Ausgabe 
30.10.1908 Erstes Blatt
 
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Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Helfen am Samstag ben 31. Oktober: Meist heiler, trocken. Morgens Nebel. Temperatur ivie heute. Schwache östliche Winde.

91 n m.: 2ie m klammern gesetzlen Ziffern geben «n, tute viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auSwärti nach (Sieben gebrachte Kranke kommen.

GrignrQL-DVavtnletSnusen.

Köln, 29. Oft. Die Köln. Ztg. meint zu den Veröffeni- lichnngen des Daily Telegraph: Wir wissen nicht, wie die Worte des Kaisers in die Oeffentlichleit gelangt sind und weshalb sic in einem Augenblick veröffentlicht iverben, wo die internationalc Lage ihre Wirkung abschwächen muß und sie der deutschen Diplo­matie Ungelegenheilen bereiten könnten. Aber wir sind der Mei­nung, dass ein aufrichtiges Wart zu aller Zeit am Platze ist und Latz auch die diplomatiichen Aktionen, die jetzt im nähern 'Orient int Gange sind, nur dann zu einer Lösung führen werden, die bei allen Wechselfällen standhält, wenn sie die tatsächlichsten Ver­hältnisse, wie sie nun einmal sich gestaltet haben, fest ins Auge fassen. Diese tatsächlichen Verhällniise aber hat der Kaiser oit ihrer empfindlichsten Stelle in aller Offenheit bloßgelegt, und Sackte der Diplomatie luirt» es sein, sich danach einzurichten und damit abzufinden. Wenn wir aufrichtig und gerade unfern Weg gehen und uns auch nicht scheuen, einmal ein offenes Wort zu sprechen, wie der Kaiser es getan hat, müssen und werden wir auch in der auswärtigen Politik ein gutes Stück weiter kommen, und die Leute der krummen Wege und der krummen Mittel, die auf diesem Gebiet so gesck'äflig an der 2lrbeit sind, werden schließ­lich das Nachsehen haben.

Paris, 30. Oft. Echo dc Paris berichtet, der französische Marineminister habe beschlossen, alle auf Lager befindlichen Gra-- nalen aus Gußeisen durch solche aus Stahl, die mit Melinit geladen sind, zu ersetzen.

London, 30. Ott. Daily News meldet auS Petersburg, Iswolsky Ipbc persönlich untersagt, die Waffen, die vom Zaren Montenegro zum Geschenk gemacht worden sind, in Anti- vari zu landen. <

einen italienischen Arbeiter, der trotz mehrfack>er Anrufe nicht stehen blieb. Der Italiener wurde schwer ver­wundet und später in das Krankenhaus gebracht. Auf den Schuß hin eilten eine Anzahl Landsleute des Ge­troffenen herbei unb drangen trotz sehr, heftiger Gegenwehr mit Messern uub Steinwürfen derart auf den Posten ein, daß er tödlich verwundet wurde und inzwischen auch g e st o r b e n ist. Es ist noch nicht bekannt, ob die Strolche eftgenommen wurden.

* Das Kalb mit dem Doppelkopf. Der Kätn« Ahrens in Struvenhütten besitzt, wie der Allg. rfsl.-Ztg. mitgeteilt wird, ein eigenartiges schwarzbuntes Stierkaib, das _un übrigen völlig normal gebaut ist, aber einen Doppelkopf oentzt. Tteieu hat nur zwei Ohren, ist aber von der Stirn an in zivei zuiammen^ hängende tzksicyter geteilt, hat also zwei (L-tirnen, fchwarz mit weißen Mittelflecken, vier Augen, von denen die, beiden mittel,tat sich fast berühren, zwei Schnauzen mit vier Nafenossnungen und zwei Mäuler. Alle Organe find völlig normal ausgebildet. DaS Tier erfreut sich der besten Gesundheit und säuft die ihm dar- gebotene Milch mit beiden Mäulern zugleich.

Kleine Tageschrouik.

D a § englische KriegsschiffBlack." meldet, -daß es auf der Fahrt von Schottland in der Nordsee den Leichnam eines M a t r o i e n aufsischte, der einen Rettung-gurtet mit dem Aufdruck _Jarwouth" trug. . . m ,

Orville Wright, der bei seinem Umall einen Beinbruch erlitten hatte, wurde gestern mit Röntgenstrahlen durchleuchtet. Tie Ikntersucynng ergab eine völlige H e i l u n g.

GcricHes-aaL.

FC. Frankfurt a. 29. Olt. Wegen Mißhandlung Untergebener in 16, vorschriftswidriger Behandlung m 15 Fallen und Unterschlagung hat das Kriegsgericht der 21.Di­vision den B i z e w a ch l m e i st e r Schwahn von der vierten Batterie 27. Feldartillene--Regiments zu fünf Monaten Ge­fängnis und Degradation verurteilt. Schwahn besaß im Soldatenschinden eine gewisse Virtuosität. Hatte es em Mann bei ihm verdorben, soschliff" er ihn, daß ihm die Luft ausging. Ein JteErnt mußte eines Tages erst 15 Minuten in der Kniebeuge sitzen und in jeder Hand ein Geschoß von 13 Pfund strecken, dann Laufschritt um die Abteilung herum machen, hierauf zur Ab- ivechselung 70 mal über das Seil springen und sich dann wieder in die Kniebeuge setzen, um sichauszuruhen". Ter Mann konnte zuletzt nicht mehr, mußte dann aber noch 15 Paar Stiefel wichsen. Fauslschläge und Tritte waren bei Schwalm an der Tagesordnung. Auch die Einjährigen hallen viel zu leiden. Einen Einjährigen israelischen Glaubens, der im Zivilleben Referendar ist, beleidigte er mit den Worten:Verdammter Jnd, Rhinozeros, ich trete Sie vor den Bauch, ich stelle Sie an die Mislkute und lasse Sie ein hölzernes Schwert präsentieren!" 160 fDlt, die er bei 8 Rekruten >ür einen Schneidermeister, der den jungen Soldaten Exirahosen geinacht hatte, erhoben Halle, behielt er üir sich. Dafür hl vom Kriegsgericht, vor dem Scluvahn gellend machle, daß er als Sy­philitikervermindert zurechnung^ähig" sei, eine Einzelslrase von 2 Monaten Gefängnis und Degradation angesetzt worden. Gegen diese Strafe halte er Berufung eingelegt mit der Begründung, daß er das Geld verloren habe, oder daß es ihm gestohlen worden sei. Tas Oberkriegsgericht v e r iv a r s die B e r u f n n g.

Mannheim, 29. Okt. Der 16 Jahre alte Schlosser­lehrling Morweijer wurde wegen L u st m o r d e s, begangen an einem drei Jahre alten Knaben, zu 13 Jahren G e s ä n g n i s verurteilt.

Erle erstattete Rech nun gsbertcht verzeichnet 8270,37 Mk. Einnahme, darunter Beiträge 3275 M., Vermietungen 3124 < Mark, 828 Mk. Erlös aus dem Wirtschaftsbetrieb. Die ; Ausgaben betrugen 8161^5 Mk., darunter Besoldungen usw. 1191 Mk., 1031 Mk. Zinsen, 246 Mk. für Turngeräte, 2123 , Mark für die Unterhaltung der Turnhalle, Beleuchtung usw., , 1604 Mk. für Festlichkeiten und Turnsahrtdiäteu. Die Ver- ( Mögensübersicht ergibt einschließlich des Wertes der Turn­halle ein Reinvermögen von 57 381,21 Mk. Dem, Rechner 1 wurde für seine gewissenhafte Tätigkeit Dank ausgesprochen. , Dem Vorstand wurde für seine Geschäftsführung Entlastung erteilt. Nach Erledigung einiger Satzungsäirderungen wurde, nachdem der seitherrge Amtsinhaber Kaufmann Althoff trotz wiederholter Bitten bei seiner durch Arbcitsüberbürdung hervorgerufenen Ablehnung blieb, Redakteur Ernst Heß . gewählt, als 2. Sprecher Kaufmann L. Althoff^ als Schrifttvarte H. Wahl, Treuke und E. Jung, als L Turn- wart K. Heitser, als 2. Turnwart Erb, als Rechner Erle, als Zeugwart Herm. Weidmann, aiS Gegenschreiber Gg. Bellos, Turnälteste Waubel, W. Heß und W. Will, als Beisitzer W. Noll und Philippi. Hierauf schloß der Vorsitzende die Versammlung mit dreifachem Gut Heil auf den Turnverein.

** Der Gern Hard t'sche Zither- und Mando­line n ch o r veranstaltet am Sonntag abend im Saale des Hotel Einhorn einen zirhermus irakischen 11 nter- haltungsabend, bestehend in Instrumental- und Ge- fangsvorträgen. Wer Gelegenheit gehabt hat, an früheren Veranstaltungen des Vereins teilzunehmen, dem werden die genußreichen Stunden noch in guter Erinnerung sein. Auch das diesmalige Programm bietet Gewähr, daß die Besucher voll und ganz auf ihre Rechnung kommen.

Fe st genommen wurden der Arbeiter Bernhard AbelShausen aus Aachen, der wegen Diebstahls von der Staatsanwaltschaft Mainz steckbrieflich verfolgt wurde, ferner ein hier beschäftigter Schlosser auf Requisition der König!. Staatsanwaltschaft Ansbach, und ein Bettler, der nicht weniger als dreierlei LegitinrationZpapiere besaß und von dem man vorerst nicht weiß, was er für eine Persönlich­keit ist.

O Ettingshausen, 29. Okt. Ein schwerer Un­fall trug sich am Sonntag bei dem Kirchweihfest zu. Die Dorfjugend vergnügte sich bei dein Karussell. Das Töchter­chen des Landwirts Johannes Keil wollte das Karussell be­steigen, als es plötzlich seine Umfahrt begann. Das Kind stürzte herunter und brach den einen Arm zweimal. Es mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden.

Bad Nauheim, 29. Okt. Unter Führung von Geh. Baurat Dr. Eser, Kürdirektor Freiherr v. Starck, Bauinfpeklor Jost und Forstassessor Eggers unternahmen heute voriniltag folgende Herren eine Besichtigung des ausgestellten Modells der Sprudelfassung, das vor semer Ausführung der ministeriellen Genehmigung bedarf: Finanzminister Dr. Gnauth, die Geheimeräte Wilbrandt und Frhr. v. Biege­leben, Geh.Baurat Hoffmann, Geh. Obcrbergrat Braun und Geh. Oberbaurat Schm ick.

Fried berg, 29. Okt. Große Fortschritte im Ausbau und in der Verbesserung des K r e i 5 ft r a ß e n n c e § hat der Kreis Friedberg in den letzten Jahren gemacht, und fortgesetzt ist man noch bestrebt, neue Straßen anzulegen und vor­handene zu verbreitern oder umzubauen. Bon wichtigen Straßenbauten der letzten Jahre sind anzusührcu Friedberg- Schwalheim , Bad-NauheimOckstadt und Groß-Karben Heldenbergcn bis Kaichen. Die Straße bis Heldenbergen ist nahezu vollendet, dann wird die Abzweigung nach Kaichen 'erbaut Besonderes Augenmerk hat man darauf gerichtet, an den verkehrsreichen Straßen erhöhte Fußsteige anzulegen, so z. B. auf der Strecke BahnhofGroß-KardenKlein-Karben Rendel. Dies ist jetzt weiter vorgesehen an den Straßen Kl ch Göns bis Bahnhof, Ganibach bis Bahnhof und Assen- heini bis Bönstadt. Ferner hat der Kreistag den Straßenbau Bönstadt bis Bahnhof EberstadtKaichen genehmigt und be­schlossen, mit Kleinpflasieranlagen auf der sehr verkehrsreichen Straße Groß-Karben bis Bahnhof den Slnfang zu machen. Die Kosten betragen 35 900 Mk. Die Verlegung des Güter­bahnhofes Bad-Nauhcim macht den Umbau der Straße nach Friedberg an der Einmündung bei Bad-Nauheim erforderlich, dies kostet 22 000 Mk.

R.-B. Darmstadt, 30. Oktt. (Tel.) Gestern abend fand im Kaisersaal eine Abschiedsfeier für den nach Gießen versetzten Oberstaatsanwalt Lang und Amtsgerichts­rat Schudt statt, an der die hiesigen Juristenkreise fast voll­ständig teilnahmen. Generalstaatsanwalt Pretorius, Land­gerichtspräsident Herzberger, Landgerichtsrat Hofiuann und Justizrat Hall wachs widmeten dabei dem Scheidenden herzliche Abschiedsworte.

Darmstadt, 29. Okt. Heute nacht kam e§ ini Residenzcastz zu einer Schlägerei, in deren Verlauf der in der Kiesstcaße wohnende Wirt Otto N igg emann mit einem Dolch einen Stich in den Unterleib erhielt und lebens­gefährlich verletzt wurde. Er wurde sofort in das slädt. Krankenhaus gebracht, wo noch in dec Nacht eine Operation vorgenommen worden ist. Der Täter, ein Student der Techn. Hochschule namens Reibstein, ist in Hast genommen worden.

Luftschiffahrt.

Aus Friedrichshafen ivnd uns unternt 29. Oktober ge­schrieben: Die heutige Fahrt Zeppelins mit dein Herzog Albrecht von Württemberg gestaltete sich zu einer Rundfcchit über Oberschivaben. Um 5 Uhr 35 Minuten hörte man deutlich das Surren des Luftschiffes, das dem liier bei Friedrichshafen ent-, lang in der Richtung auf den Schloßpart und Manzell zufährt Trotz des Nebels landete Zeppelin nach 3l/2ftünbiger Fahrt um 6 Uhr ganz glatt auf der Werft von Manzell. Der Graf hat heilte ein in der herzlichsten Weife abgefaßtes Glückivunjchlelegramm voin K r o >l p r i n z e n erhalten.

*

In Paris machte der von dein Atltomobilindlistriellen Ele­ment erbaute 2 enkballonElemeitt-Bayard" feine erste, sehr erfolgreiche Versuchsfahrt uon SartrouvlUe bei St. Germain nach Paris und zurück. Der Ballon wurde von dem Ingenieur Kapserer, dem Erbauer des LeulballonSVille de Paris", gc- steuert. Ter 60 Meter lange Ballon iaßt 3500 Kubikmeter, die Schraubenflügel find 5 Meter lang und iverden von einem 120 PS Motor getrieben.

* Ein tragisches Schicksal hat sich an der Fa­milie des Geh. Ktrcheurats Prof. Dr. Baeutsch in Jena erfüllt, pesseu Tod bereits gemeldet wurde. Die Todes­anzeige, von Anverwandten erlassen, drückt dies in fol­genden Worten aus: ,/.Jchrem geliebten Sohne folgten heute in die Ewigkeit nach die trostlosen Eltern Herr und Frau Geh. Kirchenrat D. Baentsck." Zugleich berichten die Lokalblätter', daß heute morgen die Leiche einer schwarz­gekleideten Dame aus der Saale gezogen wurde. Täe Be­dauernswerte vermochte den hoffnungsvollen Sohn und ge­liebten Gatten nicht zu überleben. Johann Leopold Bruno Baentsch war am 25. März 1859 in Halle geboren, wirkte als Diatonus an der Andreaskirche in Erfurt und gehört der Jenaer Hochschule seit 14. Juni 1893, zuerst als Pvivatdozent, an. Am 29. März 1899 wurde er zum ordentlichen Professor der 'alttestamentjichen Philosophie ernannt. Seit dem Wintersemester 1901/02 war er Direktor des theologischen Seminars. Bei seinen Kollegen und Schülern erfreute sich der Verstorbene einer großen Beliebtheit.

** Unfall eines P o st e n. Im FortFemy" bei Metz schoß ein Poften vom 98. Infanterieregiment auf

0 Marburg, 29. Okt. Im Walde bei Wehrda wurde ein aus Caldern entlaufenes und völlig wild gewordenes Rind erschossen.

X Biedenkopf, 29. Okt. Vorgestern und gestern besichtigte eine aus neun Herren bestehende Regierungs­kommission die vom Landtage genehmigte Bahnlinie Alten Hunde nK ir chhunde nB irkelbach, die einst­mals den Weg von Westfalen nach Marburg, Gießen und Frankfurt um 26 Kilometer abkürzen wird.

-s- Homberg a. d. Efze. 29. Okt. In einem hiesigen Steinbruch wurden gestern zwei Arbeiter durch abfturzenbc Gesteinsmassen getötet.

b. Eltville, 29. Okt. Bei der Versteigerung des Nachlaßes der kürzlich verstorbenen Frau Professor Meil hier, die ihr Gesamtvermögen im Betrage von rund 1 Mill. Mark ben Orten Eltville unb Erbach vermacht hatte, wurde, wie bie Abeubblötter melben, in dem Geheimfach eines Schrankes neben zahlreichen Wertsachen 12 000 Mk. in bar unb 178 000 Mk. in Wertpapieren vorge­sunden, von denen die Erben bisher nichts wußten.

h. Fulda, 29. -Okt. Gestern früh 3 Uhr fuhr auf bem Bahnhof zu Bebra ein von Göttingen tommenber Guterzug auf ehteit auf dem Bahnhöfe stehenden Güterzug. Ettva -10 Wagen sind teils zertrümmert, teils stark befchadtgl. Der Schaden ist bedeutend. Vvm Zugpersonal sind ein Acann schwer, drei leicht verletzt worden. Der Zusammenstoß erfolgte mtoigc irrtümlicher Freigabe der Einfahrt durch einen Weichensteller.

HanSeU

KonkursSolingerAank. Im Konkurs dieser Bant beschloß der Gläuoigevausi'Luß eine Avschlagsverteilung ton 20 Pro-zent. Es sind 1110 069 Mark zu berücksichtigen, davon sind 1500 Mark bevorrechtigte und 1108 569 Mark nicht bevorrechtigte ForderuiiMN. Der Glaubigerausschuß beschloß weiter, die Regreß klage gegen den Aufsichtsrat sofort anzustrengcn.

Türkische Finanzen. In den näcbften Tagen dürste wieder ein Vorschußgcfchäft perfekt werden. Es ist der vierte Vorschuß, der aus die yi erwartende Anleihe genommen wird. Dabei handelt sich um 35 bis 40 Millionen Franken, unb es werden sich au b:e(cm Geschäft die Bank Ottornan, die Deuffche Lank, sowie voraussichtlich ein englisches Syndikat zu ungefäho gleichen Quoten beteiligen.________________________________________

Markte.

fc. Frankfurt a. M., 30. Olt. Heu- unb St rohmarkt Auqefahreu waren 13 Wagen Heu unb 3 Wagen Stroh. Be­zahlt würbe stir Heil Mk. 3.003.50, für Stroh Mk. 2.20-0.00. Die Zu'uhr war aus ben Kreisen Gelnhausen, Fnebberg unb Sie­burg. Nachfrage besonders nach Stoh nachgebend. Tendenz ruhig. Äöchenü. Ueverftchl öer Todesfälle L ö.Staöt Gietzen.

43. Woche. Vorn 18. Oktober bis 24. Otkober 1908.

Einwohnerzahl: angenommen zu 30 400 (inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitszisfer: lb,81°;00,

nach Abzug von 6 Ortsfremden' 8,88 Voo.

Kinder

Es starben an: Zusammen:

Erwachsene: int

vorn

1.

Lebensiahr:

2.-15. Jahr

Diphtherie

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Lilngenschwindsuchl

1 (1)

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Lungeuenlzttndung

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Herztehler

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'Nierenentzündung

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Knochenmat ttEnl-

enlzündmig

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Leberfchwrnid

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Verbrennung

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Lungcnerwclterung

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Oeffertttiche Zustellung.

Der Karl Henzel zu Obbornhofen vertreten durch die Rechtsanwälte Justizrat Katz und Kaufmann in Gießen klagt gegen den 2Ubert Nozulak, früher in Obbornhofen, jetzt unbekannt wo abwesend wegen einer Rest * ** Forderung für Verköstigung desselben vom 1. Oktober 1906 bis 81. Januar 1908 laut Schuldanerkenntniß vom 31. Januar 1908 mit dem Anträge den Beklagten durch vorläufig vollstreckbares Urteil kostensallig schuldig zu erkennen an Kläger zu zahlen 176 M. 34 Pfg. nebst 4 °/0 Zinsen seit 1. Februar 1908 unb labet den Beklagten zur mündlichen Verhanblung bes Rechtsstreits vor bas Großherzogl. Amtsgericht zu Hungctt aus Freitag den 18. Dezember 1908, vorm. 9 Uhr.

Zum Zwecke der öffentlichen Ziislellung mirb dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

Hungen, den 23. Oktober 1908. 3»»/

Der Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts.

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