Ausgabe 
25.11.1908 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

von ZiMrrenkisten-Ausstattungen befaßt, infolge mangelnder Auf- träge eine Betriebseinschränkung von zunächst einem Tage wöchent­lich hat eintretcn lassen, um Arbeiterentlassungen zu vermeiden. In der Bekleidungsindustrie dauerte der Mangel an Schneidern an, besonders in Kassel war vorübergehend eine förmliche Not an brauchbaren Arbeitskräften, während allgemein bereits an Schuhmachern Ueberangebot zu verzeichnen war. An ungelernten Arbeitern ist im ganzen Gebiete mehr als Ueberfluß vorhanden. Im engsten Zusammenhänge mit der großen Zunahme der männ­lichen Arbeitsuchenden aller Kategorien steht die Tatsache, daß in diesem Jahre, besonders jetzt zur beginnenden Winterszeit, wo die saison morte bcr_ Bader und Erholungsorte beginnt, ein lieber» angebot an Dienstboten in manchen Städten sich bemerkbar vmcht, so daß den sonst nie um Stellung in Verlegenheit gesetzten Dienst­mädchen jetzt schon mancherorts Verlegenheiten bei Dienstboten­wechsel sich bieten. Der Grund dieser Erscheinung ist zum Teil 'm den ungünstigen Erwerbsverhältnissen zu suchen, die manche Familien zur Entlassung des Alleinmädchens oder Zweitmüdchens zwingt, aber auch manches bisher in Fabriken beschäftigte Mädchen veranlaßt, wieder als Dienstbote Stellung zu suchen. Interessant ist freilich, daß trotz "dieser VerMtnisse die Klagen über den Mangel an brauchbaren Dienstleutcn in den kleinen Städten und besonders auf dem Vlatten Lande fortdauern,^ vielleicht weil die gewerblichen Stellenvermittlungen, in deren Hand ja heute noch der überwiegende Teil dieser Vermüllungen liegt, den Zuzug nach den Städten eher begünstigen als erschweren. Bedauerlich ist es, daß die mangelnde Kontrolle des Verkehrs bei den privaten Stellenoermittlern es ungemein erschwert, das gegenwärtige stellen­weise Ueberangebot einigermaßen sestzustelleu. Sache der Presse, besonders auch in den kleinen Gemeinden, müßte es, in Er­mangelung anderer zur Zeit nicht zu erwirkender Maßnahmen, fein, auf die Verhältnisse aufmerksam zu machen, und weiteren Zuzügen von dem Lande in die Stadt durch Hinweis auf die öffentlichen Arbeitsnachweise in den kleineren Gemeinden ent» gegenzuwirken. Zahlenmäßig betrachtet, stellt sich die Vermitt- lungstätigkeü wie folgt: Im ganzen wurden an den öffent­lichen Arbeitsnachweifen, die dem Verbände angeschlossen sind, mit Einschluß derjenigen der Herbergen zur Heimat bezw. der Naturalverpflegungsstationen 8976 Personen, vermittelt. Davon kamen auf 100 offene Stellen z. B. in Kassel 157,0, Darmstadt 197,8, Frankfurt a. M. 174,1, Gießen 219,4, Hanau 172,1, Kreuznach 216,1, Mainz 213,1, Offenbach a. M. 223,4, Wies­baden 209,0 und Worms 203,2 Arbeitsuchende. Es wurden in fast allen den angeführten größeren Arbeitsnachweisen bedeutend weniger vermittelt wie int Vormonat, nur Mainz hatte eine kleine, Wiesbaden und Worms eine größere Zunahme zu ver­zeichnen. Die wichtigeren Zahlen lauten im einzelnen: Kassel 972 (gegen 1087 im Vormonate Darmstadt 295 (325), Frank­furt a. M. 3490 (3641), Gießen 76 (120), Hanau 59 (70), Mainz 613 (608), Wiesbaden 997 (8281, Worms 281 (240), Offen­bach 198 (182) und Kreuznach 11 9>. Herborn 76 (1'8), Grvß- Larben 41 (j, Weilburg 44 (42), Wetzlar 42 (32), Witzenhausen 190 (130). Tie Zahlen der Mitglieder der Ortskrankenkassen, die uns berichteten, weisen gegenüber dem Vormonat im allge­meinen eine kleine Abschwächung aus, wie aus folgenden Zahlen I-ervvrgeht: Darmstadt 13 391 (13 555 int Vormonat), Fried­berg L H. 1705 (1508 , Gießen 5757 .5907), Hanau 7384 (7165', Kreuznach 1364 4504), Marburg 3838 (3774., Offen­bach a. Ai. 19 817 (19 971), Wetzlar 1154 (1165), Wiesbaden 14 410 (14 263), Worms 7384 '7376), Kassel 35 795 (35 836), Fulda 3o38 (3554), Homberg (Bezirk Kassel) 367 (372), Frank­furt a. M. 97114 (96 657).

21 us Stadt und Land.

Gießen, 25. UioDcmber 1908.

** Eine Sitzung de§ Provinzial-AuSschusses findet am Samstag, 2 8. Nov. d. I., vorm. 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch der Elise Freundlieb Wive. 311 Fried berg um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankmirtschaft. 2. Faselvieh zu Oden­hausen. 3. Die Bürgermeistermahl zu Aulendiebach.

Lebensretter. S. K. H. der Großherzog haben dem Fußgendarmen Wieschmann im Großh. Gen- darmenekorps die Erlaubnis erteilt, die ihm vom König von Preußen verliehene Rettungsmedaille am Bande anztilegen.

** Oeffentliche Gemeinderatssitzungen in Landgemeinden. In den meisten Landgemeinden Hessens ist es seither als Mißstand empfunden morden, daß die Gemeinderatssitzungen nichtöffentlich sind. Die hessische Landgemeindeordnung gibt den Ortsvorständen das Recht, die Oesfentlichkeit zuzulassen, man macht aber in kleinen Ge­meinden von diesem Recht in allerseltensten Fällen Ge­brauch. Von einigen rheinhessischen Bürgervereinen soll nun dem Landtage ein Antrag unterbreitet werden, wo­nach die Oesfentlichkeit der Gemcinderatssitzungen in der neuen hessischen Landgemeindeordnung für alle Gemeinden gesetzlich festgelegt werden soll.

**Der hessische kath. ^.ehrerverein hält seine nächste Hauptversammlung in M ainz ab und zwar, wie die letzte Vorstandssitzung ergeben hat, am 2. und 3. Pfingst- ferertag 1909.

**HilfsvereinfürGeisreskrankeinHessen. Nach dem Jahresbericht für 1907/08 hat die Jahreskollekte auch in dein letzten Jahre zu einer weiteren Zunahme der Zahl der Geber geführt. Von 68 062 im Vorjahre ist diese Zahl um 3320 auf die bisher noch nie erreichte Höhe von 71382 gestiegen. Vor zehn Jahren belief sie sich auf 34 277, vor 20 Jahren auf 10 718, vor 30 Jahren auf 3010. Aus öffentlichen Kassen flössen dem Vereine folgende Beiträge zu: Aus der Staatskasse 1000 Mt., aus der Provinz Starken­burg 1995.32 Mk., aus Ober Hessen 806.90 Ml, aus Ryemhessen 1474.20 Mk., zusammen 4276.42 Mk. Von Pri- vaten wurden gespendet in der Provinz Starkenburg 10454.41 Mk., iit Oberhessen 7900.52 Mk. und in Rhein­hessen 5667.70 Mk. Von außerhalb kaineu insge,amt 156 Mk. Die Summe der eingegangenen Beiträge beträgt 29 472.12 Mark, die Gesamteinnayme beträgt 37 002.85 Mk., die Ge­samtausgabe beträgt 35,-03.48 Mk., so daß ein Barüb^rschuß von 1499.38 Mk. bleibt. Das Vermögen betrug Ende 190/ 74 297.71 Mk. und beläuft sich nun also auf 7a 7j7.09 Mk.

" Sendungen von Liebesgaben jeder Art für die von dem Grubenunglück auf Zeche .Rabb ob" bet Hanim t. W. betroffenen Bergleute und ihre Hmterbliebenen, dte unter der Adresse des UtiterstützungstoutiteeS in Hamm' mit dem Vermerk auf dem Frachtbrief: .Freiwillige Gaden für die verunglückten Bergleute und ihre Hinterbliebenen ui Hamm" zur Eisenbahnbesörberung aufgegebeu werden, werden bis einschließlich den 28. Februar 1909 auf den preußisch, hessischen Staatsciseubahuen frachtfrei befördert."

" Kaiser-Panorama. Länder und Völkerkunde au vorzüglichen Bildern zu studieren, dazu bietet dte bicSwöcheut- liche Serie:Reife des Afrika-Forschers Frtee zu den Jnb lauern Südamerikas", die denkbar günstigste Gelegenheit. Beim Spiel und bei den verschiedensten Ar­beiten, im Lager, bet Handel und Wandel pcHjentieren sich Gruppen von ben Toda-, Pilaga-, Payapna- und Angaite- Jiidianecn. Bilder von ihren Wohnsitzen in oder am Rande der Prärie, von Kriegern in vollem Schmuck, von den Stämmen auf dem Marsche, bei Beratungen usw. ziehen an dem Auge der Beschauer vorüber. Raturechte Ansichten von Frauen und Kindern in der primitivsten Bekleidung in den

verschiedensten Stellungen lassen die Körperbildung des Naturvolkes deutlich erkennen. Diese hochinteressante Serie haben wir uns angesehen und können nur jedermann em­pfehlen, das Kaiser-Panorama zu besuchen.

** Ein Mörder gesucht. Am vorletzten Sonntag wurde bei Pforzheim an einem 6 Jahre alten Mädchen ein Lustmord verübt. Bail dem Täter fehlt bis jetzt jede Spur. Auf die Ermittelung ist seitens des Großh. Bad. Staatsanwaltes in Pforzheim eine Belohnung bis zu 500 Mark ausgesetzt. Tags nach der Tat ist plötzlich und in verdächtiger Weise der Friedrich Ludwig, geb. 1887 aus Niesern verschwunden und kommt dieser möglicherweise in Betracht. Derselbe ist 1.58 Meter groß, hinkt am reckten Vein und trägt weißgespritzten Anzug.

--- Lich, 24. Nov. Schon seit Jahren werden edle Ziersträucher im hiesigen fürstlichen Schloßgarten ver­unglimpft, ohne daß man die Täter ermitteln konnte. Gestern ist es dein hiesigen Gendarmerie-Wachtmeister Da um und dem Obergärtner Velte gelungen, zwei der Täter in der Person hiesiger Bürger zu ermitteln und zur Anzeige zu bringen.

R. Babenhausen b. Mücke, 23. Nov. Die hiesige Wasserleitung hat sich, wie schon einmal in Nr. 259 des ,G. A." erwähnt wurde, nicht lange ihrs Daseins erfreut; sie leidet an innerlichen Fehlern und wird sich wahrscheinlich einer Operation unterziehen muffen. Es ist dies für die hiesigen Einwohner unangenehm, weil die Leitung vieles Geld kostet und bis jetzt wenig geleistet hat. Wen die Schuld trifft, konnte noch nicht festgesiellt werden.

-m Ans dem Niddertal, 23. Nov, Das Niddertal fängt an, sich zu beleben. Im Frühjahr soll das auf zwei Millionen Mark veranschlagte Elektrizitätswerk Liß- berg in Angriff genommen werden, auch in Selters sollen in der Nähe des Sprudels ein Bade hauS und eine Re­stauration errichtet werden. Die Arbeiten hierzu sind der Firma H. Alt & Co. in SelterS übertragen worden. Die nach dem Sprudel sührende ncuerbaute Straße ist bis auf den Oberbau fertiggestellt, die an der Straße entlang­führende Linden-Allee hat wegen der ungünstigen Witterung noch nicht gepflanzt werden können.

X. Offenbach a. M., 23. 9lob. Das hiesige Kreisamt hatte zur Beurteilung der Frage, ob staatliche ober kommunale N otftandsarbeiten rötlich erscheinen, bei der Han­delskammer angefragt, ob unter der Einwirkung des Rückganges der Industrie in unserem Bezirk Arbeiterentlassungen in größerem Umfange stattgcfunden haben, insbesondere in welchen Branchen und in welchem Umfange ein Geschäftsrückgang vornehmlich zu verzeichnen ist, sowie ob diesem Rückgänge ebentL in anderen Branchen eine Zunahme der Arbeitsaufträge gegenüberstehe. Die Handelskammer hat eingehende Ermittelungen angestellt, und das Ergebnis in einem zusammenfassenden Berichte niedergelegt. In diesem Berichte wird im wesentlichen hervorgehoben, daß die Ungunst der Geschäftslage, welche im Herbst vorigen Jahres ein­getreten ist, sich im Laufe des Jahres 1908 noch weiter, wenn auch in geringerem Maße, gesteigert hat, daß im allgemeinen aber für den Winter eine weitere ungünstige Gestaltung, abge­sehen vom Baugewerbe und der Tabakindustrie, nicht zu be­fürchten ist.

Vermischtes.

* Das Modell einer neuen Flugmafchine nimmt in Brüssel das Interesse der Luflschiffer in hohem Grade in Anspruch, lieber den Bau des Apparates, an den man weitgehende Erwartungen knüpft, werden folgende Mit­teilungen gemacht: Der Erfinder ist ein seit langen Jahren in bedeutender Stellung hier tätiger deutscher In­genieur. Sein System beruht auf einem völlig neuen Prinzip. Der Aeroplan hat die Form eines Bootes, vermag sich ohne vorherigen Anlauf senkrecht vom Boden zu er­heben und Beilegungen in allen Richtungen, auch bei lang­samster Fahrt, auszuführen. Mehrere Paare rotierender Trommeln von eigenartiger Konstruktion saugen oben Lust ein und pressen diese, in ftariem Maße verdichtet, in die darunter befindliche und den ganzen Boden des Flugappa­rats einnehmende Kammer. Diese Preßluft, die durch Ven­tile nach unten und rückwärts entweicht, bewirkt den Auf­trieb und die Vorwärtsbewegung. Sachverständige ver­sprechen sich von diesem neuen System, dessen Modell der Er­finder soeben vollendete, eine endgültige Lösung des Flug­problems.

Zwei italienische Seeoffiziere waren von der französi­schen Regierung ermächtigt worden, im Hafen von Dieppe und Havre Versuche mit drahtloser Telegraphie zu machen. Den Ofsizieren ist eS nun nach li/ffähriger Tätigkeit gelungen, elektrische Wellen in genau bestimmter Richtung abzugeben, womit die Lenkbarkeit der drahtlosen Telegraphie, die zweifelsohne bedeutende Folgen haben wird, er- wiesen ist.

* Herr (am Abend zu den Kindern einer ihm bekannten Familie)Was macht Ihr noch so spät auf der Gasse?" Eines der Kinder:Mama hat uns mit dem Kindermädchen auf den Spielplatz geschickt unb jetzt suchen wir das Mädchen!"

Kleine Tageschrontk.

Bei dem Wettbewerb um den Bau von Luftschiff­hallen für Friedrichshafen erhielt den ersten Preis: Brückenbau Flender -Benrath, den zweiten Preis: G u te H0 ff- nung-Hütte - Oberhausen, den dritten Preis: Drückenbau­anstalt Gustavsburg.

Tie Viarktpreise für Lieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brorprcise am 23 November 1908.

Höchste Schlachtviehpreise rn F r a n k' u r l a. M.

Fleifchpreife in Dießen

Ochfen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 8083 Mk.

. Kg.Schlachtgew. 9295 Pl.

% " - 72-73 ,

Kg. 78-86 Psg.

»/, , 76-80 ,

*/, , 68 - 84

Getrerdepreise in Mannhe 1 m

Ärolpreife m Gießen

Weizen luu Mg. 21.75- üu.uu Mk.

Roggen 100 Kg. 17.00-17.25 Mk.

'iL-eiBlnoi 2 Kg. 62 Pig.

Schwarzbrot 2 Kg. 58 P)g.

Handel.

Landwirtschaftliche Er editban k, Frankfurt am Main. Wie dieFranks. Ztg." erfährt, ist eine Verein­barung zwischen dec Reichsgenossenschaftsbant in 2 armstadt, hinter der eine Großbank steht, unb der Landw. Ereditbank zu Frantfurt a. M. zustande gekommen, durch die die Verl)ältni>sc der letzteren geregelt und ihr Fortbestand sicher ge­stellt wird. Die bisherigen Vorstandsmitglieder Direktor Zobel und u Zangen haben ifyc Amt aus freien Stücken nieder gelegt, -ter Aumchtsrat Ixit 1 eltor Zobel sowie ben früheren Proku- ri|icn Halter cmstweiRu bis zur Beschlußfassung des neu zu wählcnpeu Achsichtsrares w Direktor es vesteUt- Eme AxAeral-

verfammlung behufs Neuwahl des Aussichtsrats wird auf des 21. Dezember berufen.

Deutsche E i s e n d a h n - C i n n a b m e n. Aul der preußisch-bessischen Eisenbabn wurden int Okiober vereinnahmt aus demPersonen- unbGeoäckoerkebr 45 466 000 Tlf. (4- 766000 Mk.) unb aus dem Güterverkehr 117 721 000 Mk. ( 2 503 000 Mk.) und aus sonstigen Quellen 10 554 000 Mk. (-4- 43 000 '?.)!£.), insgesamt demnach 173 741000 Mk. ( 1690 400 Mk.). Seit Beginn des Rechnungsjahres betrugen die Gesamteinnahmen 1 159 030 000 Mk. ( 10 i 8^ 000 Mk.). Ter Personen» unb Gepäckoerlebr hat um 14 066 000 Mk. angenommen, während der Güterverkebr bei einem Umsatz von 732 923 000 Mk. um 25l/t Millionen Mark abge« nomnien hat.

Die Bonner Bank für Handel und Gewerbe, die mit einem Aktienkapital von 3 Mill. Mk. und 1 Mill. Mk. Reserve arbeitet und in den letzten 10 Jahren je 10 Prozent Divi- benbe ausrichtete, ist infolge zu großer Kreditgewährung so in Schwierigkeiten geraten, daß die Liquidation unvermeidlich wurde. Die Versuche, eine Sanierung mit Hülse der Großbanken her­zustellen, sind mißlungen. Es wird mitgeteilt, daß die Bank einem einzigen Baugesckäst einen Kredit in der Höhe des ge­samten Aktienkapitals gewährt hat. Denn sich dieses bestätigt, so würde sich damit die Frage der Verantwortlichkeit ßer leiten­den Persönlichkeiten im Aufsichtsrai und Vorstand von selbst ev- geben. Tas Institut hat sicb bisher in Bonn großen Ansehens erfreut Die letzte Kapitalserhöhung um 1200000 Mk. auf 3 Mill. Mk. wurde im Zähre 1904 vorgenommen und damals wurden die Aktien den alten Aktionären zu 1331/3 Proz. ange­boten. An der Börse sind die Aktien übrigens nicht cingeführt Aus den Bilanzen ergibt ließ, daß Ende Dezember 1907 die Ver­pflichtungen aus 5,77 Mill. Mk. Depositen, 0,40 Mill. Mk. Ak­zepten unb 1,60 Mill. Mk. sonstige Kreditoren sich zusammen­setzte. Inzwischen haben Vorstand unb Aussichtsrat bes In­stitutes eine Erklärung veröffentlicht, laut welcher der Aufsichts­rat die Liquidation der Gesellschaft einer auf ben 14. Dezember einzuberufenben außerordentlichen Generalversammlung Vor­schlägen wirb. Die Verwaltung hofft, daß sich bei ruhiger Abwickelung Verluste für die Gläubiger nicht ergeben, llebrigcng sind nochmals eine Reihe Kölner Banken zusammengetreten, um zu sehen, ob sicb nicht doch ein Weg finden läßt, auf dem der Bank geholfen werben könnte)

* Württemberg. Staatsanleihe. Die Darm- stäbter Bank legt 10 Millionen Mark 4proz. Württ. Staats- Anleihe zum Kurse von 101 Proz. zur Zeichnung auf. Es sei daraus ausmerksam gemacht, baß die alteren Württemberger Obli­gationen an der Börse bereits 101 Proz. notieren. Berücksichtigt man den jetzigen sehr billigen Gelbstand unb ben weitaus höheren Kurs der anberen Staatsanleihen (Rcichs-Anl. 102.60 Prvz.), so dürfte die vorliegende Emission einen großen Anreiz bieten und man erwartet eine große Nachfrage.

!--- SB

Meteorologische Beo!i6chtmvgen

der Station Gießen.

November

^Barometer nur 0° rebuziert

c.

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

1908

24.

1

9«

753.5

6,2

5,6

79

w

2

Sero. Himmel

24.

I 9«

754.3

3,8

5,3

88

SSW

2

25.

1 7« !

752,6

1,5

4,8

94

SSE

2

1 li I

Höchste Temperatur

Niedrigste

am 2

, 2

3.-24

3.-24

. Nov.

. Nov.

4-

= +

6,4 C.

2.8 ° C.

TeSefomsche SCursbericMe

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fUr Bandel und Industrie. Giessen.

Frnnkfnrter Börne.

3j^°/e Beichsanleihe . . 94 85 396 do. . . 85.45 3>$e/0 Kousols .... 94.85 3-6 do. .... 85.50

3«4°/o Hessen.....

3>6o/6 Oberhessen . . . 92 00 1 % Oesterr Goldrente. 97.90 4/596 Oesterr. Silberrente 98 60 4% Ungar Goldrente . , 93.40 4% Italien. Rente . . .

3?ä Portugiesen Serie I 57 00 396 Portugiesen III 57.75 4 °/0 niss.Staatsanl. 1905 97 35 414°/» japau. Staatsanleihe 91.15 4 96 Conv. Türken von 19U3 92.30

Türken'ose 143 00 1% Griech. Monopol-Anl. . 49 10 496 äussere Argentinier . 85.70 o°/0 Mexikaner . . . 63.20 4>io/o Chinesen .... 96.85

Aktien:

Bochum Guss 219 25

Buderus E. W.

Tendenz ruhig.

Berliner Börse, 25.

Canada E. B 176.80 Darmstädter Bank . . . 128.00 Deutsche Bank .... 239.60 Dortmunder-Union C. . . 59.90 Dresdner Bank .... 14660 Tendenz fest.

25. November, 1.15 Uhr.

Elektriz. Lahmeyer . . . 117.00

Elektriz. Schuckert . . . 118.70

Eschweiler Bergwerk . . 189 40

Gelsenkirchen Bergwerk . 187 80 Hamburg-Amerik Paketl 111.50 Harpener Bergwerk. . . 194.25 Lanrahütte 193.70 Nordd. Lloyd . ... 89,75

0bei seid es. Eisen-Industrie 97 00

Berliner Handelsges. . . 167 30

Darmstädter Bank . . . 127.80

Deutsche Bank .... 239.60

Deutsch-Asiat Bank . , 136 80 Diskonto-Kommandit. . . 179.20 Dresdner Bank .... 147.25 Kreditaktien ... 196.50 Baltimore- und Ohio-

Eiseulabn 109 JO

Gotthardbahn

Lombard. Eisenbahn . . 18.70

Gestern Staatsüahn . . . 144 50

Prince-Henri-Eisenbahn . 123.00

November. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk. . . 194.00

Laurahütte 193.70

ombarden E. B. ... 1900

Nordd. Lloyd 90.00

Türken! ose

Kindermehl

Krankenkost

Bestbewährte gesunde und mager.-

darmkranke

Nahrung filrt sowie schwächliche, in der Entwicklung zurückgebliebene Kinder.

KarmclitergeistAmot hilft bei Ischias-, Rheuma-, Hexenschuss, Zahn- u. Kopfschmerz, Rücken- und Magenschmerzen.

Idealstes Hausmittel

ä Flasche 60 Pfg. und 1 Hark.

IST* Erhältlich in Apotheken und Drogerien.W

Reichhaltiges Lager in

Juwelen, Nyren, Go.d-, Silbee- n. Alfenidc-Waren.

Letztere ans der Württemberger Metallwarenfabrik in

Geislingen. i6/ol