nachmittag 3i/2 Uhr zogen mehrere schwereGewitter mit starken elektrischen Entladungen und geringem Regen über unsere Stadt. Der Blitz schlug mehrmals in der Stadt und Umgebung ein. In der Wohnung des Dr. med. Fritz in der Bahnhofstraße fuhr ein Blitzstrahl in den Schornstein, warf ihn vom Dache und die Steine meterweit L,m Umkreise umher. Alsdann fuhr er im Dachstock durch das erste tm Schornstein ein» mündende Ofenrohr in eine Küche, zertrümmerte den darin befindlichen Ofen, sprang von da auf einen eisernen Spül- abflnß und zertrümmerte das dabei befindliche Fenster. Sodann fuhr er dem Abflußrohr entlang in die Erde, ohne zu zünden. In der Maueröffnung, wodurch das betr. Abflußrohr aus dem Dachstockwerke an die Außenwand des Hauses geführt wird, hatte ein Rotschwänzchenpaar neben dem Rohre sein Nestchen gebaut und bereits Junge aus- gebrütet. Der Blitz schmolz an dieser Stelle teilweise das Zinkrohr, ohne die Vögel zu verletzen. — In der Umgebung sind noch einige Bäume vom Blitzstrahl gespalten.
O Laubach, 2. Juni. Die Krieger- und Veteranen- vereine von hier und 9hbba beabsichtigen einen Ausflug nach ben Schlachtfeld ern von 'Metz unb Weißenburg. Die Hinfahrt erfolgt am Psingst-Samstag über Koblenz, die Rückfahrt über Straßburg am Psingst-Tlenstag. Die Elsenbahndirektion Frankfurt a. 9JL hat von Hungen ab einen besonderen Wagen zur Verfügung gestellt und den ganzen Fahrpreis auf 16,50 All. berechnet. Bis jetzt beteiligen sich 20 Kameraden. Den hiesigen Teilnehmern steht ein Fonds von 300 Mk. §iir Verfügung, der von dem vor zwei Jahren verstorbenen Alt-Bürgermeister D. Ritter gestiftet wurde. — Im hiesigen Gräflichen Schlosse hat Graf Ernst zu SolmS- Rö del he im einen längeren Aufenthalt genommen. Er wird sich mit der Ordnung des Archivs, sowie dessen Verbringung in andere Räume beschäftigen.
)( Nidda, 2. Juni. Gestern wurde hier unter großer Beteiligung Lehrer i. P. U h l im Alter von 82 Jahren zur Erde bestattet. Der Verstorbene, in unserer Stadt geboren, entschloß sich erst im 26. Lebensjahr, den Lehrerberuf zu ergreifen und war 43 Jahre als Lehrer tätig, in Liederbach bei Alsfeld 13 Jahre lang und 30 Jahre in dem benachbarten Michelnau. Bei feiner Pensionierung wurde ihm das Silb. Verdienstkreuz Philipps des Großmütigen von Allerhöchster Stelle verliehen. 11 Jahre läng lebte er in unserer Stadt als Pensionär in seinem eigenen Hause. Er war ein gewissenhafter, treuer Lehrer, und sein Andenken bleibt, unter uns im Segen.
n. Obersch mitten, 1. Juni. Während des abgelaufenen Winters und Frühjahrs zeigte sich in unserem Ort eine überaus große Anzahl von Erkrankungen an Blinddarmentzündung, die fast einer Epidemie dieser modernen Menschheitsplage gleichkam. In fünfzehn Fällen mußte in der Klinik zu Gießen operativ eingegrlffen werden, wodurch immer ein rascher und glücklicher Verlauf der Kraiikheit herbeigeführt wurde. Sämtliche Erkrankten waren eigentümlicherweise Mädchen unter zwanzig Jahren.
R.-B. Darmstadt, 2. Juni. Einen plötzlichen Tob erlitt der 63 Jahre alte Taglöhner Gottfried Sattler. Derselbe badete gestern nachmittag im großen Woog, als er vom Herzschlag betroffen wurde.
R.-B. Lampertheim, 2. Juni. Der 9jährige Sohn des Arbeiters Adolf Schnell saß gestern abend 1/26 Uhr auf einer sog. Kopframpe des Bahnhofes und ließ beide Beine herunterhängen. Ta fuhr eine Rangiermaschine ein und durch ihre Puffer wurden dein Knaben beide Beine zerquetscht. Er ivurde sofort in das Wormser Krankenhaus verbracht.
[] Marburg, 2. Juni. Sieben Zigeuner, darunter eine Frau, wurden heute unter Bedeckung von ebenso viel Gendarmen und Schutzleuten gefesselt vom Landgerichts- gefängnis nach dem Landgericht geführt, wo sich im Zu- schauerraum ebenfalls schon Zigeuner eingefunden hatten. Es handelt sich um Angehörige der Zigeunerbanden, welche sich im Winter in den Waldgegenden des Kreises Alsfeld
Bekanntmachung.
Die Lieferung von 190 Zentner Nußkohlen II, 90 Zentner Eierbriketts und 20 Zentner Braunkohlenpreßsteine für bas Großh. Amtsgericht und Haftlokal dahier soll im Submissionswege vergeben werden.
Angebote sind bis zimi Eröffnungstermin Donnerstag, den 11. Juni 1908, vorm. II1/, Uhr verschlossen und mit entsprechender Aufschrift bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 1 Woche. Der Vergebung liegen die Bedingungen des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893, die hier eingesehen werden können, zu gründe.
Lich, den 1. Juni 1908. b*/6
Großherzogliches Amtsgericht-
Ortskrankenkasse Gießen.
Ordentliche General-Versammlung
Sonntag, den 14. Juni 1908, vormittags %1O Uhr im Postkeller.
Tag es-Ordnung:
1. Geschäfts- und Kassenbericht pro 1907.
2. Bericht der Nechnungsprüfungskommission.
3. Bericht von dem 4. Krankenkassenkongreß zu Berlin. Wir laden zu dieser Versammlung die Delegierten ein. d3/6 Der Vorstand.
und der angrenzenden kuryessischen Gebietsteile umher-, treiben und gewissermaßen dort ein Räuberleben führen' Als die Einwohner sich zu viel beklagten unb im Wal^- bei Neustadt sogar ein Zigeuner einen Stammesgenosser erschossen hatte, schritt man energisch ein. Bei Neusta^- wurde der in Betracht kommende Täter verhaftet und bei Homberg nahmen die Gendarmen etwa ein Dutzend diesen braunen Nomaden fest, die nach Homberg ins öcfänqnm gebracht wurden. Vom Schöffengericht wurden sie weae^ Bettelns und Landstreichcns zu Gefängnisstrafen unb fieben von ihnen auch zur Ueberweisnng an die Lanbespolirci verurteilt. Das Landgericht hob heute nach einer interessanten Verhandlung die letztere Verfügung auf, da erstens diese Nomaden nicht dadurch gebefjert würden, und da zweitens die Schutzbehauptung, daß sie vermögend seien und auch arbeiteten, nicht widerlegt wurde. Als sie ihrer Fesseln entledigt waren, brachten sie den Richtern in stürmischer Weise ihren Dank aus unb zogen dann vergnügt mit ihren Stammesgenossen von bannen.
©eiidytsfaale
Leipzig, 2. Juni. Das Reichsgericht fällte im Pr^ zeß Schiwara folgendes Urteil: Der Angeklagte Schiwara wird zu 12 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust unb Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt, fünf Monate Untersuchungshaft werden auf die Strafe angerechnet. Der Angl^ klagte ist für schuldig befunden des vollendeten unb versuchten Verbrechens in fortgesetzter Handlung nach § 1 und eines vollendeten unb versuchten Verbrechens nach § 3 des Spivnagegesetze;. Bei der Strafzumessung erschwerend war in Betracht zu ziehen die gemeine, ehrlose Gesinnung, die der Angeklagte an den Tag gelegt hat, und die große Gefährlichkeit seiner Handlungsweise Festgestellt ist, daß er sich von Unteroffizieren Kenntnis von g^ heim zu haltenden Dingen und Gegenständen verschafft hat.
Breslau, 2. Juni Danny Gürtler hatte sich foeute vormittag wegen Vergehens gegen dieSittlichkeilvoi der Strafkammer zu verantworten. Die Polizei hatte ihm rn- läßlich seines Auftretens im Viktoria-Theater die sog. „Hetären - liederbücher " beschlagnahmt, bereit Inhalt die Sittlichkeit verletzen sollte. Das Gericht sprach nun heute den vor Gericht persönlich erschienenen Angeklagten von der Anklage des Bei- gehens wider die Sittlichkeit k o st e n l o s frei und gab fäm:« liche konfiszierten Exemplare der „Hetärenliederbücher" frei. T-c- gegen wurde Gürtler zu einer Geldstrafe von 30 Mk. verurteilt:, weil er ohne polizeiliche Genehmigung die Bücher verkamt hatte und weil die Bücher nicht den Wohnort des Verlegers trugen, ferner zu einer Geldstrafe von 10 Mk. wegen Verkauf von Postkarten, auf denen der Drucker nicht vermerkt war.
* „Primaner Goety e' . ^tr „Rheim-Wests. Ztg.'' schreibt ein Leser aus Paderborn: Folgende kleine Geschichte, ftr bereit Wahrheit ich mich ausdrücklich verbürge, passierte hier, ia ber geistigen Zentrale für das südöstliche Westfalen unb Umgegend. In ber Oberprima des Gymnaftums fühlte sich Tr. 3E. veranlaßt, seine Schüler mit ben Werken eines gewissen Goethe bekannt zm machen unb trug zu diesem Zwecke einige Tatsachen aus dessen Leben vor. Hierbei gab ber betreffende Herr jedoch mehr seinem subjektiven Empfinden Ausdruck unb belegte besonders die verschiedenen Liebschaften Goethes mit weniger zarten Ausdrücken. Ten Schluß feiner Ausführungen bildete folgender großartiger Satz: „Aber das will ich Ihnen sagen, wenn der hier neun Jahre vor mir auf den Bänken gefeffen hätte, dann wäre et ein ordentlicher Mensch geworden!"
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 3. Juni. Schweinemarkt. (Org.- Tel. des Gieß. Anz.) Zum Verkaufe standen 1604 Schweine. Bezahlt wurden: für Schweine 1. Qual. 63—00 Pfg., Lebendgewicht 49,ö bis 00,0 Pfg.; 2. Qualität 61—62 Pfg., Lebendgewicht 48,5—49 Pfg, 3. Qual. 52—55 Pfg. Geschäft gut, lleberftanb keiner.
fc. Frankfurt a. M., 3. Juni. Heu- und StrohmarlL Angefahren waren heute vormittag 24 Wagen Heu, 2 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu DU. 3.00—3.50, für StroH Mk. 2.60—0.00, Maschinenstroh Alk. 1.90—0.00. Alles per 50 kg. Tendenz normal. Das Geschäft war lebhaft und die Zufuhren rasch abgefetzt. Die heute gezahlten guten Preise können sich bei der bevorstehenden guten Heuernte nicht auf der Höhe halten.
Mrchttche Nachrichten.
israelitische Keligionsgemeinde.
Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Freitag, den 5. Juni unb Samstag, be Aß. Juni 1908.
Wochenfest.
1. Tag: Vorabend: 7.45 Morgens: 8.30. Predigt.
2. Tag: Vorabend: 7.45. Morgens: 8.30. Nachmittags 4 Ula Fe st ausgang: 9.30.
Gießener Wetterdienst.
voraussichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag, den 4. Juni: Keine Aendettnig der marinen meist heiteren Witterung.. Vereinzelt Gewitter. Südliche Winde. _
— Müller'sche Badeanstalt.
Wasserwärme 170 R
Orrginal-Drahttircldriirgen.
Madrid, 3. Juni. Die Regierung denientiert bo» Gerücht über den Abschluß eines Fiskal-Abkommens zwischen Frankreich und Spanien.
Kolosseeim Giessen
Walltorstr. 36—38 (früher Cafe Leib) Telefon 6411
Feinstes Familien-Sommer-Theater.
(Angenehmer, kühler Aufenthalt).
Das vorzügliche J"uni - Programm.
Heute Mittwoch, den 3. Juni: Große Vorstellung.
Marietta Varietta Schwestern Konter* °
04711 The Warringtons Marco et Tatjana I“®"
(zum Totlachen).
Donnerstag, den 4. Juni
Großer Familien-Avend mit jküftnt’ilftttM
an Domen und Herren.
Im vorderen Restaurant Konzert der gar* Entree frei. #r* Bier IS Pfennig.
Ende dieser Woche z
Eröffnung drs schattigen Theater - Garten«.
Es labet ergebenft ein Albert Rapp mann. Direktor u. Inhabe^
Mrbeitsvecgebmtg.
Die Zimmer- bezw. Schrcincrarbeit zur Unterhaltung dcls Turmbaufes am Brandplay soll ,
Mittwoch, den 10. Juni d. I., vormittags IOV2 Uvr, öffentlich vergeben werden. , . ,
Arbettsbeschreibung und Bedingungen können bei uns eo gesehen werden. Angebote auf Vordruck, der daselbft erya»»^' find bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzurcichcn. — Buia-m.,. frist 14 Tage. w
Gießen, den 2. Juni 1908. 15 *
städtisches Hochbauamt. Gerbet. ;
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