Ausgabe 
27.2.1908 Erstes Blatt
 
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Dr. G. F.

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minder bemittelten Mittelstand, .as sich ans Beamten, Kaus- (eincn, Lchrern, Studenten zusauuneuietzt, und das '2lrb«.u-i tmbüüun. Ich habe im Wiener Burgtheater während metnei

Alernes FenrUston.

Aus Frankfurt a. M. ivtvb uns u. d. 26. d. Mts. ge­schrieben: Auf Einladung der freien tillerarischen Ge- f e l l s ch a f t sprach gestern im Saale der Börse Georg Brandes, der berühmte dänische Lnleralurkriliker. Weniger wohl das Thema des Vortrages, in dein der Rediier über das V e r h ä t l n i s Rousseaus zu Voltaire sprach, als der Vortragende selbst hatten eine sehr zahlreiche Hörerschaft angezogen, denn, loeim auch der Einfluß, den B. auf die deulfche Geiftesenttvicklung au§geübi hat, heute nicht mehr so lebendig ist lute vor 10 Jahren, so hat er doch seine bleibende Bedeutung, vor allein, als Vermittler Jbseits, imb diese Tat sichert ihnr auch die Tanlbarkett Tentjchlands. Ne- volutionär ivie Georg Brandes in seinen jungen Jahren gewirkt hat, als er aus seiner Heimae auswandern mußte, wirkt er heute gar nichr mehr. Er Hal etwas Akademisches und stellt einen Typ dar, der fetzt erst rvieder bei uns heimisch zu werden beginnt: er verbindet Gelehrsamkeit und künstlerischen Geschmack. Seme Rede ist in der Form vollendet, trotzdem (denn in Deutschland waren das lange zwei Gegensätze) sie vollbeladen nut Wissen ist. Er ver­stand es, trotzdem er inehr als eine Stunde sprach und der Stoff immerhin etwas spröde, war, die Aufmerksamkeit jemer Hörer bis zum letten Worte 51t fesseln, der Beifall war spontan. Schade, daß er nicht em anderes Themaetwa jein Verhältnis zu Ibsen, gewählt

Direktionszeit durch eine Reihe von Jahren an den Nachmittagen der Sonntage Vorstellungen klassischer Werke veranstaltet, und die Wahrnehmungen, die ich da gemacht habe, haben mich wünschen lassen, ich konnte vor diesem Publikum alle Premieren des Theaters spielen. . . . Das Publikum aus Arbeiterkreisen habe ich aber auch kennen und schätzen gelernt, wenn ich, wie ich es oft und immer mit großer Befriedigung getan habe, in Vereinen der sozialdemokratischen Organisation Vor­lesungen gehalten habe. Ich habe da nicht nur Stücke, son­dern auch andere literarische Erzeugnisse, Gedichte und No­vellen vorgelesen, und ich mutz sagen, daß ich nie ein Publikum gefunden habe, das solche Empfänglichkeit und so richtigen Geschmack gezeigt hat. Als ein Experiment nur hatte ich es versucht, in solchen Kreisen Novellen Gottfried Kellers vor­zulesen, als ein Experiment nur, da doch für diese herrlichen Schöpfungen selbst so vielen unserer Gebildeten das richtige Verständnis fehlt. Und nur mit einem gewissen Zagen habe ich diese Versuche mit einer Vorlesung dergerechten Kammacher" eingeleitet, gleichsam mit einer Belastungsprobe beginnend. Die drei Kammachergesellen stehen in einer sozialen Schicht, denen ein Tess meiner Zuhörer nahestand oder selbst angehörte. Und der Dichter hat sie wabrlick nicht idealisiert, sondern mit scharfer Satire all die Schwächen und Fehler, gezeigt, die durch ihre praktische Lebenstätigkett und ihre gesellschaftliche Stel­lung aus der menschlichen Natur herausgearbeitet worden sind. Wenn man den Angehörigen anderer, höherer Berufszweige die Schwächen ihres Standes vorführt, dann pflegen sie be­leidigt zu werden und hören bald auf, auch die komischen Tinge komisch zu finden. Hier aber war kein Zeichen einer Mißstimmung zu merken, und jede komische Wendung löste frohe Heiterkeit aus. Tas waren Leute, die nicht etwa vorher wußten, was in der Erzählung weiter kommen werde, und daß zum Schlüsse die Bürger, die behäbig in den Fenstern Himmeln, um den Wettlauf vergnügt zu betrachten, der un­ter den armen Teufeln veranstaltet worden ist, eine viel trau­rigere Ziolle zu spielen berufen seien, als die drei Gesellen im Verlauf der Erzählung geivielt hatten. Als aber die Er­zählung bis zu dem Punkt gediehen war, wo der Dichter dies zeigte, da verstanden sie ihn auch sofort, und in lautem Jubel, machte sich die freudige Erkennmis Luft, daß er nicht

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d dem Spotte preisgegeben, sondern nur mschlichen Natur in ihren verschiedenen irgeführt hatte."

nehmen und über das Ganze Aussicht fuhren solle, besonders zur

Zeil, wo die Krankenschwester nicht anwesend sein könne. Es wurden , . .

alsbald von Anwesenden 3 Bettstellen mit Einlagen gestiftet. ' So--1 ist heute bei der Hallenmühle hier gelandet worden.

dann schenkte Herr W. Eloos ein schönes großes Bild:Wieder-1 ein Verbrechen oder Selbstmord ausgeschlossen erscheint, kann

2 er Schön he > isfucher", ein neuer Roman von Richard Voß, eröffnet das Januarheft von Velhagen &Klassings

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P. Schlitz, 26. Febr. Die Leiche des am 26. Nov. v. verschwundenen Kaspar Steinacker aus dein benachbarten One Bernshausen, über dessen Verschwinden seinerzeit berichtet wurde, ... - -- - .... ' . S)a

Die Grundsätze für die Anlage der Limeskastelle veröffentlicht Geh. Rat von Dornaszewski in Heidelberg, die es dem türnesforfcher ermöglichen, mit malhemaiijcher 'Licherheit den ursprünglichen Lageplan der Kastelle zu ermitteln. Durch eine Beobachtung Heinrich Jacobys, der auf einem im Kastell Zngmantel gefundenen Lagerstem die Mannschaftsstärke eines Truppenteiles erkannte, gelang es unter Heranziehung der im Bruchstück erhaltenen Lagerbejchreibung des Hygm und der vom Verfasser bei Ausgrabungen römischer Kastelle m Asien gemachten Erfahrungen die an ganz bestimmte Regeln gebimdenen Grund­sätze für die Errichiuug der Kastelle zii ermitteln. Erst jetzt ist es möglich, die Jnnenanlage der Liinestastelle mit allen Einzelheiten und ihr historisches Werden zu begreifen.

Arbeiter Publikum. In einem Buche von Max Burckhard über das Theater finden wir folgende SiAie üb<r Las Arbeiterpublikum:TaS beste Publikum, das ich

zu Darmstadt das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Der Kaiser hat seinem Generaladjutanten, Vizeadmiral von Müller, Chef des Marinekabinetts, die Erlaubnis zur Anlegung des ihm ver­liehenen Großkreuzes des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen erteilt.

* Die Ballfestlichkeit am Großh. Hofe, da: sogenanntegelbe K o st ü m f e st", das gestern abenl im Neuen Palais zu Darmstadt stattfand, war von etwa 125 Teilnehmern besucht. Die geladenen Festteilnehmer, unter denen sich neben dem Großherzogspaar und den fürstlich Lich'schen Verwandten die drei Gesandten, bie Minister, zahlreiche Standesherren, die militärischen und behördlichen Würdenträger mit ihren Damen befanden, er­schienen laut der ausgegebcnen Parole sämtlich in gelblich gehaltenen Kostümen aus der Zeit Ludwig XIV., die Damen mit dazu passenden dunklen Perrücken.

Ein teurer Umbau. Die Rechnungen über den Umbau des Hoftheaters in Darmstadt sind nunmehr zum Abschluß gelangt. Es betragen hiernach die Ausgaben 9 89 OOO M k., denen eine Bewilligung von 768 000 Mk. gegenübersteht. Wegen der Mehrausgaben von 221000 Mk. wird, wie offiziös mitgeteilt wird, eine besondere Regierungs­vorlage dem Landtage demnächst zugehen.

- Neuer Konsul. Der zum Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika in Mainz ernannte Robert S. S. B e rg h , der -sich im Besitz des Reichsexequaturs befindet, ist zur Aus­übung konsularischer Verrichtungen im Großherzogtum zu­gelassen worden.

Lehrerpersonalien. Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Solms-Lich in Lich auf die erste Lehreistelle an der Gememdeschule zu Södel präsentierte Lehrer Aug. Li st mann daselbst.

** Aus dem Militär-Wochenblatt, v. Schroe- der, Lt. imi Garde-Trag.-Regt. (1. Gr. Hess.) Nr. 23, bas KvmmauÄo zur Dienstleistung als Ordonnanzoffizier bet des Gwßherzvgs von Hessen Königl. .Hoheit bis aus weiteres ver­längert. Kraemer, Major und Flügeladjutant Sr. König!. Hoheit des Grotzherzogs von Hessen, in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform, zur Tisp. gestellt.

Üandwirtsch. V0rtragskurS. Die Vorträge un den beiden ersten Tagen wurden sehr zahlreich von Land­wirten aus allen Provinzen Hessens besucht. Besonders die Diskussion hat interessante Fragen zii Tage gebracht und zog sich an beiden Tagen sehr lange hin. Diese freie Aussprache über die Vorträge ist deshalb zu begrüßen, weil erst bet der Diskussion einzelne Fragen besonders erörtert iverden können. Freitag den 28. Februar spricht in der ersten Stunde Landes- tierzuchtinspcktor Attinger-München überWelche Maß- nahmen empfehlen sich zur Verbesserung der Vichverwertung". Von 10.30 bis 11.15 wird Geh. Hofrat Professor Dr. Kellner-Möckern vortragen überDie Ergebnisse der neuesten Forschungen auf dem Gebiete der Fütterungslehre", und von 11.30 bis 12.15 überWie müssen unsere landwirtschaftlichen Nutztiere gefüttert werden?" Nachmittags findet jeweilig Diskussion statt. Wir erwähnen noch, daß der Besuch der Vorträge und Diskussionen auch Nicht-Landwirten gegen Lösung von Tageskarten zum Preise von Mk. 1. zu­gänglich ist.

'* E r b s e n s a a t e ii. Born Direktor des landw. Instituts, Prof. Dr. G i s e v i u s erhalten wir folgenden Mahnruf zum Zweck der Veröffentlichung: Landwirte, prüft jetzt die für die Aussaat bestimmten Erbsen auf das etwaige Vorhandensein des Erbseu- käfcrs. Die befallenen Erbsen sind leicht kenntlich an einem offenen oder durch ein dünnes Hänichen verschlossenen Loch. Solche Erbsen dürfen nicht ohne Weiteres zur Aussaat verwendet werden, müssen vielmehr zuvor durch Liegen im geheizten Raum und durch Absieben und Vernichten von den Käfern befreit iverden. Durch die unterzeichnete HauptsammelsteUe I, Landiv. Institut Gießen, werden Angaben über das im vergangenen Jahr etwa beobachtete Auftreten der Käfer erbeten, da über die Verbreitung der letzteren Erhebungen angestellt werden sollen.

** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Aus Inelseitiges Verlangen wird itodj, eine dritte Kindervor­stellung gegeben unb zwar am nächsten Sonntag nachmittag 1/2 4 Uhr Zu Volkspreisen. Es gelangt zur Ausführung das Märchen ,,D i e verzauberten Frösche" oberMarie, das Plappermäulchen". Zum Schluß des Stückes wird das Rococo- ballet aus der letzten Kindervorstellung wiederholt, das so all­gemeinen Beifall gefunden hatte. Am Sonntag abend wird derVerschwender" zu kleinen Preisen wiederholt. Für die Schülervorstellung vonDas Kätchen von Heil­bronn", am nächsten Samstag nachmittag, gibt sich auch von auswärts reges Interesse kund.

** Kolosseum. Der 9. Tag der Tamen-Ringkämpfe zei-

sehen', das verlost werden soll. Die Rechnung ergab 1763,31 Mk. Einnahme und 1702,78 Alk. Ausgabe in letzterer sind ansge- liehene Kapitalien mit einbegriffen. Tie ausgeschiedenen Vorstands­mitglieder, Abgeord. Erk, M. W. Cloos, Hotelier Menzel wurden wiedergewahlt; für E. Ringshausen, der eine Wiederwahl ablehnte, trat Lehrer Küfer ein. Ter Veririeb der Ehronik von Nidda, deren Ertrag dem Verein zngiite kommt, wurde H. Meineck über­tragen.' Pfarrer Werner sprach znm Schluß dem Vorsitzenden und dem Rechner den Dank für ihre "Mühewaltung aus.

t. Steinheiw, 26. Febr. Hier gab es am Sonntag zwei Salle, ein gewöhnlicher Vcrciusuall, während sich ein log.Klub" junger Leute einen regelrechten Faschingsball mit Umzug 2c. zurccht gemacht hatte. E.iva 100 Mk. wurden für Leihlöstüme ausgegeben, das Geld hatten die Veranstalter^ von einer Sommersesttichkeit erübrigt, so daß die Kosten des Festes keine Schwierigkeiten machten.

x Bingenheim, 26. Febr. Auch in unserer Gemeinde hat sich eine Ortsgruppe des Evangel. Bundes ge­bildet, die an den Zw-eigverein Nidda angeschlossen ist. Am Sonntag fand in dem Münchschen Saale ein Familienabend statt, der vorn etwa 200 Personen besucht war. Nachdem von Psarrcr Brill aus Ober-Widdersheim Lichtbilder aus der evangelischen Bewegung in Oesterreich vor geführt worden waren, die H-rr Lehrer Pauli van hier in vortrefflicher Weise erläuterte, hielt Pfarrer Hermann aus Nidda einen packenden Vorttag über die Ausgaben des Evangel. Bundes und forderte zum Schluß ht warmen Worten zum Eintritt in den Bund auf. Etwa 30 evangel. Männer sind bis jetzt dieser Aufforderung gefolgt. Sunt Ge­lingen des Abends trugen die religiösen unb patriotischen Lieder des hiesigen Gesangvereins unter Leitung seines tüchtigen Diri­genten, Herrn Groth aus Echzell, viel bei. .

r. Aus der Wetterau, 26. Febr. Roggen- und Weizen­saat sind gut durch den Winter gekommen, ebenso haben die Kleefelder ein gutes Aussehen, soweit nicht Mäusefraß Scha­den getan hat. Wenn die gefürchteten Frühjahrs froste mcht schädlich eintreten, sind für den Landwirt gute Aus­sichten vorhcuiden. Trotzdem ziehen die Fruchtpreise wieder etwas an, Heu steht noch gut im Preis, während für Saat- kartoffelu in der Wetterau die Preise noch nicht fest stehen. Im vorigen Frühjahr waren dieselben bekanntlich hoch

---Büdingen, 26. Febr. .Bürgermeister Knaf, der durch unglaubliche Leichtfertigkeit die schwere Schädigung der Stadt durch Hosrat Rothschild ermöglicht hat, ist vom Dienste suspendiert. Seine Möbel wurden beschlagnahmt, um die Stadt ev. nach Möglichkeit schadlos halten zu können. Sonstiges Vermögen soll er nicht besitzen. Die Obligationen ter Zuckerfabrik Stockheim, die Zivthschild anftelle der ursprüng­lich vorhandenen preußischen Konsols in das Depot legte, haben voraussichtlich nur 15 Prozent Kürswert. Bürgermeister Knaf gab den Schlüssel des Depots einfach an R., wann etwas dort zu tun war. Tie Geschäfte fiihrt jetzt sein aller Gegner und Rivale '1ml letzten Wahlkampf, Beigeordneter Fendt. Fortgesetzt wlerden neue Verluste bekannt, die Leute in Büdingen selbst wie in der weiteren Umgegend erleiden. Es sind wohlhabende Päch­ter usw., aber auch viele kleine Leute dabei, die ihre allerdings unbegreifliche Vertrauensseligkeit schwer büßen müssen. Ter ge­genwärtige Aufenthaltsort des feit Jahren körperlich 'leiden­den Geschäftsinhabers ist unbekannt; heute haben auch feine Angehörigen die Stadt verlassen. Ziolhschüd, der zu den 50 Höchstbesteuerteil des Kreises gehörte, hat behaglich, doch nidjt eben ver schwende risch gelebt. Ter Verdacht, daß er die unge­heueren Summen nicht alle verspekuliert hat, liegt bei feiner Klugheit und Geschäftsroutine nahe unb wird hier allenthalben ganz offen ausgesprochen. (Wie uns heute auS Frankfurt drahllick) gemeldet wird, ist dort Rothschild am Abend des 25. ds. Mts. zum letztemnale gesehen worben.)

§§ Ruppertenrod, 26. Febr. Tiie Brennholzver­steigerung in unseren Gerneindewaldungen und in den Do- mmrialwalduugen bec Umgegend zeigen im Vergleich zu den letzten Jahren eine namhafte Verteuerung. Ter Raummeter Buchen!cbeit Listete 89 M., Buchenprügel 78 M., Buchenreisig 1,502 M. Tagegen gibt es auch billigere Versteigerungen, bei denen btfr Raummeter Buchenscheit auf >67 M., Buchenprügel auf 56 M. zu stt:Heu kommt. Erfahrungsgemäß bringen die späteren Holz­versteigerungen billigere Preise. Solche Hvlzv ersteigerungen sic heu aber nodji zahlreich aus.

-j- Unter-Seibertenrod, 26. Febr. Taß es bei der allgemeinen Verteuerung der Iagdpachten auch noch recht billige gibt, lehrt die Verpachtung unserer Gemeindejagd. Obgleich das Jagdgebiet 478 Hektar Feld unb 105 Hektar Wald umfaßt, eine vorzügliche Hasen- und Hühnerjagb ergibt, ein an Natur- schöüheckeu reiches Gebiet darstellt und nur 9 § ilometer von dem Bahnhof Mücke entfernt ist, erzielte die Verpachtung nur ben Betrag von 210 M. gegen 180 M. vorheriger Pacht. Ta dieser Preis um 20 M. unter der Taxation von 230 DL. zurückblieb, so wurde bie Verpachtung nicht genehmigt und die Jagd wird upchmals verpachtet.

-V Vom Vogelsberg, 26. Febr. Ter Winter ift nochmals zurückgekehrt und hat wiederum eine gleichntäßigc Schneedecke über die Erde gebreitet. Die Wagen kommen mit schneebedeckten Rädern aus dem Gebirg, ein Beweis, wie tief^bei Schnee ist. Tie schon hochstehende Sonne rückt indessen am Soge dem Schnee gehörig zu Leibe, so daß er unseren Vögeln feine Notlage mehr bereitet.

tigte folgendes Ergebnis: Frl. S i m s 0 n - Hannover errang mit Halbnelson mit Unter griff von hinten einen Sieg über tfrl. Berg-Berlin in 16.10 Min. Jrn Kaüipfe Frl. Richte r-iLchleicen gegen Frl. Muranky-Ungam blieb entere (Siegerin in 7.0- Mui. : burch Untergriff von vom. Frl. Hanlon-Elsatz gegen Frl. Philippi-Aachcn. Frl. Philippi greift ihre Gegnerin gleich mächtig und siegt schließlich in 38 Min. durch Schulterbrehfchwung am Boden. Wir weisen nochmals darauf hin, baß bie Konkurrenz Freitag ihr Enbe erreicht. , , ... ...

** Lesehalleverein. Auf btc morgen abeub 8 /4 Uhr im Hotel Schütz staltfindeiide M i l g l i e d er- Versa in ui l u n g des Lefehalleoereins sei auch an dieser Stelle besoiiders hlngewlefeii. Dre bald in ihr zehntes Lebensjahr eintretende gememnutzige An­stalt bedarf des tätigen Anteils ihrer Mitglieder inehr wie je, zu­mal die Lokalfrage und damit die Frage des inneren Ausbaus der Lesehalle zur Entschetduiig drängt. Atöge die Veilammlniig eine ftuchtbaie Aussprache zeitige»,.

** Im Bienenzüchterverein für Gießen und Um- gegeiid hielt am letzten Sonntag T-r. Ho f f m a nn von der L-b|t- bauschule in Friedberg einem Vortrag über: mmen-

weide und i h re Förbe r u ng durch den I mker/ ^.av zahlreiche Erscheinen der Mitglieder verriet schon, welches >zn- terejfe man für diese bieneiuoirtschaftliche ?trage hat. Dre Trachtverhältnisse haben sich im Lause der Jahve durchaus verän­dert. Die Gewächse, die durch ihre starke natürliche Vermehrung früher im Walde große Räume bedeckten (wie Saalweide, Linde, Erle, wilde Kirschen unb Aepfel, Heide, Ginster usw.), oder als Unkräuter in Menge zwischen dem Getreide 1 tauben, (z. B. Hederich) und an Feldwegen räucherten, werden durch die moderne r^orst- kultur und Landwirtschaft mit Feldbereinigung mit je Dein ^uhre mcpr verdrängt. Tamtt ist aber die Tracht der Bienen in hoheiu Maße beschränkt worden. Wir können nicht erwarten, datz, in Rücksicht aus Bienenzucht sich diese Verhältnisse zu un;em Guistten ändern, und es entsteht damit b ie Frage, ob man nicht für die -o^eneu- zuckst in dieser veränderten Lage doch etwas nm könnte, Kulturpflanzen allein reichen für eine Bieuenweide nicht aus, es wären deshalb die Landwirte, Orts- und Stadtverwaltungen, Kreis-, Forst- und Eifeubahnbelwrden für die Bienenzucht zu ui- teressieren und von den Juckern Ratfchläge zu erteilem nut welchen Pflanzen, Sträuchern und Bäumen, Wege- und Waldränder, Gärten, Obstbaumanlagcn, Triften, Steinbrüche, Hohlwege, Sümpfe, Lachufer, Bahndämme, Böschungen, Anlagen, Vorgärten usiv.,, zunv ^Nutzen der Bienenzucht bepflanzt werden könnten, ohiie daß das Auge des Naturfteuiides daruitter leidet. Wieviel kahle Mauern würden mit der Fetthenne bepflanzt und durch wilden Wein, die Schneebeere oder Gloxinie veideckt einen schöneren An­blick gewähren, und wie manche Felspartie könnte mit Arabis bepflanzt, das Auge entzücken! Wie schön ist ein Hausgärtchen mJ.t Beevcnsträuchern und einem Beete dufteiider Levkojen, Nelken, jiefeba usw.! Wie prangt ber Bahndamur im Schmuck ber Akazien mit einer Zwisck-ensaat von Lokara, blauem Salbei, Nattcrkopf und ber Waldrand nult seiner Ginster, Heide, allen Mtzcheitt- trägem unb Becrensträuch^m! Wie verlockenb erscheint ber oumüf, wenn ihn Froschlöffel, Schwerllinien, Orchideen unb Vergißmein­nicht zieren! Wie süß duftet bie Linde in den Anlagen! Wer auch lüie manchem Vöglein wäre hier der Tisch gedeckt und Ge­legenheit geboten, sein Rest zu bauen und ungestört seine Jungen großzuziehen! Für den Landwirt möge hier nur gesagt sein, daß alle Bicuennährpstanzen auch gute Futterkrüuter sind (z. B. die Kleearten, Schnvetverlingsolütler, Phazelia). Eine wettere Auf­gabe für den Imker wäre bann bas Studium der Pflanzenwelt und des Blütenkalenders. Tas letztere zur Herrichtting einer un­unterbrochenen Weide. Hier müfsen sich, um dies zu erfüllen, Theoretiker und Praktiker die Hand reichen, und schließlich müfien itod) Belehrungen durch Wort und Sd)rift das ihre tun, unu unfern lieben Jmineu fclen Tisch zu decsi ii und dem Imker das Leben zu versüßen. Reicher Beifall belohnte den Vortragenden, der es verstand, seine Zuhörer auf IV2 Stunde an fein Wort zu fesseln. Zur Veranschaulick-ung des Gesagten dienten Btütenmodelle und Wandtafeln. Mau trennte sich mit dem Wunsche, Herrn Tr. Hoffmann bald wieder zu hören.

i Klein-Linden, 25. Febr. Ter hiesige Radiahrerverem hielt am Sonntag un neu eröffneten Saal jumBernhardshäufer Hof" ein Winterfest mit Kappensitzung ab. Der Saal war dicht besetzt. Nächsten Sonntag hatt der L a h n t a l r a b l e r b u ii d, dem auch der hiesige Verein augeljört, in derDeutschen Eiche" seine Jahresversanmilung ab. Auf der Tagesordnung stehl: Jahres­bericht für 1907, Kaffenbericht, Festsetzung des 4. Bimdessesies, das wahrscheinlich im Sommer hier abgehalte»» wird, Vorstandsivahl uni) verschiedeucs. Der Lahntalradlerbund besteht jetzt 4 Jahre und hat jemeii Hauptsitz in Lollar.

s. Inheiden, 26. Febr. Durch Q el verbrauute sich hier ein Mann stark, ber in bas Gesäß, wetchcs überkochte, so daß bas Oel Feuer gefangen hatte, Wasser sck-üttete. Am Kopse stark verbrannt, befinbet sich ber Verletzte in ärztlicher Behandlung.

X Nidda, 26. Febr. Gestern abend hielt ber Verein Krankenpflege" seine Generalversammlung ab. Nach der Begrüßung gab der 1. Vorsitzende, Gerbeimeister Starke, eine Jahresubersicht, wonach die Schwester zur allgemeinen Zu­friedenheit ihre Pflicht erfüllt, die Finanzen sich günstig gestattet und beionders ein wichtiger Schritt geschehen burd) Einrichtung eines provisorischen Krankenhauses m der ehemaligen Kleinkmderschule. Tie nächste Ausgabe je» die Ausstattung der Krankenzimmer und die Gewinnung einer ruhigen Jamille, die im oberen Stock Wohnung

Monatshefteii. In demselben Heft kommt außerdem Otta von Leilgeb mit einer NovelleRevanche" und Richard Hilldschiner mit einer größeren ErzählungDas adlige Schützenfest" zu Word Eine papillär - wissenschaftliche Studie veröffentlicht ber Geh. Medizinalrat Pros. Dr. Galdscheider über den Kopsschmerz. Otto van Gattderg legt seine Erfahrungen auf feiner großen Amerikareise nieder m einem ArtikelNardamerikaner und Orientalen". Einen nut zahlreichen Abbildungen versehenen Aufsatz über Joshua Reynolds steuert Dr. Max Osbarn zu diesem and) in künstlerischer Hinsicht hervorragenden Heft bei. Wirkungsvolle Abbildungen nach Orginalen in Faksimiledruck enthalt der Auifatz überOrientalische Teppiche . Der Wiener Max Kalbick bespricht in dem Hßst die letzten Hofburg« Premieren, Prafesfar Ludwig PietschBerlin W. vor 50 Jahren", Dr. Earl Busse neue belletrtstische Literatur. Dr. Fritz Arnheim ist mit einer historischen Studie über den Abenteurer Skruensee vertreten. Weite Kreise wird das Schüusptel von Georg H i r s ch s e l dGewißheit" interessieren, das in diesem Heil zum Abdruck gelangt Mit Knnstbeilagen und Emschaltbildern sind erste Moderne Meister in dem Heft vertreten die Prasefforen Franz Skarbina, Peter Paul Aiüller, Arthur Kampf und andere.

Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Der amerlkamsche Botschailer Eharlcmagne Tower Hal von Carnegie ein Schreiben erhallen, in dem dieser ihm mitteilt, daß er d»e zweite halbe Millian zur Ergänzung der für die Robert Koch-Stiftung erforderlichen Allllian beitragen walle und die Verwendung dem Ermessen der Direktoren anheim stelle. Felix Berber, der erste Lehrer für Violinspiel am Dr. Hochschen Konservatarulm tu Frankfurt a. M., gedenkt nach einer Ateldnng des dortigenGenerat-Llnzeigers" Frankfurt wieder zu uerlaffen. Denr Tierbltdhauer August Gaul wurde der Titel Prosesfor verliehen. G. ist 1669 zu G r 0 ß - A u e n h e i m bei Hanau geboren. Er war Schüler der Hanauer Zerchenakademic und der Berliner Kunstgewerbeschule. Dann wurde er Schüler van Reinhold Begas. Er ist Mitglied der Berliner Sezessian und der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin. Jin Lessing-Theater zu Berlin wurde unlängst Ma; Dreyers SchwankDas Tal des Lebens in neuen, Don der Zensur unbeanstandeten Faffung gegeben. Entzückend in ihrer Ennnyierthett und heileren Abenteuerlust war Frau Tr i e s ch Alan lachte Diel und rief nach Dreyer, der sich aber nicht zeigte. - Jrn Hostheater zu Kassel erzielte die Uraufführung des Zedor v. Z o b e 11 tz j ch e n PhanrasiefpielsDas Lied vorn M e t h" einen starken Erfolg beim Publikum. Der Dichter wurde wieder« holl beroorgerufen.

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