zur Verzollung der eingegangenen Postpakete mit zollpflichtigem Inhalt von morgens 10l/3 big 12 Uhr geöffnet.
X. Ruppertenrod, 23. Dez. In unserer Gemeinde fanden kürzlich mehrere Güterversteigerungen von nicht geringem Umfange statt. Die trotz der großen Zahl von Stücken gebotenen Preise zeigen, daß Grund und Boden bei uns sehr hoch im Werte stehen. Die Bewertung der Grundstücke ist aber ein Barometer des landwirtschaftlichen Wohlstandes und des landwirtschaftlichen Berufes überhaupt, ein günstiges Zeichen bei der sonst beklagten Landflucht.
§ Aus dem Ohmtal, 23. Dez. Ein willkommenes Weihnachtsgeschenk wurde unseren Haushaltungen zuteil durch ein Abschlagen der seitherigen, so beharrlich hoch bleibenden Brotpreise. Ter Preis für den vierpfün- digen Laib Schwarzbrot ist von 55 Pfg. auf 53 Pfg. herabgegangen. Hoffentlich fallen demnächst auch noch die weiteren 3 Pfg. Während in den Städten auch der Preis für das Weihnachtsmehl gesunken ist, müssen unsere Hausfrauen ihr Weihnachtsmehl noch für den seitherigen Preis kaufen.
A Mücke, 23. Dez. Fasanen gehörten seither nicht !zum Wildbestand unserer Umgegend. Seit aber in dem «nahen Burgwalde, einer großen Domanialwaldung, voriges ;Jahr 20 Stück Fasanen eingesetzt wurden, gehört dieses schöne Federwild in den Bereich unserer Jäger. Nicht selten suchen 'die Fasanen auch die Hecken des Feldes heim, wo sie dann auch dem Besitzer dieser Jagden eine willkommene Beute Werden.
§§ Aus dem Vogelsberg, 24. Dez. Seit es auch in unserem Vogelsberg leider Mode geworden ist, den altertümlichen Hausrat an Händler zu verkaufen und die alten, ehrwürdigen. Möbelstücke durch moderne zu ersetzen, ist ein Zimmermöbel saft gänzlich verschwunden, das früher in feder Haushaltung zu finden war, der Kingstuhl. Wohl diente er in letzterer Zeit dem Großvater als Ruhesessel und erhielt daher den Namen „Großvaterstuhl", aber noch vor einigen Jahrzehnten wurde er, entsprechend seinem Namen Ktngftnhl — Königsstuhl, nur hohen, ehrwürdigen Gästen zum Sitz angeboten. In diesem Kingstuhl, der jetzt nur noch in vereinzelten Familien anzutresfen ist, haben wir den Hochftuhl der alten Germanen zu erblicken, aus idem am Ende der Tafel der Hausvater bei festlichen Gelegenheiten thronte, während ihm gegenüber die Hausfrau auf ähnlich erhöhtem Sitze die Gäste übersah.
' X Aus dem Kreis Wetzlar, 24. Dez. Wie die am 1. Dezember vor genommene Viehzählung borgetan bat, so hat abermals die Schafzucht int Kreise Wetzlar merklich ab- genommen. Die Gründe liegen auf der Hand. Wer will heut- tzutagc nod) Hirte oder Schäfer sein? Nur in weniger fruchtbaren Gegenden ohne Industrie kann diese Zucht noch besofidcrs lohnen.
le, Kassel, 22. Dez. Gestern beging der Nestor bei hessischen Schriftsteller, Kanmierdlrektor a. D. Karl Preser hier, in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag. Der Jubilar, aus Niederhessen stammend, war ehedem Sekretär am hiesigen kurfürstlichen Hosthealer, ging nach der Katastrophe von 1866 nut dein Kurfürsten ins Exil nach Prag und bekleidete dort den Posten eines Hofbuchhalters und Hofsekretärs. Nach dem Tode des letzten Hcsseu- fürsten übernahm Preser 1875 die Verwaltung der Gülei eines böhmischen Adeligen. Auf Empfehlung des Prinzen Philipp von Hanau, des Sohnes des Kurfürsten, kam Preser 1882 m die Dienste des Füriten zu Psenburg nach Wächtersbach, wurde Hofrat und Vertvalter der Kantmerkasse, später Kammerdirektor. 1903 trat er in den Ruhestand. Seitdem lebt er m Kassel. Preser ist als SchnslsteUer bekannt, auch als Poet. Seine Zechlieder „Der Zecher von Fulda", „Bibamus Omnibus honsu usw. werden seinen Namen fortleben lassen, während fein episches Poem „Die.Hermannsschlacht" längst der Vergessenheit anheim gefallen ist. Preser war ehedem ein eifriges Mitglied der „hessischen Rechts- partei", die die Selbständigkeit Kurhessens wieder erstrebt, doch hat Preser in den letzten Jahren erkannt, daß es geboten war, daß der preußische Adler seine Fittiche 1866 über den Kurstaat auSgebreitet hat.
CanOtvirtjd^aft*
X Biedenkopf, 23. Dez. Nach dem Jahresbericht zählt die Herdouch-Gejellschait für das Vogelsberger Rind nn hiesigen Süei{e 53i Mitglieder. Bei den Blehschauen m dieiem Fahre, die in Batlenberg, Gladenbach und Nlederiveldbach stauianden, wurden insgeiamt 191 und bei der Bezictsichau ui Biedeukopi 127 Tiere ausgestellt. Im nächsten Fahre sollen loicljc Vtehschauen in Naunheim, Breidenbach und Batlemeld stattfinden.
GerieyistzaaL.
s. Darmstadt, 23. Dez.. Ter Dragoner Heinrich Her- Senröther aus Gießen stahl ans dem Portemonnaie eines Kameraden 1 Mark. 71 Pfennig gab er dem Bestohlenen zucrück. Er erhielt vom Kriegsgericht 4 Wochen strengen Arrest. — Ter Gardist Heinrich Nit hie ans Gietzen errett vom Standgericht wegen unerlaubter Entfernung aus der Kaserne 28 Tage strengen Arrest. Er hatte sich 24 Stunden ohne Erlaubnis in der Stadt herumgetrieoen. Das Kriegsgericht verwarf seine Berufung und bestätigte daS Urll'il des Standgerichts.
Bamberg, 22. Dez. Vor der Stra,rautmer sand Henle unter ungeheurem Andrange des Puoliknms die Berufungs- Verhandlung in dem Prozeß in Sachen des Benefiziaten Heinrich Hamm ans Bainoerg, früheren Redakteur des katholischen St. Heinrich Blattes gegen den Berichterstatter der soziardemo- kratisMN „Fränkischen Vol kst r ib ünc" Joseph Straub ebenfalls in Bamberg wegen Beleidigung statt, straub mürbe vom Schöffengericht zu 2 ALonaten Gefängnis verurteilt, weil ec in einem Artikel die Behauptung ausgestellt hart-, Beneffziai Hamm sei mit der Ehesrau des Wvttwarengeia^itsuchaoers Wagner, hier nwhiil-ast, imcujgcutaiuit uno Hamm haoe auch als Redakteur des St. Heinrich Blattes der freien Lieoe gehmd^gt. Gegen das schössengerichtlichc Urteil hatte sowohl der Benagte als auch der Kläger Berufung eingelegt. Es kam heilte zu einem Vergleich. Ter Beklagte uvernahrn alle Kosten, zahlt 40 Mk. Buße an die .Armenkasfe der Stadt und gestatcet oie Veröffentlichung des Vergleichs in vier Zeitungen.
Hannover, 23. Dez. Im Prozeß Held timrbc der 'Reichstagsaogeordnele Held, foiui. seine beiden Angeklagten zu ' je 2 0 0 M a r k G e I d st r a s e v e r u r t e i 11. Im Baue Terlinden tiahm das Gericht eine Täuichungsi-andlung Helds für erwiesen mt, dagegen .nicift, daß ein betriigerisches Verfahren Helds Vorgelegen habe. Int Inne Flemming liegt fein Erpressnngsoersuch voc; dagegen wurde int Falle P »m.mern ein Erpre,sungsversuch
erwiesen angenommen.
Mailand, 23. Dez. Eine leide n'schaftlicheLiebcs- g e s ch i ch t e, deren Einzelheiten in langwieriger Gerichtsverhandlung geklärt werden mußten, hat vor dem Schwurgericht ihr Ende gefunden. Tas Gericht verurteilte den jungen Richter Paternoster, der die Gattin eines sizilianischen Kaufmannes entfuhrt und dem betrogenen Ehemann zwei Kugeln in die Brust gejagt hatte, unter Annahme mildernder Umstände zu 5 Monaten Gefängnis. Tie Frau loar eine geborene Gräfin Bentiveglio.
Campo-bas so, 23. Dez. Das Geschworenengericht sprach den Bildhauer Ciffariello, der seine Fran getötet hatte, frei.
Washington, 23. Dez. Die Mißachtung der gerichtlichen Entscheidung in dem Prozesse, den die Bucks Stove and Range Company angestrengt hatte, wurde SamGom- pers, der Präsident des amerikanischen Arbeiterbundes, zu einem Jahre Gefängnis, der Vizepräsident Mitchell zu neun Monaten und der Sekretär Vlorrison zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der erwähnte Prozeß ist veranlaßt worden durch die Aufnahme bei Gesellschaft in die von der Arbeiter-Bundes-Zeitung veröffentlichte schwarze Liste und durch den infolge dieser Aufnahme eingetretenen Boykott der von der Gesellschaft erzeugten Herde und Oefen. Die gerichtliche Aufforderung, den Namen der Gesellschaft nicht weiter in der sdftvarzen Liste zu veröffentlichen, war von dem Arbeiterbund unbeachtet geblieben.
Univerfttäts-Ncrcyricyren.
— In das Institut für Ausländer in Paris, das am 1. November 1908 in Pans eröffnet wurde, werden den „Beil. Akad. Nacht." zuwlge Siudiereude beiderlei Gefchlechis, ohne lliiierid;*eb der Staatsangehörigkeit au'genommen Tie Kurse in der Ecole pratique sind tut Studierende aller Fakultäten m zwei Sünje geteilt und umfassen phonetische Hebungen, Sprechübungen, Giammairk, Stil- und Aiusatzübuugen. Tas Institut will den ausländifcheu Studierendeii in feder Weife hellen, ihren Auienthalt io nutzbringend wie möglich zu gestatten. Es gibt Auskümte über Baris, feine Seheiiswürdigleueu, Theater u. f. w., verschafft den Eintritt ztt Pailameutssitzungen und Gerichtsverhandlungen und vermittelt iraiizösiicheii Privatunterricht gegen Ausiaufch ut der Mutter spräche des Studierendeii. Auf bejondereii Wuujch {ollen unter fachkundiger Füynmg gemeinsame Besichtigungen der Alu- feen und Seheuswürdigkelteii foivie Ausflüge imteruommcn werden. Ter Rektor der Unioeriität hat fiel) bereit erklärt, den ausländischen Studierendeii alle möglichen Erleichterungen zu gewahren. Den Philologen ivill er sogar geslaucn, auf Empiehlung des Dlreklors des Jnftuuls die Schuleti als „Hoipilanten" zu besuchen. Tas In- liimt befindet sich tut Hause der Ecole des hautes 6tndes sociaks, 16 rue de la Sorbonne. Die Aufnahme, die zu jeder Zeit erfolgen kann, eviolgt am Grund genügender Auswege. Aiistun't erteilt der Direktor des Instituts, Profesfor Tr. Schweitzer, unter der oben angegebenen Adresfe.
verinijchtes.
* Das Schweizer G e n eraladonnement. Ans der Schweiz wird der <Sraiif|urtcr Zeitung geichrieben: Jeder Lchweiz- Rei,ende kennt das Generalabonnemcnt, das die schweizerischen Bahnen seit einer Reihe von Jahren zur großen Freude der Touristen und der Geichaftsleutc ausgeben. Für 4j Francs erkauft man sich das Recht, 14 Tage lang die Schweiz ans allen möglichen Bahnlinien abzu,ahren, ohne jebe Schallcrkontrolle und ohne p-ormalität. Das Gencralaoonnement i|t Die vollkommenste Ber- teyrserleichterung, die man von den Eifenbahnen verlangen kann, uno wenn es Die Aufgabe Der Bahnverwaltung ist. Dem Publikum oas Steilen recht bequem zu machen, so ist ihneii Das mit Dem Gencralabonnement in vollkommener Weise ge.unaen. Die Abonnements haben )id) auf Den ichweizenschen Bannen rasch eingebürgert; Die Ge,chüftsleute hatten jich GeneraiabonnemenlS für ein Jahr, anslunoiiche Geja-äflsieute nehmen sich solche Fahrkarten für kürzere Fristen, nnD Die Vergnügungsreisenden lösen sich 14tägige oDcr Alonalsabonncments. So wimmelt es Denn ans Den schweizerischen Bahnen, namentlich in der zweiten Krasse, von Rciienoen. Es ist Latfachc, Daß Die schweizerischen Geschasts- Icutc viel mehr reisen, seit wir, Die Gencralabonnements haben; oie SiunDeii werden mehr perionlich heimgesucht als früher, unD wenn man von einem Geschäftshaus in bäeicnt ober jenem Zipfel Der Schweiz schriillich eine Bsiecte erbittet, so hat man am anderen Morgen Das Vergnügen, den persönlichen Besuch eines Vertreters Der Firma zu empfangen. Früher wäre so etwas mit einem Brief abgemacht woroen. AuslänDtichen reisettben Kauf- leiilen rcDct inan itach, daß sie in 14 Tagen Die ganze Schweiz abcaien, abcnos nod) in Zürich arbeiten, im Nachtschnellzug schlafen, unD morgens in Getts ihre Mu|ter präsentieren, uno Den Geschäftsleuten gucken eS Die Touristen ab. Namentlich unter Den beglichen Sdftveiz-Reisenden erfreut jich das 14tagigc Generalabonnement einer großen Beliebtheit; man ist heute am BoDensee, morgen in Montreux, übermorgen in Engaoin, man fährt, was Das Zeug halt, unD bringt in 14 Tagen eine unglaubliche Zahl voii Kilometern zusammen. Tenn man will Doa) Den Bahnen nichts fdjenten. So hat Das Generalabonnement Das Rei,en in Der Schweiz mächtig verändert; Die Louriitenwelt ist viel beweg- üdjer geworven unD Die Seßlfajtigkeit ist gesdpvunden. Die Folge ist naturlid) eine größere Haft, Die man sich sonst in Den Ferien eher ab- als angewvhnen sollte, unD darin ,i gt Dir Nachtell dieser sonst so prächtigen Veclehrseinrichtu.rg Det schwcizmischen Generalabonnements. Nun sino Die BunD.s,.aa.en bar«n, die kurzfristigen Abonnements, al,o btejenigen, Die in enter Tin e für Die Vecgnügungsrei,enden in Betracht fallen, cwzuichaffen. Die Bahnen machen mit bicien Fahrkarten schlechte Gefräst.; öS werden viel weniger gewöhnliche Fahrkarten g.löft a.s irüh.r, Die Abonnemenlshefte roerDen allzu stark ausg.nutzt uno Der starke JuDrang von Leuten mit Generalabonnemenis wacht in Der Saiianzeit Die Verooppelnng Dielet Schnellzüge no.wend.g. Alan hat seftgestellt, Daß Besitzet von 14tägigen Geinralabonm-- ments 300 Kilometer int Tag abrasen, also nicht einmal einen Rappen für Den Bahnlilometer bezahlen. Die ffnanzickle Lage Der fd)weizcrisd)en Bundesbahnen i)t gegenwär.ig nicht rosig, uno man >ucht nad) allen mvg.idjen Mitteln, Die Einnah..en zu erhöhen. Ein erstes Op,ec Dieser Krise dür.te Das kmz<ri|llge Genccalabonnement toerDm.
* D l e .uu m miunt«© cfy ei b c m ü n ä c in Frank- reid;. Anfang nächsten Jahres wird in Frankreich bereits mit der Prägung Der neuen fünf und zehn Cenrunes-Stücke aus Aluminium uegunncu toerDen. Man beaviichtigt vorläufig 348 <uÜ0uU Zehncentimes-Stiidc uno 502 5u0 uüu Fünscentimcä-Stücke in Unu mut zu letzen, jcDoch soll'bet Gesamtwert Der turncrcnuen Scheioe- munze niemals 03 Mictionen Francs übersteigen. Die Regierung rechnet sich einen Reingewinn von mehr acs einer Million Man ans. Die Kupfersous |ollen bereits in zwei Jahren außer Kurs tommeiL
Literarijches.
— Zwei Büche.., veuii Besprechung ich mir
für später aniheoen maß, will ich hier kurz erwähnen. Da sie jedenfalls Die Beachtung weitester Kreise beanfprud-en dürfen. Zunächst Das neueste Werk Des hier noch in gutem Andenken stehenden Pwse||orS Tr. Stider, besien früheres Buch über Gesundheit und Erziehung so viel Beifall gefunden hat. In dem neuesten Weck verbreitete sid> Sticker nun über Natur- h ei 1 kn n st. Tas Budj ist aus Vorträgen ent,landen. Die Der Versauet während seiner Zugel-örigtelt zu unjerer LuDoviciana hier gehalten hat. Ter erste Vortrag handelt von Der „Schule iliid ihren Wibersadjern", der zweite von „Naturheilung unD Siuilsthilfe", Der Dritte von Den „lecys natiirlid)e Sningen", Der vierte von „naturgemäßer LevenÄveife in gefunden uno m kranken Tagen". Das anuerc Buch ist vo.. Dem bekannten Verfasser von Wir jungen Männer, Hans Wegener, miD behanoett Tas n ä ch st e G eschl e nj i. ^aj iiu .De, w.e ich schon sagte. Demnächst nahet ans die beiden Werke, Die bi A. T ö pc l m a n n in G i eßen erschienen fffid, zurücckommcn und möchte hier nut einen Auszug
aus einem Briese von Hans T^| o m a mitt eiten, bet solgenbes über bas Buch sagt: „Ich denke, daß her tiefe Ernst, der aus dem Buche spricht, segensreich wirken wird, in dieser, einer bet wesentlichsten Angelegenheiten, bic es für bie Menschen gibt, von deren Auffassung das Wohl und Weh einzelnen Menschen, ja das ganzer Volker abhängt. Dies ernste Wort ist dazu angetan, die Gewissen zu schärfen und das Pflichtgefühl zu wecken; — möge eine Mahnung sein für alle die, welche leichtfertig an dem Ernst der Sache vorbeihuschen wollen — oder in blinder Scheu nicht sehen wollen." -h.
• * Konkurse in Hesfen. Lieber das Vermögen der Eva W e n z k y, Inhaberin der Firma E. Wenzky, Schuhgeschäft m Mainz, wurde am 4. Dezember das Konkursverfahren eröffnet. Bücherrevisor Neidlingcr zu Aiaiuz murde zum Konkursvei- ivalter eruaunt. Konklirssorderuugen sind bis zum 28. Dez. bei den, Amtsgerldjt Aiaiuz auzumelden. — Heber den Slachlaß des Schuhmachers Ludwig Acaus zu Gernsheim wurde am 9. De;, das Llonkursoerfahren eröffnet. Amtsgeiidjtstaxator Joh. D r a u i in Gernsheim rourbc ziim Konkursveiwalter ernannt. Konkurs, iorberungen sind bi- zum 2. Jan. bei dem Amtsgerid)t Gernsheim anzuineldeu. — Heber das Vermögen des Georg Seibert I l Landwirt in Dalheim, wurde am 16. Dez. das Skoukucsveriahien eröffnet, da der Gemeinichuldner den Antrag auf Koukurseiösfiumg gestellt hat und nad) {einen Angaben und dem von ihm ausgestellten Verzeichnis Zahlungsunfähigkeit uorticgt. Rechtsanwalt Espenjd) ied in Lppeuhelm wurde zum Koukuisverivatiec ernannt. Konkursioiderungen sind bis 511111 5 Jan. bei dem Amtsgericht Oppenheim auzumelden. — Heber das Vermögen des Elektiotechmkers und Aiediamkers Rudoll G a r t e r u 1 ch t zu D a r m st a d t wurde am 19. Dez. das Konkursverfahren eiöffnet, da Der Antrag von oetldjieDenen Gläubigern gestellt worden ist ulld der Gememichuldner seine Zahluugsuiifähigkelt zugegeben hat. Kaufmann Karl Ded)ect m Tarmnadt wurde zum Slonkurs- vermalter ernannt. KonkursfoiDerungeu sind bis 311111 9. Jan. bei dein Amtsgericht Darmstadt I anzumelden.
— Deutsche Reichsbank. Im Zentralausschuß hob Präsident Havelistem den befriedigenden Status hervor, und beinerne, Dau die Bank befestigt m das neue Jahr euurete. Tie ’rcniöen Dlvlseukiirse {eien günstig. Eine Aeuderung des Trskontos stehe iud)t in ütage. Es wurden die Zahteu des Status bis 21. Dezember vorgelegt, welcher eine fteuerireic dlotenrejerve von 120 Millionen Mark ergibt. Tas Reich hat Die Bank weniger 111 Anspruch genommen. Die PrivatgelDer haben rvener zu- genommen.
— Deutsche Schutzgebiets-Anleihen. Durch Erlaß des Jlnauzmiiuiters ist bejummt worben, daß die Zinsscheme der Schutzgebiets-Anleihen huilichttld) ihrer Annahme und der Aus- reidjimg neuer Zmsjchembogeu bei Den ösieutlichen Ka||en irach den für eie Relchsaiilelhe aufge|tcllteit GruiiDjätzen zu behaiiDetu und insbejouDerc vom 21. des dem Fälligkeitstage vorhergehenden Aconais ab sowohl emzulöien, wie aud) als Zahlungsmutel statt baren Geldes auzuuehmen sind.
— Neue russische Eisenbahn-Anleihe. Es lvirü bic jüngste Anwesenheit bes Mitinhabers Des Banrhauses Mcndell sohn u. Co. in Berlin, Herrn Fiechel, in Petersburg mit einet neuen 4r/2proz. rnisischen Eiienbahn-Anleihe in Zuiammenhang gebradjt. Es heißt. Daß TcuffchlanD diese Anleihe, Die ja, ivie alle ähnlichen, Die Staatsgarantic genießen mirü, übernehmen wird, wahrenD Die Deutichc Bantwelt bekanntlich an Der neuen ru|ji|chen Staatsanleihe, die Voraussichtlid- im Januar heraus- kommt, nicht beteiligt sein wird.
Mteleorotogtseye oeovaiiipmigen der St/ition Gießen.
Tezember
1908
23.
23.
24.
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754,3
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und Industrie, Giessen.
Frank lavier Börse, 23. Dezember, 1.15 Uhr.
3^% Beichsauleihe . . 94.401 iidektnz. Lahmeyer . . 116 90
Elektnz. bchuckert . . . 116.60 hscbweiler Bergwerk . . 187 00 Gelsenkirchen Bergwerk . 188.30 Hamburg-Amenk. PakelL 110 50 lJarpeuer Bergwerk. . . 192.50 Laur ab litte 194 .50
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Griech. Monopol-Anl. . 49.40
4% äussere Argentinier . 85.90 ou/o Kenianer . . . 63.40 i>sv/o ubiueseu .... 97.95
Aktien:
Bochum Guss 219 20 Buderus E. W. . . . 111.00
Tendenz, ruhig, aber fest.
Berliner Börse, 23.
Ciuiada E. B. . ... —.—
uaruistadter Bank . . . 128.00 Ueutscue Bank .... 241.20 Durtmiuiuer-Lmon C. . .--
Dresdner Bank . . . 147.1»
Tendenz ruhig.
Aurdd. Llojd .... 89.00 Ubeischles. Eisen-Industrie 92.00 Berliner itanuelsgcs. . . 16900 Darmstädter Bank . . . 1-7.90 Deutsche Bank .... 241.30 Deutseb-Asiat Bank . . 136 UO Diskuuto-Kommandit. . . 179.75 Dresdner Bank .... 147.30 Kredituküen 195.60 Baitiwure- und Ohio-
Eisenbahn 109.00
Gottuardbahu —
Lombard. Eisenbahn . . 18.80 uesterr. Staaisuunu . . . 143 75 i nnce-Henri-hisenbabu . 1214)0
Dezember. Anfangskurse.
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unschädlich! Erfolg verbloffendl
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