sich die Zeit verkürzen.
hiwoischen Zähigkeit und mit eisernem Fleiß daran arbeiten, sich und ihrem Vaterlande die Vorteile westlicher Bildung Linb westlichen Wissens zu erringen. Von Jahr zu Jahr ruehrt sich in Japan die Zahl der Studenten, dse an den höheren Lehranstalten des Mutterlandes in strenger Arbeit i.'sr Wissen vervollkommnen und die sich nicht nur äußerlich mm den Musensöhnen Europas unterscheiden. In einem fesselnden Aufsatze, der im Outlook veröffentlicht wird, entrollt Professor George Rust Bedinger, der als Lehrer am College der Adeligen in Tokio gewirkt hat, ein lebendiges Bild von dem Wesen und Leben des japanischen Studenten. Das Aeußere der jungen japanischen Lernbeflissenen ist mif dem ersten Blick kaum dazu angetan, dem europäischen Lehrer Sympathien einzuflößen; eine Regierungsverfügung -zwingt alle japanischen Studenten, europäische Kleidung rnzulegen, und die jungen Leute, die aus den Provinzen glommen und ihren Körper in die ungewohnte fremde Klei- Lung pressen, in der sie sich anfangs offenbar wenig wohl jssLhlen und die aus Sparsamkeitsrücksichten bisweiilen manches zu wünschen übrig läßt, gewähren zum Teil einen »ilnblick, der an Karikatur streift. Aber bald nimmt die formvollendete Höflichkeit und der Eifer der Studenten «uch den europäischen Lehrer gefangen und läßt alle komischen Aeußerlichkeiten erblassen. Schon in ältesten Zeiten zgenoß der Lehrerberuf in Japan die höchste Achtung und Die alten Samurai, die Adeligen, boten den Erziehern ihrer
konnte, war der Änkurrent von Wright und Jarman in den Lüsten entschwunden. Die Flugmaschine ließ er den Bürgern von Marseille zum Andenken zuruck, dre mehrere Tausend Franks für die Neugierde, einen Schwindler „fliegen" zu sehen, hatten zahlen müssen.
' Kleine Taacsckrronrr.
Das Schlußergebnis der Zeppelin-Spende betragt
sendt 0 .^,1 J* &
oenwuui — Rätsels Lösung sollte bald ge-
funden werden. Als der Erfinder durch Entree genügend
Rache zu nehmen.
London, 28. Dez. Daily Telegraph meldet aus Konstantinopel, daß die Verhandlungen zwischen Oesterreich undder Türkeiabermalsunterbrochen seien. Aehremhal weigert sich kategorisch, eine Geld-Kompensation für die Annexioli zu gewächren, wähcentz Kiamil Pascha aus der
vermischte».
* Russische Kuren. vuiB Petersburg wirt» berichtet: Mit levbaster Erregung verfolgen die Petersburger Zahnärzte die Tätigkeit eines Hausmeisters namens Wassick Atazaroff, denen Wohnung am Fontanka-Kai vom Publikum fast gestürmt wird, weil sich wie ein Laus «euer durch die Stadt die Kunde verorertete von der wunderbaren Fähigkeit Mazarvsss, ^s Zahnweh zu beschwören". Die eleganten Automobile reicher Russinnen und die Eauipagen bekannter Persönlichkeiten aus der Petersourger Gesellschaft halten jetzt vor dem Hause des Munderdokwrs, und die vornehmen Insassen harren geduldig in der Gesellschaft von Vun-
»SöhiiL niemals ein festes Gehalt mit der Begründung, daß . nhre Leistungen mit Geld nie ausgewogen werden könnten; : mit prachtvollen Geschenken überhäuften sie die Lehrer und ■ sstets betonten sie dabei die Unmöglichkeit, das Wirken derer würdig zu belohnen, die ihren Kindern die Tore der Wissen- ychast erschlossen. Heute werden die Lehrer vom Staate be- loldet, aber die bewundernde Ehrfurcht vor ihnen ist damit nicht geschwunden. Nie wird man japanische Studenten laut scherzen oder lärmen sehen, und die Achtung vor ihrem Lehrer, ihr Gehorsam und ihre Fügsamkeit überschreiten europäische Begriffe. Professor Bedinger erzählt, wie er einmal Anlaß hatte, die Handschrift eines Schülers in einer englischen Arbeit zu tadeln. Er ersuchte den Studenten, die Arbeit mit größerer Sorgfalt noch einmal zu schreiben. Der Schüler gehorcht und als die neue Abschrift fertig ist, bereitet sie der junge Japaner mit einem kurzem Bries: Mit ganzem Herzen habe ich die mir auferlegte Arbeit 'ausgeführt. Jeder Buchstabe ist mit meinem Blute und mit der ganzen Spannkraft meiner Seele geschrieben. Die Studenten sollen stets ihren Lehrern gehorchen; wenn daher diese Arbeit nicht derart ist, daß sie Euch befriedigt und wenn Ihr es für angebracht haltet, daß ich sie noch einmal schreibe, so werde ich das mit Freuden und Eiser vollbringen." In den Staatsschulen ist der englische Sprachunterricht obligatorisch, und in den höheren Lehranstalten dient die englische Sprache in fast allen Fächern als Unterrichtssprache. Schon früh hat der Student den Wert der Kenntnisse im Englischen begrisfen und nicht selten erleben es in Japan weilende Engländer, daß sie aus der Straße von höslichen, bescheidenen jungen Leuten angesprochen werden, die diese Gelegenheit zu praktischer Hebung si'ch nicht entgehen lassen. Der japanische Student besitzt einen Fleiß und eine Arbeitskraft, die immer von neuem wieder überrascht. Er arbeitet Tag und Nacht mit einer Energie, die an Fanatismus grenzt; nicht umsonst sind zwei Drittel der japanischen Studenten kurzsichtig und tragen Brillen: : sie überanstrengen mit Lesen und Arbeiten ihre Augen. Prof. Bedinger erzählt Fälle aus seiner Praxis, wo einzelne Studenten das ganze englische Wörterbuch von Webster auswendig gelernt hatten, um die Sprache auch vollkommen zu beherrschen. Mit dieser Zähigkeit und diesem eisernen Willen gelingt es den Japanern, sich in verhältnismäßig sehr kurzer Zeit in neue Wissensfächer einzuarbeiten und nirgends stößt man bei ihnen auf jene Oberflächlichkeit der Kenntnisse, die man im Westen oft genug an trifft. Aber die Studenten im fernen Osten werden nie zu Stubenhockern und mit dem gleichen Enthusiasmus, mit dem sie ihre Studien betreiben, pflegen sie auch die körperlichen Hebungen und den Sport. Neben dem Jiu-Jitsu und dem Ken-Jitsn, der Fechtkunst, spielt neuerdings das Schwimmen und Rudern eine große Rolle, und auch die europäischen Spiele wie Fußball, Tennis oder Cricket haben im fernen Osten schnell Eingang gefunden. Dabei kennen die Japaner nicht jene leidenschaftliche Nebenbuhlerschaft zwischen den einzelnen sporttreibenden Hniversitäten und höheren Lehranstalten, die dem akademischen Sport in England und Amerika oft einen so eigenartigen Charakter gibt Der Sport wird nie, zum Selbstzweck, und dadurch erllärt es sich auch, daß die körperlichen Wettkämpfe zwischen den einzelnen Lehranstalten mit so großer Ruhe und mit einer Hnparteillchkeit ausgesochten werden, die einen Erfolg der rivalisierenden Huiversität nicht nur anerkennt, sondern mit gleicher Freude begrüßt wie den der eigenen. Außerordentlich beliebt ist der Gehsport; in den Ferienzeiten bilden fast alle Studenten Heinere Gesellschaften, die gemeinsam große Fußwande- runaen unternehmen, nur mit einem Stock und einem Rucksack ausgerüstet, in dem sich einige wenige Kleidungsstücke befinden. Der japanische Student kann diese Fußwanderungen mit bescheidenen Mitteln bestreiten, denn in allen Gasthäusern und .Herbergen genießen die Musensohne des Ostens Ermäßigungen und für 30 oder 40 Pfennige erhalten sie ein Abendbrot und Nachtquartier, ohne daß man von ihnen ein besonderes Trinkgeld erwartet Einmal im Jahre werden große halbmilitärische Fußmärsche abgehalten, bei denen Offiziere der Armee die einzelnen Lehranstalten begleiten und einmal im Monat versammeln sich die Studenten zum fröhlichen Beisammensein, wo sie bei ^.ee und Reiskuchen mit heiteren Spielen, Vorträgen und Mufti
Märkte.
fc. FraNkiurt a. M., 28. Dez (Telegr. Orig.,- Bericht des .Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen V i eh m a r Et- ur c i $ c. Zum Verkauft standen: 340 Ochsen, 106 aus Oesterreich, 24 Bullen, 0 aus Oesterreich, 796 Kühe/ Ferse.., Stiere und Rinder, 2i2 Kälber, 235 Schale und Hammel, 1155 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 00 Schcölämmer. ^ahtt wurden lur 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1- Dualität 76—78 Mk., 2. Qualität 70-72 Mk., 8. Qualität 60-62 Mk : Büste": 1. Qual. 65-6H, 2. Qual. 59-61: Kühe 1. Qualität 67-69 Mk., 2. Qual. 58—60 Alk., 3. Qual. 46—48 Mk., 4. Q.ia. 00—00 Mk^ 5. Qual. 00—00 M. Bezahlt wurden tue das Pwnd Schlachtgewicht: Kälber 1. Qualität 90 biß 95 W, 53-57 Pfa., 2. Qualität 80-86 P,g„ Lebendgewchl 48 - 52 P g. I Schlachtgew. 60-65 Psg.; Schaft:!. Qual. edj adjtgew. 70 (n5 00 Pia., 2. Qual. 65—68 Psg. Schweine: 1. Qual. 72—73 Pf., "ebendaewicht 56,5-51 Pf., 2. Quast 71-00 Pst, Lebendgewicht 55,0-00,0 Psg., 3. Qii al. 63-65 Psg., Lebendgewicht 00-00 Pig (Geschalt bet Hornvieh mittelmäßig, bei Kleinvieh gut, Ueberstand
6°°Untcr ?em^Verdacht der schwarzen Pocken wurde in Berlin der 70jährige Arbeiter Kracht in das Virchow-Krankcn- l)aU*<Der VcVtVft c *der bekannten Artistenfamilie Schumann, der frühere Zirkusdirektor G o t t h o l d Sch umann, ist ui Braunschweig im 85. Lebensjahre g e st^o r den.
Der beiApolda überfallene Einiahrig-^rciwillige Kruger, vom 27. Feldartillerie-Regiment in Wiesbaden, der lubaut ber Reise nach seiner Heimat befand, wurde durch einen tsamv ut die Backe verletzt. Der T ä t e r, der bet dem Sturz ans dem Zuge am Hinterkopf schwer verletzt wurde, liegt im Krankenhaus zu Apolda: er verweigert lebe Auskunft.
I Einem Wechfelagenten in Brüssel sind durch Vertrauens druck eines Beamten 213 000 Francs gestohlen worden
Bedeutende U n t e r f 81 c t f c von Gemernderats-Mit^ gliedern m Birondo in Italien rourbm aufge deck t Seck 1003 wurde von Mitgliedern der jcweck.gen Kommunal, Berwallung in Gemeinick)aft mit städtischen Beamten die tadtkasse be. ranöt Zwei Beamte sind verhaftet, 18 andere, darunter zwei Bürgermeister, sind flüchtig. - e«
Zahlreiche Bankiers in den großen amerikanii chen ! Städten wechselten falschebelgiscke Ta ufendfrank^- Scheine ein. Der Verlust soll etwa 400000 Dollars betragen.
nichtzuerwarten sei.
Paris, 28. Dez. Echo de Paris ineldet auS Tangers Zwischen französischen Polizeisoldaten und spanischen Soldaten kam cs gestern wegen eines Meetings zu einem blutigen Zusammenstoß. Mehrere Soldaten wurden hierbei schwer beließt Die Nachricht, die sich schnell verbreitete, erregte in den Kaicrnen große Aufregung. Es gelang den Offizieren nur mit größer Muhe, die Mannschaften daran zu verhindern, die Kaserne zu verlassen utio für ihre Kameraden.
Wien, 28. Tez. Die heutigen Morgenölätter bezeichne^ die Rede Iswolskys als eine Friedensrede. Dabei bleibe es ohne Belang, daß diese Friedenskundgebung ihre eigentliche und letzte Ursache in dem Betmmtsein der .schwache habe. Man Eöttne, so sagt die Sonn- und Montags-Zeitung, bei Verfolgung des Gedankengange-s ber Rede nur aur die unausgesprochene Argumentation stoßen, daß Rußland refet den Frieden bewahren müsse, weil es nicht stark genug sei, nn Falle eines Krieges sein Gegengewicht im europäischen Konzert zu behaupten. Rußland habe fünfe Wunsche, aber es fei h ule zu schwach. In der Hand der Diplomatte ruhe letzt die Zukumt der österreichrsckzen dAonarchie im nahen Osten
Wien, 28. Dez. Aus einer Schi-Partie in der Nahe von Steinach ist der Jurist Viktor Molitor aus Wien ab» gestürzt und tot hegen geblieben.
Rom, 28. Dez. Giornale d'Jtalia meldet aus Konstantinopel: Tie albanische Gruppe dos Parlaments wird tn der Kammer ein Memorandum einbringen, das auch der Regierung zugestellt werden soll und die Forderung der a b m t n i |t r a 11 d e n Autonomie Albaniens enthüll. Die Albane,cn ,ollen ent- I schlossen fein, die Verwirklichung ihres nationalen Programms mit allen Mitteln burdru e'-en. Eventuell wollen ii? tec Regienrng die rückst, -sl se e Opposition im P r.amen. ber1 i en.
Paris, 28. D^z. Parisftn etfurt in feiner Beiprechung
I über die Lage im Orient, daß ber Gegensatz zwischen dem r u s s i s ch e n u n d ö ft e r r e i ch i s ch e n P r o g r a m ni k l a r v o r Augen liege und daß eine Einigung noch lange
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l(L Emilie ,Q$ tan jujamuf. ^ubte der L '.Messer «drang er « Ms ihm, betL m. Dann li^ ^dlebei seinem ß<- A ^schlug er nie, J£uu kamen die ebenfalls niedeM- ^uke herbei und na£ ^Mörder^ dort entlassen * e, um dieses vertMschen. 2er uh infolge zunehnier cenämtern zurückgep 1 besaß 12 Ander, 'i ät>ei jüngere Ahne:- sürchterlich zugerii: !cklich zerhackt Ae h n die Nacht hinein t ’pfer wurden pholoz: nachts aus den M Töchter, von denen: lobt hatte, standen: Leine beiden jüngkn schliefen, verschon!!? chen Wahnsinn versL- irt soll der Aeweggir ge Racke nicht genncn. i hatte. Die Austegu er ermordete Racke rc hohen Ansehens erstell -x Frischholz hiersM V nj das fernen aß fflittt 1 Ichluß des n läanMBtt) V- N " Mloialsichulr übet» nle haben mhikstgent Jahren betriebene v- Miderg tonnte noi versuche am DüiM - jet keine Erjolgc M 'ünschelrute'vt^ letzen. Landrat v. st- biete tätig gewesen M l- tung demnächst M n- -
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*\ Zlnitliche Notierungen der heutigen Frucht mar k t preife. Weizen All. 20.50—20.75, .Knihefsifcher All. 20 25—20ck0, Plata WC *.4 25—24.75 KansaS Mk. 24.25—24.75, Roggen (hiesiger! Mk. 17.00—17.25' Gerste (Wetteranerl Mk. ^-^0—20.50,^Franken- selder Mk. 17.50-18.00, Haier 16.00—17.00, Mais ^1.17.25-17.50. Weftenmehl Aik. 31.50—32.00, 00—00, 2. Qualität Mk. 30.50 bis Mk. 3100, 3. Qualität Mk. 29.00-30.25, Roggenmehl
! Alk. 27.75-28.00, 1. Qualität Mk. 26.75-27.00, Wei-enkleie Mk. 9.7-) bi§ WIL 10.00, Roggenkleie Mk. 10.50-11.00, Maiskeime Mk. 12.50 bis ML 13.50, Franken, Pfälzer, Nied Alk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier.
I spielpian öe; Neuen" Gießener Stadtthealers.
Tienstag ben 29. Tez., abend? 8 Uhr: Volksvorstelliuig „Madame Sans Gönc. ' Ende 10llhr. Mittwoch ben 30 Dez, nachmittags 3% Uhr, bei kleinen Preisen: Kindervorstellmig: I Tie Puppensee." Vorher: „Das Wetterhäuschen. Ende o/, llhi. Abends 7 Uhr: 10. DUttwochs-Abonnement-Boritellung: Pfarrerin." Ende 9'/. Uhr. Freitag den 1. Januar 1909, n^)-, Mittags 37. Uhr, bei kleinen Preisen: FremdenvorsteUung. Puppenfte." Vorher: „Guten Morgen, Herr Fischer. Ende 57. Uhr. Abends 8 Uhr. 11. Freitags-Abonnements.Borstellung:f „T,e Tür ins Freie." Ende gegen 10 Uhr.
Gießener Wetterdienst.
Voranösichtliche Witterung für Hefjen ain Dienstag den 29. Dezember: Heiter und trocken. Oestliche Winde. Schneebericht des Sckiklub Wandervogel-Gießen! vermittelt vom Landwirtschaftlichen Wetterdienst ut Gießen.
Vogels berg und Taunus stellenweise leichte Schnee- decke, keine Schibahn.
Rhön Schlbahn etwas günstiger.
(DriöiiiabPra^tmclOiiiißcn«
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Er spricht ein kurzes Gebet und gibt jedem eingenommen hatte, daß sich d^.Aahrt auch r^tiere. besttLg
ein Matt Papier, das er gegen die Mange legen M. Geld nimmt cr ,^nc „Fluginaschine" und rutschte mit derselben die Gleit- der seltsame .heilkundige nickt. Tcn anderen Zahnärzten tarn J ;^rab bis zu dem Luftballon. Mit cmem kühnen
SÄ« s
Mazaroff nickst einzuschreiten und ihm sein unentgeltliches Mirken nicht Mi stören. Wührend Petersburg seinen Wunderdoktor hat, j beklagt Moskau den Tod des Dr. Zabarin, eines der angejefrmftcn > Aerzte der Stadt, ber wett und orett durch feine oft ein wenig drastischen Kuren berühmt war. Er war em OnmnaL Mgn Wissen man gern in Anspruch nahm, uno vvn dem die Mienren ' noch beute mit einer Art scheuer Ehrerbietung ober mit einem I lächelnden Achselzucken sprechen. Menn er einen Krankenbesuch machlte, fo erschien er mit großem Zeremoniell m einem altmodischen, wunderlich verzierten Kleide, und er wurde sekn zornia, wenn irgend wer ihn ansprach ohne gesragt zu feilt Ktemliüic Kompwmisse waren ihm em Greuel; wenn em Patient ber frifd^n Luft bedurfte, so befahl cr kurz: reifet bveje Wand ein und ruckst selten veranlaßte er, daß bei strengster Winter kÄtem manchem Krankenzimmer die Fenster ausgehangt wurden, ^bei zog er reiche Honorare, für eine Stomultatian zahlte 200—600 Mark und liir einen Besuch außer dem Hause 2000 MarL Eine Reise nach Petersburg pflegte er nut 20 000 Mark zu berechnim Er hat em Vermögen von 4 Millionen hrnterlastm, das et zu der Errichtung und EclMlllmg eines allgemeinen Krankenhauses in Moskau bestimmt hat.
* Mulai Hafid als Zettunasherauv gebet Mulai Hasid scheint den Wert der öffentlichen Meinung nicht zu unterschätzen, denn aus Tanger tornrnt jetzt die Nachricht, I 1 daß der neue Sultan beschlossen hat, eine Zeitung erscheinen l : r« lassen, die bestimmt ist, die NeaierungSakte rntb das Ver- . halten Mulai Hafids zu begründen und zu rechtfertigen. , Ter Sultan hat eine kleine arabische Druckereiernrichtung bereits gekauft; er will persönlich die Herausgeber.chast des Blattes überwachen, zum Redakteur hat er bereits einen Svrier namens Dahdah ernannt. Zugleich hat der Sultan den englischen Arzt Dr. Wilkinfan zum Palastarzt auf zehn Jahre ernannt und ihn damit beauftragt, die Errichtung einer öffentlichen Apotheke zu leiten, die dann dem spanuchen Armeearzt Dr. Belengner übertragen werden soll. Die französischen Aerzte Abdul Asis', die jahrelang m Fez ihr Amt versahen, sind damit ausgeschaltet. In den hinterlaftenen Gepäckstücken seines Bruders Mulai Nöohammed fand ber Sultan eine Anzahl von Schriftstücken, die mehrere Beamten und Geschäftsleute schwer kompromittieren.
* Johann Orths 5?interlassenschaft. Durch einen Prozeß, ben der ehemalige österreichische Erzherzog Leopold Wölfling gegen einen Züricher Journalisten führte, wurde die Erinnerung an ben seit Jahren verschollenen Johann Orth, der bekanntlich gleichfalls ein Mitglied des österreichischen .Kaiserhauses war, wieder wachgerufen, Tag erführt hierüber: Die Hinterlassenschaft von Johann Orth, dem österreichischen Erzherzog, der vor Jahren auf mysteriöse Weise verschwunden ist, beträgt etwa dreißig Millionen Mark; so wenigstens behauptet, nach einem Telegramm des Daily Chronicte aus Gent, der Reckftsanwalt des Leopold Wölfling in einem Prozeß Wölflings gegen ben Rebalteur eines Züricher Blattes, ber übrigens gegen ihn entschieden tonrbe. Der Anwalt, ein Dr. Baden, gab folgen- > den Aufschluß über das Vermögen seines Klienten: Wölfling bezieht ein Jahresgeld von 30 000 Kronen, hat ein Barvermögen von 200 000 Kronen und erhält einen Anteil aus der Hinterlassenschaft Johann Orths, die auf obengenannte Summe angegeben wurde. Der Llnwalt teilte ferner mit, der Kaiser von Oesterreich habe bestimmt, dast Johann Orths Vermögen im Jahre 1917 unter die Erben verteilt werden soll, falls der verschollene Erzherzog bis | dahin nichts habe von fick) hören lassen. Erzl-erzoa Jo-> Hann Salvator von Toskana verließ wt Jahre 1888 an Bord des Dampfers „Santa Margherita" seine österreichi- che Heimat, um unter dem Namen Johann Orth in fernen Landen sich eine neue Heimat zu grimben. Im Jahre 1891 egeltc sein Schiff um bas Kap Horn, zu einer Zeit, als bort schreckliche Stürme wüteten. Das Schiff würbe damals auch schlver- mit Sturm und Wellen kämpfend gesehen. Es hatte auch nicht das Gefüge gehabt, um sich durch so schtvere Stürme durchzukämpfen, und ist zweifellos damals mit Mann und Maus untergegangen Wiederholl sind in den letzten Jahren Gerüchte aufgetaucht, daß Johann Orth noch lebe, doch haben fick) diese alte als unwahr erwiesen. -
* Jndianerve rein „Schleichender Fu ch s". ( Die Lust am Jndianerspielen hat, so schreibt das Bcrll Tgbl., zahlreiche Ziixdorfer Schullnaben zu Dieben werden lassen. Die Polizei hat heute eine Diebesbande, die aus 27 Sckful- i knaben im Alter von 12 bis 14 Jahren bestand, in zwei
Höhlen am Türkenfriedhof in der Hasenheide und am „Grünen Weg" am Tempelhofer Feld verhaftet. Dieser „Verein", der sich Jndianerverein „Schleickfender Juchs"! nannte, hatte sich, angeregt durch übermäßige Lektüre von Jndianergeschichten, zu dem Zwecke gebUbet, die Weihnachtszeit zu Diebstählen auszunutzen. Die Knaben stahlen in Läden, Weihnachtsbuben und auf den Straßenauslagen alles, n>as ihnen unter die Finger kam, Lebensmlltel, Delikatessen und Näschereien, Alles wurde nach den „Wigwams", ihren Höhlen, geschleppt und dort gemeinsam verzehrt. Dazu tranken sie die gestohlenen Liköre und rauchten die gestohlenen Zigarren und Zigaretten. Der „Wigwam" am Grünen Weg bestand aus einem großen un- ; benutzten Straßengully, dessen Deckel, wenn die Gelage begannen, jedesmal sorgfältig geschlossen wurde. Die Hohle am Türkenfriedhof war aus Stroh und Binsen hergestelll und sehr wohnlich und behaglich eingerichtet. Ws die Rix- dorser Kriminalpolizei dort erschien, saß ber „Schleichende Fuchs" gerade beim Frühstück, bestehend aus Lachs, Spickaal, Hummermayonnaise und Kokosnüssen, die mit silbernen Dessertmessern zerkleinert wurden. Zum „Sck)leichenben > Juchs" meldeten sich fast täglich neue Mitglieder, doch war der „Anführer", ber Schulknabe Karl Bohl sehr vorsichtig bei ber Auswahl neuer Tiebesgenossen. Jeder mußte erst seine Befähigung nack)weisen, und etwas Gestohlenes mitbringen. Dre Schule wurde von allen regelmäßig geschwänzt. Im Gully am „Grünen, Weg" fand die Polizei noch zahlreiche Jndianerbücher. Gestern mittag waren die „Indianer" auf dem Rixdorfer Polizeipräsidium versammelt, wo sie eingehend über ihre Straftaten vernommen wurden.
* Ein Tilleulenspiegel st reich eines Flugmaschinenerfinders. An Titteulenspiegels Flugver-' suche erinnert der Scherz, den sich ein „Ersinoer" mit den gutmütigen Bürgern ber Stadt Marseille erlaubt hat. Seit vierzehn Tagen war in der Stadt diirch große Plakate an- getündigt worden, daß ein Fluginaschinenerflnder mit seinem Äeroplan, ben er „König von Spanien" getauft hatte, auf einem freien gelbe in der Umgebung der Stadt einen Aufstieg unternehmen werde. Eine ungeheure Menge zahlender Besucher wünschte dem Schauspiele beizuwohnen. Auf einer ---------c....
Gleitbahn in der Höhe von sechs Metern stand ein flugma-' Forderung von 100 Millionen besieht.


