Ausgabe 
30.5.1908 Zweites Blatt
 
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£inb eine stete Anregung zu schaffen, im Laufe des Monats Juli außerhalb ein Konzert zu veranstalten. Eine be­sondere Unterstützung fand diese Anregung noch im Gedanken Xm die schönen künstlerischen Erfolge, die der Verein vor Einigen Jahren in Bad Salzhausen gelegentlich eines dort abgehaltenen Konzertes erntete. Es sei auch bemerkt, daß ^>as im vergangenen Winter im lokalen Teile ds. Bl. an- igekündigte Konzert des Vereins mit Rücksicht auf die vom iLehrer-Sängerchoc angeregte und geplante Wiederholung der lEichendorff-Feier, an der der Liederkranz mit anderen Vereinen sich gesanglich betätigte, ausfallen mußte. Er stand !zu Gunsten der gemeinsamen Feier von seinem Vorhaben ab. Weiter hat der Verein beschlossen, gelegentlich des am 3. Februar 1909 stattfindenden lOOjähr. Geburtstages von Felix Mendelssohn eine größere Gedenkfeier zu ver- 'anstalten und hofft, daß ihm die befreundeten Gesangvereine 'ihre Unterstützung, um die sie in allernächster Zeit gebeten werden, nicht versagen.

"'Kleiner Befähigungsnachweis. Einem ehr- isamen Handwerker wurde kürzlich wegen nächtlichen Singens auf offener Straße in seiner Abwesenheit von HauS zu Händen |ber Ehefrau einen Strafbefehl von 3 Mark behändigt. Die Gattin überreichte dem heimkehrenden Ehemanne mit den erstaunten Worten:Menschenkind, wir sind seit zwanzig Jahren verheiratet und ich habe überhaupt nicht gewußt, daß Du fingen kannst!"Run," meinte der Mann gut ge­launt,du siehst, alles muß jetzt seine Ordnung haben im /Deutschen Reiche, wofür hätten wir sonst den kleinen Be­fähigungsnachweis."

X Klein-Linden, 29» Mai. Ain Himmelfahrttag fand hier unter sehr zahlreicher Beteiligung das Dekanats- Missionsfest für innere Mission statt. Die Fest­predigt hielt Pfarrer Groth-Rödgen; weitere Ansprachen wurden gehalten von Pfarrer Gußmann-Lollar, Pfarrer Weber-Lang-Göns und Pfarrverwalter May er-Münzen- berg. Das Schlußgebet sprach Pfarrer Schulte-Großen- Linden. Die eingegangene Kollekte im Betrage von 53 Mk. wurde der Rieder-Ramstädter Anstalt für Epileptische über­wiesen.

X Obbornhofen, 29. Mai. Verschiedene hessische Blätter melden eine schwere Verletz ung des Gutspächters Bornemann und dessen Verbringung in die Klinik nach ^Gießen. Richtig ist, daß Pächter B. einem Oberschweizer, dec von 2 Untergebenen angegriffen wurde zu Hilfe eilte, und daß letztere einen so gehörigen Denkzettel erhielten, daß sie in das Krankenhaus nach Friedberg gebracht werden mußten.

Bad - Rauheun, 29. Mai. Bis zum 28. Mai find 6302 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage 4940 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 28. Mai 53 236 abgegeben.

0 Laubach, 29. Mai. Eine Ministerialanordnung hat die ältesten denkwürdigen Bäume unter einen be­sonderen Forstschutz gestellt, in unserer Gemarkung zählt man deren 17. Eine alte Buche am Ramsberg stng seit vorigem Jahre einzugehen an und mußte daher gefüllt werden. Rach den Jahresringen ist ihr Alter auf 170 Jahre zu schätzen. Ihr Durchinesser ist 1,20 m, ihre Höhe 24 m. Unmittelbar unter ihr wurde eine flache Felsplatte und ein Hufeisen ge­sungen; die erstere hat jedenfalls ihren Fortwuchs gehindert.

R. B. Darmstadt, 29. Mai. In wahrhaft hoch­herziger Weise hat der jüngst hier verstorbene Rentner Phil. Renn, früher Tapetenfabrilant hierselbst, seinen Bürgersinn betätigt. Ec hat, nachdem ec seine Verwandten und die Armen seiner Vaterstadt Kempten im Allgäu aufs Reichlichste bedacht, auch eine Anzahl größerer Summen und Stiftungen für hiesige gemeinnützige Institute bestimmt; der hiesigen Freimaurerloge, der ec 30 Jahre hindurch angehörte, vermachte er 25 000 Alk. für verschiedene Stiftungen, darunter 5000 Mk. für den FrauenvereinCaritas" und den Ver- schönerungssonds. Ferner stellte er dem Großherzog zur Ver­schönerung dec Stadt 10 000 Alk., den Kleinkinderschulen 15 000 Alk., dem VerkehrSvereiu 6000 Mk., dem Verein für arme Wöchnerinnen und dem Verein Volksküche je 5000 Mk. usiv., im Ganzen ca. 80 000 Alk. für wohltätige Zwecke zur Verfügung.

X Waldgirmes, 28. Mai. Tie uralte, wohl mehr denn 1000jährigedicke Eiche" zwischen GrubeMorgcn- stern" und Hof Bubenrod im Waldgirmesec Gemeindewald war heute nachmittag wieder das Ziel einer ungeheuren Alenschenmenge. Ueberall auf den zum Teil sehr schlüpferigen Waldwegen strömten die regelmäßigen Besucher, sowie auch viele neuen Gäste herzu, um unter jenem altehrwürdigen Eichbaum eine A n d acht s st u n d e abzuhalten. Tie Feier wurde eröffnet von den vereinigten Posaunenchören Dorlar- Rodheim mit dem LiedeGott ist die Liebe". Ansprachen hielten Reiseprediger Penningec von dec Brüdergemeinde Neuwied, soivie die Geistlichen von Blasbach und Rodheim. Tie gemischten Chöre von Niedergirmes, Dorlar und Rod- Heim trugen durch ihre Gesänge viel zur Verherrlichung des Festes bei. Tie Gemeinde Waldgirmes hatte für Sitzplätze gesorgt.

8 Wlarburg, 29. Mai. Recht unangenehme Er­fahrungen mit einer Da m e n u u t e r h o s e machten zwei junge Burschen aus Dodenau im Kreise Biedenkopf. Sie halten gehört, daß die Alädchen im Walde bei den Pslanz- arbeiten in ihren Hosen getanzt hatten, und dies sollte beim nächsten Spinnstubentage aufgeführt werden. Zu diesem Zwecke holte der eine vom Bleichplatze eine weiße Spitzen­hose, die dann beim Tanz alsgefunden" ausgerufen wurde. Ein anderer Bursche zog die mit allerhand Farben beschmierte Hose an und führte einen Tanz auf. Wegen Diebstahls wurde der eine und der andere wegen Erregung öffent­lichen öle rgernifses zu einer Woche Gefängnis verurteilt. In der heutigen Berufungsverhandlung wurde nur der Tänzer zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt, der andere erzielte Freisprechung.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 29. Mai. Folgen einer Jagdverpachtung.

Ter 3iijt a 11 g t c u v B. Sl. von Bad Aa u h e i >n war mit einem Freund zur Zagooerpachuing nach Echzell gegangen, nachdem bereits großen Frühschoppen stattgesunden hatte, Rach der Verpachtung wurde in Echzell eiugekehr, und bann in Fried berg verschiedene Restaurants aufgesuu;., wo e w . r.,.m und imBraustübchen" Vejonchrs dem Bier zugejprwchei^ iuuiüc Bei fe&WW erlaubte^ sch sich noch einige. MchM M den

Hosen und im Eisenbahnhotel fanden sie ,,2alvaror" im Anstich, bas sie sich recht munden ließen., der wie seine Strafliste ausweist, im trunkenen Zustande recht ungemütlich wird, fing ohne Anlaß an einen Gast zu beschimpfen und als dieser, um einen Streit zu vermeiden, das Lokal verließ, drohte er ihm mit Erschießen und verfolgte ihn aus die Straße, wo er ihm mehrere Hiebe mit seinem schweren Jagdstock auf den Kopf versetzte, daß er verschiedene Wunden davonlrug, deren Heilung über eine Woche beanspruchten. Einen weiter ihm zugedachten Schlag parierte der Verletzte mit einem Maßkrng, wobei er seinem Gegner auch eine Wunde am Kopfe beibrachte, bie ärztliche Hilfe erforderte. Auf ergangene Anzeige verurteilte das Schöffengericht St. nxgen Körperverletzung zu 2 Monaten und wegen Bedrohung zu 1 Woche Gefängnis, indem es die Vorstrafen des Angeklagten wegen Ge- walttäiigteiten gebührend berücksichtigte und bildere daraus eine Gesamtstrafe von 2 Monaten und 5 Tage n. Ter Ange- klagte focht das Urteil an-und berief sich auf sinnlose Trunkenheit; trotzdem er früher den Vorfall eingehend geschildert hat, wollte er an die ganze Angelegenheit keine Erinnerung mehr haben. Er suchte durch eine Reihe von Zeugen seine Unzurechnungsfähigkeit nachzuweisen. Wenn auch bekundet wurde, der Angeklagte habe sich wie ein wildes Tier benommen, so stand doch auch fest, daß er nach dem Vorfall noch mehrere Schoppen Bier getrunken hat. Sein Hausarzt, welcher am andern MorgenBrummen im Kopf" festgestellt hat, hieli den Angeklagten für pathologisch veranlagt und glaubte, er müsse int Zu stand dec Trunkenheit nicht wissen, was er tui. Auf Grund der Feststellungen in beiden Instanzen konnte dies aber nicht angenommen werden. Tie Strafkammer hielt die in erster Instanz erkannte Strafe für durchaus angemessen und hielt es für Sache des Angeklagten, dafür zu sorgen, daß es mit seiner Trunkenheit nicht so weit kommt. .Tie Berufung war hiernach kostenfällig zurückzuweisen.

Jungenstreiche.

Im letzten Winter gerieten einige^ Schuljungen auf dem Heim­weg in Streit. Als der 19 jährig. Taglöhner ». M. zu Hom­berg a. d. Ohm, dec in der Nähe Holz spaltete, dieses sah, wollte er seinem Bruder helfen und lief dem 12 jährigen Sohn eines Beamten nach. Ec faßie den Jungen an der Brust und schlug mit einem Holzscheir aus ihn ein und ging wieder an feine Arden. Vorübergehende hoben den Jungen, welcher ein-, klaffende Wunde am Kopfe hatte, auf und brachlen ihn in ärzt­liche Behandlung. Es wurde gegen M. Anklage wegen voc- jätzlicher Körperverletzung erhoben. Vor dem Schöffengericht be­stritt der Angeklagre, dem Jungen die Verletzung zugefügt zu haben und behauptete, dieser müsse sich durch einen Fall auf einen Stein verletzt haben. Trotzdem das Schöffengericht diese Möglichkeit nichr von der Hand weifen konnre, hielt es eine vorsätz­liche Körperverletzung für vorliegend, da der Angeklagte den Jungen bereits an der Brust gefaßt hatte in der Absicht, ihn zu miß­handeln. Wenn der Junge dabei zu Fall kam und sich die Ver­letzung zugezogen hat, ist dem.Angeklagten der Erfolg zuzurechnen. Aus jeden Fall hat der Schlag mit dem Holzscheir dem Jungen heftige Schmerzen bereiter, wenn dadurch auch die Verletzung nicht heroeigeführt worden ist. Ter Angeklagre erhob Berufung und machte geltend, er habe die Verletzung des Jungen nicht be­absichtigt: er sei aus dem Glatteis ausgerutscht, bei welcher Ge­legenheit er dem Jungen mir einem Spahn einen leichten Schlag über das Gesäß gab. Ter als Zeuge vernommene Verletzte sagte bestimmt aus, der Angeklagre habe ihm mit einem Scheit über Kopf und Rücken geschlagen und ihm dabei die Verletzung zu gefügt. Ta diese Angaben auch von anderer Seite unterstützt wurden, bestand kein Zweifel an ihrer Richtigkeit. Tie Berufung des Angeklagten tourbe, deshalb nur der Maßgabe verworfen, daß zwei früher erkannte Strafen einzubeziehen und daraus eine Gc- lamtftrafe von 3 Monaten zu bilden sei.

Vermischtes.

* Die Generalversammlung des Zentral­komitees zur Bekämpfung der Tuberkulose- wurde Mittwoch Vormittag 10 Uhr im Plenarsitzungssaale des Reichstags in Anwesenheit zahlreicher ärztlicher und militär- ärztlicher Kapazitäten durch den Staatssekretär v. Bethmann- Hollweg, dem Vorsitzenden des Komitees, durch eine längere Ansprache eröffnet. Im Laufe seiner Rede teilte Staats­sekretär v. Bethmann-Hollweg mit, daß das Präsidium be- fchlossen habe, den Staatssekretär a. D. Graf Posadowsky zum ersten Ehrenmitgliede zu ernennen. Dieser Antrag des Präsidiums wurde mit großem Beifall zum Beschluß der Ver­sammlung erhoben. Den Hauptvortrag des Kongresses rnirb Medizinalrat Prof. Dr. Reisscr-Breslau über dieRot- wendigkeit der Lupusbekämpfung" halten.

* Ein deutscher Offizier gegen Chile. Bittere Klage über die chilenische Regierung erhebt Baron von B i s ch o f f s h a u s e n, früher Oberleutnant in einem königl. sächs. Kavallerieregiment, in einem Schreiben an dieHall. Ztg." Baron von Bischoffshausen, bisher chilenischer Oberst, stand 15 Jahre in den Diensten der südamerikamschen Republik, als ec mit einem Monat Kündigung auf die Straße gesetzt wurde, obivohl es in seinem Vertrage hieß: . . . Der Kontrakt dauert für beide Teile fünf Jahre und, wenn diese um sind, auf un­begrenzte Zeit weiter, vorausgesetzt, daß der Kontrahierte seine Pflichten erfüllt.'' Gekündigt wurde nicht wegen Pflicht­verletzung, fouderu nach einem für Gesinbekontrakte geltenden Paragraphen, wonach jeber Kontrakt mit einem Zahltermine kündbar ist, ein Paragraph, der auf den Obersten willkürlich angeivendet ivurde, weil die Gehattzahlung an ihn monatlich erfolgte. Obivohl ihm kontraktlich alle Rechte eines Stabs­offiziers wozu natürlich auch das Recht auf Pension ge­hört zugestanden waren, erhielt er nach dreimonatigem Warten den Bescheid, daß kein Ruhegehalt gegeben werden tonne. Auch sonst enthält das Schreiben schwere Beschwerden über die Unsicherheit in Chile und den mangelhaften Schutz der Deutschen. Gegen die deutsche Diplomatie wird der Vorwurf erhoben, daß sie in dec Angelegenheit nicht scharf vorgegangen fei. Das Schreiben schließt mit folgenden Worten:

Ich glaube sicher, sollte dec Kaiser auch nur eine Ahnung von dein Verlaui dec Sache haben, so würde er nach Chile sicher keinen Generalstäbler bewilligt haben, wie es geschehen ist! 9lact)- bem man ben Chilenen im übrigen Jahre den Eintritt ins deutsche Heer schon wegen meiner Sache verwehrt hatte, tällt das um jo mehr auf; ich nehme an, es liegt ein^mdeutllcher Bericht über die Sache im Kabinett, nach dem meine Sache als geordnet bezeichnet wurde. Tie Gesandten haben nämlich seitdem geivechsell. Anders i|t die Sache gar nicht zu verstehen. Also Vorsicht mit den Kon­trakten in Chile!"

Tie Klagen über die wenig kraftvolle Vertretung des Teutschtums seitens der deutschen Diplomatie besonders in den mittcl= und südamerikamschen Staaten wir erinnern nur an bie bekannten Fälle in Mexiko wollen nicht ver­stummen, sodaß man die Forderung nach endlicher Abhilfe nicht bringend genug erheben kann. Vor allem müßten solche Herren als Vertreter des Deutschen Reiches ausgemerzt werben, bie nicht einmal der deutschen Sprache mächtig sind. Auch wo geschäftliche Pcioatmteressen von vornherein eine energische Vertretung der Deutschen auszuschließen scheinen, sollte die Reichsregierung bei der Wahl ihrer Vertreter doppelte Vorsicht anwenbeu. Vollberechtigt ist bie Forderung nach vermehrter Anstellung von Berufstonfuln, bie immer wieder von den Deutschen im Auslands erhöhen wird.

GittgejanSS.

IF-ür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artik-i übern::.::!:t die Red.illion dem Publikum gegenüber fcin-rS Veranttvortüng.)

Dec Oberhessis che. Obstbauverein hält am motgiqn- Sonntag, 31. Mai, feine diesjährige Hauptversammlung Lenzschen Felscnkellcr in Gießen ab. Dabei wird es sich barue- handeln, mit den durch die Errichtung der Landwinschastskamw.c- veränderten Verhältnissen zu rechnen. Der Oberhess. Lbslbai!- verein bezieht nun nicht mehr die früheren Staats, Kreis um sonstigen Zuschüsse, hat also jetzt weniger Mittel zur Bei­fügung, und wird manche, zum Vorteile seiner Mitglieder q. schaffcne Einrichtung fallen lasfeii müssen. Jedenfalls muß br Vorstand ober die Geschäftsstelle sehr eingeschränkt wirtschaften wenn nun fast allein mit den Mitgliederbeitragen noch etwas Nützliches geleistet iverben soll. Die Mitgliederzahl bünte wo: | dieselbe, annähernd 5000 geblieben fein, wie in ben letzt: i Jahren! Der Verein wird aber unter den obwaltenden Ver­hältnissen neben dem Präsidenten int Ehrenamt wohl kau?! noch einen Direktor der Geschäftsstelle, einen Sekretär, einen Redakteur ernennen und wie seither honorieren können. Jc, wenn die Herren Direktor, Sekretär, Redakteur als gut besolde: e Staatsbeamten, diese Funktionen ehrenamtlich,unentgeltlich'", aus rein sachlichem Interesse ausüben könnten, wäre fchließli j nichts gegen diese bicrglicberige Verwaltung einzuwenden.

jetzt aber bezogen diese je 300500 Mk., jährlich zuiammw mindestens 1200 Mt. außer sonstigen Spesen!

Der bisherige große Geschäsisführungsappacat ist aber air gar nicht rotioenbig. Der bisher übliche Direktor ist sich-! überflüssig. Es gibt viele größere Vereine, wie z. B. der,,H» dische Landesobstbauverein", wo neben einem ehrenamtlich Direktor ein Obstbautechniker als Geschäftsführer, Redalleur t . Monatsschrift, Wanderlehrer, tätig ist, der habet sehr viel leifi und auch organisiert.

Die Mitglieder des Oberhess. Obstbauvereins mögen af o bei den gelegentlich der Hauptversammlung am nächsten Son.» tag vorgesehenen Vorstands-Ergänzungswahlen daraus acht:/:, und ben Mund auftun, daß die Geschäftsführung gegen früh, i vereinfacht wird, damit mit den verfügbaren geringen Mittel n noch möglichst viel zur Förderung umercs Oberhep. Obstbaus getan werden kann. Die Vereinszeitschrift bringt neuer- dings inhaltlich fast nichts mehr, selbst für bie bescheidenst: i Ansprüche ländlicher Leser finb drei Seiten mit kurzen Mi» teilungen in Rezeptform, alle zwölf mit Dr. H. uitterzeichnic, doch gar zu magere Kost. Man nehme doch lieber dir Obstbauliche Beilage der Landwirtschaftlichen Zeitschrift der l'air wirtschaftsiammer als Vereinsorgan, die sicher lehrreich für alle Verhältnisse des Landes ausgestattet werden kann.

Hoffentlich legt sich nun die Landwirtschaftskainrner bc. b tüchtig ins Zeug und zeigt, was sie Großes und Gutes mni dem bäuerlichen Obstbau Ober Hessens vorhal. Man roar:..: draußen bereits sehr darauf und der Worte sind genug ge­wechselt. Entweder mit Dem Obstbauverem, oder kräftig o h n e i h n ! X.

Verantw. für Feuilleton u. Vermischtes: I. V.: E. Anderson.

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für llandul und Industrie, Giessen.

Fra mkhirter Börse, 30. Mai. 1.15 Uhr.

3^% Reichsauleihe . . 91.65 3% do. . . 82.90

316 °/o Konsols . « , . 91.75 3% do 82.75

3^°/0 Hessen .... 90 50 3>$0/0 Oberhesseu . . . 91.50 X% Üesterr. Goldrente. . 98 90 4l/6 ?o Üesterr. Silberrente 99.05 4 "6 Ungar. Goldrente . . 93.60 4% Italien. Rente . . .. 3-ä Portugiesen Serie 1 < 62.70 356 Portugiesen 111 6180 4>2°/o russ.Staatsanl. 1905 95.65 4J£°/o japan. Staatsanleihe 89.00 4 % Conv. Türken von 1903 96.00 Türkenlose 150.80 4% Griech. Mouopol-Anl. . 51.00 456 äussere Argentinier . 87.10 öv/0 Mexikaner . . . 66.20 Wit Chinesen .... 95.70

Aktien:

Bochum Guss 215.75 Buderus E. W 109.50

Tendenz: schwächer.

Elektriz. Lahmeyer . . . 119.50 Elektnz. Schuckert . . , 108 »ö Eschweiler Bergwerk . . 204.SO Gelsenkirchen Bergwerk . 189*0 Hamburg-Ainerik. PaketL 1091 u Harpener Bergwerk. . . 197 'M) Laurahütte 211.650 Nordd. Lloyd .... 937 j Obeischles. Eisen-Industrie 99»

Berliner Handelsges. . . 161.1*. Darmstädter Bank . . . 124.3^1 Deutsche Bank .... 231» Deutsch-Asiat Bank . . 136.90 Diskonto-Kommaudit . . 174.' 1 Dresdner Bank .... 138» Kreditaktien 197 ö») Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn .... 80.25)

Gotthard bahn

Lombard. Eisenbahn . . 22.404

Gestern Staatsbahn . . . 147.:iv

Priuce-Henn-Eiseubahu . 120.ÜJ

Berliner Jiörse, 30. Mai. Anfangskurse.

Canada E. B. . . . . 155.60

Darmstädter Bank . . .. Deutsche Bank .... 232.00 Dortmunder-Union 0. . . 60.10 Dresdner Bank .... 138.70 Tendenz: fest.

Harpener Bergwerk. . . 197.0

Laurahütte .....2111 1

Lombarden E. B. ... 22.31

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