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Die heutige Nummer umMt 10 Seiten.
Deutsches Reich.
Thorn, 27. Febr. Aus dem ersten und siebzehnten Armeekorps wird bis 1911 ein neues Armeekorps gebildet, dessen Sitz wahrscheinlich nach Allenstein verlegt werden wird.
Oldenburg, 27. Frbr. Die oldeuburgische Ne. gierung hat sich mit der Aushebung der geistlichen Schulaufsicht einverstanden erklärt.
AusiureS.
Rom, 28. Febr. Nach 8lägiger leidenschaftlicher und teilweise höchst spcumelider Tiskussion hat die K a m m e r das von der Reaierung vorgeschlagene Reglement betressend den R e l i g i o ns- Unterricht an den Mittelschulen mit 279 gegen 129 Stimmen angenommen. Fortan können die Gemeinden den Unterricht als Pflichtfach iorisallen lassen, sind jedoch verpflichtet, denjenigen Ettern Lokale zur Veckügung zu stellen, die sur ihre Kinder diesen Unterricht selbst bezahlen wollen.
Paris, 27. Febr. „Platin" versichert, General d'Am ade habe aus Anfrage oer Negierung erwidert, er brauche Ber- st ä r k u n g e n, nm seine Ausgabe durchzu'ühren.
London, 27. Febr. Ter „Standard" meldet, daß Campbel! Bannerman nur noch bis Ostern im Amte bleibt. Während der parlamentarischen Ferien, die zu Ostern beginnen, wird die Umgestaltung des Kabinetts vorgenommen '^"^'o n staut ino p e l, 27. Febr. Der italienische Botschafter Marquis Jmperiali überreichte der Pforte eine scharfe Protestnote in Angelegenheit der Einstellung der Arbeiten bei dem einem italienischen Syndikat gehörigen Kohlenseldern von Herakles.
Petersburg, 27. Febr. Im Verband echtrussischer Leute ist ein ungeheurer Skandal aiisgebrochen. Zwölf hervorragende Mitglieder erhoben gegen den Präsidenten Dubrowin An- kl a g e wegen i a 1 s ch e r A b r e ch n ii n g. D u b r o w i n ließ die Ank 1 äger dnrchprüge 1 n u nd hinaus w o ricn.
Tie Morgenblätter melden aus Petersburg: Am 27. Febr. trat in der P e t c r P a u 1 s s e st u n g ein Ai i 1 i t ä r g e r i ch t zusammen und verurteilte 10 Terroristen, die vor drei Tagen em Attentat aus den G r o tz s n r st e n N i c c o1 N x c c o1a j a- witsch und ans den Justizmmister geplant hatten. 7 Terroristen, darunter der ualienlsche Journalist Calvins und zwei grauen, wurden zunt Tode Durd) den Strang, drei zu lebenslänglicher ZivangSarbeit verurteilt. .
Der „Bert. Lstalanz/ meldet aus Port-au-Prince auf Haiti: Beim Fortgehen aus dem Hanse des Präsidenten Alexis am 26. Febniar wurde ein britischer Ad j ii t a n t von einem u n bekannte n Individuum m i r S t o i n e n b e w o r f e n. Ta der Präsident leine genügende Satissakiion gewährte, verlangte der Kapitän des dort liegenden britischen KrenzerS „Fnde- iatigeable" eine solche von ihm und ließ die G e s ch ü g e aus D e ii Pa 1 a st r i ch t e n. Hieraus überbrachte General Alexis sofort dem b r i t i s ch e n K o n s u 1 persönlich seine Entschuld! g u n g. ____
Eriiär-mg.
Man bittet uns um Aufnahme der nachstehenden Erklärung:
Die gestrige „Erklärung" der deutsch-sozialen Parteileitung bedarf verschiedener Berichtigimgen und Ergänzungen. Ich fühle mich umsomehr dazu verpflichtet, als ich es wat, der tue Falle in Dem betr. Flugblatt entdeckte unb auch im Herost rm „Gieß, Anz " zuerst veröffentlichte. Ich habe damals gleich daraus W gewiesen, das; jenes Flugblatt bezeichnenderweise anonym erschienen sei, und richtig, man schüttelt es von sich ab und Lädt es der „Volksmacht" aus den Hals. Während der Wahl allerdings war es anders. Da liest man Den Redakteur der „Volksmacht" Versammlungen abhalten, o h n e i h n abzuschütteln. Damals verteilte man auch das Flugblatt, ohne es zu verleugnen.
Ein hiesiges Antisemitenblatt hat behauptet, der deutsch-soziale Wahlausschuß habe erst nach Verteilen des betr. Flugblatts davon Kenntnis erhallen. Das entspricht nicht den Tatsachen! Ich bin bereit, zehn Zeugen dafür zu stellen, dast die Herren Kling und Wagner, also Mitglieder jenes Ausschusses, am Tage vor der Stichwahl eine Anzahl solcher Flugblätter selber mit nach Heuchelheim brachten und Dorr eigenhändig ver* teilten.
Dze Liberalen werden in jenem Flugblatt als Wahlrechts- feinde allerdings geschildert — ans der einen Seite! Aus
eignungsvorlage gegen sie vorgehen würde. Wir sollten hier nach dem Grundsatz handeln: Was du nicht willst, das man dir^tu', das füg' auch keinem andern zu!" Nun, Graf Mirbach könnte es doch eigentlich auch wissen, daß man in Rußland nicht erst einer besonderen Gesetzesvorlage bedarf, um irgend einer der vielen Völkerschaften des Reiches zu Leibe zu gehen. Graf Mirbach sollte es aber auch wissen können, dast den baltischen Deutschen von der russischen Regierung und dem russischen Tjchinowniktum noch ganz andere Leiden bereitet worden sind, als wir sie mit unserer Ostmarkenpolitik den Polen zufügen. Graf Mirbach könnte es eigentlich auch wissen, daßdie deutschcnBalten zu allen Zeiten und trotz aller Unterdrückung die loyalsten und treuesten Untertanen des russi- chen Reiches gewesen sind. Es ist eine unerhörte Kränkung und Verleumdung der deutschen Ballen, wenn man von ihnen das Gegenteil behauptet. *)
Weder in Rußland noch sonstwo kümmert man sich auch nur im geringsten darum, was das Ausland von dieser oder jener inncrpoUtischen Maßnahme denkt, nur wir im Deutschen Reiche glauben uns noch immer erst die Zustimmung des Auslandes holen zu müssen. Was geht uns das Ausland an? Das hilft uns unsere Polenfrage nicht lösen. Im Gegenteil, je größer unsere, innerpolitischen Schwierigkeiten sind, um so inehr freut sich daS Ausland.
Mag sein, daß Die Enteignungsgesetze nicht gerade das wirksamste Riittel zur Lösung unserer Polenfrage ist, auf keinem Fall sollte es aber das einzige Mittel bleiben. Vor allem sollte man die aufhetzende Tätigkeit der polnischen Presse, der polnischen Geistlichkeit und der polnischen Agitator en mit aller nur möglichen Rücksichtslosigkeit bekämpfen. Die Polen müssen die starke deutsche Faust fühlen, sonst hat das Dcutschtum m der Ostmark ausgespielt. Die Polen müssen es lernen, loyale und friedliche Bürger dcS deutschen Reiches zu werden, nicht eher kann es Frieden in der Ostmark geben. Die Ostmarkenfrage ist keine preußische Angelegenheit allein; sie geht das ganze deutsche Reich im weitesten Maße an, dort dürfen wir keinerlei deutschfeindliche Bestrebungen dulden. Deutsch ist daS Land und deutsch soll es bleiben, und damit das deutsche Reich deutsch bleibe, dazu müssen wir, wie der Reichskanzler am Mittwoch im Herrenhause sehr richtig sagte, mehr ruhiges Nationalgefühl haben. Daran aber fehlt es bei uns leider noch gar zu häufig.
*) Nach anderen Berichten soll der betreffende Paffus in der Rede Mirbachs, wio wir im letzten Augenblick erfahren, allerdings folgendermaßen gelautet haben:
„Die baltischen Deutschen sind die zuverlässigsten Landsleute, ober Die baltischen Barone haben sich über die Beamten und das übrige Volk ein wenig erhoben. Sie haben dadurch eine Miß- ftuninuiig gegen sich tm russischen Volte erregt; welcher Enlrüstungs- fturni wurde nun ui Deutschland entstehen, wenn Die russische Regierung Die Ballen enteignen wollte! »Was du nicht willst, das man Dir tu’, das füg' auch feinem andern zu !"
Mehr ruhiger NattonalgeMl.
Die sog. Enteignungsvorlage, die gestern endlich die Zu- st immung des preuß. Herrenhauses erhalten hat, ist im Preußischen irndtage, in der Presse und in den politischen Versammlungen । ,-t einer Nervosität erörtert worden, die im ersten Augenblick befremden erregen konnte. Deutsche Männer haben sich ,,jeder einmal zu Verteidigern deS .edlen geknechteten« ßoIenoolfcS aufgeschwungen, und haben mit aller Kraft ihrer Zeredsamkeit die Maßnahmen der preußischen Regierung zur Härtung deS Deutschtums in der Ostmark in Grund und oben verdammt. Man fragt sich kopfschüttelnd, haben putsche Männer, und mögen sie noch so freiheitlich gesinnt sein, wirklich nichts befferes zu tun, als die Polen zu vereidigen, die sich bisher schon sehr wirksam allein zu Der» leidigen verstanden haben? Für wen begeistert man sich? 2ind eS nicht dieselben Polen, die sich in der Schweiz, in ttapperswil, ihren Kriegsschatz aufspeichern, um irgend einmal, bet erster, bester Gelegenheit, ein neues eigenes Polenreich auf- richten? Sind eS nicht die Polen, die in der Ostmark auf olle Weise, durch aktiven und paffiven Widerstand, Der rutschen Verwaltung entgegenarbeiten, die deutschen Geschäftsitte, Handwerker und Landwirte boykotieren und wirtschaft- : rf) zu ruinieren suchen? Sind eS nicht dieselben Polen, Die jhon seit geraumer Zeit ihre Geheimagenten über die Grenzen Posenö und Westpreußens hinaus schicken, um loS Polentum auSzubreiten. Dian sehe doch nur, wie sie es w Oberschlesien gemacht haben und wie sie es heute in Ostpreußen tun. Noch vor einigen Jahren wußte man Dort noch tisthtS von einer Pvlengesahr, und jetzt? Da taucht bald in dieser, bald in jener Stadt, bald in dieser und jener Ortschaft, wo bis dahin kein einziger Pole gelebt hatte, plötzlich iin polnischer Geschäftsmann auf. Mit dem ihm vom pol- tischen Nationalfond vorgestreckten Geldern eröffnet er irgend iin Geschäft, ohne zunächst natürlich seine nationalpolnische ^Innung nach außen hin zu zeigen. Er tritt in deutsche Vereine ein und sucht sich auf diesem Wege in das Vertrauen der Bevölkerung einzuschleichen. Die Mittel, Die ihm on polnischer Seite zur Verfügung gestellt werden, erlauben 3 ihm, alle anderen Geschäftsleute des Ostens in den Preisen ,u unterbieten. Die Käufer strömen ihzn zu. Er vergrößert 08 Geschäft, nimmt Angestellte an, natürlich nur Polen, Die ihr Polentum anfangs ebenfalls noch verschleiern muffen. Diesen ersten polnischen Pionieren folgen bald andere nach, unb es ist selbstverständlich, daß diese Polen sich gegenseitig wirtschaftlich auf alle Weise zu stärken suchen. Bei Deutschen mrd natürlich nichts gekauft. So breitet sich das Polentum -chriit für Schritt weiter aus und drängt das Deutschtum zurück.
Man halte sich diese Entwicklung des Polentums in der -rutschen Ostmark doch nur vor Augen und frage sich Dann Hlbft, ob man als Deutscher billigerweise seine Hand dazu Mieten Darf, die Polen un deutschen Reiche gegen die deutschen in Schutz zu nehmen.
Run wird behauptet, wir Deutschen hätten die Polen provoziert. Auch der getretene Wurm krümme sich. Man üibe die Polen so lange drangsaliert, bis sie nun endlich 8a»u gekommen feien, sich ihrer Haut zu wehren. Aber diese Behauptung steht, wie oft soll man es wiederholen, mit allen geschichtlichen Tatsachen in Widerspruch. Zu allen Zeiten, no man dem Polentum freie Hand ließ, hat es sich auf Soften de§ Deutschtums weiter auSgebreitet und Die deutschen -iachdarn polonisiert. Alan mag cs noch so sehr bedauern, M die Deutschen im Gegensatz zu den Polen ihre Nationalität 5 leicht aufgeben, aber mit der Tatsache selbst muß gerechnet verden und der Staat muß im eigensten Interesse alles tun, :nt solcher Slavisierung Einhalt zu tun.
Aun heißt es, Der kleine Prozentsatz unserer polnischen -Äevolterung könne doch nie eine politische Gefahr für Das roße, starke Deutsche Reich werden. Inwiefern sie doch eine Gefahr werden können, ist eben bargelegt worden. Eine 'cht minder ernste Gefahr bilden sie aber auch dadurch, daß *e das politisch unzuverlässigste Volk im Deutschen Reiche "ilden. Sie haben Den Traum ihres polnischen Reiches noch sicht auSgeträumt unD warten nur auf Die günstige Gelegen- seit, dem Deutschen Reiche in den Rücken zu fallen.
Ja, was sollen wir solchen Verhältnissen gegenüber tun? ‘$ir können die Polen doch nicht entrechten, so sagen Die Gegner der Polenpolitik, das widerspricht aller Humanität
Ztimmungsbiw aus dem Mrchrtage.
Berlin, 27. Febr.
Der kleine VesÄhigungHnachweis.
Die stürrnischeir Wogen der gestrigen Sihung haben sich geglättet; still und eben floß die Verhandlung im Reichstage heute dahin. Aus der Tagesordnung stand eine Frage, die m früheren Jahren lebhafte Aceinungskämpse veranlagt hatte: Der Befähigungsnachweis für das Handwerk. Heute steht mit den Sozialdemokraten, denen es ihre grundsätzliche Stellung von vornherein verbietet, für Maßnahmen zur Förderung des handwerksmäßigen Kleinbetriebs einzutreten, nur noch ein kleiner Teil der Freisinnigen der Vorlage der Regierung ablehnend gegenüber. Die Verl)ältnisse haben sich inzwischen nach rerjan^ denen Richtungen hin geändert, und insbesondere ist auch in der Auffassung und den Bestrebungen der in Den deutschen Gewerbevereinen vertretenen fortschrittlichen K'reise des Handtverks eine Wandlung eingetreten; das ist in der Hauptsache Der Grund, weshalb auch Der politische Freisinn nicht doktrinär an einem Standpunkte festhält, der unter anderen Voraussevungen für ihn gegeben war. Tie Nationalliberalen sind auf diesen Boden schon vor einigen Jahren getreten und die Tätigkeit insbesondere der Abgg. Bassermann und Dr. Hieber auf Die)em Gebiete wurde in der heutigen Verhandlung sogar von zünftlerischer eeuc dankbar anerkannt. Freilich ist es nicht der große, der allgemeine Befähigungsnachweis, Den die Regierung, unterstützt von einer überwältigenden Mehrheit des Reichsiages, jetzt dem Handwerk entgegenbringt, sondern der sogen, kleine Besahchungsnachweis, und in den Motiven, nach denen ja aber bekanntlich nicht aoge- stimmt wird, weichen die liberalen Parteien vom alten wirtschaftspolitischen Kartell Der Rechten und des Zentrums erheolich ab. Denn während diese dem Gesetzentwurf zustimmen in der Erwartung, daß aus dem kleinen BefäZigungsnamweis stch allmählich der große entwickeln wurde, läßt sich die Linke lediglich durch Gründe der Lehrlingsausbildung bestimmen, wahrend sie den allgemeinen Befähigungsnachweis nach wie vor a limmc ao- lehnt. Auch Die auf dem Standpunkt der Jnmingstage stehenden Parteien folgten Der Mahnung des Staatssekretärs v. Bethnn nn- Holliveg, die Durchführung des Satzes, DaB nur denemg: lehren könne, der selber gelernt hat, nicht durchs Belastung dis Gesttzes mit weiter gehenden Forderungen zu gesahrdcn. Bemerkenswert ist und ein Zeichen für die Wandlung der Zeiten auch bezüglich der Zusammensetzung des deutschen Rercystags, daß die .palfte der heutigen Redner dem HanDwerkerftande angehort.
Hauptredner der sozialdemokratischen Fraktwn war ein früherer Handwerker. — Die Beratung des Gesetzes wurde noch nicht zu Ende geführt.
'"d allem Rechtsbewußtsein. Tas Hingt sehr schön, aber, ■Dec wird im Kriege den Gegner schonen, und ein Krieg ist Polenpolitik, ein Krieg des Deutschtums gegen das 2laventum, em Krieg zur Erhaltung des Deutschtums an mserer Ostgrenze. Wir haben diesen Krieg nicht frivol vom )aune gebrochen, sondern er ist uns aufgeDrängt worden.
ist ein Verteidigungskrieg, kein Angriffskrieg. Wenn die ^olen den Frieden »vollen, dann brauchen sie doch nur als Me und friedliche Staatsbürger deS Deutschen Reiches mit j)ten deutschen Nachbarn in Frieden zu leben. Es steht unS deutschen wahrlich nicht gut an, Friedensschalmeien ertönen kaffen, wenn man uns angreift. •
Die Schamröte steigt einem aber inS Gesicht, wenn man 21e Worte lieft, die Graf Mirbach am Mittwoch im preuß. cherrenhause gesprochen hat. Graf Mirbach, der doch cigcnt- 'H. besser orientiert sein sollte, sagte: „Es ist bekannt, -toBbic baltischen Deutschen nicht die treuesten Unter- '°nen sind, aber welcher Entrüst nngs sturm würde lc9 erheben, wenn Rußland nun mit einer Ent-
vvr einem Konflikt mit ber Ersten Kammer endgültig los. JSiebeti war der Kronprinz in der Hosloge erschienen, iviedec machte sich Herr v. Kröcher, Der die Zügel des Abgeordnetenhauses von vornherein in Hcrcii K'wuses erprobte Hände gelegt hatte, zum parlamentarischen Adjutanten des Erben der Krone. Wieder traten eine Reihe Landlords gegen die Vorlage in die Schranken, wieder ließen die Herren auf der Ministerbank, vier an der Zahl, Bülow natürlid) unter ihnen, das Geschütz ihrer Bevedsamkeic spielen. Kurz, es war dasselbe Bild wie tag5 zuvor. Aber die Tonart Der Gegner der Vorlage war eine andere: Tie Oppersdorffi Tzschammer, Kvpp und selbst Fürst lliadziwill schlugen sanftere Töne an als tags zuvor Die Mirbach und Schulenburg. Und wenn am Mittwoch eigentlich nur Herr Adickes sich für Die Re- gierungsfarben gewappnet hatte, so erstanden Den Herren am Ministcrtisch in Der DonnerStagsitzung eine ganze Reihe rüstiger Helfer: Voran Votlw Eulenburg, bet außerordentlich wirksam sprach. Schmollet, Hamm-Bonn. Sie trugen eine Zuversicht zur Schau, Die ihre Wirkung nicht verfehlte, und Da neben Herrn v. Nheinbaben auck> Herr Beselet einen wenigstens rhetorisch guten Tag hatte, so stiegen allmiählich auch bei Der Baissepartei auf Den Tribünen die Aktien der Regierung. Endlich kam man zur Abstiminung. Ter Slot trag Wedel-Pies- Dorf fand eine Mehrheit. Aver er war nur ein Eventualantrag : Würde Der nächste Antrag, der Des Herrn Adickes, angenommen, so war die erste Abstimmung außer Kurs gesetzt. Und der AntragAdickesfanddie Mehrheit: 143 Herren- Hausler stimmten für ihn, 111 bagegem Tas w ar Der Sieg Der Regierung aufdergaiizen Linie: Tie Vorlage war im Haseii. i)ü>ch eine kurze VerhanDlung über Den Rest des Gesetzes, die mit der Annahme des ganzen Entwurfs endete, und der große Tag war vorüber.
Die Heroen am Miniftertisch hatten buchstäblich alle Hande voll zu tun, um die gratulierenden shake-hands der erlauchten und edlen Herten eiitgegenzunehmeii. Auch Herr v. Manteuffel, Der Präsident, der versehentlich mit Ja statt mit Rein gestimmt hatte, war unter den Teilnehmern an Der Gratulationswur, und miet ihm viele. Die für die Regierungsaktion ein glattes Nein gehabt hatten. Wunderliche Jiikonseguenz! Fäirst Bülow nahml Die Glückwünsche der Einen wie der Anderen mit dem gleichen Siegeslächeln entgegen ....
Stimmungsbild aus dem Mich, tzerrenhause.
Berlin, 2<. Februar.
Die EuteigttUttgsvvrLage angeuvmmen.
Vorbei, geendet ist der Streit! Das x> e r r e it b a u 5 hat die Ente ignungsvvrlage am En de doch mit Hängen und Würgen genehmigt, und Fürsst Bülow ist die Sorge
ißt. 50 Erstes Blatt L 58. Jahrgang Freitag Z8. Februar 1V08
-omttagS. - Beilagen: X A AA v* AA A A AA jährlich Mk. 2.20; durch
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MM General-MMger für Gberheffen WM ^6te £afle»mnnm« N«iat!ons!>nick und Verlag der VrLhl'schen Univ.-vuch- und SteinöruÄer-I. R. Lange. Redaktion, Lrpsdition un!» Druckerei: Schulstratze 7. til vormsttags 10 Uhr. '


