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28.1.1908 Erstes Blatt
 
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Erstes Matt

Dienstag 28. Januar 1908

158. Jahrgang

Bezugspreis: monatlich 76 Pf., viertel- a jährlich Alk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen v monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2. viertel- jahrl. ausschl. Bestellg. w- Zeilenpreis: lokal 15Ps^ auswärts 20 Pfennig.

Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; s. Feuille­ton undVermischtes" P. Wiltko; fürStadt u. Land" undGenchts- 7 saal": E. Heß; für den * Anzeigenteil: H. Beck.

letzener Anzei

General-Anzeiger für Oberhefft

Nr. 2:K

Der Stetzener Anzeiger erlchelnk täglich, außer SoimtagS. - Beilagen: viermal wöchentlich vleßenerZamllienblätter; eveunal wöchentl.Ureis- lan für den llreis Sietzen (Dienstag und Freitag); groeunul rnonat! kand- Mlrrichaftliche Settfragen Rwilprecb Anschlüsse: toi in« Redaktion 112, erlog u. Expedition 51 MSreif« tüt Depeschen:

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vie pollitt zrankreichr.

In der französischen Kammer wurde gestern die am Freitag abgebrochene Marokko-Debatte fortgesetzt. Schon eilte Stunde vor Beginn der Sitzung waren Kammer und Tribüne überfüllt. Dubief führte aus, er wolle nicht Herrn Delcasss folgen, umsoweniger, als die Politik sich feit dem Rücktritt Delcassos im Hellen Tageslichte abge­spielt habe, so daß niemand getäuscht werden konnte. Wenn Delcasse sein eigenes Lob gesungen habe, so sei das Sache des Geschmacks. Wir wollen der Regierung keine Schwierig- Leiteu bereiten, in das marokkanische Abenteuer folgen wir ihr nicht. Der Minister des Aeußern, Pichön, be­tonte, die russische Allianz sei das gemeinsame Werk vieler Minister. Auch die Entente mit England und die Annäherung an Italien ist mehr durch die Umstände als durch die Gewalt eines Einzelnen gefördert worden. ,S>eit 15 Monaten sind wir mit Spanten eng befreundet, ebenso mit Japan und Siam. Diese Politik hat gute Erfolge gehabt, weil sie niemanden iso­lieren wolle. Frieden wollen wir und dem Weltfrieden nützen, das ist alles. Als man zur Algeeiras-Kvnserenz ging, hatten lvir den einmütigen Beijall der Kammer. Ist nach der Konferenz Frankreich schwächer geworden? Stein, nein. Was tvir wollen, braucht das Licht nicht zu scheuen. Wir übernehmen die Berantivorrung unserer Hand­lungen vor der Kummer und vor dem Laude. (Lebhafter Beisall.) Heute wird die Debatte fortgesetzt.

Deutjctzes NeicH.

Berlin, 27. Jan. Der Besuch der deutschen Geistlichen in London wird am 29. Mai statlfinden.

Braunschweig, 27. Jan. Der Kaiser hat dem braunschweigischen Husaren reg im ent Nr. 17 die blau-gelbe Lanzenflagge verliehen.

Att-LanH.

Petersburg, 27. Jan. Die Zarin wird sich in allernächster Zeit zu mehrmonatigem Aufenthalt nach der Krim begeben, da die Aerzte einen Klimawechsel für dringend nötig halten. Die Ernährung der Zarin ist sehr erschwert durch eine Verstimmung der Magennerven, die unausgesetzt Uebelkeit und Erbrechen hervorruft.

Das Mnisterium für Verkehrswege brachte, in der RcichSduma eine Gesetzesvorlage ein betr. den Bau eines zweiten Gleises für die sibirische Bahn. Nach der Vorlage soll der.Bau in zwei Abschnitten erfolgen. Die Fertigstellung des ersten Abschnittes ist für 1911 in Aussicht genommen. Die Gesamtkosten sind mit 157 320 000 Rubel veranschlagt.

ZmMziehLKg der hessischen Wahlrechts Vorlage?

DieFranks. Ztg." meldet aus Darmstadt, 27. Jan.: ,/Die kritische Situation, in der sich die hessische Wahl­reform befindet, ist durch die abermalige Hinausschiebung der Beratung in den Ausschüssen, die durch Krankheit eines AuSschußmitgliedes der zweiten Kämmer notwendig wurde, nicht gebesjert worden. Wenn auch bisher noch keine formelle Abstimmung in den Ausschüssen stattge- funden hat, so ist doch sicher, daß die gegen den Wunsch der tompromißsreundlichen Ausschußmitglieder in die Oesfentlichteit gelangten Abänderungsvorschläge d e r e r st e n ft a m nt e r im Ausschuß der zweiten Kammer keine Gegenliebe finden werden. Es scheint, als ob die letzten Vorschläge nur den Zweck verfolgten, die Ver- anttvortung für das Scheitern der Vorlage von der ersten auf die zweite Kämmer abzuwälzen. Die Hoffnung auf eine Verabschiedung des Gesetzes in diesem Landtage ist mehr und mehr geschwunden. Unter diesen Umständen ge­winnt das mit zunehmender Bestimmtheit austretende Ge­rücht, die Regierung wolle ihren Entwurf zur ück- zieheu und auf Grund der gesammelten Erfahrungen dem nächstenLandtage eine neue Vorlage machen, Anspruch auf Glaubwürdigkeit."

Wir geben dieses Gerücht mit dem Bemerken wieder, daß wir diese Art der Erledigung der jetzigen Wahlrechts­vorlage für die beste und zweckmäßigste halten würden. An der gegenwärtigen Vorlage hat niemand rechte Freude gehabt, sie konnte höchstens als Unterlage für Kompromiß­verhandlungen dienen. Daß diese noch auf dem gegen­wärtigen Landtag zu eifern befriedigenden Resultat führen könnten, ist bei dem gegenwärtigen Stand der Angelegen­heit und der Kürze ber'noch zur Verfügung stehenden Zeit nahezu vollständig ausgeschlossen. Die neue Vorlage würde auf die Wünsche der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung, die sich in diesem Falle vollständig mit den Ansichten der zweiten Kämmer decken, gebührend Micksicht nehmen müssen, und es würde sich empfehlen, sie unmittelbar nach Er­öffnung des Landtags eiuzubringen, damit nicht abermals Zeitmangel das Zustandekommen der schon lang gewünsch­ten und jetzt zum drittenmal gewünschten Wahlrechtsreform unmöglich macht.

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Kürz vor Redaktiousschluß wird uns noch drahtlich von einem Berichterstatter aus Darmstadt gemeldet, die Regie­rung beabsichtige nicht, dt^Borlage zurückzuziehen. Da­gegen bestehe angesichts der Aussichtslosigkeit, die Vorlage noch auf die,em Landtag zur Verabschiedung zu bringen, die Absicht bei der Regierung, sich mit den maßgebenden .Partei,.rhrern und Ausickmitmitaliedern ins Einvernehmen

zu setzen, um dann auf Grund der gewonnenen Eindrücke eine Vorlage auszuarbeiten, die Aussicht hat, in beiden Kämmern Annahme zu finden.

Aus S.asr uno tano.

Gießen, 28. Jan. 1908.

Der Fernsprecher in Hessen.

Angesichts der Pläne des Reichspostamts, die Telephon­gebühren umzugestalten, bezw. zu erhöl>en, dürften die nach- irehenden statistischen Mitteilungen, die wir derDarmst. Ztg." entnehmen, erhöhtem Interesse begegnen: An der ständigen Zunahme der Ferujprechanschlüsse im Deutschen Reich ist auch Hessen stark beteiligt: Ende Dezember gab es im Großherzogtum Hessen 13 137 Fernsprech­stellen (einschl. der sogen. Nebenstellen), also auf 92 Ein­wohner eine Stelle. Davon entfallen 9182 oder rund 70 Prozent auf die fünf größten Städte des Landes, und zwar auf Mainz 3282, Darmstadt 2299, Offenbach 1672, Worms 1141 und Gießen 788. Bingen und Bad - Nau­heim haben über 300, Friedberg und Bensheim über 200, Alzey und Kastel über 100, die übrigen Netze unter 100 Sprechstelleu. Die Beteiligung an den letzteren Netzen ist in den einzelnen Orten sehr verschieden. So haben z. B. Alsfeld 92, Lauterbach nur 58, Groß-Gerau 82, Rüsselsheim 40, Eberstadt bei Darmstadt 69, das benach­barte industrielle Pfungstadt nur 45 Sprechstelleu. Von kleineren Orten mit starker Beteiligung sind hecvorzuheben Goddelau mit 35 und Stockheim nebst Ortenberg mit 32 Sprechstellen. Demgegenüber bleiben größere Orte mit höherer Bedeutung weit zurück; so fällt beispielsweise auf, daß das werttätige Städtchen Schlitz mit ruird 2600 Einwohnern nur vier Hauptstellen und damit kein eigentliches Fernsprechnetz, sondern nur eine sogen. Um­schaltestelle besitzt. Im abgelaufenen Jahre sind von den 13137 Fernsprechstellen des Großherzogtums rund 19 Millionen Gespräche geführt worden, und zwar innerhalb der Ortsnetze I6V2, nach außerhalb 2i/2 Millionen; hiernach entfallen auf jede Sprechstelle rund 1250 Orts- und 190 Ferngespräche.

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** In Audienz empfangen wurde am Samstag von S. K. H. dem Groß Herzog u. a. Beigeordneter Justizrat'W in d e ck e r von Friedberg.

** 21 u§ dem Militär-Wochenblatt. Beförder­ungen am 27. Januar. Dingel de in, Gen.-Major und Inspekteur der 4. Jng.-Jnsp., zum Gen.-Lt. befördert. 0. Francois, Oberst, beauftragt mit der Führung der 49. Jnf.-Brig. (1. Großh. Hess.) unter Ernennung zum Kom- mandeur dieser Brigade zum Generalmajor befördert. Kirch, Hauptm. im Generalslabe der Großh. Hess. (25.) Dio., als Komp.-Chef in das 3. Lolhr. Jnf.-Regt. Nr. 135, von Henning aus Schönh0ff, Hauptm. im Großen Generalstabe, in den Generalslab der Großh. Hess. (25.) Tw. versetzt. Die Hauptleute und Komp.-Chefs: Krause rm Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Rr. 116, dieser unter Versetzung zum 2. Oberrhein. Jnfant.-Regt. Nr. 99, Cotta im Jnf.-Regt. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nc. 118, Windccker im Jnf.-Rgt. v. Goebcn (2. Rhein.) Nr. 28, zu überzähl. Majoren befördert. Die Oberleutnants im Jnfant.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116: Seebold, dieser unter Versetzung in das Colberger Gren.- Regiment Graf Gneisenau (2. Pomm.) Nr. 9, und Volley zu überzähl. Hauptleuten befördert. Lt. Wolf im Jnf.- Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 zum Ober- leutnant befördert. Lt, Lindemann in deins. Regiment, zum 1. Lothr. Feld-Art.-Rgl. Nr. 33 auf ein Jahr zur Dienstleistung kommandiert. Dem Rittmeister Rit 1 er und Edler 0. Loeßl, Eskadr.-Chef im Leib-Drag.-Negt. (2. Großh. Hess.) Nr. 24, der Charakter als Major verliehen. Lt. v. Geldern im Leib-Drag.-Negt. (2.Großh.Hess.)Nr.24 zum Oberlt. befördert. Heinrichshofert, Fähnr. imJnf.- Leib-Rgt. Großherzogin (3. Gr. Hess.) Nr. 117, z. Lt. befördert. Im Beurlaubtenstande. Befördert: zu Stabsärzten: der Oberarzt der Res. Dr. Thomas (Mainz), dec Oberarzt der Landw. 1. Aufgebots Dr. Weyprecht (Worms), der Oberarzt dec Landw. 2. Aufgebots Dr. Sell (II Darm­stadt); zum Oberarzt: der Assist.-2lrzt der Res. Dr. Busch (II Darmstadt).

** (Sine neue Gemeindeapotheke in Hessen. Hessen hat bekanntlich vor einigen Jahren den Modus eingesührt, die Konzession für neu zu errichtende Apo­theken in erster Linie den betr. Gemeinden zu erteilen. Soviel uns bekannt ist, wurde bis jetzt in rund einem Dutzend Fällen nach dieser Weise verfahren, so daß etwa 10 Prozent der hessischen Apotheken. Gemeindeapotheken sind. Neuerdings erhielt die Gemeinde Kostheim bei Mainz die Konzession zur Errichtung einer Apotheke und auch die in Aussicht genommene 4. Apotheke in Worms wird wohl eine Gemeindeapotheke werden.

** Wegen der Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche in der Schweiz haben die bayerische, die mürltembergische, die badische Negierung und der Statthalter von Elsaß-Lothringen die Ein- und Durchfuhr von Rindvieh und Ziegen aus der Schweiz bis auf iveitcree verboten.

** Die vom Ev a n g. Ar b e i t e r v e r e in veranstalteten u n e n t g e l t l i ch e n U n t e r r i ch t s ku r s e in der Traber- schen Buchführung sind nahezu beendigt. Zum Ab­

schluß sinoet am Frertag, Fedr., ein Vortrag über Wechsel statt, zu dem außer den Teilnehmern der Buchsührungs- kurse auch sonstige 311 terefjeilten Zutritt haben.

** Auf den Subskriptions-Maskenball, der morgen in sämtlichen für diesen Zweck besonders geschmückten Räumen des Kolosseums stattsindct, sei nochmals hmgewiesen.

ck> Großen-Linden, 27. Jan. Unsere Kirche wird gegenwärtig im ursprünglichen Basilikastil renoviert. Die Kirche bietet bei ihrem Alter manches Rätselhafte und zwar besonders an dem in den Kreisen der Altertums­und Kunstkenner berühmten Portal. Bezüglich dieses Haupl- portals hat man dieser Tage eine wichtigeEntdeckung gemacht. Man hat bei der Legung der Zentralheizung gefunden, daß das Tor in alterZeitetwa40Zen- timeter tiefer, bezw. höher war. Bei einer früheren Renovierung, vielleicht auch bei einem Umbau, hat man, anstatt das ganze Tor zu heben, eine neue Schwelle etwa 40 Zentimeter höher gelegt und danach den Boden der Kirche gehoben. Dadurch erschien bisher das Tor im Verhältnis zu seiner Breite und Bogenspannung zu niedrig. Jetzt hat man nun die richtigen, sehr gefälligen Verhälttchse des Portals feststellen können. Die alte Schwellenhöhe entspricht anscheinend dem Fußboden der ehemaligen Wenzeslauskapelle, bereit Grund­mauern man voriges Jahr bloßlegte. Eine Statue des heiligen Wenzeslaus, die der hiesigen Kirche entstammt, befindet sich im Museum zu Gießen. Durch die neue Ent­deckung findet die Annahme immer mehr Wahrscheinlichkeit, daß das romanische Tor überhaupt nicht zu der Kirche gehört. Es erscheint, daß das Portal älter ist als dis Kirche und vorher als Portal zur Wenzeslaus­kapelle diente. Bei dem späteren Neubau ist das Portal anscheinend stehen geblieben. Der um die Pforte ziehende steinerne Bilderkranz ist karolingischen Stils. Man be­absichtigt nun, das Tor um 40 Zentimeter zu heben, würde der Westfassade in ihrem Gesamteindruck nur nützen. Gegenwärtig ist man damit beschäftigt, die inneren Turm­wände auszumauern und auszubessem, damit sind die Maurerarbeiten nahezu vollendet; auch die Emporen sind schon aufgebaut. Die Einweihung der Kirche ist um Pfingsten zu erwarten.

* Steinbach, 27. Jan. Ein unter dem Spitznamen die Adda" bekannte, übel beleumundete taubstumme Person aus Gießen, die in früheren Jahren wegen Land- jtreicherei ustv. schon im DBeitshause und im Gefängnis gesessen hatte, und unbegreifl'cherweise vor einigen Monaten aus der Provinzial-Siechenanstalt, wo sie untergebracht war, wieder entlassen worden war, irleb sich dieser Tage hier bettelnd umher. Wegen ihres abenteuerlichen Aus­zuges und ihres Gebarens erregte sie natürlich Älufsehen, und besonders war es die Torfjugend, die ihr nachlief. Sich von den Kindern verfolgt und verspottet wähnend, zog sie mehrfach ein großes Messer, mit dem sie den Kin­dern nachlief und sie bedrohte, glücklicherweise, ohne irgend ein Unheil anzurichten. Wutschnaubend zog die augenschein­lich etwas geistesgestörte Person wieder in der Richtung nach Gießen von bannen. Wir sind es gewohnt, daß fast täglich 3 bis 4 mehr ober weniger heruirtergekommene Men­schen aus Gießen hier betteln. Neu war uns, nun sogar icyon Frauenzimmer dieses Gewerbes halber von dort herüverkonlineu zu sehen. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu - bei, daß die Behörden aus dieses systematische Bettel- nnwesen ein wachsameres Augenmerk richten.

* * Treis a. d. Lda., 27. Jan. Dieser Tage wurde in Benners Saal die Generalversammlung des 2 e s e - Vereins, des Begründers und Eigentümers der hiesigen Volksbibliothek, abgehalten. Der von Lehrer K u r z erftattete Rechenschaftsbericht ergab wohl einen kleinen Kassenüber­schuß, doch mußte leider konstatiert werden, daß die Mit- gliederzahl nicht die Höhe früherer Jahre gehabt hat, doch wurden wieder einige Beitritte in Aussicht gestellt. Die Bibliothek hat im Laufe des Jahres 1907 eine sehr dankens­werte Unterstützung durch das Kreisamt mit ungefähr 16 Mk. erhalten, ohne die es chr, da sie leider von der bürgerlichen Gemeinde noch nicht unterstützt wird (der Kirchenvorstand hat einen jährlichen Beitrag von 10 Mk. bewilligt) nicht möglich gerne,"en wäre, die nötigen Kosten für Unterhaltung und Beschaffung von Büchern auszu­bringen. Ausgeliehen wurden die vorhandenen 146 Bände, wovon 90 dem Verein zur Verbreitung von iVolksbildmig in Berlin gehören und 56 Eigentum des hiesigen Vereins sind, 503 maL Einige fleißige Leser haben die vorhandenen Bücher schon fast alle gelesen, so daß die Anschaffung neuen Lesestoffes dringend nötig ist. Einige Bücher wurden im Laufe des Jahres auch von Mitgliedern geschenkt. Zum Schlüsse hielt Lehrer Kurz noch einen spannenden Vor­trag über die Geschichte von Burg und Stadt Staufen­berg, den die zahlreichen Anwesenden mit sichtlichem Interesse anhörten und mit einstimmigem Beifall lohnten.

h. Ba d-a uhei m, 27. Jan. Das unlängst in Gießen ins Leben gerufene Unternehmen zur Errichtung eines Hospizes in Bad-Nauheim ist inzwischen sowett ge­diehen, daß die Eröffnung anfangs März stattfinoen kann. Es wurde für daS Hospiz das große vierstöckige Üaus Beneke- straße Nr. 6 muflich erworben. Es ist nahe den Bade- hausern schon gelegen und mit allen Bequemlichkeiten der 'Neuzeit, w-e Wannwasserzeutralheizung, eleltr. Licht, Sluf- zug usw. ausgepattet. Die Einrichmng ist durchaus vor­nehm und bei Betrieb steht unter der Leitung eines tüch- tigen Fachmannes. Das Hospiz trägt mit Genehmigung K. H. der Gcoßherzogur von Hessen den NamenElev- noren-Hospiz". Es sei noch bemerkt, daß das Haus für