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Januar 1909, ich auber Somuagt. akad. geb. Lew Tameu-Lchueideni
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Nr. 304 Zweites Blatt
Montag 28. Dezember 1908
158. Jahrgang
•xKbetm titzNch mti Au-nahme bei SonntagL.
Die ..Etetzener $amtlltnblätter" werden dem ,llnAetflere otermal wöchenllrch beigelegl, das „Kretsblati für den Kreh Eiehen" zweimal eddyeniiid). Die ..tcmbwtrlfchaftllchen Jett* kragen" erscheinen monatlich iroctmaL
Giehener Anzeiger
Eeneral-Anzeiger für Sberheftrn
Rotationsdruck tmb Berlaq bet Drühk^ch« UnwersilätS - B»>ch- und 6tcmbrudeteL 8L bange, Greben.
Redaktion, ErvedMon und Druckerei: Schul* ft ui Bf 7. Cxvedinon und Verlag, 6L Reduktion: 113. Tet.-Wru AnzeigerGleßen.
Deutsches Heid)«
Neue koloniale Unruhen. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, erschossen 30 bewaffnete Hottentotten in der Nachbarschaft von Mamas im Namaqualand drei europäische Farmer. Sie zogen sich dann in die Karasberge zurück. Man vermutet, daß es sich um Eingeborene des Upingtoner Distrikts handelt. Nach einer Meldung des Reut.-Bur. aus Mafeking haben sich Leutnant Surman von Letschuanaland und der Polizeibeamte Herbst in gemeinsamer Mission an die deutsche Nordwestgrenze zu dem Hottentotten Simon Copper begeben, der, wie man annimmt, sich auf englischem Gebiet befindet.
Rücktritt des preußischen Kultusminister s. Auch die „Germania" hört, daß der Rücktritt des Kultusministers Dr. Holle bevorsteht. Ms sein Nachfolger wird einer seiner Ministerlollegen genannt.
Der Verein Deutscher Arbeitgeberverbände wird am 16. Januar L Js. eine Ausschußsihung abhalten, die gegen den neuen Entwurf des Arbeits- kanimergesetzes Stellung nehmen wird.
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Ausland.
St«dentendemonstlaiioneir in Paris. (Prregtr Kundgebungen von Studenten fanden auch am 24. Dez. wieder in bet Umgebung der mrdi-inischen Fakultät bei Gelegenheit des öettbfiveibeä um Zulassung zur akademischen Lehrtätigkeit fhitt. tk Garde rspublicaine schrill verschiedentlich ein. Die Vcaniscstnn- den -erbrachen die Fensterscheiben im SenatSgebäude und ver- bühuten den ntililäriidKn Kvmnranbanten nn Palais Luxemburg. Tie medi-imsche Fakultät wird infolge dieser Vorfälle für Stu- biereiibe dcS ersten und zweiten Jahrganges bis zum 1. Juni 1909 geschlossen bleiben.
TaS neue portugiesische Kabinett ist unter dem bvüsidium von CanrpoS HenriqueS endlich zustande gcüomnten.
China. Ein Vaiserliches Edikt befiehlt die vorläufige Schließung des Svnrmerpalastes. Ter Regent hat an die Mitglieder des Slaatsrates und an eine lange Reihe anderer Prinzen und Würd^Mröger fr-fee Titel und Auszeichnungen verliehen.
H)ell)nad)l$feicm.
Gießen, 27. Dez.
In der Herberge zur Heimat hatte man sich am heiligen Abend auf die sehr starke Einlehr der Wandernden vorbereitet, denn es galt, ihnen einen fröhlichen Weihnachtsabend zu bereiten. Ende Menschen, besonders hatten den Herbergsvater in den Stand gesetzt, die fern ton den Ihrigen weilenden wandernden Handwerlsmänner reichlich zu beschenken. Früher als an gewöhnlichen Tagen mären die Gäste am Donnerstag ans allen Himmelsrich- tungen hier zusammengekonunen, um Rast zu machen, .aber um 6 Uhr machte' die an starken Zuzug gewöhnte cherbergsmutter ein bedenkliches Gesicht, sie hatte sich mit Idem Eisen auf 100 Personen eingerichtet, der Gäste mehr i oaren schon gelandet und immer noch dauerte der Zustrom «an, so daß der große Aufenthaltsraum die Menge kaum noch zu fassen wußte. Aber es gehen viele geduldige Schafe •n einen Stall und so war es auch hier, denn als die IJeier gleich nach 7 Uhr ihren Anfang nehmen sollte, waren t genau 140 Wanderer angelangt. Man sah es der Mehrheit »an, daß sie wohl noch im vergangenen Jahre int Kreise
Ein unbekanntes Gedicht von Wilhelm Busch.
Durch Zulall ist ein gänzlich unbefannies Gedicht von Wilhelm lyrisch in die Oeffentlichkeir gekommen. In Dresden ist eine Tante tm Besitz eines Kochbuches, das sie im November 1883 zu itirei : Hochzeit von Wilhelm Busch zum Gescheut erhalten hatte. Aul Der ersten Leite des Buches siuden sich m der eigenartigen Hand stchrist des Alien von Mechtshausen folgenbe Verse:
Es wird behauptet, und mit Grund, etn nützlich Werkzeug lei der Mund 1 Zum ersten läßt das Tmg sich dehnen wie Guttapercha, um zu gähnen! Ach, Grete, wenn Du dieses mutzt, tu' es un etiUen und nut Lust I Zum zweiten: Wenn es grad von Nölen, kann man ihn spitzen, um zu flöten. Sitzt bann der Schatz auch mal allein, dies wird ihm Unterhaltung sein 1 Zum druten läßt der Mund sich brauchen, weun's irgend passend, um zu rauchen. Dies kauuii Du Deinem guten Gatten, der darum bittet, wohl gestatten. Zum vierten ist es kein Verbrechen, Den Mund zu öffnen, um zu sprechen. Vermeide nur Gemülserreguug, sprich lieber sanit nut Ueberlegung, beim mancher hat sich schon beklagt: „ach, hält' ich das doch mcht gesagt l* Zum fünften: Wie wir alle wissen, so eignet sich der Mund zum Nüssen. Sei's offen oder sei's verhohlen, gegeben oder nur "gestohlen, ausdrücklich oder nebenher, bei Scheiden oder leüerkehr, im Frieden und nach ttrregeszeiten: ein Nutz hat seine guten Seilen! Zum Schluß jedoch mcht z»i vergessen: hauptsächlich dient der Mund zum essen! Gar lieblich bringen auS der Küche dis in baü Herz die Wohlgerüche. Hier kann die Zunge fein und scharf Sich nützlich machen, und sie darf! Hier durch Gebrölel und Gebrütet bereitet inan die Zaubermillel in Töpien, P'annen oder Kesseln, um eivig den Gemahl zu teficlu.
Von hier aus herrschl mit schlauem Sinn die'Haus- und Herze,iskönigin. — Licb's Gretchen! halt Tlch »vohlgemut, Regiere mild und — koche gutl
— Schille r als Operetlcnlibrettist. Die „9c. Fr. Ar." schreibt: Am 16. Mai 1786 schrieb Schmer von Trespen Aus an Freund Huber: „Kannst T-u Dir vvrstcllen, daß ich gestern Zwei Arien und ein Terzett zu einer Operette gemaüji habe, und Saß der Tert schon in den Händen des Musikus ist? Ich hoffe, und das ist meine selige Zuversicht, ich hoffe, daß die 9Jhifif
der Familie das Weihnachtsfest verlebt hatten, und daß sie die Arbeitslosigkeit aus der Heimat fortgetrieben hat. Waren eS in früheren Jahren meist ältere Leute, die jahrein, jahraus auf der Landstraße liegen, die in der Herberge eingekehrt waren, um den Weihnachtsabend zu verleben, so waren es in diesem Jahre in der Mehrheit junge kräftige Gestalten, die gern arbeiten möchten, wenn sich ein offener Platz für sie finden würde. Gleich nach 7 Uhr flammte der mächtige Weihnachtsbaum auf, den der Herbergsvater prächtig herausgeschmückt hatte. Kopf an Kops war der Raum gefüllt, und als das Harmonium au dem Weihnachtslied „Vom Himmel hoch, da komm ich her" einsetzte, sielen die Männer im Chor kräftig ein. Professor D. Stamm hielt eine kernige Ansprache, die zu Herzen ging, unb aus manchem Auge Der Wandernden perlten verstohlen ein paar Tränen, als der Redner sie an die Kindheit erinnerte unb an Vater und Mutter daheim erinnernd, ihnen nahe legte, in der Ferne stets bestrebt zu bleiben, diesen keine Schande au machen. Daran anschließend verlas Prof. D. Stamm das Evangelium der frohen Botschaft. „O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit", tonte es am Schluß der einfadjen würdigen Feier, die die Herberge ihren Gästen bereitet hatte. Es war schwierig, den vielen Leuten das Nachtessen zu verabfolgen, aber noch schwieriger, ihnen "Nachtlager zu geben. Die Stadt hals mit ihren leer stehen- den Räumen im Arbeitshaus in der Sandgasse aus, in Denen ca. 40 Wandernde untergebracht wurden. Am ersten Feiertage wurden jedem der Gäste Weihnadttsgebäck, Zigarren, Tabak, Kautabak, Aepsel und Nüsse geschenkt. Dann wurden die Gäste vom Herbergsvater gesichtet und etwa 70 ermittelt, denen Kleidungssiucke, Wasche, Stiesel usw nötig taten. Werktätige Menschenliebe halte dafür gesorgt, daß den Wandernden geholsen wird. Wer wenn audj reichlich, so doch immer noch zu knapp hatte man für diesen Zweck manchen Kleiderschrank aufgeräumt. Gegen Mittag zogen die letzten Wandersleute ihre Straße weiter, um den neuen Ankömmlingen für die Nacht Platz zu madjen Für Logis und Verpflegung wurde niemand etwas ab» genommen. Am 2. Weihnachtsabend waren für die Nachi ,0 Wandernde in die Herberge eingelehrt, für die ein Menschenfreund das Wendbrot in der Herberge bezahlt hatte.
Weihnachten im Knabenhort und Weihnacht s w ü n i d) e. Die große Turnhalle der Stadtknabenschule ist bis auf den letzten Platz gefüllt unb mit den Eltern und sonstigen Angehörigen der 114 Knaben, die der Bescherung yarrcn. Flimmernde Kerzen, pochende Herzen! „Der Christbaum ist der schönste Baum", so tönte es freudig und glockenrein von den Lippen der Knaben, und die Aeuglein, die immer wieder den Christbaum suchen, glänzen vor Lust unb Erwartung. Ernst unb eindringlich dingen die Worte des Schulleiters, der mit den Kindern und ihren Eltern über die Bedeutung des Festes spricht, und bantbar vertrauen sie seiner Versicherung, daß' der Hort seinen Zöglingen auch im neuen Jahre bie Familie zu ersetzen versuchen wird. Die Weihnachtsgeschichte mit ihrem Nkärch en glauben führt uns zur Krippe in Bethlehem. Gespräche eines Lehrers mit den Kindern unb Gesänge wechseln miteinander ab. Da öffnet sich der Vorhang der kleinen Bühne. Ein lljähriger Junge, dem der Vater gestorben und dessen Adulter schwer erirankt ist, bittet den lieben Gott um Hilfe für sich unb sein krankes Mütterlein. Vor Erschöpfung — er war Hampelmänner verkaufen — schläft er ein. Christkind unb St. Niclas erscheinen. St.
rwch immer um einen Gran füjiecijtec mS nuine Ar.en ausfallen wirb, unb biese finb gewiß schlecht. Indes, cs wird eine Oper unter dem Frisieren, und id> tue es mit A.sich., um — schmieren zu lernen . . ." Ter Musikus, für den Schuler bie zwei Arien unb ein Terzett anfertigte, war der junge Violinvirtuose unb Komponist Ferdinand Fränzl aus Mannheim (später Hoikapell- meister in München), der damals, wie aus demselben Briefe L>chillers an $>uuer herovrgeht, mit seinem Baker, Dem Mannheimer Musiäoirekwr Ignaz Fränzl, gelegentlich einer Konzertreise zehn Tage in Dresden geweilt hat. Schiller war dem jungen Franz l zu Tank verpflichtet, denn der reich^egaöte junge Musikus Damals erst 16 Jahre alt) hatte für bie Mannheimer „Fiesco"- üufjüfeCungen eine wir Harne Einleittings- und Zwischenaktsmusik komponiert. Da nun Fränks erstes Bälmenwerk die 1786 entstandene Operette „Die Luftballe", ober: „Der Liebhaber ä la Mongolsier" war, so ist es sehr wahrscheinlich, daß Fc-inzl für diese Operette sich die drei Beiträge von Schiller erbat. Die Grundlage der am 15. April 1787 in Mannheim zuerst ausgeführten und spater auch in Hamourg und München mit Erfolg gegebenen Operette bildete Christoph Friedrich Bretzners gleichnamiger Schwank, der aber für die musiwlische Behandlung einiger Abänderungen bedurfte. Schillers Gesangtexte sind bisher unbekannt geblieben, vielleicht führen Nachprüfungen des Textes oer Fränzlschen Operette in den Theateroibliocheken Mannheim, München und Hamburg auf die Spur. Allerdings ist es auch möglich, daß Fränzl den Schiller,ä/en Text für feine Zwecke nicht geeignet fanb oder die Beiträge für eine andere, nur geplante, aber nicht ausgeführte Operette erbat. Immerhin empfehlen sich 'btachsvrschuugen im Textbuch der Fränzlschen Operette „Tie Luft
bälle". Schiller hat übrigens sich anderihalb Jahre spater noch einmal als Librettist versucht. Er wollte Wielands „Oberon" zur Oper umdichten, auf Körners 3lat gab er den Gedanken wieder
auf, doch fand sich in seinem Nachlaß ein Entwurf zu einer Arie
des Scherasmin vor (zuerst ver-fsen.licht in Garde kos kritischer
Ausgabe von Schillers Werken VI, 5).
— E i n geschichtliches Wörterbuch der griechi- f ch e u S p r a cd e. Tie griechische Negierung hat jüngst em Tetrel veröffentlicht, wonach für die Jahrhundertfeier des griednfdiei.
Ureiheitskaiuofes, die 1921 staltfindeu wird, .als bleibendes Denkmal der Eindeitlichkeü des griechischen Volkes' em historisches Lexikon der griechifcheu Sprache von den ältesten Zeiten bis am die Gegenwart vorbereitet und geschaffen werden soll. Zur Ad- fassung und Herausgabe des gewaltigen Werkes ist eine Kommission eingesetzt worden. Als finanzielle Grundlage sind jäferlicti lOOuu Drachmen aus der Stillung Tortdes, etn Bosten im Budget des ctaates und Schenkungen vorgesehen. Tie Veröfjeiulichuug des großen Wörterbnches >oll am 25. März 1921 beginnen. Ter grotz- artige Plan wird in der Internationalen Wochenschrut soeben von einem beru'eueu deutschen Fachuiaiuie, Prof. Dr. Mail Krumbacher, dem Münchener Ordinurins der mittel- und neugriechischen Philologie, m einer aus'uhilichen Abhandlung gewürdigt Es ivird daxin mugeteilt, daß auch die mtcrnaiioimle Vereinigung der Akademien den Plan eines griechi chen Wörterbuches ms Auge gefaßt und gebilligt, ihn aber neuerdings antgegeben hat. Um jo wichtiger wäre es datier, meint das noch viel nmianqreicfrer gedachte griechiiche Unternehmen, das den gesamten Wortschatz von Honur bis auf die Gegenwart umfaßen (oll, zur Durchführung gelangen könnte.
Niklas ruft die Wichtelmännchen, sie kommen und putzen dem Schlafenden sein Christbäumchen auf. Niklas legt die Geschenke, die den Erwachenden erfreuen werden, auf den Tisch und das Christkind flüstert dem Träumer die tröstliche Kunde in das Ohr, daß die kranke Mutter bald genesen werde. Der erwachte Junge sieht erstaunt die Gaben und dankt dem Geber alles Guten für das unverhoffte Glück. — Sentimental, aber von großer Wirkung auf Kinder und Eltern; denn das Bild des üttaben, der nur noch von Mutterhand versorgt sein kleines Leben lebt, es ist im Knaben hort kein Bild nur, cs ist Wirklichkeit aus dem Leben von Dutzenden von Zöglingen. Und die übrigen? sie sind tagsüber auch meistens Vater- unb mutterlos, die harte Not der Zeit zwingt bei vielen beide Eltern, ihrem Verdienste außerhalb des Hauses nack-zugehen. Und es ist ein gutes, ein sehr, gutes Werl der Stadt, daß sie den Hort ins Leben rief, daß sie ihn, als er mehr und mehr Mirder aufnehmen mußte, oyne Zögern zweiteilte und die dadurch entsteyenden Mehrkosten die,er Wohltätigleitsaustalt auf ihre Schultern nahm. Dank sei ihr dafür; denn gar manches ilinberlebcn, das sonst verloren ginge, daS j/n Straßenleben der Stadt verlommen würde, wird so bewahrt vor Gefahren leiblicher, geistiger und sittlicher Art, soweit dies möglich ist. Dank aber auch all denen, die die Hortsadie seither so eifrig unterstützt haben Doch noch liegt ein weites, weites Feld dautourdigen Bodens erst mühsam beackert vor uns. Bessere Arbeitsgerätschaiten, wenn wir lie hätten, würden den Boden bald fruchtbarer machen, aber sie losten Geld, Geld, Geld! Doch nicht verzagen wollen wir, trotz der Mühen, sondern kämpfen und sorgen iür unsere Kleinen, nicht rasten und rosten, sondern wirken und streben, um vorwärts zu kommen Handfertigkeit treiben wir, soweit unsere bescheidenen Mittel es uns erlauben; Gartenarbeit treiben wir, soweit es die wenigen Quadratmeter Gartenland, die uns zur fBerfügunß stehen, gestatten. Nun, vielleicht bringt uns daS ChnsUrnd noch nachträglich durch eine milde Spenderhand den schon lange ersehnten großen Garten, der cs unS ermöglichen wurde> unsere Zöglinge noch viel mehr als bisher für ein gesundes, fröhliches und werttätiges Leden barg übereilen, St. Niklas, hilf!
-t-. Friedberg, 26. Dez. Die Wei^nachtSseie, in der Herberge Aut Heimat — die 25. feit dem Bestehen dieser Einrichtnng — er (reute, wie's einer Jubelfeier gebührt, sich eines ganz besonderen Zuspruchs seitens der Bewohner der Landstraße: 109 nahmen an der Bescherung teil, 6 Nachzügler trafen mit kleiner Verspätung ein, also 115 Festgäste! Da deren Zahl sich jedes Jahr erhöht hat, so ist anzunehmen, daß bie Friedberger Weihnachtsfeier bei denen, die es angeht, in gutem Ruse steht; dock) wirken in diesem Jahre unverkennbar auch bie ungünstigen Zeitverhältnisse mit Tie Ansprache unter dem leftlid) geschmückten Siajterbaunt hielt Herr Pfarrer Prof. Dr. Schöll, der auch die ganxe Feier leitete; die drei Zimmer des Erdgeschosses waren durch die geöffneten Türen in eine von den Gästen dicht gefüllte lange Naumslucht verwandelt; einige Weihnachtslieder wurden, unter instrumentaler Begleitung durch den Posaunend;or, mit sicht- lidjer Festbegeisteriuig gesungen. Sehr angemessen war zwischendurd) der Vortrag zweier im Jt'inberton gehaltener Weihnachtsgebichte, burch bie Kinder des Hausvaters, ein- geschoben; das Wehmütige, das immer mit solcher Feier (ür bie sich nicht im Gler,e des Gewöhnlichen Befindlichen verknüpft ist, wurde dadurch etwas verwischt und mehr der Ton ejner häuslichen Feier hereingebracht
Darmstadt, 27. Dez. Die Weihnachtsfeier am Großh. Hofe vollzog sich angesichts der vier Kinderaugen, die diesmal den Chri,tbaum freudestrahlend betrachteten, besonders herzlich. Die Bescherung der beiden kleinen Prinzen erfolgte am Heiligabend um 5 Uhr; besonders dem Erbprinzen waren viele hübsche und praktische Spielsachen unter den Christbaum gelegt worden. Aber nidjt nur im engsten Kreise der Großh. Familie, sondern and) außerhalb Derselben war man bemüht, Freude zu verbreiten. So erhielten im Alten Palais wie üblich, zwölf arme Darm- icäbter Familien am Heiligabend eine Reihe praktischer, nützlicher Gaben, und ebenso wurde diesmal auf besondere Fürsorge der Großherzogin Die gesamte Hofdiener schäft, auch (amtliche Bedienstete des Hoimarstalls, mit schonen Ge- ichenten reich bedacht Am ersten Feiertag besuchte das Großherzogspaar den Gottesdienst in der Hofkirche und am Nachmittag wurden im Neuen Palais die Kinder der Hos- Diencrfdjait mit Weihnachtsgaben erfreut
Aus Statt Milt Cant«
Gießen, 28. Dezember 1908.
"Für bie Veranlagung neuer Grundbücher in Hesien werden 19u9 im Ganzen 340 000 Mk. erforderlich. Ferner sind Die un Vorjahre von den Kammern für Diesen Zweck bewilligten 250 000 Mk. um 88 667 Mk. überschritten worden, so daß un neuen StaatShauShalts-Etat für die Veranlagung neuer Grundbücher im Ganzen im Betrage von 428 667 Mk. angefordert werden muß. Der im Jahre 1907 aufgewandte Betrag von 338 667 Rik. verteilt sich wie folgt: Vergütung der Gerichlsasfefsoren 105 653 Mk., Vergütung der GerichtSschrcibergehllfen 89 612 Mk., Vergütuftg Der Schreibgehilfen 57 597 Mk. Für Tagegelder und Rerse- follen der GerichlSbeanilen wurden 46 519 3)lk„ für Octs- gecichttzkoften 15 906 Lik. verausgabt; die Kosten für Grund- buchbänDe erforderten 8800 'Mk., die Kosten für Formulare 12 489 Mk. Tas Justizministerium stellt bei seinen Erläuterungen zu dleseui Eiatsposlcn fest, daß auch im Jahre 1907 ö,e Anlegungsarbeilen einen erfreulichen Fortgang genommen haben; es tonnte u. a. in diesem Jahre das Grundbuch für 96 Gemarkungen für angelegt erklärt werden. Im ganzen waren am 1. Oktober 1908 834 Gemarkungen mit dem neuen Grundbuch verfehen.
** Neue A m tsbezeichn ungen. Laut Bekanntmachung des hessischen FinanzlninisterlumS wurde bestimmt, eaß m Zukunft die S t e u e r £ o m m i f f a c i a t e die Amtsbezeichnung .Finanzamt", die Steuerkommissäre die amtliche Benennung .Vorstand des Finanzamt«' unb, fo langt


