Ausgabe 
26.2.1908 Zweites Blatt
 
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sind ferne Landschaften, in denen eine gewisse Monotonie sich breit macht. Auch sein(Stjopin*, oa-3 Gegenstück MiBeethoven*, zeigt ihn, wenigstens nach der hier ausgestellten Reprobutnon zu schließen, durchaus nicht aus der gleichen Hohe« Hier islls, wie bei Thorwaldsens erklügeltemMorgen" im 93er- flleid)e zu seiner herrlichen, dem Innersten entsprungenenStacht", die merkliche Absicht, gleiches zu geben, die verstimmt. Gerühmt zu werden verdient noch das KunstblattHeidelberg". -i-

Marburger Mappe. Die Hof-Buch- und ftnnftrt Handlung Karl Victor in Kassel hat soeben eine Mappe von Mar-i bürg herausgebracht. Es sind zehn Original-Steinzeichnungenl von F. Fenncl, b:r mit feinem Gefühl für malerisckst Schönheit Sicherheit in der Technik dieses Kunstverfahrens verbindet. Der Blick von b r Schloßterrasse ins Lahntal mit den zwei Käftanien-i büiimen zeigt eure wundervolle Herbststimmung, zart geschaut und mit, man nuschle sagen, poetiidfcm Temperament toiebergcgeben., T<nm findet sich da eine irefflickst Wiedergabe dcS monumentalem Motivs von i>er Universität. Ter Friedhof ttrieomim zeigt uns die ganze Traulichkeit eines althesfischen Städtebildes. Mit der­selben Meisterschaft und Liebe sind die Pfarrkirche,, Wehrda usw. ersaßt und wiedergegeben. Tas ist beste Heirnatkunft.

KleineChronik aus Kun st undWissen schäft. In Prag ist der Universitälsprosessor _ Dr. Pala cky und der czechische Dichter Sivatopluck C e ch gestorben. (Cech, geb. 1816, studierte die Rechte, wurde in Prag Redakteur, 1895 Reichsratsadg. Er war der Hauptvertreter der nationalen Rechte m der czechische» Poesie und als Epiker bei seinen Landeslenten besonders geschätzt. Seme Prosa ist das edelste, was die czechische Literatur bietet. D. Red.) Zur Errichtung eines Berliner Fontane-Denk­mals fordert ein Komitä aus, dem von Schriftstellern, Gelehrten und Künstlern unter andern Bölsche, Dr. Arahm, Pros. Louis Corinth, Friedrich Dernbiirg, der Direktor des KupferslichkabineUs Dr. Friedländer, Fulda, Gerhart Hauptmann, Heyse, Kainz, Kampf, Liebermann, Mauthner, Alessel, Meyerheim, Prof. Dr. Richard M. Meyer, Raabe, Bürgermeister Dr. Reicke, Schlenlher, Erich Schmidt, Sudermann und Wilbrandt angehören. Aber auch der Reichskanzler (als Ehrenpräsident), der Minister Holle, v. Moltce und v. Rheinbaben und die Vertreter der Siadt Berlin beteiligen sich. Der Ausruf besagt, daß das Denkmal von Professor Max Klein ein Standbild in ganzer Figur sein wird. Aus Beranlassung der Münchener Polizcidirektion ist sämtlichen Schulpflichti­gen der Besuch von Nestroys ZauberposseLu in p a c i vagabundus" verboten ivorben. Im Sendlinger Bürgev- lheäter zu München wimmelte es in den letjtcn beiden Bor­st eüungen dieses Stückes von Kriminaljchutzleuten mib Schul» pedellen zur Ueberwachuug des merkwürdigen Befehlt

Zweites

158. Jahrgang

AHchetrv Ktzsich mtt Ausnahme des Sonnkagr»

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stonrurüenyiiauiei em. .ter '^.aais-iercctar mou^ie ouiur ttgen, daß die Kvnsurr cnzklausel gänzlich verboten und so den

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flut abgestimmt und kleine Stockungen störten nicht sonderlich, r ikos felber schui als Vater eine ivohlgelungene Eharakiersigur.

| Stoben als Sohn zeigte im ersten Akte erfreuliche Jünglings- ij H d)e, die ihm immer gut zu Gesichte sicht. Später fehlte ihm i! bcs kernhaft Männliche, das weltmännisch Sichere mib lieber-

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Mfkßenei $amlltenbl6tterN werden dem Alnzriger" viermal wöchentlich beigelegt, daS sür des Kreis Dietzen" zweimal VtttzcntUch. Dir ^randwirlschaftlichen Srtt- fteye** erscheinen monatlich zweimal.

der fortgesetzten Beratung des Justizetats kommt Ab- -Mmeter Schack (toirtfd). Vgg.) auf die Kvnkurrenzklausel zu i>Kd)cn, deren Beseitigung notwendig sei. Tie Verhandlungen -,v. bm KäusinaruiSgerick ten sollen ergeben haben, daß die

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Vater und Sohu.

.i>cn 27. tfo Mbti im 3^ lprm. ritta« J

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schu!» straße 7. Expedition und Verlag: oL

Redaktion:e-^112. Tel.-Adw:AnzeigerG retzen.

rckumg:

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-.rnhair Männliche, das weltmännisch Sichere und Ueber- lt- enc. Er blieb jünglingshaft zerfahren. Es bestand in ferner Erstellung fern wesemlicher Unterschied zwischen dem ersten und beiden folgenden Akten, obwohl Zähre der völlig ummodeln- bp Reise dazwischen liegen. So machte er uns wohl den guten V'Uil durchweg sympathisch, ohne ihni iiides völlig gerecht zu »eiben. Angelina Gurlitt, der Berliner Gast, ist eine R uiftlcrin von nicht gewöhnlicher Technik, von charmanter Roiitine Mb schmiegsamer Grazie. Sie hat als Tochter des Landes der auf- Wenben Sonne ihrer Sprache eine überzeugend exotische Färbung Clilt apartem Wohllaut gegeben. Da^u kommt eine gewisse exotische

Mittwoch 26. Februar 1908

aa Rolalion-druck und Verlag btt Brühlfche« UnwersitätS - Buch- und Stemdruckeret.

® ür 8 N* Lange, Gießen.

parlamentarisches.

Der Preußische Eiseubahuctat.

Die Diidgetkommijsion des preußischeii Abgeordnetenhauses beriet am 25. Februar denE i s e n b a h n e t a t" weiter und verhandelte speziell über seine wirtschaftliche Seite. Aus den Erklärungen des Ministers und feiner Kommissare ist folgendes hervorzuheben: Eun- sichlllch der Wagengemeinschaft wurde ein Vertrag abgeschlossen mit Mecklen bürg mit Wirkling vom 1. April ab. Verhandlmigen mit Württemberg und Baden schweben. Die hragc, otz diese Beiträge der Gcnehmiguiig des Abgeordnctei.haiises bebürflen, wurde von dem Minister verneint. Mit Rückfiait auf die un­günstigen Verhältnisse mürbe eine Ermäßigung der Gütertarife nicht in Aussicht genommen. Tie weitere Entwickelung mürbe auf bem Wege ber Ausnahmetarife für Rohstosse erfolgen. Es wurde der Nachweis erbracht, daß die E r m ä ß i g u n g der Gütertarife in den letzten 20 Jahren eine ganz erhebliche gewesen ist. Tie Ablvanderung von der ersten in die ziveite Klasse betrug 2i>u,0, von ber ziveiten bis in die dritte 4 bis 3 % als eine Folgewirkung bei Tarifreform unb der Fahrkartensteuer, wobei,letzterer m der Haupt­sache der treibende Äioment zusällt. Der E i n n a h m e a u s s a l! i n s o l g e der F a h r t a r t e n ft e it e r betrug 10 Millionen. Vom 1. April ob wirb eine erhebliche Berrnehrung von zuschlagfähigen D-Zügen unb bie Aufhebung znschlagiähigcr Schnellziige eintrelen. Die Zahl der V-Zugwagen bezifferte sich im Jahre 10u7 auf 54G und beträgt im Jahre 1908 etwa 1100 und wirb sich im Jahre 1909 auf etwa 1400 belaufen. Die Schnellzüge, bie den Fernver­kehr dienen, behalten, solange fte auch noch nicht in V-Zi.ge unn gciuanbelt sind, in ihrer verminderten Zahl die Fahrkartenzuschlags­pflicht. Tie Fahrkartenausgabe zu einem dritten Orte wird eine beschränkte bleiben. Zuschlagskarten werden unbegrenzt auch ohns Fahrkarten an jedem Orte Deutschlands ausgegeben. Ebenso Ge­päckscheine für Ha ndlungs reisende, die über 200 kg Gepäck aiügebcn, zahlen künftighin nicht mehr die doppelte, sonder» nur bie einfache Taxe. Auch ohne eine Fahrkarte kau» künftig Gepäck aufgegeben werden unb es wird dann als Expreß­gut nach dem früheren Gepäcktarif bezahlt.

Berlin, 25. Febr. Die Börsengesetzkommissioa verhanbelte heute über den 8 öl, der besti.nmt, daß der Bundesrat Borsentermingefd}äste in beftimmtat Waren oder Wertpapieren vcroiclen ober die' Zulässigleit von bestimmten Bedingungcu ah* hängig machen kann. Anstelle dieses ParagraplstN wurde ein Antrag des Abg. Bitter (Ztr.) angenommen, wonach diese sakub, lative Vorfchrist obligatorisch Kraft erhält für den Fall- daß die nach § 48 erforderliche Genehmigung des Borsenvorstanbes zum Terminl-andel verweigert oder zurückgezogen wird.

Nach den neuesten Informationen der deutschen Wein, zeitung wird ber 2S e i n g e f c ij e n t m u r f einer nochmaligen Um- arbeitnng unterzogen, nachdem der zweite Entwurf bei den Einzels staaten prinzipielle Bedenken erfahren hat. .Diese erstrecken sich insbesondere auf die räumliche Begrenzung, die Etikettenfrage unb, die reichseinheitliche Kontrolle im .Hauptamt.

Deutsches Aeseh.

Berlin, 25. Febr. Ober-Po st direktor Voroeck Berlin wurde zum Ministerialdirektor der 4. Abteilung im Reichs-, Postamt, Ober-Po st direktor von S ch l i ch t i n g - Bremen zum Unter ft aatdfeEretär im Reichs-Postamt er-, nannt. b. Schlichling, ein Mitschüler deS Kaisers aus seiner Kasseler Zeit, wird als Nachfolger Shdows auch die 2. Abteilung übernehmen, da er selbst aus der Telegraphen-Berwaltung hervor- gegangen ist.

Die Bearbeitung der neuen Felddreustord- nun g ist soweit vorgeschritten, daß ihre endgültige Genehmigung durch den Kaiser unmittelbar bevorsteht. Die Truppen dürften zu Beginn der Frühjahrs-Ausbildungsperiode bereits im Basis dev ausgearbeiteten Vorschriften sein.

DikULtzcyer Reichstag«

Sitzung wonv 25. Febr. 1908.

Am Bundesratstische: v. Bethmaim-Hotlweg, Kvätke, Nieber- )itg, Dernburg, Sydow.

Ter Präsident eröffnet die Sitzung umf 1,20 Uhr.

Ter Gesetzentwurf betr. Abänderung des Gesetzes für das lÄegraplstnwcscn 'beö deutschen Reiches (Telefunrengcsetz) wird ji dritter Beratung ohne Debatte angenommen.

Sodann wird der Enttvurf des Scheckgesetzes in dritter Be- -i imtg cndgÄtig nach den Beschlüssen der ^loeiten Lesung an-

Komödie in 3 Akten von G u st a v E s m a n n.

Das tragische Ende Esmanns, eines Kopenhagener Lebe­mannes, der als stattlicher Vierziger durch bie von wilder Eifer­sucht geführte Land einer seiner Geliebten ums Leben kam, hat bie Aufmerksamkeit" ber deutschen Bühnenleiter auf dessen Dramen ge­ltet, unb nn Oktober v. Js. erschienVater und Sohn" in bei schickten Verdeutschung Rudolf Presbers auf ber Bühne des frankfurter Schauspielhauses. Damals bereits habe ich an dieser stelle von dieser Komödie gesprochen. Sie ist nicht allzu literarisch, wer cnnüsam, etwas sorglos, aber anständig gemacht, von behag­licher Breite. Zuerst erzieht der Vater den Sohn unb treibt ihm teu ersten Liebeüuusinn kräftig, aber wirksam aus; em paar Jahre ipütev, und das Umgekehrte vollzieht sich: Der Sohn, mzwischeii fernen Osten zum tatfräftigen Aianne herangereift, macht den «»h der landläufigen Spießer-^Aioral" zermürbten, an veraltete, r'irnunftlofc Gejellschaftsiiormen sich gefesselt sehenben, einst so s-asfensfrohen, jetzt sich selbst verlierenden Vater zum Ersuller seiner Ipiten Liebe.

. Tas beste an dem Ganzen ist ber erste Akt: der mittlere ist 1 ünalje überflüssig und der letzte ivirft lediglich durch den i-trallelismus zu dem ersten, indem sich das ganze Spiel an der- luden Stelle noch einmal wiederholt, nur eben mit vcrtau]d)ien Allert. Bei der hiesigen Inszenierung ist der erste 'Akt leider sehr Leblich gekürzt. DaS ganze Strafgericht der heben Familie über Ikt Sohn ist in Fortlall gefommen, ebenso die Szenen des erpen MtretenP des Schmarotzers Neergaard. Gerade diese gestrichenen ^enen aber charakterisieren erst so recht die üble Lippe von Vater wb Sok)n. Trotzdem aber ist ein Erfolg festzustellen.

Die Aufführung war von Oberregisseur B a k o f im ganzen

AnsSsnS.

Stockholm , 25. Febr. Die Regierung schlägt dem Reichs­tage erhöhte Steuern für ausländische Musiker nnd Künstler vor. Für selbständige Vorstellungen und Vorträgkf sollen 5 Proz. brutro, für Mitwirlung an Konzerten und Vvr^ stellungen 10 Proz. des Einkommens, mindestens 50 Oere täglich, verlangt werden.

Lissabon, 25. Febr. Die bei der Pariser Gesellschaft Urbaine" auf das Leben des ermordeten König s^D o Carlos versicherte Summe von 1.1 Millionen FrankH war bei der Bank von Portugal verpfändet. Der, Betrag wurde gestern ausgezahlt. Diese Tatsache erregt Auf­sehen da das VersicherUngsgeld zum Abtragen der Staatsvorfcyüfse, die Dom Carlos erhalten hatte, verwendet werden f^lte.

Nuance ihres Lleußeren und ein exquisiter Toilettengeschmack. 2)ht der Akustik unseres Theaters noch unvertraut ging den meisten Zuhörern meles von ihrer Rede vollkommen verloren. Jeden- mlls fügte sie sich unserem Ensemble adäquat ein. Nicht Nicht am rechten Platze stand Helene Ach ter berg, Misere ausgezeichnete »Nabensteinerin". Ihr ist nun einmal das Heroische die rechte Domäne. Für emkleines Frauchen" fehlen ihr doch bie passenden Dimensionen. Recht gut, und geschmackvoll genn.q, um nicht in die ordinäre Sphäre der Fraiiksurter Darstelleri»i dieser heiklen Rolle zu verfallen, gab Toni Spion die Halb­weltdame Camilla (bie Fr.Camilla" erscheint in unmöglichem, lächerlich kiirzen hellrolen Seidenröckchen und aufdringlich sich präseii- tierenben weißen Dessous. Auch v. d. Becke und Gse ll, soivie 2 o r a O r m o n t zeigen sich in ihren wenig sympathischen Aufgaben liebenswürdiger als die entsprechenden Frankfitrter Darftellcr. Ter Beifall rvar marin unb bie Inszenierung, mitsamt bem sehr wohl gelungenen Gewitter im zweiten Akte, angemeffen.

Nb. :

®aPpnun

Im Kunstsa 1 on Hirz in G i e ß e n ist z. Z. ein ffie- mälbe alisgestellt, das auf seiner Wanderung durch franzölisckie und deutsche Städte zu bedeutendem Rufe gelangt Hi:B eelhove n", von dem jungen Italiener L. Balestrieri in Paris. In einen; großen Dachzimmer, einem Atelier enva mit Oberlicht ober elektri­scher Deckenbeleuchtung, gewiß im Quartier Latin zu Paris, lauschen em paar Bohemiens, dem Anscheine nach Polen, zuin mmbe|ten Slaven, bem Geigensp-el eines Kollegen, ivahrend ein anderer auf dem Piano begleitet. Die beiden Musiker habeii die Hörer ganz in Banden geschlagen. Weichen Ernst lösen die Töne bet bem einen aus. Wie Angst unb Trauer um ein verlorenes Leben durchschauert es bie rolblonbe Grisette, bie sich an den ernsten reimb lehnt. Dem Dritten flößen die Melodien Rührung em, er birgt den Kopf in den Händen und scheint zu meinen. Em anderer steht tiefsinnig im Hintergründe ganz verloren in die "wtaphysische Welt der Töne, bie bie Mansarbe durchfluten. Tie Macht ber Musik, malerisch vornehm unb lyrisch ergreifend behandelt. Die innere Geschlossenheit des Bildes, das überwiegend durch körper­liche Gebärde den seelischen Vortrag vermittelt, ist des Malers Hauplstärke. Die nur angedeutete Lichtquelle würde, sichtbar ge­macht, ohne Zweifel von dem intimen Reiz ber versun kenen Musik- enthusiasien ablenken,barum verbarg der Ataler sie. Balestrieri lernen wir hier, wie mich aus den meisten weiter hier ausgestellten Re- prcbuftionen anderer seiner Werke, als einen Virtuosen des Zwielichts kennen, als Tämmermaler von starker JnMüion, schäristen Erkenner ber verschiedensten Lichtmrancen und vollendeten Beherrscher der maleriicbeu Technik. Wenig« anjprechend

in der und tibfli rtossherzofi :ssen kurzen Zeiü' machend «h ;elühri;

tjges Bindel, i Gesinnung f mde; brin? i' . aus beide j iiessische

ftTTtschaftspi?

da weiteste^ geraten-A®; ^oncen'l?

sspreia: w76. bei der Poä; isinnigeu le Vonög len BesteM gegen.

! /Leerungen auf ein vollständiges Verbot ber Klausel doch nicht -iigehen würden. T-ie sogenannten geheimen Ablomme-n, luic der D-Banken seien ebenfalls Gegenstand von Besck-werden vitrefeit. Redner geht auf die einzelnen Fülle der angewen- !Ln Konkurvenzklaufel ein. Ter etaatyfefeetär möchte dafür

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Iuuck (Natl.) wünscht uicksts sehnlicher, als daß der Staat von dem § 184 a des Strafgesetzbuckies Kugunsten der Kinder energischen Gebrauch mache. (Lebh. Beifall.) Redner begründet svdami die Resolution betr. die gesetzliche Regelung der Tarif­verträge. Absichtlich set diese gerade zum Justizetat eingebracht worden, weil es speziell dir Reckstslage der Tarifverträge sei, die einer Prüfung bedürfte. Es fei geradezu ein Ai angel von reckstlicher Sicherung der Tarisoerträge tzu fonftatieren. Die öffentliche rechtliche Regelung lehne feine Partei ab, wegen der rmt bem offenen Reckst stets verbundenen Schablonisierung.

Staatssekretär Dr. Nieberding erklärte, irn Reichsamt des Innern und irn Reichs-Justizamt sei man sich über die große Bedeutung der Tarifverträge in wirtschaftlicher und sozialer Be­ziehung einig. Eine evenll. Regelung könne aber nicht partikular- rechllich, sondern müßte rcichsrechtlich erfolgen. Auch sei cs dringend erwünscht, zu einer solchen Siegelung bald zu kommen, ade: so einfach wie der Siebter es sich vor stelle, fei die Sie­gelung durch das Gesetz nicht. Bei einer solchen würden die Anregungen der Adgg. Gröber und Junck gebührende Berücksickstb- gung 'finden. -1 .4

Heine (Soz.) kommt nochmals auf die Kontroverse zwischen Maltzahri und Stadchageu am vorigen Jrellag zurück, und bezeichnet die Amtsführung Stadthagens als eine vollkommen ehrenhafte. Er trete für Stadthagen nicht aus persönlicher Freundschaft und Parteirücksichten ein, sondern indem er seinem Gewissen folge. Das Verfahren der Staatsanwaltschaft im L>arden-Prozeß mache den Eindruck der Verworrenheit und Unklarheit aus Mangel an Verständnis. Redner führte dann näher einen Fall an, indem die Staatsanwaltfchast ein Einschreiten gegen die SMxiUion ber ZeitungDie Post" wegen Beleidigung des Abg. Fischer-Berlin, bem die Annahme von SchnriergeLern vorgeworfeu war, ab- gelehnt hatte.

Staatssekretär Dr. Nieberding: Der Dorredner würde der Sache besser dienen, wenn er sich nicht aus eine Verall­gemeinerung einließe und nicht die gairze Rechtspflege in Preußen angrifse. Er erkenne an, daß die Handhabung der Bestimmungen über die Erhebung der Anklage eine sehr schwierige sei. Wenn aber der Vorredner durchblicken ließe, daß es zuwellen auch bei den Staatsanwällen an gutem Willen fehle, die Verhandlungen unparteiisch zu würdigen, so müsse er dies als eine ungerecht- icrtigte Verleumdung zurückweisen. Der Vorredner habe sich aber geirrt, wenn er meinte, der preußische Justizminister hab, von der hier volgebrachten Sache gewusst, und es sei ausiallend, daß der Staatsanwalt erst Ermillelu.'.gen einleitete und nachher bie Verfolgung nicht eintreten ließ. Es liege hier ein bedauerliches Mißverständnis vor, dessen sich der Staatsanwalt schuldig gemacht habe, ein weiteres aber nicht. Ein polit. Einfluß sand nicht statt.

Kreth (Kons.) meint, das Verlangen Heines, daß mehr Staatsanwälte zum Schutze der Abgeordneten erforderlich seien, sei unersüllbar, denn dann brauche man allein in Berlin sechs Staatsanwälte mehr. Auf den Fall Stadthagen eingehend, führte Redner aus, daß zweifellos ein großer Teil der Anwälle mit Stadthagens Verhalten nicht einverstanden war. Wenn die sozial­demokratischen Rechtsanwälte so großen Wert ans die Zugehörig­keit Stadthagens zu ihrem Stande legten, dürfte es ihnen nicht schwer fallen, das Verfahren zur Wiederaufnahme herbeizuführen und Stadthagen wieder einzusetzen. Im lveiteren Verlauf wird Kreth vom Vizepräsidenten Kämpf ersucht, zum Reickfs-Justizamt zu sprechen. Kreth schließt, wenn die Regierungen eine gesetz­liche Handhabe bekommen wollen, um gegen die standalöjen Aus­wüchse der Sozialdenwkratte scharf vorzugehen, so werde seine Partei sie ihnen nicht verweigern.

Heckscher (Freis. Vp.) wendet sich gegen Stadthagen wegen dessen scharfer Angriffe gegen die Hamburger Justiz in Sachen der Hafenarbeiter.

Hierauf wurde die Diskussion geschlossen.

Nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen wird der Gehalt des Staatssekretärs bewilligt.

Es folgt die Abstimmung über die Resolutionen.

Angenommen wurden die Resolutionen auf Erhöhung der Gebühren für Zeugen und Sachvcrftändige und wegen Gewährung der Selbstbelöstigung und der Selbftbefchäftigung der llnter- suchungsgcfangenen. Tie Absttmmung über die Resolution Basser- mann wegen des Sttafverfahrens gegen Jugendliche^ mit dem Anträge Kirsch wurde bis zur dritten Lesung ausgesetzt. Die Resolution wegen einheitlicher Regelung des sttafverfahrens wurde angenommen, desgleichen die übrigen Resolutionen mit Ausnahme derjenigen, bett. Errichtung von Straslolonien, betr. Sonder­gerichte für Bureaugehllfen und betr. Zengnisverweigerung der ReichstagSabgeordneten.

Sodann wurde die Weiterberatting auf Mittwoch. 1 Uhr vertagt. Außerdem Petitionen, Wahlprüfungen und Aenderung der Ge­werbeordnung. Schluß nach 6^2 Uhr.

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iisenetflfeifall rechts.)

StaaiSfekretLr Dr. Nieberding : Die »Frage bedürfe einer ntAnnnnlij rnisten Prüfung. Die materielle Bedeutung der Sackst über-

hh i hB ih'che dw Vorredner vielleicht. Sie habe aber auch eine kolonial- UUilUdOuIll wlitische, juristische und sehr große sinanzielle Bedeutung. In ' l.jjter Beziehung seien die Ausführungen des Vorredners nicht cusreichend gewesen, um alle Bedenken zu zerstteuen. Die 'Regierungen werden sick)! auch in Zukunft mit der Frage be- iLstftigen^ tTD^yemi Halle er cs aber nicht für augezeigt, die Ümahme der Resolution zu empselsten.

von Chrzenowski (Pole) fiiljrt unter Hinweis auf eine vcVf.; Anzahl auf den Tisch des Hauses niedergelegten Sck-risten, Aicher, bildlicher Tacstellungen nsw. ans: Alle diese Bücher :inb Schriften seien wegen ihres aufreizenden Jnl-altes^ Uni- I liniert werden. Unter dieser. Firma werde von der preußischen Regierung ein erbitterter Kämpf gegen die polnischen Dichter irb die polnische Kunst geführt. Schreite Preußen auf diesem Dabe weiter, so werde es sich noch um den letzten Rest von äwdit in der Welt bringen.

Roren (Ztr.) legt gegenüber dem Abg. Müller-Meiningen tot, daß seine (Rüvens) Ausführungen im Abgeordnetenhaus ültr die Veläucpfung des künstlerischen Schmutzes die allseitige Siftimmung des Hauses gefunden hätten, da er hauptsächlich das Lcherhandnchlnen des lllerarischen Schmutzes behandelte: ferner h'Cbe er erklärt, daß dagegen schon auf Grund der befreheuden tiftimmungen oorgcgangen werden könne, lucnn * auch eine ge- sctzliche Festlegung des Begriffesunzüchtig", erwünscht sei. Tcr Ctzurutz mache sich breit unb gewissenlose Spekulanten ve- b.efen durch ihre dreiste freche .yanblung, daß der Grund ^Tiür tuemger in Sem Mangel an ausreichenden gesetzlichen -.'fiimmungen, als in der Anwendung der bestehenden 'Gesetze l»gc. Er wolle nichts als die hcramvachsende unb unticrborixaie Zilgend gegen sittliche Verseuchung und gegen das gewissenlose Sbekulantentum schülstli. Es sei eine traurige Tatsache, baß tei obskonen Bilder und Schristen in ber letzten Zeit unheim­lich zugenomimen hätten. Er wolle keine Knebelung der Kunst, fc^ibem das Gegenteil, Befreiung der Kunst vou ihrem größten winbe, der sie zum Gemeinen degradiere.

" LAmschen der HandlrumsgeMen fistechnung getragen werde.

Staatssekretär v. Shdow führte aus: Es liege ihm da- llM, die erste Gelegenheit, nachdem er das Reichsschatzamt über- nTimen habe, zu einer kurzen Erklärung persönlicher Art zu .Miuben. In seinem neuen Bernsskreis liege ihm vor allem bie Ausgabe ob, sich über den Stand wichtiger und schrvieriger y-eegen zu informieren. DaS werde bie nüchsterr Wochen seine -trdcllskrast ziemlich stark in Anspruch nehmen. Man werde b verstehen, wenn er nicht so häufig luic sein verehrter Amts- Migängei hier erscheine und er werde die Vertretung in den fernen, die nicht die Reichsfinanzverwaltung berühren, nicht M.LbÜ führnr, fonderu feinens Kollegen Twele überlassen. Er 'mJc Wert darauf gelegt, diese Erllllrung hier zu Anfang abzu- sübcn, dunut seine häufige Abwesenheit nicht als Mangel an Rücksicht gegen dieses HauS ausgelegt werde. (Beifall.)

von Liebert (Reichspartei) begründet die Resvlutwn be- i^esfeud die Deportation. Der Gesundheitszustand unserer Ge- iitgenen sei nicht der beste, besonders greise die Tuberkulose immer ine Ire um sich Mau solle chnen in einer neuen Welt ielcger.hcll zu iteueml Leben geben. Afrika fiomme nicht in >ü)ilN»lM betracht, du man den Eingeborenen nur gute Vorbilder geben Hirse. Es kämen Neuponunecu und die Marianen in Frage, ts handle sich hier allerdings um ein neues Projekt, das sich i ittoideln rmd dessen Ideen sich allinühlich einbürgem müßten.