Samstag 3. Oktober 1908
158. Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. 233
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Der türkisch-bulgarische Konflikt.
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Schauturnen am Nachmittag, sowie Konzert und Lanz am
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Die „Siebener Zamllienblätter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schw Universitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
an walte tagt heute in Darmstadt. Die Wahl Vorstandes der Anwaltskammer, ans dem satzungsgemäß Mitglieder auszuscheiden haben, findet im Sitzungssaal Oberlandesgcrichts statt.
** Von den oberhessischen Bahnbauten
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Redaktion, Expedition und Dnickerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 5L
Redaktion: 112. Tel.-AdruAnzeigerGießem
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Siebener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
bandelt. Bedürftigen Arbeitssuchenden können Freischeine für diel Eisenbahn bis zur Arbeitsstelle ausgestellt werden.
**Tageskalender. Stadttheater. Sonntagabend 71/2 Uhr: „Der Kompagnon".
Kolosseum. Täglich Vorstellung.
Kaiscrpanorama. Programmwechsel am Sonntag: Die ächsische Schweiz. ,
Kinematographent Heater. Programmwechsel am Samstag. *
**DerTaschenfahrplan des Gießener Anzeigers ür den Winter 1908/09 liegt der heutigen Stadtauflage bei. Er erscheint in vergrößerter und verbesserter Ausgabe. Insbesondere sind bei den Hauptstrecken die wichtigsten Anschlüsse beigefügt, auch haben viele seither in unserem Fahrplan nicht enthaltene Züge von rein lokaler Bedeutung nunmehr ebenfalls Aufnahme gefunden. Die wichtigen direkten Verbindungen zwischen Bad-Nauheim und Wiesbaden sind zum erstenmal verzeichnet. Wir hoffen, daß der Fahrplan auch in seiner neuen Gestalt den Beifall seiner Benutzer findet und ihnen ein ebenso lieber und nützlicher Reisebegleiter sein wird, wie es die seitherige kleinere Ausgabe war. — Der Landauflagc wird der Fahrplan in den nächsten Tagen beigelegt werden.
L. U. Landesuniversität. Dem Assistenten am physikalischen Institut der Landes Universität Dr. Karl U l l e r aus Mayen wurde die venia legendi für das Fach der Physik erteilt. Seine Habilitationsschrift handelt von der Energiewanderung im permanenten elektromagnetischen Wechselfelde gemäß dem Theorem von Poynting.
** Pfarrpersonalien. Ernannt wurden Pfarrassistent Flöel zu Wöllstein zum Pfarrassistenten an der Petrus- und Pau.lusgemeinde zu Bessungen; Pfarcverwalter Boeckner zu Dietzenbach zum Pfarrverwalter in Schlitz; Pfarramtskandidat Knott zu Bensheim zum Pfarrvikar in Mainz; Pfarrassistent Wahl zu Lindenfels zum Pfarrverwalter in Schlierbach; Pfarramtskandidat Rühl zu Gießen zum Pfarrassistenten in Wöllstein.
•* Lehrerpersonalien. Uebcrtragcn wurde dem Schulvermalter Friedr. Held zu Schotten eine Lehrerstelle au der Gemeindeschule daselbst; dem Schulvermalter Wilh. Niebel zu Steinfurth eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Niedec-Weisel. — Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerslelle an der Gemeindeschule zu Allen darf a. d. Lahn. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.
•* Hessische Hand Werks kam m er. Mit Rücksicht auf das am 1. Oktober erfolgte Inkrafttreten des Gesetzes über den sogenannten kleinen Befähigungsnachweis beabsichtigt die Handwerkskammer zu Darmstadt auf den 16. Oktober in den Kaisersaal zu Darmstadt eine Versammlung der Prüfungsausschüsse in Hessen, soivie der bisher gesetz- lich geprüften Ai ei st er einzuberufen. Um einen Ueber- blick über die Beteiligung 511 erhalten, ist zunächst eine Umfrage an die Vorgenannten ergangen, die den Nachweis des Bedürfnisses einer solchen Versammlung ergeben hat, denn es hat die Mehrheit der befragten Personen ihr Kommen in Aussicht gestellt. Zu der Versammlung sind auch alle anderen Handwerksmeister willkommen.
** Ein Anwaltstag der hessischen Rechts-
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Schaufenster einen prächtigen Llnblick. Die Geschäftsräume elbst zeichnen sich durch große Helligkeit aus.
** Hofrat Rothschild wurde heute vormittag in die medizinische Klinik gebracht, wo er zunächst bleiben wird,
"* Durchgegangen ist heute vormittag der etwa 20 Jahre alte Strafgefangene Wilhelm Schmidt aus Butzbach, der in der Nähe der Marburger Straße mit anderen Gefangenen arbeitete.
•• Preußische Kl a s s e n l 0 t t e r i e. Die Erneuerung der Lose zur 4. Klasse 219. Lotterie muß mit Vorlegung der Lose 3. Klasse spätestens bis ginn 5. d. Alts, geschehen sem. Auch müssen die Freilose zur 4. Klasse gegen Rückgabe der Gewinnlose 3. Klasse bis zum vorerwähnten Termin eingejordert sein.
•* Die Ziehung der B a d e n e r (ö e l d Lotterie nuijjte infolge verschiedener Umstände auf den 14. Oktober verlegt werden an welchem Tage sie garantiert stattfindet.
** Süße Grüße überbrachte uns heute vormittag ein Eisenbahner, nämlich ein Sträußchen vollständig reife Walderdbeeren, die er bei Betzdorf gepflückt hatte.
§ Lollar, 2. Okt. Auch hier ist man zurzeit eifrig mit dem Einernten der Kartoffeln, Dickwurz und Gemüse beschäftigt. Trotz des schlechten Wetters im vorigen Nachommer sind die Kartoffeln gut ausgefallen, faule findet man wenig. Das Kraut und Gemüse entspricht dagegen nicht den angenommenen Erwartungen. Ganze Gärten und Felder sind von den Raupen völlig aufgefressen, meistens ragen nur noch die kahlen Rippen in die Höhe. Dagegen ist die Obsternte sehr gut ausgefallen. Die Dreschmaschine hat dieser Tage, nachdem sie ihre hiesige Arbeit beendet, unseren Ort verlassen. Reiche Fruchtvorräte lagern nun. mehr auf den Speichern. Jedenfalls aber wird der Land- wirt in diesem Jahre bis spät zum Nachherbst zu tun haben, erwartet man doch in den nächsten Tagen nach der seit Jahresfrist stattfindenden Feldbereinigung die Zuteilung der neuen Grundstücke, deren Instandsetzung dem Bauers- manne noch viele Arbeit verursachen dürfte.
△ Nieder-Ohmen, 2. Okt. Daß das Aufsitzern kleiner Kinder auf Pfuhlfässer, rote man e&\ manchmal sieht, nicht ungefährlich ist, zeigt folgender Fall.. Das vierjährige Söhnchen eines hiesigen MühlenbeptzLrs saß auf dem Pfuhlfaß eines heimtehrenden Wagens. An der abschüssigen Fahrt in den Hof verlor das Kind das Gleichgewicht, stürzte herab unter den Wagen und zog sich schwere Verlegungen am Kopfe zu, der mehrmals durch den Arzt vernäht werden mußte.
= Neu - Ulrichstein, 2. Okt. Die Arbeiter- Kolonie verzeichnet Ende . September einen Bestand von 63 Arbeitslosen, darunter 14 aus Hessen und 9 aus Hessen- Nassau. Nahezu die Hälfte davon, nämlich 31. waren Arbeiter. Im September gingen 28 Stellenlose neu zu, während 33 entlassen wurden. Hiervon gingen 20 auf eigenen Wunsch, während im übrigen zweimal Arbeitsscheu, einmal Krankheit, zweimal Arbeitsunfähigkeit und achtmal schlechtes Betragen die Entlassungsgründe waren.
Q Lau bach, 2. Okt. Zu Ehren des von hier scheidenden in den Ruhestand versetzten Aktuars Keil, der in der ihm eigenen bescheidenen Weise von einer geplanten öffentlichen Abschiedsfeier Abstand genommen, hatten sich am Mittwoch abend seine Freunde, das Gerichtspersonal, dessen Bureau er 15 Jahre lang Vorstand, sowie die Bürgermeister des Amtsgerichts im Solmser Hof eingefunden. Dem Scheidenden widmeten Abschiedsworte Oberamtsrichtec Zimmermann und Bürgermeister Jochem hier, die von Aktuar Keil dankend erwidert wurden. — Die städtische Ob st Versteigerung ergab namentlich für Tafeläpfel gute Preise. Das Resultat rvaren 1026 Mk. gegen 222 Mk. im vorigen Jahr. Das beste Jahr im letzten Jahrzehnt war 1904 mit 1300 Mk.
w. Nidda, 2. Okt. Heute fand hier die Bürgermeisterwahl statt. Der bisherige Bürgermeister Hermann Roth wurde mit 160 von 163 abgegangenen Stimmen wiedergewählt. Dre Zahl der Wahlberechtigten betrug 382.
1. Ulfa, 2. Okt. Sofort nach der Obstausstellung, die am 10. und 11. Oktober in Laubach stattsindet, soll von dem hiesigen Obstzüchterverein hier eine Lokal-Obstausstellung veranstaltet werden.
r. Schotten, 2. Olt. Eine kleine Gruppe von Privatleuten hat die auf städtischem Gelände in der Läunsbach, nahe dem Lehrerheim, befindlichen Teiche zum Teil instand setzen lassen und in Betrieb genommen. Bor etwa hundert Jahren mögen die Teiche noch wasserhaltend gewesen sein, man hat aber zu damaliger Zeit an der Fischzucht das Interesse verloren, wohl weil der Absatz der Fische tncht zu rentablen Preisen möglich. Tie Teichdämme wurdeu also aufgerissen und der Boden zu Miesen verwertet. SLach- dem obige Gruppe Herren die Teiche auf eine Reihe von ■ Jahren gepachtet hat, hat sie mit erheblichen eigenen Mit- . teüi den Damm und eine Schleuse aufgesührt und Fo- ; rellen, Karpfen und Schleien eingesetzt. Bei dem in vor. 1 Woche vorgenommenen Fischzug war das Ergebnis über- , raschend gut. Die Forellen stehen an Güte der Bachforelle nicht nach, waren sehr rasch gewachsen und namentlich auch die Karpfen waren von vorzüglichem Wohlgeschmack, bet , einem Durchschnittsgewicht von 3 Pfund. Allerdings ist ' zu berücksichtigen, daß gut gefüttert worden war; die Kosten ’ des billigen Futters sind aber durch den Ertrag von ca. 1 3 Zentner Fischen in ca. 2 Jahren überreich belohnt. Es föÄrg wohl zu wstnscheu, daß Des zweite,, unmittelba.v &aia,n
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Ueber die Stellung der ottomanischen Pforte zu der widerrechtlichen Besetzung der ostrumelischen Bahnlinie durch A-ulgarien sprach sich heute dcr Botschaftsrat Ali Ihsan Bey von der türkischen Botschaft in Berlin einem Mitarbeiter " ß des „B. T." gegenüber in folgender Weise aus: „Die Stel- H lang der türkischen Regierung zu der Besetzung der Orient- bahn durch Bulgarien ist leicht in kurzen Worten unzweideutig zu charakterisieren. Bulgarien hat.einen offenkundigen Rechtsbruch durch die Besetzung der Bahnlinie begangen. Die Türcei ist Eigentümerin der Bahn. Wir müssen ' also verlangen, daß Bulgarien schleunigst seine Truppen mrückzieht. Wenn die Bahn in unsere Hände zurückgelegt ist, läßt sich über den Ankauf reden. Die Sianatarmächte i srehen vollständig auf dem Standpunkte und haben ihn durch _ _ . . " ihren Protest ja auch unterstützt." In Uebereinstimmung
OktOvC? mit diesen Aeußerungen wird aus Sofia berichtet, daß auf die wew diplomatischen Kreise die Denkschrift Bulgariens über die
WOrientbahnfrage keinen starken Eindruck gemacht habe. Nach dem in diesen Kreisen gewonnenen Eindrücke zu urteilen, dürfte die Denkschrift auf die gegenwärtig zutage tretenden M Stimmungen und Tendenzen der Mächte kaum von nennens- 1 werter Wirkung sein. Das jungtürt'ische Komitee, das bisher die bulgarischen Konflikte mit Gleichmut betrachtet hat, beginnt nunmehr auch, sie mit Ernst zu verfolgen. Das Komitee erklärt zwar, keinen Krieg zu wollen, aber auch
Stadttheater
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•* Ein neues Geschäftslokal, das unserer Stadt zur Zierde gereicht, ist im Laufe des Sommers durch den teilweisen Umbau des I. Pfeffer'schcn Hauses am Marktplatz entstanden. Unter Beibehaltung des alten gefälligen Baustils hat das Aeußere des Hauses eine gründliche Auffrischung erfahren und nimmt sich jetzt in seinem hellen Au- 'trich, der durch das dunkle Balkenwerk wirkungsvoll unterbrochen wird, sehr freundlich aus. Im Erdgeschoß find riesige moderne Schaufenster eingebaut worden, deren größtes dir Ausdehnung eines Ladens hat und eine KostümauLstellung ermöglicht, wie sie selbst in großstädtischen Kaufhäusern kaum vorhanden ist. Namentlich bei Beleuchtung gewähren die
Firma Lenz & Co. ist die Linie Lich-Grün berg jetzt ein Jahr im Bau begriffen. Die Erdarbeiten sind zwischen Lich und Grünberg fast erledigt, nur zwischen Queckborn und Grünberg ist noch viel zu tun. Von den Hochbauten ist das Stationsgebäude Queckborn seit 14 Tagen, das zu Ettingshausen seit dieser Woche im Bau begriffen. Die Eröffnung der Linie ist zum 1. April 1909 zu erwarten^ Eine teilweise Eröffnung Lich bis Ettingshausen erscheint nach neueren Erwägungen ausgeschlossen. Die Wettcrtalbahn Griedel- Ba d -Nauheim wird bestimmt noch diesen Herbst begonnen und zwar von Griedel bis Rockenberg in etwa 14 Tagen. Die Inangriffnahme der Strecke Butzbach — Pohl-Göns — Ebersgöns wird nicht vor Frühjahr erfolgen. Von beiden Linien fand vor einigen Tagen die landespolizeiliche Abnahme der Projekte statt. Da nennenswerte Anstände nicht erfolgten, kann in Bälde mit dem Grunderwerb begonnen werden, lieber das Projekt Mücke-Ulrichstein schweben jetzt die letzten Verhandlungen, es wird in einigen Monaten endgültig festgelegt werden.
*• D ie Gewerbebank begeht am Samstag, 10. Okt., in festlicher Weise den Gedenktag ihres 50jährigen Bestehens. Die Feier beginnt um 12^/z Uhc mit einem akademischen Festakt, woran sich um 2 Uhr ein Festessen schließt. Am Abend ist ein Festkommers in Aussicht genommen, der, ebenso wie die anderen Feierlichkeiten, in Steins Saalbcu> stattsindet.
** Aus dem Bureau des Stadttheaters Auf zahlreiche Anfragen, auch von auswärts, fei mitgeteilt, daß am morgigen ersten Sonntag der Spielzeit eine Fremdenvorstellung am Nachmittag noch nicht stattsindet, um Zeit für die Vorbereitung eines abwechslungsreichen Spielplanes zu gewinnen. Es ist morgen nur die Abendvorstellung (L'Arronges „Eompagnon"). Die regelmäßigen Fremdenvorstellungen am Sonntag, jeweils nachmittags 3% Uhr, beginnen mit dem 11. Oktober und finden von da ab ausnahmslos an jedem Sonntag nachmittag statt.
•* Der Turnverein hält morgen fein diesjähriges Ab turnen ab. Es besteht aus Wetturnen am Vormittag,
vrrmittlungsstellen sind schon inst in allen Gemeinden (meistens plis den Bürgermeister- oder Landratsämtern) eingerichtet oder zur 3cit im Entstehen begriffen. Arbeitgeber erhalten von den Ar- leAsnachweisstellen Karlen für die Bestellung von Personal kostenlos zugesandt. Wo einem Arbeitgeber bte nächste Arbeilsnach- wcksstelle nicht bekannt ist, erteilt der Mitteldeutsche Arbeitsnach° wusverbanb in Frankfurt a. M., Saalhof, kostenlose Auskunft. Lie durch die dem Mtttelbeutscheu Arbettsnechiveisverbande ange- hörenden Arbeitsvermittlungsstellen vermittelten Arbeiter unb Arbeiterinnen erhalten auf sämtlichen Sl aatsb ahnen eine Fahrpreis-Ermäßigung zum Kilometerjatz von 1,5 Pfg. i überall da, roo es sich um einen Weg uoii mehr als 25 Kilometer 1 Aveno.
leine Rechtsverletzung zu gestatten. Wenn eine solche cr- ||folgt sei, würde man auch vor einem Kriege nicht zürück- schrecken.
I Aus Stadt uad Land.
Gießen, 3. Oktober 1908.
Der Mitteldeutsche Arbeitsnachwersverband.
Tie Interessenten seien nochmals darauf hingeiviesen, daß im ICpril v. I. auf Anregung und unter Vorsitz bes Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau der Aiitteldeutsche Arbeitsnachweisverband mit dem Sitz in Frankfurt a. 3)1. gegründet worden ist. $>tr Verband erhält seine Mittel außer ans den Beiträgen der litmeinben und kreise, die sich ihm angeschlossen haben, durch Subvention der preußischen und hessischeii Ministerien und Pro- vinzialverbände. Hauptziel deS Verbandes ist die Einrichtung von öffentlichen kostenlosen A r b e i t s n a ch iv e i s e n au tunlichst vielen, dazu geeigneten Orten des Verbandsgebietes (Provinz Hessen-Stassau, Großherzogllun Hessen, Fürstentum Waldeck) unb benachbarter Gebiete, um em möglichst engmaschiges Netz von II einen Arbeitsnachweisen auszuspannen, deren Hauplaiügabe der filr b e i t § n d) id c 15 5 u G u n st e n der kleineren Ge- iite i n b e n , insonderheit die Vermittlung l a n b iu i r i f d). stlrbeitspersonals ist. Ties soll dadlirch erreicht werden, bay überall, wo Bedarf an Arbeitskräften vorhanden ist, in erster |3 i u i e telephonisch bei den übrigen Vermittllmgsstellen an= gefragt wird, ob geeignete Arbeitskräfte vorhanden sind. Tie hier- öexd) entstehenden Kosten werden kleineren (Semeinben vom Verben be ersetzt. Tie Gesuche der Arbeitgeber, die fick) nicht auf diese Mt ohne weiteres erledigen lassen, werden durch besondere land w. Va k a n 3 e n l i ft e n im Verbandsgebtet an allen geeigneten Stellen wöchentlich bekannt gegeben. Bei der Organisation dieser oßjentlichen Arbeitsnachweistatigkett wird Wert darauf gelegt, alles ;u vermeiden, was den planlosen Zuzug von Arbeitern m die I>oßen Städte zu fördern geeignet ist. Die Vermittlungstätigkeit er- neckt sich auf alle Arten von Arbeiter und Arbeiterinnen, be= 0 nders aber auf land w. Personal (landwirtschastllche Arbeiter, Kneck)te, Dlägbc, Schweizer, Taglöhner ec.) Nur außer- 2tuisck)e Saisonarbeiter sind vom Nachiveis ausgejd)lossen. Die Vermittlung selbst ist für Arbeitgeber ivie Arbeitnehmer d 011 ft ä n b i g t 0 ft e n f r e i. Derartige in Verbindung mit dem I öättelbeutfdien Arbeitsnachweis - Verbände arbeitende öffentliche
Apolitische T«rgesseliarr.
England unb Deutschland.
In Crawshawbooth sprach der erste Kommissar im Mi- ! Mysterium für Arbeiten Harcourt über das deutsche Flotten- prograinm. Er sagte, es verteile sich auf mehrere Jahre, rlgleick) dies Englands wegen nicht nötig wäre, und sei voll- twrnmen vernünftig, klar und ehrlich. Nur krankhafte Einladung könne in einem solchen Programm eine offene 'Bedrohung des Weltfriedens erblicken. Neben England uiüßten auch die anderen Länder auf ihre Verteidigung b edacht fein, und sie seien in ihrem volleit Recht, alle hierzu erforderlichen Schritte zu tun, solche Maßnahmen berührten England erst dann, wenn sie Englands Vorherrschaft zur See zu gefährden drohten. Erst dann, toentt dies eintritt, müsse England seine Vorkehrungen treffen und das Mini- inunt von Schiffen bauen, die zur Aufrechterhaltung der Igegenwärtigen Ueberlegenheit zur See nötig seien, einer lleberlegenheit, die England- auch in Zukunft zu wahren entschlossen sei, um zu vermeiden, die andern Nationen iu V-ersuchung zu führen, die andernfalls ihnen geboten würde. „Aber nachdem ich dies gesagt," fuhr .Harecourt fort, „laffen Sie mich ihnen versichern, daß nicht ein Schatten von Begründung für den jüngst in der gelben Presse erhobenen hdb feigem, halb chauvinistischen Lärm vorliegt. Innerhalb der letzten zehn oder ftinfzehn Jahre hat es keine Zeit gelben (und ich spreche mit Wissen und Bewußtsein meiner bellen Verantwortlichkeit), in welcher unsere Beziehungen -Azrt Deutschland in komwerzieller, kolonialer, politischer und dhnastischer Hinsicht auf festerem und freundschaftlicherem gewesen sind als heute. Von persönlicher Feindschaft : zwischen den Herrschern, den Regierungen und Völkern ist leine Rede, und wenn in beiden Ländern eine kleine Schicht bim fs^tblizisten vorhanden ist, die infolge sebftsüchtiger und unpatriotischer Absichten den Wunsch hegen, die Nationen zu entzweien, so sind sic die Straßenräuber der Politik imb die Feinde des Menschengeschlechts. Halten Sie den Kropf kühl, die Flotte bereit, die Zunge höflich, und Sie brauchen das Gekläffe dieser Pariahunde nicht zu fürchten, Ii»elche die Hütte beschmutzen, in der sie wohnen."


