Ausgabe 
28.2.1908 Erstes Blatt
 
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>vm 9. Januar 1807, von Württemberg, Ba-'Aun wollten die Zwölften gegen den Posten Vorgehen, Dieser gemeinschaftlich gebillwten Sachverstänoigen->'.oe.wte fiu) aber mll gesälltem Baionell, woraus die Gesellschall der bildenden Künste (einschließlich der Er- st>^,nete. Es luiro vermutet, daß es sich um einen imitierten

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den Ulli) Äeisen gvUKiUHU^uinuu, yvvtwv^u , s

kämm er für Werke der bildenden Künste (eins^ue^-ich der Er­zeugnisse des Kunstgewerbes und der Bauwerke) mit dem Sitze

in der am 21. September 1907 erschienenen Nummer desFreien Arbeiters" ein hochverräterisches Unternehmen, nämlich gewalt­same Abänderung der bestehenden 5)eeresversassung und damit der Reichsverfassung vorbereitet zu haben. Der Angeklagte wurde? wegen Aufforderung zu einem hochverräterischen Unternehmen nach § 85 zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt.

Boranssichtliche Witterung für Hessen am Samstag dc« 28. Februar 1908: Wechselnde Bewölkung. Reichte Nied erschlägt,/ Schnee. Etwas kühler. Nachts Frost. Nördliche Winde.

ler gegen Heyligenstae d t gleichen Abend dieser selbe Wahl-

Feuer auf seinen Herd beschränkt wurde.

-> Büdingen, 27. Febr. Prokurist Acker vom Hause M. Wertheimer & Co. wurde heute nachmittag verhaftet. Allgemein wird der seither sehr geachtete und beliebte junge Mann bedauert, der überdies Familienvater ist. Man erblickt in ihm ein Opfer der Gewissenlosigkeit seines Chefs, dessen Aufenthaltsort noch immer unbekannt ist. Auf die Immobilien des Cxbürgermeisiers Knas wurde eine Zwangshypothek gelegt. An Forderungen sind bereits über 800 000 Mk. angemeldct, und es steht jetzt schon fest, daß die Passiva sich auf mehr

Aus s-aoe MiiO LES.

Gießen, 28. Febr. 1908.

- Tageskalender für Freitag, 28. Febr. Stadt- theater: »Vater und Sohn*. Anfang 8 Uhr.

Lesehalleverein: Mitgliederversammlung ,im Hotel Schütz, abends 8% Uhr.

*

Kleine Kunst ch roni k. K a r l E w a l d , ein dänischer Schriftsteller, der den Deutschen nainciitlich durch die Märchen- jninnünngcnDer Storch und andere Märchen für erwachsene Kinder", ioivteAusgewählte Märchen" bekannt wurde, ist in Eharlottenlnnd bei Kopenhagen gestorben. Geboren wurde.er im Oktober 1856 zu Bredelykte bei Gram in Schleswig, wo sein Baler der später sehr fruchtbare Nomanschrütsteller H. F. Ewald, damals als Landmesser lebte. H. F. Eivald hat mit feinen 86 Jahren seinen Sohn überlebt. Eine bisher unbekannte Komposition Franz Grillparzers veröffentlicht die HalbmonatsschriftNeue Revue' (herausgegeben von Dr. Josef Adolf Bondy und Dr. Fritz Wolff, Berlin)' in ihrem zweiten. Februar-Heft. Diese Komposition de- Dichters hat der Musitsehri'tsteller Dr. Richard Balka^ in einer 2luthographensammtung auigesmlden.Das ewige Feuer", eine emaltige Oper von Richard Wetz, fand bei ihrer Erstaus­führung im Hamburger Staduheater einen mäßigen Erfolg. - Tie Errichtung eines S.ch i l l e r d e il km a ls m den Anlagen dci Stadt R ü d e s h e i m ist von den dortigen Stadtverordneten ein- stimmig beschlossen worden. Mode r n e Diplomaten", ein vieraktlges Schauspiel von Kurt Neurode, sand in Frankfurt a. At. bei trefflicher Aufführung einen freundlichen Erfolg. Tlr Handlung beschrantt sich auf die Schildermig der Pariser Diplomaten in den achtziger Jahren. Unter dem Pseudonym Neurode verbirgt sich Rittmeister a. D. Baron Rothtirch und Panthen, Gutsbesitzer in Schlesien.

Grigsssatl-Dr'QÜtn-eLSunSo»,

K. B. Darmftadt, 28. Febr. Die zweite Kamme« nahm nach längerer Debatte über die Konfessions­schule in Seligenstadt den Ausschußantrag gegen bic Stimmen des Zentrums und der Bauernbündlcr ar.. Hieraus begannen die Beratungen des Staatshaus­halts etats für 1908. Erster Redner der Generaldebatte war der Abg. Reinhart.

Paris, 28. Febr. Im Militärgefängnis voll Älmieis brach eine Meuterei unter den Sträflingen,aus, M deren Niederschlagung Militär herangezvgen werden mußte. *

Lissabon, 28. Febr. Der StaatSrat stimmte dck Standpunkt der Regierung zu, daß die Dekrete Francos über M Auflösung der Kammern, die Reform der Pairslammern und^ aridere Gestaltung der Bezüge des Königs gesetzwidrig seien. -W- Regierung wird nunmehr die Kammer a u f l ö s c n u nd dm Neuw a hl en für den 5. April ansetzen. Francos ü:-' Hänger werden sich nicht an der Wahl beteiligen.

hingeftellt wurde.

Gießen, den 27. Februar 1908.

Oswald Rredel.

Offizier handelt. Eine Untersuchung ist eingeleitet.

W ißmar, 25. Febr. Bei einer heute hier abgc

als eine Million belaufen.

Drahtlich wird uns kurz vor Nedaktionsschluß noch ge­meldet: Die Fürstin-Mutter zu Isenburg-Büdingen hatte 50 000 Mk. im Depot, für die sie einen Depotmechsel in Händen hat, der die Unterschrift des Ober-Mockltädter Vor­schußoereins trägt. Dieser Verein hängt mit 140000 Mk. Tie Gebr. Kaufmann in Schotten, die mit über 100000 All. beteiligt sind, sind gedeckt. In dem Kassenschrank Rothschilds, der aufgebrochen mürbe, fand man außer den Büchern einen Barbctrag von 20 Pfennig an. Rothschild hat sich wahr­scheinlich ohne Barmittel von hier entfernt. Die Gehälter der Angestellten wurden feit Januar nicht bezahlt.

P. Schlitz, 27. Febr. Wie ich von zuständiger Seite erfahre, soll im Frühjahr mit dem Bau eines großen Gebäudes für D i e n st w o h n u n g e n v o n E i s e n - bahnbeamten begonnen werden. Gs^soll 3flügelsti mit 30 9)1 tr. Front errichtet werden und für 8 Familien Raum bieten. Der Bauplatz, der gestern vermessen wurde, liegt am Eingänge des 'Haidgrabens, hinter der Seifen- ; sabrik von Niepoth & Cie. Obwohl an Wohnungen in unserer Stadt gegenwärtig kein Mangel herrscht, dürste die Sache wohl insofern mit Freuden zu begrüßen sein, daß bei Weitersührung der Bahn nach Hersfeld das Zug­personal doch jedenfalls hier bleiben würde. Im anderen Falle wird gewöhnlich das Personal an die Kopfstationen verlegt. Hoffentlich wird wenigstens von maßgebender Seite dahin gewirkt, daß auch die Schützer Geschäftsleute bei dem Bau berücksichtigt werden,, gegenteiliges würde wohl noch mehr kritisiert werden, wie die Frellarten für Eisenbahnbeamtenfrauen nach Fulda.

X Offenbach a. All, 27. Febr. In der heutigen Sitzung derStadtverorbneten mürbe auf eine Anfrage vom Beigeordneten Walter mitgeteilt, baß Gaswerksbirektor König bie liebersch reitung der für ben Gasweiksneubau bewilligten Rüttel auf etiva 500 000 Mk. schätze. Die Vor­kommnisse bei dem Gaswerksneubau gaben Anlaß zu einer

ft feine TagesHronrr.

In dem Hause der Privatdozentin der Kunstgeschichte Dr. Gräfin P ü ck l e r-Limpurg m M ü n ch e n wurde c in ge­be o dj e n und Geld und Schmncksacheu im Werte von 15 000 Ml. gestohlen.

Tie Polizei zu Chur (Graubüudten) verhaftete einen juixgen Mann namens Dclaca, der feit 1902 eine Reihe von Mad- eben mit denen er sich verlobt hatte, vergiftete. Der Täter ist geftänbiß.

In verschiedenen Orten Irlands kam es zu blutigen U n- ruhen wegen der Ausweisung der Bauern ans ihren Wohnstätten, für bie sie lange Zen reine Pacht gezahlt hatten. Wege wurden verbarrikadiert rind Brücken in bie Luft gesprengt. Viele Personen sowohl auf Seiten der Bauern, wie auch auf Seite» der Polizei würben verletzt.

Hoizversteifternng.

Montag den 2. März L I., nachmitLags 2 Uhrr. soll auf der Kreisstraße von Kirtorf nach Lehrbach nacdt-

ffrer andern befindet stch nicht etwa nur kleingedruckt jener sammengebaut ist, sich kein Großfcuer entwickelte und das Satz, sondern auch fettgedruckt folgendes:

Daß die Nationalliberalen in Mainz den sozialdemokratischen Dr. 'David unterstützen, ist ebenso unwahr wie unwahrscheinlich. Die nationalliberalen Beamten in Mainz wählen doch keinen

handel.

Hamburg, 27. Febr. Nach den Mitteilungen der Ver­waltung der Hamburg-Amerika-Linie in der heutigen Aufsichtsratssitzung ist der Rückgang des Reingewinns um ca. 7 Mill. Mk. größtenteils aus Dein Mindererträgnis des zweiten Seniesters zu erklären, während die Betriebseegebnisse des ersten Halbjahrs trotz der durch die hohen Kohlenpreise und die großen Streiks in Hamburg, Newhork, Aiitwerpen und Rotier- dam verursachten Steigerung der Unkosten auf fast gleicher Höhe wie im Borjahre sich gehalten hatten. Die Ursachen für den Rückgang des Gewinnes hängen mit der finanziellen Krisis üi den Bereinigten Staaten zusammen, die gegen Schluß des Jahres eine Stockung des Ausivandererverkehrs nach Amerika und zugleich auch eine Beeinträchtigung des Frachtenveriehrs herbeigcsührt habe. Ein anderer Grund liegt auch in den TarifkLmpsen, die im nordatlantischen Verkehr und auf anderen wichtigen Bertehrs- gebieten geführt, vor kurzem aber durch die für Die Hamburg- Amerika-Linie befriedigende Verständigungon mit den übrigen Ge­sellschaften beigelegt find. Vollen Nutzen werden die Abmachungen natürlich erst erreLegen können, wenn der Verkehr wieder einen normalen Umfang angenommen hat. 3

Braunschweig, 26. Febr. Wie in der Generalversarnm, lung der landwirtschaftlichen Amtsvereine der Landwirtschafts- fam-ntcr für das Herzogtum Braunschweig Oberamtmann Tiecl- mann-Heimburg mitteilte, besteht der Plan, in ganz Deillschlano eine gro ße Bereinig ung vo n La nd w ir ten, Z uaer° industriellen usw. zur Hebung des Zuckerver­brauchs zu bilden, die iwch vor Inkrafttreten der ©teuer» i vLiiDlütsiutQ ins Lebert treten soll. Bei einer derartigen Lrgani- jation müßten, wie der Redner weiter ausführte, aiui. die Re­gierungen zur Mitwirkung herangezvgen werden. Spater läiuic Die geplante Bereinigung auch iwch weiter ausgedehnt iveibat, 3 denn man habe ein Interesse daran, den Zuckerverbrauck) nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt zu lieben.

in Stuttgart ernannt.

Die Gießener Ruder-Regatta ist auf den 2 6. Juli festgesetzt.

* Die Mitteldeutsche Kreditbank hat in Büdingen eine Agentur eingerichtet.

** Fortbildungsschulwesen. In unserem Kreise werden gegenwärtig zahlreiche Prüfungen in den Fort­bildungsschulen abgehaltcn, um bie Resultate des neu eingesührten landwirtschaftlichen Unterrichts festzu- ftellen. Es sind jetzt schon etwa 25 "Fortbildungsschulen int Steife vorhanden, in denen nach Den Resormplänen r des land- wirtschaftlichen Universitütsprosessors Dr. Gisevius unterrichtet wird. In maügcbenbcn Kreisen ist man mit den Erfolgen des landw. Unterrichts fehr zufrieden, und es fallen weitere Kurse zur Ausbildung von Lehren: in diesem FortbilDuugsschulunterrichi anii landwirtschaftlichen Institut abgehallen werden. An -den Prüfungen nahmen auch auswärtige Schulmänner teil, so ein Herr aus dem preußische:: Unterrichtsministerium. Prü­fungen wurden u. a. abgchalten in Grüninge::, Holzheim und Jnheibern

* Kolosseum. Die Kämpfe des vorletzten Tages der inter­nationalen Jrauen-Ringkämpfe endigten mit folgendem Ergebnis: In 5.52 Min. blieb Frl. Hai: lo n-Ellaß Siegerin über die yolläuderin Frl. v. d. S r r a a r e n durch Armfallgrisf am Boden. Frl. Richter-Schlesien unterlag nach hartnäckiger Gegenwebr der schweren Haunoverauerm Frl^ Simson in einer Gesamtzeit von 41.57 Min. durch Schullerdrehgriff an: Boden. 33.47 Min. währie der spannende Kampf zwischen der Ostpreußin Frl. Koslowsky und Frl. Philippi-Aachen, zivei ebenbürtige Gegnerinnen, bie ein ganzes Register an Griffen und Parnoten zeigten, bis em gut gelaßier Zweigriff, hatb Untergriff dem schönen Kampfe ein Ende beteiiete. Siegerin Frl. Philipp i-Aachen. Heule abend finden die letzte» Kämpfe statt; um Den 1. und 2. Preis ringen Frl. Sinüon- Hannover gegen Frl. Philippi-Aachen, nm den 3. und 4. Preis Frl. Richter-Schlesien gegen Frl. Kosloivsky-Ostpreußen. Tie Preise werden wie folgt verlest!: 1. Pr. 400 Mk., 2. Pr. 300 Mk., 3. Pr. 200 Alk., 4. Pr. 100 Mk.

O Klein-Linden, 27. Febr. Der Kaninchen­zuchtverein feiert nächsten Samstag abend in der »Deutschen Eiche' sein Stiftungsfest bei Theater, lebenden Bildern, Duoszenen nnb Tanz. Sämtliche hiesigen Vereine haben Ein­ladung erhalten.

Ruttershausen, 28. Febr. Schon lange wird in unserer Einwohnerschaft die Errichtung einer besonderen Haltestelle an der Main-Wcserbahn gewünscht und zwar an dem Bahnwärterhaus an der Straße, bie von hier zur Kreisstraße Gießen-Lanbesgrenze (-Marburg) führt. Die Großh. Handelskammer Gießen hat sich in ihrer letzten Sitzung mit der Angelegenheit beschäftigt und beschlossen, bei der König!. Eisenbahnbirektion Frankfurt in biesem Sinne vor­stellig zu werben. Die Station würbe außer unserem Ort auch für Staufenberg eine nähere Verbinbung zur Bahn bringen.

? Ober-Widbersheim, 27. Febr. Gestern nach­mittag gegen 5 Uhr brach hier auf bis jetzt unaufgeklärte Weise Feuer aus, bem in kurzer Zeit zwei mit Stroh- und

haltenen Holzverstelgerung machte sich ein bebeutenbeu Rückgang bec Brennholzpreise bemerkbar, es kostete ber Rm. Buchen - Scheitholz 8 unb -Knüppel 53/4 Mk. aus sonst be­liebten pingen Holzschlägen, in benen vor etwa 14 Tagen Scheitholz noch für 10 unb 11 unb Knüppel für 8 unb 9 Mk. verlaust würben. 2luö zwei älteren Holzbestäuben mit geringwertigerem Holz wurde bas Scheitholz zu 7 unb bie Knüppel zu 5 Mk. verkauft. Ein Keiner Posten Eichen- unb Buchen-Stammholz erzielte geringe Preise, baß bie Genehmigung nicht erteilt werben konnte.

s Marburg, 27. Febr. Der städtische Etat für 1908 balanciert laut Voranschlag im Ordinarium mit 1 135 700 Alk. gegen 1013 0<5 All. im Vorjahr. Zur Deckung der Steuer von 417 700 Mk. sind vorgeschlagen 1,95 °/oo des gemeinen Werts des auf 60 Millionen Akark bezifferten Grund- und Gebäudebesitzes, 158 % Zuschläge zur Gewerbe- und Betriebssteuer und 127 °/0 Zuschläge zur Einkommen-, einschl. der Kreis- und Bezirkssteuer.

w. Frankfurt a. M., 28. Febr. (Tel.) Die Ent­hüllung des hiesigen Bismarck-Denkmals würbe auf den 10. Mai festgesetzt.

In Audienz empfangen wurde am Mittwoch von Sr. Kgl. Hoh. dem Groß Herzog u. a. Pfarrer V et te r von Klein-Karben und Pfarrer Stä hlin von Brauerschwenb.

Richterpersoualien. S. Kl H. .der Großherzog haben den Anllsgeriichitsrat bei dem Amtsgericht Groß-Gerau, Ludw. Jonas, zum Oberamtsrichler bei diesem Gericht unv den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lauterbach Dr. Em:l H o f Sinn Amtsrichter bei ben: Amtsgericht Groß-Gerau ernannt.

** Die Maturitätsprüfung um hiesigen Gym­nasium sanb dieser Tage unter dem Vorsitz deS Geh. -Lchul- rats Nodnagel ftatt.. Die 29 Abiturienten bestanden sanllllch, 21 davon wäre:: vom mündlichen Examei: befreit.

** Urheberrecht an Kunstwerken. S. K. H. der Grvßherzvg haben den Direllor der Firma A. Bem, Hosmöbel- fabrik, Karl Behr in Mainz, den Bauinspektor Wich. Jost :n Bad Nauheim, den Hofjuwelier Aug. Wondra in Darmstadt zu ordentlichen Mitgliedern unb ben Direktor der Künstgewerbe- schule Professor C. B. F. Kübel in Mainz zunv stellvertreten­den Mitglied der auf Grund des § 46 des Reichsgesetzes, be- treffenb das Urheberrecht an Werken ^der bildenden Künste unb Der Photographie, vorn 9 03~

fr e:geg eben, während am gleichen Abend dieser leibe Wahl­ausschuß ein Flugblatt herausgab, in dem bas e ch t e ^elegramm Dr. Davids an die Nationalliberale:: als Lügeund Fälschung

längeren Debatte. Schließlich wurde ein Antrag angenommen, die Bürgermeisterei zu ersuchen, bis z:ir nächsten Sitzung ein Verzeichnis über bie bereits bewilligten Gelber unb über bie noch erforderlichen Mittel für bas neue Gcwwerk vorzulegen.

h. Mainz, 27. Febr. Montag nacht hat sich am Pul­vermagazin 20 vor bem Ringertor ein merkwürdiger Vor­fall ereignet. Es erfaßen zur Kontrolle bei bem Wacht- p oft en ein als Leutnant gekleideter Mensch, in dessen Gesellschaft sich vier Zivilisten befanden. Der^ Leutnant ivröcrte von dcuv Posten, einem Soldaten des 87. Jnswiterie- rcginunf§, die scharfen Patronen, die dieser instwuktionsgeinäß veüveigerte. Hierauf zog der Leutnant seinen Säbel unb schlug oem SolDateu die Helmspitze ab, worauf er sich entfernte.

den Posten Vorgehen, dieser

R. B. Darmstadt, 27. Febr. Bor dem Kriegsgericht stand heute ein trotz seiner Jugend viel herumgekommener Men- teurer, der Musketier Eduard Keller. Er war schon vor seiner Militärpflichtzeit in Diensten der Fremdenlegion gewesen, und dann im Jahre 1905 als unsicherer Heerespflichtiger bei der 8. Kompagnie des Infanterie-Regiments 116 eingestellt wor­den. Bald nach seinem Diensteintrllt in Gießen lernte er einen Zivilisten rennen, dem er in den rosigsten Farben das herrliche Leben in der Fremdenlegion schilderte, so daß dieser ganz begeistert wurde und versprach, gemeinschaftlich mll dem Angeklagten nach Afrika zu gehen. Er verschaffte auch dem Keller einen Zivilanzug und Keller versteckte seine Uniform und Waffenstücke unter Laub unb Reisig. Nachbem er außer bem Zivilanzug auch noch bie Uhr des Zivilisten erhalten, ging bie Fahrt auj Kosten des letzteren über Frankfurt nach Mülhauien i. E., von wo sie beide mit der Kleinbahn bis zur Grenze weiter­fahren wollten. Nachdem sich Keller von seinem Freund noch­mals 3 Mark hatte geben lassen, verschwand er plötzlich in dem Augenblick, in dem er zur Durchsicht seiner Effekten ein Dttro:» Häuschen betreten mußte. Ein Polizeibeamter, dem der Mann auf der Straße verdächttg vorkam, nahm ihn fest. und ließ ihn nach Gießen zurückttansporlieren, nx» er wegen Beihilfe zur De­sertion von der Sttaflammer zu drei Monaten Gefängnis ver­urteilt wurde. Keller aber war inzwischen nach $_e (fort ge­wandert, hatte sich bann in Dijon rtrieber legiou anwerben lassen unb focht mll im

Spieiplcn des Neuen Gießener Staöit^eatevs.

Samslag den 29. Februar, nad)initiag§ 3>, Uhr, bei Volks-- preisen: Schüleroorslellung: »Tas Kätchen von Heilbronn" von Kleist. Enbe gegen 6 Uhr. >

fällte.

fc. Frankfurt a. 9)1., 28. Febr. Heu- und Strohmarkl^ (Org.-Tel. b. Gieß. Anz.) An gefahren waren 3 Wagen Heu, 3 Wagen Srröh. Bezahlt mürbe für Heu Mk. 3.503.00, für Srroh Ml. 2.502.70, Alafchinen-Langslroh Dik. 2.400.00. Alles für 50 gL TenPenz flaii.,

zur Frernben-

t u . M __________ ____ Kampfe gegen bie

Marokkaner. Bald darauf desertierte er wieder in Casablanca und begab sich nach Rabat, wo er sich dem deutschen Konsulat stellte und auf dessen Veranlassung hierher transportiert tourDe.

Der Angeklagte wurde wegen Fahnenflucht, Prep2gabe von Dienst- gegenständen und Unterfckstagung su einemJahrGefängnis und Versetzung üt die zweite Klasse des Solbatenstandes ver- Futtervorräten gefüllte Scheuern des Otto Kammer unb urteilt.

Heinrich Geist zum Opfer sielen. Die Wehren von Unler>: Leipzig, 27 Febr. SAidderSheim unb Borsbi

eilt unb ist es bem tatkräftigen Eingreifen ber Feuerwehren ! Re?al:e^r Rudolf^OVstrekch"statt.' Die"Änllage wil'ft l

izu bauten, baß, zumal an der Ausbruchsfielle alles eng zu- ' ihm vor, ^urch den ArucketAnarchismus unb Antürülllarismus" 1

stehendes Holz versteigert werden:

40 Pappel-Stämme von 415 Allr. Länge uiü 3062 Etm. mittl. Durchmesser mit zuf. 6V Fm. Jnhci'U, 20 Rm. Prügelholz und 74 Rm. Reisig. Beginn d«r Versteigerung bei Kirtorf.

Dienstag den 3. März l. I., nachmittags 1 Uh«, werden auf ber Kreisstraße von Angenrob nach Obcu- Gloen versteigert: 51 Pappel-Stämme von 314 9)iin Länge und 2570 Etm. mittl. Durchmesser mit zusammen 77,6V Frn. Inhalt; 27 Rm. Prügelholz und 108 Rni.

Vor tem vereinigten zweiten und! Reisig. Beginn der Versteigerung bei Kirn. 5,40. Reichsgerichts fand Die Ber- Alsfeld, den 27. Februar 1908.

$emn geborenen Former und anar-1 Der Großh. Kreisbauinspektor:

Fischer.

Sozialbemokraten." .

Außerdem befindet sich aus biefer Seite eure groyge- brnckte Aussorberung, Köhler zu wählen.

Wenn nun bie Herren Deutsch-Sozialen behaupten, nrcht nm die sozialdemokratischen Stimmen geworben zu haben, wie kommt es denn, daß, nachdem man vor der Hauptwahl alle sozml- dernokratischen Orte ängstlich gemieden hatte, jetzt vor der Stich­wahl in Wieseck, Heuchelheim, Rödgen, Mtenbuseck, Großen-Buieck, Leihgestern, Reisllrchen u. v. a. plötzlich Versammlungen abhielt, in Orten, die teilweise zu 8/i sozialdemokratisch gewählt hatten. Wie kommt es ferner, daß man jenes Flugblatt erst an: Tage vor "ber Stichwahl, also als Ueberrumpelung, in benroten" Orten verteilte und nicht in den länblichen Bezirken? Wen wollte man in diesen Orten denn für sich gewinnen?

Ein hiesiges antisemitisches Blatt schrieb seinerzeit als es sich nicht mehr Helsen konnte, ob die Herren Kling und Wagner bas betr. Flugblatt verteilt hätten, s e i d i e s e n v e r r e n n:ch t mehr erinnerlich, tue auch nichts %>ur <Sia 4e. 30) denke, bas besagt genug. Unb dann wanDte sich bas Blättchen in mehreren von Unwahrhellen unb Beleidigungen sttotzenben Artikeln gegen meine Person, um sich an mir, bem Entdecker Dieser für bie Deutsch-Sozialen so unangenehmen Afsare, m: Schimpf­tone zu rachen. Ich habe wegen Erkrankung damals die Sache nicht weiter verfolgt. Da aber inzwischen die Sacye wieder eme große Rolle spielt, halte ich mich für verpflichtet, obigen Tat­bestand ganz objektiv darzustellen.

Tatsache ist und bleibt, daß am Tage vor ber Stichwahl von Mitgliedern des deutsch-sozialen Wahlausschusses ein Flugblatt verteilt wurde, in dem ausgesprochen wird, die sozialdemokraü Stimmen feien für Köhler ge* *f - - - *