Erstes Blatt
Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.
Fürst Bülow und die versastungrdebatte.
an»
Dr. Peter Eichhorn zu Mainz, Dr. Karl < Dr. Ludw, M a l e y zu Vilbel, Tr. Tl-evdor M
Den Charakter als „Professor: dem prakt. Arzt Medizinalrat Tc. Joh. Herrn. Baa-> zu Worms, dem Direktor der technischen Lehranstalten zu Offenbach a. M. Sjugo Eberhardt SU Offenbach) a. M., dem Direktor dos Rheinischen Technikums zu Bingen, Negierungsbaumeislcr a. D. Herrn. Höpke zu Bingen, dem Direktor der Landesaaugewerkschule zu Darmstadt Arthur Wienkoop zu Darinstadt; den Charakter als „Sanitätsrat": den praktischen Acrztcn Dr. H. Becher zu Darmstadt, Dr. Jul. Tarapsky zu Dtainz, Dr. Otto Friäm Dietz zu Laubach, Mainz, To. Karl Kolb zu Mainz,
f.indung hin, daß die Regierung sich beim Gesetzentwurf über! daß Branntweinmonopol eurer Ausarbeitung der Spiriluszenlrate | bedient habe.
Das U ebereinkommen über die Güterwagen- Gemeinschaft wird, wie der württembergische Slaatsanzeiger m ausführlichen Darlegungen milteilt, am 1. April 1909 in Kran treten. Ter Zweck des neuen deutschen Sraalsbahnwagen - Verbandes ist die gemeinjaine Benutzung des gesamten Güierivagcn- parks. Neben den idealen Früchten des Uebeieiulommeus siehi das o'siziöfe Blatt in einer werteren Annäherung der Interessen ui'd Anichauungen em Wachsen des gegenwärtigen Bernändiusses für genreinjame Arbeit. Es bezeichnet weiter als praklischerl Gewinn, daß der Verbarrd einen grotzen Teil von Leerläufen und der äußerst verwickelten und zeitraubenden und kostspieligen Abrechnuiig bet Benutzung fremder Guterwagen unnötig mache. Das kommt m erster Linie dein Verband zu Gute, denn dadurch wird die Wagen- gestellung erleichtert und beschleunigt und eine oorleityMiere Wagenausgleichung erntöglicht.
Auszeichnungen zu Grohherzogs Geburtstag, in.
Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: ,Fur treue Arbeit': Kreissiiabeuwan Johs. Seim 11. zu Ehringshausen, Kreisstraßemvart. Ludiv. Bischoff zu Grebenhain, Kreissirasicn- wart Friedr. Hantel zu Glashütten, StraßenhiUsarbeiter Hch. Hensel III. zu Hainchen, Slraßenlul^sarbciter Friedrich Wilhelm Völker zu Düdelsheim, Knecht Kour. Zinn zu Altenburg, Land- ciibeiler Stonr. W a g ti e r I. zri Elpenrod, Landarbeiter Andr Köhler zu Vadenrod, Landarbeiterin Andr. K ö h le r Eheirau Kalh geb. Brattinr zrt Vadenrod, Lchainrcrfler Heb. Ai ö l l e r zr, Slockhawen (Kr. Lauterbach), Brennmeister Hch. K r ö m nr e l b e t >r ztt Stockhatljen (Kr. Lanlerbach), Kullurarbeueriti Kalh. Zinn zu Reuters, Kiillurarbeilerm Georg Euler Wwe. zu Wernges, Knecht Wtlh. Ai u l l e r zu Holzheim, Diensrmagd Aiargar. Becker zu Aiujchenheitn, Tienslknecht Frcedr. Müller zu Rohrbach (Kreis Büdingen), Holzsctzer Aiich. Götz zu Rehbach, Tienslkuechl JohS. Krug zu Ehringshausen, Hofgarlenarbeiter Christian Glanz 111. zu Büdingen, Waldarbeiter Georg Brelhauer m Letsemvald, Holzsctzer Johs. Konr. Ludw. Troß zu Gciß-Nldda, Kultur- arbeitcrin Kalh. F e it ch e l geb. Schmidt zu Ganrbach, Holzsetzer Fohs. Salzinaun zit Laubach, Waldarbeilerin Marie Parr zu Ruppertsburg, Roltineisler Johs. S 1 r l t k e r IV. zu Ober-Ohmen, -Holzhauer Joy. Phil. Bai der zu Obe.-Rosbach, Waldarbeiterin Hch. Stein VII. Wtve. zu Michelbach ( r. Schollen), Rotlnrersler Will). 9i ü h l 1. zu Otterbach, Noltmeii-cr ?>ol)s. Kasper zu Lau- bach, Zunnierpolier Adanr Wetz zu Grtedel, Weber Chrtslian S ch in r e r II. zu Sandlofs. Bergnraiin Karl W a a S zu Dorn Assenheim, Bergnianri Gg. G i l b e r l zu Torn-Assenhelm, Bergmann Wtlh. Adarn Waas zu Torn-Aiscirheim, Bcrgnränn 2ldol W e i n a ii d t zu Großen-Litiden, Bergmann Phil. Spengler zu Großen-Lindeu, Zimmerpolier Jak. Schlund L zu Hansen (.Sir. Gießen), Taglöhncrm Elisabelhe Brock zu Lich, Arbeiterin Eleonore Diehl zu Albacn, Qioitmeifter Hch. Keßler I. zu Steinbach (Kr. Gieße»), dem Vorarbeiter Hch. Möbus L zu Hattenrod.
Am nächsten Mittwoch soll bekanntlich im Reichstage die Beratung der vom Zentrum, den Freisinnigen und den Sozia lde mo traten eingcbrachten Jnitiatioan.räge statt- sinoen, die sich mit dem persönlicl-en Regiment des Kaisers beschäftigen und dieses durch eine Verfassungsänderung, durch ein Ministcrverantwvrtlichkeitsgesetz und durch Mitwirkung des Reichstages bei der Ernennung des Reicl)s- kanzlers für die Zukunft unmöglich machen wollen. Man erörterte daher in den lebten Tagen eifrig die Frage: Wird Fürst Bülow zu dieser überaus wichtigen Debatte erscheinen, wird er ganz bestimmte Erklärungen abgeben, die vielleicht eine für die obigen drei Parteien annehmbare persönliche Garantie gegen die Wiederkehr der bisherigen Zustände enthalten und vielleicht auf diese Weise eine Zu» rüüziehung der Initiativanträge ermöglichen, oder wird er dem Reichstag dadurch sein und das allerhöchste Mrß- sailen ausdrücken, daß er nebst den Bundesratsmttgliedern und den Staatssekretären der Debatte überhaupt fern bleibt und demgemäß das Haus stber diese das ganze deutsche Volk, ja die ganze politische Welt bewegende Angelegenheit vor einem leeren Regicrungstische verhandelt?
Die Frage war schwer zu beantworten. Zwar wies eine Reihe von Momenten, wie die Beilegung des Falles Tschudi and die Rathausrede des Kaisers auf den Beginn einer neuen Aera hin; anderseits aber wußte man, daß sich Fürst Bülvrv durch sein Eintreten für die Volksstimmung am Ho,e and in den Streifen der Konservativen so viele Feinde er» toeeft hatte, daß man mit feinem Nichterscheinen rin Reichslage sehr wohl rechnen konnte, zumal die Regierung schon oster, wenn ifyr gewisse Initiativanträge nicht paßten, den Reichstag durch ihre Abwesenheit gesttaft hatte. Und als am Dienstag die halbossiziöse „Köln. Ztg." anscheineno im Auf- Bülow iundtat, daß eine weitere gesetz
trage des Fürsten
geberische Behandlung der Angelegenheit zurzeit nicht gebracht sei, und daß die Mitglieder des Bundesrats (also <.uch sein Präsident, ,der ReiciManzler) sich an den diesbezüglichen Beratungen nicht beteiligen würde, da diese H-ernhattung den früher geübten Grundsätzen bei I titiativ- entrügen entspräche — da erschien es wirklich, als sollten diejenigen, die das Nichterscheinen des Reichskanzlers am Mittwoch vorausjagten, recht behalten. Es ist deshalb hoä>erfreu- Lich, wenn die „Franks. Ztg.", deren Berliner Vertreter ja be- launtlich zu den Intimen der Wilhetrnsstraße gehört, diese Meldung jetzt dementiert und in einer, allerdings ziemlich diplomatisch gehaltenen Fassung versichert, Fürst Bülow oder einer seiner Vertreter werde am Mittwoch zu erkennen geben, Laß die Frage der Ministerverantwortlichkeit eine ernste politische, staatsrechtliche Angelegenheit sei, über die man sich sachlich beraten könne, und die den Bundesrat vor eine sehr Grüfte Entscheidung stelle, sobald sich ergebe, daß die Mehrheit be§ Reichstages sich nicht auf bestimmte Vorschläge einige.
Deutsche- Ucid?<
D i e Erkrankung des Kaisers nimmt einen normalen ;$ Iflaut.
~er Bundesrat hat in seiner gestrigen Sitzung die Etats te: Verwallung ö csR e lkhS h e e r es, des ReichZkoloaialamts und der L chutzgebiele iuc 1908 angenommen.
Göaat ss e k r e tu rvon cdjön kehrt am 1. Dezember von [einem Urlaub nach Berlin zurück. Sein Vertreter, der Gesandte doii Kidcrleu-Wächter hleibl noch einige Tage zur Uebcrgabe der Hrichä'te m Berlin und kehrt dann auf seinen Posten nach Bu- laaest zurück.
Zum Bischof von Ermland ist der ordentliche Pro- lefjor m Munster Dr. Augu st B l u d a u gewählt worden.
Dre ,Nord d. A llg e m. Ztg." stelst es als dreiste Er-
Dr. Ludw, Maley zu Vilbel, Dr. Theodor Markel zu Tarnv ftabt, Dr. H. Moxter zu Wöllstein, Dr. Adolf Schefers zu Darmstadt, Dr. Ludw. Völker zu Arhellgen; den Charakter als „Schulrat": dem Kreisscyulnßpckwr vei der Kreisschulkom- misswn Erbach Jak. Dieterich, dem Krcisschulinspetwr bei der KceisschulKommisfun Oppenheim H. Methcs: den Charakter als Kommerzienrat": dem Fabrikanten Phil. Friedr. A ß m a n n zu Offenbach, Inhaber der Vuntpapierfaorik I. B. Weber zu Offenbach, dem Fabrikanten Wilh. Opel, Mitinhaber der Firma Aoam Opel zu Rüsselsheim, dem F-abrikantcn Phil. Strato meyer zu Mainz, Inhaber der Firma Käusfer u. Co zu Mainz; den Charakter als „Veterinärrat": dem Kreisoeterinürarzt des Kreisveterrnüramts Grost-Grrau Eugen Sauer daselbst; den Charakter als „Oekonomierat": dem Vorsteher der landw. Winter- schule zu Büdingen Landwirtschaftsiehrer Alfr. A n d r a e zu Büdingen, dem Landwirt Fran; Best zu Osthofen, dem Direktor der Weüt-und Obstbauschule zu Oppenheim H. Fuhr zu Oppenheim, dem Landwirt £>. vamma n n IV. zu Biebesheim, dem Landwirt Bürgermeister Peter Schaffner zu Blödeshcim, dem Sekretär des Landwirtschiafiskammer-Ausschusscs für die Provinz Rhemhessen Dr. Ernst Zicgcnbein xu Alzey; den Charakter als „Musikdirektor": dem Leiter der Musikgcsellschaft und Lieder- tasel Karl Kiebitz zu Worms; den Charakter als „Rechnung-» rat": dem Obersettctär im städtischen Dienst Jvh. Phil. Koch zu Darmstadt; den Charakter als „Kanzleirar": dem Registrawr bei der Hosbtbliothek Franz Scho l z zu Darmstadt; den Charakter als „Rendant": dem Reckmer Julius Karl zu Grünberg; den Eharaller als „Forster": dem Kvmmunalforsttvart Gg. Blei zu Nicderbessingen, dem Kommunalforsüvart Gg. H. Emmerich zu Altenstadt, dem Komnmnalforsdvart L>. Heller zu Lang- Göns, dem KLMurunalsorstwart Johs- Seipp zu Leihgestern- das Ritterkreuz 1. Klasse deS Verdienstordens Philipps des Grost^ mutigen: dem Dbcranrt5rid)ter bei dem Amtsgericht Zwingenberg Dr. Aug. Blum, dem Landgerichtsrat bei dem Landgerrclst der Pwvinz Rheinhessen Pet. Fle itz in Mainz, dem Oberamtsrichler bei dem Llmtsgericht Lorsch Dr. Ludw. Fischer, dem Land- yercchlsrat bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Aug Vattemer in Mainz, dem Landgerichrsrat bei dem Land gerecht dec Provinz Starkenouvg Mas Schilling. Trygop ho rus in Darmstadt, dem Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach Kan Land mann, dem Landgerichtsra: bei dem Land- gencht der Provinz Starkenburg Dr. Aug. Nagel in Dann- Itabt und dem Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Fürth Friedr Bicrau; das Ritterkreuz 2. Klasse des VewtcusL'rdens Philipps l^s Gwßmütigcn: dem Registrator bei dem Ministerium der Justiz Rechnungsrat Wt lhelm Schilll ng in Darmstadt, dem Aktuar bet dem AmtSsencht Bensheim Aug. Kieser dem Aktuar bei dem Amtsgericht Darmstadt I Karl Bau er, dem Aktuar bei dem AmtSgerid)! Pfeddersl^eim Alb. Lndw. Fritz dem Kl Ä dnn AmrSzeriä^Olscnbach Alb. Lohn es'und dem Mitglied des Orrsgcnchts -<-ettgcnstrdt Dav. Horn- das Allae- tnem? Ehrenzeichen mit der Jnsc^ n: „Fiw lang^'ähr ge tot Dienstes am Bande des Dhllippsordens: dem LrtsseriäMoorsteher Konr. brillier IL tn Weickartshatn.
Aus Stadt und Land.
Gietzen, 27. 'Jtooember 1908.
AuS der Sitzung der Stadtverordneten.
Für uie ge,tr.ge <oitzu..g un,erer Stadweroronetcn-Der- lung stand eine rvicytige Entscheidung auf der Dagesvrdnung, nämlich die endgültige Beschlußfasiung über die ersehnte elektrische Straßenbahn, insbesondere die Simen* sührung, Bewilligung des 51rcdits und Vergebung der Ar* beiten und Lieferungen. Der Gegenstand hatte eine Anzahl Zuhörer angezogen und der Magiscratstisch hatte eine Be* rcicherung erfahren durcl; die Anteilnahme der „elektrischen" Sachverständigen, Betriebsleiter Stolle und Direktor Dr. Gußmann von Siegen. Auch die Stimmung der Versammlung war elekrri,iert, es kam sogar in der Debatte zu einigen kleinen Entladungen — die licy aber in Wohlgcjallen auf* lösten —, aber die tzauptentladung blieb aus: man kam zu feiner BcschlußfaHung. Da twn der einen konkurrierenden Firma am ötorgen des Sitzungstages noch ein Angebot wegen pachtweiier Betricbsubernahine eingegangen war, mürbe die Beratung und Beschlußfasiung vertagt. Immerhin wurde etwa eine stunde über die Suche geredet und man erfuhr soviel, daß die vorbereitende Kommisston die beiden Linien bis zum Friedhof, bezw. bis zum Schützenhaus durch- gesührt fyaben will, was 66 000 Mk. Anlage kosten und jährlich 3000 Mk. Mehraufwand für Strom erfordern lvird. Auf der anderen Seite erwartet man hiervon eine Steigerung der F-requenz der Buhn, die diesem Mehraufwand mindestens gleichkvmmt. Die vom Stadtv. Dr. Wimmenauer nochmals berül/rle Frage, ob man nicht vorsichtshalber die beiden Parallel-Ltni^n Seltersweg unb Buhliho,straße nacheinander bauen solle, wurde in der Versammlung von niemand geteilt und auch Dr. Wimmenauer wird dem gleichzeitigen Buu beider Linien nicht entgegen sein. Stadtv. .Haubach rügte das Aufreißen in mehreren Straßen der inneren Stadt jetzt in der Hauptgeschäftszeit und sprach die nicht unberechtigte Meinung aus, daß man schon bei der Kanalisation aus die zukünftige Errichtung einer elektrischen Bahn hätte Rücksicht nehmen sollen. Die leidige Ammoniakangelegenheit, die in einer der letzten Sitzungen Anlaß zu einem Vertrauensvotum für Stadtv. .Haubach gab, hat mittlerweile ihre Erledigung gefunden, und es wurde allseitig mit Befriedigung ausgenommen, daß Herrn H. vollstän- vige Genugtuung zuteil imirDe, ohne daß es zu einem Austrag der Klage kommt. Bei den Wirtschaftskonzessionsgesuchen gab es diesmal ausnahmsweise eine Debatte, deren Ausgang ein Veredtes Zeichen dafür ist, wie sehr sich in den testen Jahrzehnten die Verkehrs- und Geschästsverhältnisse bet Staor Gießen verschoben hoben. Für den „Rappen", der Jahrzehnte hindurch eins der ersten Gasthäuser Gießens war, wurde nämlich die Bedürfnis;rage verneint. So ändern sich die Zeiten!
** Die Auszeichnungen in Zahlen. Gelegentlich beS diesjährigen Geburtsfestes deS Großherzogs wurden 610 Cröcn und Ehrenzeichen und 153 Ancckennungszeichen für 40- und 25jährige Dienstzeit verliehen. Außerdem gab es 67 Charattercrteilungen.
**Die AuSfa-ußsitzungdeSlandwirtschaft- l i ch e n D e r e i n s für die Provinz Oberheffen am 26. d. M. war nicht sehr gut besucht. Durch Zufutligkeiten war eine erhebliche Anzahl der Mitglieder am Erscheinen verhindert. Die Tagesordnung wurde bei lebhafter Dellnahme der Erschienenen erledigt. Die Aufnahme der zum Eintritt in den Verein Angemeldeten sand keinen Widerspruch. Auch oer Voranschlag für 1908 wurde nach lebhafter Debatte genehmigt. Tie Statuten wurden auch dahin abgeändert, daß vom Geschäftsjahr 1908 ab nur ein Mitgliederbeitrag von einer Mark p. a. erhoben werden soll. — Die Erben des Provinzialvereins sollen, falls sich dieser wider Erwarten im Lause der Zeit auslösen sollte, die landwirlschastlichen Bezirksvereine der Provinz sein, die sich in das vorhandene Barvermögen von rund 24 000 M. event. zu tellen hätten. Die Geschästsstelle des Provinzialvereins in Friedberg hat bte Alten des Vereins vom Jahre 1830 her von Alsfeld, der bisherigen Geichäfrsstelle, übernommen und angemessen untergebracht. Sie enthatteu wertvolles Material für das Erkennen der wirtschaftlichen Verhältnisse im verflossenen Jahrhundert und sollen erhalten werden. — Tie Hauptversammlung des Provinzialvereins wird am 19. Dezem - b e r d. I. stattfinden. Die Einladung ergeht alsbald durch die Ltteisblätter und durch das Organ der Landwirtschasts- Eammer. — Der Hauptversammlung bleibt es Vorbehalten die Statutenänberungen, die .Herabfetzung der Mitglieder- beitrage und das Testament des Provinzialvereins betreffs der Verteilung des Vermögens im Falle der Auflösung des Vereins giitzuheißen. — Im übrigen boten die Verhandlungen kein allgemeines Interesse.
** Handelskammer-Wahl. Bei der gestern in Lich vorgenommenen Handelskammerwahl für den Bezirk Llch-Hungen nnirbe das seitherige Mitglied der Handels- Drauercibesitzer Hch. Ihrig jun., einstimmig wiedergewaylt. ^5m Bezirk Gießen-Laud wurden xf.b^kant L. Rinn m Heuchelheim nut 26 und Kausmann iÄder^wäAt.N^* m Großen-Buseck mit 21 Stimmen . , Reiskirchen, 25. Nov. Wie sehr sich der Ver- ahnlinie Gießen-Fulda in den letzten Jahren gehoben hat, ist daraus erfül)tlich, daß die räum* PuSHrS? aqitni-,e beC bei weitem nicht mehr
auSreidxn. Per;onen- und Gliterbahnhöse erfahren auf der ganzen -.inic sortge.etzt Erweiterungen und Umvauten. Dies gegenwärtig in Großen-Bus eck, Saasen und Reiskirchen wird ein massiver Guter- toyw™. Bte*' ög Bahnkörper ist b-beui-nd eaudtert nnAt^3^tn9-Cr8-Lei|.e-,'l?i) “"Selegt roorben, auch oll jp-ta: noch ttoS.eiaiio-asgcbaiLoe enociicrt werben, -»n Grovfn-Bu>--k verholt cs sich Lhnlich. Zv ; ■ «noreidim Sauettetungsarbeiien tommen noch die 1b...
Nr. 280 Erstes Blatt 1S8. Jahrgang Freitag 27. November 1808
Sonntagr. - Beilaacn: v W V monatlich75Pf.,viertel-
viermal wöchentlich ZI /As. J- xAk m Ak A /fk. jährlich Mk. 2.29; durch
&icBmr£amilknblätter; MV W *^3 X Abhol»- u. Zweigstelle
loödientLKreis. ■ HW ■ W W KZ M ■ ■ ■ W W ■ ■ fl W W M W HW monatlich 65 Pf.; durch
blatt für den Kreis Stehen ■■■■ ■ ■ ■ F Q H ■ W/T ■ ■ ■ K/ ■ die Post Mk. 2.-mertel-
sswivnviivi 4<inviuvi—s
für die Redaktion 112, MM Verantwortlich
WS General-Anzeiger fOr Oberheffen ZZW bi vokmMaA"ioüh? Hofations^rHd und Verlag der vrühl'fchen Unlv.-Vllch- «nd Zleindruuerel K. Lange, »edaktlon, Expedition und Vruckerek: Schnlstrahe 7.
Wir müssen die Frage offen lassen, ob sich bei Fürst Külow eine plötzliche SinneSwandlung vollzogen hat ober nicht. War die Meldung in der „Köln. Ztg." tatsächlich von ühm inspiriert, so kann es nur die Haltung der auf ihren , Initiativantrag nicht verzichten wollenden Freisinnigen ge- 1 es en sein, die den Reichskanzler um seinen Block zitteni lüeß unb ihn zu feiner jetzigen Verlautbarung in der „Franks. * Ltg." bestimmte. Vielleicht hat er auch mit dem Zentrum unterhandelt und dort die gleiche Ablehnung gesunden, doch scheint der SchlußpasfuS der Meldung in der „Franks. Ztg.", iwß bei den Parteien der bürgerlichen Linken keine Absicht : torlicge, abermals an den Handlungen des Kaisers Kritik ' ui üben, darauf hinzudeuten, daß hinter den Kulissen Vcr- Ivandlungcn stattgesuudcn haben, und daß der Reichskanzler I bdn Erscheinen im Reichstage nur für den Fall zusagen tonnte, daß die Person deS Kinsers nicht mehr in die Debatte 1 gezogen wurde.
Welche Schwierigkeiten aber die neue Regelung des Verhältnisses zwischen Miser, Kanzler und Reichstag bietet, daraus macht die offiziöse Verlautbarung kein .Hehl. Der ibundeSrat ivirb vor eine ernste Entscheidung gestellt, heißt • V-, aber nur dann, wenn sich die Ddehrheit deS Reichstags micht auf ganz bestimmte Vorschläge einigt. Wie cs scheint, h ü Fürst Bütow hier keine Aenderung der Verfassung unb ^nioch iueniger eine Mitwirkung des Reichstages bei der Er- tonuiung des Reichskanzlers im Auge, sondern allein ein °Oinistervcrantwortlichkeitsgesetz, wie eS der freisinnige J.ü- tmtiuantrag auch bezweckt. Ob sich aber für ein solches eine O.ehrheit im Reichstage findet, wenn es an feine Fvrmu- !n:rung geht, muß man vorläufig bezweifeln. Die Konfer- b»itiven werden jedenfalls nicht tnitmachen, und auch die '.'otionalliberalen bieten im Gegensatz zu ihrer Presse dafür nicht die pupillarisck)c Sicherheit. So scheint uns die Grund- I didingung, die Fürst Bütow für die ernste Erörterung im tunijeörar verlangt, vorläufig zu fehlen. Trotzdem aber, — die Frage eines Ministerverantwortlichkeitsgesetzes kommt irr. Fluß, der Gedanke des weiteren konstitutionellen Ausbaus d>iS Reiches ist auf dem Marsche und wird von der Tages- ‘oTtbiiumj nicht mehr verschwinden.


