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gienntg wurde von der Kammer mit Beifall ausgenommen. Dee Präsident stellte fest, daß die Kammer mit freudiger Erregung hiervon Kenntnis genommen habe und von denr Wunsche erfüllt sei, daß die Hoffnungen sich verwirklichen.
Wien, 23. Tez. Wie die Wiener Allg. Ztg. meldet, wird die russische Antwortnote als eine Art Abbruch der direkten Verhandlungen zwischen Oester- reich-Ungarn und Rußland betrachtet. Fn der ruf» fischen Note wird angeblich erklärt, daß der Modus proce- dendi, den Oesterreich-Ungarn vorgeschlagen, angenommen wird. Rußland ist erst dann wieder geneigt, in direkte Der^ Handlungen mit Oesterreich - Ungarn einzutreten, wenn Oesterreich-Ungarn mit allen Signatarmächten des Berliner Vertrages zu einer Uebereiustimmung der Frage der Annexion Bosniens gelangt sein wird. Infolgedessen sollen die direkten Verhandlungen zwischen Petersburg und Wien ruhen. Es erscheint fraglich,ob Rußlandnocheine Konferenz wünscht.
Konstantinopel, 23. De». Die Verhandlungen mit Oesterreich-Ungarn nehmen einen befriedigenden Verlaus. Em Mitglied des Kabinetts äußerte sich gegenüber den Vertretern der Presse, daß ein Ausgleich der Differenzen zwischen Oesterreich- Ungarn und der Türkei zweifellos sei.
London, 23. Dez. D.e riegtciung hat zur Vorbereitung für eine cinzuoringende Wa hl r e fo r m-V o r l a g e eine Kommission ernannt, die die verschiedenen Wahlsysteme der Kolonien und des Auslandes studieren und dann oarüoer berichten soll, inwieweit V.stimnrungen daraus aus das enaliscl)« Wahlsystem arrwendbar mären. Es handelt sich namentlich um ein getvisses Plural-Wahlrecht in dem Sinne, daß ein Wähler gleichzeitig an seinen verschiedenen Wvhnsihen wahlberechtigt sein soll, ferner um die Frage der proportionalen Vertretung und um das allgemeine Wahl recht für Frauen und Männer ohne Rücksicht auf den Zensus.
Cherbourg, 23. Dez. Die Sicherheitspolizei verhaftete zwei Mitglieder einer Bande, welche sich damit befaßte, Matrosen zur Fahnenflucht zu verhelfen und ihnen die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen.
stellte. Für das Gericht stand fest, daß er sich in diebischer 2lb,uht nngeschlichen hatte, denn es war verschiedenes durchwühlt und ein Ziaarrenk.stchni stalid nickst mehr an der rid)tiqen Stelle; md) wurden die daraus fehlenden Zigarren bei dem Angeklagten oorgesunden. Im hiesigen Arresthaus simulierte er Krämpfe, in daß er aut seinen Geisteszustand untersucht worden mußte. Man scheint es mit einem geriebenen Gauner zu tun zu bahm; >r behauptete, früher eine Kvvfverletzung erlitten zu l>aben und ieit dieser Zeit sei er nicht mehr klar. Ter Sachverständige hielt ihn für seine Tat oeranUvortlich. tveÄmlb ihn das Gertckst, unter Berücksichtigung seiner Tiebstahlsstrasen, die er ui Augsburg und Trier erlitten hat und der unverschämten Bezichtigung einer ehrbaren Frau, zu 1 Jahr Gefängnis verurteilte.
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Ter Taglöhner P. 'Ji. aus Eschborn kam int August mit einem Lunde zu einem Schäser von Gambach und versuchte seinen Hund mit dem des Fchästrs zu vertauscheit. T-er Schäser erklärte sich bereit, den Hund zu prüfen und behielt ihn bet der Herde, toäh- rend R. den Hund des Schäfers in einer nahegelegenen Wirtschaft untet bringen sollte. Er tat dies auch; aber nachdem er sich in der Wirtsclmst gestärkt hatte, band er den Hund los und liahm üjn mit, um ihn gleich daraus zu verkaufen, seinen unbrauchbaren .Hutid dem Lckj^ser zurücklassend. Aus den Vorstrafatten wurde ersehcn, das; er schon mehr solche Hundegeschichten gemacht und da er sich wegen Diebstahls im Rückfall befindet, erkannte die Etro,k.in.ter aus 9 Monate Gefängnis unter 'Anrechnung von 2 Wochen Untersuchungshaft.
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Schöffengerichtssihung Gießen vom 22. Dez.1908.
Duldung von Glücksspielen. Der hiesige Cafetier L. stand unter Anklage wegen Duldung von Glücksspielen. Eilt Zeuge will ungefähr 2000 Mark horten verspielt haben, während ein anderer an den Vertreter der Staatsanwaltschaft mit der Frage hcrantrat, weshalb denn nickst diejenigen Personen als Zeugen geladen worben seien, welckte nut ihm gespielt hätten, wie höhere Beamten usw. Das Urteil lautete auf 80 Mark Geldstrafe ev. 16 Tage Gefängnis.
Wegen des gleichen Vergehens erhielten Wtrt A. B. 40 Mk., (Safetier A. R. 40 Mk. und Wirt A. F. ebenfalls 40 M5
Strafbarer Eigennutz. Der Taglöhner I. Sch. in
(DriQhiabDra^hncRuii^n.
Düsseldorf, 23. Dez. Die hiesige Strafkammer verurteilte gestern den Großindustriellen Ferdinandvan der Zypen aus Köln, der auf einer Automobilsahrt von Köln nach Düsseldorf einen 10jährigen Knaben überfuhr, sodaß dessen Tod eintrat, wegen fahrlässiger Lötung zu einem Monat Gefängnis.
Haag, 23. Tez. Der holländische Minister des Innern machte gestern in der 2. Kammer die Mitteilung, daß sich Königin Wilhelmina seit länger als 4 Monaten in gel egneten Umständen befindet. Tie Mitteilung der Re-
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Gießen wohnte bei einem hiesigen Schreiltermeister in Miete. Bei beffeit '©c<»ugc wollte der Vermieter zur Sicherung eines Mietrcsles 1 Pfeilerschrmckchen in Pfand behalten, und forderte vermög seines Vermiererpfandrcchtes auch den Angeklagten auf, es zurückzulassen. Trotzdem nahm dieser das Schränkchen mit in seine neue Wohnung. Der Angeklagte nmrdc von Strafe und Kosten freigesprochen. . n m
Streitbare Jungfrauen. Tas LanfmcDchen M. B. in Gießen mißhandelte ein hiesiges Dienstmädck!en mittels eines Schirmes, ütdem cs ihm auf den Kopf schlug. Sie will sich zu dieser Tat hinreißcu haben lassen, weil der Verehrer der Verletzten ein Bäckerbursche, sie auf Veranlassung der letzteren, ebenfalls mißhandelt hat. Wegen Körperoerletzurag erhielt die Angeklagte ö Mark Geldstrafe ev. 1 Tag Gefängnis.
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Ter Autor des Schundromans „Doppelte Tlorat*, Georg Fleck, der tn Berlin wohnte, ist geflüchtet.
In Greifswald wurde gestern durch eilte Explosion ein Teck der städtischen Höheren Mädchenschule zerstört. Der Schuldiener ist bei der Explosion ums Leben gekommen.
Die mechauifdie Weberei von Gla watsch in Kudowa (Böhmen) ist vollständig niedergebrannt. Der Schaden betrögt mehrere Millionen Mark. 650 Arbeiter stnd brotlos.
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