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28.10.1908 Zweites Blatt
 
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Mittwoch ^8. Oktober 1908

Zweites Blatt

Nr. 254

Erscheint iBgRO mtt MSnahme des Sonntags.

158. Jahrgang

DieSiebener Zamtttendlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, dar Krctsblati für den Kreis Glehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zett- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

RotattonSdruck and Verlag der vrühNch« UnwersuätS - Buch- unb Slemdruckeret.

R. Lange, Ließen.

Redaktion, Expedition und Druckerei^ Schul- straße 7. Expedltton und SBerlag; e=ö&L $Rebartion:e^ll2. LeU-Ad ruAnzeigerGießen.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gbecheften

- Erledigt ist eine mit einen, mng.Jrtrn rönnen, unterer CMMj »te bei bet.»ür8

denn zu einem schmucken Rahmen gehört doch I geäußert. Der Ausbruch des Mont-Pelv und seine entsetzlichen 0 ... .. ........' sun 9Rnnn WM, FirA«»rti*tt nrutaipn ihn.

Wort käme,

übrig.

Eine neue Erklärung des

vorgenannten einfachen, aber in ihrer Ausführung künst­lerisch gehaltenen Eyren-Urkunden verliehen werden. Tie Verleihung erfolgt alljährlich an Weihnachten. Die An­träge zur Verleihung sind von der gewerblichen Korporation, der der Arbeitgeber angehört, bei der Handwertskammer zu Darmstadt bis spätestens 1. November j. I. einznreichen. Den Anträgen ist ein ausführlicher Lebenslauf des zur Auszeichnung Vorgeschlagenen, sowie ein von dem Letriebs- inhaver ausgestelltes, orispotizeilich beglaubigtes Arbeits­zeugnis, das gleichzeitig den Nachweis der 25jährigen un­unterbrochenen Dienstzeit in ein und demselben Betriebe enthalten muß, sowie ein von der Polizeibehörde ausge­stelltes Leumundszeugnis beizuschließen.

** 40jähriges Dienstjubiläum. Morgen be­geht der Senior unserer Gießener Felojchützen, der 7o Jahre alte Adolf Wenzel den Tag, an dem er vor 40 Jahren in den Dienst der Stadt getreten ist. Er ist noch im Besitz des ihm am 29. Oktober 1868 vom Kreisamt auf Stempel­papier zu 6 Kreuzer ausgestellten Anstellungsscheins, worauf er' einen Tag später vom Polizeiamt auf den Feldschutz verpflichtet wurde, um am 21. Oktober jein Amt anzu­treten. Wenzel ist einer oon den wenigen noch lebenden

Untergangs von in der jährlichen Fcst- £>cl Geologe Lacroix ,die letzten Tage von

man auf Martinique und beim Vesuvausbruch von 1906 be­obachten konnte. Diese Schlammströme entstehen durch ein Ein­dringen von Wasser in die vulkanischen Massen.

Kleine ChronikauS Kunst und Wissenschaft. Im Wiesbadener kgl. Theater fand die Uraufführung eine» Balletes von E. G r a e b, Musik von einer Berliner Komponistin, K. von Embden, einer recht freundlichen Aufnahme, die mehr der gefälligen, ansprechenden, wenn auch nicht in allen Nummern originellen 'Musik galt als der Handlung, die sich auf ein (selbst für ein Ballett) zu augenfälliges Minimum beschränkt. Tie B ü h n e n f e st s p i e l e Bayreuth 1909. Tie nunmehr endgültig festgesetzten nächstjährigen Festspiele werden in der Zeu vom 22. Juli bis 20. Auguit stattfinden und zwei Aufführungen des .Rings der Nibelungen" sowie siebenPrasifal"- und fünf ,twhen- 9 rin"- Aufführungen umfassen.

Gietzenev Stafcftbearer*

Madame Sans Sette.

Lustspiel in 4 Akten von Viktorien Sardou.

Die deutschen Bühnen befinden sich augenblicklich in einer großen Verlegenheit. Alle neuen Stücke, die in dieser Spielzeit seither aufgeführt wurden, konnten dem grellen Lichte der Rampen nicht standhalten und erwiesen sich als ein schnell verpuffendes Raketenfeuer, das wohl für ein paar rasche Augen­blicke leuchtet, aber nicht erwärmt. Es ist daher fein Wunder, wenn sich die Buhnen mit alten, erprobten und zugkräftigen Stücken zu behelfen versuchen, aber selbst wenn cs ein Wunder wäre, könnte man sich nicht darüber freuen. Oder sollte es doch jemanden geben, der sich darüber freut? Mög­lich ist es, aber es gibt eben gar seltsame Heilige, die wie Pagoden sind. In Amerika sind diese Nickmänner an der Tages- ordnuug; es soll kaum einen Menschen geben, der sich nicht einen solchen, stets zustimmenden Orakelmann als letzte Mode­torheit angeschafft hätte. Warum auch nicht? Es ist für beide Teile gleich angenehm unb gleich mühelos. Und keins kann dem andern stichhaltige Vorwürfe machen, unb schwei­gend verehren sie sich wie Philosophen. Madame Sans Gene ist aber weder schiveigsam noch Philosoph und wenn Lore Scholz nicht gewesen wäre und ein paar andere, dann hätte man sich nicht nur bemitleiden, sondern schließlich auch noch ärgern können. Ist denn diese tolle Lammerdiener- weitzheit mit all ihren Verschrobenheiten und Plattheiten wirt­lich noch aufführenSwert? Ich meine nicht. Wenn man denn alte Stücke bringen will oder muß, dann gibt es doch noch eine ganze Menge brauchbarer, gehaltvoller Werke, die einer Wiederbelebung würdig und wert mären; Werke von Anzen­gruber, Bauernfeld, Lildwig, Hebbel, Grillparzer u. a., _ die längst vergessen scheinen. Es müssen ja nicht ausschließlich Lustspiele sein. Im Interesse des Theaters wäre es sogar wünschenswert, wenn auch die ernsthafte Kunst ein wenig zu

Politische Tagesschau.

Neue Zusammenstöße in Prag.

Gestern ist eS in Prag abermals zu blutigen Zusammen­stößen zwischen Deutschen und Tschechen gekommen, ohne daß die Deutschen hierzu irgendwelche Veranlassung gegeben hätten. Deutsche Studenten wurden von einer nach Tausenden zählenden ischechiscljen Bollsmenge aus der Straße überfallen. Dabei wurde (in Student schwer, viele leicht verletzt. Die durch die Gen­darmerie verstärkte Polizei konnte nur mit Mühe die Ordnung wieder Herstellen. Viele Verhaftungen wurden vorgenommen. Behufs Unterdrückung der Ruhestörungen wurden 700 Gendarmen aitö der Provinz nach Prag beordert. Die Ausschreitungen fanden am Nachmittag ihre Fortsetzung. Ein deutscher Student wurde durch scharfe Hiebe nahezu skalpiert. Zwei Studenten erhielten unter den Augen der Polizei Messerstiche. Ein Stu­dent ohne Jl'appe wurde auf dem Wege nach dem Chemischen Institut der Universität erkannt. Man mißhandelte ihn und schlug ihn nieder. Ohnmächtig wurde er nach dem Krankenhause geschasst. Die Polizei drang in das deutscljc Kasino ein und ver­letzte einige Studenten. Nach 12 Uhr kamen Gendarmen. Als aud) diese versagten, wurde am Nachmittag Militär herbeige- rufen. Infanterie besetzte das Deutsche Haus und die Krakauer (Sasse, die sie bis abends besetzt hielt. Sarah Bernhard gastierte abends im Deutschen Theater unter dem Schutze der Bajonnette. Wegen der Verhängung des Ausnahmezustandes über Prag, zu der Freiherr von Beck bereits die kaiserlick-e Vollmacht beicht, besteht ein schwerer Konflikt im ö sterreichr, chen Ministerium. Zu einer solchen Maßnahme der Regierung ist ein einstimmiger Besckstuß des Minstteruuns nötig, doch roci* gern sich die tschechisck>en Minister Fiedler und Pracek, ihre Un­terschrift hierzu zu geben. Da aber Baron Beck neuerdings ent­schlossen ist, wegen der fortgesetzten Exzesse in Prag den Aus­nahmezustand zu verhängen, so ist es möglich, daß der Jaiatritt der beiden tschcchisck/en Minister in allernächster Zett erjolgt. Die desinttive Entscheidung hängt von den Vorgängen ui Prag ab. Von der Absicht der Regierung ist der Prager Stadtrat bereits .in Kenntnis gesetzt worden.

auch ein gediegenes Bild, und nicht alles was gefällt, ist gut. Sonst müßte man auch Varietepossen als hohe Kunst anfehen.

Die Aufführung selbst war lobwürdig. Lore Scholz war eine allerliebste Wäscherin und ihr gemütooll-laiiniges Spiel war eine sehr schöne Leistung. Auch Erich Wein- gärtner als ehrlicher, pflichttreuer Lefebvre, sowie Rudolf Goll als schlauer unb gewandter Fouche spielten nut be­kanntem Geschick und seiner Modellierung. Eine seltsame Leistung gab Hermann Bakof als Napoleon. Sardou hat den großen Korsen schon so sehr mit Kammerdieneraugen ge­sehen, daß er für den Schauspieler zur gefährlichen Klippe wird. Anfangs wuchtig und groß, verflachte Bakof allmäh­lich und gab anstelle eines Kaisers einen guten ältlichen Mann, dem jede Größe fehlte. Es war wohl seine Absicht, aber sie war nicht gut. Es gibt nur einen Napoleon I. unb der war Kaiser. Kaiser von Frankreich, nicht von Serbien.

^0'^ Die Maul- unb Klauenseuche ist erloschen auf dem Schlachtviehmarkt zu Metz am 24. Oktober.

? Langgöns, 27. Okt. Ein unabsehbarer Leichenzug bewegte sich heute nachmittag durch unfern Ort. ES galt den sehr beliebten und hochgeachteten Herrn Ad. Schmoll, Königl. Stationsverwalter, zur letzten Ruhe zu geleiten. Sämtliche Vereine, darunter der Kriegerverein, besten lang­jähriges Mitglied der Verstorbene war, erzeigten ihm die letzte Ehre. In ergreifender, tief zu Herzen gehender Rede ehrte Pfarrer Weber den Dahingeschiedenen als einen treuen fürsorglichen Gatten und Vater, als Freund unb guten Be­rater seiner Untergebenen und als einen stets hilfsbereiten

Die Regie roar gut, nur die Volksszenen im ersten Akte waren zu schablouenmäßig, um zu überzeugen. Die Aus- llattung war klug und stilvoll und ließ nichts zu wünschen Karl Neurath.

Folgen, die in einer Minute 28 000 Opfer forderten, mußten ihn, den eifrigen Verehrer des Altertums, den genauen Kenner des Vesuvs und seiner Umgebung, zu einem Vergleich der beiden Katastrophen pinbrangen, und seine Forschungen erhielten neues Material durch den letzten großen Ausörml» des Vesuvs und die Zerstörung von Ottajano. Im Sommer und Herbst 1907 machte er noch einmal seine Studien an Ort und Stelle. Mit den beiden Briesen des Plinius, der einzigen antiken Quelle, die den Unter­gang bet beiden Städte schildert, in der Hand, wanderte er vom Kap Misenum und von Stabiä nach den Ruinen von Pompeji unb untersuchte noch einmal die vulkanischen Bildungen des Vesuv. Er kam zu dem Resultat, daß der Ausbruch, der die Zerstörung von Saint-Pierre auf Martinique I; erfror rief, in nichts der Kata­strophe gleicht, die unter dem Kaiser Titus die Stätte des Veiuvs vernichtete. Es gibt s.vci Haupttypen vulkanischer Eruptionen: die sen!reckte Herausschleuderung von Asche und Steinen, wie sie bei der Zerstörung von Ottajano beobackstet wurde, und das Phäiwmen der glühenden Wolken, das auf Martinique in die Ersckstinung trat. Auf Grund geologischer Beobachtungen und nam dem Text des Plinius läßt sich mit Sicherheit erweisen, daß' die erste Art die Vernichtung von Pompeji herbeiführte. Bei Herculanum liegen die Verhältnisse anders. Die Untersuchung der Lavamassen, die die Stadt bedecken, hat ergeben, daß die Zerstörung Herculauums durch keine direkte Eruption, sondern durch ein sekundäres Phänomen des Vulkanismus erfolgte. Hercu­lanum liegt begraben in einem Tuffstein, der durch das Fest­werden voit Schlammstromen entstanden ist, ähnlich denen, die

haben, bei der er als Illjähriger Bursche als Tambour unter Hauptmann Fix bei der Neustädter Kompagnie cintrat Wenn man den alten Wenzel int Felde trifft unb er oon feiner Dienstzeit unter der Bürgern-ehrfahne erzählt, die jefct un Museum hängt, bann muß man mit Jntere,fe zuhoren und kann nur bedauern, daß er nicht in der Lage ist, feine Erleb­nisse aus dieser wunderlichen Zeit, die recht viel Huntor enthalten, aufzuzeichnen. Ehe der Jubilar tn ben Dienst der Stadt trat, war er bei der neu eröffneten Mam-Ae>er- Bahn beschäftigt gÄvesen. Trotz seiner 75 Jahre nimmt es Herr Wenzel nut seinem Dienst noch sehr streng,^er hofft, daß er es noch erlebt, sein goldenes Jubiläum als Feld,chutz begehen zu können. Wünschen wir ihm das Gleiche und ferner, daß ihm nachher noch ein längerer Lebensabend in Gesundheit und Geistessrische bcschieben sein möge.

** Tas Ensemble Berghaus, das gestern abend mit großem Erfolge im Kaiserhof ausgetreten ist, gibt heute c.benD seine letzte Vorstellung hier und zwar im tz o te l Ein -

Geber für die Armen.

n Großen-Buseck, 27. Okt. Ant Sonntag fand hvw die erste Versammlung des neu gegründeten Fraueu-Krau ken- llnterstützungS-Vereins statt. Es waren fast sämtliche 185 Mitglieder anwesend. Pfarrer Barth hielt eine kurz-e An- sp racke, dankte für die zahlreiche Beteiligung und erklärte nvch- matz' den Zweck des Vereins. Frau Baronin von Nvrdeck Mir Rabenau, die zur Zeit in Darmstadt ist, kam hierher, um der erstm Versammlung berzuwohnen. Der Redner schlug d^au Da­von in von Nordeck zur Rabenau als Präsidentin, uud unsere Krankenschwester als Schriftführerin vor, lvas auch von der Ver- sammlung einstimmig angenommen wurde. Möge das gute Werk un Dorje, durch bic Hand unserer liebevollen Krankenschwester jedem Kranken und Leidenden Linderung und Genesung bringen.

r. Londorf, 27. Okt. Eine schon lange erwünschte Neuerung ist vom Bezirkskommando Gießen getroffen worden. Wie aus dem heutigen Kreisblatt ersichtlich, wird am 14. November, nachmittags 3s/4 Uhr, am hiesigen Bahn­hof für Londorf unb noch 9 Orte die diesjährige Herbst- k ontro il ve rs amml im g abgehalten. Die beteiligten Mannschaften ersparen durch diese Ncueinteilnng Zeit und Geld. Sehr zu erwägen wäre noch, ob man nicht auch eine Musterung hier abhalten könne, was jedenfalls für die Be­teiligten ebenfalls große Zeit- und Geldersparnis bedeuten würde.

chBüdingen,27. Okt. Die Arbeiten für die Reno­vierung des altehrwürdigen Rathauses sind jetzt vergeben. Da sich bei der Renovierung zum größten Teil um Jimenarbeiten handelt, soll mit den Arbeiten noch vor Eintritt deS Winters begonnen werden. Die Rcnovic- rungslosten belaufen sich auf etwa 10000 Mk.

r. Rodheim a. b. Bieber, 26. Oft. Die gestrige Ver­sammlung des Vaterlänbischeu Frauen Vereins für bei: Kr.Biebcnkcpf war stark be.ucht. LanbratTr.Daniels unb Kreisrat Dr. Tenbanm-Biebenköpf waren anwesend. Punkt 3 Uhr eröffnete Frau Sanbrat Daniels als Kreis- vorsitzende bie Versammlung. Landrat Daniels erstattete eingehenden Bericht über die Tätigkeit des Kreisvereins. Er wurde vor sechs Jahren gegründet unb zählt bereits 3200 weibliche unb 150 männliche Mitglieber in 31 Ortsgruppen. Die Tätigkeit der einzelnen Ortsgruppen machr sich vor allem in der Armen- unb Krankenpflege bemerkbar, schon 18 Krankensch>vestern füib berufen und 30 Sauitätsschranke aufi

Die Krifis im Orient

Heber das Resultat der zwischen der deutschen Regierung und dem russischen Minister deS Acußern, Iswolsky, ge­pflogenen Verhandlungen erfährt derLokal-Anzeiger" an zuständiger Stelle, daß über eine Anzahl von Programm­punkten für die künftige Konferenz ein allgemeines Ein­vernehmen erzielt sei, mit Ausschluß allerdings derjenigen Einwendungen, die in Wien erhoben werden. Man hofft aber, daß eine Aussprache zwischen Wien und Petersburg erfolgt und durch deren Verlauf der österreichisch-ungarischen Regierung die Möglichkeit gegeben wird, ihre Zustimmung zur Beschickung der Konferenz in Aussicht zu stellen. Die Pariser Presse legt den Berliner Besprechungen Iswolskys große politische Bedeutung bei und fommeittier: die Hal­tung Deutschlands in günstigem Sinne. Von der entgegen­kommenden Vermittlung Pichons in den Unterhandlungen erwarten politische Kreise eine günstige Wirkung aus das Zu- staniiekommen eines deutsch-französifchen Einvernehmens in der marokkanischen Frage. In offiziellen Kreisen Ruß­lands findet man jedoch, daß die von Iswolsky in Berlin erzielten Resultate recht gering seien und kaum den ur­sprünglich gelegten Erwartungen entsprächen.

zu Birkenau. -

zu besetzende Lehrerstelle an der Gerneindeschule zu Rain- > rod; an der Gemeindeschule zu Jügesheim zwei mit kath. Lehrern zu besetzende Lehrcrstellen. Zu der einen von , ihnen (der ersten Stelle) steht dem Großh. Kreisrat zu Offen- < bach, sowie dem kath. Pfarrer und dem Ortsvorstand zu Jügesheim das Präf'entationsrecht zu.

** Studentische llnrerrichtskurse für Ar- < beiter und Unterbeamte. Die Kurse werden in der kommenden Woche wieder ihren An.ang nehmen. Es wird Unterricht erteilt werden im Rechtschreiben und Aussatz, im Rechnen mit ganzen Zahlen, im Bruchrechnen, in den sog. bürgerlichen Rechnungsarten, in Ällgebra unb Geometrie, in Geographie von dlorbbeutschland unb in Bürgertunbe. Für bie Beteiligung an jedem Kursus wirb eine einmalige Einschreibgebühr von 50 Psg. erhoben. Tie Anmelbungen werben emgegengenommeu Donnerstag (29. Oktober) abends von 68 Uhr in ber Volkslesehalle am Selterswr, Freitag (30. OiL) nachmittags von 27 Uhr in ber Wohnung bes Leiters (Weserstraße 3 I), unb am Sonntag (1. Nov.) morgens von 111 Uhr in ber Volkslesehalle. Es sei noch aus­drücklich darauf hingewiesen, daß auch bie Beteiligung von Frauen unb Mädchen aus den Kreisen ber Arbeiter unb Unterbeamten gestattet ift

Gegen die Zigarrenbanderolen ft euer sprach in einer stark besuchten Versammlung in Würzburg Franz Schnell-Gießen. Ter Vortragende stellte fest, daß die projeklierte Steuer, wie jede indirekte Steuer, von der großen Rtassc des Publikums getragen werden würde. Im beson­deren würde aber die Zigarrenbanderolensteuer in sozialer und materieller Hinsicht die gesamte deutsche Tabakindustrie mit ihren jirfa 200 000 Arbeitern schwer schädigen und eine weitere Herabdrückung der Lebenshaltung der Tabakarbeiter zur Folge haben. Die Versammlung protestierte einmütig gegen jede Erhöhung der Tabaksteuer, des TabakzollcS, gegen die Einiührung der Zigarrenbanderolensteuer, sowie überhaupt gegen jede weitere Besteuerung der Tabakfabrikate: Einer entsprechenden Resolution wurde ohne Disklisfion zugestimmt.

** Ehren-Urkunden für unselbständige Handwerker. Die Hanbwerkstammer zu Darmst'bt hat beschlossen, an unselbständige Personen bes Hanbwerkcr- stanbes, Gesellen, Gehilfen nsw., bie minbestens 25 Jahre in ein unb bemselben Betriebe ununterbrochen tätig ge­wesen finb, als Anerkennung für bic treue Arbeit Ehren- Urkunben zu verleihen. Bei bem wirtschaftlichen Auf­schwung, ben eine große Zahl Berussgruppen in ben zwei letzten Jahrzehnten genommen hat, ist ein öfterer Wechsel in bem Personal wie früher zu verzeichnen. Ein Aus- h-alten von 25 Jahren bei einem Meister gehört immerhin schon zu ben Seltenheiten unb setzt Treue, Fleiß, Ehrlichkeit unb rechtschaffenen Sinn vorarlS. Diesen Personen giir An- | ertennung unb anderen zur Aneiscrung bienend sollen bic nnrneunuiifen einsamen, aber in ihrer Ausführung küiist-

Pompeji. Aiii nächsten Samstag wird litzung ber fünf jrmi^fischen. Alaoemren einen intercssamen Vortrag hallen, der ----- .... . _

Herculanum unb Pompeji" beiiteit i|t unb eine iumenidjartimje Erklärung über den Untergang ter beiden Städ.e Darbielct. älacroix war ber Leiter ber wissenschaftlicheri - . vion, bie nach dem Aus­bruch des Ätonr - P elö der Insel iJiartiniquc gesandt wurde, um bie vulkanischen Phänomene zu )t.ibicren, bie zu der jähen Vernichtung der sck>önen Kolonie auf ben Antillen sührlen. Der Gelehrte hat sich nun einem Mi ater des Gaulois gegenüber über bie Resultate seiner Förch., .«gen unb über ihren 'Jcuften für bie ^eurwilung jener VeMu .afiuophe vvm Jahre 79. n. Ehr.

An- Stafci und £mVo»

Gießen, 28. Oktober 1908.

- Reallehrer. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben bestimmt, daß die definitiv angestelllen seminaristisch gebildeten Lehrer an den Gymnasien, Realgymnasien, Ober­realschulen, Realschulen, höheren Mädchenschulen, Taub- stummenanstalten und der Blindenanstalt fortan den Amtstttel Reallehrer zu führen haben.

Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Oskar Helf en st ein zu Burg-Gemünden eine Lehrer­ftelle an der Gcmeindefchule zu Rüsselsheim; dem Lehrer Jak. Mayer zu Krumbach eine Lehrerstelle u.i der Ge­meindeschule zu Lorsch; dem Lehrer Ioh. W c nicker zu Nieder-Llebersbach die zweite Lehrcrstelle an der kath. Schiilc zu Birkenau; dcm Schulamts-Aspiranten Georg Sauten» schläger zu Neutsch eine Lehrcrstelle an der evang. Schule