Nr. 75
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2. Ballstrenen, Walzer von LehLr. 3. Faniare der Clbenburget Dragoner von Manns. 4. „Hurra, das Kaiser-Regiment!" Marsch von Hüttenderger.
Die „»letzener Aamittenblätter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Hreisblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
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Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchm UniversitätS - Buch- und Steindruckerek. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Truckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag. 61. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.
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Die Eröffnung der Ausstellung vollzog sich kurz nach 11 Uhr in feierlicher Weise. I. D. die Frau Fürstin von S o l ms- tz o h c n s o l m s - L i ch , die Protettorin, die mit ihrem hohen Gemahl und dem Grasen und der Gräfin von Dohna erschien, wurde von Herrn JaSkowsky, dem rührigen Vorsitzenden des Gießener Gastlvirtevereins und des Ausstellungs-Komitees, am hübsch geschmückten Eingänge der Turnhalle empfangen und nach Ueberreichung eines prachtvollen Buketts durch ein niedliches kleines Mädchen, in Begleitung der Herren Geheimerat Dr. B r e i d e r t, Geh. Hofrat Prof. Dr. B e h a g h c l, Oberstaatsanwalt Theobald, Oberst v. Müller, Oberbürgermeister Mecum u. a. zu einem am Ende des Saales errichteten Podium geführt, wo sic, umgeben von den genannten Herren, Platz nahm. Herr Jaskowsky richtete eine Ansprache an Ihre Durchlaucht und die zahlreichen geladenen Anwesenden, in der er der Hoffnung Ausdruck gab, daß die mit vieler Mühe veranstaltete Ausstellung ein bleibendes rühmliches Gedenkblatt in der Chronik derStadt Gießen werden möge. Er dankte im Namen der Ausstellungslcitung der Fürstin für die Uebernahme des Protektorates und allen Beteiligten, und schloß mit einem brausend aufgenommenen Hoch aus das Großherzogspaar. , Geheimerat Dr. Breidert erklärte sodann namens der Fürstiir die Ausstellung für eröffnet.
Die Veranstalter der Ausstellung, die wirklich überraschend hübsch ist, scheinen nicht nur nach der Anweisung des Schauspiel- Direktors im „Faust" verfahren zu haben:
Ich sag Euch, gebt nur mehr und mehr und immer mehr... Sucht nur die Menschen zu verwirren. Sie zu befriedigen ist schwer.
Sie verwirren und befriedigen zugleich jeden Besucher. Die Ausstellung ist ängcsüllt mit einer erstaunlichen Menge von Würze iür des Leibes Atzung und Tränke. Es ist eine alte Tatsache: Die Liebe des Mannes nimmt ihren Weg durch den Magen. Darum ist sie für Männer und Frauen gleich besiichenswert. Feinschmecker werden mit besotiders lüsterner Miene durch die Räume luanbeln. Aber außer dem leiblichen wird auch das geistige Bedürims reich beiriedigt. Jedenfalls ist die Halle liebst ihren 'Anbauten bis ziir Decke vollgespcichert mit allen eidenklichcn Erzeugnissen der Küche, der Künste der Brot», Kuchen-, Fleisch- re. Bereitung, angeiüllt mit gchäuilen Schüsseln der Konditorei re. und den üderschaumenden Krügen der edlen Garnbrini und Bacchi.
Damit der Ausstellung die klingende Wohlfahrt zuleil werde, braucht sie blos ein bischen Glück, eine Handvoll Schickfalsgunst aus dem Wmischhütleiii des Fortunatus, weiter nichts. Wir wollen ihr jetzt, zur' Stunde der Eröffnung, den Daumen kneifen.
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Stimmungsbild aus dem preuh. yerrenhause.
Berlin, 27. März.
Im Herren Hause gab eS heute nur eine verhältnismäßig kurze Sitzung, da man erst am Samstag an die Etatsberatung Herangehen will und nur eine Reihe von Denkschriften und Petitionen auf die Tagesordnung gesetzt hatte. Sie alle wurden nach den Vorschlägen der Kommission erledigt, nachdem die einzelnen Berichterstatter einen mehr oder weniger langen Monolog gehalten hatten. Auch im Herrenhause wurde beiläufig der Presse gedacht, aber in durchaus anderer Form, als e§ zu gleicher Zeit im Abgeordnetenhause von einem der Mitglieder des Hauses beliebt wurde. Graf Hutten-Ezapski war es, der anläßlich einer Richtig- stellung ausdrücklich hervorhob, daß er den hohen Wert der Presse Durchaus anerkenne.
Parlamentarisches.
Berlin, 27. März. Bei der FeUetzung des Berichts über bas Vereinsgesetz stellte der Abgeordnete Schwabach eine Resolution in Aussicht, die verlangte, daß den Littauern, Wenden und Masuren die imi § 7 vorgesehenen Ausnahme-Bestimmungen bezüglich des Sprachgebrauchs durch ein Gesetz g^ lvährleistet tverde. Der erste Teil der Berichts wurde genehmigt und die Weiterverhandlung auf Montag vertagt.
— Die erste Rate zum Bau einer Eisenbahn von Duala nach Widirnenge wurde heitte von der Budget- Kvmmisnon des Reichstages b e tv i l l i g t.
— In der gestrigen Plenarsitzuirg des Bu nd e s r a t es wurde dem Entwurf des H a u s h a l t s c t a t s für E l s a ß - Lothringen für das Rechnungsjahr an der vom Landesausschuß be- schLossenen Fassung zugestimmt. Der Entwurf eines Gesetzes betr. die Feststellung das Nachtragsgesetzes zum Reichshaushaltsetat für 1908 (Geivührung außerordentlicher einmaliger Beihilfen an llnterbeamte und mittlere Beamte) wurde angenommen.
— Der dem Reick-tage -ugegangene Nachtragsetat lehnt sich in der Hauptsache an den des Vorjahres an. Derselbe fordert 100 M. für Unterbeamte, 150 M. für mittlere Beamte, insgesamt 21 Millionen. Diese Zulagen toerben bei einer etwaiger Gehaltsveform angerechnet; 18 Millionen entfallen auf die Reichspvst.
— Die Budget ko mmission des Reichstages nahm mit großer Mehrheit den E r g ü n z u n g s e t a t f ü r Kamerun an, der vier Millionen als erste Rate zum Bau einer Eisenbahn von Duala nach Wcdimenge fordert. — Die Budgetlommission des ^Abgeordnetenhauses nahm in zweiter Lesung mit 20 Stimmen gegen eine Stimme den Entwurf des Polizeikostengesetzes mit einer Reihe Abänderungen an. — Dem Äbgeordnetenhause ist .heute ein Nachtragsetat zugegangen, der Teuerungszulagen für die Beamten fordert, es sollen 150 re,p. 100 M. wie im Vorjahre im Reiche gezahlt werden, die bei der Gehaltsregulierung im Herbste, die bekanntlich rückwirkende Kraft erhalten soll, zur Anrechnung gelangen, «in gleicher Nachtragsetat ist auch dem Reichstage zugegangen.
Bremen, 27. März. In dem Verfassungsstreit hat die Linke mindestens in formeller Beziehung ein Zuge- rändnis erzwungen, da der Senat auf die Deputationsberatung über ihre Anträge eingeht.
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Aus SiaSt und Land.
Gießen, 28. März 1908.
** Tageskalender. Von Sainstagab G a sl w i r t c f a ch - und K o ch k u n sl - A u s st e l l u n g (geöffnet bis 5. April) in der Turnhalle.
Sonntag: Stadttheater: Nachinitlags 3'/, Uhr: „Fräulein Joferte — meine Frau"; abends 71/, Uhr: „Ter Ver- chwcnder'"
M i l i 1 ä r k o n z e r t unserer Regimentsmusik im Philosophenwald. Anfang 4*, Uhr.
Kolosseum: Vorstellung.
K i n e in a l o g r a p h e n - T h e a t e r: Progrannnwechsel.
Kaiserpanorama: Programmwechsel: Krieg 1870/71.
Anlaq em us i k cVolkskonzert) m der Süd - Anlage um IV, Uhr. Spielplan: 1. Vorspiel zu „Tie Loreley" von Pt. Bruch
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** Das englische Thronfolgerpaar, der Prinz und die Prinzessin von Wales, sind gestern nachmitcag 5.08 Uhr mittels Sonderzuges von Köln über Main; in Dar in st a d t, wie uns von dort geschrieben wird, eingetroffen. Zum Empfang hatten sich der G r o ß h e r z o g und die G r o ß h e r z o g i n mit ihrem Hofstaat zum Bahnhof begeben, woselbst eine sehr herzliche Begrüßung mit Küssen und Händedruck stattfand. Das zahlreich am Bahnhof und in der Rheinstraße versammelte Publikum begrüßte die Verwandten unseres Großherzoglichen Hauses ebenfalls in freundlichster Weise. Die Großherzogin trug ein weinrotes Tuchtostüm mit großem, runden Hut und Federn von gleicher Farbe. Die 1867 geborene Prinzessin von Wales, geb. Mary von Teck, ist eine sehr schlanke, jugendliche, blonde Erscheinung; sie trug ein dunkelgrünes Tuchkostüm mit hochrot garniertem Toquahut. Die Herrschaften fuhren ins Neue Palais, woselbst im engen Familienkreis der Tee eingenommen wurde; darnach wohnten sie im Hoftheater der Aufführung der Oper „M i g n o n" bei.
** Hofrat Rothschild, der voraussichtlich in den allernächsten Tagen in Gießen eintreffen wird, da die Aerzte ibn für transportfähig erklärt haben, ist bei der Gesellschaft „JanuL" in Hamburg für die hohe Summe von 100 000 Mark seit 2 Jahren versichert. Man versteht nicht recht, wie eine Gesellschaft den schwer leidenden Mann aufnehmen konnte; allerdings bezahlte er eine Jahresprämie von 5000 Mark. Die Police ist zu Gunsten seiner Frau und Kinder ausgestellt. Ob die Gläubiger einen Anspruch darauf erheben können, erscheint mindestens fraglich.
** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Nochmals sei darauf hingewiesen, daß die beiden morgigen Vorstellungen (nachmittags Vs4 Uhr „F r l. I o s e t t e — m e i n e F r a u" und abends 1/38 Uhr ,,B erschwende r") die letzten Aufführungen dieser Stücke sind und bei Heinen Preisen stattfindech
" Danny Gürtlers letztes Auftreten im Kolosseum hatte gestern abend außerordentlich zahlreiche Besucher angelockt, so daß viele Späterkommende wieder fortgehen mußten. Der Künstler — eß ist wirklich ein Künstler — unterhielt das Publikum wiederum etwa 2 Stunden lang köstlich mit seinen von einem Extrem zum anderen springenden Vorträgen, oie er zum Teil sehr aktuell zu gestalten wußte, spielte doch z. B. daß von Köln abgelehnte Heine-Denkmal schon eine Rolle, Manchmal wurde Danny gestern zu derb, aber er wußte stets wieder durch das kaleidoskopartige Durcheinanderwerfen der verschiedensten Dinge zu versöhnen und zu inter- cssieren. Dem stürmischen Beifall nach zu urteilen gesiel Herr Gürtler wieder außerordentlich.
** Der Evang. Arbeiterverein veranstaltet am Sonntag abend im oberen Saale der Herberge einen Vortragsabend, in welchem der Ehrenvorsitzende des Vereins, Pros. Stamm, einen! Vortrag über Kaiser Wilhelm I. halten wird.
** Der Schwindler, vor dem wir im gestrigen Blatte warnten, hat, wie sich nun herausstellt, am 23. L Mts. auch in einem hiesigen Hotel seinen Trick ausgeführt und dem Oberkellner 40 M. abgelockt. Er nannte sich hier Leutnant E. von Ehren- hausen aus Berlin.
X Klein-Linden, 27. Marz. Kürzlich hielt der Ziege nversichernngsverein im Gasthaus zur Deutschen Eiche eine gut besuchte Versammlung ab; sämtliche Teilnehmer zeigten reges Interesse. Ein Antrag, das Eintrittsgeld von 1 Mk. auf 50 Pfg. herabzusetzen, wurde einstimmig abgelehnt, trotzdem erfreut sich der Verein eines guten Zuspruches, denn täglich ionimeit Beitrittserklärungen, und es ist zu erwarten, daß er in kurzer Zeit über eine große Mitgliederzahl verfügen kann.
|| Oppenrod, 26. März. Dte Arbetten zu unserer Feld Vereinigung gehen recht langsam voran, sodaß man damit rechnet, daß sie nicht vor 1911 beendigt sein werden. Von der Wasserleitung hört man zurzeit überhaupt nichts mehr. Dte von mehreren Blättern mitgeteilte Nachricht, daß eine neue Lehrerwohnung errichtet werben solle, entspricht übrigens mcht den Tatsachen. Die hiesige Lehrerwohnung ist übrigens noch in sehr gutem Zustand.
O Laubach, 27.März. Die Unterredung zwischen der Eiseubahndirektion Frankfurt a. M. und dem hiesigen Vertreter der Handelskammer die bezüglich der von der Stadt ausgesprochenen Wünsche hinsichtlich der Gestaltung des SommerfahrplanS am vorigen Mittwoch gewährt wurde, war von bestem Erfolge begleitet. Die Einstellung eines Abend- zuges zwischen den Zügen 1073 und 1074, der in Hungen 8 Uhr 25 Mm. ab- und um 9 Uhr zurückfährt und die Anschlüsse nach Friedberg und Büdingen erreicht, wurde vorn 1. Mai d. I. ziigesagt und die Geivährung der Anschlußverbindung des FrühzugS 1065 in Mücke in dec Richtung nach Alsfeld, die eine Reihe von Verlegungen der Frühzüge auf den übrigen oberhessischen Strecken bedingt, wurde vom 1. Oktober ab in sichere Aussicht gestellt.
-r Bad-Nauheim, 27. März. Gestern hat sich hier ein Verein für Frauensttmmrecht gebildet. Zur Vor- sitzenben wurde Frau Jordan gewählt. Ter Verein wird sich dem hessischen Landesverbände für Frauenstimmrecht an» schließen.
A Dannenrod, 27. März. Gegen ein hiesiges junges Mädchen ist eine Untersuchung wegen Kindestötung eingeleitet worden, Rach dem ärztlichen Befund der ausgegrabenen Kindesleiche hat das Kind nach der Geburt gelebt. ES liegt anscheinend keine vorsätzliche, sondern fahrlässige Tötung vor.
— Obergleen b. Kirtorf, 28. März. (Tel.) Gestern abend wurde der 25 Jahre alte Joh. Jakobi auf der Straße aus gerinfugiger Ursache erstochen. Ter Täter Heinrich Birken stock wurde verhaftet. Er soll die Tat bereits eingestanden haben.
8 Marburg, 27. März. Zur Anlage einet Gütern erlabe stelle und einer Ueberführung am Bahnhof Süd durch den EisenbahnsiskuS bewilligten heute die Stadtverordneten 30 000 Mk. unter der Bedingung, daß der Kreis- und Bezirksverband einen Beitrag hierzu gibt und die Pläne der
Die Turnhalle eignet sich als Ausstellungslokal vortrefflich. Allerdings reichte ihr weiter Raum nicht aus, weshalb im Hofe Anbauten errichtet wurden, für bereit praktische Anordnung und schmucke Ausführung die Äusstellungsarchitckten S e u t i n g und Nicolaus volles Lob verdienen. Dasselbe gilt von dem Dekorateur der Ausstellung, Hoflieferant Th. Brück und dem Aus- stellungsmaler Gustav Belitz. Beide haben, ohne in den Fehler zu verfallen, durch aufdringliche Ueberladung zu wirken, den Ausstellungsräumen ein anheimelndes und dabei doch vornehmes Gepräge verliehen, das mannigfadjier intimer Wirkungen nicht entbehrt.
Indem wir uns eine eingehendere Besprechung der Ausstellung Vorbehalten, geben wir im nachstehenden einen Gesamtüberblick, wie cr beim flüchtigen Durchwandern der noch unfertigen Ausstellung von uns gewonnen wurde. Wir folgen dabei der besseren Uebersicht halber der Gruppeneinteilung, die mit der räumlichen Verteilung der Ausstellungsobjekte nicht übereinstimmt. Das ist übrigens ein Vorteil für den Beschauer mrd auch für die Wirkung der Ausstellung selbst, da man durch die Abwechslung weniger ermüdet unb die ausgestellten Gegenstände selbst mehr für sich wirken, als man stets Vergleiche mit den daneben ausgestellten Sachen anftellt.
Die erste Gruppe umifaßt die Ko ch k u n ft und Konditorei. Hier beherrschen im wesentlichen einheimische Firmen das Feld. Vorzüglich zubereitete einzelne Speifen in geschmackdoller Aufmachung Wetteifern mit einigen prächtigen Prunktaseln und mehrere Konditer.ien wetteifern mit wahren Kunstwerken der feineren Back- kunst. Auch die Kochschuls der Alieeschme und die Kreishaushaltungsschulen im Kreise Gießen und Friedberg sind hier erfolgreich in den Wettbewerb eingetreten.
Die 2. Gruppe „Volksevnährung und Armeeverpflegung" zeigt die konsistenteren Nahrungsmittel. Es sind vor allem Fleisch- und Wurstwaren, Konserven und Backwaren einheimischer Firmen, daneben Kokusvutter, Teigwaren usw., die hier zu sehen sind; ferner Liköre, Bouillon, Mineralwasser, Kaffee, alwholsreie Getränke, Wein, Bier usw.
In dcr Abteilung „K ü che n Wirtschafts - und Hotel- betrieb" finden wir alles, was im neuzeitlichen. Gastwirtschafts- betrü'b gut und empfehlenswert ist, vom BüfettLntrvllapparat und der Kühlanlage bis zum Zeitungshalter und jeglicher Art Hotelgeschirr, Oefen und Herde, Hotelbettstellen, Tafelbestecke, Schälmaschinen usw.
Dann kommen Musikinstrumente verschiedener Art, Spiele, Sprechapparate usw., eine äußerst interessante und in= sttultive Ausstellung. Die zahlreichen sinnreichen Erfindungen, die dcr Hygiene im GasthauSb.'trieb dienen sollen, finden wir in charakteristischen Exemplaren ausgestellt: Seifenspender, Ruß- fänger, Putzsachen, Waschmaschinen und Waschgarnituren usw. 3)ic zahlreichen 'ausgestellten Bücher endlich lassen auch den Nichtsachmann erkennen, daß eine umfangreiche Literatur von dem Streben uno Trachten des Gastwiru'slaudeS nach Vervollkommnung ihr.S Berufes Zeugnis ablegt. Eine umfangreiche weitere Gruppe schließlich umfaßt zahlreich Sachen, die sich nicht in eine der anderen Abteilungen eingliedern lajsen.
Das Arrangement der Ausjcellung ist im allgemeinen geschmack- voll und läßt das Streben der einzelnen Aussteller erkennen, ihre Produkte so vorteilhaft wie möglich auszustellen. Ohne die übrigen Aussteller damit zurückzusetzen, wollen wir für heute vor allem auf die geschmackvolle statlliche Ausstellung der Maggigesellschaft Hinweisen, neben dcr sich übrigens die einheimische Firma Mettenheimer sehr gut behauptcl. Recht hüosch ist auch der Bieoerniaier- Kiosk des hiesigen Hauses Jnderthal, das allerliebste oberhessische Baucruhäuschen, in dem die Firma Kann ihre Liiöre ausficllt und bu prächtigen Pvückktafeln. Daß cs aus einer Gaftwirte-Aus- stellung nickt an Aüsfchankstellen fehlt und u. a. die Alice-Kockschme einen richtigen Milcagstisch bietet, sei nur der Vollschirdigkeit halber erwähnt.
Ztttslanö,
Wien, 27. März. Die „Neue Freie Presse" meldet: Zwischen den Tschechen und der Negierung sind Mißhelligkeiten hinsichtlich der Sprachenfrage ausgebrochen. Die Tschechen fordern, daß die Regierung bei der Behandlung des Bustibudgets eine sie befrieüigerrde Erklärung über den Inhalt des geplanten Sprachengesetzes abgebe. Die Schechen haben vorläufig die Verhandlungen abgebrochen und drohen, in die Opposition 5u treten.
Paris, 27. März. Die D ep u t i e r t e nk a m m e r nahm tmen Gesetzentwurf an betreffend Einrichtung der Aemter von sechs Handels-Attachees im Auslande.
Konstantinopel, 27. März. Der Sultan ernannte den italienischen General b e N 0 bilant, besten Wahl zum Nachfolger von bc Georgis Pascha als Chef ber mazebonischen Gendarmerie durch die Großmächte bestätigt worben ist, zum Lwisionsgeneral.
Die Gastwirtsgcwerbe- und lrochkunft-Aurstellung.
Un)ere Zeit ist allgemeinen gwßen Aussbellungen nicht günstig. An bte Stelle ber lange Zeit das Ausstellungswesen beherrschenben Ausstellungen jinb landschaftliche Veranstaltungen getreten unb auch diese haben für ernsthafte Aussteller in der Regel nicht den Erfolg, der den aufgewendeten Kvsten entspricht. So ist es natürlich, daß mnn sich in^ neuerer Zeit mehr Fachausstellungen tuiocnbet, bie auch in der Tat bei dem immer vielgestaltiger werdenden kulturellen und wirtschaftlichen Leben immer mehr zur Ausftellungsform der Zukunft werden. Die Beschränkung auf ptfhmmte Erwerbs- ober Probuktionszweige ermöglicht einen Ueberblick unb gibt bem Interessenten die Gewähr, einen vollkommeneren Ueberbuck über die betr. Branche zu erhalten, als es auf ben großen, oft mehr jahrmarktsmäßigen Ausstellungen der Fall sein kann. Das konrmt wiederum den Ausstellern zugute, da die Besnckx'r sich weniger aus Neugierigen, wie aus zum großen Test als Käuscr in Betracht kommenden Fachleuten zu rekrutieren pllegeu. Den kleineren Städten zumal erivächft auS der Ver- llnstaltung von Fachausstellungen ein besonderer Vorteil. Für große Ausstellungen fomimen sie nicht in Betracht und eine solche ui ihrer Nähe stattfindende Veranstaltung pflegt ihnen kaufkräftige Leute wegzusühren. Anders die Fachausstellungen. Sie sind auch "eiiieven Städten möglich und bringen ihnen etwas von dem oeirumtcnben Goldregen, der früher lediglich den Gwßftädten zu- Mte tarn. Das wird auch bei der heute eröffneten allgemeinen vachausltellung für das Gastw irte-Gewerbe der Fall sein, die in ^“in.bung mit einer Kochkunftausstellung in ben Tagen vom so. März bis 5. April hier ftattjinbet, unb wir dürfen dem hiesigen vaskwirteverein basür «Dank wissen, daß cr die Mützen unb Sorgen ge|er Veranstaltung auf sich genommen hat, uni bamit der Stadt ^bßen und ihrer Umhegend etwas besonderes zu bieten.
die Ausstellung keine künstliche Mache ist, sondern vom ^rtlchastlichen Standpunkt aus ihre große Berechtigung besitzt, ?.b^ist schon die überraschend große Zahl von Ausstellern, bie Ue beichictten. Nicht weniger ai-5 127 ausstellende Firmen oder ^erionen weist der Katalog auf. Naturgemäß sind die einyeimischcn L^rert dabei am stärksten ticrtuctan — cs mag ivvhl der dritte Teil der Aussteller aus Gießen stammen — und ein flüchtiger «tunbgang durch die Ausstellungsr^uiiiL sck-on läßt erkennen, daß Ne ui dem Wettbewerb mit ben auswärtigen Spezialsirmen recht ehrenvoll abschnoibcn werden. Das ist um so ersreuiicher,,als sie last allen Gebieten nvit großen, tell.veise Weltgeicyaften zu S-haben. Auch, die .Übrige Provinz Oberhessen und L^sta-Nassau ist sehr gut vertreten und außerdem finden wir CliCr au8 Startenburg, Rheinhessen, Westpreußen, Württem- oerg, Berlin, Weftsalen, Sack)isen (Wnigreich unb Provinz), Baden, vigetnianb, HamiLwer, Schlesien, Hanivurg, Sachsen-Kvourg-Gotha, ^7?^Njchweig, Lippe-Detmold unb Bayern, ferner aus dem Aus- 1 nt>' Dänemark, Luxemburg und Oesterreich.
Zweites Blatt L 38. Jahrgang Samstag 38. März 11)08
■ ■" Gießener Anzeiger Eeimal-Anzeiger für Gberhesien .


