Ausgabe 
30.11.1908 Zweites Blatt
 
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Bayern, das auch einen ßcbeuriaincn Poften in bet AusstellunA entnimmt." Wi- mag es bocty in dieses Dcrichlerstatters KvM, AbteilungGeographie" aussehen?! .Hat denn aber die deutsche Reichsregierung gar nichts gegen die Dveistigkeit einzuwcndcn, mit der hier Metz immer noch tu Frankreich geschlagen wird? Ist das der Tank für die Aufmerksamkeit einer deutschen Spezial- gesandschaft?

Aus Staöl und Land.

(Sieben, 30. November 1908.

L. U. Hochherzige Stiftung 53eint Rektorder Landes Universität ging am 28. November ein lge- wöhnlicher) Brief aus Ließen ein, der einen Tausend- mar r s ch e i n enthielt und ein mit N. N. unterzeichnetes Schreiben des Inhalts, es sollten diese 1000 Mark den Grundstock bilden für die Errichtung e i u e r D e n k m a l« büste des Stifters der Universität Ludwig V. vor der Universität: dabei wird die Hoffnung aus­gesprochen, es möchte diese spendeAnklang und Nach­ahmung" finden. Würde in den nächsten 10 Jahren das Denkmal nicht zustande kommen, so sollte^die geschenkte Summe zur Verwendung für wohltätige Zwecke an die Stadt G-ießen fallen.

** Frequenz der Unterricht sanft alten in Hessen 1907/8. Universität Ließen 1168 Stud-creitde, Technische HHochschule Darmstadt 1710 Studierende, Gym­nasien 2815 Schüler, Progymnasieu 209 Schüler, Realgym­nasien 1357 Schüler, Lberrealschulen 3554, Schüler, Real­schulen 2093 Schüler, Vorschulen der Gymnasien und Renl- anställen 1571 Sck.üler, Höhere Bürgerschulen 2625 Schüler (1425 Knaben, 1200 Mädchen 1 Vorschulen der Höheren Bür­gerschulen 327 Schüler -'82 Knaben, 218 Mädchen), Höhere Mädchenschulen 3118 Schülerinnen, Seminare der Höheren Mädchenschulen 190 Schülerinnen, Privatschulen 3686 Schüler (1264 Knaben, 2422 Mädchen! einfache Volksschulen 190692 Schüler (94328 Knaben, 962,4 Mädchen), erweiterte Volks­schulen 4557 Schiller 12184 Knaben, 2373 Mädchen), Fort­bildungsschulen 24063 Schüler, Präparandeu-Anstallen 282 Schüler, Schullehrer-Seminare 475 Schüler. Es gab 1907/08 im Großhemogtum 982 öffentliche Volksschulen, davon erhoben 32 Schulgeld. An den VoKssckgilen waren beschäftigt 3440 Lehrkräfte (2973 Lehrer, 467 Lehrerinnen). Nach einer Berechnung aus dem Jahre 1903 wurden vom Staat 2 888022 Mark, von den Gemeinden 7 282 474 Mk., zusammen 10170496 Mark für die Volksschulen aufge­wandt; das nracht auf ein Volksschulkind 53.58 Mark Ge­samtkosten.

Man kse den Gießener Anzeiger größte und reichhaltigste Tageszeitung Gberhestens mit öen BeilagenZamillenblatter",Landwirtschastlichs Settsragen" und dem Kreisblatt für den Kreis Gießen.

Auslage über 13000 Expl.

Alle Briefträger, unsere Zweigstellen und die Geschäfts­stelle der Gießener Anzeigers nehmen Bestellungen auf den Gießener Anzeiger entgegen.

** Der Geschäftsbericht für 1907 des Hei l - ftätten-Vercins für Hessen enthält folgende für die Allgemeinheit interessante Mitteilungen. Zunächst ist für 1907 ein Wegfall von fast 100 Bereinsmitgliedcrn mit etwa 200 Mark Jahresbeiträgen zu verzeichnen, sodaß nur insgesamt 1569 Mitglieder gegen 1661 im Vorjahre vor­handen waren. Tie Beiträge beziffern sich auf 9227 M. gegen 9437 M. im Vorjahre Um den Rückgang wieder gut zu machen, hat der Vorstand im November 1907 ein Ausschreiben an die Kreisräte der Kreise, die bisher nur mit wenigen Mitgliedern vertreten waren, gerichtet, das auch, schon wieder einigen Erfolg, insbesondere in den Kreisen Alsfeld und Schotten, aufzuweiscn hat. Die Eleo n orcnhei lstätte in Bad Nauheim bewährt sich bestens, und es ist nun bewiesen, daß üurch ihre Errichtung einem Bedürfnisse entsprochen worden ist. Die Zahl der Betten beträgt 95, die im Sommer stets und im Winter meist belegt sind. Insgesamt wurden vom Tage der In­betriebnahme (30. Sept. 19051 bis Ende 1907 898 Personen 1731 Versicherte und 167 ^elbstzahlende bezw. auf Kosten von Armenverbänden, Stiftungen usw. eingcwiesene Per­sonen) verpflegt. Auf das Jahr 1907 entfallen 425 Per­sonen (342 Versicherte und 83 Selbstzahlende). 1907 be­trug die Zahl der Verpflcgungstage 28 359. Von großer Bedeutung war es, daß dem Vorstande durch den dies­jährigen Voranschlag die Ermächtigung erteilt wurde, in Fällen besonderer Dürftigkeit den Pslegcsaü von 4,50 M. auf 3 M. herabzusetzen. Von dieser Ermächtigung hat er mehrfach Gebrauch gemacht. Im übrigen ist der Verpfle­gungssatz (5,50 M. für ein Zimmer mit einem, 5 M. für ein Zimmer mit zwei und 4,50 M. für ein Zimmer mit mehr als zwei Betten > geblieben. Auch in sonstiger Hin­sicht hat sich nichts wesentliches in der Heilstätte gegen daS Vorjahr geändert. Das ständige Personal der Heilstätte bestand aus dem Arzt, der zeitweise von einem weiteren Mediziner unterstützt wurde, dem Verwalter, zwri Schwe­stern, einer Gärtnerin, einer Wirtschafterin, sowie sonstigem Hauspersonal. Die Trockenheit des Sommers 1907 hat, wenn auch von einer eigentlichen Wassersnot nicht ge- sprechen werden kann, doch zur Vorsicht bezüglich der Wasserversorgung der Heilstätte gemahnt. Hiervon aus­gehend, hat die Mitgliederversammlung am 3. Dez. 1907 zur Herbeiführung weiterer Quellen einen Betrag von 10 000 M. zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe dieser Mittel soll die bereits im Eigentum des Vereins stehende sogen. Hofmannsquelle, deren Messung s. Zt. eine Wassermenge von mehr als 20 Kubikmeter täglich ergao, herbeigeleitet werden. Tie bezüglichen Arbeiten sind im Gang. Tie Sicherstellung des dem Verein zugedachten Vermächtnis,es im Betrag von 32 000 M. wurde vorn Vorstand betrieben. Sie ist ihrem Abschlüsse nahe. Zu Mitgliedern der Rech- nungsprufungskommission wurden gew^hck Eeh £)bcrmcbi- zinalrat Tr. Hauser und Dr. C. E. Merck, zu Stellver­tretern Oberbaurat Mangold und Landcswochnungsinspcktor Grenschel, allein Darmstadt. Der Vorstand fe.)t sich z. Zt. wie folgt zusammen: Geh. Regierungsrat Tr. 2icv, Darmstadt, Vorschender, Oberbürgermeister Köhler, Ävrms, Steltver- tretcr. Geh. Lberinedizinalrat Tr. Hauser, Darmstadt, Schriftführer, Geh. Obermedizinalrat Dr. Neidhart, Darm­stadt, erster Stellvertreter des Schriftführers und des Schatzmeisters, Oberbürgermeister Tr. i <uielmann, Mainz, zweiter S.elwer^ret.r d.s Schr f f hr r., H fb. nri e Lanoer Aarmstaot, Schatzmeiiier, Frau. eaniiütrcat Dr. Maurer,

Darmstadt, Prof. Tr. Schott, Bad-Nauheim, Fabrikant JR. Bücking, A v\b, Beisitzer. Die Einnahmen betrugen 138 725 Mark, die Ausgabe?! 136 068 M.-, das Reinvermögen 179 462 Mark.

O Wetterfeld, 28. Nov. In unserem Dor,, dessen industrielle Entwicklung wir unlängst schilderten und das vor 5 Jahren durch feine Lutherfestspiele, die sogar unser Landesfürst besuchte, weithin von sich reden machte, ist plötz­lich der Geist der Zwietracht ausgebrochen und zwar so stark, daß über unseres Torfe? Grenzen man sich darüber unterhält. Zuerst befehdeten sich der Ortspfarrer und ein vor 2 Jahren nach hier versetzter Lehrer, zuletzt wurde auch der langjährige 1. Lehrer mit hineingezogen und jetzt haben sich 2 feindlich gegenüber stehende Parteien gebildet. In einer der letzten Nächte find auf der Bleiche hängende Tücher mit einem scharfen Iastrument durchschnitten worden. Untersuchung durch die Qrtsbehörde konnte den Täler nicht feststellen. Das Kreisamt Schotten hielt hier tagelang Untersuchung und Verhöre über eine Summe von Anzeigen und Beschwerden ab. Hoffentlich wird rechtbald daS Resultat derselben bekannt und trifft den schuldigen Teil, damit endlich in unserem Orte die lang erwünschte Ruhe wieder eintritt.

Darmstadt, 27. Novbr. Ein Altersheim für Israeliten wird demnächst in Darmstadt erstehen. Der vor einiger Zeit hier verstorbene Rentner Naß hat der israelitischen Neligionsgemeinde ein Kapital von 70 000 Mk. vermacht. Tie israelitische Neligionsgemeinde hat nun das Haus Stemstraße 28 käuflich erworben und wird in diesem Hause ein Altersheim für ihre Glaubensgenossen errichten.

a. Kinzenbach, 28. Nov. Ter seit Oktober 1906 von der Spar- und Tarlehnskasse eingeführte Sparkarten- verka uf, wonach allwöchentlich kleinere Beträge von 10 Pf., 20 Pf., 50 Pf. und 1 Mk. angelegt werden können, hat sich als überaus nützlich erwiesen. Schon im ersten Vierteljahr ihres Bestehens (1906) wurden von der Kasse auZgegebeu

2172 Karten

1063,00

Mk.,

iin Jahre 1907 im 1. Quartal 2486 u

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1492,20

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2516 ,

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1777,50

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B 2.

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1443,60

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im Jahre 1908 1.

2223 ,

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,, 2133

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, 3.

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1310,00

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mithin in ihrem zweijäbrigm Bestehen 18 017 Karten zu 11 203,20 All. Es beteiligen sich etwa 60 Prozent unserer Schulkinder mit einer Iahreseinlage von rund 1000 Mk.

iF.ti daS Schöffengericht zu 3 Wochen Haft vernrlcilte, nach bereit' Verbüßung er der Lcrudespolizeibehördc üb erwiesen werden sollte Trotzdem er Ausländer ist, hat er schon in den meisten demschcn Slanten Strasen wegen Bettelns erlitten, insbesondere ist er int leisten Zahre mehrfach bestrast worden. Es bestand deshalb fein Anlaß, ihn besser zu behandeln als andere Bettler, zumal er sich bei seiner Festnahme sehr unangemessen benommen und erklärt hat, er sei schon mehr mit anderen Gerichten stetig geworden und werde auch mit dicseu fertig. Tas Urteil fand feine Bestätigung.

Freisprechung.

Eine vom Reichsgericht zurückverwiesene Sache beschäftigte sunt Schluffe die Strafkammer. Ter Kreisgeometer K.H. von Grün- b e r g hatte an daS Ministerium des Innern eine Eingabe ge­richtet, in der er sich über das Verhalten eines Forstwartcs zu Bußield beschwerte. Er machte dem Beamten den Vorwurf, er hätte eine ihm (H.) gehörige Hündin, die ein Gastwirt eingesangen hatte, widerrechtlich aiiS dessen Stall mit in seine Wohnung genommen, um ihm Unm>-> nehmlichkeitcn zu bereiten und fügte die Bemerkung bei, dies sei eine große Ungerechtigkeit nnd bezeichnend für fernen Charakter, auch habe er ivährend eines Treibens die Iagdwaffenpässe revibitrt um dadurch die Jagd zu stören, trotzdem er wußte,' daß dies iit der Regel mährend des Treibens nicht geschieht; auch vcrdachtigir er den Forstwart des fortgesetzten Wilderns. Bei der ersten 23er- Handlung lautete die Anklage auf falsche Anschuldigung, doch erfolgte nur Bestrafung wegen Beleidigung und zwar erkannte das Gericht auf 30 Mk Geldstrafe. Tic von dem Angeklagten angcmehdekr Revision hatte den Eriola, daß die Sache an die Strafkammer znrückoerrviesen wnrdc. Ter Angeklagte machte geltend, daß er von der Nichtigkeit seiner Angaben überzeugt war. Ter Forstiuart habe gewußt, daß die Hündin ihm (H.) gehöre, trotzdem hat er sie mitgenommen und es seien thm aucb tatsächlich Unannebmlichkeiien entstanden. Ta er wußte, daß der Forstwart Beschwerde über ihn geführt hat, von der er annahm, sie sei ungerechtfertigt, habe er sich für befugt erachtet, über dessen Charakter Bemerkungen zu machen, zumal er annalnn, die Beschwerde sei anonym erfolgt. Auch stand für ihn fest, daß der Forstwart die Jagdgeiehe übertreten habe. Auf dem besten Rehwechsel habe er einen Schuß abgegeben und habe behauptet, er habe eine Katze geschossen, dagegen mußte angenommen werden, er habe auf einen Reich ost geschossen, zumal er später an einem erlegten Wild Schrotkörncr vorgeinnden habe, die von dem Forstwart herrührten. In der Eingabe habe er mit der »Liebhaberei, Rehböcke aufzusuchen", nieft sagen wollen, der Forstwart habe bei dieser Gelegenheit gewilderi, er habe nur bezwecken wollen, daß Maßnahmen zu seinem Schutze ergriffen würden. Tas Gericht musste anncljmeu, daß die Be­merkungen zur Wahrnehmung berechtigter Interessen erfolgten und gelangte zum Freispruchs ropiut ihm auch das Resultat nicht befriedigt erschien, indem der Beamte sehr viel über sich ergehen lassen muß, ohne Genugtuung verlangen zu können.

AirchlLche Nachrichten«

Evangelisch? Gemeinde.

Montag, den 30. November, abends 8 Uhr, im LnkaSsaale:

TaS übrige wird meistens von Arbeitern, größtenteils von jugeiiblicljen gespart. Ter Kassendiener pflegt am SamStag öie Sparpfennige gegen Verabfolgung der Sparkarten einzu- sammcln. 9(m Cchlnsse eines jeden Vierteljahres werden letztere zuruckgegcbcn nnd die eingelegte Summe vom Nen- Dahten, Lehrer Eberhard, in einem Büchlein bescheinigt.

F. C. Frankfurt a. M., 27. Nov. Heute früh wurde ans dem HotelZu den vier Jahreszeiten" durch Kriminal­beamte ein Pärchen hcrausgeholt. Der 22jährige Kansmann Richard Vogel von Mergentheim mit seiner Braut, eben­daher. Er hatte am 6. November in Freiburg i. B. einer Witwe 30 000 Emmchen abgenommen, gute Wert­papiere und der Dame energisch vorgeflunkert, sie habe sich einer Steuerhinterziehung schuldig gemacht weshalb sie ihm, demStouerlommifsarius Assessor Dr. Braun", 30 000 M. in Wertpapieren behufs Beschlagnahme einhän­digen müsse. Ebenso schnell leistete die Witwe Folge und händigte dem Pseudo-Assessor 30 000 M. in Papieren ein. Tags darauf merkte die Frau, daß sie betrogen war und erstattete Anzeige. Dadurch, daß der Gauner von Stuttgart aus der Dame 20 000 M. retournierte, kam man auf die Fährte, die schließlich nach Frankfurt a. M. wies, wo man ihn nebst Braut heute früh festnahm. 2000 M. hatte er verjubelt. Er kam in Haft, sie wurde nach Feststellung der Personalien, in Freiheit gesetzt.

lüießcncr Strafkammer.

)( Gießen, 27. November.

Wegen Beleidigung des PolizeiamlövorsieherS

hatte sich der Gärinereibesitzer B. K. von Bad-Nanhcim vor dem Schöffengericht zu veraniworren. Tic Berbandlnng nahm einen schr stürmischen Verlauf, da der Angeklagte sich sehr renitent benahm. Er hatte Ende August in seiner Hoireitc sehr laut ge­schimpft und skandaliert, daß ein Mcuschcnauflauf entstand. In der Hauptsache richteten sich seine Auslassungen gegen bic Polizei, er gab seinem Unmut darüber Ausdruck, daßeine Nachbarin, eine Wirtin, bis spät in die Nacht hinein musizieren lassen darf, oljne von der Polizei behelligt zu werden, dagegen müsse er für sein Mädchen wegen deä Verkanss von Blumen auf der Straße Strafe bezahlen. Bei feiner polizeilichen Vernehmung und vor dem Schöffengericht behauptete er, die fragt. Wirtin habe ihm vor zwei Jahren erzählt, der Stonumffar habe sie gelegentlich einer Ver­nehmung am Arm gefaßt und sie nicht eher lodgelofien, bis sie mit Schreien gedroht habe. Sowohl der Kommiffar als auch die Wirtin bekundeten ciblicl), bic Angaben feien ans ber Luft ge­griffen. Tas Schöffengericht hielt verlcnmberische Beleidigung für vorliegend und verurteilte den Angeklagten unter Berücksichtigung feines unbotmäßigen Benehmens vor Gericht 511 1 Jahr Ge­fängnis und verfügte feine sofortige Verhaftung. Weiter er­kannte es wegen Ruhestörung auf 2 Wochen Halt und sprach dem Beleidigten die Publikatlonsbefnguis zu. infolge Beschwerde des Angeklagten hob die Strafkammer einige Tage später den Haft­befehl auf und der Angeklagte focht das Urteil an. Zu der Bc- rufungSverhaudlnng war ein medizinischer Sachverständiger ge­laden, der befunöetc, daß der Angeklagte ein Alkoholiker ist, der nicht vollständig verantworttich gemacht werden kann. Nach den Feststellungen der Strafkammer bezieht sich der Strafantrag Hin­auf die in der Hofreiie Dc5 Angeklagten ausgesprochenen Be­leidigungen. ES wird dem Kommissar^ der Vorivurs der Partei­lichkeit gemacht, auch liegen sormelle Beleidigungen vor. Cs konnte nicht verkamst werden, daß bic Vorwürfe recht schwer sind und strenge Sühne am Platze ist, doch hielt bas Gericht angesichts des Znstaiibes bes 'Angeklagten die Strafe für viel zu hoch und setzte die wegen Beleidigung auf 1 Monat und bic Ha türatc wegen Ruhestörung auf 3 Tage herab, welch letztere bind) bic Inter­nierung bes Angeklagten als verbüßt erachtet wurde. Bet der Publikationsbefuguis mußte es sein Bewenden behalten, da die Beleidigungen össcutlid) erfolgt sind.

Freisprechung

erzielte der bei einem Dad Nauheimer Hotelier beschäftigte Buchhalter R. Oe. von Eichslättcu. Als sein Prinzipal tue Kasse revidierte, wies diese ein 'Manko von etwa 80 Mk. auf. Ter Angeklagte konnte bas Fehlen bes Geldes nicht erklären und mau nahm an, der junge Manu habe das Gelb unterschlagen. Dieser Ansicht stimmte das Schöffengericht zu und erkannte wegen llnicridilagung aus 25 'Mk. Geldstrafe. Ta nicht festzustellen war, ivie der Fehlbetrag entstanden ist, nnd insbesondere nicht nach- gewiescn werden konnte, baß der i'mgeUagte bad Geld in seinem Nutzen verivaubt hat, wurde bas Urteil auiqeljoben und c5 erging Freispruch.

Tie Furcht vor dem Arbeitshause

veranlaßte bei Schreine. Z. 23. von Luzern zur Anfechtung eines öd)öffengerid.jt5urteild. Ci Hane zu Tübingen gebettelt, wofür

Bibel ft ii n b c.

Pfarrer BechtolSheime r.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

November

1908

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Liist

Älbsolutc Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke ,

Wetter

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1 27. 2,&

758.5

+1,0

4.7

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= +

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Niedrigste

, 28.-29. Noo.

0.2 " G.

le&efomsohe ^yrsberichte

des Giesscuer Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel nnd Industrie. Giessen.

Frankfurter Börse, 334% Reichsanleihe . . 94.65 3% do. . . 85.15

Konsols .... 94.80

"6% do. .... 85.00

3^% Hessen

3>£°/o Obcrhessen . . . 92.00 l'A> Oesterr Goldrente. . 97.40 4i/6 % Oesterr. Silberreute 97 20 4o Ungar Goldreute . . 91.90 426 Italien. Reute . . .. 3?6 Portugiesen Serie I 56 80 326 Portugiesen III 57J>0 4 xa °!0 russ.Staatsaul. 1905 97 00

Japan. Staatsanleihe 91.45

1 % Uouv.'l'ürkeu von 19U3 92.00 Türkenlose 140 00 1J6 Griech. Monopol-Aul.. 49 00 4% äussere Argentinier . 85.50 3°/0 Mexikaner . . . 63.20

4 A % Chinesen .... 96.70

Aktien:

Bochum Guss 217.50 Buderus E. W

Teudenz: schwach.

Berliner Börse, 30.

Cauada KB...... 175.40 Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank .... 237.90 Dortmunder-Union C. . . 59.50 Dresdner Bank . . . 146 50

Teudenz ruhig.

>30. November, 1.15 Uhr.

Elektriz. Lahmeyer . . . 11610 Elektriz. Schuckert . . . 118.10 L'schweiler Bergwerk . . 18750 Gelsenkirchen Bergwerk . 138CO Hamburg-Amerik. PaketL 110.90 llarpener Bergwerk. . . 192.75 Laurahütte 19200 Nordd. Lloyd . ... 89.00

Obcischles. Eisen-Industrie 97 00 Berliner Handelsges. . . 16580 Darmstädter Bank . . . 128.00 Deutsche Bank .... 238.10 Deutsch-Asiat Bank . . 136 45 Diskouto-Kommandit . , 177.70 Drcsduor Bank .... 145.60 Kreditaktien 193.50 Baltimore- uud Ohio-

Eisenlahn 109.00 Gotthardbahu Lombard. Eisenbahn . . 18.60 Oesterr. Staatsbahu . . . 141.60 Pnuce-lleuri-Eiseubahu . 123.00

November. Aufaugskurse.

Uarpeuer Bergwerk. . . Laurahütte 192.00 Lombardeu E. B. ... 18 60 Nordd. Lloyd Türkenlose 139.10

Die Bekömmlichkeit der Milch

wirb roefenthdj erhöht durch Zufah eines kleinen Quantums Thec> Ertrattes. Ein Thcelönel Gitralt nach dem Rezept, das die bet- -ehcclmporlnrma Mcßmcr irZrantfurl a. 2)1.) ibrcit Theevackuniien betrugt, macht Milch wohlfchmeckend und leichter verdautich. (ssfl/w

Nach fieberhaften Krankheiten

die vorzüglichste, von keinem anderen Präparat erreichte fräftigcnbc uno belebende Wirkung, wie der Haus­arzt bestätigen wird. Schoii nacv einigen Tagen macht sich der kram- nenbe, wohltuende und criiiicbciiDc Einfluß desBiofous un Allgcmem- enva 14 Tagen bei mghd) oO--<v

sowie bei großen Blutverlusten und iiberaÜ da, wo nach fdjiucycr Mrantheit dem Blut die Mvait fehlt, den in allen feinen Teilen ge­schwächten Organismus zu stärlcn, leistet anerkanntenmaßen das

BIOSON trinken

Lungenentzündung Broncliial-Catarrh Rheumatismus Bipiheritis Scharlach Influenza Masern Typhus Gicht

befinden bemerkbar, und nach vvl

Gramm ist in den meisten Fallen das Vioson überflüssig. Dasselbe ist fertig zum Gebrauch, schmeckt und bekommt gut «deshalb aucu iuj Jtinbcr besonders gecignctl und kostet die Taffe nur 12 'Bicnnifl. US ist ionüt ungleich billiger als alle aimliche Mittel, F-letfch, Eicruiiv-- obgleid) es bic letzteren an Nährkrait übertrifft und, wie 'Bvoieiiot von Noorden fest,tollte, selbst in großen Luantitaten H20 Granun vro Tag) ebensogut wie F-teisch üuägenuut wird. Erhältlich daS V» Ätlo 3 Lllart in Apotheken, Drogerien ufw. (b *