Ausgabe 
26.2.1908 Zweites Blatt
 
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4u» unO LanS.

Gießen, 26. Februar 1908.

Die Schweinezucht in Oberhessen.

Ms im Herbste 1906 die Schweinepreise außergewöhn­lich hoch waren, wurde von den Vertretern der städtischen Gemeinwesen als Begründung für die Ermächtigung zur Einfuhr von Schweinen aus dem Auslande die Behauptung aufgestellt, daß die deutsche Landwirtschaft gar nicht in der Lage fei, den Bedarf von Schweinefleisch durch Inlands- Produktion zu decken. Die Vertreter dieses Standpunktes dürften nun wohl feit jener Zeit durch die Entwickelung der Verhältnisse eines Besseren belehrt worden sein. Die Schweinemast hat in dem Maße auch in Oberhessen zu- genommen, daß die Schweinefleisch preise aus einen Tiefstand angekommen sind, wie seit Jahren nicht. Die Schweinemast selbst hat aber auch fortgesetzt an Ausdehnung zugenommen und nimmt weiter zu. Es geht dies besonders aus einer Einrichtung des Land- wirtschaftskammer-Ausschusses hervor, wonach Gemeinden, welche reine I.orkshire - Eber aufstellen, zu den An­schaffung skosten einen Zuschuß von 20 % des Ankaufs­preises erhalten. Allein im Februar d. I. haben von dieser Begünstigung sieben Gemeinden, nämlich: Reichels­heim i. d. W., Borsoors, Nieder-Mockstadt, Trais-Horloff, Echzell, Altenstadt und Eichelsachsen, Gebrauch gemacht. Seit Herbst v. I. sind außerdem folgende Gemeinden unterstützt worden: Dors-Gill b. Lich, Fauerbach v. d. H., Angenrod, Ruppertenrod, Flensungen, Lang-Gons, Bönstaot, Rüddingshausen, Nieder-Weisel, Ilbeshausen, Oppenrod, Ober-Mörlen und Ober-Ofleiden. Außerdem liegen noch Anträge von zehn Gemeinden vor. Jedenfalls ist hieraus ersichtlich, daß das Jnterefse für die Förderung der Schweinezucht außerordentlich gewachsen ist, und daß, roenn nicht durch zu niedrige Preise die Schweinezucht unrentabel und, hierdurch veranlaßt, eingeschränkt wird, ein Mangel an Schweinefleisch für die nächste Zett nicht, zu erwarten ist.

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Ta geskalender für Mittwoch, 26. Febr.: Stadt- theater: »Vater und Sohn*. Anfang 7 Uhr.

* * Vom Großh. Hofe. Im Neuen Palais zu Darmstadt sindet heute abend ein Tanzfest statt,' zu dem 'n. d. Darmst. Ztg. etiva 130 Einladungen ergangen sind.

* * Pfarrp ersonalien. S. K. H. der Groß- herzog haben den von Sämtlicher: Ricdesel Freiherren zu Eisenbach auf die evarigelische Pfarrstelle zu Brauer- schwend präsentierten Pfarrer Johs. Stähl in zu Darm­stadt bestätigt.

* * Ucbertragcn wurde dem Lehrer Karl D ärmer zu Ettingshausen die vierte Lehrerstelle an der Gemeinde- lchule zu Lich.

Bestätigter Bürgermeister. S. K. H. der Großherzog haben die durch die Stadtverordneten­versammlung zu Bingen erfolgte Wiederwahl des bisherigen Bürgermeisters, der Kreisstadt Bingen Franz Ness bestätigt.

** Der Landwirtschaftliche Vortragskurs s ü r Landwirte, der vom 25. 28. Februar im Städtischen Scrai- bau zu Darmstadt von der Landwirlichaftskammer uevanflnltet Wirb, nahm gestern vormittag unter großer Beteiligung es waren etwa 200 Landwirte aus allen drei Provinzen zugegen seinen Ansang. Der Präsident der LanowirlschaitSkaminer, Geh. Regierungsral Haas, eröffnete den Kursus mit einer Ansprache, in der er aui die hohe Bedeutung der Heranbildung möglichst vieler junger, tüchtiger tind rationell arbeitender Landwirte huuvieS. De>i er|len Vortrag hielt Geh. Hosrat Proi. Tr. Wagner über die Stick- stoffdünguiig der Kulturpflanzen unter besonderer Berüctsichtignng der neuen, aus dem Stictsloff der atmospharlscheil Lust gewonnenen Düngemittel. Nach turzer Pause sprach dann Pros.Tr. Gisevius- Gießen über das Llnbauverhäluus der Ackerbausrüchle iind die Fruchtfolge. Beide Vorträge ivurden mit lebhasteui Veisall aus- genommen.

Zum Ball d e r Unteroffiziere empsingen wir noch eine Anzahl Zuschriften, von denen wir nachslehend das tatsächliche eines Schreibens veröffentlichen, worin die unzutreffenden Angaben des Frankfurter General-Anzeigers über die Angelegenheit berichtigt werden. Es heißt darin u. a.: Die Unteroffiziere hallen mit dem Wirtschastsbelrieb durchaus nichts zu tun und stehen mit dem Einkauf des Weines in keiner Weise in Beziehung. Was die Lleseruiig des Weines betrifft, so sind nur solche von bester Qualität imb zwar nicht von auswärts, sondern von einer hiesigen Firma bezogen tvorden. s2lu6 der Weinkarte ist ersichtlich, daß Wem m verschiedenen Preislagen zu haben ivar, die billigste Sorte ivnrde schon zu DiL 1.40 die ^'laiche verkauft. Weine in der Preislage von 60 Pfg. per. Flasche sind überhaupt nicht eingekauft worden. Außerdem |ei noch daraui hmgewiesen, daß man eine derartige Festlichkeit, wenn sie in einem Lokal, wie die Turnhalle, slallsilldcn soll, bei Verkaiis von Bier nicht abhalten kairn, denn nur die Aliete des Saales lostet allein Mark 65.00, hierzu kommen noch die anderen Unlosten, die gering veranschlagt, die gleiche Höhe erreichen. Unter diesen Umständen müßte das Glas Bier, Liter Inhalt, mit BO Pfg. verkauft werden; zieht man m Betracht, daß cm Fest- leilnehmer eine Flasche von Alk. 1.40 lrintt, er in gleicher Zeil einen größeren Belrag für Bier ausgibt. Der Regiinenlstomman- feur v. Atüller hatte die Turnhalle überhaupt nicht beireten und konnte deshalb auch lein Glas Bier verlangt haben; wäre dies geschehen, so wäre seinem Wunsche entfproajen worden, da auch Vier am Platze war.

*^TelephoninderBahnhofsvorhallc. Um einem bringenden Bedürfnis der an- und abreisendcn Personen am Bahnhof zu genügen, hat man in der Vorhalle unseres neuen Stationsgebäudes einen Telephon-Automaten ausgestellt, der auch schon recht stark benutzt lvicd, natürlich in Marburg, nicht in Gießen. Anträge, die von Interessenten, auch von oer Großh. Handelslammer, für Gießen wegen eines Telephotr-Äuto- maten am Bahnhof gestellt sind, blieben bisher ohne Er,oig. Zlvar erfuhr man, daß die Postbehörde mit der Eisenbahndirektion wegen Abtretung eines geeigneten Plätzchens zur Ausstellung eines Automaten in Verhandlung getreten sei, aber dabei ist es geblieben.

* * T i e b fl a h l. Einem Bewohner der '4oe|l=2iiUage rouroen in verflossener Nacht 1520 Flaschen Wein von unbekaunien Tälern aus dem Keller gestohlen. Tie Diebe halten es aber auch leicht gemacht bekommen. Tte Hauslüre ivar offen, in der Tiire zum Vorkeller stak der Schlüssel und so brauchten sie nur die Lallentüre auizureißeu, den Wem m einen Korb zu packen und sort- znlragen. Ter Wein ist teilweiseWmzinger-Tramlner" und cm teilweiseGümeldinger" etikettiert.

Wie er sich bedankt. Arn verflossenen Montag abend sanden Arbeiter m der Rothohl einen den besseren etäiiöeu an­gehörigen jungen Mann sinnlos betrunken vor. Sie trugen ihn mit einem Schutzmann nach der Franksurlerstraße zu, ivoselbst der junge Alaun wohnte. An der Wohnung aiigetommen, wurde ber Betrunkeiie renitent und belohnte ferne Samariter mit Fug- truten und -Lchunpiworlen. Tie Arbeiter wollen künftig keinen Betrunkenen mehr aus dem Schlamm herausziehen und riach Bause schaffen.

* * a u (ä 1e * * 19 08. Infolge des hohen Zinsfußes, den die Baululligen zurzeit bezahlen muffen, wird Die Banläligkeu sich tn diesem Fahre nicht jo rege entfalten, wie in früheren Zähren.

trotzdem liehen aoer auch tn bteiem ^ayre eine Anzahl Neubauten in Aussicht, die beweisen, daß das Bauen trotz des hohen Geld­standes nicht ganz eingestellt wird. Die Firma Winn u. Eomp. beabsichtigt aus dem früher Reiber'schen Anwesen in der Bahnhof­straße ein Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. Tie Firma A. u. W. Tennlnghoff plant die Erweiterung ihrer Preßhefefabrik. Friseur Klenker wird fern Haus am Seltersweg niederlegen lassen und einen Neubau errichten; Wirt Rahneseld beabsichtigt die Er­richtung eines Hauses auf der West-Anlage. Die Firma W. u. G. Schuchard plant die Errichtung eines Geschäftshauses. Aus dem Neuenweg gedenkt Loins Rothenberger Witwe ein Wohn- und Geschäftshaus erbauen zu lassen; dasselbe beabsichtigt Ludwig Vogt daselbst. Die Firma Hellmold u. Plank plant einen Neubau in der Stemstraße. Rechnet man hierzu die Fertigstellung der bereits begonnenen Gebäude und etwaige in Aussicht genommenen städtischen und staatlichen Bauten, so stellt sich heraus, daß auch kn diesem Jahre die Bauhandwerter die nötige Tätigkeit entfalten können, wenn die Arbeiten auch in keinem Verhältnis stehen zu den vorhergehenden Jahren.

* * Kolossen m. Gestern am 8. Tage der Tamen-Ringkämpse standen sich Frll Simfon-Hailnover gegen Frll Koölowsky-Ost- pieußen un Entfcheidungstampie gegenüber. Auf der einen Seite herlulifche Kraft, auf der anderen Seite tatzetiartige Gewandheit und Geistesgegenwart in den schwierigsten Momenten, der Kamps endete zu Gunsten Frll Simsons in einer Gesamtzeit von 47,10 'Jim. durch Armsallgriff am Boden. Im Kampfe Frll Aluranky-Ungarn gegen Frll v. d. Straaten-Holland siegte erstere durch Schlutter- drehwurs m 16,42 Mm. Frl. Richter-Schlesien siegte m 18,10 Jim. über bie weit ihr an Kraft überlegene Frll .Hanlon-Elsaß durch Uebenvurs nach hinten. Ferner weisen ivir daraus hin, daß die nuernaiionaleii Kämpfe mit Freitag ihr Ende erreichen.

* * Verein der nationalliberalen Jugend. Der dritte Dtskussionsabend sindet am Donnerstag, 27.1. Vits., 8*/s Uhr, imKaiserhoff' statt. Rechtsanwalt Kaufmann wird über .Zuckersteuer und Zuckerkonoention* referieren. (S. Anzeige.)

Der 7. Vortragsabend des kaufmännischen und des Ortsgewerbevereins sindet morgen abend im dienen Saalbau statt. Rezitationen von Fräulein Käthe Brämer aus Wernigerode werden mit Gesangsoorträgen von Fräulein Else Brämer abwechseln; die Begleitung am Klavier wird von Herrn Musiklehrer Kasten ausge­führt. Die Veranstaltung, die recht abwechslungsreich zu werden verspricht, ist für jedermann zugänglich.

** Elektrizitätswerk Lißb erg. In den Artikel über das Elektrizitätswerk bei Lißberg in dem 1. Blatt unserer gestrigen Nummer hat sich ein sinnentstellender Schreibfehler ein­geschlichen. Es muß dort (Seite 2) heißen: Geheimerat Dr. Breidert erklärt, daß das Wasseriverk von Anfang einen jährlichen Ueberschuß von 2 bis 2y2 Hunderttausend Mark haben werde.

G La n g -Göns, 24. Febr. Hier fand eine Versammlung der Deutsch-sozialen Partei flau, in der Oberlehrer Dr. Werner- Gießen sprach. Ter geräumige Saal von Wenzel war bis auf den letzten Platz gefüllt und der Redner erntete reichen Beifall.

O Lich, 25. Febr. Eine schöne Auszeichnung erhielt Gen- darmerle-Wachtmeister Daum von hier. Vom deutschen Jagd­schutz-Verein erhielt er ein großes Ehrendiplomals Anerkennung feiner Verdienste im Jagdschutz". Landesvorstand ist der Fürst von Solms-Lich.

? Londorf, 25. Febr. Im Saale des GasthausesZur Stadt Gieren" war Sonntag abend der GesangvereinFroh- s i n n" zur Feier eines Familienabends zusammengekommen. Ein- geleilet wurde die Festlichkeit mit einer ternhaften Ansprache des Präsidenten F o r m h a l s , in der er auf die Bedeutung und den Wert der Pflege des Gesangs, hauptsächlich des deutschen Volks­liedes hinwies und zum Schluß der Förderer dieser Bestre­bungen, des Kaisers und des Großherzogs, gedachte, und mit einem von der Versaviinlung begeistert ausgenommenen Hoch auf beide endete. Run wechselten Gesangsvorträge und Aufführungen ab, voll denen besonders hervorzuheben ist ein Ehor des Vereins unter Leitung seines Dirigenten Lehrer T r i n k a u sAuf der Wacht" mit Bariton-Solo, ein gut aufgeführtes TerzettDie Macht des Gesanges", sowie ein Damen-DuetkStadt und Land". Wirkungsvoll waren einige Chöre des Kirchenchors, ebenfalls unter Leitung des Lehrers Tnnkaus. Nicht zu vergessen find einige Lieder des Vereinsmikglieües W. Gutapfel, die großen Beifall ernteten. Den Schluß der Feier bildete ein Tanzkränzchen.

Butzbach, 25. Febr. Die BezlrkSspartassc (Mathildenstift Butzbach) hatte am Anfang des Rech­nungsjahrs 1906 einen Euilagedesland von 3 115 365,48 9)lt Es gingen im Laiife des Jahres zu 730 908,33 Mk., während 499 212,34 Mk. zurückbezahlt wurden. Am Ende des Jahres stellte sich somit der Emlagenbestand auf 3 347 061,47 Mk. in 3264 Einlagebüchern. Der Reservefonds stieg auf 148 935,32 Mk. Der Einnahme-Ucberschuß betrug 42 457,13Mk. iind der Reingeivlmi 12 745,75 Mk. Die Sparkasse ver­zinste die Einlagen mit 3y2 Proz.

-ff Büdingen, 25. Febr. Peinliches Aufsehen erregt die Nachricht oon der Zahlungsunfähigkeit des hie­sigen Bankhauses Max Wertheim u. Co. (Inhaber Hofral Rotschilb), durch die eine Menge Beamte, Bürger und öffent­liche Institute schwere Verluste erleiden, ja manche ihr ganzes Vermögen einbüßen. Auch die Stadt verliert die Summe von rund 90 000 Alk., für die im wesentlichen nur wertlose Papiere ausgeloste Aktien der verkrachten Zuckerfabrik Stockheiin als Deckung vorhanden sind. Hofrat Rolschild soll sich in Frankfurt aufhallen.

OerLchts-rrsL.

Berlin, 25. Febr. Der zweite Strafsenat des Kammer- gerichls verwarf heilte die R e o i j i o n des O b e r st e n a. D. G ü d t e gegen das ihn zu 150 Alk. Geldstrafe wegen unbefugter Führung des Obersten-Lnels verurteilende Erkenntnis des Land- gerichis Berlin 1 vorn 7. Wooember v. IS.

Seinen 70. Geburtstag begeht heule am 26. ds. der Vertreter der praktischen Theologie an der Universität Halle a. S., Konsistorialrat Prof. Dr. Hermann H er in g. tulit Ende dieses Semesters tritt er vom Lehranue zurück. Sein Nachfolger wird bekanntlich Prof. Dr. Paul Drews von Gießen.

Kleine TageschrouiL.

In Berlin wurde unter dem Verdacht beS Kindesmordes der oon feiner Frau g etrennt lebende 52jätzrige Maurer Ernst Hübner verhallet. Hübner, der mit einer Wlrychafierm ziffammenwoyni, wurde durch das Schreien feines vier lütonate alten Kindes wiederholt aus dem Schlafe gestört und soll aus Wut hierüber das Kilid getötet haben.

In Wien wurde der Senior der katholischen Stu­dentenverbindung Danubie, wett er sich mit AÜick- sicht aus seine katholischen Grundsätze weigerte, die Heraus­forderung zu einem Duell anzunehmen, seiner Charge als R e f e r ü e l e u t n a n t für verlustig erklärt.

Bei dem ichweiz: Bergwerke Gopenfteiu würben heim- kehreiide Arbeiter von einer Lawine verschüttet. Drei tonnten sich herausarbeilen, einer blieb verschüttet. Etwa 50 Mann ar­beiten an der Bergung der Leiche.

Eine Lawine-iiLullc ints in der Nähe .von Gar- gölten (Tirol) gelegene Destülum der Wfttwe emeS Sttttlsarter Rechinuigsrtttes.

Eure gewaltige Staublawine zerfwrte schweiz. Torfe Net st al (Glarus) zahlreiche Dächer und Kämine an Häusern, Scheunen und Fabriken, sowie die elektrische Seitung des Mo­torwerkes und viele Bäume. Ter Gesamtschaden ist groß.

In Kezdivasarhely (Ungarn) überfiel der Honwedleumant Johann Sos in angeheilerlem Zustande vor einem Kafseehause den Gutsbesitzer Tolh und verwundete ihn mit seinem Säbel am Arme. Toth wollte dem Offizier den Säbel entwinden, woraus der Hauptmann Toeldes zu Hilse eilte. Der Hauptmann ver­wundete sodann einen in der Gesellschaft Toth'S besindlichen Herrn mit dem Säbel am Halse schwer.

Der Sekretär im engl. Landwirtschastsamt Strachey teilte im Unterhause zu London mit, daß mit Rücksicht auf einen kürzlich erfolgten Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in der Nähe von Edinl-urg, die durch infiziertes auS den Olieöerlanben cm- geiührtes Heu hervorgerusen fein soll, das Laiidwirtschastsamt cm Emluhroerbot für Heu und Stroh aus qeroifien Ländern erlassen werde, foroeit sie für Rindvieh Verwendung finden fallen. Die Einfuhr von Heu und Stroh für aridere Zwecke fall nur auf Grund befonberer Erlaubnis zugelassen »werben.

handel.

Vom Kohlenmarkt. Der neueste Bericht von der Essener Kohlenbörje lautet recht unerireulidj. Hauptfächtlch iniZufammen- hatig mit der immer ungünstiger werbenden mbusinelleil Konjunktur hat die 9lad)frage nad) Kohlen stark nachgelassen unb es steht, wenn mcht bai$> eine Aenberung eintritt ober ber Kohlenexport bedeutend steigt, eine baldige Förberungsemichräiikung m Ausitd)t, die utuer Um|tänben auch noch burd) Lohn red ntiioneii verfchan t ivirb.

Märkte.

-th. Gießen, 25. Febr. Ain bem heutigen Rinboieh- mar Et stauben zwifchen 12- vis löOu Stück Großvieh unb etwa 200 Kälber zürn Verkauf. Der Hanbel in Milchware zeigte eine Ruhe, bie beäng]"tigeub war, bei sehr gebrückten Preijen, loornn zum Teil ber überstarke Markt bie Schutt) trug. 9luv erstktafsige Kühe hielten gute Preise, währenb sonst em Abschlag von 2040 Alk. beim Stück sich emstellle. In Fettvieh mad)te sich ber Hanbel ebenfalls recht stau, boch hielterr sich bie billigen Preise bes letzten Aiarktes, weit ber Auftrieb tn dieser Viehgaliiing nicht groß war. In Jungvieh zur Zucht unb Mast ivar zwar Stachsrage, boch war barm wegen ber Quarantäne nichts an ben Markt gebracht. Die Handelsleute, bie Jungvieh meistens aus ben angrenzenden preuß. Gebietsteilen auf den Markt bringen, scheuen bas Risiko und bie Kosten ber zehntägigen Quarantäne, wenn sie bie Ware nad) Hessen verbringen wollen. Der Kälbermarkt war wieber nicht schlecht, auch hielten sich bie Preise beS letzten Alarktes, iveil für bie Groß- ftäbte Bebarf oorlag. Zug- unb Fahrochjen ivaren auf bem Markt diesmal nur in Mittelware vertreten, doch ntachte sich fein rechter Hanbel bemerkbar. Einige Paare gingen zu allerbmgd nicht sehr guten Preisen nad) bem Wesierwalb und bem Rhemlanb fort. Es würben oerfauir bas Stück fri)d)melEenbe unb Iragenbc Kühe 1. Qual. 430480 Alk. (einzelne befonbers fchwere Tiere bis 550 Alk.) 2. Qual. 320380 Mk., 3. Ql,al. 250-300 Alk. Tie Preise für Fettvieh stellten sich pro Zentrier Schlad)tgewicht: Rinder 1. Qual. 67-69 Mk., 2. Qual. 6566 Mk., Kühe 1. Qual. 63 bis 65 Aik., 2. Qual. 6062 Alt'., fette Ochsen je nach Güte 72 bis 74 Alk., Kälber 1. Qual. 6972 Mk., 2. Qual. 64-67 Mk^ 3. Quai. 5560 Mk. Fahrochsen wurden bas Paar in Atittelware abgegeben für 7508u0 Alk. Ter Markt blieb in Milchvieh üderslänbig.

fc. Frankfurt a.M., 26. Febr. Sd)ivelnemarki. (Drg.- Tel. bes Gieß. Anz.) Zum Verkaufe stauben 1316 Schweine. Bezahlt würben: für Schweine 1. Qual. 5859 Pfg., Lebendgewicht 46,0 bis 00,0 Pfg.; 2. Qualität 5700 Pfg., Lebendgewicht 45,000 Pfg. 3. Qual. 4851 Pfg. Markt gut, Ueberftanb unbedeutend.

Kartoffelmarkt-Bericht oon» 24. Februar 1908. Friedberg (Hessen): Rote Sorte Mk. 2.20-2.30, Magnum bonum 2.602.75, weiße runde 2.202.30, (Selbfleifd)ige, wetße, 2.35 bis 2.50. Frankfurt a. Al.: Rote Sorte Alk. 2.200.00, Alagnum bonuni 2.600.00, weiße runde 2.20 bis 0.00, Gelbsteischige, rote, 2.250.00, weiße 0.00. Wiesbaden: Magnum bonum 3.00, weiße runde 2.85. Al a n n t) e i m: Alagnum bonum Mk. 2.652.75, Gelbflerfchige, blaue 3.053.75, rote 4.20 bis 4.30. Köln: Rote Daber Alk. 0.000.00, andere rote Sorten 0.00, Magnum bonum 3.00,bis 3.05, weiße runde 0.000.00, Gelbsteischige blaue 0.00-0.00, rote 2.752.80, weiße 3.50 bis 0.00. Dortmund: Alagnum bonum Mk. 3.05, weiße runde 0.00, Gelbsteischige, blaue 2.80, rote 2.90, weiße 0.00. weiße 3.25. Münster: Alagnum bonum 2.60-2.75, Gelbfleifchige rote 3.00 bis 3.10, weiße 3.754.00. H a g e n: Rote Sorte Alk. 2.95, Alagnum bonum 3.103.15, Gelbfleifchige weiße 2.75-0.00. K ernten: Magmun bonum 2,70, Gelbfleifchige, rote 3.20. Saarlouis: Rote Sone 2.50, Alagnum bonum Alk. 0.00, weiße runde Alk. 2.50. Frankenthal: Rote Sorten 2.60, Alagnum bonum 2.60, weiße runde 2.50, Gelbfleifchige, blaue 3.50, Zote 3.50, weiße 4.00. (Alles per 50 Kilo.)

AirchSiehe Nachrichten.

tLvuttgeufche Wimrtliivt.

Donnerstag ben 27. Februar, abends 8 Uhr, im Markus- saal: Bibelstunde. (1. Petr.-Brf., Kap. 5.)

, _ '-Vunter Schwabe.

Gießener Wetterdienst.

VoranSsichtliche Witterung für Hefscu am Donnerstag den 27. Februar 1908: Vteljad) heiter, trocken. Nachtfrost. Am Tage Temperatur wie heute. i)lbrblid)e Winde.

Berlin, 26. Februar. Dem Schriftsteller Karl Böttcher, dem Opfer des sattsam bekannten Wiesbadener Polizei-Attentats vom 26. Oktober 1906 ist nun endlich die von ihm geforderte Genugtuung zu Teil geworden. In einem Schreiben an chn hat der Minffter des Innern von Aioltke in Uebereinstimmung mit dem Polizeipräsidenten und Regierungspräsidenten zu Wiesbaden ihm sein Be­dauern darüber ausgesprochen, daß er in jener Nacht ohne begründeten Anlaß festgenommen worden sei und chm gleichzeitig mitgeieilt, daß der schuldige Schutzmann disziplinarisch bestraft worden sei.

B e r 11 n, 2_o. <yeur. berliner Tageblatt ist in ber Lage, bie Meldung, daß der Qberpvstdirekkor von Schlichtiug anstelle bes Staatsiettetars Sydtvv zum Urtteritaatsierretar im Reiä)s- pvftantt unb Oberpvstöcrekwr Borbed zum Direktor im Reiä)s- poitamt ernannt würben sei, aus Grund von Er kundig ungen an beftumcrrichteter örelle zu dementieren.

München, 26. Febn Der Borstanb des Laubes- vervanbes der jungliberaleu Vereine Bayerns hat gegen den Erzbischof von Bamberg, Tr. von Aber t, eine in säMfen Ausdrucken gehaltene Resolution beschlossen.

Lausanne, 26. Februar. Der Ichährige Böhm aus Bern und der 24jährigc Otto Meyer aus Pforzheim unter­nahmen am Samstag von hier aus eine Skitour und sind seitdem verschwunden. Da inzwischen eine starte Lawine niedergegangen ist, so liegt die Befürchtung nahe, daß Beide habet ihren Tod gefunden haben.

Budapest, 26. Febr. Tie Siadtverivaltung dementiert die Nachricht, baß infolge ungenügenber Fürsorge ber Hungertyphus ausgebrochen fei, gibt aber zu, baß ber Fle cken t yph us stacker als sonst auftrete.

Lissabon, 26. Febr. Ter Ministerrat beschloß, die Verordnungen F r a n e o s, in ber er bie Auslojuug ber K a m »n e t ausfprach unb Neuwahlen anorbnete, auffzuheben. Die Kammer soll rasch emberuicu luerben unb ihr bie Absichten deS Königs und der yiegierung mugeieilt werden. Erst bann soll über die Auflösung Beschluß gefaßt werden. Die 91 e u w a h l e u würben nicht vor dem 5. April ftaufinben.