Nr. 49 Erstes Blatt
158. Jahrgang
Donnerstag 27. Februar 1998
Der Eiehener Anzeiger «.i i^iwr
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WGretzener Anzeiger
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Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und „Vermischtes" P. Witlko; für „Stadt u. Ücuiö" und „Genchts- saal": E. Hetz; sür den Anzeigenteil: H. Beck.
Die heutige Nummer umfaßt W Seiten.
votschasterreoen.
Als em sehr redelustiqer Herr hat sich bisher mehrfach unser Botschafter in Washington Freiherr Speck v. Lternbürg erwiesen, und es steht außer Frage, daß er in 9tordamerika, wo politischen Reden ein großes Gewicht beigemessen wird, damit durchaus Erfolge erzielt hat; man mag über Herrn Speck von Sternburg denken wie man will, das 'wird man zuaeben müssen, daß er durch seine intime Freundschaft zum Präsidenten Roosevelt für Deutschland sehr vieles erreicht hat. Die Deutschen m den Vereinigten Staaten bilden einen ausschlaggebenden Faktor und es ist daher sehr zu begrüßen, wenn unser Botschafter mit ihnen möglichst oft in Berührung kommt, obwohl es sich um nunmehrige amerikanische Staatsbürger handelt. Kaim doch ihr Votum einflußreich sein auf die Zusammensetzung des amerikanischen Kongresses und dadurch mitbestimmend auf die Gestaltung der Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika. Nachdem vor einigen Lagen unser Botschafter jenseits des Großen Ozeans das Wort ergriffen, hat am Diensstag unser Vertreter jenseits des Kanals Graf Wolff Metternich auf Einladung der Londoner Handelskammer Gelegenheit gekommen, sich über die deutsch-englischen Beziehungen zu äußern und auch sonst noch einige politische Erörterungen anzuknüpfen, die sicherlich nicht ohne vorherige Verständigung mit Berlin erfolgt sind. Man hält im aßgemeinen unseren Botschafter an der Themse nicht für einen erstklassigen Diplomaten und schiebt ihm die schuld für mancherlei Vorkommnisse in die Schuhe; wie weit dies zutrifft, kann der Außenstehende, der die seinen Fäden der Diplomatie nicht kennt, unmöglich beurteilen. Dagegen muß man sagen, daß seine neueste Rede durchaus geschickt und der Sache dienend ist, und insbesondere sein Hinweis, daß der beiderseitige Handel durchaus nicht trennend, sondern eher oerbinbent) wirke, hat durchaus seine Berechtigung. Sehr bemerkenswert war e§, daß der Botschafter neben der Erwähnung unserer Beziehungen auch die Situation auf dem Balkan streifte, bte ja jetzt im Vordergründe des Interesses steht. Es geschah dies wohl mit Rücksicht auf die gerade in der englischen Presse übliche Gepflogenheit, überall und so auch jetzt heimliche Machenschaften zu wittern und darum betonte Graf Wolff-Metternich mit voller Entschiedenheit, daß gerade die deutsche Regierung eine gemeinsame Aktion der Mächte zur Herbeiführung mltzbringender Reformen in Mazedonien anstrebe. Freilich vergaß er nicht hinzuzu- sügen, daß Deutschland nicht den geringsten Grund habe, ohne Sympathie auf den durchaus berechtigten Eisenbahnplan seines österreichischen Bundesgenossen zu blicken. Jedenfalls dürfte gerade dieser Teil der Metternich'schen Rede allgemeine Beachtung findet: und vielleicht nicht ohne Wirkung bleiben.
Stimmungsbild aus dem Reichstage.
Berlin, 26. Februar.
Tas Publikum auf den Tribünen kam heule auf seine Kosten. *5iev Stunden lang erfüllten den Reichstagssaal L ä r m s z e n e n, die den aufregendsten Tagen der Zollobstriikuon nicht das geringste aachgaben. Tie Worte der Redner erstickten in Jndianergeheul und Gelächter und Wtitgebrüll. Herr Stadthagen betrat als erster das Rednerpodium, aber ihn lraf diesmal wirklich teilte schuld. Rur 15 Minuten redete er; den Zuhörern, die sich in ’hy Schicksal schon geduldig gefügt hatten, erschienen sie hernach wie ebenso viele Sekunden. Er sprach über den Hochverrats- prozeß Liebknecht und harre für die Richter des Reichs- Berichts seine gewohnten Liebenswürdigkeiten. Aber man ließ sich daraus nicht weiter ein, sondern erledigte in kurzer Folge die restlichen Titel des Justizetats, und and) Herr Nieberdmg burUe sich ^dlich mit seinen Räten zurückziehen Die Tische des Bnndesrats vtieben verwaist, denn W a h l p r ü f u n g e n standen nunmehr aus der Tagesordnung. In wenigen Minuten wurden eine ganze ^eihe von Wahlen nach den Anträgen der Wahlprüfungskommission 'ur gültig erklärt und man atmete erleichtert auf, als der Leiter Vorwärtsbuchhandlung Fischer, sozialdemokratischer Spezialist "^»cthlpriisungen, außer Atem in den Saal und zum Präsidenten- chch stürmte, um zu erfahren, daß das Mandat des Freisinnigen n 8, des Bezwingers seines Parteigenossen Segitz in Erlangen -Fürth, soeben für gültig erklärt worden war. rlber Herrn Fischer iodft fein Mißgeschick nicht an, er ver- •>a me§' ie'ne Rede bei einer späteren Gelegenheit anzubringen.
Diahlprüsungs-Kommission hatte die Wahl des Abg. Enders beanstandet und Beweiserhebung beantragt, und von keiner Seite wurde dagegen eine Gültigkeitserklärung verlangt. Tas bedeutet wnst stets debattelose Erledigung im Plenum. Aber diesmal sollte daneben eine grundsätzliche Frage zur Entscheidung gebrad)l werden, ne jur d i e P r a x i s der W a h l p r ü f u n g in der Tat von erheblicher Bedeutung ist. Bisher hatte die Wahl- ?^'uuigskommission und mit ihr der Reichstag in ihrer Mehrheit Ä r QU1 öen Standpunkt gestellt, bau die Beifügung des amt- Hajen Charakters bei Unterschriften von Bürgermeistern und anderen mulichen Personen die Kassierung der Wahlsimnnen im Bezirk zur solgc haben müsse. Die Rationalliberaleii und die Parteien dec "achten hatten diese Auffassung von jeher lebhaft bekämpft, und letzt hat auch die Wahlprüfungskommission mit Blockinehrhett ihren Uten Standpunkt verlassen, m der Hauptsache veranlaßt durch die euher erfolgte Sicherung des Geheimnisses der Wahl. Aber bei der heutigen Auseinandersetzung spielten die sadjlicheu Gründe für und vider nur eine nebensächliche Rolle. Der Abg. K o p s ch hatte der bailung der Soztatdeniolrateit in früheren Fällen Erwähnung getan, es gegolten halte, Maubcue eigener Parteigenossen zu nh ~Q§ brachte den Abgerd. Fischer in zornige Erregung i“," Erging sich in Angriffen auf die freisinnige ooir-gpactei, deren Wildheit alles in den Schatten
stellte, was man von diesem temperamentvollen Vertreter des 2. Berliner Reichstagswahlkreises bisher schon erlebt hatte. Unter wüstem Applaus seiner Genossen und aus den Reihen der Konservativen durch vergnügte Zurufe ermuntert, suchte er den Freisinn wegen seiner Zugehörigkeit zum Block zu verhöhnen. Und als Dr. M u g d a n ihm eine gehörige Abfuhr erteilte, da mußten ihm die konfessionellen Verhältnisse seines Gegners zu neuen Beschimpfungen herhalten. Dr. Mugdan blieb ihm auch hierfür die Antwort nicht schuldig. Mit schneidender Schärfe ersuchte er die Herren Sozialdemokraten, im Punkte des Glaubenswechsels vor ihrer eigenen Türe zu kehren, und ihre Zentrumsabhängigkeit im Antiblock und ihre Wut über die Bedeutungslosigkeit, zu der sie herabgesunten, nicht gar zu offensichtlich, lsinter Angriffen auf den Liberalismus zu verstecken. Mehrere Stunden bauerten diese Szenen, an denen sich das Zentrum und die Rechte als vergnügte Zuschauer im Parkett recht aktiv beteiligten. Dann machte ein Schlußantrag der unwürdigen Verhandlung ein End^_____________________________
Deutsches Reich.
Berlin, 26. Febr. 9lad) der „Tägl. Rundschau" wird der Kaiser bei seinem Aufenthalt in Korfu sowohl von dem König von Griechenland als auch von dem Kronprinzen und der Kronprinzessin besucht werden. Das österreichische Geschwader, das in Stärke von drei Panzern und zwei Torpedobooten diese Woche Pola zu einer Kreuzfahrt im Mittelmeer verläßt, wird voraussichtlich ebenfalls während der Anwesenheit des Kaisers Korfu anlaufen.
Kiel, 26. Febr. Die Howalbtwerke haben heute 60 Prozent ihrer Arbeiter ausgesperrt. Es ist dies eine Gegenmaßregel gegen die von den organisierten Arbeitern erfolgte Arbeitsniederlegung in einzelnen Betrieben des Schiffsbaues.
Dietz, 26. Febr. Für die heute abend zu Gunsten deS französischen Kriegerdenkmals in Noisse - oille itattfinbenbe Theatervorstellung war auch ein in französischer Sp ra che verfaßter Prolog „gloria victis“ vorgesehen. Das reichsländische Ministerium hat im Einschluß an eine Entscheidung des Metzer Bezirkspräsidenten die Deklamierung der Verse wegen der darin zu Tage tretenden Tendenz untersagt. Wie die in französischer Sprache erscheinenden Blätter melden, beabsichtigten heute nachmittag eine Anzahl lothringischer Abgeordneter des Lanbesausschusses, unmittelbar beim Ministerium vorstellig zu werben, uni noch in le zier Stunde eine Abänderung des ergangenen Beschlusses zu erreichen.
Detmold, 26. Febr. Bei der Galatafel, zu der Vertreter des lippischen Landtages und Vertreter der Negierung Einladungen erhalten hatten, nahm Fürst Leopold zur Lippe Veranlassung, in längerer Rebe auf eine gewisse Mißstimmung im Lipper Lande hinzuweisen. In seinem Trinkspruch äußerte er u. a., es habe ihn schmerzlich berührt, baß sich anläßlich der Einweihung des Denk- uials für seinen Vater, den Grafregenten Ernst, Mißverständnisse entwickeln tonnten, bte ihm bie reine Erinnerung an jene weihevolle Stund trübten. Der. Fürst fuhr dann fort: „Ich lege Gewicht darauf, vor den Vertretern des lippischen Volkes festzustellen, baß niemals mit meineni Willen und Wissen eine Kränkung von Volksrechten stattgefunden hat ober jemals stattfinden wird". Zum Schluß sprach der Fürst die Hoffnung auf gedeihliche, gemeinschaftliche Arbeit von Negierung und Volksvertretung aus.
ALL-Land.
Haag, 26. Febr. .Der königliche Wagen, in dem sich vie Königin und der Prinzgemahl befanden, stieß heute mit einem in voller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen zusammen und ging vollständig in Trümmer. Tas königliche Ehepaar kam jedoch unversehrt davon. Tie Königin begab sich kurz darauf zur Königin-Mutter, um) diese von dem Unfall in Kenntnis zu setzen und sie zu beruhigen.
Kopenhagen, 26. Febr. Das Landsthing nahm) m dritter Lesung den Gesetzentwurf bettesfend die Einführung des allgemeinen kommunalen Wahlrechtes mit 32 gegen 29 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen an.
Paris, 26. Febr. Der „Temps" veröffentlicht em vom 39i. Januar datiertes Schreiben aus Marrakesch, worin u. a. erzählt wird, fanatische Anhänger Muley Hafids trügen in den Straßen auf Stangen gespießte Ziegenköpfe umher, welche Köpfe von Franzosen darstellen sollen und die von dem Pöbel mit Steinen beworfen Ivetten. Tie Behörden begünstigen diese Kundgebungen. — Tie Bürgerschaft von Marrakesch, ine unter dem Hinweis auf ‘teil heiligen Stieg »wt schweren Steuern bedrückt wird, beginne allerdings, Muley Hafids überdrüssig zu werden. Besonders die Schütz- linge fremder Staaten, namentlich Frankreichs, wijerden in jeder Hinsicht hart drangsaliert.
Konstantinopel, 26. Febr Zwische n Italien und der Türkei ist e in e r n ster K'o n fl i kt a u s g e b ro che n. Ein italieniscljes Konsortium' unter Führung ter Bauca Com- nuercialc hatte vor einigen Däonaten in dem MDtyl en bedien von Heraklea von dem bisherigen Besitzer umsangreiclje Kvhlenfelder erworben. Tiefer Kohlenstrich, genannt Kube, scheint ein besonders reiches und gutes Material zu bergen. Das französische Syndikat, das alle ^Konzessionen von Heraklea unter einen Hut zu bringen trachtet, hatte bei ähillichen Ber Handlung en keinen Erfolg gehabt. Rachtem bte Italiener im Juni die Ausbeutung begonnen hatten, mußren einige Zeit darauf die iialieni* sch.-li Ingenieure aus Befehl ter dortigen Behörde Stube räumen und sinnliche Arbeiter die Arbeit nicterlegen. Die Behörden weigern sich ferner, alle für Stube bestimmten Materialien uni> Maschinen im Hafen von Heraklea landen zu lassen. Da die b^berigen itaiienisct-eii Reklamationen nicht zu dem erwünschien Ziele führten, so bürste eine sehr emuc diplomatische Aktion Italiens unmittelbar bevorsdehen.
EiMumg.
Wir Werten um Veröffentkichung nachstehender Erklärunggebeten :
Rach dem Bericht in Nr. 47 des „Gieß. Anz." über die naticnalliberale Versammlung in Grüi'berg hat Herr Rechtsanwalt Kaufmann u. a. von „einem" lehten bei der „Vottswacht in Friedberg gedruckten Flugblatt" gesprochen, das bie Lavidsche Depesche „Stimmenfreigabe, aber nicht für Köhler" in Stirn inen* freigabe für Köhler gegen Hcyligenstaedt „verbessert" habe, und die Deutsch-Sozialen im allgemeinen, die Unterzeichneten aber in besonderen dafür verantwortlich gemacht. Wir bemerken dazu:
1. Alle unsere Flugblätter, 7 an der Zahl, sind in Gießen bei A. Klein gedruckt und mit „Der Wahlausschuß für die Kandidatur Köhler-Langsdorf" unterzeichnet worden, ^lußer diesen 7 Flugblättern erschienen noch zwei des Buntes der Landwirte, die in Friedberg gedruckt und von dort aus verschickt wurden. Beide Flugblätter erschienen ohne unser Vvrwissen und ohne unsere Mitarbeit.
2. Insbesondere gilt dies von dem letzten bei „der Volksmacht in Friedberg gedruckten Flugblatt". Dieses ist überschrieben: Die Liberalen — Feinde! des direkten, geheimen und gleichen Wahlrechts zum Land- t a g! und behandelt die abweisende Stellung einiger Nationalliberalen im hessischen Landtag gegenüber den moternen Wahlrechtsforderungen. Das allein ist wesentlich in diesem Flugblatt, wird aber von den National- liberalen sorgfältig verschwiegen. Nur aus diesem Grunde (Wahlrechtsfrage) wurde es vor der Stichwahl von einigen unserer Mitglieder verbreitet.
Am Schlüsse dieses Flugblattes findet sich in kleiner Schrift noch folgender Satz:
Die Sozialdemokraten haben in hiesigem Wahlkreis wohl Sttmmenenthaltung beschlossen, doch für Jeden, der danach wählen will, die Wahl von Kohler gegen Hey- ligenstaedt freigegeben.
Dieser Satz steht in gar feinem Zusammenhang mit dem Vorausgehenden und entspricht in nichts unserer Stellungnahme zur Sozialdemokratie. Bon uns ist in keinem Flugblatte und von unseren Rednern ist auch in keiner Versammlung vor der Stichwahl um die Stimmen der sozialdemokratischen Wähler geworben, sondern in einigen Versammlungen sind die Sozialdemokraten lediglich zur Sttmmenthaltung, laut sozialdemokratischer Wahlparole, aufgefortert worden.
Gießen, den 26. Februar 1908.
Dr. F. Werner. G. Kling.
Ares Stafct unfr Land.
Gießen, 27. Febr. 1908.
Das Alte stürzt.
Wieder wird demnächst ein Stück Alt-Gießen verschwindendem man im Interesse der Weiterentwicklung unserer Stadt keine Träne nachweinen wird. Der Staat, ter Eigentümer ter zwischen dem Seltersweg, der Süd-Anlage, der Goetheftraße und der Rentner Schmidtschen Besitzung liegenden ehemaligen Kaserne, dem jetzigen Bezirlskommando, ist, verhairdelt mit den Anliegern wegen Abttetung von Getände aus dieser Besitzung. Man hört, daß einer der Interessenten die ganze Liegenschaft kaufen wollte, daß der Fiskus aber sich darauf nicht eingelassen und sämtliche Jnteressenterr aufgefordert hat, ihre Wünsche bett. Erwerbung von Tellen des Geländes M äußern, ein Verfahren, das man nur als gerecht und billig bezeichnen kann. Als Ari- fang der 2Oer Jahre des vorigen Jahrhunderts infolge Streitig» feiten mit der Studentenschaft das Militär von Gießen nach Worms übersiedelte, erhielt unsere Stadt ein alle Monate wechselndes Wachtkommando von 60 bis 70 Mann, das unter dem Kommando des Majors Beppler und später unter dem des Majors von Muralt standen. Beide Offiziere waren in dem damals noch sehr kleinen Gießen sehr populär, und bekleideten gewissermaßen den Stadtkommandantenpoften. Ende der 60 er Jahre rückte die 4. Kompagnie der hessischen Jäger unter Major von Anschütz in Gießen ein und nahm Quartier im jetzigen Bezierlskommando- Gebäude, zu dem damals noch ein zweiter Bau gehörte, tert später Metzgermeister Meister erwarb und niederlegen ließ. Die Jäger lagen ca. zwei Jahre bei uns in Garnison, bis 1869 die jetzigen 116 er, damals nur zwei Bataillone stark, nach Gießen kamen und das jetzige Bezirkslommando als Lazarett benutzteii, bis Ende der 80 er Jahre durch das neue. Lazarettgebäude der Bau wieder frei wurde. Bei Bildung des 3. Bataillons ter 116 er wurde die 11. Kompagnie in dem Gebäude so lange untergebracht, bis die neue Kaserne an der Grünberger Straße sertiggestellt war. Darauf zag das Bezirkskommando in das Haus. Durch den Verkauf des Grundstücks wird es ermöglich i, daß die alten Baracken an der Goethestraße, die der Gegend nicht zur Zierte gereichen, niedergelegt und mit Einbeziehung von dahinter liegendem Gelände des heutigen Bezirkskommandos wertvolle Bauplätze g - schaffen werden. Wenn es sich bei dem Bezirks!ommando-Gruiiof>ück auch nur um Hintergebäude handelt, wird doch wohl jeder der Anlieger die Gelegenheit benutzen, einen ihm günstig liegenden Teil zu erwerben, um sein Besitztum zu vergrößern. Das wird umsomehr der Fall sein, als der Staat für das Gelände einen nicht allzu hohen Preis verlangt und den Wünschen der Anlieger, entgegen zu kommen sucht. Die Stadt, die an dem Grundstück kein Interesse hat, soll seinen Erwerb abgelehnt haben.
** Tag eskalender für Donnerstag, 27. Febr.: Kaus- männischer Verein und Ortsgewerbeverein: 7. Vor- tragsabeTid im Nerven Saalbau, Rezitationen und Gesangsvorttäge. Anfang 8V2 Uhr.
Obcrh. Gesellschaft für Natur - und Heilkunde: 3. Bvrtrag über Radioaktivität, von Privatdozent Dr. Schmidt.' Hörsaal dcs Physik. Juscituts. Anfmig 8-V» Uhr.
Verein der nativnalliberalen Jugend: 3.Tis- kussionsabend über Zucker st euer und Zuckerkonvcntion. Kviserhos &1/3 Uhr.
Bezirksverein O st: Tas hessische Wertzuwachssteuergesetz. Restauration Kronprinz, Versammlung 9 Uhr.
Alpenverein, Sekt. Gießen: Lichtbildcr^Vortrag von Zahnarzt Jäger: Reise von Marseille über die T-aiearen und Tanger nach den Canarischen Inseln. Cas6 Dietropol, a. 8% Uhr.
** Ordensangelegenheiten. S. K. H. derGroß- Herzog haben dem früheren Mitgliede der Großh. Kreis- schullommission Darmstadt, Geheimen Hofrat Prof. Dr. Thiel


