aber Dank des gesunden Sinnes der Gießener Bevölkerung gründlich vorbeigelungen. Gerade aus dieser dein Sinti* scmitiLmus nicht geneigten Stimmung in Gießen heraus wäre es zu versieben und nicht zu beanstanden, wenn die Negierung im Interesse eines ferneren friedlichen ZusannnAulebens aller Bevölkerungsklassen und Neligionsgen'.cinschaften Herrn Dr. Werner von hier versetzt hätte. 9lbcr nach der bestimmten Erklärung der Regierung ist dies nun einmal nicht der Fall und alle Deklamationen des Abgeordneten Bähr werden nichts daran ändern können, daß die Versetzung nicht den geringsten politischen Beigeschmack hat.
So wird man es denn auch verstehen können, daß Herr Bähr zur dürftigen Begründung seiner Anfrage zu allerhand unerwiesenen Gerüchten und Klatschgeschichten seine Zuflucht nimmt und Personen und Dinge in die Angelegenheit hineinzieht, die mit der ganzen Sache nicht das geringste zu tun haben. Absolut vcriverflich ist z. B. die Art, wie er die angebliche Tätigkeit des Abg. Dr.' Gutfleisch erwähnt: erst wird behauptet, in „weiteren Kreisen" sei das Gerücht verbreitet, Abg. Dr. Gutfteisch sei an der Sache nicht unbeteiligt, und hinterher wird dann bemerkt, das werde nur nütgeteilt, um Abg. Dr. Gutflcisch Gelegenheit zu geben, sich dazu zu äußern. Wir können dazu mitteilen, daß es sich hierbei um einen politischen Klatsch handelt und sind der Ansicht, daß es der Würde unserer Volksvertretung nicht entspricht, wenn sie sich mit derartigem Klatsch befassen muß. Die „weiteren Kreise" existieren übrigens nur in der Phantasie des kleinen Kreises deutschsozialer Fanatiker, hier m Gießen denkt sonst kein Mensch daran.
Auf ähnlicher Höhe steht die Verdächtigung eines hochverdienten Beamten und Schulmannes, bcm vorgeworfen wird, er habe seine Stellung dazu benutzt, um einem mit ihm verwandten Oberlehrer die ersehnte Versetzung zu verschaffen. Geradezu spaßhaft ist die Art, iuic in der Anfrage, bezw. ihrer sogenannten Begründung, die Familienbezichungcn einer ganzen Reihe hessischer Oberlehrer benutzt werden, um die politische Maßregelung Dr. WernerZ 511 „beweisen". Direkt komisch wirkt dann der Hinweis auf die 1000 Mark Umzugskosten, die dem Lande aus der Werncrschen Versetzung erwachsen. Hier ist das Wort anlvendbar „Spottet seiner selbst und weiß nicht wie." Die Besprechung der an den Haaren herbeigezogenen Anfrage wird das Land kauin weniger kosten, und ivenn Herr Bähr seine Absicht erreicht und seinem Freunde Dr. Werner die Wiedcrversetzung nach Gießen verschafft, müssen die Umzugskosten noch einmal geleistet werden. Gerade Herr Bähr sollte übrigens mit Hinweisen auf Sparsamkeit sehr vorsichtig sein, denn es ist allgeniein bekannt, daß er durch die mehr als gründliche Behandlung, die er als Vorsitzender der Pctitionskommission den Hundesteuer-Reklamationen zuteil werden ließ, das Land außerordentlich viel Geld kostete, so daß mau sich zu einer Blenderung des Hunde- steuergcsetzcs entschließen mußte.
Eine gründliche Behandlung der Angelegenheit in der Volksvertretung wird sich trotz der Grundlosigkeit der be* hauptelen Tatsachen nicht umgehen lassen. Gilt es doch, den Nachweis zu führen, daß eine politische Matzregelung eines Beamten — die unter allen Umständen verwerflich wäre — nicht vorliegt, sowie ferner, Beschuldigungen von Leuten ab- zuiveisen, deren ganzes öffentliches Wirken sie gegen so niedrige Anivürfe schützen sollte. Nur durch eine gründliche Behandlung der Anfrage wird der Zweck derselben, auf Kosten des Landes ein zugkräftiges Reklame,nittel für einen deutschsozialen Agitator und Parteiführer für die kouiinendc Landtagswahl zu erhalteu, v^eitelt werden können.
jMitifcbc Tagesschau.
Besuch der deutschen Geistlichen in England.
Die deutschen Geistlichen folgten gestern einer Ein- ladiing der Professoren der Theologie von der Universität Eambridge im Trinity College, besuchten hierauf das St. Pohns College und wohnten sodann einer Gartengesellschaft im Botanischen Garten bei. Abends fand im Great Castern Hotel in London ein Bankett statt, an den» zahlreiche Vertreter der englischen Geistlichkeit und viele Parlamentsmitglieder teilnahmen. Der Vorsitzende, Unterhaus- niitglied Baker, brachte den Toast auf den deutschen Kaiser aus, den er als Friedensfürsten feierte. Oberhofprediger D. Dcyander hob die zahlreichen Bande dec Freundschaft zwischen beiden Nationen hervor, die nicht verloren gehen sollten. Unterhausmitglied Ellis toastete auf die deutschen Besucher im Namen des Schatzkanzlers Lloyd George, dec telegraphisch sein Bedauern ausgesprochen hatte, dem Bankett nicht beiwohnen zu können, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der jetzige Besuch ein weiterer Schritt für die Erhaltung guter Beziehungen zwischen beiden Ländern sein möge.
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Proteste gegen den Besuch des Königs Eduard in Rußland.
Ein Protest gegen den Besuch des König Eduards beim Kaiser von Rußland ist nunmehr! von 57 englischen Unterhausmitgliedern unterzeichne, und den, Staatssekretär Grey überreich, worden. Neuerdings regt sich nun auch in Rußland der Widerspruch gegen den englischen Besuch, und namentlich in der rechtsstehenden Presse macht sich eine l-eftigc Opposition gegen den Besuch des Königs von England bemerkbar. „Swet" bespricht die von der Arbeiterpartei gegen die Zusammenkunft in Reval im englischen Untcr- lianse gerichteten Angriffe, und bemerkt dazu, daß weder Premier- minffter Asquith noch die Mehrheit des Hauses es für nötig
Erstes Blatt
Samstag 30. Mai 1008
Die heutige Nummer umfaht 16 Seiten.
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Die von der Großh. Negi
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158. Jahrgang
reu, pügen.
Nr. 126
»Der Siebener Anzeiger .irfchenu täglich, außer i Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich tvlcbenerFamttienblätter; Hsvetmalwöchentl.Areis. ißattfürbenrireisSichen i|3),cnßtag und Freitag); roeimal monatl. Land» olriichastliche Seiifragen Hiernsprech - Anschlüsse: lüt die Redaktion 112, «Verlag».Expedition 51 llldresse lüt Depeschen: Su-etger Gießen.
Der werneransrage zweite Auslage.
Wie schon mitgeteilt wurde, hat Abg. Bähr seine erste digemein gehaltene Anfrage über die Beweggründe der Großh. ‘.Regierung bei Beamtenversetzungen in eine soläw über die Versetzung des Oberlehrers Dr. Werner von Gießen nach ’ pormö verwandelt.
Die neue Anfrage lautet:
„Die Versetzung des Herrn Oberlehrers Werner von der ‘ Oberrealschule in Gießen an die Oberrealschule in Worms, die plötzlich und ohne jede vorausgegangene Mitteilung erfolgte, iDirb allgemein als eine Maßregelung Werners wegen feiner politischen Betätigung im Interesse dec deutsch-sozialen Partei und seiner Inden-Gegnerschaft ausgefaßt. Die Bedeutung, welche b ie deutsch-soziale Partei in Gießen, dem Re i chs t ags - -W a hl - terife des Herrn Abgeordneten Köhler, hat und die eifrige Bc- titigung, welche Herr Dr. Werner, namentlich bei der letzten zsüäistagswahl als Ausfluß seiner staatsbürgerlichen Rechte nZnhrnahm, machte ihn seinen liberalen Gegnern zu einem unbequemen Politiker. Die Absicht seiner politischen Gegner, auf eine Versetzung Werners bei der Großh. Regierung hinzuwirken, ist teils offen zutage getreten, teils in versteckter Form betrieben worden. Ob und inwieweit Herr Abgeordneter Dr. Gut- »fl tisch diesen Wunsch auf Versetzung WernerS der Großh. Re- itTung, der Schulabteilung des Ministeriums des Innern oder bcm in Betracht kommenden Referenten des höheren Schulwesens, Herrn Geh. Oberschulrat Nodnagel, der dem Vernehmen nach mit Herrn Geh. Justizrat Dr. Gutfleisch gut befreundet
.... ... __ Negierung abgegebene Erklärung, daß
nid)t die Parteipolitik, sondern nur das dienstliche Interesse für )i( Versetzung Werners maßgebend gewesen sei, findet wenig Glauben; zumal nunmehr einige Umstände bekannt geworden 'inb, die die Angelegenheit noch in einem anderen Lichte darzu- isilen geeignet sind. Zunächst ist die Tatsache bekannt geworden, haß der Eintritt Werners bei der Oberrealschule in Worms selbst eine vollständige Umarbeitung des Stundenplanes notwendig machte und mithin das dienstliche Interesse der Verdung daran nicht erkennbar ist, da manch anderer Oberlehrer gerade für die in Betracht kommenden Verhältnisse geeigneter gewesen wäre, als Herr Werner. Hier kommt noch die weitere rcksache hinzu, daß Oberlehrer Dr. Straft, ein Neffe des Geh. £ berschulrats Nodnagel, von WormS nach Gießen, seiner Heimat- itabt, versetzt worden ist, also mit Werner in der Stellung rauscht hat. Man spricht davon, daß diese Veränderung den duschen des Herrn Straft, der für eine Wirksamkeit in seiner Ö1 antat eine Vorliebe hegte, sehr entsprochen habe. Ich gehe Machst gar nicht so weit, Herrn Geh. Oberschulrat Nodnagel bimaus einen Vorwurf zu machen, seinen Neffen begünstigt zu beicn; ich möchte diesen Umstand nur in dem Zusammenhänge, Mnschen von Oberlehrern nach Möglichkeit gerecht zu werden, erwähnen. In diesem Sinne und der angegebenen ^oraus- '?tung ist die Versetzung Krafts nach Gießen unzweifelhaft ein großes Entgegenkommen für den Genannten, während die Zn- imessen Werners hierdurch, wie ich noch aussühcen «verdc, schwer vc tetzt und benachteiligt werden. Auch in anderen Fallen rann feiiigeftellt werden, daß in weitgehendstem Maße Wünschen ein-
legt würden. Mit großer Befriedigung werden mit uns weite Kreise dec Bevölkerung auch die wachsende Anteilnahme akademisch Gebildeter am öffentlichen Leben begrüßen, denn sie vor allem sind dazu berufen, auch auf dem politischen Kampfplatz Führer zu sein. Dabei ist es in diesem Zusammenhang zunächst gleichgiltig, welcher politischen Partei der einzelne seine Kräfte leiht, sofern es nur aus innerster lieber- zeugung und unter Bachtung der Formen geschieht, ohne die der politische Streit zum öden Klassen- und Raffenkampf wird. An der Ueberzeugungstreue des Oberlehrers Dr. Werner wird wohl keiner seiner Gegner zweifeln, wohl aber an seiner Fähigkeit, politische Meinungsverschiedenheiten so auszutragen, daß für den Gegner nichts Verletzendes übrig bleibt. Das hat sich namentlich bei den letzten Stadtverordnetenmahlen gezeigt, bei denen gerade Dr. Werner das rassenpolitische Element hineintragen wollte: Das ist ihm
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Verantwortlich für den politischen Teil: (£. Anderson; s. Feuilleton und „Vermischtes'
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von Anzeigen tF » I ö i i u.Land^ und „Gerichts-
vi DomSgTio'ui^ Rotatfonrbnick und Verlag der vrühl'schen Univ.'Vuch' und Steisidruckeret. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchnlstratze 7. Anzeigente?!?'tz? BeL
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politisch kalt stellen zu können, wenn man dieselben gerade nach Worms versetzt?
Gegen die Dienstsührung Werners lag meinen Erkundigungen nach nicht das geringste vor, im Gegenteil erkennen die Herren Ministerialrat Eisenhuih und Geh. Oberschulrat Nodnagel die Energie und Leistungsfähigkeit Werners im Unterricht mündlich und schriftlich nach mir gewordener Mitteilung än, desgleichen sein direkter Vorgesetzter, Geh. Schulrat Rausch in Gießen. Die der Staatskasse burd) die Versetzungen der Oberlehrer Werner und Straft entstehenden Umzugskosten werden sich auf etwa 1000 Mk. belaufen. St'önntc an derartigen Ausgaben nicht gespart werden?
Gcoßher^igliche Regierung und die Herren Ländftände werden es nach dem Vorgetragenen erklärlich finden, wenn ich die Anfrage stellte, nach welchen Grundsätzen in der Besetzung der Oberlehrerstellen im allgemeinen verfahren werde.
Was nun die politische Betätigung von Oberlehrern betrifft, so sbcht es fest, daß in allen anderen bürgerlichen Parteien eine größere Anzahl diefer Herren, namentlich bei den liberalen Parteien, in vordester Kampfesstellung und Agiiation stehen und auch schon wiederholt zur Wahl für den Reichstag und Landtag gestanden haben. Will man es nun Herrn Werner, der von unserer Parteirichtung als Landtagskandidat in Aussicht genommen war, durch Versetzung in einen fremden Bezirk unmöglich machen, sich um ein solches Mandat zu bewerben? Daß die Versetzung Werners politischen Beigeschmack hat, beweist die öffentliche Meinung in Hessen. Ter „Darmstädter Tägliche Anzeiger" brachte den Fall unter „Hessische Politik!!" die „Liberale Wochenschrift" unter der Spitzmarke „Eine politische Maßregelung?" Tie „Kleine Presse" vom April schrieb, die Versetzung errege in politischen Streifen lebhaftes Interesse! Dieselbe „Kleine Presse" brachte bereits am 31. März (!) die Nachricht von der Versetzung. Zn nationalliberalen Kreisen zu Alsfeld und Lauterbach war sie noch früher bekannt. Wie kam dies tvohl?
Es kann unter Beweis gestellt werden, daß Kreisrat Wallau sich bereits im Jahre 1903 auf der Wenzel!chen Hochzeit in Lauterbach dahin äußerte, wenn ihm Werner lästig falle, brauche, er es nur ’jii sagen, dann sorge das Ministerium schon für Abhilfe!
An den Einfluß Waltau's war nicht zu zweifeln, wenn man die Tatsache inbelracht zieht, daß er selbst, der auf seine Bewerbung hin von Lauterbach nach Bensheim versetzt ivorden war, alsbald wieder nach Lauterbach zurückversetzt worden war, weil politische Gründe für sein Verbleiben in Lauterbach geltend gemacht worden waren. Weitere Erörterungen behalte ich mir für die Besprechung in der Kämmer vor.
Ich weiß mich mit allen recht denkenden und urteilsfähigen Personen in dem Bewußtsein einig, hier eine gute Sache zu vertreten, indem ich die Angelegenheit zur gründlichen Besprechung stelle. Die deutsck)-soziale Partei wird die Angelegenl-eit nicht eher ruhen lassen, bis eine pollständige Auskunft und eine überzeugende Darstellung des Falles gegeben wird.
Die ganze Zweite Stamm er der Landstände wird mit mir den größten Wert darauf legen, zu erfahren, warum der Tausch zwischen den Oberlehrern Dr. Werner und Dr. Kraft oorge- nommen worden ist und worin das dienstliche Interesse hierfür zu suchen ist.
Hiernach frage ich Großh. Regierung, warum dec Oberlehrer Dr. Werner nach Worms und der Oberlehrer Dr. Kraft nach Gießen versetzt worden ist.
Darmstadt, am'26. Mai 1908.
Bähr.
Sv ist denn, dank dec paclamentischen „Geschicklichkeit" des Abg. Bähr, aus einer an sich belanglosen Angelegenheit eine politische Haupt- und Staatsaffäre geworden. Dem großen Slufmand an Worten entspricht der tatsächliche Inhalt der Slnfcage keinesivegs, denn sie baut sich zum großen Teil auf haltlosen Kombinationen und wenig glaubhaften Gerüchten auf. Hoffentlich fällt die 9lnt»vort der Regierung auf die Anfrage so deutlich und kräftig aus, daß damit ein für alle- mal diesen Treibereien ein Ende gemacht wird.
Das wäre um so nötiger, als Herr Bähr und seine Freunde sich krampfhaft bemühen, eine an sich gänzlich unpolitische Angelegenheit, wie es die Versetzung eines Beamten ist, zu einer politischen Affäre umzuwandeln. Wir meinen, auch an den Worten einer Regierung sollte man nicht drehen und deuteln, zumal, wenn es sich um eine Regierung handelt, die im besten Sinne des Wortes liberal (liberal nicht im
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
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■Ritdjnung getragen wurde. Ein Fall, der für sich ielber ipriem, »nbient bekannt zu werden und ich möchte bitten, denselben amtlich llarzustellen. Oberlehrer Vogt vom Realgymnanmn m T'itmftabt ist vor etwa einem halben Jahr im Laufe des toct)ul> 'Mßahres auf sein Nachsuchcn nach Worms,ver>etzt worden, nm itätem Schwiegervater, der durch den Tod 1 einer 6'rau Witwer geworden, aber in guten Bermögensverhältnmen lebt, familiär naher zu sein. Damals hat dieses Verfahren in Lehrer- und b? teiligten Kreisen Aufsehen erregt, weil eine Versetzung int Lame bt-i Sclniliahres, ohne ein vorliegendes Bedürfnis, weder im jirtereiic der Schulanstalt noch der Schüler gelegen fein kann onb schwache Schüler gar zu leicht durch die notwendige Gewöhnung an einen neuen Lehrer Nachteile durch Sitzenbleiben in 'her Klasse erfahren, die ihnen und den Eltern grotzcn Schaden trugen können. Andererseits war hier wieder eine weitere Verdung eines Lehrers nötig, der Herrn Vogt Platz machen mußte.
Nach diesem Vorgang ist doch wohl die Frage berea)tigt, ui: man den geäußerten Wünschen des Oberlehrers Werner am
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ist, mitgetcilt hat, weiß ich nicht und behaupte es auch nicht. l)a aber in weiteren Kreisen das Gerücht verbreitet ist, daß Herr 'Kbg. Dr. Gutfleisch an der Versetzung Werners nicht unbeteiligt sei, erwähne ich diesen Umstand nur aus dem Grunde, Herrn Dr. Gutfleisch Gelegenheit zu geben, sich hierüber zu äußern. ,'liich möchte ich Großh. Regierung um geneigte Auskunft darüber rsuchen, ob und welche Persönlichkeiten um die Versetzung Wec-
sses vom 16.3«® ten nach Losen f
in -dheitlicher Verhältnisse seitens des Schulmiiiisteriums cntgegen- N!ommen ist? Die Mutter Werners, wwie die ganze oamilic - 'eiter Fran wohnen in Gießen. Die Verie^ng nach Worms ! ta: in dieser Beziehung Oberlehrer Werner sehr ^^er betrohtn
ö«rr Werner hat aber auch ein ärztliches ^ugnw b^igebracht, Mach derselbe an nervösen Herzasfekttonen leider »nd die klimat. ‘ Zmhältnisse von Gießen feiner Gesunöheit mehr ^aqem als di- I utrigen von Worms. Auf Anordnung deeMiNistenums mutzte i« Werner nochmals kreisärztlich untersuchen lafsen Er hatte )t-s vorher schon versucht, konnte aber ntcht zum Ziele kommen^ der Kreisarzt die Erklärung abgegeben hatte, die Untn
uiiiung erst nach Aufforderung des VriNisterlUMS vornehmen ;u können. Das Zeugnis des Kreisarztes stimmte nun .mit dem i li—eil des vraktiscken Arztes nicht überein. Werner wurde mit I ei -cm Gesuche abgewiesen, während Fälle 'uied^holt vorgeko^
in), daß vollzogene Versetzungen wieder ^uruefgenommen worden iw, z. B. bei Oberlehrer Grdmann IN D-rwdoerg
I I _ Nun ist mit Werner zugleich ein anderer Obeil i gleichen I tumstalters und gleichen Faches lnene^ J1D1)rt)en Diese i tn_ des Neue Gymnasium in Darmstadt vmetzt worden ^e N 18-rsetzuna hie burd) das Ableben eines Professors notwenoig
I^L'ift abL mehr als eine. «eföriKruugn
! tiu: dem Neuen Gymnasium zugleich em
' Kunden ist. Barum iwv.te man Sßema
Wit. Warum wurden die Oberlehrer Sergei unb 3/cbcituig in M miz vor einer Reihe von Jahren, angeblich au»dE Grunds E'l sie einem Gesuche an den dortigen >stadtvoridmd^B nutunq der Stadlhalle auch an den dortigen ö.eUNcyen mesvrm ^in zur AblMung eine? Versammlung, in welcher der nun-
I ästige Landtags-Abgeordnete Wolf spachen 1vltte, ^e Unter- : lüften beifügten, was den Untvillen e.n^ r^i^r Herren ment haben soll ebenfalls nach Worms verseht. Glaubt man
Ä« uni) Seainie anjercr Par.-.r.chtung
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parteipolitischen Sinne genommen) ist. Nachdem die Regierung erklärt hat, daß die Versetzung Dr. Werners nicht aus politischen Gründen erfolgt ist, war wohl jedermann im Lande u=n w . „„ .damit zufrieden, MoS nicht der kleine Kreis um Herrn Dr.
dee Zurücknahme seiner Versetzung wegen fanultarcr und gc-1 gyerncv i)Cvum, dec nut allen Kräften aus seinem Führer einen pollti,chen Martyrec machen mochte, vielleicht in dem Gefühl, daß das ersehnte Landtagsmandat für ihn, dem akademisch gebildeten Beamten, damit in einem rein bäuerlichen Kreis eher zu haben ist, als ohne den Strahlenkranz dieser Märtyrerkcone. Die freie und ungehindert« Ausübung politischer Gesinnung für alle Stände und Bevölkerungsklassen, also auch für Beamten billigen wir mit der großen Mehrzahl der hessischen Bevölkerung durchaus und wir würden es lebhaft beklagen, wenn von irgend einer Seite der Ausübung dieses staatsbürgerlichen Rechts Hiiiderniffe in den Weg ge-
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