Ausgabe 
29.1.1908 Erstes Blatt
 
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Die heuLige Nummer umsatzt 10 Seiten

Babenhausen Nieder-Namstadt Neu-Isenburg Mühlheim (Offenbach) Bretzenheim Buden heinl

zu entfliehen, wurden aber von Schutzleuten durch 9ie- volverschüsse getötet

Konstantinopel, 28. Ian. Da der türkisch- montenegrinischeGrenzstreit gütlich Beigelegt wurde, ist der rnonten^r mische Gesandte hierher zurück- gekehrt

Sofia, 28. Jan. Man spricht von der bevorstehenden Ernennung eines Ge s ch ä f t s m i n i st e r iu m s mit General Paprikow und Stamtschew.

Peking, 28. Jam Ein kaiserliches Edikt ernennt den kürzlich auf zwei Jahre beurlaubten General-Zollinspektor Sir Robert hart zum Staats Mini st er und seinen Adlatus Sir Robert Bredvn zu seinem itellvertretenden Nachfolger.

Tokio, 28. Jan. In dem japanischen Abgeordneten- hause teilte Graf tzayaschi, der Minister des Aeußern, mit, daß die F-rage der japanischen Auswanderung nach Kanada endgültig geregelt sei. Japan stimmte einer Beschränrung der Auswanderung in ange­messenen Grenzen zu, die schriftlich festgelegt würden. Ver- tragliche Rechte seien indessen von Japan nicht zugestanden worden; sein Prestige habe daher keine Minderung er­fahren.

Ausland,

Paris, 28. Jan. Der Kacdinalerzbischof von Paris, Richard, ist heute früh gestorben. Er war 1886 zum Erzbischof und 1889 zum Kardinal ernannt worden. Geboren 1819 in Nantes, wurde er zunächst Dom­herr, dann Geueralvikar von Nantes und 1871 Bischof v?".Velley. 1875 tvurde er Koadjutor des Erzbischofs von Paris mit dem Rechte der Nachfolge, indem er zum Trtular- blschof^ von Larissa befördert wurde. Er hat somit bei­nahe 33 Jahre an der Leitung und 22 Jahre an der Spitze der Erzdiözese gestanden.

Odessa, 28. Jan. Der Polizei gelang es, zwei von den an der Explosion auf den DampfernGrigori Nerk" undUjadag" beteiligten Anarchisten zu verhaften. Ber der Ueberführung in das Gefängnis versuchten sie

Deutsches Reich.

Berlin, .28. Jan. Das Abgeordnetenhaus be­gann heute die zweite Beratung des Justizetats. Minister Beseler erklärte gegenüber Wünschen aus dem Hause, es sei eine Ergänzung und Verschärfung der Referen­dar-Prüfung geplant. Die Zivil-Prozeß-Novelle liege noch beim Bundesrat. Sexuelle Fragen gehörten nicht in öffentliche Versammlungen. Der lveitgeh'ende Wahrheits­beweis in Beleidigungssachen müsse gesetzgeberisch einge­schränkt werden. Ein dahingehender Gesetzentwurf sei in Arbeit. Morgen werden die Beratungen fortgesetzt.

poLitssche Tagesschau.

Schluß der Marokkointerpellatiou.

Die französische Kammer setzte gestern die Besprechung der Interpellationen über die Marol'koftage fort. Die Tribünen sind weniger stark besetzt als gestern. Der Deputierte H u b - b a r d sprach zunächst die Hoffnung aus, daß Frankreich, das seine Truppen aus Marokko zurückziehe, diese nach der Seeseite und nicht nach dem Innern zurückziehen werde. Redner weist alsdann auf die Algecirasakte hin, in der die Frage eines Thrvnprätendenten von scherifischem Geblüt nicht behandelt werde. Frankreich dürfe nicht in die Lage versetzt werden, sich zu Gunsten des einen oder anderen Sultans auszusprechen; in der Algecirasakte sei nur Abdul Asis anerkannt worden. Die Thronprätendentcnfrage sei für Frankreich sehr heikel und müsse mit großer Vorsicht behandelt werden, um Abenteuer zu ver­meiden. Graf Boni dc Castellane meint, es wäre nütz­lich, vor allem D e u l s ch l a n o zu sondieren, da die Fassung der Akte von Algeciras besonders auf den Einflust Deutschlands zu­rückzuführen sei. Uebrigens sei die marokkanische 'Frage sehr ernst, da sie für die auswärtige Politik aller Mächte von großer Tragweite sei. Denys Cochin ersucht Pichon, nicht zu sehr zu zögern, die notwendigen Verstärkungen nach Marokko zu senden. Der Minister könne sich hierüber mit den übrigen Mächten verständigen. Selbst Deutschland dürfte, so meinte Reb- ner, kein Gegner einer energischen Aktion sein, da es eine solche bisher befürwortet habe. Hierauf erhält der Abg. Jaurös das Wort. Jaurös erklärt, er sei stets gegen eine militärische Aktion in Marokko und ein begeisterter Anhänger des fran- zöfisck)-englischen Einvernehmens gewesen. Niemand könne sagen, ob er sich getäuscht habe; denn die Politik der friedlichen Durchdringung sei ersetzt worden durch eine Eroberungspolitik. Jaurös blieb bei seiner früheren Ansicht, daß eine An­näherung Frankreichs n n d Deutschlands für den Frieden von Europa notwendig sei. Die Würde eines großen Landes erheische es, Uebcrraschungen wie die bei Fa- schoda und Tanger zu vermeiden. Jaurös verlas Briefe des Dr. Mauchamps, in denen dieser von seinen offiziösen Schritten zu Gunsten Muley Hafids Mitteilung machte und am 22. Januar v. Js. erklärte, von Pichon vollständige Erfüllung seines Ver­langens, nämlich Garantie für die Person und den Besitz Muley .Hafids, und außerdem das Versprechen eines Geschenkes als Zeichen des Einverständnisses erreicht zu haben. Jaurös schloß daraus, Muley Hasid habe sich unter den Schutz Frankreichs gestellt, weil er den Wachsen fürchtete. Hier unterbrach Pichon den Redner und sagte: Sie fangen an, uns einen Roman zu er >lcn. Frankreich fürchte sich nicht vor einem Kriege; es wolle aber den Frieden, gegen den auch die englisch-fränzöfische Entente sich nicht richten dürfe. Ueberlassen wir die Führung lserer Entente cordiale nicht den Unruhestiftern, nicht denjenigen, tue den wirtschaftlichen Kampf zwischen Deutschland uird 2 n g l a n d mit Kanonen ausfechten wollen.

Pichon wiederholte, daß d'Amade die Instruktion habe, sich nicht in bie inneren Angelegenheiten Marokkos zu mischen, un/' keinen Unterschied zu machen zwischen den Stämmen, die ihn bet ii.-ien; fernerhin den französischen Fahnen Achtung zu ver­schissen uni) _ bic Beruhigung des Schunja-Stammes herbeizu- führen. (Beifall.) Darauf erklärte sich Pichon mit der fol­genden Tagesordnung des Abg. Dubief einverstanden: Die Kammer beschließt, daß die Algecirasakte eingehalten und die Verteidigung der Rechte und Interessen Frankreichs in Ma­rotta ohne Einmischung in die innere Politik des Scher ifisch en Rercyes sichergestellt werde. Ferner billigt die Kammer die Er­klärung der Regierung und spricht dieser ihr Vertrauen aus. Eie beschließt die Absendung einer Glückwunschadresse der Nation an die in Afrika kämpfenden Offiziere und Mannschaften. Diese Tagesordnung wird mit großer Mehrheit angenommen. Daraus wird die Sitzung geschlossen.

** Lehrerpersonalien. Uebcrtragen wurde dem Lehrer Hch. Rausch zu Groß-Winternheim eine Lehrer» stelle an der Gemeindeschule zu Büdesheim (5tt. Friedberg). Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu besetzende dritte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu n i g. Dem Fürsten uni) Grafen zu Erbach-Schonberg steht das Prüfen- tationsrecht zu.

** Erledigt ist die St eu e r k o m m i s s ä r st e lle des Steuerkommissariats Mainz I.

** Ruhestand sversetzu ng. S. K. H. der Groß. Herzog haben den technischen Assistenten bei der Bade, direktion und dem Tiefbauamt Bad-Nalcheim Bauinspekto^.

Zunahme 27.7 Proz. 26.3 24.2 23.5 ,, 23.6 23.0

Paris, 28. Jan. Sämtliche Morgenblätter besprechen aus- suyrllch die gestrige Rede Pichons in ber Kammer. Auro re sagt, Pichon hat in seiner Ecktärung bekräftigt, daß bie aus- tür.rtigc Politik gegen Niemanden gerichtet sein dürfe, daß sie Ni emanden isolieren und daß sie nichts anderes bezwecken dürfe, als neue Bande des Frwdcns anzuknüpsen. Radicale schreibt: die klare und loyale Rede Pichons habe die Kammer überzeugt. Das Blatt ist der Ansicht, daß die Rede überall dieselbe Wirkung > haben werde. Humauitä meint, de gestrige Sitzung habe Europa Gelegenheit gegeben, sein nach der Siebe Tclcass^s über- eilt gefälltes, Urteil zu rektifizieren. L' Action schreibt: der Sccoe ^elcasses, bie der Widerhall eines aggressiven Nationalis- nrus Ivar, steht die Rede Pichons gegenüber, als die starke und überlegene Bekräftigung der demonslrativen und friedlichen Politik, die im Wachstum begriffen ist.

Die letzte Volkszählung hat wieder einen neuen Beweis dafür erbracht, daß der ländliche Charakter der deutschen Be­völkerung im rapiden Schwinden begriffen ist. Im Jahre 1871 betrug die Einwohnerzahl der ländlichen Gemeinden (d. h. hier immer der Gemeinden von weniger als 2000 Ein­wohnern) 63.9 Proz., dagegen im Jahre 1905 nur 42.6 Proz. In einzelnen Landesgebieten, z. B. in Westfalen, Rheinland, Königreich Sachsen ist der Anteil der ländlichen Bevölkerung fast bislauf die Hälfte gesunken, in Westfalen B. von 51.2 auf 23.5 Proz.

Das ganze starke Wachstum der deutschen Bevölkerung von 18711905 bezieht sich auf die In fas, en von städtischen Gemeinden (mit 2000 und mehr Einwohnern). Jrn Groß- herzogtum Hessen sank dagegen der prozentuale Anteil der ländlichen Bevölkerung in den fünfjährigen Zählungs­perioden seit 1871 von 64.1 auf 42.8 im Jahre 1905. Während die städtische Bevölkerung von 306 540 im Jahre 1871 auf 696 430, also nm ca. 125 Proz. im Jahre 1905 gestiegen ist, verminderte sich die ländliche in derselben Zeit von 546 354 auf 512 745 Köpfe. Am stärksten war die relative Bevölke­rungszunahme in den Kleinstädten und den Hauptstädten Darmstadt, Worms, Mainz, Offenbach und Gießen. Der Anteil der letzteren städtischen Bevölkerung an der Gesamt­bevölkerung stieg von 244 pro Mille auf 254, der der Kleinstädte sogar von 96 auf 140. Dagegen sank der Anteil bei den Landgemeinden von 100 bis 500 Einwohnern von 113 auf 103 pro Mille, in den Orten von 500 bis 1000 Ein­wohnern von 171 auf 156 und in den Gemeiirden bis zu 2000 Einwohnern von 176 auf 162.

Entsprechend der Veränderung der Gesamtbevölkerung verschob sich die Bevölkerungsdichte, d. h. die Anzahl der Bewohner pro Quadratkilometer. Diese stieg seit 1871 von 111.0 auf 157.3 pro Quadratkilometer. Natürlich kam dieses Wachstum vornehmlich ebenfalls den städtischen Plätzen zugute. Es waren, abgesehen von den Hauptorten, am dichtesten bevölkert die Kreise Bingen (215.35 Bewohner auf den Quadratkilometer), Bensheim (15a.97) und Oppenheim (140.91), am spärlichsten dagegen die beiden oberhessischen Kreise Lauterbach (54.45) und Schotten (58.72).

Im einfrcütcn wiesen das stärkste Wachstum im letzten Jahrfünft folgende Gemeinden auf:

Die Verschiebung der §LM- rnö Landbevölkerung in Hessen.

Von Alfred Moeglich -Wiesbaden.

Nachdruck verboten.

Es ist eine feststehende und immer deutlicher zutage tretende Erscheinung, daß die ländlichen Ortschaften ab- uehmeu, die Städte nnb stadtähnlichen Gemeinden dagegen anwachseu, einzelne in besorgniserregender Weise. Die Be- beutnng dieser Tatsache ist bisher viel zu wenig gewürdigt worden. Durch die Verschiebung der Bevölkerung wird die innere Konstruktion des Staatswesens vollkommen ver­ändert. Es ist ein großer Unterschied, ob die Stärke eines Staates in den Städten oder aus dem flachen Laqde wurzelt. Unsere heutige Staatsverwaltung ist noch auf eine Zeit zu geschnitten, in ber die Landbevölkerung gewaltig über­wog. Aber nicht nur nach der Kopfzahl, sondern auch nach ihrer sinoglzielleu K'-aft erhält die städtische Bevölkerung immer mehr das Uebergewicht, und das Staatsleben muß dieser Erscheinung Rechnung tragen. Es geht nicht an, daß ein Staat, dessen Bevölkerung überwiegend in den Städten wohnt und arbeitet, von Sa nb jun fern oder von Leuten mit landjunkerlicher Aufsassungsweise regiert wird. Mag da vielleicht auch der beste Wille vorherrschen, so muß es doch zu mannigfachen und schwer schädigenden Miß­griffen kommen, weil niemand aus seiner Haut heraus tarnt. Daß dem so ist, beweisen ja die Verhältnisse täglich. Die Rechte der Stadioevölterung werden immer wieder zurückgedrängt gegen die Bevorzugung des flachen Landes. Ein Gutes hat diese ungleichmäßige und ungerechte Behand­lung ja insofern gehabt, als dadurch die Selbstkraft in den Städten zur Blüte gebracht wurde. Es geht den Städten, wie den Menschen; je weniger man ihnen von außen Hilst, je mehr man sie aus die eigene Kraft verweist, desto mehr bef innen sie sich auch auf diese eigene Kraft, erproben sie und bringen sie zur Geltung und Fruchtbarkeit. Umgekehrt ist es da, wo überall der Staat als fürsorgender Vormund, ja als Amme auftritt. Da wird die Selbstentwicklung mit Gewalt unterbunden.

Nr. 24

Der Gießener Anzeiger rrichernl täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Lietzener§amiUenblätler;

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Einige selbst größere Landgemeinden zeigen eine, wenn auch nur wenig bedeutende Abnahme. Gegenüber der allge­meinen tiefgreifenden Entvölkerung des platten L-audes zu Gunsten der größeren Orte hat das ja wenig zu besagen, um jo weniger, wenn die Abwanderung verknüpft ist mit einer merkbaren Verbesserung des Arbeitsmarktes für die Zurück­bleibenden. Aber nach einer anderen Richtung hin muß man aus der bedeutenden Bevölkerungsverschiebung zwi­schen Stadt und Land Konsequenzen ziehen. Es kann nicht bestritten werden, daß stadtähnlich sich entwickelnde Ge­meinden auch mit ftadtähulichen Verwaltungsformen aus­gestattet werden müssen, d. h. daß in ihnen das Prinzip oer Selbstverwaltung mit Energie entwickelt wer­den muß, wenn das Wachstum nicht dauernden Schaden mit sich bringen soll. Diese Enrwicklung der kommunalen Selbstverwaltung kann nur auf Kosten der Machtbefugnisse oes Staates geschehen. Wir verweisen in dieser Beziehung aus Preußen, wo ebenfalls die prinzipielle Neigung besteht, zwischen Stadt und Land das Licht ungleichmäßig zu ver­teilen. Die Machtbefugnisse der preußischen Landräte, die innerhalb ihres Kreises buchstäblich eine Art absoluter Mon­archie etablieren, bringen eine ungeheure Bevormundung der größeren, in die Kreisorganifation gehörigen Gemein­den mit sich. Die Selbstverwaltung, die zum Wetteifer mit anderen Orten anspornt, verkümmert. Während die preußischen Städteordnungen mit ihrem Prinzip der Auto­nomie unter Staatsaufsicht zieloewnßtes Streben und rühriges Leben verbürgen, pulsiert das Gemeindeleben unter ber bevormundenden Landgemeindeordnung fast ausnahms­los nur kläglich. In den Städten mit Selbstverwaltung, Entwicklung, Fortschritt, in den Landgemeinden unter landrütlichem Druck mit nur wenig Ausnahmen Stagnation. Unter den vielen hundert preußischen Landräten sind nur 1 ganz wenige Namen über den engeren Wirkungskreis hinaus gedrungen. Wie anders die Träger der Städteentwicklung! Zu Dutzenden treffen wir da aus Bürgermeisternamen von .ueithin reichendem Klange, die sich auf großzügige Taten, aus durchgreifende Reformen, auf geniale Schöpfungen gründen: Früchte der Selbstverwaltung! Es besteht die grundsätzliche Ansicht, daß die Städteblüte unter einem land- rätlichen Regime unmöglich gewesen wäre und daß die unselbständigen kleinen und Mittelstädte und die stadtähn­lichen Landgemeinden zu einer ähnlichen Blüte niemals kommen werden, wenn ihnen nicht die landrätlichen Fesseln gelockert werden. So ähnlich liegen die Verhältnisse auch in Hessen. In diesem Jahre feiert man, nicht nur in Preußen, sondern weit über die deutschen Grenzen hinaus, die Hundertjahrfeier ber Steirischen Städteordnung. Möge das ein Anlaß dazu sein, sich mehr und mehr auf den Grundgedanken des Steinschen Wunderbaues zu besinnen, um überall dort die lebenwirkende kräftige Selbstverwal­tung hinzutragen, wo die Bevölkerungsverichiedenheit zwi­schen Stadt und Land dies notwendig macht. Beide Teile, Gemeinde und Staat, werden nur Vorteil davon haben!

Aus S><aot uno

Gießen, 29. Jan. 1908.

** Das Großherzogspaar in Berlin. Ter GroßherzoH und die Großherzogin von Hessen besuchten gestern früh in Gesellschaft des Prinzen Heinrich von Preußen die Ausstellung englischer Kunst in der Akademie der Künste am Pariser Platze. Später kam noch der Großherzog von Baden mit Gefolge. Die hohen Herr­schaften betrachteten, geführt vom Präsidenten Kampf und von Professor Dr. Justi, die 2lusstellung mit lebhaftem Interesse. Auch die Großherzogin von Mecklenburg, der Regent und die Regentin von Braunschweig, sowie die Fürsten von Waldeck und von Schaumburg-Lippe zeichneten die Ausstellung durch ihren Besuch aus. Der Groß­herzog und die Großherzogin sind daraus von Berlin ab­gereist und am Abend in Darmstadt wieder eingetroffen.

** Ordensauszeichnungen. Der König von Preußen hat aus Anlaß seines Geburtstages die Rote Kreuzmedaille dritter Klasse verliehen: dem Landge­richtsrat Karl Wiener in Gießen, dein Obertonsistorial- präsidenten Ludw. Nebel in Darmstadt, dem Rechnungsrat (9g. Sang in Darmstadt, dem Oberleutnant a. D. Reinh. Lotheisen in Darmstadt, der Vorsteherin der Schwestern­schaft des Stadtkrankenhauses Fräulein Helene Hüser in Offenbach, der Oberpsiegerin in der medizinischen Klinik der Landesuniversität Fräulein Agnes M ü l e n z in Gießen, der Oberpflegerin im Alicehospital Fräulein Emma Fuchs in Darmstadt.

** Gerichtspersonalien. S. K. 5). der Groß­herzog haben den Aktuar bei dem Amtsgericht Wörrstadt Johs. Werner zum Aktuar bei dem Amtsgericht Mainz ernannt.

Erstes Blatt 158. Jahrgang Mittwoch Jannar 1 «08

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