kman den geräumigen Döll'schen Saal erwählt. Vertreten waren nahezu 50 pomologisch benannte Apfel- unb zirka 10 Birncnsorten. Aach einer kurzen Eröffnungsansprache durch Lehrer Wißner, worin er als Hauptzweck der Ausstellung die Förderung der Sortenkenntznis unter den hie- ligen Obst,Züchtern betonte, erfolgte ein Rundgang durch fte, wobei Obstbautechniker Koch die Führung übernommen Patte. In nahezu zweistündigem Vortrage verbreitete sich Koch über die anbauwürdigsten Tafel- unb Wirtschaflssorten "hiesiger Gegend. Unter den Tafeläpfeln wurden in erster Linie empfohlen: die Winter-(voldparmäne, die graue französische Renette, der Schöne von Boskoop, Baumanns Renette und die Landsberger Renette; unter den Wirtschaftsäpfeln: die Schafnase, die gelbe Mecklenburger (Jakob Lebel), der große Anhalter unb der rheinische Bvhnapfel. Reicher Beifall lohnte den Vortragenden für seine überaus lehrreichen Ausführungen. Tie Ausstellung erfreute sich eines außerordentlich starken Besuches von jung und alt, und man hegt allgemein den Wunsch, daß die Landwirtschaftskammer in einem der nächsten Jahre eine ähnliche Ortsobstausstellung nrit Preisverteilung folgen lassen möchte.
Lauterbach, 25. Oktbr. Das Theater des Rhein-Main-Verbandes für Volksbildung wird auch in unserem Städtchen eine Vorstellung geben. „Der eingebildete Kranke" von Moliöre soll gespielt werden, ein Stück, das im ganzen Gebiete des Verbandes geradezu glänzend ausgenommen worden ist. Tie Verhältnisse liegen hier auch günstig. Die neue Turnhalle, die in diesem Sommer eingeweiht worden ist, dehnt sich zu einem weiten Raum, die Bühne ist groß, die Dekorationen sind neu, die Beleuchtung ist von besonderer Wirkung. Die Preise sind entsprechend den Tendenzen des Verbandes recht niedrig gestellt worden: der 1. Platz kostet.60 Pfg., der 2. 30 Pfg. So wird auch dem gering Begüterten Gelegenheit gegeben, sich die Bildung?- mittel unserer Zeit zu nutze zu machen. Die Vorstellung findet nächsten Freitag den 30. Oktober statt und beginnt um 8 Uhr abends; schließen wird sie um 10 Uhr.
R. B. D a r m st a b t, 27. Ott. Oberbürgermeister Morneweg feiert heute mit seiner Gattin seine silberne .Hochzeit. Aus diesem Anlaß erschien am Mittag in der Wohnung bes Jubilars eine aus sieben Mitgliedern des Stadtverorbneteulollegiums gebildete Deputation unter Führung des Bürgermeisters Dr. Glässing, um die Glückwünsche der Stadtverwaltung zu überbringen unb zugleich ein prächtiges Oelgemälbe bes Malers Kröh als Angebinde zu überreichen. Später erschienen auch Deputationen der Beamtenschaft, sowie der städtischen und staatlichen Behörden, eine Abordnung der Darmstädter Lehrerschaft, der slädt. Sparkasse, der Feuerwehr usw. zur Gratulation. Am Abend brachten die vereinigten Darmstädter Gesangvereine dem Stadtoberhaupt eine Serenade dar. - Bei der Wahl der Beisitzer des G e ro e r b e g c r i d) t s aus dem Kreis ber Arbeitnehmer beteiligten sich 1134 Arbeiter, d. i. 15Proz. der Wahlberechtigten. Es waren 18 Beisitzer zu wählen. Da nur ein Stimmzettel ber vereinigten Gewerkschaften ausgegeben worden war, wurden sämtliche Kandidaten derselben gewählt. Von der Staatsanwaltschaft fteck- brieflich verfolgt wird der bei einem hiesigen Rechtsanwalt beschäftigt getvesene Sdireivgehilfe Reinhardt. Er hat fid) des schweren Diebstahlsverbrechens schuldig gemacht, indem er nach feiner Entlassung nochmals auf dem Bureau erschien unb sich mittels eines falschen Schlüssels ans der Kasse einen größeren Geldbetrag aneignete.
Man lese den Gießener Anzeiger größte und reichhaltigste Tageszeitung Oberhessens mit Öen Beilagen .Lamilienblätter", „Landwirtschaftliche Äeitftagcn" und dem Ureisblatt für den Ureis Gießen. Auflage über 15000 Expl.
KUe Briefträger, unsere Zweigstellen und die Geschäftsstelle der Gießener Unzeigers nehmen Bestellungen auf den Gießener Anzeiger entgegen.
— Krofdorf, 26. Oft. Gegenwärtig haben die Landwirte ihre Feld fr ächte bis auf einiges Gemüse eingeerntet. Das trockene Wetter beschleunigte die Feldarbeit ganz bedeutend. Die Rüben, die in diesem Jahre recht gut gediehen sind, haben zum Teil die Größe von Kohlrüben unb verschiedene Bauern haben solche im Gewicht von 5—8 Pfund, eine Seltenheit, wie sie fest Jahrzehnte hier noch nicht gewesen ist. Leider sind in diesem Herbste wieder ganz bedeutende Felddicbstähle in hiesiger Genmrkung vorgekommen Unter anderem sind bei Nacht Säcke mit Kartoffeln gestohlen worden, auch wurden die Kartoffeln von den Aeckern auf- gelesen. Einem Einwohner von Gleiberg wurden in einer Nacht 25 Stück Weißkraut geholt. Die Fran traf am anderen Morgen auf ihrem Acker ein und wollte selbige ausmachen, zu ihrem Schrecken fand sie, daß bereits eine große Anzahl davon fehlten. Bis jetzt ist, wie immer, von den Dieben noch keine Spur zu finden. Für die Polizei wäre es Sache, in dieser Hinsicht etwas mehr Nachschau zu halten. — Das am Sonntag auf und um den Gleiberg veranstaltete Kriegs spiel sand infolge der ungünstigen Witterung nm geringe Beteiligung. Trotzdem fanden sich aber doch Turner zu Fuß und zu Rade ein. Nachdem sich die Turner auf dem Gleiberg versammelt hatten und sich mit Speise und Trank gelabt hatten, zogen sie nach vierstündigem Aufenthalt teils nach dem „Windhof" und teils in ihre Heimatsorte. Tie Kanonen der Burg begrüßten die Turner beider Ankunft und beim Abmarsch.
-n Calbach, 25. Okt. Der Tag unserer heutigen Schuleinweihung war ein Freudentag für die ganze Gemeinde. Aber auch ein Ehrentag wars, denn mit seltener Einmütigkeit hatte vor mehr denn Jahresfrist die Gemeinde- Vertretung den Beschluß gefaßt, der Schule ein würdigeres Heim 31t bereiten und das alte Schulhaus, das 78 Jahre lang für Unterrichtszwecke und als Lehrerwohnung gedient hatte, anderen Gemeindezwecken dienstbar zu machen. Von den Vertretern der Großh. Kreisschnlkomnnssion sowohl, atü auch des Lehrers Wagner, sowie des Ortsgeistlichen, Pfarrer Schäfer-Büdingen, wurde darum auch in den verschiedensten Ansprachen bei ideale Smn und die bewiesene Opferfreudigkelt der Gemeinde dankbar anerkannt. Die Ge- pieinbe kann aber auch auf ihr neues SchulhauS stolz sein.
Jnnntten des Dorfes gelegen, von Schulhof und Garten umgeben, gewährt der massive, mit weißem Verputz versehene Bau von überall her einen prachtvollen Anblick. Unb dem gefälligen Aenßeren entspricht daS in jeber Hinsicht praktisch eingerichtete Innere; nichts Gesuchtes gewahrt man in ber Naumverteilung, dabei ist der vorhandene Raum äußerst vorteilhaft anSgenutzt. Alle Besucher waren daher auch voll der Bewunderung unb deS Lobes über das Werk, das allen, die daran gearbeitet, zur Ehre gereicht.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 27. Oktober.
Eine Blechgeschichte.
Tie Blechwalzwerke zu Fintrop in Westfalen batten der Blechwarenfabrik in Lauterbach eine Sendung Blech zugeschickt, mit dem sie nicht zufrieden war. Auf die Reklamation hin, bei der ziemlich scharfe Worte gebraucht wurden, schrieb der Inhaber ber Blechwalzwerke, W. P., an die Firma in Lauterbach und bemerkte: man wolle ihn absichtlich # schädigen; eine noble Firma wird sich ihren Vervftichtungen nicht entziehen unb ein anstanbiges Geschäft macht solche Mannöver nicht. Durchs diese Aeußerungen fühlten sich die Firmeninhaber, Kaufmann H. S. und ber Werkmeister E. M. beleibigt, was eine Privatklage nach sich zog. Das Schöffengericht verurteilte Pf. wegen Belcibigung zu 15 Mk. Gelbstrafe, inbem es ihm ben Schutz bes § 193 versagte. Der Angeklagte verfolgte Berufung unb bestritt bic Absicht ber Beleidigung; er habe nur die ihm gemachten Vorwürfe zurückweisen wollen unb babei scharfe Worte gebraucht, wie der ihm angegangene Brief auch solche enthielt. Die Strafkammer war ber Ansicht, daß die Ausdrücke den Schutz des § 193 nicht verdienen; wenn ber Angeklagte auch berechtigte Interessen habe wahrnehmen wollen, so läßt die Form doch auf eine beleidigende Absicht schließen, zumal sich die beleidigenden Ausdrücke in dem Briefe wiederholen. Das Urteil fand hiernach seine Bestätigung.
Gerichtssaal.
() Marburg, 27. Okt. Die Strafkammer verurteilte heute den schon vielfach vorbestraften bekannten Hinterländer Einbrecher 9tbam Brechall aus Wolzhausen, der nach Verbüßung einer dreijährigen Gefängnisstrafe in Saarbrücken in seiner Hei- mntgcgenb und auch hier in Marburg eine ganze Reihe Einbrüche beging, zu vier Jahren Zuchthaus. — Ein hiesiger Einwohner, der sich eine Anklage'dadurch zugezogen hatte, daß er einen Hahn gestohlen unb einen Polizeibeamten „auf den Mist" zu werfen dwhte, glaubte sich seiner Bestrafung dadurch entziehen zu können, daß er zum Gerichtstermin einfach nicht hinkam. Auch heute suchte er sich durch die Mitteilung, er sei krank, zu drücken. Bald darauf erschienen, jedoch Pou- zeibeamte, die einen Wagen mitgebracht hatten, in Begleitung des Kreisarztes in der Wohnung des Angeklagten, ber stöhnend im Bette lag. Rach einer ärztlichen Untersuchung mußte er jedoch mit. Mühsam, von zwei Polizeibeamten gestützt, wurde er in den Gcrichtssaal transportiert, wo er „elend" war, daß er kaum sprechen konnte. Als die Zeugen auftraten, schien er plötzlich gesund geworden zu sein, denn er verteidigte sich mit großer Mundfertigkeit. 91ad} der Urteilsverkündung, die ihm ä','2 Monate Gefängnis bedeutete, bekam seine Krankheit jedoch einen seltsamen Rückfall, denn während der Arme vorher auf dem linken Bein gehinkt hatte, tat er dies jetzt mit dem rechten.
Wiesbaden, 27. Okt. Tie Strafkammer verhandelte zwei Tage lang gegen den der Untreue angeklagten Direktor der verkrachten 9l a f f a u i f cb c n Bank in Wiesbaden, Paul Pflüger, der vor einiger Zeit zu 2 Jahren 1 Monat Gefängnis' verurteilt wurde. Tas Reichsgericht hatte auf seine Revision hin das Urteil ausgehoben und die Sache an die Strafkammer hierher zurückgewiesen. Auch dieses Mal rourbe der Angeklagte verurteilt unb zwar zu 1 Jahr 1 A 0 chc Gefängnis unter Anrechnung von 5 Monaten Untersuchungshaft.
Rnbolstabt, 27. Okt. Ter Korbmacher Friedrich Koch würbe vom hiesigen Schwurgericht wegen Gattennwrdes unb Ermordung einer Stellcnvermittlerin zweimal zum Tode verurteilt.
München, 27. Okt. Tas Landgericht München hat bic Aufseher frau, Masseuse Elise Eh mann, unter völligem 'Ausschluß ber O öffentlich leit wegen Kuppelei zu 63 '2 I ahre 11 Zucht - Haus, 10 Jahren Ehrverlust und späteren Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Der Staatsanwalt hatte 10 Jahre beantragt. Zur Berfaniblung mußten 16 Tarnen als Zeuginnen erscheinen, die )id) in einem bevorsteherrben weiteren Prozesse wegen Verbrechens gegen das keimende Leben zu verantworten haben derben.
Wilhelmshaven, 27. Okt. In ber Werftbe - ste chungsaffärc verurteilte bas Landgericht Aurich den Werkmeister Falkenberg zu iy» Jahren, den Kaufmann Kuhlmann zil 6, den Kaufmann Janssen zu 2, den Kaufmann Frischet zu i Monat Gefängnis. Die übrigen Angeklagten wurden sreige- sprochen.
Brüssel, 27. Okt. In Namur wurde ein früherer katholischer G e i ft l i ch e r wegen zahlreicher Sittlichkeilsverbrechen, die er an kleinen Kindern begangen ljat, zuachtIahrcn Gefängn is, bedeutenden Schadeilsersatzsummen unb Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf 6 Jahre verurteilt.
vermischtes
ernährt.
Aus ben
. ■ . - - *-* 1- warten aufgelegt in
Vamburg-Altona, Bersin (Stadtbahn), Bremen, Köln, Frank furt a. M., Leipzig unb Stettin.
Fahrkarten nach Schanghai. Tic Eiscnbahnver- blndung zwischen Deutschland und Ostasien wird am 1. Novem^ r eine wielstige Verbesserung erfahren. Es werden bann durchgehende Fahrkarten nach dem fernen Osten auf den wichtigsten deutschen Stationen ausgegeben. Die Karten gelten nach allen .hauptplätzen in Ostasien, Ehina sowohl wie Japan. In Betracht rammen 0hart»n, Wladiwostok, Juruga, Nagasaki und Schanghai. Es gibt Karten für den Weg über Alexandrowa unb Wirballen. Zur Aus- 9.^Jjdangen nur Ausweise für einfache Fahrt 1. und 2. Klasse für Schnellzüge unb 3. Klasse für Personenzüge. Die Gültig- keitsbauer beträgt brei Monate. Freigepäck wird für 50 Kilogr., auf Kinderfahrkarten für 25 Kilogramm ge*""*'*" k— preußischen Staatseisenbahnen werden diese &
Crnt starkes Stückchen Bureaukratismus stellt das Verhalten der Bahittasse ber Station Rietschen in einem b-alle bar, der dem ,.N. Görl. An.;.", wie folgt geschildert wird: Am 9. O ktober sandte eine hiesige Bank im Auftrage einer Firma in einem Gelbbriefe 779.85 Mk. geftunbeter Frachtgelder an die Bahnkaste in Rietschen, bei der bic betr. Firma ein Fracht ko ntv hat. Der Brief kam aber zurück mit dem Vermerk: „Wegen Nichtzahlung bes Bestellgeldes Annahme verweigert." Also um die Bagatelle von 5 Pfg. bic Umständlichkeit einer neuen Ernsen- bung, — aber die Bank tat prompt ihre Schuldigkeit und expedierte umgehend j)ie 779.85 Mk. zum zweitenmale nach Riet- >chen, diesmal mit bezahltem Bestellgeld. Und unglaublich, aber Aalir. Wieder tarn der Geldbrief zurück. Dadurch, daß die Bahnkastc das cr|tcmal hochnvtpeinlicherwcise die Annahme verweigert hatte, war anscheinend eine gewisse Frist verstrichen, ms zu der das Geld eingeliesert merben mußte, und so hieß es denn diesmal au> der retournierten Sendung: „Wegen zu später Einiendung Annahme verweigert." Die betroffene Firma hat daraiu eine Beichwcrde an die Eisenbahnverwaltung gerichtet. Die iyirma schildert darin, wie die erste Sendung vom Bahn- hossvorstand in Rietschen nicht angenommen wurde, weil das Bestellgeld nicht bezahlt war und schreibt: „Wir bemerken hierzu, daß mir natürlich icbcr Zeit in der Lage gewesen wären, den ge> ringfugigen Betrag von 5 Psg. nachzubezahlen, falls derselbe von uns erfordert worden iväre. Uebrigens haben wir für Fracht- stundung iLichermt fanlcrL gt Es hätte bas Bestellgeld uns aus dm nächste D-onatsrechnung gesetzt werben können." Nach l.'uc£ 'l'''1 hpr 1 '"en -inn ■ ■ n,Weigerung, bic wegen hl; folgte — als ^rachtregulierungstag wirb
Dei occ ^st^nvayn ber 10. jebeö Pconats angenommen —, schließt
bic Firma ihre Beschwerde mit folgenden Ausführungen.- „Gegen dieses eigentümliche Verhalten des Bahnhossvorstanbes, bas völlig ungercchtsertigt ist und in keinem Falle den Interessen des gewerbetreibenden Publikums entspricht, müssen wir hiermit Beschwerde einlegen unb bitten, ben Bahnvorstanb entsprechenb zu rektifizieren." Inzwischen ist nun die Sendung zum drucken Male abgesandt worben, unb zwar direkt an bic Estenbahnhauptkaste Halle, bie ohne weiteres bas Gelb annahm.
handel und Verkehr Volkswirtschaft.
— Ein scharfer Protest gegen bie Preispolitik bes Kob lensyn bikats. In dem eben erschienenen 'Geschasis- bericht ber Hasper Eisen- unb Stahlwerke wirb nun auch Protest gegen bie Preispolitik bes Synbikats erhoben. 2,tc Verwaltung sührt in ihrem Bericht eiwa folgenbes aus: Im Gegensatz zu ber intensiven Verschlechterung ber Marktlage hat bas Zlohlen- synbikat an seinen Preisen festgehalteu, ja es hat sie sogar für gewisse Sorten ab April 1908 noch erhöht. Wir beziehen unseren ganzen Bebarf an Kohlen unb Koks vom Shndilat unb haben wieberholt Veranlassung genoimnen, biefent bie ungünstige ~age zu scksilbern, in der sich gcrabc seine Abnehmer besinben, aber ohne daß es une gelungen wäre, das Syndikat ^u veranlassen, diesen Verhältnissen Rechnung zu tragen. , Dieses' Verhalten ist um so meyr zu bedauern, als das Rheinisck>-wcltfälischc Kohlen- shndilat für die Lieferung von Kohlen unb Koks eine Monopolstellung einnimmt. Es liegt hier bic Ausnutzung einer Machtstellung vor, welche die Eisenindustrie auf die Tauer nicht ertragen tonn. Das Verhalten des Syndikats schafft einen Zwiespalt zwischen der Kohleninduftric unb ben auf den Kauf von Kohlen angewiesenen Eisenwerken, ber in letzter Linie auch für bas Kohlen- synbikat schädliche Wirkungen falben wird.
— Rhebcrciwescn. Die Pariser Schiffahrtskonfercnz, die zur Aufgabe hatte, eine endgültige Preis- unb Fahrtregelung zwischen ben italienischen unb ben übrigen am Mittelrneervcrkchr interessierten Gesellsckxisien zu regeln, hat ihre Ausgabe vorerst nicht zu lösen vermocht, bai bie Hamburg-Amerifaliiiic einen höheren Vcriehrsanteil forbertc, als bic übrigen Linien ihr zugestehelr zu können glaubten. Einstweilen ist mit ben Italienern ein vorläufiges Arrangement getroffen toorben, das bis 1. Dezember gültig ist. — Zur Gesamtlage ber Schifsahrt wirb von best- unterrichterer Seite mitgeteilt, baß ein Anziehen des Verkehrs nach Newyork neuciLings unverkennbar sei. Durchschnittlich befördern bie Hamburg-Amerikä-Linie-Tanipfer gegenwärtig 600 Zwischendecks st'agiere.
Märkte.
tb. Gießen, 28. Okt. Ter gestrige Rindvichmarkt hatte einen Auftrieb von etwa 1000 Stück Großvieh, 100 Stück Jungvieh unb 200 Kälbern. Ter Hanbel in Milchivare war sehr langsam, cs fehlte an Käufer, so daß das Angebot über den Bedarf sich erstreckte, wodurch bie Preife für geringe Ware erheblich, für mittlere unb gute Kühe um ein Geringes gebrückt wurden. Auch der kleine Posten Jimgvich koimle nur bei weichenden Preisen an ben Monn gebracht werben. Einige wenige Paare Gangochsen, die am Atorkt waren, gingen zu leiblichen Preisen nach dem Westerwalb ab. Junge fette Rinder waren gesucht und der Vorrat ivar zu den seitherigen Preisen untergebracht, dagegen ivurdcn fette Kühe, die in schöner Ware vorhanden waren, sehr schwer unb zu schlechten Preisen verfaiift. 9(nf dem Kälbermarkt gab es für bie Verkäufer wieder einen sehr fetten Tag. Tic Einkäufer für Frankfurt, Wiesbaden und Mainz suchten alle guten uni brauchbaren Tiere an sich zu bringen und so stiegen die Preise für die geringeren Kälber von selbst. Tic Kälberprcisc erreichten in der Afittc des Aiarkies eine Höhe, wie luir sie am Gießener Markt nur sehr selten haben. Die Nachfrage nach schwerer Ware war so groß, daß ber hoppelte Vorrat bequem abznsetzen gewesen wäre. (Äehanbclt lourbcn Kühe frischmclkcnb und tragend das Stück 1. Qual. 450 bis 500 9)1 L, 2. Qnal. 350-400 Mk., 3. Qual. 270 bis 325 Mk. Jungvieh für Zuchtzwecke wurde das Stück gute schwere Stücke zu 175—210 Mk., jüngere Tiere zu 130-160 Alk. verkauft Fettviel) iviirbe der Zentner Schlachtgewicht bezahlt: jette Rinder 1. Quak. 73-75 Mk., 2. Qual. 70-72 9)1f., fette St übe 1. Qual. 68—70 Mk., 2. Qual. 66—67 Mk., Kälber 1. Qual. 75 bis 79 Mk. (ganz schivere Ware einzelne Stücke) 82 Mk., 2. Qnal. 69 — 73 Mk., 3. Qual. 60-64 Mk. Fette Ochsen kosten in der Gegend ber Zentner Schlachtgewicht 78—79 Mk. unb finb bequem zu Haben. Tas Paar Gangochsen gingen am 9)larkt fort 31t 750 bis 800 Mk. Der Auftrieb ui Milchkühen bsieb überständig.
8,5 6 C.
Oktober —
= + 1,9 0 C.
Handel
X7«
Portugiesen
111
99.80
139.60
22100
111.50
49, J ’<
’o Oesterr. Silberrente Ungar Goldrente . . Italien. Beute . . . Portugiesen Serio I
. 166.00 . 125.90 . 237.70 . 137 OO . 177.60 . 145.00 . si-8.60
Eisenlahn
Gotthard bahn Loinuard. Eisenbahn . . Uestcrr. Staatsoahu . . . I'nnce-Henn-Eiseubabü
Berliner dandelsges. Darmstadter Bank . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat Bank Diskouto-Kommaudit. Dresuner Bank . . Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio-
Elektriz. Schlickert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. PaketL Harpcner Bergwerk. . . Laurahüttc -Xurdd. Lloyd . . . .
0 bei sch les. Eisen-Indnstrie
197.50
200.70
22.50
23.40
14.20
122.00
Oktober. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. .
Lauranütte ....
-ombarden E. B. . . Nordd. Lloyd .... fürkenlose
Ha“/0 russ.Staatsanl. 190a 4% l’/0 Japan. Staatsanleihe 1 a Couv. Türken von lyu3 liirkeulose i z» Griech. Ilonopol-Aul. . 4% äussere Argentinier . a°/0 Mexikaner . . . «>5 *70 Chinesen . . . .
3% wu
Aktien:
Bochum Guss . . . Buderus E. W. . .
Tendenz: fester.
berliner
Cauada E. B. .
Darmstädter Bank . Deutsche Bank . .
Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .
Tendenz ■ fest.
119.20
119.20
191.90
186 00
105.90
198.00
200.00
84 00
97.ÖÜ
84.55 93.50
84.45
91.60
90.10 98.05 99 40
92.45
Teiefooaische l&uirs&erscate des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie. Giessen.
3>$o/0 Oberhessen . . .
1 u Oesterr Goldrente.
V^eteorowgische Veovitchrnngen der Statio» Gieffe».
58 60 60.40
97 15 91.00 90.80
140 00 49 50
87.00 63.80
96.90
Frankfurter Mörse, 28. Oktober, 1.15 Uhr.
Beichsanleihe . . 93.501 Elektriz. Lahmeyer . . do.
Konsols do.
Hessen .
Börse, 28
. . 175 00
. . 126 60
. . 237.90
. . 57.10
. 145.20
Höchste Temperatur am 26.-27, Niebrigstc „ , 26.-27.
Oktober
1908
Barometer au' 0° rebuziert
Temperatur der Lust
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
27.
Q16
752,9
8,5
6.7
81
8
4
Sonnenschein
27.
925
755,0
2,2
5,1
94
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2
KlarcrHimmel
28.
rjü
758,5
1,7
5,1
98
NNE
2
Nebel
i'indcrmehl
•Krankenkost
Tausendfach bewährte
Mahnung bei:
Brechdurchfall,
Diarrhöa,
Darmkatarrh, etc.


