Nr. 1»6
Erlcheurt täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Eenersl-Anzeiger für Gberhefien
Der Großherzog und die Großherzogin Don Vaden sind gestern abend als kaiserliche Gäste aus der Wild-
ichöncuAM
3hirme
Zag
kireorpla"6l
irme
stell'
eundlichst ein tet
e§ euantu’n
-l.hioi
üt
, Volksbelastifn,'!
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- slraße 7. Expedition und Vertag: eyt&) 51. Redaktion: 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen«
tiirme
■uheitcu.
Die ..Vtetzener Famillenblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit« fragen" erscheinen monatlich zweimal.
schirme Preislagen. Stocksortiment öcke il C$,i
AnsLand.
Gegen P ro se sso r Wahrmund in Innsbruck wurde [fei der Staatsanwaltschaft strasrcchtliche Verfolgung ixzgen Herabwürdigung der Lehren und Einrichtungen der t'alho- l lisHen Kirche, begangen durch die Veröffentlichung seiner bekannten ilävschüve, beantragt.
Ein angeblicher Anarchist. Ter in Bari festgenom- n<ite mittellose und verdächtige, angebliche Mechaniker und Be-- nchterstatter von Sportzeitungen, Paul R i t o l a u s aus Ch.rr- lodtenburg, hat im Polizeigefängnis in Gegenwart des deutschen rimsuls erklärt, er sei A n a r ch i st und nach Bärige- !a>mm en in der Voraussetzung, daß Ka i ser W il- । !slm a u f der Rückreise von Korfu Apulien beuchen I :»erbe. Er sei beauftragt gewesen, eine hervorragende Persönlich- ralciii des kaiserlichen Gefolges umzubringen. Es wird an- - «kommen, der Mittellose habe cs lediglich auf kostenlose Ab- Zchtiebung nach der Heimat abgesehen.
Zur Lage in Pcrsien. Auf den. russischen Finanz- MMten Ostrogradsth m Teheran wurde ein Attentat verübt. Seine Wohnung wurde ausgeraubt, er selbst schwer verwundet M sein Gehilfe getötet.
Australien und das Deutsche Reich. Auf Anfrage im australischen Repräsentantenhaus erwiderte der Premierminister Berlin, er glaube die von T e u t s ch l a n d b e s ch l o s s e n e S t a - üonieruug eines zweiten Kreuzers in der SüD- ik r sei bedeutungslos. Teurschlauds Interessen umfassen Zahlreiche weitgctrenmc Gebiete, daher sei zweisellos ein einziger üv-uzer für die Beaufsichtigung der Eingeborenen ungenügend. . San früher zwei deutsche Schiffe stationiert waren, und der „See- I; ciäer" nur detachier^ ist, scheint Teakin unbekannt.
Koreanische Aufstände. Nach Meldungen, die von | Militärbehörden eingingcn, sind im Lause des Monats Mai II eschen den japanisck>en Truppen und koreanischen Aufständischen |j Zusammenstöße vorgelommen. Tie Koreaner verloren 549
-i:..' die Japaner 30 Mann; die Aufständischen waren in Der «it::erzähl gegenüber den Japanern 5:1. Tie größte Tätigkeit I in Aufständischen machte sich in den Provinzen Hayr-Gyeng-He I ) .Kang-Wen-Te bemerkoar. Tie Bewegung hatte alles vr- I imisatoriscke Ansehen verloren, seit der einzig anerkannte Letter iu Insurgenten sich in Soeul am 27. Mai ergeben hat.
Deutsches Reich.
Der Kaiser begab sich gestern morgen nach Tüberitz MM Exerzieren der 2. Gardc-Iufanterie-Brigade. Zu einer Uingeren Gefechtsübung waren auch Kavallerie, Artillerie und atDerc Fußtruppen herangezogeu. An die Hebung schloß sich t ,it Frühstück beim Offtztcrkorps der Brigade im Kasino des Lagers.
Aus und
Gießen, 30. Mat 1908.
** Universitäts-Bibliothek. Die erledigte Stelle eines Hilfsbibliothekars an der Großh. Universitäts- Bibliothek ist dem bisherigen Hilfsarbeiter Dr. Georg Lehnert übertragen worden.
** Garnison-Verwaltung. Wie uns der Vorstand der hiesigen Garnison-Verwaltung Ober
recht nach Art. 18 IV des Vertrags Gebrauch gemacht habe. Ferner beklagt Redner, daß bezüglich der projektierten festen Rheinbrücke zwischen BinZen und Rüdesheim nichts geschehe. Während sonst überall feite Rheinbrücken den Verkehr zwischen den Userbewohnern vermittelten, sei aus der 92 Kilometer langen Strecke um Bingen keine Brücke vorhanden. Er ersuche die Regierung, hier energisch ihren Einfluß geltend zu machen. Schließlich bedauert Redner noch die Ablenkung des Güterverkehrs von der Binger Seite über den Rhciugau.
Abg. I o u tz spricht fein Mißfallen darüber aus, daß seine Anträge bezüglich des Baus einer Bahn von Butzbach nach Weylar und von Butzbach nach Ziegenberg bei der Regierung Leine Berücksichtigung gefunden haben.
Abg. Seel inger weist aus verschiedene Mißstände aus der Bahnlinie Lampertheim—Worms hin und bittet, statt des jetzigen unzureichenden Schuppens bei Bobstadt ein reguläres Stationsgebäude zu errichten. Weiter spricht der Redner der Regierung für die errichtete bessere Zugverbindung seinen Dank aus.
Abg. Ulrich empfiehlt der Regierung, sich einmal ein bestimmtes Programm über die Nebenbahnprojekte zu machen, sie könne zur Wahrung der hessischen Interessen in dieser Hinsicht nie genug tun. Gerade die große Summe der kleineren Schmerzen fei es, die nach außen hin starte Stimmung gegen den Vertrag mache. Mit der jetzigen Regierungsvorlage habe nur ein kleiner Teil der berechtigten Wünsche Befriedigung gesunden und er müsse die Regierung dringend ersuchen, auch den übrigen Projekten größere Aufmerksamkeit zuzuwenden, besonders in Den Odenwaldtälern, wie Modautalbahn, ebenso dem alten Projekt Groß-Umstadt—Groß-Zimmern. Redner beschwert sich weiter über die rücksichtslose Behandlung der Arbeiter bei den früh in Offenbach einlaufenden Zügen: es scheine auch überhaupt eine Art Gesinnungsschnüffelei wieder Platz zu greifen, gegen die man sich in Hessen entschieden verwahren müsse. Der Redner beschäftigt sich dann mit der Denkschrift über die zehnjährige Eisenbahngemeinschaft, die sehr der Richtigstellung bedürfe. Hessen habe bei der Gemeinschaft sehr schlecht abgeschnitten. Das zeige die Broschüre deS früheren Eisenbahn- Direktors Groos, lvelcher darin konstatiere, daß der Vertrag von 1896 für Hessen sehr unvorteilhaft abgeschlossen wordcn sei. Hessen müsse seinen Anteil viel zu teuer bezahlen, es hätte viel mehr erreichen und auch einen höheren Teilungs-Koeffizienten erzielen müssen. Auch die in Aussicht gestellten finanzpolitischen und wirtschaftlichen Vorteile für Hessen seien nicht erreicht worden. Nach all den Darlegungen in der Broschüre sei eine Revision des hessisch-preußischen Eisenbahnvertrages absolut erforderlich: es werde darin sestgestellt, daß Hessen über’5 Ohr gehauen worden sei. Er ersuche die Regierung dringend, aus eine solche Revision bedacht zu fein. Seine Partei werde, ivenn die Ausführungen der Broschüre nicht vollständig widerlegt würden, unablässig auf eine Abänderung des Vertrages zugunsten Hessens dringen. Man müsse den „großen Bruder" dazu veranlassen, sich zu bestreben.
Finanzministcr G n a u t h wendet sich zunächst gegen,die vielerlei Ausführungen des Vorredners. Es liege ein gewisser Widerspruch in dessen Ausführungen, wenn er auf der einen Seite ein großzügiges Eilenbahnprogramm von der Regierung verlange und auf Der andern Seite gegen Die Vermehrung Der Eifenbahnschuld zu Felde ziehe. Bezgl. der Broschüre des Eilenbahndirektors Groos wolle er feststellen, daß dieselbe durchaus nichts neues enthalte. Tie darin angezogenen Verhältnisse seien schon beim Vertragsabschluß genau so vorhanden gewesen, wie jetzt. Tas fei jedermann unD auch Herrn Ulrich bekannt und es fei ihm deshalb ganz unverständlich, wie derselbe heute die darin angeführten Tinge hier als neue Tatsachen vorbringen könne. Auch Herrn Ulrich fei doch bekannt, daß die hessische Ludwigsbahn, wie die meisten Privatbahnen unter der Konkurrenz Preußens sehr schwer zu leiden hatte und daß danach ihre Einnahmen nicht so weiter gestiegen waren, wie vorher. Man könne also die darüber in der Broschüre gemachten Zahlenangaben durchaus nicht als zuverlässig, oder als feststehend betrachten. Der Minister erkläre ganz offen, daß er, wenn er jetzt an der Stelle derjenigen stände. Die damals über den Vertragsabschluß zu bestimmen hatten, er demselben ebenfalls zustimmen würde. Es habe niemand Veran- laffung, diesen Vertragsabschluß zu bedauern. Auch die heutige Regierung würde froh sein, wenn sie deit Vertrag mir Preußen unter den gleichen günstigen Bedingungen ab|chließen könnte. (Beifall.) Man könne sich ja gewiß manche Bestimmungen in dem Vertrag schöner denken, aber das sei wohl bei allen Verträgen der Fall, auch bei denen int Privatleben. Und wenn man sich frage, ob denn der Vertrag in seinen Folgerungen wirklich so schleckst sei, wie es Herr Ulrich darz-ustellen beliebt, so müsse man darauf mit einem entschiedenen Nein antworten. Nichts sei weniger berechtigt, als die vorhin von Herrn Ulrich getane Aeuße- rung, daß man noch einmal die Stunde verfluchen würde, in der man den Vertrag zum Abschluß brachte. Der Minister erklärt weiter, er wolle zugcben^ daß man hinsichtlich der Tilgung Der EisenbahnschulD voriichtig zu Werke gehen müsse. Er habe schon früher daran erinnert, daß nicht alle Ueberschusse aus den Eisenbahnen für neue Projekte usw. verbraucht werden dürften, sondern Daß man der Schuldentilgung mehr Aufmerksamkeit zuwenden muffe. Ein gewisser Rückhalt für Die Tilgung fei übrigens in dem Aus- gleichsfonds geschaffen wovden, der freilich noch sehr der Stärkung bedürfe. Ter Minister geht dann auf eine Anzahl Einzelwünsche näher rin und verspricht, daß die Regierung dieselben prüfen und tunlichst berücksichtigen werde. Ob die Erfüllung des Antrages BreidenbackP, bez. der Heransührung der Bahnlinie Griedel— Bad-Nauheim ermöglicht werden könne, sei heute nicht zu entscheiden. Tie Ausführung der Bahn könnte dadurch leicht um ein Jahr verzögert werden. Er ersuche deshalb, diesen Antrag abzulehnen und der Regierungsvorlage ohne Abänderungen zuzustimmen. Er schließe seine heutigen Ausführungen mit der Bemerkung, daß es der Regierung nur infolge des jetzigen Ge- meiltschaftsvertrages möglich gewesen sei, eine solche Vorlage wie Die heutige, die so hohe Ausgaben erfordere, dem Hause vor-u- legen. (Beifall.)
Aus Vorschlag des Präs. Haas wird nach einer längeren GeschLftsordnungsdebaiie beschlossen, zunächst eine Abstimmung über Die Regierungsvorlage vorzunehmen und die weitere Tebatte über Die Eisenbahnangelegenheiten vvrznbehalten.
Auch Abg. Breidenbach zieht auf Ersuchen im Interesse der raschen Annahme der Regierungsvorlage seinen Antrag zurück, behält sich jedoch die Stellung einer Resolution in derselben Lache vor.
Tarauf wird die Regierungsvorlage einstimmig angenommen und bann Die Sitzung um l'.i Uhr abgebrochen.
Nächste Sitzung Samstag vormittag 9 Uhr.
lentnant a. D. Garnisonverivaltmigs-Jnspektor Freiherr' von Eb erst ein initteilt, hat sich derselbe nm 21. d. Mts.s auf den Schießständen bei Ausübung seiner Berusspflichtest eine Verrenkung des rechten Fußes mit Knöchelbruch zugezogen. Während seiner Erkrankung wird derselbe von Dem zweiten Beamten vertreten.
** In den Ruhe st and versetzt würbe der Lehrer! an der Gemeindeschule zu Wörrstadt Phil. Ferber auf sein Rachsttchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit und ihm aus diesem Anlaß das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Ku.nslverein. Von morgen, Sonntag, an wirb in' Bad-Nauheim eine Ge m ä l b e - A u L st el l an g vom Kiinstlerverein für bas Großherzogtum Hessen eröffnet. Die Mitglieber bes hiesigen Kunstvereins haben gegen Vorzeigung der Mitgliebskarte zu ber Ausstellung freien Eintritt. Die. Ausstellung befindet sich im Babehaus V auf der Galerie. — Im hiesigen Kunstverein gelangt nach bcu Feiertagen eine Sonber-Ausstellung von Originalzeichnmigen von Mit- arbeitern des „Simplieissimus" zur Ausstellung.
** Ein hessischer Vogelschutzverein. In Vorbereitung befindet sich Die Grünbnng eines Vogelschutzvereins für bas Großherzogtum Hessen, ber in Kürze mit einem Aufruf an bie Oeffentlichkeü treten wirb. Zweck bes Vereins soll fein: Betägigung eines praktischen Vogelschutzes in Wald und Feld. Schon jetzt werben Beitrittserklärungen entgegen-; genommen vom Großh. Forstmeister Kullmann zu Darmstadt, Ohlystraße.
'* Nährgehalt der g e b r ä u ch l i st e n Nahrungsmittel, so ist eine große Wandtafel bezeichnet gewefen, Die seiner Zeit im T u b erk ul os e - W a n b er - Mus e um ber Lanbesversicherungsanstalt Großh. Hessen aufgehängt war. Da gerabc die Frage ber Ernährung für bas Volkswohl von hervorragenber Bebeukung ist, uitb diese Tafel in anschaulicher Weise die Bestanbteile Der gebräuchlichsten Nahrungsmittel angibt, hat sich die Lanbesversicherungsanstalt auf Anregung, einiger Verwaltungsbehörden entschlossen, sie vervielfältigen zu lassen, um sie weiteren Kreisen zugängig zu machen. Insbesondere sei sie Krankenkassen, Schulen und Vereinen, die sich mit ber Gesmibheitspslege befassen, empfohlen. Die Tafel! in einer Größe von 30/110 kann zum Selbstkostenpreis von 40 Pfge. bas Stück bezogen werben. Bestellungen nimmt bie Landesversicherungsanstalt Wilhelminenstraße 34 zu Darmstadt entgegen.
** Maiblume n. Während ber üorauggegangenem Regentage ist der Wald von Spaziergängern wenig ober gar' nicht besucht worben. In dieser Zeit konnte bie Maiblume ungestört ihre lieblich buftenben Blüten öffnen, ohne vorher schon in noch geschlossenem Zustanbe von schonungsloser Menschenhand gepflückt zu werben. Wer aber jetzt Den Wald aussucht, Maiblumen zu pflücken, der findet namentlich in den Waldungen der Lindener Mark eine reichliche Ausbeute.
** Die Anlagem usik fällt morgen aus.
** Damenverein Gabelsberger. Das feit 1900 als Zweigverein des Gabelsberger-Stenographen-Verems von 1861 bestehende Damenkränzchen hat sich nunmehr als selbständiger Verein abgeglicbert unter bem Namen „Damenverein Gabelsberger". Dieser Beschluß würbe auf der ami 26. d. M. stattgehabten außerordentlichen Hauptversammlung gefaßt. Als 1. Vorsitzende wurde Frl. Auguste Hansteiu ge- ivählt, während sich die übrigen Vorstandsämter auf Die Damen Frl. Lina Dörr, Paula Schindler und Emma Walther verteilen.
** Himmelfahrt-Erfahrungen. Man schreibt uns: Wie alljährlich am Himmelfahrttage, so hatte sich auch diesmal eine ganze Anzahl Touristen zeitig nach Dein DünSberg auf Den Weg gemacht, um Don Den Ausgang Der Sonne zu beobachten. Schon um Mitternacht zogen sie von Gießen ab, um rechtzeitig auf den Gipfel des Berges zu gelangen. Ter Weg war trotz des vielen. Regens während der letzten Tage verhältnismäßig trocken, nur die Waldpfate auf Den Gipfel des Berges waren noch naß. Ta in einer Anzeige in Der gestrigen Nummer des G. A. Die Eröffnung' Der Wirtschaft auf Dem Tiünsberg auf 3 Uhr morgens cuige- kündigt war, so hoffte man mit Bestimmtheit, oben eiwas Warmes genießen, oder wenigstens einen Unterschlupf finden zu können. Aber wie groß war die Enttäuschung. Tas Unterkunftshaus war uud blieb fest verschlossen. Ein fcharser und kalter Morgenw-uD' wehte den vom Ersteigen des Berges durchschwitzten Touristen um die Ohren uud srierend verbrachte man nun zwei volle Stunden unter Gottes freiem Himmel. Auch vom Somienausgang war gegen 4 Uhr noch nichts zu merken. Eine starke Wolkenwand^ veroarg sie den Blicken der Touristen. Ta bis 1 .-5 Uhr noch fein; Wirt sich sehen ließ, so zogen nach und nach säst sämtliche Touristen mißmutig und gehörig durchgesroren ab, teilweise direkt nach Gießen, teilweise nach Bieber. Es wäre zu wünschen, daß, wenn in der Zeitung die Erössnung der Wirtschaft auf dem Tünsberg für morgens 3 Uhr angesagt wird, künftighin auch danach gehandelt wird.
** Der Männer-Turnverein unternahm feine । Himmelfahrt-Tour nach Herborn. Wie früher, so beteiligten sich auch dieses Jahr eine zahlreiche Schar Turner mit ihren Damen. Der Frühzug ö.38 Uhr brachte die Teilnehmer nach Weidenhausen. Von hier aus ging es zu Fuß durch prachtvolle Wälder über Dernbach nach Wilhetmstcin, woselbst sich die Teilnehmer an der Ruine zu einer photographischen Aufnahme gruppierten. Nach einer lurzen Rast ging es weiter naa? Tingeustein, das gegen 1 Uhr erreicht wurde. Hier hielt man Mittagspause und frisch gestärkt ging es durch das schöne Aarthal hin über Herbornseelbach nach Herborn, welches die Wanderer nach etwa sechsstündiger Tour um 5 Uhr erreichten. Am Ziele dieser schönen Tour ließ man sichs bei Speise und Trank im Nassauer Hos wohl sein. Bei einem vergnügten Tänzchen, Musikvorträgen rc. blieb man in Gesellschaft mit dem Herborner Männer-Turnverein bis zum 10 Uhr-Zuge zusammen, der die Teilnehmer in bester Stimmung wieder nach hier zurückbrachte.
*• Der Gesangverein Liederkranz hat in seiner letzten Generalversammlung beschlossen, mit Rücksicht darauf, daß er sich grundsätzlich an Gesangswettstreiten nicht beteiligt, es über doch für feine Pflicht hält, feinen Mitgliedern in gesanglicher Beziehung nicht allzu leichte Aufgaben zu stellens
)lar'^2
** 000 ? 16^ lOöO|l
Gu^56 z
/■* i -i
HeWche oweiie Kammer.
D a r m st a d t, 29. Mai.
Am Regieruugstische: Finanzminister Gnauth, Ministerial- 'ESüsfcrt, Oberbaurat Kilian.
In der von: Präsidenten Geh.-Rat Haas um 10 ,i Uhr I ^isneten Sitzung wird Die Debatte über die
Eisenbahnvorlagen
> gesetzt. Abg. Berthold bringt zunächst verschiedene Lokal- lsche vor und sührt Klage darüber, daß bei den Warm- fcer Bahuhossbauten viele Ausländer be.dWidt wurden. Die | -ira Steuern zahlen uud den heimischen Arbeitern Konkurrenz ^ Ken. Angesichts der großen Preissteigerung der Lebens- tticel seien auch die Löhue viel zu gering, und einer humauen Haltung nicht würdig, namentlich würden die Streckenarbeiter st schlecht bezahlt. Redner wünscht ichlieizlich noch Ausrun,t itiber, wie weit die Verhaiidlungen vezuglick^ des Erwerbs Darmstädter Dampfstraßenbahn durch die Lrtadt gediegen Abg. Finger befürwortet eingehend die balbige Berftaat- png der Linie Worms—Offstein und legt.^^drotweuDigkL t gilben an der Hand eines umfangreichen Ataterials naher dar. UL Linie bringe 6 V2 Prozent Dividende und sei allo auch ein ümiiges Erwerbsobjekt. Tie einzelnen Ausführungen oev Red- bleiben auf der Tribüne unverstandltch.
I Abg. Damm tritt mit kurzen Worten Tur den Ausbau $ Linie Friedberg—Ranstadt ein. ..., ..
Abg. Pennrich beklagt m längeren Ausiuhrungen die Eichung von Bingen bei Schnellzugsverbindungen. Nach 'm Vertrag mit Preußen dürfe ohne Westens Zusttmmung 'M Schnellzugsstation aufgehoben werden: wenn also Vest ^zeitig Widerspruch erhoben hatte, |o wurde auch der mäch- 8e Kompagnon Dagegen machtlos geweien J^n. Cr frage tt, warum Die Regierung nicht rechtzeitig von ihrem Veto-
...irkstation cuigelroffen.
Das Staats m i n i st c r i u m trat gestern unter dcni Vor- I jri3 des Fürsten Bülow zu einer Sitzung zusammen.
Der „Reichs anzeig er" veröffentlicht das Quellcu- « f hutzgefetz vom 14. Mai 1908.
In der g c str i g c n S i tz u u g d c s B u n d e s r a ts wurde »dm Entwürfen der auf Grund des neuen Börsen g efetzes I i ■: erlassenden Bekanntmachungeu bet ressend die Zulassung I ho II Börsentcrmlngeschäfteu in Anteilen von Berg- | i-uks- und Fabrikunternehmungeu, sowie betresseud den börsen- inäßigeu Zeithandel in Getreide und Mehl, an der Moduktenbörse in Berlin die Zustimmung erteilt.
Der Entwurf einer neuen z a h n ä r t l i ch e n 1‘ Prüfung §ob nung ist im Reichsamt des Innern scrtig- | g 'stellt und wird demnächst dem Bundesrate zur Beschlußsassuug , r orgelegt werden. Die neuen Vorschriften werden vorausficht- lih nicht vor dem 1. April in Kraft treten können, l&ne Revision der Prüfungsvorschriften für Tierärzte wird ebenfalls vorbereitet.
Das „Militärwochcitblatl" meldet: Schindler, Wirklicher LMjcinier Kriegsrat und Militäriuteiidant des 18. Armeekorps,
nrurbe auf seinen Antrag mit Pension in den Ruhestand versetzt.
Zur Eulenburg-Affäre. Landgerichtsrat Schmidt ist imd) siebentägiger Anwesenheit in Bayern nach Berlin zurück- gc'c&rL Die Voruntersuchung ist soweit gediehen, daß sie als ^geschlossen gelten dürfte. Die Verhandlung gegen Fürst Eilenburg soll möglicherweise bereits in Der am 15. Juni beginnenden S ch w u r g e r i ch t s p e r i 0 ö e stattsinden.
Der Finanzausschuß der baycrischenAbgeord- n e t c n ! a nt m e r bewilligte die geforderten Summen für den lektrischeu Betrieb auf der Linie Salzburg—Freilassing, L ob Reichenhall—Berchiesgaden und für die Ausnützung Der LZasserkraft der Saalach, ferner für den elektrischen Betrieb auf )er Linie Garmisch—Mittenwald—Scharnitz und Garmisch— I Ä riesen.
Die Gothaer Waggonfabrik sperrte 750 orgaui- । i e r t e Arbeiter aus als Gegenmaßregel gegenüber dem . Ausstande der Schmiede.
Die L a n d t a g s n a ch w a h l in der Stadt K 0 b u r g H'i£(ib den Sieg eines Sozialdemokraten infolge der jersplitterung der bürgerlichen Parteien. In den beiden anderen I Mischen Bezirken wurden bürgerliche Kandidaten gewählt.
Zweites Blatt 158. Jahrgang Samstag 30. Mai 1^8
.A A. Ak AA t Ah. zo\ A aa Rotationsdruck und Verlag Der Brühl'jcheu


