Ausgabe 
30.1.1908 Erstes Blatt
 
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= Großen-Linden, 29. Jan. Der Krieger­verein feierte am Sonntag im Saale von H. Fischer Wwe. Kaisers Geburtstag. Der Vorsitzende Dr. Platz begrüßte die Anwesenden und brachte nach längerer Rede ein Hoch auf S. M. den Kckiser aus, welches begeistert ausgenommen wurde. Dann sang die Versammlung das Lied ,Heil dir im Siegerkranz", darauf gab Dr. Platz Lehrer Keil von Klein-Linden das Wort, der einen .Vortrag hielt über eine Lehrer fahrt nach Hamburg, Kiel, Kaiser Wilhelm-Kanal, Helgo land, Nordsee und Bremen. Der Vortrag fand allgemein Beifall. Ter Gesangverein Harmonie trug einige schöne Lieder vor, die viel zur Verschönerung des Abends beitrugen. Zum Schluß feierte Lehrer Keil die Veteranen und brachte ein Hoch auf sie aus, wofür ihm der Vorsitzende dankte. In heiterer Stimmung trennte man sich in später Stunde.

X Lollar, 29. Jan. Die hiesige, 465 Hektar große Feld- und Waldjagd, die seither 710 Mark Jahrespacht brachte, hat bei der Neuverpachtung auf sechs Jahre als bestes Gebot einen jährlichen Pachtpreis von 800 Mark erzielt. Seitheriger Pächter war Rechtsanwalt Dr. Jung- Gießen. Bestbietender blieb Rentner Sch m all-Gießen.

dl Mainzlar, 29. Jan. Wie die Jagdpreise stei­gen, sieht man in unserer Gemeinde. Während seither die Jagd nur 525 Mk. kostete, hat sie jetzt Dr. Wagner-Londorf für 905 Mk. gepachtet.

x Lich, 28. Jan. Zwanzig Jahre sind es, daß Herr Heinrich Erb als Fuhrmann bei der Brauerei I. H. Jhring hier in Diensten steht. Von seinen Kollegen wurde dem Jubilar ein Diplom überreicht, das im Schaufenster des Glasermeisters Scherf ausgestellt ist.

Q Harbach, 29. Jan. Die Untersuchung über da§ angebliche SittlichkeitSoerbrechen hat ergeben, daß die An­schuldigung grundlos erfolgt ist. Das Mädchen hat die Behauptung, der K. S. habe sie vergewaltigt, vollständig grundlos erhoben, so daß der zu Unrecht Beschuldigte, der übrigens nicht verhaftet, sondern nur zur Vernehmung nach Grünberg gebracht worden war, auf freien Fuß gelassen wurde.

x Oppenrod, 29. Jan. Gestern fand die Ver­pacht u n g unserer Gemeindejagd statt. Der seitherige Pächter, Schreinermeister Weichel von Gießen, blieb mit 600 Mk. Höchstbietender und erhielt den Zuschlag. Seither betrug der jährliche Pachtpreis 510 Mk.

<£> Kirch-Göns, 29. Jan. Obwohl unsere Halte­stelle an der Main-Weser-Bahn erst vor etwa fünf'Jahren errichtet wurde, hat sie bereits einen so starken 'Verkehr zu ver­zeichnen, daß die Bahnbehörde nunmehr beschlossen hat, vom 1. Mai ab auch noch den letzten Persvnenzug von Gießen hier halten zu lassen.

"Friedberg, 29. Jan. Die Handelskammer für die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten wählte in der 1. Sitzung dieses Jahres zum Vorsitzenden wiederuni Kaufinann Wilhelm Fertsch (Friedberg), zum 1. Stell­vertreter Hotelbesitzer Ferdinand Sprengel (Bad-Nauheiin), zum 2. Stellvertreter Fabrikant Otto Schäfer (Büdingen) und zuw Rechner Fabrikant Julius Kann (Friedberg). Zu dem Gesetz über die Aenderung des Gerichts­verfassungsgesetzes, der Zivil proz eßord uung usw. wurde nach längerer Beratung folgender Beschluß gefaßt:

I. Die Kommission erkennt an, daß der Entwurf eines Ge­setzes, betr. die Aenderungen des Gerichtsoersassungsgesetzes, der Zivilprozeßordnung, des Gerichtskostengesetzes und der Gebühren­ordnung für Rechtsanwälte einige Bestimmungen enthält, die die Beichleunigung und Bereinsachung des Verfahrens bezwecken. Dazu gehören:

1. Die Erweiterung des Kreises in Feriensachen. (§ 202 und 204 G. V. G.)

2. Die grundsätzlichen Zilstellungen uiid Ladungen von Amts- wegen. (§ 141, 496, 497 Z. P. O.).

3. Die Einführung der gleichen Eiiilassiingsfrist für fogenmmte Nachbarorte, (tz 499, 604 Z. P. O.)

4. Die Herbeischaffimg von Beweismitteln vor der mündlichen Verhandlung jedoch nicht die Ladung von Zeugen und Augenscheinseinnahme (§ 501, 509 Z. P. O.)

5. Tie Verweisimg eines Rechtsstreits im Falle örtlicher oder sachlicher Unzuständigkeit an ein anderes Gericht durch un­anfechtbaren Beschluß (§ 505 Z. P. O.j.

6. Dre vorgesehene Vereiniachung und Abkürzung des Mahn- verfahrens. (§§ 693-700 Z. P. O.)

7. Die Erhöhung der Zuständigkeit der Aintsgerichte von 300 Mk. auf 800 Mk.

II. Falls die vorgeschlagene Zuständigkeitserweiterung ein­geführt wird, wünscht jedoch die Bersammliing, daß für die jetzt den Kammern für Handelssachen zugenuesenen Sachen im Werte ooii 300800 Mk. Kammern für Handelssachen air den Amts- gerichten ohne Anwaltszwang eingerichtet iverden.

III. 1. Die Versammlung spricht sich entschieden gegen eine Be­schränkung der Berufung auf Gegenstände über 50 Mk. aus. (§ 511 a Z. P. O.),

2. sie verwirft desgleichen ebenso energisch die in § 48 G. V. G. vorgeseheneStrafgebühr" für Termine, welche nach dem 4. Termin jtattsinden,

3. fie wendet sich endlich gegen durch eine falsche Pauschalierung der Schreibgebühreir vorgesehene Verteuerung.

Es wurde ferner eine Kommission gebildet, bestehend aus dem 2. stellvertretenden Vorsitzenden, den Herren Ritter, Donnecker, einem von dem Detaillistenocrein Friedberg zu delegierenden Mttgliede und dem Sekretär zwecks Beratung des Gesetzentwurfs, betr. die Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs. Sodann ivurde eine weitere Kommission gebildet, die sich mit dem Reichs-Apothekengesetz be­schäftigen soll, bestehend aus dem Präsidenten, dem Mitglied Hinkel und dem Sekretär, und es soll der frühere Apotheken­besitzer Georgi und je ein Apothekenbesitzer von Friedberg, Bad-Nauheim und Nidda ersucht werden, sich bei den Be­ratungen dieser Kommissionssitzungen zu beteiligen.

_ -t- Friedberg, 29. Jan. Angehörige, Meister und Gesellen, des Bäckergewerbes aus der Provinz Oberhessen hatten sich auf ergangene Einladung gestern im SaalZu den drei Schwertern" dahier versammelt, um über die Gründung einer Bäckerinnung zu beraten. Wie das vorauszusehen war, waren die zu lösenden Aufgaben so vielseitig und schwierig, die Erschienenen zum Teil auch ungenügend vorbereitet, so daß es zu einer endgültigen Beschlußfassung nicht kommen konnte. Vielmehr wurde nach allseitiger, angeregter Aussprache und nach längerer beratender und belehrender Diskussion eine in nächster Zeit stattfindende erneute Tagung beschlossen. Da ein großer Teil der aufgetauchten Fragen, wie: Vertretung in den gesetzgebenden Körperschaften, Wahrung der Inter­essen des Gewerbes bei den Lokalstellen für Versicherungs­wesen und Polizeiverordnungen, Regelung des Ge­hilfenwesens nach den Anforderungen der Humanität

und dem Verkehrswesen der Neuzeit, einheitliches Vor­gehen bei öffentlichen Vergebungen, ebenso gegenüber dem Müllerring und dem Zwischenhandel, und noch vieles andere, in einer alle befriedigenden Weise nur im ge­schlossenen Verband zu lösen sind, ist das Zustandekommen der Innung wahrscheinlich. Für eine humoristische Ab­wechslung im trocknen Ton der geschäftlichen Verhcmd- lungen sorgte ein von Frankfurt erschienener sozial­demokratischer Agitator, von dem niemand sagen konnte, daß er ihn gerufen hätte und der auf die ihm in freund­lichster Weise erteilte Anregung ebenso schnell verschwand, wie er erschienen war.

x Groß-Eichen, 29. Jan. Anfangs Februar d.J. kommt unsere Gemeindejagd wieder zur Verpachtung. Da unsere Gemarkung kaum 4 Km. von dem Bahnhof Mücke entfernt liegt und die Jagd durchaus guten Wildbestand aufwcist, so eignet sie sich besonders für Liebhaber aus Städten; der Pachtpreis war seither sehr billig.

+ Heblos, 29. Jan. Der seit 15. Dezember 1880 im Dienste unserer Gemeinde stehende Beigeordnete Hrch. Schneider III. wurde bei der kürzlich vorgenommenen Wahl einstimmig wiedergewählt. Unsere Gemeinde wird mit Beginn des neuen Rechnungsjahres eine Tele­graphen an st alt mit öffentlicher Fernsprech­stelle erhalten.

++ Nieder-Moos, 29. Jan. Dem hiesigen Krie­gerverein wurde vergangenen Sonntag die ihm von dem Kaiser verliehene Fahnenschleife durch Kreis­rat v. Bechtold feierlichst überreicht.

A Kaulstos, 28. Jan. Die hiesige Schulglocke, aus der früheren Friedhofskapelle zu Schotten stammend, wird durch eine neue ersetzt. Heute wurde die Glocke photo­graphiert, da sie dem Landesmuseum in Darmstddt etn- verleibt werden soll. Sie ist eine Stiftung Schottener Bürger und trägt folgende Inschrift:

»Anno 1764 goß mich Johann Georg und Johanse Schneide­wind in Frankfurt. E. E. Kraft u. E. L. Leumng, I. C. Sohn, G. Spanier, Joh. Sohn dessen Eheweib Anna Margareta geborene Pröschein Slisteren der Glocken".

--Büdingen, 28. Jan. Der Veteranen- und Militär­verein beging gestern abend unter starker Beteiligung der Bürgerschaft im altehrwürdigen Rathaussaale die Feier von Kaisers Geburtstag. Nach Begrüßung durch den Vorsitzenden Oberlehrer Dr. Krämer brachte der Fürst zu Isenburg den Trinkspruch auf den Kaiser aus. Amts­richter Klietsch zog eine Parallele zwischen Kaiser und Großherzog, ersteren als den Mann, der das Schwert stets geschliffen halte, Deutschland den Frieden zu sichern, diesen als treuen Landesvater, als wahren Schirmherrn und För­derer der Kunst feiernd. Sein Hoch galt dem Großherzog. Sodann toastete Schulrat Scherer auf Heer und Flotte, in seiner Rede hervorhebend, daß ein Heer nur dann leistungs­fähig sein könne, wenn es aufgebaut sei auf die Fundamente: Volksbildung und Volksgesittung. Zwischen den einzelnen Reden wechselten Gesänge mit lustigen und ernsten Weisen der Kapelle Krenkel ab. Verschönt wurde der Abend nament­lich noch durch die Liedervorträge der GesangvereineLieder­kranz" undSängerluft", sowie durch humoristische Vor­träge des Herrn Roth hier, und des Landwirts Gottfried Nagel aus Lorbach. Namentlich letzterer, der ein ständiger Gast bei patriotischen Festlichkeiten in Büdingen ist, er­freute die Versammlung wieder durch eine packende An­sprache voll urwüchsiger Gedanken, gewürzt mit köstlichem Humor, die in einem Hoch auf die Veteranen ausklang. Erst in vorgerückter Stunde fand die gemütliche Feier ihren Abschluß.

Bingen, 29. Jan. Das SchiffGenius" eines Binger Eigentümers, das gestern morgen im Anhänge eines kleinen Schleppdampfers den Binger Hafen pasjierte, um talwärts zu fahren, geriet in der Höhe der Nahemündung in den hochgehenden Eisschollen der Nahe so stark ins Schwanken, daß ein Schiffer über Bord fiel und ertrank. Das Schiff riß sich los und trieb in das Fahrwasser des Binger Lochs, so daß dieses versperrt wurde und der Verkehr gehemmt ist.

Limburg, 28. Jan. Die Handels!munter hat sich für den Bau einer Bahn ausgesprochen, die von Weidenau nach Haiger und von da über Driedorf, Mengerskirchen führen und bei Löhnberg in die Lahn- bähn einführen soll. Diese Bahn würde für das Sieger­land und einen erheblichen Teil des Westerwaldes die kürzeste Verbindung nach Süddeutschland Herstellen.

h. Hanau, 29. Jan. Ter in den 20er Jahren stehende, von seiner Frau getrennt lebende Arbeiter Georg Engel drang heute in die Wohnung seiner Frau ein und versuchte sie z u ermorden. Er brachte ihr lebensgefährliche Stiche in die Brust und Schläfe mit einem Küchenmesser bei. Nachdem brachte er sich mit demselben Messer mehrere Stiche in den Hals bei. Die beiden Schweroerwundeten wurden in dos Krankenhaus ver­bracht und wird an dem Auskommen der Frau gezweifelt. Tie beiden Eheleute standen seit einiger Zeit im Ehescheidungs- Prozeß, 'heute sotlle der erste Termin statt, inden.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Wohnbach hat sich der Taglöhner Konrad Sack erschossen, als er wegen Blutschande einem Verhör unterzogen werden sollte., In A r n s h e i m starb der langjährige Gemeinderechner K. Hch. V ö l z i n g im 82. Lebensjahre. In Mainz herrschte gestern nacht gegen 1 Uhr Sturm und ein heftiges Gewitter von kurzer Dauer. Auf der Strecke Mainz- Worms bis Guntersblum und Osthofen ist ziemlich starker Schnee-, fall niedergegangen.

Köln, 29. Jan. Vor der Strafkammer hatten sich hier heute sechs A n a r ch i st e n wegen Verbreitung von Druckschriften zu verantworten, in denen aufgefordert wurde, im Kriegsjalle auf die Offiziere zu schießen. Das Urteil lautete gegen zwei der Angeklagten auf je zehn Monate Gefängnis; ein dritter erhielt wegen Begünstigung zwei Monate und ein anderer wegen Beihilfe fünf Monate Gefängnis. Zwei Angeklagte wurden freigesprock>en.

Rovereto, 29. Jan. Im Prozeß gegen die Irre­dentisten setzten gestern die Angeklagten ihre Taktik des unbedingten Leugnens fort. Mehrere Angeklagte be­haupteten, ohne böse Absicht deuwnstriert zu haben, andere be­stritten ihre Teilnahme überhaupt, obwohl glaubwürdige Zeugen, Beamte und Gendarmen das Gegenteil bestätigten. Heute vor­mittag begann das Zeugenverhör. Ein bei der Demonstration schwer verletzter Schlosser aus Berlin verlangt Schadenersatz.

Dermifdttes»

Ehrengericht gegen den Grafen Hohenau. Badener Blätiern zufolge hat der Kaiser die Einleitung des ehrengerichtlichen Verfahrens gegen den Generalleutnant z. D.

Grafen Wilhelm von Hohenau anbefohlcn. Graf Hohenau wurde wie erinnerlich, vom Kriegsgerichte in Potsdam zwar freigcsprochen, jedoch stellte das Kriegsgericht fest, daß der Graf ohne Zweifel sich schwerer sittlichen Verfehlungen schuldig gemacht habe.

Kleine TageSchrouik.

In S ch ö u e b e r g bei Berlin wurde der Staatsanwalt Dr. Schweich ler in seiner Wohnung bewußtlos aufgeiunden. Tas Schlafziuimer war vollständig von Gas angefüllt, das zwei nicht zugedrehten Gashähnen entströmt war. Ein Arzt bemühte sich mit Erfolg um den Bewußtlosen und ordnete seine Ueberst'ihrung nach dem Krankenhause an.

In dem Beleidigungsprozeß des Fräulein Olga Molitor gegen den Chefredakteur derBadischen Presse" in Karlsruhe, Albert Herzog, ist dec Termin der Hauptverhandlung vor der 4. Strafkammer zu Karlsruhe auf den 27. Februar an- gejetzt.

In K o b l e n z erschoß der Dachdecker Ad. Ackermann, der seit einiger Zeit mit einer Frauensperson zusammenwohnt, sein fünfjähriges Töchterchen aus Wuc darüber, daß man seine angeüi-.UjC Frau wegen Geistesgestörthcit in einer Irrenanstalt unt rgebrackst hatte. 9iad> vollbrachter Tat erschoß er sich selbst.

Zn veidgraben (Scyll-wig) durchfchnitt der Schuh­macher Wagner seiner von ihm getrennt lebenden 20 jährigen Frau den Hals, woaß sie sofort tot war. Alsdann verletzte sich Wagner jcibft tödlich.

Ju Bremer hüben sind aus dem Gerichtsgefängnis in der Nacht vierUntersuchungSgefangcnc entwichen. Mit einem eisenbeschlagenen Stuhlbein durchbrachen sie die Mauer und ließen sich an Bettüchern, die sie in streifen zer­rissen und anemander geknotet hatten, auf die Straße hinab.

Nach einer Meldung aus Loitdon hat die Königin von England auf d.r Zn^et Corfu em Besitztum angekauft, auf dem sie ein Schloß zu erbauen gedenkt. Bekanntlich besitzt seit kurzem der deutiche Kaiser das Schloß Achilleion auf Conu.

Fürst Albert von Monaco läßt erkläret, daß er für «einen Sohn aus erster Ehe, Louis, der eine aus­reichende Appanage beziehe, keineSchulden bezahle. Ver­anlaßt ist diese ErZürung durch einen Zeitungsartikel über einen zwischen dem 50 jährigen Prinzen LouiS unb seiner Ge­liebten entstandenen Streit, worin es sich um unbefried.gtg Geldansprüche der Tame handelt. Diese Erklärung des Fürsten erfolgte am 29. dS. Mts., an dem er in feierlicher Audienz oom Präsidenten Fallieres empfangen wurde.

handel.

Berliner S t a d t a n l e i h e. Es verlautet, daß jetzt eine neue Stadtanleihe von insgesamt 186 Mill. Mk. in Aussrckst steht. Ihre Ausgabe soll nach Bedarf, speziell für Verkehrs- und Bau- zwecke erfolgen und sich über die ganze Bauzeit erstrecken. U. a. soll das Projekt der Untergrundbahn Moabit-Nixdorf, deren Baukosten auf 66 Mill. Mk. veranschlagt sind, einbezogen werden.

l u f s ch l i e ß u n g f i s k a l i j ch e r S t e i n k o h l e n f e l d e r. Der dem preußischen Abgeordnetenhaus zugegangene Entwurf eines Gesetzes betreffend die weitere Ausschließung des staatlichen Besitzes an Steinkohlenfeldern ermächtigt die Staatsregierung zur Herstellung von drei Doppelschachtanlagen im Oberbergamts­bezirk Dortmund. Für die erforderlichen Betriebsmittel im Be­trag von 55 Mill. Mk. soll eilte Anleihe ausgenommen wer dem

Märkte.

w. Frankfurt a. M., 30. Jan. (Tciegc. Orig.-Bericht de- »Gieß. Änz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viebmarkl- greife. Zum Verkaufe standen: 29 Ochsen, 0 aus Oesterreich 0 Bullen, 0 aus Oesterreich, 79 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 732 Kälber, 216 Schafe und Hämmel, 1044 Schweine, 2 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Cchastämmer. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 7981 Mk. 2, Qualität 7416 Alk., 3. Qualität 6266 Mk.: Bullen 1. Qual. 6971, 2. Qual. 6466; Kühe 1. Qualität 70-72 Alk., 2. Qual. 6567 Alk., 3. Qual. 4850 Mk., 4. Qual. 0000 »Mk., 5. Qual. 0000 Alk. Kälber 1. Qual. 9295 Pfg., Lebendgewicht j457 Pfg., 2. Qualität 7482 Pfg., Lebendgewicht 4248 Pfg., Schlachtgew. 6063 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 80 lstz 00 Pfg., 2. Qual. 7000 Pfg. Schweine: 1. Qual. 5861 Pf., Lebendgewicht 47,048 Pf., 2. Qual. 0000 Pf., Lebendgewicht 00,000 Pfg., 3. Qual. 5053 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, kein Ueberstaud, bei Kleinvieh gut, ge­räumt.

Limburg a. d. L., 29. Jan. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis« vro Blatter. Jiotct1 Weizen (nass.) 18,36 Alk., weißer Weizen 00,00 Atk., Korn 15,00 Alk., Gerste 11,10 Alk., Hafer 8.00 Alk., Erbsen 0,00 Alk., Kartoffeln 5,00 Alk.

kirchliche Nachrichten.

Donnerstag den 30. Januar, abends 8 Uhr, im Markus- saal, Kirchstraße: Bibelstunde. (1. Pelr.-Brief, Kap. 4.)

Pfarrer Schwabe.

Israelitische Neligionsgemeiude.

Hottesdicul in der Synagoge (Südautage).

Samstag den 1. Februar 1908:

Vorabend 5.15 Uhr.

Morgens 9.00 Uhr.

Nachmittags 3.30 Uhr. Schriftcrkläruug.

Sabbatausgang 6.10 Uhr.

Israelitische Religiousgesellschaft.

Gottesdienst.

Sabbalfeier am 1. Februar 1908:

Freitag abend 4.55 Uhr.

Samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt.

Nachmittags 3.30 Uhr.

Sabbat-Ausgang 6.10 Uhr.

Wocheugotlesdiensl: morgens 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr.

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hesse» am Freitag den 31. Januar 1908: Wechselnde Bewölkung. Zunächst trocken, später Ntederschäge. Nachts Frost, am Tage milder. Westliche Winde.

®riginabZ)ral?tmeifcungen«

Berlin, 3o. Jan. Nach den visi/ecigen ^orvesprechungen wird vorausfickstlich der Nachfolger des Fürsten zu In und K n y p h a u s e n im Präsidium des Herrenhauses der bis­herige Vizepräsident Freiherr von Manteuffel werden. An dessen Stelle soll der zweite Vizepräsident Becker treten und für diesen wird der ut letzter Zeit als Gründer der deutschen Vereinigung viel genannte Freiherr Ignatz von Landsberg vor­geschlagen werden.

Haag, 30. Jan. Der Senat ratifizierte gestern abend die Brüsseler Z u cker-Konvention.

R o m, 30. Jan. Es bestätigt sich, daß der Z a r int Laufe des Monats März nach J-talien kommen wird. Die Zarin werde wegen ihres leidenden Zustandes schon vorher eintreffen.

London, 30. Jan. Tie außerordentliche schwe­dische Gesandtschaft, bie beuustragt ist, dem Könige von England die ^yronoelteigung G n st a v V. anzuzeigen, ist gestern abend hier eingetrofscn und wird i?:utc int Biwiugham-Palast von König Eduaro in Audienz empfangen werden.

Petersburg, 30. Jan. Das Befinden der Zarin hat sich wesentlich gebessert.

Tanger, du. Jan. Aus Eingeborcncn-Quellen wird mit-l geteilt, daß Mulch Hafid an der Spitze einer bedeutenden Mahallci eine Tagereise von Settat steht. Nach aus Fez cinge^ trosfencn Nachrichteu bestätigt es sich, daß Leute aus Mediuna erngetrossen sind und massenhaft in die Stadt cindriugen, um! den Pascha wegen seiner angeblichen Beziehuugeti zum Mpghzen gefangen zu setzen.