Ausgabe 
3.2.1908 Drittes Blatt
 
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sstreckte Küste sowie her Em stutz der starken Position anderer Mittelmsermächte lässt diese Rüstungen begreiflich erscheinen. Nach Ansicht des Ministers hat Italien keine aggressiven Pläne, so wenig wie Oesterreich mit der Verstärkung seiner Flotte solche Plane verfolg.-. Wenn Oesterreich sich zu stärken suche, so geschehe dies uidjt nur zum Schutze seiner Küste, sondern auch, um dem österreichischen sandel, der in letzter Zeit sich erfreulich entwickelt habe, zu Hülse zu kommen. Was Italiens Stellung im Balkan gnüetrisft, so wurde der Verwunderung Ausdruck gegeben, daß Ztali.-n dort eine solche Rolle spiele. Ta handelt cs sich offenbar um« ein Mißverständnis; denn alle Signatar- Mächte des Berliner Vertrages haben ein gleiches Recht, sich mit diesen Angelegenheiten, bezüglich deren wir trotz Russtand die Initiative ergriffen haben, zu beschäftigen. Gemäß dem Mürz- stcger Programm werden auch alle einschlägigen 'Angelegenheiten in der Konferenz sämtlicher Botschafter der Signatarmächte be­handelt. Tie Rührigkeit Italiens auf dem Balkan könne er, der Minister, nicht in Abrede stellen; man könne jedoch nicht daraus einen Vorwurf machen, sondern vielleicht eher uns wegen unserer Saumseligkeit tabcai. Was Mazedonien betreffe, ver­weist der Minister neuerlich aus die grotzen Schwierigkeiten, die Nationalitäten auseinanderzuhalten und die Bauernbewegung niederzuwerfen. Ter Minister erhofft in dieser Beziehung, datz die Türkei ihre volle Energie anwenden werde. Bezüglich der Ausweisungen aus Preußen teilte der Minister Taten mit, auf Grund deren er mit Befriedigung feststellep kann, datz die Intervention des Ministeriums des Aeutzeven in dieser Beziehung doch immerhin einige Erfolgs aufzuweiseu habe. Es sind im Laufe von mehr als -einem Jahr nur 24 Fülle borgekommen, bei denen als einziges Motiv der Ausweisung die Verhinderung unerwünschten Zuzugs landfremder und fremdsprachlicher Ele­mente, speziell in die östlichen Provinzen Preußens, angege­ben und bei denen trotz eingetretener Verw'endung die Auswei­sung aufrecht erhalten wurde. Auch in diesen Fällen ist aber immer im Hinblick auf die eingetretene Verwendung den Aus­gewiesenen von der preußischen Regierung eine längere Frsst zur Ordnung ihrer Angelegenheiten benü tngt worden. Ter Mi­nister schloß seine Ausführungen mit einer eingehenden Betraui- Lung der aus dem jüngst abgeschlossenen Ausgleich zwischen Oesterreich-Ungarn resultierenden staatsrechtlichen Fragen, und gab der Ueberzeugung Ausdruck, datz dieser Ausgleich nicht der letzte war, daß vielmehr die wirtschaftliche Zusammengehörig­keit, ohne welche cr sich eine gedeihliche, einheitliche auswär­tige Politik nicht vorstellen tonne, auch in Zukunft aufrechter- halten bleiben werde. (Lebh. Beifall.)

Kolitisehe Lagsr^aW.

Amtswüdigkeit des Frerherrn von Stengel.

Der mehrfach angekündigte Rücktritt des Reichs schätz sekretärs Frhrn. v. Stengel wird, wie dieBert. N. N." zuverlässig erfahren haben wollen, nun­mehr tatsächlich erfolgen. Es sei jedoch durchaus irrig, den Entschluß des Staatssekretärs mit den Kom­missionsbeschlüssen in der Frage der Zuckerkonvention in Verbindung zu bringen, da die internationalen Verhand­lungen über die Verlängerung der Brüsseler Zuckerkonven- tion ohne Mitwirkung des Frhr. v. Stengel geführt worden sind. Man darf vielmehr annehmen, daß die großen .Schwierigkeiten, denen die Durchführung der Pläne des Staatssekretärs zur Reichsfinanzreform begegnet, die Ver­anlassung zu dem Rücktritt sind.Interessant ist die Frage", so meint dasBerl. Tagebl.",was für einen .Einfluß der Rücktritt Stengels auf die Stellung des preu­ßischen Fincnrzministers v. Rheinbaben ausüben wird, der ebenso wie Herr v. Stengel für die indirekten Steuern schwärmt und direkte Reichssteuern verwirft. Fürst Bülow scheint sich mit einem Wechsel im Reichsschatzamt bereits vertraut gemacht zu haben. Es verlautet, daß der Reichs­kanzler mit dem Oberbürgermeister A d i ck e s, der wegen der Herrenhaussitzungen in Berlin weilte, eine längere Besprechung gehabt hat, und Adickes sich wegen Hefter- nähme des Reichsschatzamtes Bedenkzeit ausgefteten hafte." Erwartet mau abermals aus Frankfurt a. M. das Heil wie in den Tagen, als Johannes Miquel das preußische Finanzportefeuille übernahm?

Heer unfo Flotte.

Berlin, 1. Febr. TieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Kriegs Minister, der sich von seiner Erkrankung im November vorigen Jahres nicht völlig wieder erholt und mehrfach an Rückfällen gelitten hat, ist am 25. Januar an einem neuen heftigen Jnfluenzaanfall er­krankt, der ihn ans Bett fesselt nnft ihn zwingt, sich von den Geschäften fernzühalten. Auf dringendes Anraten der Aerzte wird er sobald als möglich zur Wiederherstellung der Gesundheit einen längeren Urlaub nach dem Süden antreten.

Hannover, 2. Febr. Generalleutnant v. Fe st en- fterg-Pakisch, der Ehef des königlichen Militär-Reit- institutes, ist gestern abend an einer Brustfell- und Lungen­entzündung gestorben.

Deutsches Reich.

Berlin, 1. Febr. Das Lehrerbe soldungs- gesetz beschäftigt gegenwärtig das preußische Staatsmini­sterium, nachdem es das Kultus- und Finanzministerium passiert hat. In etwa vierzehn Tagen dürfte es an den Sanhtag gelangen, wo es der KültusMinister 2r. Holle mit einer Erklärung überreichen wird. Minister Holle will bei dieser Gelegenheit auch zur Frage der se x u e l l e n Au f- klärung in den Schulen ausführlich Stellung nehmen. Die Erhebungen des Ministers über diese Frage nähern sich jetzt ihrem Abschluß. Bei der Unterrichtsverwaltung finden Erwägungen darüber statt, inwieweit im Schul­interesse eine Vermehrung der Mittelschulen an­gezeigt erscheint.

Der Reichstagsaft g. Gothein, der eben erst von einem langjährigen hartnäckigen Jschiasleiden wieder einigermaßen hcrgestellt war, ist loiebcrmn schwer erkrankt, diesmal an Blinddarmentzündung. Die gestern in der Klinik des Geheimrats Körte vorgenommene Opera­tion ist günstig verlaufen, der Kr.äftezustand indes zurzeit wenig befriedigend.

Die Direition der deutschen Waffen- und Munitionsfabrik, die gestern etwa die Hälfte der Arbeiter ausgesperrt hatte, hat heute früh die Aussperrung auch über die übrigen Arbeiter ausgedehnt, sodaß der ganze Betrieb ruht und etwa 2500 Mann betroffen sind.

Das Abgeordnetenhaus hat heute das Ge­halt des Handelsministers ftewilligt. Montag wird die Be­ratung des Etats der Handels- und Gewerbe-Verwaltung fortgesetzt. Außerdem steht der Etat der Berg-, Hütten- und Salinen-Verwaltung aus der Tagesordnung.

Asrsland.

Paris, 1. Febr. Die Beisetzung des Kardinal- Erzbischofs Richard fand heute vormittag unter großer Beteiligung statt.

Teheran, 1. Febr. Die persische Regierung sandte eine ProtestnoteanalleGesandtschaften, die sich gegen das türkische Vorgehen wendet. Es wird darin der Tatbestand festgestellt, daß die Türken um Saudschbulag Kanonen auffahren ließen und dann durch ein Ultimatum den Prinzen Ferman-Ferma zwangen, nach Miandoab zurückzugehen.

K a p st a d t, 1. Febr. Heeriman ist mit der Neu­bildung des Kabinetts beauftragt worden.

Man lese öen Gichemr Anzeiger größte und reichhaltigste Tageszeitung Oderhessens mit den Beilagen .Lamilienblötter"Landwirtschastliche Zeitsragen" und dem Kreisblatt für den Kreis Gießen.

Auslage über 15000 Expl.

Hile Briefträger, unsere Zweigstellen und die Geschäfts­stelle des Gießener Anzeigers nehmen Bestellungen auf den Gießener Hnzeiger entgegen.

Aus Stadt uud LauS.

Gießen, 3. Febr. 1908. DcrRachdrnck uuscrcrDriginalnachrichteu ist nur mit deutlicher Quellenangabe Gieß. Anzeiger gestattet.

** Lehrer kn rse für Handwerkerschulen. Vom 13. bis 25. Januar d. I. fand in den Räumen der Zentral­stelle für die Gewerbe der alljährlich sich dreimal wieder­holende Lehrerkursus für die Lehrer an den hessischen Hand- merker-Sonntagsschulen statt. Der Kursus wurde von dem Direktor der Landesbaugcwcrkschule, Architekt Wienkoop, unter Assistenz einiger Lehrer derselben Anstalt abgehalten. Besonderer Wert wurde auf die Ausbildung der Lehrer in den verschiedenen Zweigen des Fachzeichnens gelegt. Indern zehn verschiedene Bauhaudwerke in einzelnen Abteilungen von verschiedenen Herren dlirchgenoinmen wurden, gelang es, Dank dem überaus eifrigen Arbeiten der Besucher des Kursus, in jedem Fach einen Stoff zu bewältigen, der dem Teilnehmer des Kursus eine genaue Richtung und gute Stoffe für den Unter­richt an den Handwerker-Sonntagsschrilen verschafft. Es rourbe bei der Besprechung der einzelnen Handwerke ganz besonders Rücksicht darauf genommen, daß die Schüler der Handiverkerschule zum Verständnis ihrer Handwerkezeichnung erzogen und ihr Geschmack in gute zeitgemäße Bahnen ge­lenkt rvürden. Den Schluß des Kursus bildete eine Aus­stellung sämtlicher Zeichnungen, fomie eine Beurteilung der­selben durch den Referenten des Ministeriums des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gerverbe, Herrn Oberregierungsrat Dr. Wagner. Er sprach bei dieser Gelegen­heit dem Veranstalter des Kursus, dein Vorstand der Zentral­stelle für die Gewerbe, sowie dem Leiter, Direktor Wienkoop, und seinen Lehrern, insbesondere aber auch den überaus fleißigen Teilnehmern den wännslen Dank und die An­erkennung der Regierung aus und gab der Hoffnung Aus­druck, daß die Lehrerkurse im Interesse der Hebiing unseres heiniischen Handiverkes möglichst zahlreich besiicht würden.

** S) i e Premiere des Gießer Apollo-Thea­ters. Zu diesem Ereignis hatte der Säug er kränz am Samstag abend seine Angehörigen nach dem Neuen Saalbau eingeladen und zahlreich waren sie der Einladung gefolgt. Die karnevalistische Abendunterhaltung, die der Verein damit bot, nahm einen äußerst amüsanten Verlauf, trotzdem die Vorstellung nicht etwa eine Parodie, sondern eine getreue und wohlgelungene Kopie eines modernen Großstadt-Varietes war. Zunächst kamen die üblichen drei Musikstücke der Hauskapelle und dann sang ein gut zusam­mengesetztes Doppelquartett einige heitere Lieder, die lebhaften Beifall sanden. Dann kamen the four sisters Hellstern, vier niedliche aber schon ausgewachsene Babys und tanzten so hübsch, wie eben nur junge Damen tanzen können, wenn sie sich dieser schönen Kunst ganz hingeben und einen so tüchtigen Leiter haften, wie es Uni- verjitätscanzlehrer Will ist. Dann sang temperament- und gefühlvoll Miß Franeoni einige nette Lieder, von denen eines so gefiel, daß man seinen Refrain den ganzen Mend überall hörte. Zwei gelungene äußerst humorvolle Parterre-Akrobaten, the Dayton Brothers boten so­dann recht beachtenswerte Leistungen auf gymnastischem Gebiete, worauf ein moderner Humorist, Herr Fred Knutsch, einige aktuelle und mit großem Jubel auf­genommene Couplets fang. Den Schluß der ersten Ab­teilung bildete ein naturgetreu wirkendes T Y r oler Doppelquartett, das bei Zitherbegleitung älperische Lieder fang und dazu so naturecht jodelte, wie es die Münchener und Dachauer, die sonst hier als Tyrolerinnen und Tyroler auftreten, auch nicht besser können. lleftrigcnS wußten die Madele und Buabe auch in den Gießener und besonders den Sängerkranz-Verhältnissen guten Bescheid. Die zweite Abteilung eröffnete ein schneidiger Reckturner, Herr P o n t e ch i, der einige halsbrecherische Hebungen ele­gant und sicher ausführte. Eine amerikanische Sängerin, Lady Smith, sang einige englische Lieder sicher und in so gutem Englisch, daß man fast an die Echtheit glauben konnte. Tann kam ein Fesselkünstler, Mister Houdini, der mit seinem Unsinn viel Heiterkeit erregte und daran anschließend Tannhäuser als Bajazzo, der mit schöner Stimme und im Brustton der Ueberzengung immer wieder versicherte, daß er ein Mensch und kein Bajazzo fein wolle. Ein schnurrbartgefegneter Schusterjunge erzählte, dann mit Humor und Gefühl feine Schusterbuben-M-emoiren.' Als einzigeechte" Nummer zeigten dann Fräulein Ha- mann's dressierten Kakadus und .Hunde ihre Künste, die allgemein lebhaft gefielen. Olympische L>piele wur­den dann höchst natürlich wirkend in Gestalt von plasti­schen Marmorbildern gezeigt. Hiermit war die gelungene Vorstellung beendigt. Um rhr Zustandekommen hat sich

außer dem Herrn Direktor namentlich der rührige Diri­gent desSängerkranz", Herr Kasten, hervorragende 'Verdienste erworben. Es war infolge des reichhaltigen Programms sehr spät geworden, bis mit dem Tanz be­gonnen werden konnte, aber das hielt jung und alt nicht ab, ihm noch eifrig zu huldigen.

** Der Bezirkszuchtverein für Vogelsber« ger Vieh im Kreise Gießen hielt am Samstag im Eafe Ebel seine Hauptversammlung unter dem Vor­sitz des Negierungsrats Dr. Merck ab. Der Vorsitzende teilt den Rechnungsbeschluß mit, wonach die Einnahmen 106.67 Mark, die Ausgaben 68.18 Mark betrugen und das Kapitalvermögen auf 1442 Mark angewachsen ist. Auf Antrag des Bürgermeisters Volk wird dem Rechner Ent­lastung erteilt. Nach dem Jahresbericht beträgt die Zahl der zahlenden Mitglieder rund 400, sie verteilen sich auf neun Ortsvereine und zahlreiche Einzelmitglieder. Im bevorstehenden Jahr soll ein engerer Zusammenschluß der Einzelmitglieder angestrebt werden, damit man den Mit­gliedern mehr bieten könne. Die Vogelsberger Rindvieh­zucht ist nicht im Rückgang begriffen, wie viele glauben. Ortsvereine befinden sich u. a. in Mlendorf (Lahn), Beltershain, Großen-Linden, Steinbach, Grünberg und Watzenborn. In Lauter ist ein weiterer Verein int Ent­stehen begriffen. Im Bezirk Hungen-Lich scheint die Sim­mentalerzucht immer mehr vorzudringen. Im Körftezirk- wurden 55 Vogelsberger Bullen angekört, davon 34 int Bezirk Gießen, 20 im Bezirk Grünberg, nur einer in Hungen-, Lich. Ins Herdbuch eingetragen wurden 75 Tiere, der eigentliche Zuwachs ist aber bedeutend höher. Das Er­gebnis der Ortsschauen ist folgendes: 1. für Bullen: 1. Preis Gemeinde Grünberg, 2. Preis Keßler-Gr.-Lmden, L. Hofmantt-Grüttberg, Stoll-Gr.-Linden. 2. Aelterc Kühe: K. Keil-Grünberg, Keßler-Gr.-Lindett, Jorel-Grün- berg, Wagner-Gr.-Lindett, L. Menges-Gr.-Linden, Groß­haus-Grünberg, Volk-Großen-Linden, Hofmann-Großen-Lin- den, Henkel-Grünberg, Voneiff-Grünfterg u. a. m. Die Ge­samtzahl der Preise bei den Stallschauen in Grünberg und Großen-Linden betrug 425 Mark. Von besonderer Bedeutung und großen Erfolg für die Vogelsberger Zucht war der Besuch der Ausstellung in Düsseldorf, und mit Genugtuung können die Züchter auf dieses Er­gebnis zurückblicken. Es kamen in den Bezirk Gießen allein 570 Mark an Preisen, davon erhielt der Bezirk selbst einen 2. Preis 200 Mark, Julius Zimmer-Burgmühle einen 2. Preis 150 Mark, derselbe einen 3. Preis 50 Mark, Christ. Pitz-Lauter einen 1. Preis 120 Mark, derselbe einen 3. Preis 50 Mark, die Getneinde Steinbach einen 1. Preis 150 Mark, der Verband ofterhessischer Herdbuchgesellschaft einen Sam- melpreis 180 Mark. Der Vorsitzende ermahnt, auf dem eingefchlagenen Weg weiter zu wirken. Er teilt mit, daß das Zusammenwirken des Zuchtvereins mit der neuen Lartdwirtschaftskammer recht gut gewesen fei und hofft weitere Förderung der.Vogelsberger Zucht von der Kammer. Für ein ausgeschiedenes Mitglied zu Homberg wird ein­stimmig Bürgermeister Aff-Lauter gewählt. Bezüglich der Verwendung der Mittel und der Zurückhaltung von zehn Prozent bei Preisverteilungen für die Vereinskasse soll am seitherigen Gebrauch festgehalten merben. Stallschaucn sollen nur da gehalten werden, wo Vereine sind. Der Bürgermeister von Lindenstruth teilt mit, daß dort die Grün­dung eines Zuchtvereins bevorstehe. Der Bürgermeister von Beltershain lvünscht, daß die Stallschauen früher ge­legt würden, etwa in Anfang Juni zwischen Heu- und Fruchternte. Von besonderem Interesse war zum Schluß die Mitteilung des Vorsitzenden, daß das Reichskolonial- amt durch Vermittelung des Oekonomierats Schlenke-Fried- berg Vogelsberger Rassevieh für Südwestafrika an- gekanft habe, um den Versuch zu machen, ob diese Geftirgs- rasse für Klima und Bodenfteschaffenheit Südwestafrikas geeignet ist.

WmWkMe MWKM

b-i altem husten,

chron. Verschleimung, Asthma, Atemnot, vronchialkatarrh, Rachentatarrh etc.

wurden in der letzten Zeit mit einer neuen, aus Sud-Amerika stauuneuden, bisher in Europa noch völlig unbekannten, giftfreien Hellpflanze, der Punaria ascochingae erzielt. Wir haben es unter­nommen, diese eigenartige Droge, die in ihrer Heimat schon lange in dem Rufe eines Spezifikunis gegen Asthma und chron. Bronchitis stehl, in Dcutschlcuid einzusühren und sie zu dicsent Zwecke zuvor von einer ganzen Anzahl ärztlicher Autoritäten auf ihren thera­peutischen Wert hin prüfen lassen. Die erzielten Resultate waren in vielen Fällen geradezu verblüffend und übertrafen selbst die höchsten Erwartungen. Auch von feiten zahlreicher Patienten liegen bereits Aeußerungen vor, aus denen die Zufriedenheit über die gehabten guten Erfolge hervorgeht. 9kicht selten wird uns hierbei über Fälle berichtet, die jahrelang jeder Behmrdlung trotzten und deren Heilung bei Anwendung der Punaria ascochingae in kürzester Zeit herbeigeführt wurde.

Im Interesse der schnellen Einführung des MÜtels und in Erwägung oes Unlstandes, daß ein von bem Patienten selbst au gestellter Versuch roeit mehr zu überzeugen vermag, wie alle empfehlenden Worte, haften wir uns entschlosten, eine größere Anzahl kostenfreie Proben

an alle diejenigen zum Versand zu Bringe«, die sich für die Sache interessieren. Wir senden jedem, der uns seine Adresse einschillt und seinem Briefe 20 Pf. in Briefmarken für Porto beifügt, eine solche Probe und fügen derselben nebst der Gebrauchsanweisung eine Anzahl ärztlicher Gutachten und Anerkennungsschreiben von Patienten bei. Möge jeder, der an einem chron. Katarrh rc. der Ülturungsorgauc erkrankt ist, in seinem eigenen Interesse den ihm kostenlos gebotenen Versuch machen,- er wird denselben nie bereuen.

Vrochaus & Go., Verlin-Halensee.