Ein Lustmord bei Gießen.
(ritt scheußliches Verbrecher:, das die Bewohner der Stadt in ungeheure Aufregung versetzte, ist am Abend des 24. dieses Monats hier verübt worden. Am 1. Weihnachtsfeiertage fanden Spaziergänger im Schiffenbergerwald, am alten Schiffenbergerweg diesseits der ersten Waldschneise in einem Fichtenschlag die Leiche des 10 Jahre alten Schülers Heinrich Abel von hier. Alsbald wurde gerichtlicher Augenschein beantragt und es begaben sich die Staatsanwälte und die Beamten der Kriminalpolizei mit dem Richter, dem Gerichtsarzt u. A. nach dem Tatort. Da ein Mord vorlag, wurde zunächst ein Polizeihund an die Leiche geführt, der auch die Spur des Täters aufnahm, sie aber auf dem vielbegangenen Fußwege verlor. Sodann wurde die Leiche mit Umgebung des Fundortes photographisch ausgenommen und zur näheren Besichtigung geschritten. Die Lage der Leiche und der Umstand, daß sie bis auf ein Hemd und Leibchen entkleidet war, ließen erkennen, daß es sich um einen Lustmord handelte. Tie Leiche wurde nach dem Leichenhause am neuen Friedhöfe gebracht, woselbst am 2. Feiertage die Sektion stattfand, wobei festgestellt wurde, daß der Tod durch Ersticken, Würgen, herbeigeführt war. Aeußere Verletzungen, außer kleinen Kratzwunden an beiden Handgelenken befanden sich an der Leichtz nicht. Bis dahin wurde folgendes festgestellt: Der Knabe war am 24. If. Mts. nachmittags 4 Uhr, von seinem Vater, der am Schiffenberger Weg wohnt und einen Gemüsehandel betreibt, nach der Marburger Straße geschickt worden, dem dort wohnenden Zimmermann Stoffel ein Wägelchen zu bringen. Diesen Auftrag führte der Junge aus und ging dann nach der Stadt zurück. Hier hat er, anstatt den kürzesten Weg nach Hause einzuschlagen, sich in der Stadt die Ladenerker mit den Weihnachtsausstellungen angesehen, denn er wurde um 6 Uhr zum letztenmale vor einem Laden am unteren Seltersweg beobachtet. Es wird nun vermutet, daß er bereits in der Stadt oder auch auf dem Heimwege von dem Täter unter irgend einem Vorwand mit nach dem Walde gelockt wurde. Angenommen wird, daß der Täter mit seinem Opfer erst irgendwo eingekehrt ist, denn vermutlich fand der Mord erst zwischen 81/2 und 8% Uhr statt und zwar aus folgenden Feststellungen: Tie Ehefrau des Straßenwarts Kipper, die in dem Wärterhaus an der Schiffenberger Straße am Waldeingang wohnt, war abends mit ihrem Sohne in der Stadt gewesen und kehrte gegen 81/2 Uhr zurück, vielmehr sie befand sich um diese Zeit an der letzten, links an der Straße belegenen Sandgrube und hörte hier im Walde, in der Richtung nach dem alten Schiffenbergerweg einen lauten, jämmerlichen Schrei von einer jugendlichen Stimme, ein zweiter, aber gedämpfterer Schrei folgte und dann war alles ruhig. Es wird angenommen, daß dieses Schreien von dem Knaben herrührte und die Tat um diese Zeit ausgeführt wurde.
Was den Täter anlangt, so sind am Tatorte keinerlei Spuren zurückgelassen worden, die auf die Person des Täters schließen lassen. Der Täter hat nichts verloren, es muß ihm der Kampf mit seinem Opfer nicht schwer geworden sein, dennoch ist es nicht ausgeschlossen, daß er vielleicht Kratzwunden an den Händen oder im Gesicht davongetragen hat. Die Polizei entfaltete dic^ganzen Feiertage eine rührige Tätigkeit, es wurden niehrere als verdächtig erschienene Personen sistiert oder festgenommen, bis jetzt aber haben alle ihr Alibi nachweisen können und mußten freigelassen werden. Hoffentlich gelingt cs bald, den Rohling zu ermitteln und dingfest zu machen.
Die Großh. Staatsanwaltschaft hat, wie aus den alsbald an Anschlagsäulen und in Wirtschaften ausgehängten Bekanntmachungen zu ersehen ist, eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt.
Unter dem dringenden Verdacht, den Lustmord verübt zu haben, wurde gestern abend der Schuhmacher und Gelegenheitsarbeiter Wilhelm Reif, geb. den 24. Dezember 1861 zu Niederspey, K*reis St. Goar, verhaftet. Es war festgestellt worden, daß am Abend des 24. lf. Mts. in der Ludwigstraße ein Unbekannter einen Jungen angesprochen hatte, er solle ihm die Gußfabrik zeigen, dann bekomme er 60 Pfg. von ihm. Der Junge ging nicht mit. Die Beschreibung, die er von dem Unbekannten gab, stimmte mit der überein, die eine Wirtsfrau von einem Manne gab, der am 24. L Mts. abends 10 Uhr bei ihr erschien, zwei Flaschen Wein trank und sehr aufgeregt war. Auch äußerte der Fremde der Wirtin gegenüber, wenn er jemanden in die Augen schaue, gehe die Person überall mit hin, es könne dies ein Bub oder ein Mädchen sein.
Auf diese Angaben hin wurde nach Reif geforscht und er wurde gestern abend betroffen und festgenommen. Gleich nach der Festnahme wurde Reif in seiner Arrestzelle vom Kriminalwachtmeister Pfeffer vernommen, die Vernehmung wurde aber absichtlich vorerst nicht auf die Mordtat selbst erstreckt. Reif gestand aber ein, an dem Abend den Jungen in der Ludwigstraße in der vorher geschilderten Weise zu überreden versucht zu haben. Festgestellt wurde weiter, daß Reif noch einen zweiten Jungen um dieselbe Zeit auf gleiche Art angesprochen hatte, der aber auch nicht folgte.
Nach der Vernehmung, in der Reif auch deponiert hatte, daß er bereits dreimal wegen Sittlich kerlsv erbrechen und das letzte Mal mit acht Jahren Zuchthaus bestraft sei, betraten der Oberstaatsanwalt und Med-Rat Dr. Haberkorn die Arrestzelle und es wurde dem Reif in höchst schonender Weise mitgeteilt, daß ihm eine Straftat zur Last gelegt werde, die eine ärztliche Visitation seiner Person erforderlich mache und er möge sich dieser Untersuchung unterziehen. Reif erklärte sich hierzu bereit, allein schon bei Besichtigung seiner Hände und Fingernägel wurde er leichenblaß, verlangte ein Glas Wasser, das ihm übergeben wurde und dann konnte er sich nicht mehr auf den Beinen halten, er mußte sich setzen, kalter Schweiß trat ihm auf die Stirn und er mußte gestützt werden, wenn er sich stellen wollte.
Weiterer Versuch mit dem Polizeihund des Polizei- Sergeanten Jakob aus Wetzlar, dessen Hund besonders auf Spuren abgerichtet ist, wuroe gestern nachmittag vorgenommen. Der Hund nahm die Spur am Tatorte auf, verfolgte sie bis durch den Wald, dann über das Feld und über den Bahndamm bis an das städtische Baumstück. Weitere Versuche mit dem Hunde sollen beabsichtigt sein.
Vermischtes.
* Ka mpf g e ge n d i e Damenkleiderschleppe. Dem Nürnberger Magistrat liegt ein Entwurf einer von Rechtsrat Häublein ausgearbeiteten polizeilichen Vorschrift für die öffentliche Reinlichkeit und Gesundheit vor. Ter Entwurf, der eine Abänderung der bestehenden Vorschrift darstellt, eMhält folgende neue Bestimmung: „Untersagt ist, Kleiderschleppen auf ben' Wegen, Straßen unb Plätzen nachschleifen ju lassen." Neu ist auch die Bestimmuna bezüglich des Ausspuckens: die lautet: ,.In Amtsgebäuden. Tbeawrn. Kon'.ertsälen, Singspielhallen, Wirtschaften aller Art und Verkaufsläden für Nahrungs- und Genußmittel ohne auf den Akärkten für Nahrungs- und Genußmittel ist es verboten, auf den Boden zu ipucken. Die Besitzer von Räumlich- k.'iten der vorgenannten Art und deren Stellvertreter sind ver- pstichtet, Spuckn^pse aufzustellen, welche gereinigt werden müssen, wenn es nötig ist, und Anschläge anzubringen, in welchen auf das Verbot des Ausspuckens auf den Boden bingcwiesen wirb. Die besonderen Anordnungen, d'e lnerwcgen von der Polizeibehörde ergehen, müssen befolgt werden".
* Das Klopsto ckhaus in H ain burg. Unsch-nnbar :n der Königstraße in .Hamburg — einer Straße, die ihrem königlichen Namen eigentlich keine Ehre macht, vielmehr eine schlichte, anspruchslose Geschäftsstraße ist — liegt das schon etwas alte'-s- chwach gewordene Haus Nr. 50/52, worin Klopstock bnnahe dreißig Jahre lang gewohnt und somit einen großen Teil seines Tichterlebens verbracht hat. Hier vollendete er, im Jabre 1770 von Kopenhagen, seinen: früheren Wohnte zuruckg k hrt, den schon vor 25 Jahren vorbereiteten Messias. Bekanntlich war auch die erste Frau Klopsto'ks eine Hamburgerin, Meta Moller, die von ihn: gefeierte Eidli: sie war die Tochter eines h-'wburg'schen Kaufmanns, doch verlor sie Klopstock schon nach vier Jahren. Erst 33 Jahre spater heiratete er seine Verwandt? und langt) r'raute Freundin, die Witwe Johanna Elisabeth v. W'.ndhem. Sie war es, die mit ihm lange Jahre das Hamburger Heim in der Königstraße teilte, bis Klopstock hochbetagt im Jahre 1803 sta-b und in dem heutigen Altonaer Stadtteil, dem damalig-n Dorfe Ottensen neben seiner ersten Gattin begraben wurde. Auf dem kleinen Ottensener Friedhof ist das guterhaltene Grab leicht zu finden. Dagegen wird das Wohnhaus Klopstocks nun bald v m Erdboden verschwinden. An seine Stelle soll, wie Hamb. Blatter berichten, der immer mehr voranschreitenden Umwandluna der hamburgischen Altstadt in eine regelrechte G'schäftscith fol"end, ein Kontorhaus errichtet werden. An Klopstocks H im wird dann nur noch seine Büste und eine Jnschristtafel an der Vorderseite des neuen Hauses erinnern, das sein Andenken auch in dem Namen „Klopstockhaus" bewahren soll. Uebr'gens g'aubt man daß auf diese Weise viel mehr Leute in Hamburg erfahren werden, daß einst in ihren Mauern der berühmte Odendichter geleb^ hat. als es jetzt der Fall ist. An dem heutigen Klopstockhru? lastet der eilfertige Geschäftsmensch vorüber, ohne sich un: seine Vergangenheit zu kümmern, ja, sie auch nur zu ahnen Dereinst aber wird ihm das Kontorhaus mit dem Namen Kl'pstocks die erforderlichen Ausschlüsse geben. Allerdings: den Messias wird darum der Hamburger dann vermutlich ebensowenig lesen wie bisher. Im übrigen besteht die Absicht, das Klopstockzimmer im Museum für hamburgische Geschichte unterzubringen, wenn erst der Neubau des Museums unter Dach und Fach sein wird.
1 16 91 Todesurteile in 11 Monaten. In den 11 Monaten -des laufenden Jahres wurden in Rußland 1691 Personen zum Tode verurteilt und 633 hingerichtet. Bon diesen Todesurteilen wurden allein im November 82 vollstreckt. Gefällt wurden in diesem einen Monat 210 Todesurteile.
* Die Schiffbrüchige uni) ihr Hund. An der englischen Küste scheiterte dieser Tage ein französisches Fischerlwot. Trotz Sturmes und gewaltigen Wellenganges fuhren englische Fischer in einem Boot zu dein gefährlichen Fahrzeug, um die Schiffbrüchigen zu retten. Fast die gc-nze Mannschaft war schon aus dem rasch sinkenden, lecken Fahrzeug glücklich herausgebracht, und der letzte Matrose stand, einen großen Hund in den Armen, sprungbereit. Ta erhoben die Engländer Protest. Ter Hund müsse dableiben. Englatw habe strengste Hundesperre, und diese könne nicht durchbrochen werden. Ta erhob sich ein gewaltiger Lärm unter den Franzosen. Wie ein Mann erklärten sie, unverzüglich über Bord springen zu wollen, brenn ihre Retter nicht auch den Hund mitnähmen. Ta die Franzosen mit ihrer Drohung Ernst machten, mußten die Engländer nachgeben, und, von seiner Schiffsmannschaft umringt, hielt der Hund seinen Einzug auf
ihrer Normer: sich naturOdr ergebe. 4) Sieh in dem praktischen Können nichts Verächtliches, weil es auch bei nicht wissenschasckich Gebildeten anzutreffen ist. 5) Entschließe Dich beizeiten mit Be- timmtheit für Seine Studienfächer und ziehe den Kreis nicht allzu weit, damit Du zur rechten Zeit die rechte Einhrit und Ge- chlossenheit erreichst. 6) Suche das rechte Gleichgewicht — wie zwischen wissenschaftlichem Erkennen und persönlichem, vielseitigem Neben, so überhaupt zwischen rezeptivem und selbsttätigem Studium, ebenso aber auch zwischen der Kenntnis der geschichtlichen Entwickelung der Sprackw und ihrem gegenwärtigen Bestand. 7; Geh nicht verfrüht von den allgemeinen Studien zu speziellen über, obwohl Tu natürlich Deine Vorliebe einer beftimmt'n Lektüre ober sonst bestimmten Einzelgebieten zuwenden barssl. 8) Meine nicht, daß es einen Wert habe, eine möglichst große Anzahl von Schriftwerken irgenbwic durchgelesen zu haben, aber be (f ähige Dich mit einer Auswahl gründlich. 9) Nimm alle Gc legenheiten wahr, mit Ansläiüwrn zu verkehren, Ausländer zu hören, fremdnationales Leben kennen zu lernen. 10) Verschieb- nicht alles positiv Einzuprägende, so wenig wie das durch Uebunq zu Enverbende, ans die (cktc Zeit vor der Prüfung.
BanfrcL
— Zentrale für Bergwesen G. m. b. H. Frank flirt a. M. Der Schwerpunkt der bergmännischen Tä'liakeit dieser Gesellschaft lag in dem am 30. Juni abgelanfenen Gesckäüsjab. laut uns nunmehr vorliegendem Geschäftsbericht der Direktion in der Abgabe von Gutachten über bergmännische Objekte. Im gan zen wurden während der 18 Monaten, die der Bericht umfaßt, 43 Gutachten erstattet. Davon 36 im Jahre 1907 nnd 7 im ersten Halbjahr 1908. Von diesen Gutachten entfallen an» Deutschland 27, auf Spanien 12, auf Scandmavien 3, auf Italien, Oenerreich Frankreich (Belgien) nnd Afrika (Algerien) je 2 nnd auf Ungarn. Rumänien und die Vereinigten Staaten von Amerika je 1. Uni die ans dem ersten Jahre des Bestehens der Gesellschaft herrubreudc Uiiterbilariz zu tilgen, wurde das Stammkapital auf 24,250,000 9)1. herabgesetzt. Alls dem hiernach verbleibeilden Bnchgewinn wurden 21,116 M. zu Abschreibungen venveudet. Tie Ausgaben für bie Bibliothek erforderten 19,149 M. und für bauliche Veränderungen 6891 M.
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Nidda. In Nr. 302 Ihrer geschätzten Zeitung teilen De unter der Marke „Eisenbahn- und Berkehrsversammlung zu Nidda" mit, daß Abg. Erk zu Nlidda die vom Abg. Köhler geplante Versammlung über Eisenbahnsragen als Einbruch in sein Öcbic. ansehe und Abg. Erk insbesondere den NachtzugbisNidda- Gießen ab 11.23 — für durchaus unnötig halte. Wenn unter Abgeordneter wirklich dieser Ansicht ist, dann ist es unbegreiflich, wie er zü einer solchen überhaupt kommen kann. Es gibt guvijj in unserm Städtchen eine ganze Anzahl Leute, die zufrieden sind, wenn ihre Felder gut stehen und wenn es ihrem Trcrbestan!' gut geht und die nur hieran Interesse haben, es gibt aber au# noch andere Leute — und diese bezahlen auch Steuern und iroV die meisten — welche gerne einmal ein schönes Konzert oder tin Theater besuchen und für diese ist der Nachtzug eine Notwendigkeü. un: wieder nach Hause gelangen zu können. Wird der Nachizuq Gießen-Nidda, wie anscheinend die Absicht besteht, aufgehoben, dann ist es mit unserm Besuch' des Tl)eaters und dec Konzern zu Gießen vorbei — und zwar vorbei für immer, denn so sehr bald wird dann dieser Zug nicht mehr eingestellt werden. Unser Ab geordneter scheint aber die Meinung eines großen Teils brr hiesigen Bewohner nicht zu kennen, lvenn er wirklich den gc nannten Zug für unnötig hält und er scheint, obgleich er eigentlich die Interessen aller Eingesessenen seines Wahlbezirkes vertreten sollte, hier nur die Meinung eines ganz kleinen Kreises von hiesigen Einwohnern zu vertreten. Wir werden mit allen Mitteln dafür kämpfen, daß der Nachtzug Gießen-Nidda bestehen bleibt und wir hoffen, daß wir in unserm Bestreben von dem Gießener Verkehrs- bzw. Theaterverein und insbesondere auch von dem Abg. Köhler, der glücklicherweise für Vcrkchrsfragen ein reges Interesse hat, tatkräftigst unterstützt werden. Sollte es unmögstä» sein, den genannten Nachtzug jeder: Abend gehen zu lassen, dann verlangen wir, daß der Zug wenigstens am M i t t w 0 ch, S amr t a g und Sonntag Nacht gefahren wird, was gewiß fein un billiges Verlangen ist.
englischem Boden.
* Der Stock im Schwein cm ag cn. In dem Magen eines ir: Gr.-Freden notgeschlachteten Borstentieres fand man, wie die „A. F. Ztg." berichtet, einen ca. 4U Zent.rneier langen Reisig stock, den das Tier verschluckt ME Tersel'? ha: ' b>e Magenwändc durchbohrt, war in die Gedärme gedrungen und hatte daselbst Eiterungen vecursai. t. -_x ■ . em, oa>> uag ö...y <icr öen Stock n:ii7i"ftcn§ I ' Tage i n -Q< hat:'. ra‘; cs nerv iltnis- mäßig noch recht gut. Nach dem Gutachten des Fleischbeschauers erwies sich das 7>.c ,ck> p.s 0 1 cus vollwertig,
jedoch mußten die Gedärme vernichtet werden.
* Neue amerikanische Briefmarken. Neue Briefmarken sind, so schreibt der „Hamb. Corr.", Anfang dieses Monats in den Vereinigten Staaten von Nordamerika zur Ausgabe gelangt. Sie unterscheiden sich von den bisher gebräuchlichen in zweifacher Beziehung: Zunächst tragen sie nicht mehr die verschiedenen Köpfe verstorbener berühmter Amerikaner, sondern, wie in der ältesten Briefmarkenperiode, nur entweder den Kopf von Washington oder den von Franklin, ferner werden sie nur bis zum Werte von einem Dollar ausgegebcn werden: die höheren Werte, 2 und 5 Tollarmarken, sollen aus den noch vorhandenen Beständen der älteren Serien gedeckt werden. Tie ersten amtlichen Postwertzeichen gab es in den Vereinigten Senaten im Jahre 184/ und zwar nur solche für 5 und 10 Cents, sie trugen das Bildnis von Washington bezw. Franklin. Später verwendete man dann die Köpfe anderer verdienter Männer, früherer Präsidenten usw., aber niemals ist man von der Gepflogenheit abgewichen, stets nur verstorbene Mitbürger auf den Postmarken zu verewigen. Aus Anlaß dec c. sck . . c . 1. ' M man auch bildliche
Darstellungen als Markenschmuck verwendet.
* Bon Stufe zu St ije. Bor wenigen Tagen stcrrb in einem Armenhause zu Newyork eine Straßenhändlerin, die in dem Viertel der Aermsten a,s di? „blaue Mizzi" bekannt war. Sie war eine geborene Gräfin d'Alenyon aus der Bretagne, die int Alter von 16 Jahren einen Marquis b’UffS heiratete, aber bald darauf geschieden rouib- Bon nun an begann für die Komte'se ein Lechselreichics Leben. Bau) war sie in den Salons von Paris a.ijutrei jen, va.o iu L. udou, bald in Rom, Venedig und Monte Carlo. Hier lernte ’ie den Zigeunerprimas Riga kennen, der sie zu allerlei Spekulationen verleitete, die den Rest ihres Vermögens auszehrten. Mit ein'm Amerikaner Charles Brown fuhr sie nnd: San Francisco, wo sie bald gewahr wurde, daß ihr Begleiter ein Müdchenhünd^er mar, der sur sie einen großen Kauspreis erhalten haAc. Sie enijloh und ihr blieb nichts übrig, als die allergewöhnlichsten Dienste zu verrichten. Diese leginnen mit den Reinigungsaroeiten in einem Hotel und enden mit dem Handel von Stceia^lzeeu aus de" Straße. Sie ianE allmählich immer tiefer, da sie sehr schmell den Branntwein als Tröster ihres Unglücks lieben gelernt hatte. Ihren Namen, die „blaue Mizzi", hatte sie von einem dunkelblauen Samtkleid, das sie aus der Pracht vergangener Zeiten g rettet ha.te und das sie nun sort- während trug.
* Zehn Gebote für junge Neuphilologen, die recht beherzigenswert find, teilt Geh. Rat Prof. Tr. M. Müircl) in Dec ^juinaidiujcift für höhere mit uno begießet jce r>or: mit Erläuterungen. Die zehn Gebote lauten: 1) Eine Sprache, Die Tu bemnuu.ift leh.eu willst, mußt Du wirklich verüeheu unb roitLiu' tonnen. 2) Denke nicht, daß Du dem von der Schule initgebtadtcn Mässen und Können bet Sprache im wesentlichen nur ein histociscp-Mhseu,a>ai tn^es : hinzuzufügen havest.
3j Glaube nidji, daß das Können einer Sprache aus dem Wissen
Meteoro!ogistt,e Beovnchtungen
der Station Gießen.
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743,3
9,1
Wetter
Beni. Himmel Klarer Himniel
1,5'0.
7.8 u C.
Höchste Temperatur am 26. bis
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Frankfurter Börse, 28. Dezember, 1.15 Uhr.
3M’/o Reichsanleihe . . 94.50 3% do. . . 85.30 3>$”/(, Konsols .... 94.45 3-6 do 85.20
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