Ausgabe 
31.3.1908 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

I.

Hafer

(- 1)

(- 5)

(+ 3)

VermißchSes.

Ein neuer Hau-Prozeß in Sicht. Die Ver­wandten des zum Tode verurteilten und dann zu lebensläng­lichem Zuchthaus begnadigten Dr. jur. Karl Hau hoffen, in Kurze ein Wiederaufnahmeverfahren des Hau-Prozesses durch­zusetzen und wollen vor allen Dingen den Verkehr zwischen Hau und Olga Molitor in dem zweiten Prozeß völlig auf- klären. Zurzeit werden in Oldenburg auf Veranlassung der Oberstaatsanwaltschaft Karlsruhe Erhebungen darüber angestellt, wie und in welchem Sinne sich Frau Lina Hau während ihrer Anwesenheit in Oldenburg über ihre Schwester Olga Molitor und über deren Beziehungen zu ihrem Manne ausgelassen hat. Frau Lina Hau weilte in Oldenburg kurz vor ihrem freiwilligen Tode, den sie im Züricher See fand, bei einer ihr befreundeten Familie. Frau Hau hatte auch wenige Tage vor ihrem Tode einen Brief an ihren Mann gerichtet, der sich mit der Schuldfrage beschäf­tigte und von Verzweiflungsworten über die Katastrophe er­füllt war. Der Brief schloß damit, daß Frau Hau ihren Selbstmord ankündigte. Tie Erinnerung an den Hau- Prozeß wurde bisher durch die Beleidigungsprozeffe des Fräuleins Olga Molitor wachgehalten. Wie aus einer jüngst erfolgten Erklärung des Rechtsbeistandes des Fräuleins Molitor, des Rechtsanwalts Dr. v. Pannwitz-München zu ersehen war, kommt es Fräulein Olga Molitor sehr darauf an, in ihren Beleidigungsprozessen als Zeugin unter Eid aussagen zu dürfen, daß ihre Beziehungen zu ihrem Schwager Karl Hau völlig einwandsfreie waren.

Kleine Tageschronik.

Die belg. Gerickststehörden haben in Thollembeck eine Untersuchung cingeleitet, wo die Wohnung des Bürger­meisters mitDynaMit in die Lu f t g e s pre n g t tvorden ist. Das Attentat erfolgte aus Rache gegen den Bürgermeister, der die Schließung der Wirtshäuser um y» 12 Uhr Abends verfügt hatte. Infolge dieser Verfügung war es in einer Wirtschaft zu Krawallen gekommen. .Die Wirtschaft mußte von Gendarmen geräumt iverten. Die Gäste leisteten Widerstand, worauf die Gendarmen von ihren Waffen Gebrauch machten. Mehrere Schüsse wurden abgegeben. Einer der Unruhestifter wurde tödlich verletzt und starb auf dem Transport nach dem Spital. Die Explosion beim Bürgermeister erfolgte frwci Stunden nach dem Krawall.

Ans Innsbruck wird gemeldet: Vom Mont Ehegai sind ein Zollbeamter und ein Kaufmann ans Trient abgestürzt und lebensgefährlich verletzt aufgefunden worden. Von der Henscheu- spitze ist eme Lawine nieder gegangen, die eine Schar Holzarbeiter verschütlele. Einer wurde getötet, die übrigen konnten sich retten.

Rach Depeschen aus Denver in Colorado sind die Unruhen unter den Bergarbeitern, tue im Herbst zu fo vielen Geivalt- talen und Tynamitanschlägen geführt haben, noch nicht vorüber. Jetzt erfolgte em neues D y n a m i t - A t t e n t a t gegen einen der verhaßtesten Bergwerksdirektoren, General BulklyS-Wells. Alan versuchte die Vorhalle von Wells Wohnung, in der er zu schlafen pflegte, in die Xliüt zu sprengen. Wells kam nut einigen Ver­letzungen davon. DaS Gebäude ist ziemlich stark beschädigt.

Getreide-Wochenbericht

der Preisberichtssielle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 24. bis 30. März 1908.

Die Bcrichtswoche brachte am Tage warmen Sonnenschein, während der Rächte Frost bis zu 10 Grad. Für die Saaten bunten diese Temperaturschwankuugen, namentlich in den öst­lichen Landesteilen, nicht ohne nachteilige Folgen geblieben sein. Weder i.r noch in Amerika fanden mit dem Saatenstand zu- sammeiitzängende Befürchtungen sonderliche Beachtung. Andere Anregungen, die geeignet gewesen wären, dem Getreidegeschäft etwas mehr Lebhaftigkeit zu verleihen, lagen von keiner Seite vor, vi lmehr wird die Unternehmungslust dauernd durch den Unifai.'. der argentinischen Exporlleistungen, besonders aber durch l ic enttäiychenoe Konsumnachfrage unter Druck gehalten. Am ichurfsten brachte fick) die ungünstige Geschäftslage während der abg^tausenen Woche aus den deutschen Märkten zum Ausdruck. Den Hauptgrund für die allgemeine Zurückhaltung bildet nach wie vor der schleppende Absatz von Mahlprodukten, der die Mühlen zu einer Einschränkung ihrer Erzeugung veranlaßt hat und das Unterkommen des Warenangebots infolgedessen zu einem außer- ordentliu) schwierigen gestaltet. Weizen wird vom Inlaute nur wenig angeboten und es hat den Anschein, daß sich von diesem Artikel Line größeren Quantitäten in erster .Hand befinden. Da­gegen lag in Roggen stärkeres Angebot vor, das aber umso schwerer anzubringen war, als es sich dabei meist um geringe Qualitäten

Aus Stadt imö Land.

Großen, 31. März 1908.

* * Tageskalender für Dienstag, 30 März. Stadt­theater: Der große Tag.

Gastwirtsgewerbe- ttnb Kochkunst-Ausstellung in der Turnhalle. Geöffnet von 9 Uhr morgens bis 9X/S Uhr abends.

Tue mouf-ier.-hbfn sind von ganz eigenartigem liebliMU. Geschmack, der zum'Teil an echten Sherry erinnert. . - -

Gegenüber findet man ein allerliebstes oberhessyches Bauer n- häuschcn, in dem ein Hessenmädchen die Liköre und Branntweine der hiesigen Firma I. Kann Söhne zum Ausschank bringt Auch sie findet viel Zuspruch.

Das gleiche gilt von der Firma Christ. Jnderthal, der in einem schmucken Kiosk int Biedermeierstil feinste Tafelliköre eigener Herstellung, französischen Kognak usw. zur Schau ge­stellt hat und ebenfalls Proben verabreichen läßt.

Einen Hauptanziehungspunkt der Ausstellung bildet unstreitig der Maggi-Pavillon.Ein guter Lern in schöner Schale" kann man hier sagen. Lenkt einerseits der geschmackvolle Aufbau jedes Auge auf sich, so ist anderseits die Vorzüglichkeit der Maggi- Produkte ja weltbekannt.Maggis Suppenwürze", in braunen Fläschchen,Maggis Suppenwürfel",Maggis Bouillon-Kapseln" sind heute in jedem Haushalt zu finden. Sich selbst übertroffen hat die Maggi-Gesellschaft mit ihrem neuen FabrikatMaggis Gekörnte Fleischbrühe^. Einige Körner ergeben, mit kochendem Wasser übergossen, sofort eine Bouillon von tadelloser Qualität. Die stets liebenswürdigen Vertreter überreichen jedem Besucher Proben. Auch die übrigen Maggi-Erzeugnisse werden erklärt und praktisch vorgeführt.

Die Preis Verteilung wird, dem Wunsche des Aus- stellungskomitees zufolge, voraussichtlich erst am nächsten Sonntag nachmittag vor sich gehen. Die Publikation der Preisträger wird demnach wohl erst am Montag erfolgen können.

t&r Wtjfli

Mtntgf r1 wuer [JioiBeit

*Nen ,v Ni

tie9

Jlicen ? Tr1 Md

W

. Coni W 9 gJltidite für "Haien,;

Nt

Reistlarnmer ütepyauvl ast dem Konkurs beteiligt ist, handelt es sich um- geringfügige Ersatzforderungen für Jnventar- schaden, wie ste bei jedem Pachtwechsel vorkamen. Eine irgendwie erhebliche Schmälerung der Gläubiger-Dividende ist durch sie nicht zu erwarten.

** Sßie sie ausbezahlt. Eine Frau hatte sich bei einem Althändler ein Bett und andere Möbelstücke auf Ab­schlagszahlung erworben. Da die Zahlung nicht eingehalten wurde und der Althändler Geld nicht erlangen konnte, begab sich die Frau des letzteren gestern zur Schuldnerin, jedoch auch diese kam schlecht an. Bereits auf der Treppe wurde sie von der Schuldnerin mit den Worten:ich will Dir Geld geben* empfangen und mit einem langen Besenstiel derart verhauen, daß sie die Treppe hinunterstürzte.

** Diebstähle. In der Nacht auf Montag wurde aus dem Keller eures Hauses in der Liebigstraße ein Fäßchen Wein und eine Flasche Sekt gestohlen. Die Diebe hatten das Eisen­gitter am Kellerfenster herausgerissen und das Fäßchen zum Fenster heraus gebracht. Das halbgelecrte Fäßchen sand sich heute in einem Garten am Bahndamm öor._ Am verflossenen Samstag abend wurde in der Sonnenstraße ein Fahrrad, das der Eigentümer vor einer Wirtschaft ausgestellt hatte, gestohlen.

** D i e gefundene Schürze. Vor einiger Zeit kamen auf einer Bleiche verschiedene Wäschestücke abhanden. Die Be­stohlene bemerkte nun gestern, daß eine Fran eine der abhanden gekommenen Schürzen auf der Straße trug und stellte sie zur Rede. Sie gab die Schürze zurück mit dem Bemerken, sie habe sie gefunden. Die Polizei, die anderer Meinung war, hat sich Der Sache angenommen und wird sie näher aufllären.

** Der abgewiesene Freier. Ein junget M a n n aus Klein-Linden hatte die Bekanntschaft zweier hier wohnenden Schwestern gemacht und nahm beide am 24. l. Mts. mit in das Kolosseum. Als er sie nachts nach Haus begleitete, erschien oer Barer Der Mädchen mit noch drei handfesten Burschen, und der Liebhaber wurde regelrecht verprügelt. Da ihm das Schul- ter gelenk ausgerenkt war, mußte er sich acht Tage lang in der Klinik behandeln lassen.

** Körperverletzung. Ein taubstummer Schnei­de r g e h ü l f e wurde in verflossener Nacht angeblich von mehreren Burschen am Lindenplatz überfallen und erhielt dabei einen Messer­stich in das Gesäß. Anzeige wurde erstattet.

Villingen, 30. März. Der am Samstag abend verunglückte Fuhrmann Bender von hier ist in der Gießener Klinik bald nach seiner Ankunft seinen schweren inneren Ver­letzungen erlegen. Der so traurig ums Leben gekommene war em braver, arbeitsamer Mensch.

handelte, die den ^iejerungoüecingungen nicht eatüirüuum. D« Besitzer derartiger Waren sahen sich daher veranlaßt, diese Boden zu nehmen, sofern sie sich mit den niedrigen Geboten der Mühlen nicht abfinden wollten. In der Hoffnung, den Roggen durch Bearbeitung in den für kontraktliche Erfüllung nötigen Zustand, bringen zu können, wurden gegen die unver­kaufte Ware Lieferungsabgaben vorgenommen, die den Maipreis seit der letzten Woche um 9 Mk. herabdrückten. Auch im Hafer­geschäft haben sich die Absatzverhältnisse keineswegs gebessert, so daß die etwas erhöhten Forderungen der Provinz beim Handel auf Widerstand stießen. Futtergerste war billiger käuflich, doch stell, der Konsum nur sehr bescheidene Ansprüche. Auch für Mais, dessen Forderungen fest geblieben sind, ist das Interesse nur gering.

Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage:

" La n des Universität. S. K. H. der Groß- Herzog haben den Pfarrer und Privatdozenten Lic. theol. efc Dr. phil. Martin Schian in Breslau zum ordentlichen Professor in der evang.-theologischen Fakultät der Landes- universität Gießen ernannt.

Personalien. S. K.H. der Großh erzog haben den Steuerkommissär des Stencrkommissariats Seligenstadt Herrn. May zu Seligenstadt in gleicher Diensteigenschaft in das Steuerkommissariat Hungen versetzt, den Oberlehrer an dem Wolfgang Ernst-Gymnasium zu Büdingen Dr. Ludw. Fahz auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienste entlassen und Wilh. Motz von Büdingen zum Kulturtechniker ernannt. Uebcrfrngen wurde dem Lehrer Maximilian Probst zu Uffhofen, eine Lehrerstelle an der Gemcindeschule zu Ockstadt. Ernannt wurde der Gefangenwärter am Landeszuchthaus Marienschloß H. Zubrod zum Gefangenaufseher an dieser Anstalt.

** Dienst-Jubiläum. Man schreibt uns: Morgen kann bet König!. Ober-Bahnassistent Peter Mar golf hier auf eine 50jährige Dienstzeit zurückblicken. Am 1. April 1858 trat P. Margols als Freiwilliger in das Großh. Hess. Leivgarde- Regt. (jetzt Nr. 115) ein. Als einige Jahre später das Turnen bei den hessischen Truppen eingeführt wurde, ward M. zum Vor­turner und bamt zum Fechtmeister ausgebildet. Den Feldzug von 1866 machte er als Sergeant mit und nahm! an den Gefechten bei Frohnhofen, Gerchisheim und Wirzburg teil. Nach diesem Feldzuge in das 2. Hess. Jägerbataillon versetzt, kämpfte M. im Kriege 1870/71 mit bei Grav.'lotte, dioisseville, Artenay, Orleans, Beaugency; ebenso nahm er tätigen Anteil an den Gefechten bei Briare und Blois, sowie an der Belagerung von Metz. Für seine mehrmals bewiesene Tapferkeit vor dem Feinde wurde M. mit dem Eisernen Kteuzo 2. Kl. und mit dem russischen St. Georgs- orden 5. Kl. ausgezeichnet. Am 10. Mai 1872 trat M. in den Eisenbahndienst ein und erhielt eine Assifteiitenstelle bei ter Güter­abfertigung am Bahnhofe zu Gießen, wo er noch heute tätig ist. Wie Herr Margols als Soldat stets auf seinem Posten war, so ist er auch immer ein eifriger und pflichttreuer Beamter gewesen, der sich durch fein besonnenes und freundliches Wesen nicht nur die Achtung seiner Vorgesetzten, sondern auch die Liebe seiner Kol­legen in hohem Maße erworben hat. Aber auch in dem Gießener Kriegerverein ist M. stets ein gern gesehener Gast und geachteter Kamerad, zumal er an den Bestrebungen dieses Vereins immer regen Anteil nimmt. Ebenso blicken die hiesigeir Männer-Turner mit Stolz auf ihrenPeter", ter schon seit der Gründung des Vereins (1885) bis heute dem M.-T.--V. als Vorstandsmitglied angehört. Möge es nun Herrn Margols auch vergönnt sein, sich noch recht lange einer solch' guten Gesundheit und Rüstigkeit wie seither zu erfreuen und noch viele glückliche Jahre im Kreise feiner Lieben zu verleben. Das sei unser herzlichster Wunsch zu seinem 50 jährigen Dienstjubiläum. Wie verlautet, soll zu Ehren des Jubilars am nächsten Samstag im Lenz'schen Felfen- keller eine kleine Feier stattfinden, die von dem Verein der mitt­leren Eisenöahnbeamten, dem Kriegerverein und dem Männcr- Turnverein wird veranstaltet werden.

Fünf Generationen. Gestern morgen 5 Uhr wurde dem Hilfsheizer Hch. Reh ein Mädchen geboren, das das Glück hat, noch seine Ururgroßmutter begrüßen zu können. Die Großinutter des Kindes heißt Frau Lina Wagner, geb. Landon, hier, die Urgroßmutter Frau Marg. Wagner geb. Walter, hier und die Ururgroßmutter Frau Marie Walter geb. Damm, wohnhaft in Großen-Buseck. Letztere ist 93 Jahre und die Urgroßmutter ist 72 Jahre alt.

** Die gestrige Abschiedsfeier für den seitherigen Generalsekretär der hessischen Landwirtschastskammer, Cehniomierat Dr. Mülle r, in dem Hotel zur Traube zu Darmstadt gestaltete sich zu einer großartigen Ehrung für den Scheidenden. Nahezu 100 Teilnehmer hatten sich zu der Feier eingesunden. Von der Regierung war Landesökonomierat Müller erschienen, ferner der Vorsteher der landwirtschaftlichen Versuchsstation Geh. Hofrat Wagner und der Nachfolger Müllers, Defonomierat Leithiger. Die erste Ansprache hielt Geh. Regierungsrat Haas, der die Verdienste des Scheidenden um die Landwirtschaft und speziell um die Bildung der Landwirtschastskammer betonte. Es folgten bann Ansprachen der Borsiveuoen der Provinzial-Ausschüsse, Ltew- romierat Lichtenstein für Rheinhessen, Walther für Starken­burg und Korell für Oberhessen. Weitere Ansprachen hielten hierauf der G e f e i c r t c, ter besonders seinen Mitarbeitern dankte, sowie Abg. Köhler-Langsdorf, der zuerst Müller als National- Ökonom feierte und dann der am bäuerlichen Herde waltenden Frauen gedachte.

** Eine Sitzung des Provinzial-Ausschusses findet am Samstag, 4. April d. Js., vormittags 9 Ufo mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch des Johs. Bohl zu e-ollar um Genehmigung zum Betriebe einer Schankwirt- fdjaft 2. Enteignung von Gelände in Gemarkung Utphe oiir Anlage eines Hochbehälters. 3. F e l d b e r e i n i g u n g in Gemarkung Utphe; hier Melioration der Wiesen links ter Horloff.

* * S)ie Kunftausstelluug im Turmhaus av: Stand i|i wegen vollständigen Wechsels der Gemälde auf 4 Tage geschlossen.

**Z" dem Zionkurs des! ierS der Oberseener- hofeS wird uns von der Gräsl. Reni .nmer milgcieilt, daß Pachtgelder überhaupt nicht rückständig sind. (Soweit die

ct

IA r-s.At

189 Aus, !ü7.üt 189 ro'.A 19Ü

I18.2W 190

In 8.31t 190 dS.A 1901 reiei i-S.M

Iah' i 63 mir

1» stell durc d Buifjen

1 Msetzie Bert tiin.

LJc iA auf

S.Ti iw Nr

3. Di lÄe, Zch

5. Ti Äageö li

Teui! ®ro licet (Steuer

Weltmarktpreise: Weizen : Berlin Mai 202.75 ( 3.75), Budapest April 193.95 (- 3,35). Pans April 181.90 (4- 1.35). Liverpool Mai 156,25 ( O.OU). Chicago Mai 144.70 ( 0.35). Roggen: Berlin Mai 191.75 ( 9.00). Hafer: Berlin Mai 159.75 (- 4.75) Mk.

OrigittaL-DrahtmeLSungen.

Darmstadt, 31. März. Das Prinzenpaar von Wales ist heute früh 9r/4 Uhr nach Paris abgereist, wo­selbst ein 14tägigcc Aufenthalt genommen wird. Der Landgerichtsdirektor i. P. W. Köhler ist gestern hier im 87. Lebensjahr gestorben. Der Verstorbene stammte aus Altenstadt und verbrachte den größten Teil seiner richter­lichen Tätigkeit in Darmstadt. Am 1. Januar 1896 trat er in den Ruhestand.

Mannheim, 30. März. Oberbürgermeister Beck ist der /Reuen Bad. Landesztg." zufolge heute nacht 11 Uhr infolge Herzschlages gestorben.

Freilassing, 31. März. In dem benachbarten Sorr- heim kam es in der letzten Nacht zu einer förmlichen Schlacht zwischen Bauern und Arbeitern. Zwei der Beteiligten wurden getötet und mehrere schwer verletzt.

Wien, 31. März. DieNeue Freie Presse* schreibt: In hiesigen diplomatischen Kreisen wird der An­wesenheit des Fürsten Bülow in Wien große Bedeutung zu­geschrieben. In den Konferenzen zwischen Bülow und Aehrenthal habe die mazedonische Frage die Hauptrolle gespielt. Der deutsche Reichskanzler habe wiederholt seiner Befriedigung darüber Ausdruck gegeben, daß Oesterreich- Ungarn dem russischen Reform-Vorschläge für Ma­zedonien zugestimmt habe, da dieses Projekt der traditionellen Orientpolitik Deutschlands, die Integrität der Türkei und daS persönliche Prestige des Sultans zu wahren, völlig entspreche, während der englische Vorschlag geeignet sei, die Em- psindnngen des Sultans zu beleidigen.

Wien, 31. März. Wie die Neue Freie Presse meldet, werden die Trassierungsarbeiten für bie Sand­schak-Bahn, nachdem der Sultan das betreffende Jrade unterzeichnet hat, Mitte April beginnen. Die Arbeiten werden von einer österreichischen und einer türkischen Kommission ge­leitet werden.

Paris, 31. März. Trotz offizieller Noten, in denen bie Freilassung Nochettes als unmöglich bezeichnet wurden, sprach eine Abordnung ter Aktionäre Rochette'schcr Gründungen bei dem Untersuchungsrichter vor und verlangte dessen vorläufige Frei­lassung für wenige Stunden, damit er der demnächst stattffn- tenten Generalversammlung beiwohnen könne. Der Richter er­widerte kurz und himdig:Nicht eine Minute". Die Ak­tionäre wollen gegen diese Entscheidung an die Anklagekammer appellieren.

Petersburg, 30. März. Eine eigenartige Demo li­st r a t i o n wurde vor dem Winterpalais, in dem der Minyter- präfident Stolypin wohnt, veranstaltet. Auf dem fashionablen Sonntagslvrso am Palastquai erschien auf einmal ein splitter­nackter Student, der gemalt]am vmachte, durch die Equ^ Pagenreihen und Pie zaylreich Port promenierenpen eleganten Damen ins Winterpalais zu bringen. Die Polizei hinderte ihn an semem Vorhaben, doch erregt: feine Verhaftung, eine langdoucrnde Slanvalq f freue.

Es

'bi

12 al di

IClchics Feuilleton.

Zuin Gießener Tr i e s ch - G a st s p i e l am Freitag den 3. April schreibt man und: Am 27.Januar waren vier Jahre verflossen, seit Irene Triesch in der Aula der Universität eine Re» zitaiion hielt, die vornehmlich biblische Stücke zum Gegenstand halte und eine starke Wirkung auf alle Zuhörer ausübte. Sie fand, wie das Programm aussagte,Zmn Besten des Theater- 9lcubanes" statt. Damals beianb sich die Künstlerin auf einer vierwöchigen Gastspielreise, auf der sie an jedem Abend zu spielen hatte, mir ein Abend war ihr frei geblieben, und diesen opferte sie, ein früheres Versprechen emlösend, um auch ihrerseits ein Schers- lein zum Bail eines Theaters in Gießen beantragen. Dieses Scherflein wurde aber zu einer sehr ansehnlichen Gabe, denn Fr. Triesch oerzichlete auf jegliches Honorar, sie wies die ganze beträcht­liche Einnahnie beut Theaterbaufonds des Theateroereins an und eröffnete so den Reigen der Stifter für unser neues Stadttheater. Ihre Absicht, auch der (StöffnungSieicr im vergangenen Sommer ihre künstlerische Mitwirknng zu leihen, ließ sich leider infolge Krankheit nicht verivirklichen, aber nun freut sie sich, wie sie schreibt, herzlich darauf, ihre Kunst im neuen Hause ausüben zu dürfen, in dem sie eines herzlichen Empsanges sicher sein bart. Die Rolle ber Elga, bie sie zunächst spielen wird, ist eine ihrer vorzüg­lichsten,die macht wie eine hochaiigesehene und selbst dte Eloa spielenbe Künstlerin einmal gesprächsweise äußerte ber Triesch so leicht keine nach", und die Triesch besitzt auch, wie ber Kritiker berKöln. Ztg." gelegentlich ihres Kölner Gastspiels un­längst schrieb, eine Berechtigung sie zu spielen, in ihrer eigenen geistreichen Art, Franencharattere zu bilden. Den Schluß beS Abends macht bann Hartlebens EinakterT i e sittlicheFor- b e r u n g", in welchem sie die Sängerin Rita Revera gibt. Von dieser Rolle schreibt bieKöln. Ztg.", baß sie von ber Triesch zu einer allerl iebsten Spielerei barstellenber Kunst gemacht sei.Das war alles so federleicht, so hingehaucht, wie man es sonst nur französischen Schauspielerinnen zumutet und wurde dadurch zu einer Tändelei, bie bas Halbwellhafte mit drolligem Humor um- Heibete."

Voraussichtliche Witterung für Heffen am Mittwoch den 1. April: Fortdauer der trüben regnerischen Witterung. Tempe­ra tur wenig verändert. Starke wcstliche Winde.

1

w>tn)Qj

iS"

eiNi

! S 4 IQ

fe

&

»tz

Slot

«QU

(- 3)

(- 1)

(- ) (- ) (- 2)

Königsberg

215

(

)

180 I

6)

148

Danzig

216 1

)

186 (

2)

152

Stettin

209 (

4)

183 (

4)

154

Posen

216 I

2)

184 i

r

5)

148

Breslau

213

(-

3)

190

(-

5)

155

Berlin

203 i

(-

3)

185 1

9)

170

Magdeburg

202 i

1)

192 <

3)

162

Halle

202 (

1)

195 (

3)

165

Leipzig

207 (

1)

196 (

.

4)

161

Hamburg

206 (

-

2)

190 (

2)

170

Haiinover

209 <

;4~

3)

196 (

2)

160

Braunschweig

204 (

1)

195 (

)

168

Dusieldori

212 (

3)

192 (

)

170

Frankfurt a.M.

21? (

2)

200 (

)

177'/-

Mannheim

2P (

2)

202 (

2 )

174

Straßburg

220 (

)

207'/, (

)

195

Stuttgart

227/2 -

(-

)

190

München

233 (

2)

203 (

2)

188