Ausgabe 
28.10.1908 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umsaht 10 Seiten.

Ausland.

Mitteilen, er werde der weiteren Beratung des Beamtenbesoldungs-

eignet. Ist doch eine betg. Riesenhäsin im Stande jährlich 100150 Pfund Fleisch zu produzieren. Es ist statistisch

nachgewiesen, daß Kaninchenfleisch dem Hühnerfleisch an Nähr­wert gleichkommt und Schweinefleisch bei weitem übertrifft, trotzdem begegnet man immer noch Vorurteilen beim großen Publikum. Sie zu bekämpfen ist ebenfalls Aufgabe des Klubs. Es sollen deshalb regelmäßige öffentliche Kaninchen­essen veranstaltet werden, bei denen sich jedermann von der Güte und Schmackhaftigkeit des Kaninchenfleisches überzeugen kann. Die Felle sinden, zu Pelzsachen verarbeitet, im Haushalte mannigfache Verwendung. Alle belg. Riesen­züchter, welche an der Verbreitung dieser nützlichen Zucht mitarbeiten wollen, werden höfl. emgeladen, dem Klub bei­zutreten. Zur näheren Auskunft ist der Geschäftsführer des Klubs, L. Weinandt, Klein-Linden, Frankfurter Straße 25, gerne bereit.

= Ulfa, 27. £ft. Eine Lokalobst ans st ellung! veranstaltete Sonntag, den 25. d. M. die Ortsgruppe des Oberhessischen Obstbauvercins unter Mitwirkung des Obst», bautechnikers Koch von Aisfeld. Als Ausstellnngslotal hattü

Gewerbes. c

Die Konferenz von Vertretern der BerusS- senschäften, der Landesversicherungsanstallen unb der

Die Kouservativea und die preußische Wahlreform.

gesetzes beiwohnen.

'ISrinj August Wilhelm von Preußen und Gemaylxn sind gestern abend in Venedig eingetroffen und werden einige 'LQ9%u°itusminUter Holle. DasBerl. Tagebl." meldet aus Berlin: Professor Dr. Renvers, der den LLultusminister Dr Holle behandelt, teilte auf eine Anfrage mit, der Minister leide an chronischen Bronchialkatarrh und sei außerdem sehr über­arbeitet. Er werde jedenfalls noch einige Wochen in Meran bleiben. Die Gerüchte von einem Rücktritt halt Professor Renvers für absolut unbegründet.

Im Kultusministerium ist gestern unter dem Vor­sitze des Ministerialdirektors Dr. Förster der Apothekerrat zur Beratung über verschiedene Fragen des Apothekenwesens zusammen-

die Besteuerung von Gas. Eine in Berlin abgehaltene Versanrmlung der deutschen Gasglühlicht-Jndustriellen bezeichnete die geplante Besteuerung des Gases und insbesondere der Glühkörper als eine schwere Belastung und Schädigung ihres

SarlamenLarryches.

Reichstagskommission für die Gewerbenovelle.

Tie acht Zage, die bb zum Wiederbeginn der Plenarverhand- lungeii des Reichstages für die Kommissionsarbeiten noch zur Verfügung stehen, werden nur von der Kommission für die große Gewerbe Novelle ausgenutzt. Sie nahm heute ihre Beratungen wieder aus. Tie Berat-ung setzt bei dem sehr wichtigen Puntte der Begriffsbestimmung der Fabrik ein. Bekanntlich ist es bis­her nicht gelungen, eine allseitig befriedigende Lösung dieser Frage zu finden, die besonders unter dem Gesickstspunkt der Beitrags­leistung zu den Handwerkskammern von erl-eblicher Bedeutung ist. Bei dieser Gewerbenovelle handelt es sich darum, die rich- ttge Abgrenzung für die Geltung der Arbeiterschutzbestmimungen der Gewerbeordnung zu sinden. Artikel 3 der 9bDelle will durch eine neue Ueoevschrift über den Abschnitt des Titels 7 der Gewerbeordnung eine regelmäßige Besänftigung von min­destens zehn Arbeitern zum Kennzeichen der Fabrik machen. Die Sozialdemokraten verlaiigen eine noch weitere Ausdehnung des Geltungsbereichs der Gewerbeordnung. Sie wollen die Zahl der in der Regel beschäftigten Arbeiter auf fünf herabsetzen und außerdem auch die außerhalb des Betriebes beschäftigten Ar­beiter mitrechnen. Gegen diesen Antrag wendet sich der Ver­treter der Regierung. .

Unter Ablehnung des Antrages der Sozialdemokraten wird die Bestimmung der Vorlage über Ausdehnung der Gewerbeord- niing auf Bettiebe mit in der Regel mindstens 10 Arbeitern unverändert angenommen.

Die KchmiUiision mchnr dann einen Eintrag des Zcrttrums an, daß an Sonnabenden und den Vorabenden der gesetzlichen Feier­tage die Arbeitszeit höchstens neun Stunden betragen dürfe, ferner wurde ein Antrag des Zentrums angenommen, daß Wöch­nerinnen vor und nach der Niederkunft, im ganzen cuht Wochen, nicht beschäftigt werden dürfen; der Wiedereintritt soll Mi den Nachweis geknüpft werden, daß seit der Niederkunft min­destens sechs Wochen verflossen sind. Die Vertreter der Re­gierung behielten sich die Stellungnahme vor, erklärten sich aber nicht gegen eine Abänderung.

bcitex Versicherung wurde gestern in Berlin durch Staatssekretär von Bethmann-Hollweg eröffnet. -------------

Einflusses von Besitz, Bildung und staatlichem Verantwortlichkeils- aeiühl" Des weiteren versichert das konservative Pronunciamento: das preußische Parlament hätte sich seit langer Zeft so völlig auf der Höhe seiner Aufgabe gezeigt, daß Aenderungen m seiner Zu­sammensetzung diesen Erfolg nur gefährden konnten. Und sch '-8- lich sucht es nach bekannten (auf dieser Sette auch sehr beliebten) Plustern die Krone nut den Folgen einer WahlrechtSandernng uus> ~

oraulieb xii machen: .Die Plachtstellung der Krone, die mit den rigkeitcn sind nicht zu erwarten. . t -

Geschicken Preußens unauflöslich verbunden sei, könnte durch eine Eine Heirat im italienisch en Ko n r 9 h a u, e. Wahlrechtsreform eine Schwächung und Trübung erfahren, die Aus bester Quelle wird versiert, datz die Vermahlung de^ nicht zum Heil des Landes dienen würde/ Mit Recht bemerkt bie ®cafen von Turin, Bruders des Herzogs von Aosta, Mit der NattzKoxx^" hierzu: Es ist natürlich nicht anzunehmen, daß derlei Prinzessin Patrizia, .^nerTocAerbes ^rzogsvonConnatwhk billige Mätzchen auf die Krone irgend welchen Eindruck machen und dichte des Königs Eduard, beschlossene Tatsache sei. Tie werden Deren Träger hat in der denkbar feierlichsten Form Ihrnf.ftntitnrfwm Glauben ablegen unb als (einen Willen bezeichnet, daß die Vorschriften über das Wahl­recht eine organische Fortentwicklung erfahren: daran werden wir mis zu halten haben; damit werden wohl oder übel auch die Kon­servativen sich abfinden müssen.

Die Antwort Deutschlands auf die letzte sianzösisch- spanische Note über die Anerkennung Mulel) 5)a,lds wird, wre dasB T." hört, in den nächsten Tagen abgehen. Neue ^chwie-

Die Ankündigung der Thronrede, das preußische Wahlrecht einer IHeioxm zu unterziehen, hat derKonservativen Corresponbenz" eine durch Spevxörnd ausgezeichnete parteioifiziöse Erklärung ent­lockt. Die »st unter keinen glücklichen Sternen gevoren worden. Ihr Stil ist ungefüge, die Logik teineswegs zwingend lind der 'Jluibau bedauerliche Klischearbeit. Tie Erklärung derKonserv. l^orresp." bezeichnet zunächst in einer Trope, die näher zu erläutern und zu beweiseu ihr schwer faUen dürfte, das preußische Wahlrecht als eineuHort der besitzenden Arbeit" uni) meint: es sei nicht

M8 K | senojfe Ni» - f --der £

leiligien Faktoren Aenderungen betrieben .zur Verstärkung des I Arbeitnehmer zur Beratung über eine Resorm der gesamten Ar

Bei der L a n d t a g s >v a h 1 im Wahlkreise Breslau 6 ivurde Generalleutnant z. D. Frhr. v. Reitzenstein zu Nieder- Weistritz (tons.) mit sämtlichen 102 abgegebenen Stimmen gewählt.

In,seiner gestrigen Plciiarsitzung hat der Bun des rat den Ausschußanttägcn zu ben F-iuanzresormgei'etzen zugcsttimnt. Der Enttours des Elclirizitätssteucrgesetzes soll nun cndgülttg fertig- gestellt tvorden sein.

Prinzessin soll vorerst den protestantischen Glauben ablegen mid zum Katholizismus übertreten. Die Verlobung soll bereits in, nächster Zeit össcntlich bekannt gegeben werden.

Persien.Daily News" verösfcntliäst einen geharnischten Leitartikel gegen einen russischen Einmarsch in Persien zur Unter­drückung der Nationalisten in Täbris, wozu das übel angebrachte

^ie Bundesstaate« und die Gewerbesorderuug. ! russisch-englische Abkommen einen Vorwand abgebe. .

In einer Denkschrift der rheinisch-westfälischen Handelskammern ^tsc^n?dVr"englischcn^und "der sranzbsiscl>cli Botschaft

über die Beitragspflicht der Industrie zu den ^anslaftungen be» friedliche Demonstration, indem sic gegen die b»

»orW Okkupation persischer Gebietsteile durch Rußland pro-

rcreit stellen. Jin ganzen sind das 19U7 folgende Summen (Mill. teitierren.

Mk > - 'Preußen 7,5 (Ausgaben ohne Abrechnung der Einnahmen;

^le Libyen Bundesstaaten reine Zuschüsse) Anhalt 0,09, Baden AttS StaSt ttttv

15, Bayern 1,3, Braimschwrig 0,04, Bremen 0,37, ^staß-Lothruigen Glegen, 28. ^ftober 1908.

0,42, Hamburg 0,86, Hessen 0,3 7, Lippe 0,007 0,l4 - LandtaaSwahl. Alle Wähler der Stadt Gießen

^SachsenOf'gZOLachicn^! seien batan erinnert, daß bie SBaWjeü --st nm 7 Uhr be.

Altenburg 0 02, Sachsen-Koburg 0.04, Sachseu-Meiumgeu 0,03, enfcigt ist. Es kann daher jeder, der seine Bürgerpflicht noch Sachseu - Weimar 0,08, Schaumburg - Lippe 0,02, Schwarzburg- n^tfüllt hat, dies noch tun, und damit dazu beitragen, daß Riidolstadt0,005, Schwarzburg'SouderShauwn 0,007, I l^n^ecem bewährten seitherigen Abgeordneten Dr. Gutfleisch

,iJ glänjenbeS SBetttauenSoohtm gegeben wirb.

der Denkschrift verteilt diele Zuschüsse auch nach der Verwendung! * Qrb c n sa n ge leg e nh e t t. Se. Komgl. Hoh. der an Handwerkskammern, Innungen, Fachschulen, 9ortbilbung5= |@COttherAog haben dem Generaldirektor unb Konsiil a. D. schulen, Pleister-, (ifejeUeii- 2c. Ruxie, ®enof,entöQ^ Golbbeck zu Frankfurt a. M. die Erlaubnis zur

und -UN. T-Ng-N be, ihm °°n Sr Majestät dem handeln. Jedenfalls ist mit diesem eilten Versnche der Handels, ^^ig von Preußen verliehenen Roten Abler-Orbenr, 4. Klaps lammern auf diesem Gebiete eine wesentliche Bereicherung un.erer I

Kennüils ber beutschen Gewerbesörberung gejchaßeii. I Konzert-Verein, lieber ben Lautensanger Robert

* IKothe berichtet derBerliner Lokalanzeiger" : Robert Kothe hat

Eine neue Partei. im Klindworth-Scharwenkasaal bie große Zahl seiner freunde und

Diedemokratische Veremigung", d. h. die Gesellschast gründ-1 Verehrer mit dem Vortrag deutscher und niederandischer Volki-- satzlicher Einspänner, die sich um Hex-rn Dr. Theodor Barth lchart, ücbev wieder zu stürmischer Begeisterungj hlngerlßen. Selten sind Hal sick wie wir bereits kurz berichtet haben, am Sonntag i«er- wohl eniem Künstler diese ipezisischen Mittel gegeben, uns den licki in Berlin als Partei kensti^iier'. Das an Parteien ja noch naiv-liebenSwürdigen Gehalt solcher Lieder nahezubrnigrn. Mil immer iiickt aenita aesennete deutsche Volk hat nun eiue ueue Partei,! einem ganz neuen Programm wurden wir diesmal uberraichü ZiZ» man vernehmen, daß sie schon über Tie niederländischen Lieder,Wer geht mit auf die See?" nut ZOOOMttgliedcr zahlt und mit Einschluß von Prenzlaxiund Sonder- seinem marschmaßigen 9iythmus der an die ?"^Landsknech^- bnrn inSaeiamt 11 Ortsgruppen. Aber wus sind 3UOO 'Mann, die l neder erinnert und wunderbar echtes Pathos oc.gt, unö das schalt sich über weite Streckeii verstreuen ? Welches Gewicht vermögen hasteHab' meinen Wagen oollgeladen" mit dem pchrmannmaßigen sie in die Wagschale zu wersen, wo einen politischen Willen zu Resrain, Schimmel, hu wurden mit ber wohlbekannten (neunen Auch bie neuen Ortsgruppen, bie uns verhettzen werdeii, Meisterschaft in ber bramatych blskrcten Belebung unb ber Schmicg- rverben darin feinen Wandel schaffen. Kann sein, daß sich noch 'n samkelt eines weichen Organs wiedergegeben,^er Totentanz des Ternoliu Wusteaiersdors unb Husum brei Herren v. Gerlach ober 17. Jahrhunderts" unb baS choralmatzige Meiftersingerlied .Ehilstus Herrn Barth ober Herrn Dr. Breitjcheib vefreirnbete Aiänner fmben, ftiüt ben Sturm' zeigten abermals, bap ber Künstler auch btese Siebte Vorstanbsämler unter sich austeilen unb sich eine Orts- feierlich ernste Stimmung oollenbet zum Axisdruck zu dringen gruppe heißen. Deshalb wirb bieje demokrailsche Vereinigung noch weiß. Ein Beifall, ber nicht enben wollte, nötigte ben eanger zu. immer nicht bie Herzen der Massen erobern. Schade um Dr. einigen reizenden Zugaben. .

Va^th - schade um'diesen begabten und liebenswürdigen Menschen. ** Abhaltung. Im Interests einer vernünftigen Ge- Seine 'Zeil geht au ihm vorüber, und er versteht sie nicht. So ro&tnung ber menschlichen Haut an Temperatitrschwankungen

waudert er von Enttäuschung zu Enttäuschung. um Erkältungen zu verhüten, ist es freudig zu begrüßen,

k daß der hiesige Verein für Luft- unb Lichtbäder auf

Einwirkung der KuneZentum. ^icht I ferner letzten Hauptversammlung beschlossen hat, fernen Wit­ter ^^ug5U)uäaU 'Äfocirang" hat ber Zsntrumsabgevrbnü.e gliebern und Abonnenten den Besuch des Bades auch in

Schädler in einer Rede misgeführt:Ich erinnere daran, bafeKen Win te r m 0 n a te n zu ermöglichen. Herren und man versuclft, die höchste Auwrität der Kirche gegen uns au^u-- Damen, die das Bad benutzen wollen, können im Geschäfte

H--rn Aug K-öll emen -u-

bl Balcr gewisse Hoffnungen geknüpft wurden in ber Richtung EmgangStur leihweise erhalten.

einer Einwirkung auf das Zentrum, so glaube ich nicht, daß! )( Klein-Linden, 26. Oft Gestern wurde hier em F-rhr. v. Sclwrlemer so taktlos ist Wit seiner Misfwn emen \^[ub belg. Riesenzüchter für Hessen in« Leben ge» « jLL^-!°lk Ant^-L stui-n. E- l-ezw-ckt bie Zucht des belg Ri-j-nkanmch-ns ... halten die ein aiwerer erhalten hat, der vor nickst langer Zett Oberhepen zu fördern und zu verbreiten durch Errlchtungi ebenfalls in Rom gewesen ist. Näheres ist authentisch zu ,ev-1 üOn Deckstationen, in welchen erstklassige Deckrammler den fahren beim Fürsten Reichskanzler." Wenn damit gemeint lern I g^itnUebem kostenlos zur Verfügung stehen, Vermittlung der

Ä sentom »a> StmWft. °°nJung. unb Zucht,i--.n durch ständig«

anlasseu wollen fo wäre in jeder Form das Gegenteil die Wahr- Inserieren in der Allgem. Kaninchenzeitung und dem Gießener

heil. Tie Mission d-es Overprasidenten v. Schorlemer mit Polo- Anzeiger. Fellverwertung: Errichtung einer Sammelstelle von

rischen Nebenzwecken in Verbindung zu, bringeii, wu: in Hen?n geschlachteter Kaninchen, welche zu Pelzsachen oder

S#®Sl«6Äie ---°rd-ü-t werben sollen durch Abhaltung von be.

Regierung und Zentrumspartei, der sich lediglich auf nichtkirchliche lehrenden Vortragen m der Provinz sowie regelmäßiger Angelegenheiten bezieht, Neutralität bewahre. Berichterstattung. Von allen Kaninchenrassen, die z. Zt. ge-

~ J1 vj. ' ~~~ züchtet werden, hat das belg. Riefenkaninchen die größte Ver.

Veuttzcyes LiesLY. breitung erlangt. Dazu Hai wohl hauptsächlich dec Umstand

Der Kaiser ist gestern aücnd in Wernigerode zwm Besuche beigetragen, daß sich das belg. Riesenkaninchen infolge seiner des Fürsten eingetrojfem . f . kolossalen Größe und Schwere als ausgezeichnetes Nutztier

Dor ttrouprinz riest bem Bureau de^ ÄbgaorbnetenhausesI. > ®iefmMrin »i« staube iäd-lick

San Llebtnecht und Bejolöiingsorönung.

Sitzung des preuß. Abgeordnetenlxruses vom 27. Okwber. 1 Die Eidesleistung eines halben Hunderts neuer Abgeordneter und die Frage der Entlassung des Abg. Liebknecht aus der Hast erfüllte den ersten Teil der Dienstagssitzung des Abgeorb- netenhauseS. Ohne Zwischenfall und Vorbehalt schworen auch bxc anwesenden sozialdemokratischen Abgeordneten dem König Treue unb Gehorsam. Es ist dafür gesorgt, daß den Sechsen von ihren radikalen Parteifreunden der TreuefckMur nicht ,0 verdacht werden wird, wie den süddeusschen Abgeordneten die Budgetbe- willigung. Man nimmt in svzialdemokcattsck>en Kreisen den Eid als eine Formsache, die ihre Abgeordneten nicht auf sich nehmen würden, wenn es nicht nötig1 wäre, die aber, weil sie gewipermatzen erzwungen wird, nach keiner Richtung Konsequenzen nach lid) xiiclje. So ist die hemfckrende Auffassung und vielleicht kommt man angesichts dieser Tatsache, die nicht geeignet ist, die Heilig­keit deö Eides zu erhöhen, in den Regierungskreisen zukünftig einmal dahin, auf den befohlenen Verpslichttmgseid ebenu zu verzichten, wie auf die Beamtenkautionen. Einsttveuexx x|t aber hierzu noch keine Neigung bemerkbar.

Dem Abg. Liebknecht wollte ein Antrag Borgmann und Genossen die nickst alleGenossen" im Parteisinnc waren die Tore der Festung, die ihii nun ein Jahr birgt, öffnen. Die Begründung deS Abg. Hirsch (So$.) bewegte sich un Ver­schwommenen. Unerbttttich legten die Abgg. Ro eve n (Zeittr.) unb Dr. Friedberg (natlib.) den rertstlichen und tasiächlichen Zustand offen. 9tbg. Friedberg zerstörte die Illusion, als ob ein Einschreiten des Parlaments zugunsten des Aog. Lieblstecyl eine befynbcrd machtvolle ManifeMivn ber Bvlksrechte iuare. Uuigekeyrt: gerade in einer Frage, die die Privilegien des Land­tages so stark berühre, sei es nickst richtig, als Bittsteller vor bie Regierung zu treten. Etwas anderes als eine Bitte könne aber nickst ausgedrückt werden, da ein Rechtsanspruch auf Haftentlassung einem Abgeordneten, der im Augenblick der Wahl bereits rechts­kräftig verurteilt war, nicht zustehe. Jimnerhin erschien, um die Frage einmal von allen Setten zu behandeln und für die Zw­ingst eine stetige Praxis anzubahnen, Kvnimlssionsberattlng wün- fckxenswert. Das Haus schloß sich einmütig diesem Vorschläge an, nachdeni die Aibgg. Kreth namens der Konservativen, Viereck namens der J-reikonservativen und Träger namens der Freisinnigen gesprock-en hatten. .

Die Fortsetzung der Beratung der Besoldung so Hutung litt unter der Schwüle des Saales und den kaum vermeidlichen Wiederholungen. Die Rednerliste ging mit Dr. Rewo ldt sftei- kons.) weiter, es folgten Gyßling (srs. Bp.), v. Jazdzewski (Pole), Peltafohn (steif. Bgg.) wid Ströbel (Soz.), der fo ziemlich die letzte Stiinde für sich in Anspruch nahm. Vom RegierungstisckM sprachen Frhr. v. R h e i n b a 6 c n, der die Klinge mit Hevvn v. Jagdzewski kreuzte, Geheimrat Nolle, der die Meiming von ber Zurückfetziing der Gerichtsasiesioren hinter die Regierungsassessoren bekämpfte, und Minister Br ei­len back), der fick) in gleicher Frische wie Frhr. v. Rhexnbaben bem Hause präsentierte. DurchSchluß der Debatte" wurde erreicht, daß für Mittwoch, bie Lehrer- unb Lehrerinnenbesoldung als erster Punkt auf die Tagesordnung kommt.

Nr. 254 Erstes Blatt 158. Jahrgang Mittwoch 28. Oktober 1908

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den politischen Teil.

x» General-Anzeiger für Gberheffen MM ^"^^"esnumrnec 8otatlonrdNlS unb Verlag der Vköhsschen Unw.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion. Erpedition und vruckerel: zchulstratze 7. Anzeigenteck?'H. Beck. biS vormtttagS 10 Uhr. 3 ______ hl i m ..........' rTTTZT"