Hessische Zweite Kammer.
Darmstadt, 30. Januar.
Dre um 91/« Uhr vom Präsidenten Haas eröffnete Sitzung setzte zunächst die gestern abgebrochene Debatte über die Vorstellung inbetreff der
Errichtung eines Steuerkommissariats in Pfeddersheim ,fotL
Abg. Bähr wandte sich in längerer Rede gegen die gestrigen Ausführungen des Abg. Reinhart.
Abg. Finger bemüht sich nochmals, die Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit des Steuerkomnnssariats in Pfeddersheim nachzuweisen. Die Nachteile der linksrheinischen Steuerzahler, die nach Pfeddersheim reisen müßten, würden geringer sein, als die, die die Steuerzahler des Bezirks Pfeddersheim erleiden würden, wenn sie nach Worms fahren müßten.
Ministerialrat Tr. Becker widerspricht dieser Behauptung deS Vorredners und führt zum Beweis dagegen weiteres statistisches Material an.
Abg. Seelinger weist darauf hin, daß Lampertheim schon nahezu 10000 Einwohner besitze und nicht nur etwa 6000, wie Abg. Finger' behauptete. Es habe also mehr Einwohner, als sävttliche Orte des Steuerbezirls Pfeddersheim zusammengenommen.
Nach einigen weiteren Erörterungen wird der Ausschußantrag abgelohnt und der vom Abg. Finger gestellte Antrag, das Steuorkommissariat Worms II nach Pfeddersheim zu verlegen, angenommen.
Zur Beratung gelangt darauf die Regierungsvorlage, betr. die Anstellungs- und Beförderungsverhältnisse der hessischen höheren Beamten der Eisenbahngemeinschaft.
Die Soria gc wird nach einigen empfehlenden Worten des Herrn Finanzministers Gnauth ohne Debatte angenommen.
Es folgt die Anfrage der Wgg. Tr. Schmitt und Gen. betreffend
die Verlegung der Eisenbahuwerkstätte von Kastel:
„Ist der Regierung bekannt, daß die Eiseubahndirektion Mainz beabsichtigt, die Eisenbahnwerkstätle von Kastel weg und nach Biebrich-Wiesbaden zu verlegen? Was gedenkt Großh. Regierung zu tun, um diese neuerlich drohende'Schädigung von der Gemeinde Kastel abzulvenden?"
Finanzminister Gnauth erklärt sich zur Beantwortung bereit und verliest alsdann eine längere Antivort der Regierung. Aus ihr ift zu entnehmen, daß die Verlegung der Eisenbalinwerkstätte Kastel mit der Führung des Güterzugverkehrs auf dem rechten Rheinufer begründet wird. Es sei geplant, die Werkslätte nach dem auf hessischem Staatsgebiet liegenden Teil des Bahnhofs^Biebrich— Ost zu verlegen. Die Befürchtung, daß dadurch eine Schädigung der Gemeinde Kastel eintreten werde, sei nicht gerechtfertigt; vielmehr würden bei der Nähe von Kastel und Amöneburg die Arbeiter ruhig in ihren bisherigen Wohnsitzen verbleiben. Es sei im übrigen auch die Errichtung von Arbeitcrwohnungcn in Aussicht genomnlen.
Abg. Dr. Schmitt stellt den Antrag auf Besprechung der Interpellation nach Drucklegung der Regierungsantwort. Es sei irotwendig, die darin enthaltenen Ausführungen auch mit dem Gemeindevorstand von Kastel eingehend zu besprechen und dann die Debatte in der Kammer recht bald erfolgen zu lassen.
Tie Kammer ist mit diesen Vorschlägen einverstanden.
Nachdem zweiter Vizepräsident Tr. Schmitt das Präsidium übernommen, gelangt der Antrag der 4ll>gg. Haas und Gen.
Nebenbahnen
Bete, und der Antrag Haas, betr. bic Nebenbahn Rcinhei m- Reichelshcim zur Beratung. Tie Anträge gehen dahin, Großh. Regierung zu ersuchen a) Noch im Laufe des gegenwärtigen Landtags einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den der Ausbau der Nebenstrecke Fmrth-Reichelsheim auf Staatskosten in Aussicht genommen wird, b) Die Uebernahme der Strecke Reinheim- Reichelsheim i. O. in das Staatseigentum so bald wie möglich herbeizuführen.
Ter Ausschuß stellt den Antrag, die Regierung zu ersuchen, den Landständen alsbald eine Gesetzesvorlage, betr. den Bau der Bahn Fürth—Reichelsheim zu unterbreiten und ferner, die Regierung zu ersuchen, in Gemäßheit ber Kvnzessionsbestimmungen für die Bahn Reinheim—Reichelsheim diese Strecke vom 1. Oktober 1908 in Staatsbetrieb zu übernehmen und die Anträge Haas und Gen. damit für erledigt zu erklären.
Abg. Geh. Rat Haas begründet in längeren Ausführungen seine Anträge. Er verweist u. a. darauf, daß die Uebernahme der Bahn von Reinheim—Reichelsheim mit dem Ausbau der projektierten Nebenbahnstreckc Reichelsheim—Fürth in keinem unmittelbaren Zusammenhang stehe. Dagegen betont er, daß die Mißstände auf der Bahn Reinheim—Reichelsheim allmählich so bedeutsame geworden sind, daß ihre Abstellung sich im öffentlichen Interesse nicht länger hinausschieben lasse. Die Bahn laufe aus der ohnehin nicht breiten Kreisstraße, weise zahlreiche Niveaukreuzungen und Krümmungen auf und passiere oft unter ständiger Gefahr für Passanten und Fuhrwerke enge Ortsstraßen. Auch die ungenügende Zahl von Zügen, die Mängel des Transport- materials usw. würden von der Bevölkerung als schwere Mißstände empfunden. Ta nach den Konzessionsbedingunaen die Negierung vom 1. Okt. 1908 ab den Betrieb ber Bahnlinie für Staatsrechnung übernehmen kann, hat Redner seinen Antrag gestellt.
Finanzminister Gnauth legt den ablehnenden Standpunkt der Regierung näher bar. Tic Gemeinschaftsverwaltung bezeichne es als nicht in ihrem Interesse gelegen, dem Antrag Folge zu geben. Tw Strecke Bensheim—Lindensels halte er für wesentlich aussichtsreicher und auch die Gemeinschaftsverwaltung habe fick derselben angenommen unb sich auch s. Z. bereits mit den Proiek- tierungsarbeiten beschäftigt.
Abg. M o l t h a n mot.viert die Stellungnahme des Ausschusses und empfiehlt die Annahme seines Antrages.
Abg. Schönberger wendet sich gegen die Tarlegung des Finanzministers und die ablehnende Haltung der Regierung. Wenn die Regierung die ihr mehr zusagende Linie Bensheim— Lindenfels vorziehe, so sei das ein durchaus persönlicher Standpunkt, der aber keinesfalls als Grund für die Ablehnung des Antrags Haas gelten tönne. Tie Regierung möge doch endlich ihren Widerstand aufgeben und für die Beseitigung der Mißstände sorgen, sonst werde er zukünftig überhaupt keinen Bahnproiekten der Regierung mehr zustimmen.
Jinanzminister Gnauth entgegnet dem Vorredner, wenn man mit Gefühlen Bahnen bauen könnte, so würden sich die Wünsche Schönbergers leicht erfüllen lassen. Unser Land sei aber nun einmal gezwungen, mit Tatsachen zu rechnen. Die Bevorzugung der Linie Bensheim—Lindenfels geschehe nicht der schönen landschaftlichen Reize der Gegend wegen, sondern weil die Regierung genau rechnete und die Ueberzeugung gewann, daß sie sich rentabler gestalten würde. Der Abg. Schönberger habe ja nicht einmal den Bau der anderen Bahn auf Risiko der Eisen- bahngemeinschast, wobei also der Verhältnissatz von 2:98 eintreten würde, sondern auf Kosten unseres Staates gewünscht und davor müsse er doch entschieden warnen.
Abg. Bähr empfiehlt in längeren Ausführungen die Annahme des Ausschußantrags,
Abg. A u l e r wendet sich gegen Schönberger, der zu Gunsten des von ihm befürworteten Projektes die Linie Bensheim— Lindenfels herabzusetzen sich bemüht. Für die Allgemeinheit sei aber diese Linie doch zweifellos viel wichtiger, sie erschließe auch ein ganz bedeutendes Hinterland.
Nach einigen weiteren Bemerkungen des Finanzministers Gnauth und der Abgg. Haas, Schönberger und Mol- than wird die Debatte geschlossen und der Ausschußantrag ein» stimmig angenommen.
Eine Vorstellung der Lokomotivführer Emil Hoppe und drei Konsorten, um anderweitige Regelung ihrer Penjionsverhält- nisse, wird dem Ausschußantrag entsprechend für erledigt erklärt.
Eine längere Debatte ruft ein Antrag des Abg. Wolf hervor, die Regierung zu ersuchen, den Bau einer
Nebenbahn von Undenheim nach Armsheim zu übernehmen. Ju Verbindung hiermit wird die Vorstellung ber Bauarbeiter von Schornsheim in der gleichen Sache zur Beratung gestellt. Die Regierung hat sich d cm Antrag gegenüber
ablehnend' erklärt und bem' Ausschuß eine Ertragsberechnung der Eisenbahndirektion Mainz übergeben, wonach die voraussichtlichen Betriebsausgaben die zu erwartenden Einnahmen ganz bedeutend übersteigen würden; letztere werden auf 25 200, erstere auf 55 600 Mk. veranschlagt. Die voraussichtlichen Mehrausgeben für die Veränderung in den Geleisanlagen betragen 50 000 Mk. und ein weiterer Kostenaufwand von 75 000 Mk. entstünde durch den Bau von Ueberholungsgeleisen auf dem Bahnhof Undenheim-Köngernheim, so daß sich die Gesamtkosten auf rund 1 700 000 Mk. erhöhen würden.
Trotz dieser Bedenken beantragt der Ausschuß die Annahme des Anttags Wolf.
Finanzminister Gnauth bemerkt, er habe zwar nicht die Hoffnung, daß der Ausschußantrag abgelehnt werden würde, er wolle aber doch nicht unterlassen, auf das sicher in Aussicht stehende hohe Defizit hinzuweisen. Die Kammer werde dem Ausschußantrag zustimmen, sie werde aber der Regierung nicht verargen, wenn sie trotzdem dem Antrag keine Folge gebe. Etwas weniger Einstimmigkeit der Befürwortung solcher Anttäge wäre mehr. Der Minister verliest dann noch eine Aeußerung des Gemeindevorstandes zu W ö r r st a d t, der sich für das Projekt auch nicht sehr erwärmen kann, weil die Ausgaben, die den Gemeinden dadurch entwachsen, in keinem Verhältnis .zu bem etwaigen Vorteil stehen. Man könne doch dem Staat nicht zu- muten, im Interesse einzelner Weniger eine Bahn zu bauen.
Abg. Molth an bedauert, daß die Regierung der letzteren Aeußerung großen Wert beizulegen scheine und verteidigt und befürwortet den Ausschußantrag. Nach kurzer weiterer Debatte wird ber Ausschußantrag angenommen.
Die Vorstellung des Eisenbahn-Komitees Richen — Wimpfen, Erbauung einer normalspurigen Eisenbahn von Eppingen- Richen nach Wimpfen-Jagstfeld betr. wird dem Ausschußantrag entsprechend für erledigt erklärt, nachdem Finanzminister Gnauth betont hat, daß sich die Regierung niemals dazu entschließen würde, Gelder für eine Bahn herzugeben, die nach einem anderen Staate auslaufe. Die Tagesordnung ist damit erledigt und der Präsident vertagt das Haus. In etwa drei Wochen wird die Etatsberatung beginnen.
Der Finanzausschuß der ersten Kammer beriet in Anwesenheit der drei Minister eine Anzahl von Gegenständen, die in ber zweiten Kammer bereits ihre Erledigung gefunden haben, darunter die Anträge und Vorstellungen über das Kveis- verwalttkngswesen, die Regierungsvorlage betr. bic Aenderung des Gesetzes über bic Gehalte der Bolksschüllehrerinnen, die Regierungsvorlagen betr. die Nachweisungen über Staatseinnahmen und Ausgaben im Etatsjahr 1901/2, bic summarische Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der Landeskreditkasse 1901/2 die Regierungsvorlagen betr. die Konzerthalle auf der Terrasse in Bad-Nauheim und den Gesetzentwurf betr. die Vermeidung der Toppelbesteuerung. Wesentliche Differenzen kamen nicht vor. T-ann vertagte sich der Ausschuß, um demnächst wieder zur Beratung über den Haupworanschlag zusammenzutreten.
Ter Finanzausschuß der zweiten Kammer erledigte heute die Kapitel 88 bis 97 des Hauptvoranschlags bett, das Ministerium der Justiz, über welches Abg. Dr. Gut fleisch referierte. Nennenswerte Beanstandungen kamen nicht vor.
* Berlin, 30. Jan. Heute früh ist in der Mordsache Schwarzenstein eine neue Verhaftung erfolgt. Der Knecht Jak. Mehlisch, der bei dem Förster bedienstet war, ist unter dem Verdacht der Begünstigung dem Polizeipräsidium zugeführt worden. Mehlisch, der 18 Jahre alt ist, hat bei den Geldgeschäften des verhafteten Förstersohnes die Ver- inittlerrolle gespielt und auch selbst auf den Namen des Försters Geld entliehen. Nachdem der Försterssohn verhaftet worden war, trug Mehlisch, wie beobachtet wurde, einen Gegenstand unter einem Tuche fort. Dadurch ist Beweismaterial verschwunden. Der Verhaftete verweigert jede Auskunft, wohin er das Beweismaterial gebracht hat. — Die Polizei hat festgestellt, daß es sich bei dem Morde an der Frau Wiesner nicht um einen Raubmord handelt. Bei wiederholter Durchsuchung der Wohnung hat man zwei Sparkassenbücher in der Höhe von 1400 Mk. und einen Geldbetrag von 60 Mk. vorgefunden. Auch die vermißten Schmucksachen sind entdeckt worden. Dagegen wurde konstatiert, daß es sich um einen ähnlichen Fall handelt wie bei der Ermordung der Wirtschafterin Flath. Die Wiesner empfing wiederholt Herren in ihrer Wohnung. Lieber die Motive des Mordes schwebt noch völliges Dunkel. Es ist auch vorläufig nicht festgestellt, ob das Beil, mit bem bie- Wiesner erschlagen wurde, der Ermordeten gehört hat oder ob es vom Mörder selbst mit» gebracht wurde. — Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich heute in Rixdorf ereignet. Dort sah die Frau des Hutmachers Feuer ihrer Niederkunft entgegen. Als sich ihr Mann entfernt hatte, um ärztliche Hilfe für die Entbindung herbeizuholen, muß die Frau wohl die neben dem Bette stehende Petroleumlampe durch eine unvorsichtige Handbewegung umgeworfen haben. Das Bett fing Feuer und bie Unglückliche, in ihrem Zustande völlig hilflos, starb einen qualvollen Flammentod, ehe der Gatte zurückgekehrt war.
* Die „erschröckliche Kälte". Jin „Bündner Tageblatt" lesen wir: „Unweit Franenkirch (Davos) fand ein Bauer einen aufrecht im Schnee stehenden, stein- und beinhart gefrorenen Fuchs. Ter Manu hatte Mühe, ihn loszureißen; er wollte ihn mit nach Hause nehmen unb barg ihn unter seinem Mantel. Aber o weh, ob der Wärme unter dem nationalen Kleidungsstück erwachte Reineke, und ehe Hanspeter sich versah, hatte der Fuchs mit einem kecken Biß sich befreit und sprang in großen Sätzen seitwärts in die Büsche. Auch von angefrorenen Hirschen hat man von da und dort her berichtet, die man nur durch langsames Einflößen von altem Kognak und Kirsch zu erhalten vermochte." Glücklicherweise scheint wenigstens auf der Redaktion des „Bündner Tageblatts" eine ganz angenehme phantasie-erwärmende Temperatur zu herrschen.
Kleine Tageschrouik.
In Götlingen ist Pfarrer Lang -Heckenbeck unter bem Verdacht der Verleitung zum 'Steineibe in einer Untersuchung gegen öen Absender anonymer Briese verhaltet worden.
Die Morgenblätler melden aus Berlin: Unter bem Verdachte, die Wittwe Nilbock aus der Linienstraße ermordet zu haben, ist ber Galvaniseur Nitschke aus Eharlottenburg verhaftet ivorben. — Ter als Kindesmörder des Prenzlauer Viertels verhaiteie Epileptiker fDhnoro ist überführt.
In Berli n haben Unbekannte aus bem Friedhof ber Marz» geiaUenen im Friedrichshain von einigen Denkmälern Kupserplatten mit Aufschriften gestohlen.
In bem Hausflur bes Dresbener Bankvereins zu Dresben sollte am dO. d. Alls., einer gestern abend emgelroffenen Meldung zuiolge, ein Kassenbote von einem unbekannten Manne überiallen unb durch einen Schlag auf ben Kops betäubt, sowie die Geldkasse mit bem voll einkassierlen Betrage von 15 0 00 M a r k geraubt ivorben sein. Der Täter sei entkommen. Ter Raubaniall ist indes, heutigen Meldungen zufolge, von dem betreffenden Kassenbolen namens Max Taucher, der als verdächtig sosorl m Haft genommen war, nach dessen eignem Geständnis fingiert worden. Das geraubte Geld ift vollständig zur Stelle.
In Essen ist ein Beamter der Krupp scheu Gußstahlfabrik wegen Verrats militärischer G e h e i m ii i s s c verhastet worden. Es handelt sich um Zeichnungen für italienische Geschütze, bie er ausgeliesert haben soll.
In Sosnowice (Russ.-Vol.) wurde der Rendant der „Graf Renard- grübe", Kuciak, von mehreren Männern überfallen, bie ihm nach heftiger Gegenwehr über 10000 Rubel raubten. Die Täter inb unerkannt entkommen.
In N e w V o r k verursacht bie plötzlich neu hereinbrechende K ä.l te von 24 Grad 91 e au mit r unb von 20 Grad in ber Umgebung zahlte ich e T o b e s s ä l l c unb schwere Leiben unter ben Armen. Die öffentliche Wohltätigkeit ist infolge bieses Witterungsumschlages und infolge ber Arbeitslosigkeit stärker iij Anspruch genommen als seit 14 Jahren.
Uiiweriitäts* *21ad>rid?tett.
T ü b i n gen, 30. Jam Der Herausgeber ber „Ehristl. Welt", D. Friedrich Schiele, läßt sich an der evangelisch-theologischen Fakultät als Privatdozent für historische Theologie nieder.
l(ivd?Hd?e Nachrichten.
Evangelische Gemeinoe.
4. Sonntag nach Epiphanias, den 2. Februar 19 08;
(fcottesbieniL
Irr der Stadtkirche.
Vormittags 97., Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche der Matthäusgemeinde.
Pfarrer D. Schlosser.
Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Montag, den 3. Februar, abends 8 Uhr: Vereinigung ber konfirmierten weiblichen Jugenb ber Matthäusgemeinde.
Mittwoch ben 5. Februar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde.
Donnerstag ben 6. Februar, abends 8 Uhr, im Matthäus- aal: Bibelstunde, (öffenb. Johs. Kap. 21.)
Nächstkünftigen Sonntag den 9. Februar findet im Abend' gottesdiensl Beichte unb heil. Abendmahl für bie Matthäus- unb Markusgemeinde statt. Anmeldung vorher bei bem Pfarrer jeber Gemeinde erbeten.
Ju der Johauueskirche.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Ausfeld.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für bie Johannes- gemeinbe. Pfarrer Ansfelb.
Abenbs 5 Uhr: Siehe Stablkirche.
Abends 8 Uhr im Konsirmandensaal: Versammlung und Bibelbesprechung.
Montag ben 3. Februar, abenbs 8 Uhr, im Konsirmandensaal: B i b e l st u n d e. Pfarrer A u s s e l d.
Nächstfolgenden Sonntag, den 9. Februar: Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johamiesgemcinde im Vormittags- gottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder, Gemeinde erbeten.
Von nächster Woche an werden die jährlichen Beiträge für den Lokaloerein der Gustav Adolfs-Sliftimg (nicht zu verwechseln mit dem „Frauenverein der G. A.-Stiftung", der seine besonderen Ausgaben hat), durch Frau Müller erhoben werden.
Katholische Gemeinde.
Samstag den 1. Februar:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Sonntag ben 2. Februar.
. 4, Sonntag n a ch Epiphanie.
Fest Mariä Lichtmeß.
Vormittags von 6V2 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe.
, um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.
„ um 9l/2 Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um o'/2 Uhr: Christenlehre; barauf Muttergottes- Andacht mit Segen.
Am Montag wird nach jeder hl. Messe, ferner mittags um 12 unb abends um 5 Uhr ber S t. B l a s i u s s e g e n erteilt.
WchkllMe MerW der TcdesMk in iitr Stabt
53. Woche. Vom 29.—31. Dezember 1907.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 30 000 (inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitszifser: 10,40 %0, nach Abzug von 3 Ortsfremden: 5,20 -7oo.
Kinder
Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im
vom
2.-15. Jahr
1. Lebensiahr:
Tuberkulose
2(2)
1 (1) -
KD
Darmverschlingung
KD
1 (1) -
Rhachitis
1
— 1
——
Diphtherie
2
— —
2
Summa: 6 (3) 2 (2) 1 3 (1)
Anm.: Tie m Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel ber Tobesfälle in ber betreffenben Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
1 1 -i ................. j
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Januar
1908
Barometer auf 0° reduziert
Temperatm ber Luft
Absolute Feuchtigkeit
30.
2«
748,8
2,4
4,5
30.
S"
747,6
1,7
4,3
31.
71S
744,9
0,8
4,1
Höchst
Temp
eralur
am 29
Niedrigste
„ 29
Relative Feuchtigkeit
1 jQ
s
Windstärke
Wetter
82
WSW
2
Bed.
Himmel
84
NNW
4
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NW
4
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■
—30
-30.
Januc
x —
-r 2,9
+ 0,3
0 C.
6 c.
Telefonisch© des Giessener Anzeigers, mitge und Industi
Frankfurter Böfm 3 >2% Beichsanleihe . . 93.40 3% do. . . 88.40 3^% Konsols .... 93.75 3% do.....83.30
3^°/0 Hessen..... 92 20
3>j°/0 Oberhessen . . . 92.00 4% Uesterr. Goldrente. 9910 4x/6 26 Gestern Silberrente 99.90 4% Ungar Goldrente . . 94 70
4% Italien. Rente . . . 104.40 3üö Portugiesen Serie I 61.60 3% Portugiesen „ III 63.50
4 x/2 °/0 russ.Staatsanl. 1905 95 00 4>su,0 Japan. Staatsanleihe 89.8a 4% Conv. Türken von 1UU3 96.10 Türkenlose......149.Oü
4% Griech. Monopol-Aul. . 49.70 4% äussere Argentinier . 86.30 3°/0 Mexikaner .... 65.40 4^u/0 Chinesen .... 96.80
Aktien:
Bochum Guss.....198.00
Buderus E. W.....114.00
Tendenz: fest.
Berliner Börse, 31
Canada E. B......157.70
Darmstädter Bank . . . 127.70 Deutsche Bank .... 237.00 Dortmunder-Union C. . . —.—
Dresdner Bank . . . 141.00
Tendenz; fest.
Kursberichte
teilt von der Bank für Handel ie. Giessen.
r, 31. Januar, 1.15 Uhr.
I Elektnz. Lahmeyer . . . 122.50 Elektriz. Schnckert . . . 107.00 Bschweiler Bergwerk . . 208 50 Gelsenkirchen Bergwerk . 184 50 Hamburg - Amerik. PaketL 117.40 tiarpener Bergwerk. . . 201.50 Laurahütte......218.00
?\ordd. Lloyd ..... 105.40 0beischles. Eisen-Industrie 98.00 Berliner llandelsges. . . 160.80 Darmstädter Bank . . . 128.60 Deutsche Bank .... 237.70 Deutsch-Asiat. Bank . . 143.50 Diskonto-Kommandit. . , 176.70 Dresdner Bank . . . .14125 Kreditaktien..... 203.80
Baltimore- und Ohio-
Biseniahn.....87.30
Gotthard bahn.....—
Lomoard. .Eisenbahn . . 2610 Uesterr. btaatsounn . . . 145.20 i'nnee-Henri-Eisenbahn . 118.50
Januar. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . —•-* Laurahütte.....—•—
..uinbardeu E. B. . . . 26.20 Nordd. Lloyd.....—- —
l’ürkenlose ...... 148.80


