Erstes Blatt
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Die heutige Nummer umsatzt 24 Seiten.
158. Jahrgang
perlet menic:r<jd?C5.
— Tie We i n g es e h k o m m i s f i o n bee Reichstages bat bei der Abstimmung den 31. Dezember als Endtermin d.r Zlickerung mit 14 gegen 10 Summen entgegen der 'Ju'flieiumw- vorlage angenommen. In Bezug nuf tue yiodijudenntq ivub iue Zulassung einer wiedciholicu Zucteruug eines ichon einmal r.e- uickeilcu Weines einnimmig abgelebnt. Hu'ftchtlicl) des Aniangs» lennins wird beschlossen, allgemein den Begum der 2cjc als Termin seslzusehen Tie Borichriil der Vorlage einer Wemvrobe und die Eneilnng einer Genet,mignng wird abgelehnl. § 2, 91 bj. 2 wird hiernach in wtgei'der Fassung angenommen: Tie Zuckerung oars nur in der ^cit von Begum der Wemlese bis znin Ol.TezeiN' der uoiflciiommtii iverden; sie dari rnnerhatb der Zeil vom 1. Ofiobec bis 31. Dezember bei uuflcjucteuen 'Jtieuien trüberer Jahrgänge nachgeholt werden. Hieran' ivird tue Frage der Ein, leiluiig der Wembangeblete der Lubkominission übenüteicn.
— Ter S e n i o r e n k o n v e n t des Reichstages hat sich dahin geeinigt, dasz alle die BeriaffnngSsrage betressenden Anträge am l’iuuDod) gemeinsam auf die Tagesordnung gesetzt iverben 'allen.
Samstag 28. Noveniber 1908
DezugSprci): monatlich?» Pi., viertel«
Nr. 281
Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, anher Sonntags. - Beilagen: vie rural wöchenilich SiebencrZamiiienblätler; iwiuuol luöchentl.KrelS: blatt fürdenUreisSietzen (Dienstag und Urei tag i; zweimal monatl Land» wirtschaftliche Seilsragen sternsprech - 9lnschlüsse: fiu die RedalUou 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse tüi Tepe,dien;
Anzeiger Gießer».
A jährlich Mk. 2.20; durch . Abhole- u. Zweigstellen i ▼ monatlich 65 Ps.; diirch j die Lost Mk.2.—v'ertel- fährt, ausschl. Brilcllg.
ty Zeilenpreis: lokal 15Vf, v auswärts 20 Vieunig.
Vera ni wörtlich füt den politischen Teil, für ,Feiutlelon^ und .Vermischtes': Ernst 9lndersou, tüt .Stadt u. Vmib* und „(Äei iklils-
28 ns StnSt und LarrS.
(Stehen, L8. 9tooember 1908.
Unsere Armenpflege.
(I. DiegesetzlimenErtinblage n.)
Mit diesem Borwag eröffnete Kirchcnrat il. Schlosser den Vonragszyklus, der in diesem Winter die Mitglieder Der vier cvangeiisaien föjmeinocjraucnDcrjine einführen soll in die praktische Gemeindearbeic. (Vergl. Nr. 2<7. Erstes :3Latt. „Frauenarbeit".) Ter Bortragende suchte in diesem Eiuleitungsvorirag zunächst durch einen Uttierblick über die geschichtliche Eniwicttung des Armenwesens die Eigenart unserer modernen Armeup,lege ttarzulegen. In unserer ntodcrnen Armenpslege Hal die gesetzlich geregelte, ftaat- liche und iommunaic Armenpflege — Zwangsarmenpslege — die Führung. Durch das Freizugigtcitsgesetz und durch das Ersetz über - den U n t e r ft u tz u n g s w o h n - sitz legt das Reich den bürgerlichen E-meinden vie Pflicht auf, für ihre Unterstützungsbedürftigen zu sorgen. Diese Zwangsarmettpslege konnte das Reich fordern, weil es ein Bürgertum hatte, das sich dieser Pflicht bewußt mar. So ivar es nicht immer. Im Mittelalter kannte man nur private und'kirchliche Armenpflege, und deren Beweggrund mar in erster Linie nicht Fbroerung des Empfängers, sondern Förderung des Gebers, jlm ein „gutes Wert" zu tun, das man zur Erlangung der 3-eiiglcu vonnöten hatte, trieb man Barmherzigkeitsübung. Damit wurde der Bettel geradezu gezüchtet. Gegen diese Mißftünoe suchten schon vor der Reformation eintge Städte anzukämpfen, aber ohne Erfo.g. Erst die Re,ormation hat prinzipiell damit aufgeräumt. Luther macht es in der Schrist: „An den ch-ttft- uchen Adel deutscher Nation" den Ständen und oürger- lichen Eemeirktzen dur pflicht, für ihre Armen zu sorgen. Nou) deuliick)er tritt oas i;:ruor in seiner „Lei .i ,:r Mapen* ordnung", die das Borbild geworden ist für b;e .-üruberger und Hautburger ^a,tenorouungett usw. Wohl hat es Jahr- tjunberte taug geoauerr, vis diese Gedanken allgemein ucr* toirrttcht worden sind. Das Veroienft, dtt,en (Grundsatz der Berp,lichtung oer bürgertta^n G-uttiii^e zur Fürsorge iur ihre otoiieiDeuden zuerst in Die ftaot.su-en ^^rw^ttungs- grunosätze ausgenommen zu haben, uno b. u oe^> Arm.n- p^legerv zu einem lyo^^qcLtu staottscheu Etzrenamt er* ijubeti zu haben, gebt i;cl Eio^r,eiD. Tas sogenannte „Eiber- icioer otjiiein" in i Grunoutge unserer modernen bürgerlichen Armenpflege. ~ie Anerkennung die,es Grundfatzes
politische Epochen schau.
Gießen, den 28. Nov.
Um die Reichsfinanzreform steht es sehr schlecht. So könnte man wenigstens meinen, tocnn man sich die Stellungnahme der einzelnen Parteiführer in den bisherigen Debatten vergegenwärtigt. Erbarmungslos ward da das schöngetvundene Steuerbulett des Herrn Sydow zerpflückt. Der Spreckftw der Nationalliberalen meinte zwar, wenil je eine Steuervorlage gut und gründlich burchge- arbeitet war, so sei es diese; aber diese Anerkennung hat selbst Herrn Paasche nicht verhindert, sich gegen die einzelnen Finanzvorlagen auszusprechen, gegen die Tabakbanbe- colensteuer, gegen die Weinsteuer, gegen die J.tseratensteuer, gegen die Gas- und Elektrizitätsfteuer, gegen die Nachlaß- fteucr und gegen die Festlegung der Matrikularbeiträge. Dasselbe tat auch Herr Spahn, vom Zentrum; er sprach sich au Berbern auch »roch gegen die Brausteuer aus. Gegen Die weiften der genannten Steuern nahmen auch die Freisinnigen Stellung. Die K o n s e r v a t i v e n behalten sich ihre Stelluttgnahme zur Tabalbanderolesteuer vor, lehnen aber die Festlegung der Matrikularbeitrüge, Monopole und die Nachlaßsteuer ab. Die Sozialdemokraten sind der Ansicht, da ft der Reichstag keinen Pfennig neuer Steuern bewilligen dürfe, bis er nicht volle Garantie dafür habe, daß alle politischen Unternehmungen nur mit seiner vorherigen Zustimmung begonnen werden. Die Polen lehnen alle Borlagen ab, weil sie zur Regierung nicht das geringste Vertrauen haben. Bemängelt wurde auch von verschiedenen Rednern bi? Höhe von 500 Millionen neuer Stenern, und man stellte eine Nachprüfung dieser Forderung in Aussicht. Der Reichsschatzsekretär müftte geradezu verzweifeln, wenn er aus der bisherigen Finanzdebatte im Reichstage Schlüsse auf das endgültige Schicksal seines Finanzwertes ziehen wollte. Es wird vor allem in den Kommissionen noch viel unb eingehend beraten werden müssen, kns sich die Ansichten über die einzelnen Steuervorlagen geklärt haben. Die Generaldebatte im Reichstage hat nur gezeigt, daft selbst innerhalb der einzelnen Fraktionen abweichende Meinungen über einzelne Steuern bestehen und daß man sich oezüglich der übrigen noch seine Stellung nähme Vorbehalten will.
Unmöglich erschein^ cs nun allerdings nicht, daft dtb Weitere Behandlung der Reichsfinanzreform große lieber rafchungcu und Wendungen bringen wird. Die Konservativen und das Zentrum haben es ja deutlich genug verraten, was uns unter Umständen bevorsteht: eine Spreu jung des Blocks und'Bildung einer neuen Mehrheit mit Einschluß des Zentrums. Die Konservativen sind es in erster Linie, die sich gegen eine Verkoppelung von politischen Wünschen mit der Finanzreform wenden, während namentlich die Linke die Meinung vertritt, daß den großen finan stellen Forderungen der Regierung auch eine Gegenforderung des Reichstages entgegengestellt tverben müsse: die Forderung einer wirklichen Ministervcrantwortung. Ob :s geboten erscheint, Finanzreform und Ministerveranlwor ning miteinander zu verquicken, darüber können die Meinun gen auseinandergehen, aber die Konservativen wären wirt sich die letzten, die ein Recht hätten, eine solche, von ihnen selbst genugsam geübte Taktik absprechend zu kritisieren. Recht unetireuUd) wirkt es aber, wenn nun auch nichtlonfer- vative Kreise dagegen Stimmung zu machen versuchen, daß cndlich eine genau formulierte Verantwortung des Reichskanzlers gegenüber der Vertretung des deutschen Voltes geschaffen wird. Ter Reichskanzler selbst scheint in dieser Frage ein weit feineres Empfinden zu haben, als diese allzuängsllichcn Vertreter des Volkes. Fürst Bülow will den bevorstehenden Debatten über Ministerverantwortung im Reichstage keineswegs ausweichen, wie schon einige Blätter behauptet hatten. Die Regierung hat viel wieder gut zu tnart^n, unb es tst nur natürlich, wenn sie in einem Augenblicke, da sie mit der Bewilligung von einer halben Milliarde neuer Steuern eine riesige Vertrauenskundgevung Don der Volksvertretung erwartet, auch ihrerseits altes tut, um ein solches Vertrauen zu recht fertigem Unter dem alten Zickzacktürse ist das Reich in Schulden geraten, der neue >turs der Ruhe, der Stetigteit und der Sparsamkeit muß iber äußerlich dadurch zum Ausdruck kommen, daß auch ieder Schein eines unverantwortlichen Regiments vermieden irirb. Tie Regierung braucht das Vertrauen des Volkes unb sie würde es nicht gewinnen, wenn sie einer Erörterung dieser Fragen auswiche. Daß die Person des Kaisers aus diesen Debatten ausscheidet, diese Erivartung ist selbstver- ftänblia), und man muß unseren Parlamentariern schon so viel Takt zutrauen, bag sie bie Situation nicht durch abermaliges Hineinziehen der Person des Monarchen noch unnötig erschweren.
Die Berührung mag ja in Anbetracht der letztenVorgänge i:n englischen Oberhause groß fein, bie Debatte über das Kaiserinterview wieder auf leben zu lassen, denn baS was Lord Jtobert-J über eine deutsche Juvaston sagte, stellte sich in der Hauptsache auch nur als eine Folge oer unglückseligen Verössentlichung und beb persönlichen Regiments bar. Es scheint, baß Lord Jioberts nicht nur für seine Person sprach, sondern daß ein großer Teil des englischen Volles seiner Meinung i]r. Rian traut uns drüben nicht, mögen Staijer, Kanzler, Minister und Volksvertreter noch so ü|t eruaren, daß von einer EnglandjeinDschast in Deutschland nicht die Reoe sein tonne uno bag Deutschiand leineriei triegerischen Absichten auf bas großbritannische Jnjelreich haben. A>enn in Die,er Beziehung eine Besierung tintreten und England unseren Friet,en^runt,gebungen glau- Iden soll, so wird ein Minisreroeruntwortungrgesetz viel dazu , ieitrageiu Es wird dem mißtrauischen uusiande »eigen, ü>aß es dem Kaiser, oer Dtegierung un.> dem deutschen Dirtlich ernst darum ist, mit der bi. . jcn ^elitil der Slötzlichketten zu brechen.
In ernsten Zeitläuften, wie jetzt, ist es doppelt notwendig, daß Regierung, Parlament und Volt fest zusammen- halten. Nicht mit Unrecht hat der neue österreichische Ministerpräsident Frhr. v. Bienerth jetzt in feiner Programmrede vor dem österreichischen Abgeordnetei'hause darauf hingewiesen, daß die Heranziehung der Parteien zur Regierung das geeignetste Mittel sei, einen innigen Zusammenhang zwischen Regierung und Parlameul herbe.- zuführem Mit der Macht müßten die Parteien auch die Verantwortung übernehmen. Für uns im Deutschen Reiche ist diese Mahnung beherzigenswert. Ja Oesterreich stehen Regierung und Parlament Hettle Veri)ältttissen gegenüber, wie sie schwieriger kaum gedacht iverden können. Das Balkanprvblem ist noch immer ungelöst uno vorlänsig ist auch noch keine Aussicht vorhanden, wann und wie es gelöst werden soll. Die Unterhandlungen mit der Türkei werden durch die Boykottbcwegung gegen die österreichischen Waren auss ernsteste gefährdet. Die kleinen Ballanstaaten, Serbien und Montenegro fahren fort, mit dem Feuer eines Krieges zu spielen, Rußland will eine DislUsiion über die Annexion von Bosnien und Herzegowina aitj der in Aussicht stehenden Balkonkonserenz uno Englaiid sckuirt im geheimen die einzelnen Balkänmächte gegeneina.wör, um sw im gegebenen Momente alle übers Ohr zu hauen. Jft bie Lage Oesterreichs, wie man sicht, nun an sich schon schwierig genug, so wirb sie es noch mehr baburd), baß bie Tschechen und Lingam anfangen, die bosnisch-herzegowinische Frage mit ihren Sonderintcressen zu verquicken. Zu allen übrigen Schwierigkeiten machen nun auch die italienischen Staatsangehörigen der Donaumonarchie mobil, und ihre Stammesbrüder auf dem Apennin unterstützen sic nach Kräs- len, so daß cs sogar zu einer offenen Feindschaft zwischen Oesterreich und Italien zu kommen droht. Mit einer Schlägerei und R e v o l v c r i ch i e ß e r c i der italienischen Studenten der Wiener Uiiiversilüt sing es an und bis zu österreichscindlichcu Demonstrationen in 3 alten ist es in njcnigcit Tagen schon gediehen, so daß uer österreichische Botschafter sich ^gezwungen gesehen hat, der italienischen Regierung ernste Vorsteliuiige.i zu machen. Die Dreibmid- liebe Italiens ist nicht mehr groß.
Ja den letzten Tagen hat nun auch Persieic wieder oon fich reden machen. Der Schah, bcfjen Versassungs- sreundlichleit von Anfang an mißtrauisch beurwttt wurde, hat plötzlich die Verfassung wieder au,gehoben- Schon wenige
v y-.e-'J) Heck er freilich siefe Bersugung wieder ckusge- hoben, auf einen Truck von London und St. Petersburg hin, wie man meint. Damit ist eine Beruhigung der Meinung über Per.ien allerdings noch nicht herbeigeführt, es scheint vielmehr, daß die per,ischcn Revolutionäre ,ich wieder du energischerem Hundcln aufgerefft haben.
Reootution herrscht gegenwärtig auu.; wieder in Amerika. Diesmal ist es Haiti. Wcltbeivcgend ist diese O'pcretten- Rcvo'.uiio.i nun 'tcineswegs, aber unser recht reger Handel mit Haiti rvird schwerlich ganz unberührt von diesen Vorgängen bleiben. E- A.
Ardeitstammergesetz.
Dem Reichstage ift der Enlwur, eures Arbeitskammergesetzes zugegangen. Er enthält 4ö Paragraphen und be- yandett in sieben Abschnitten 1. Errichtung, Ausgabe und Iusammensetzung der Arbeitskammer, 2. Wahlberechtigung und Wähtbc ricit, 3. Wahlverfahren unb Dauer ber Wahlperiode, 4. KostenauswanD, 5. Geschäftsführung, 6. Beaus- Fchtigung, 7. Schlußbeftimmung.
Aus dem I 'halt des Eariwuefes ist hervorzuhcben, daß für bie Arbeitgeber und Arbeitnehmer eines Ecwerbe- zweiges ober mehrerer verwanbter ^werbezivelge aus sachlicher Ärunblage, soweit nach bem istaub ber gewerblichen Interessen ein Bebürfnis besteht, Arbeitskammern zu errichten sind, bie rechtsfähig find. Tie Arbeitskammern finb berufen, den wirtschaftlichen Frieden zu p,legen. Sie sollen Die gemeinsamen gewerblichen unb wtttschafllichen Interessen der Arbeitgeber unb Arbeitnehmer ber in ihnen vertretenen Gewerbezweige, sowie bie auf bem gleichen Gebiete liegenden bejmiberen Interessen der beteiligten Arbeitnehmer wahrnehmen. Die Errichtung der Arbcitsiammern erfolgt durch Verfügung der Laiidcszentralbehörde. Die 'Mitglieder der Arbeiiskantmern müssen zur Halste aus Arbeitgebern, zur S^ulfte aus Arbeiinehmern eninuinmcn werben. Zur Teilnahme an ben Wahlen sind Deutsche beiderlei Geschlechts berechtigt, welche 1. das 25. Lebern, jahr vollendet haben, 2. im Bezirte der Arbeitstammer tätig s.nd, 3. bem- ;enigen Gewerbeziveig als Arbeitgeber ober Arbeitnehmer angehörcn, für welchen bie Arbeitsiammern errichtet jinb. Wähler sind diejenigen Wahlberechtigten, welche 1. das 30. Lebensjahr vollendet haben, 2. seit minDeftens einem Jahr demselben Geiverbezweige als Arbeitgeber ober Lirveid nehmer angehören, für Die die Arbeitsiammem errichtet sind, 3. in oeni der Wahl voraufgegangenen Jahre für sich oder ihre Familien Armenunter,tutzung aus öffentlichen Mitteln nicht empfangen haben. Die Wahlen sind unmittelbare und geyeime. Sie finden nach dem Grunosatze der Verhältniswahl derart statt, daß neben oen Meyrhcits- gruppen auch die Minderheitsgruppen entsprechend ihrer Zahl vertreten sind. Tie MitglieDer der Arbeitskammer iveroen aus sechs Jahre gewichlt. Die erwachsenDen rwftcn sind für jede Arbeitskammer von denjenigen in ihrem Be- zirc gelegenen Geuteinoeu zu tragen, i.i Denen ,ich Betriebs- päticn oer in iljr vertretenen Geiverbezweige be,rnbcn, ober Arbeitneymer biejer Gewerbezweige ueii Wohnsitz Haven. Tie Sitzungen ber Arbeitstamuicrn füib of,enilich. Tic Be>chlu,,c werben durch Stimmenluchrheit ge,a^t. Bei Stimmengleichheit ent-qeLbet die Su.nme des forschenden. Die 2ir. ettstamuieru unterliegen ber Aussicht beteiligen höhere.. Vcrwaliungsb.hoiue, in bere.-. ;■ zute sw itj^en <Litz l)aveii. Auf löetriebe, bie mUer lji* .wo. res- ober Ma- rinevet.i-attung steyen, ,inoen bie Besuu en Eine ton- ivenbung. ___________
General-Anzeiger für Gberheffen
««“ « ioflHiiiiinm« Rotationsfrii«! und Verlag der vrühl'schen Un!v.-Vuch- und Lleindruuerel IL laugt. Rc»a*ion, Slpedll'on und vkiiSerel: rchnlstre^e ?. bis vormittags 10 Uhr.
DcuL-cL-es Ucid?.
Der Kaiser Hai ge,.crn s^w?. ei.ttge Stunden außer Bett zugebracht.
DcrEi'izugdcrPrinzessin Alexa ndraVik-. toria in Potsdam hat gestern vormittag stattgestinden. Prinz Augufr Will^lM trat mtt der Prinzef,in im Sonderzug ein und wurde vorn Ofsizieriorps des ersten Garde-- regiments begrüßt. Jn.olge Des schönen Wetters bildete eine große Menschenmenge auf den Straßen zum Rathaus opalier, wo der offizielle Empfang durch die städtischen Behörden Potsdams ,.at.f.md. Oberoürgermei,ier Bosberg begrüßte den Prinzen und die Prinzessin nut einer Ansprache, ber Prinz bauite und die Prinzes.in Aiexanara reichte dem Stadtoberhaupt ber Havelresidenz bie Hanb. Tann ging Die Fahrt Durch das „öergoibete' Branoenburger Tor zur Villa Liegnitz, bem neuen Heim des jungen Paares.
Bundesrat. Wie der „L.-A." l/ört, wiro der Bundesrat am nächsten Montag eine Sitzung abhalten, um daS Etatsgcseft envgüitig fest zustell cn und den Reichshausherlts- ctat für 1909 zu genehmigen. Er wird dann unverzüglich dem Reichstage zuaehen u'nD dort, da feine Drucklegung bereits vorbereitet ist, schon am Dienstag ober MitUooch zur Ausgabe gelangen. Am Montag, 7. Dezember, soll die erste Lesung oes Etats im Reichstage beginnen unb bis 2um 11. ober 12. Dezember dauern, woraus dann die Weih- nachtsscrien ihren Anfang nehmen. ______
AusianS.
Die Stud entenbemo n rationen g gen Oesterreich erneuten sich gestern in Mailand. Die PottKi gmg sedoch energisch vor und verhaftete 88 Personen, davon 20 vor dem österreichischen Konsulat. Ein großer Teil der Verhasteten erwies sich als alte Bekannte der Polizei. Auch in Turin, Genua, Mantua, Parma und Ferrara wiederholten sich die Tenwnsirationeit und die Krawalle mit oer Polizei.
Tie Balkankrise scheint eine ernstere Wendung genommen zu haben. Der Daily Teiegraph moidei aus Wien, die Sage sei verwickelter und gefährlicher als je zuvor. In amtlichen ösierreichischen Kreisen glaubt man, daß England den Boykott des öiierreichisch-ungarischen Hanoels in Der Türici schüre. Tie anDeren Mächte, namentlich Frankreich und Tcutschlänb, bemühen sich, eine friedliche Lösung Der Krise herbeizuführen. ______


