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Ich meine, man muß
Ausschusses wird daraus einstimmig angc-
der Hochbauaufseher, Dammeister,
Der Antrag des aonthicn.
darin vorsichtig sein. Ms der Manchester „Daily Tispatch" eine Unterredung bc5 Kaisers mit einem englischen Journalisten brachte, wurde das offiziös in vollem Umfange dementiert, bis das Blatt das Facsimile des Manuskripts des Interviews mit den Randbemerkungen des deutschen Botschafters in London brachte, dem es vorher vorgelegt worden war. Das ist doch eine Blamage. Solche Ableugnungsversuche machen weit mehr mißtrauisch als man vielfach glaubt.
den Vorschlag des Abg. Bähr, die Beratung darüber wegen Abwesenheit sämtlicher Rechtsanwälte des Hauses zu vertagen, unter Heiterkeit des Hauses abgelehnt hatte.
Die Vorstellungen des Vereins mittlerer Iustizbell m t e n um andcrweite Regelung der Dienstverhältnisse der Ge- richtsschreibergehilsen und der Dienstverhältnisse der Aktuariats- assistenten werden dem Ausschußantrag entsprechend der Negierung zur Berücksichtigung bei der bevorstehenden Revision der Besoldungsordnung überwiesen mit dem Ersuchen, auch den Wünschen der 'Petenten wohlwollend gegenüberzutreten, desgleichen die Vorstellungen der Hilfsgcrichtsschrciber, der Registratoren an den Amtsgerichten und der Kanzleigehilfcn an den Kollegialgerichten, der Vorstellung der Gerichtsvollzieher inbetr. ihrer Diensteinkommenverhältnisse und der Schreibgehilfcn bei den Amtsgerichten usw., sowie der Vorstellung der Gefangcnausseher und Gesangenwärter beschloß das Haus, dem Ausschußantrag entsprechend, keine Folge zu geben.
Die Regierungsvorlage, betr. einen Entwurf über die Aende- rung des Hundesteuergese^es vom 12. August 1839 und 22. Dez. 1900, nach welchem Art. 3 dieses Gesetze aufgehoben wird, fand nach einigen auf der Tribüne unverständlich gebliebenen Aeuße- rungen des Abg. Bähr einstimmige Annahme.
Die Vorstellung des Heinrich Schrick in Bingerbrück und die Vorstellung der Vrückenwärter in Oppenheim und Gernsheim wurden den Ausschußanträgen entsprechend erledigt. Das Haus setzte darnach die Besprechungen über die Anfragen des Abg. Reh, betr. die Gehaltsverhaltnisse der Kreisärzte, des Abg. Osann über das Bcsoldungsdienstalter der Staatsbeamten, des Abg. Noack über die Preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft und des Abg. Dr. Schmitt über die Verlegung der Eisenbahnwerkstätte von Kastel ab und vertagte sich auf nächsten Dienstag, vormittags 10 Uhr.
Strafkammer in Osscubach
-Eragt der Ausschuß, für vorläufig erledigt zu erklären.
Abg. Ulrich bedauert diesen Antrag des Ausschusses und Mt aus, die von der Regierung gegebenen Ziffern über die ^chästslätigkcit der Strafkammern beweisen deutlich die Not- beabigieit einer Strafkammer in Offenbach. Nach diesen Zahlen anen 1906 von 419 Verhandlungsterminen der Strafkammer II Emstadt 251 Fälle aus den Offenbacher Bezirk und nur 168 Ue blieben für den Darmstädter Bezirk übrig. Im ganzen [tQt 303 Haupttermine für die drei AmtsgerichtSbezirre Offen- PH Langen und Seligenstadt abgehalten worden, so daß für i11? zweite Strafkammer im engen Sinne nur noch 116 Ter- “ire übrig geblieben wären. Bedenkt man nun, daß für : ri Offenbacher stets ein ganzer Tag verloren gehe, wenn er 'ta Darmstadr zum Termine müsse, so sei doch klar, daß der ucischaftliche Nachteil für die Gerichtscingesessenen ein ganz be- •^tenber sei und die Kosten, die dem Staat eventl. durch Er- Pytnng einer detachierten Straskammer in Offenbach erwachsen Riocn, dagegen gar nicht in Betracht kommen können.
Staatsminister E >v a l d ersucht das Haus, aus den von c Regierung schriitlich eingehend dargelegten Gründen dem ^-Ichußantrag beizustimmen, was auch mit allen gegen die vier Ibziildemokratischen Stimmen geschieht.
I, Aac Vorstellung des Privaners Karl Müller in Pfung- |laDt, betr. die Beschwerde des Rechtsanwalts und Notars Nöm - e lb in Gießen und in Verbindung damit die Vorstellung des leHtsanwalts' Römhcld, inbetr. der Beschwerde Müllers, werden pto .Ausschußantrag entsprechend für erledigt erklärt, nachdem man
Kleine Tageschronik.
Am 26. März fanden Elsenvaynarbeuer aus dem Militärbahn- Hof am Tempelhoicr Feld bet Berlin die verstümmelte L eiche einer unbefannten bekleideten Frauensperson. Der in einem braunen Karton befindlichen Leiche sind die Beine und der Kopi a b gef d) n 111 en. Später entdeckte die Feuerwebr nn Schlamm zwei Packele, von denen das eine den Kopf und das andere die Beine enthielt. Schlag- oder Stichwunden wurden am Kop'e nicht geiunben. Der Täter hat die Leiche wohl nur zerstückelt, um sie besser sorlschafjen zu tonnen. Ter Fundort kann unmöglich der Tatort fein, denn der Mtlilärbahnhos ist ständig bewarbt. Gestern abeiid in später Stunde t|t eine Festnahme erfolgt. Der Polizeipräsident hat eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt für Personen aus dem Publikum, welche zur Ermittelung des Täters geeignete Mitteilungen machen können.
Im großen Maschinenbau der Slemens-Lchuckert Aktien-Gesell- schalt in E a r l o t l e n b u r g explodirte aus noch unbekannten Gründen ent Dynamo, desleu Teile eine Seilenwand durchschlugen und in den Waschraum der Arbeiter drangen, von denen 7 sowie eine Frau erheblich verletzt wurden.
In Linden (Ruhr) wurde die zwolijährige Toni Effert von einer Schulgenossin von einem fahrenden Wagen gerissen und war sofort tot.
In Steele (Ruhr) erstach der arbeitsscheue Bergmann Johann Flug aus Eiberg feinen Schwager und Vormund. Er flüchtete, tonnte aber in Essen verhaftet werden.
Tte altehrwürdige, einst hochangesehene Münchener 211 £ - gern. Z t g., die int 100. Jahrgänge steht, wird vom 1. April d. I. ab ihr Erscheinen als Tageszeitung empellen und tottan nur als W o d) e n | d) r i f t erscheinen. Sie ist seit kurzem tm Besitze Scherls, war aber ursprünglich eine Gründung Eottas.
In Maria n d zerstörte em Großieuer im Zentrum der Stadt den mit Gefchästslokalen und Magazinen bis unter das Tach besetzten Palast Baragiola. Ter Materialschaden beträgt etwa 1 Million Lire.
handel.
— I n dem Konkurs über das Vermögen des ehemaligen Generaldirektors der Kaijerhof-Hotelgeselljchaft m Berlin, Eberbach, betragen die Bestände nur etwa 3925 Mk., die Vorrechts- losen Forderungen aber 787 151 Alk., |o daß eine Tivideiide für Die Gläubiger sich nicht ergibt.
— Sektkellerei Christian A. Kupfer berg & E o. in M ainz. Tiefe Sektkellerei Kommandit-Gesellschatt aut Aktien beabsichtigt nunmehr die Erhöhung des Grundkapitals um 497 600 2)1 f. auf 2 Blill. Alk. und beruft zu diesem Zweck eine außerordentliche HauptvrrSammlung aus deit 11. April ein.
Die _ Vorstellung der Hochbauaufseher, Dammeister, NAsstraßenmeister. ?c. um anderweitige Regelung ihrer Gehalts- bnhällnisse wird dem Ausschußantrag entsprechend der Re- AErung zur Berücksichtigung empfohlen.
Den Antrag Ulrich um Errichtung einer
hessische Zweite Kammer.
Darmstadt, 26. März.
Am Minister tisch: Staalsnünister Ewald, Minister Braun I ob Gnauth, Geh. Rat Frhr. v. Biegeleben.
I Das Haus beschließt zunächst, der Vorstellung des Müllers | Diinrid) M a h r von Lauter nm Entschädigung für die Ent- ' ikhung seiner Wasserkraft .durch die staatliche Wasserleitung u Lauter keine Folge zu geben.
Die Vorstellung der Diener der Technischen Hochrufe um Aufbesserung ihrer Besoldung wird der Regierung w Berücksichtigung bei der Revision der Besoldungsordnung Erwiesen.
5)ic Vorstellung des Hessischen Landesverbandes gegen den Mißbrauch geistiger Getränke, betr. einen Zuschuß zurTrinkerbt i l st ä t t e Burgberg-Bieber wird noch einmal an den 1 isinllnzausschuß znrückgewresen, nachdem Rkinister Braun einen !' -iiiidiuß für den Fall in Aussicht gestellt hat, daß sich auch I .ic Provinz Hessen-Nassau zu einem solchen bereit erklärt. ü Der Antrag des Abg. Köhler, die Begründung einer historisch e n Kom m ission für das Grobherzogtum He,sen letreffeub, wird dem Ausschußantrag entsprechend für erledigt I er Härt.
lieber die Vorstellung der S ch achtel m a ch er der Gemeinde I '-lein-Zimmern, betr. ihre Notlage, beantragt der Aus- iguß, die Kammer wolle sich mit den Maßnahmen der Re- ggurung im allgemeinen einverstanden erklären und an sie ui Ersuchen richten, den Schachtelmachern von Klein-Zimmern Hdle Hilfe angedeihen zu lassen, welche zur Erleichterung der I ned) das Phosphorverbot hervorgerufenen Notlage erforderlich und namentlich die Ileberleitung zu einem anderen Erwerbs- iiütig ermöglicht. Die Zweite Kammer spricht sich dahin aus, 11’5 die als Unterstützung etwa zu gewährende Geldleistung K nach der Größe der Hilfsbedürftigkeit und der Höhe des iird) das Phosphorverbot den einzelnen Petenten erwachsenen iiuernbcii oder vorübergehenden Schadens zu bemessen sein ■ tnjöge.
I... Abg. Ulrich spricht sich für die Erhöhung der Unter» iluzungen aus, die von der Regierung dafür bewilligten 1270 ■■Art genügten nicht. Die Maßnahme der Regierung dürfe lend) nicht^den Anschein eine» Almosens haben.
I. ^Abg. Schönberger und Abg. Heftel wünschen gleich |ialf5 die Gewährung einer ausreichenden Unterstützung, wäh- Ijreib 216g. Dr. Frenay dafür eintritt, daß man die Not- i^enben nur nach Maßgabe ihrer Unterstützungsbedürftigkeit IKünterftübc.
Abg. Ledevour (Soz.)
Bringt wie bereits in der Budgetkommission, die Beschwerde eines Deutschen in Brasilien zur Sprache. Weiter fragt Ledevour, wie es sich mit dem. dem chinesischen Gesandten zum Kauf an- gebotenen Ebekontrakt des Kaisers von China verhalte. Der fei offenbar damals bei der Beruhigungsaktion gestohlen. Wer hat ihn gestohlen?
Abg. Dr. Görke-Brandenburg (natl.) bringt gleichfalls einen Fall eines Deutschen in Paris zur Sprache, der die Reformbedürftigkeit des Gesetzes über die Staatsange- Hörigkeit so recht illustriere und zu einer Klage über ungenügenden konsularischen und diplomatischen Schutz Anlaß gebe. Neben Den Rechtsfragen dürfen die Billigkeitsrücksichten nicht ganz außer acht gelassen werden.
forderlichen Eigenschaften zu verfügen glaubt, kann sich zum Ein, tritt in den diplomatischen Dienst mit der Sicherheit melden, daß sein Gesuch rein sachlich und vorurteilsfrei geprüft werden wird. Es ist richtig, daß sich heute noch viel mehr aus den höheren Ständen melden als aus den bürgerlichen Mittelklassen; das ist barauf zurückzuführen, daß den höheren Ständen viel mehr angehören, die über die erforderlichen Eigenschaften verfügen. Diese Verhältnisse zu ändern, liegt nicht in bet Kraft meines Ressorts; was wir tun können, das ist die rein sachliche, vorurteilsfreie Wohlwollen de Prüfung der bei uns eingehenden Gesuche, und Daran soll es nicht fehlen, soweit meine Ancksführung in Betracht kommt. Ich erkläre ausdrücklich, daß mir die Bevorzugung irgend eines Standes grundsätzlich fern liegt. (Beifall.)
Ich freue mich, sagen zu können, daß ich auch hinsichtlich der wirtschaftlich en Ausbildungderkonsulari sch en Beamten mit dem Vorredner übereinstimme und das E r - forderliche bereits angeordnet i st. Wir gedenken unsere Konsuln viel mehr nach der praktischen und kaufmännischen Seite auszubilden, indem wir sie mehr in der handelspolitischen als den anderen Abteilungen des Auswärtigen Amt? beschäftigen, von ihnen den Nachweis des erfolgreichen Besuchs einer Handelshochschule verlangen und sie in einem größeren Kaufmannshause, oder einer Bank oder Handelskammer tätig fein lassen. Nur darf man eine Wirkung nicht von beute auf morgen erwarten und allzugroße Hoffnungen insofern nicht haben, als im Publikum noch vielfach irrtümliche Anschauungen über die Tätigkeit und Aufgaben der Konsuln herrschen. Der Konsul ist im Auslande der Berater uni) Helfer der Deutschen, die draußen sind und des Handelsstandes, der draußen Anknüpfung sucht; er kann aber nicht sein der Agent oder Vertreter des Handelsstandes. Der Kaufmann hat sich seinen Weg selber gebahnt, dem deutschen Namen Ehre gebracht, er wird es auch in Zukunft tun. (Beifall.)
Abg. Ahlhorn (freif. Vp.) stimmt dem Aog. Dr. Osann voll zu und wünscht ausreichenden Schutz der deutschen Handelsinteressen in Marokko.
Abg. Erzberger (Ztr.):
Der Diplomat mutz jedenfalls sehr vorsichtig in der Wahl feiner Eltern sein. Bassermann hat vor drei Tagen eine nähere Fühlungnahme des Reichskanzlers mit der ausländischen Presse gewünscht, darin vorsichtig sein. Als der Mancheste
wollenden Worten, die Miseren Vertretern auf der Haager Friedenskonferenz zuteil geworden sind. Vielleicht findet sich noch einer ober der andere unserer Diplomaten, der sich besser erweist als sein Mut. Wie dem auch sein mag, wir müssen bei der Beurteilung von diplomatischen Dingen eine gewisse Vorsicht walten lassen. Die hauptsächlichste und wichtigste Tätigkeit des Diplomaten vollzieht sich auf einem Gebiet, welches nicht allen Blicken geöffnet werden kann. Nur derjenige, welcher vollen Einblick in dieses vertrauliche Gebiei hat, wird in der Lage sein, ein zutreffendes und erschöpfendes Urteil über die Leistungen und Fähigkeiten der Einzelnen fassen zu können. Für Außenstehende ist daS schwierig, wenn nicht unmöglich. Das Urteil Außenstehender wird oberflächlich sein, und eS kann, wenn es unfreundlich ist, leicht schädlich und verletzend wirken, um so verletzender, als es Leute trifft, die sich nicht wehren können und dürfen.
Die Grundsätze, nach welchen bei der Auswahl des diplomatischen Personals verfahren wird, sind diktiert von den Erfordernissen des Dienstes. Zu diesen Erfordernissen gehört so manches, was nicht beigevracht werden kann, was nicht erst in der Karriere erworben werden kann. Es gehören dazu neben den allgemeinen und besonderen Kenntnissen vor allen Dingen umfassende Sprachkenntnisse und zwar eine sehr gründliche Beherrschung fremder Sprachen. Die fremdsprachliche Geläufigkeit eines Oberkellners genügt in dieser Beziehung nicht. (Heiterkeit.) Es gehört ferner dazu ein nicht unbeträchtliches Vermögen: es gehört dazu eine gewisse psychische und physische Anpassungsfähigkeit und eine feste Gesundheit. (Heiterkeit. Huruf links: Wegen der vielen Festessen! Erneute Heiterkeit.) E- gehört dazu weiter eine nicht ungünstige äußere Erscheinung (Heiterleith ein großes Maß gesellschaftlichen Schliffes.
Nun weiß ich sehr wohl, daß die Tätigkeit des Diplomaten sich heute nicht mehr auf glattem Parkett vollzieht. Es gehören dazu umfassende allgemeine und spezielle Kenntnisse. Darum müssen auch die Anforderungen gesteigert werden. Es muß an die Prüfungs- und Vorbereitungszeit ein höherer Maßstab angelegt werden. Es haben Erwägungen über eine neue Prüfungsordnung und über die Frage ftattgefunben, in welcher Weise den Anwärtern zum diplomatischen Dienst mehr Gelegenheit, wie bisher, gegeben werden kann, sich fachlich und sachlich auszubilden. Diese Erwägungen sind dem Abschlüsse nahe, und. ich hoffe, in kurzer Zeit das Resultat bekanntgeben zu können. Ich möchte mich deshalb heute noch nicht auf Die Einzelheiten der Prüfungsordnung einlassen, sondern will nur kurz sagen, daß ich mir die Sache etwa wie folgt denke. Ich denke, daß wir nach wie vor daran festhalten, solche jungen Anwärter, welche die erste juristische Prüfung mit gutem Erfolge bestanden haben — was man in Preußen dann Referendar nennt —, zuzulassen.
Anstatt von DenfeTben wie bisher zu fordern, daß sie eine Turistifche Praxis von etwa 2 Jahren hinter sich haben, werden wir sie jetzt sofort nach bestandenem Refercndarexamen aufnehmen und sie, anstatt wie bisher 2 Jahre, 4 Jahre in unserer V raxis beschäftigen. Es erscheint mir besser, daß die jungen Anwärter diese Vorbereitungsjahre bei uns im Auswärtigen Amt, bei auswärtigen Missionen — und ich meine damit nicht allein diplomatische, sondern auch konsulare. Darauf lege ich sogar den Hauptwerk — verbringen, sondern daß sie auch diese Zeit verbringen in einer Bank, bei einem größeren Handelshause, auf einer Handelshochfchule, womöglich auch auf einer Handelskammer. Kurz. Ich lege größeren Wert darauf, daß die jungen Leute heutzutage mehr nach der wirtschaftlichen Seite sich ausbilden und praktischen Sinn gewinnen.
Ganz entbehren werden wir die juristische Vorbildung nicht können, weil im diplomatischen Dienst 91cchtsfragen einen großen Teil Der Beschäftigung bilden. Wer über die Gesamtheit der er
©taafSfcTrefär v.^Echön:
In Anbetracht der vorgerückten Stunde fasse ich mich kurz, ^err Erzberger hat u. a. über Die Viclschrciberci bei den Generalkonsulaten gesprochen. Wenn Sie wüßten, wie wir darunter leiden! Ich spreche gar nicht von dem Sekundaner, der den Botschafter um eine Briefkartc bittet, ober von her Fran, deren Mann vor vielen Jahren einmal ausgewanbcrt war und dessen Aufenthalt sie wissen möchte, oder von dem Onkel, der vor zwanzig Fahren nach Amerika gegangen sein soll und natürlich Millionen hinterlassen hat, und der cs natürlich nicht glauben will, wenn man ihm antwortet, daß gar feine Millionen hinterlassen sind. Vielleicht kann uns Herr Erzbcrger darin helfen. WaS bas; Dementi bezüglich der Unterredung des Kaisers mit einem englischen Journalisten anlangt, so hat eine solche Unterredung tatsächlich nicht stattgefundcn; die Randbemerkungen des Botschafters berichtigen lediglich Behauptungen des ihm borgclcgten Artikels. Ob die Angelegenheit der St. Gotthard-Bahn zu diplomatischen Verhandlungen Anlaß geben wird, kann ich noch nicht sagen; jeden, falls werden wir nicht unterlassen, mit Nachdruck für die Interessen der deutschen Aktionäre einzutreten. Tie Anschauung, als ob unsere divlomatischen und konsularischen Vertreter nicht durchaus ihre Pflicht tun, ist sehr cum grano salis aufzunehmen.
Unsere Nachrichten aus Marrokko lauten anders, als die be5 Mg. Ahlhorn. Die Engländer klagen, daß die Interessen der deutschen Landsleute mit viel mehr Nachdruck und Erfolg vertreten werden, als die der englischen; ich stelle anheim, aus den beiden einander widersprechenden Nachrichten, die richtige Mischung zu nehmen. (Heiterkeit.) Auch der Nachricht, daß einige deutsche Handelshäuser in Marokko vor dem Ruin ständen, muß ich widersprechen. Ich habe noch heute die Nachricht bekommen, daß der deutsche Handel m Casablanca sich seit dem 1. August b I. bis zum 31. Januar d. I. sich um ein bolles Drittel gehoben hat.
Daß der deutsche Handel in Marokko früher eine höhere Ziffer aufwies, hängt mit den schlechten Ernten in den letzten beiden Jahren zusammen. Was die Heiratsurkunde eines chinc. sischen Koffers anlangte, so ist noch nicht aufgeklärt, ob sie in harmloser Weise erstanden ist oder nicht; sollte es nicht harmlos sein, so wird der Betreffende nicht straflos ausgehen. Was den Fall der Deutschen in Frankreich betrifft, so handelt cs sich um einen mittelbaren Schaden, und ein solcher ist nach Völkerrecht, lieben Grundsätzen nicht zu erstatten. Der Betreffende befebtoert sich darüber, nicht gegen die Bezeichnung als Spion ausreickend geschützt zu sein. Man darf einen solchen Ausdruck in Frankreich nicht auf dieselbe Goldwage legen wie bei uns. Wenn Sie bedenken, daß dort in aufgeregten Zeiten die Minister — sehr ehren, werte — und Abgeordnete — gewiß auch sehr ehrenwerte Leute (Heiterkeit öffentlich als Mörder, Räuber und Diebs bezeichnet werden — ich habe es mit eigenen Ohren angehört! (Heiterkeit.) Ich werde aber sehen, was in diesem Falle noch zu tun ist, auch nach Billigkeitsrücksichten. (Beifall.)
Der Etat des Auswärtigen Amtes wird erledigt.
Die in der Budgetkommission gestrichene Rate für den Neu- bau des Konsulats in Tientsin wird mit kleiner Mehrheit wieder- hergestellt. Der Etat der Neichsschuld angenommen.
Die Etatsreste werden genehmigt.
Damit ist die zweite Lesung des Etats beendet.
Freitag 1 Uhr: Namentliche Abstimmung über die Polenresolution. Dritte Lesung des Etats.
Schluß 8% Uhr.
Tantiemen von An ffichtsräten. Der preußische Finanzminister hat im Einvernehmen mit dem Reichskanzler sich dahin ausgesprochen, daß die in Tarif Nr. 9 des Reichsstempelgesetzes vom 3. Juni 1906 vorgeschrübcne Reichsstempelabgabe für Tantiemen von Aufsichtsräten nicht zu entrichten ist, für Tantiemen von Aufsichtsräten ausländischer Gesellschaften, selbst wenn diese im Inland eine Zweigniederlassung haben.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gienen.
Wetter
März 1908
750,1 8,8
751,7 2,3
753,7 — 3,7
Höchste Temperatur Niedrigste „
; 3,6 I 42 1
4.4 80
3,7 90
am 25.—26.
, 25.—26.
8 4
SSE 2
E 2
März =
Sonnenschein Klarer Himmel Sonnenschein
9,0 0 C.
3,0 ° C.
1 eieiomscäie
des Giesscuei Anzeigers, imtge
und Indusii
Frankfurter iüör
3^°/0 Reichsanleihe . . 91 90
o-6 ao. . . 82.00
3>$0/e Konsols . . . . 91.75
do.....82.00
u>fcu/e Hessen ..... 90.85 u>6v/0 Überliessen . . . 92.00 4", Uesterr. Goldrente. . 9b 75 4','z y0 Uesterr. bilberrente 99.30 4>o Ungar Goldrente . . 93.60 4?ö Italien. Rente ...--
3a> Purtog lesen Serie l . 60.70 3-o Portugiesen „ 111 61.30
■J>3u/o inss.btaatsanl. 190.; 94 70
.apaii. Staatsanleihe 88.50
4y0 Couv. Türken von luuö 94.60
1 ürkeuiose......ILO 00
l-o Giieeh. Monopol-Aul. . 49.40
4-s äussere Argentinier . 86.00
Uu/O Mexikaner . . . 67.20 4>au/0 Chinesen .... 95.70
Aktien:
Boohnui Guss 201 20
Buoerus H. W. . . . 111.40
lenoen . fest.
beruuer Börse, 1
Cauada E. B......149.50
Uaruisudter Bank . . . 124 7u
Deuucue Bank .... 231.6u Dortmunder-Union C. . . —
Dresdner Bank . . . 138.46
Teudenz ruhig.
Kurs^eriGüte
•eilt von der Bank für Handel ie, Giessen.
*e, 27. März, 1.16 Uhr.
Blektnz. Lahmeyer . . . 119.90 Elektnz. Schlickert . . . 103.25 Eschweiler Bergwerk . . 205 90 Gelsenkirchen Bergwerk . 185.50 Hamburg-Amenk. Paket! 110.25 Harpener Bergwerk. . 196.00 Laurauütte......210.50
-\ordd. Lloyd . ... 97.10
Ubeischles. Eisen-Industrie 97.00 Berliner dandelsges. . . 160.00 Darmstädter Bank . . . 124.80 Deutsche Bank .... 239.70 Deutsch-Asiat Bank . . 137.00 Diskonto-Kommauait. . . 177.20 Dresuner Bank .... 138.60 Kreuitaktien ... . 202.60
Baltimore- und Ohio-
hiseutaiin.....82.50
uottuarübahu ..... 175.00 Lomuard. Liseubahu . . 26 20 Uesterr. Staatsbaun . . . 144.90 Irmee-Hcnn-Liseubahu . 118.00
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