Ausgabe 
26.2.1908 Erstes Blatt
 
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andere Nahrung kann mit

Oats

* 16 Prozent von reinem Eiweiss i dem Grundstoff tür den Aufbau des Körpers enthält Quaker Oats. Keine

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Wetter

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Bew. Himmel

Höchste

Temperatur am 24.

+ 5,4 0 C.

Niedrigste

24.-25.

Handel

des

92.50 | Elektriz. Lainneyet

Elektnz. Schlickert

Portugiesen Serie 1 .

Portugiesen

III

3%

Piskouto-Kommandit. . . 174.8'.'

81.60

Pnnce-Heiin-Eisenbahn

198.10

Seörse, 26. Februar. Anlangskurse.

. 137.4

handel

' b Die zahl- eintreten zu lassen. Es toeröen wiederum 6'/,°/, vorgeschlagen und 4t-iro)e, aus z es kommen auch, wie in dem Abschlüsse für 1906, 400 000 3)lf. zu

Ungar, Goldrente Italien. Rente .

4»o uesterr. Goldrente. . 4l/6?ö Uesterr. Silberrente

120.50

104.00

207.00

Februar

1908

Berliner Haudelsges. Liannstädter Banx . Deutsche Bank . . Deutscu-Asiat Bauk

25.6t

144.0t'

119.00

Dresdner Bank . . hreflituktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . .

Gotthard bahn . . . Lomoara. Eisenbahn Uesterr. Slaatsuunn .

. 1864i . 212.70 ..Ä . 104 2t . 147.5

. 236.70 . 138.0a

Harpener Bergwerk Lauiauütte . . uumbarden E. B. Aordd. Lloyd . . i urKenlose . . .

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Hamburg-Amerik. PaketL Harpener Bergwerk. . . Lauraüütte Aordd. Lloyd Ubeischles. Eisen-Industrie

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82.75

92.65

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91.50

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94.35

. . 137.30

. . 201.7t

116.60

196.aH

213.0t

104.5t

96.00

108.2a

123.80

. 140.10

. 124.1U

. 236.60

25. Februar

Ixeichsanleihe do.

Konsols . . do.

Hessen . . .

Überhessen

darauf aufmerksam, daß der Bürgermeister von Fechenheim im Fechenheimer Anzeiger" den Fettgehalt der Milch der dottigen Produzenten veröffentlicht. Dr. Krüger erklärte, das sei unzu­lässig. Er werde sich um die Sache bekümmern und beim Land- rat, eoentl. beim Kreisausschuß Beschwerde führen.

61.20

62.00

93. <0

87.30

95.00

148.00

49.55

85.80

65.30

96.20

Berater kommen.

verglichen werden. Keine andere Nahrung ist so schmackhaft und sparsam.

Mitteldeutsche Kreditbank. In der gestern in Frankfurt a. M. abgehaltencu Sitzung des Ausstchtsrates der Ai 11 l e ld e u t s ch e n Kreditbank wurde der Abschluß für das Jahr 1907 vorgelegt. Er ergibt einen Neingewinn von 4 250819,23Ai. gegen 4 287 552,67 Ai. i. B. Es wurde beschloss en, der aut den 24. März ds. Js. einzuberufenden Generalversammlung die Ver­teilung einer Dividende von e1/,0/^ wie im Vorjahr, vorzujchlageu. Ferner eine Zuweisung von 300 OOO Mk. an die Kontokorreni-Nejeroe der für das Jahr 1907 117 000 Aik. entnommen worden sind, und endlich eine außerordentliche Abschreibung von 100 000 Aik. auf Aiobiliarkonlo, das im wesentlichen durch Anschaffungen für den Neubau des Frankfurter Bankgebäudes mit 100 000 Mk. zu Buch fleht und auf den früher üblichen Satz von 1 Aik. z^rückgebracht werden soll. Der Geschäftsbericht wird in den nächsten Tagen zur Ausgabe gelangen. Nach diesen Mitteilungen hat die Bank unter den vorjährigen kritischen Verhältnissen fa st gar nicht z u leiden gehabt, beim der Reingewinn stellt sich nur um rund 37 000 Mk. niedriger als im Vorjahre und die Verwaltung hat daher keine Veranlassung, in dem an die Aktionäre zur Verteilung gelangenden Erträgnisse gegenüber den Vorjahren eine Veränderung

Teieioniscdi©

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen.

Frank tarier fitörse, 26. Februar, 1.15 Uhr.

Ein Mitglied aus Fechenheim machte

lendens: schwach.

Berliner Cauada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Durtmunder-Uuion C. Dresdner Bank . .

Tendenz: ruhig.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

3% 315 °/0 3% Wo 3^°/0

seine Worte lauschtc. Ter ernste Einbruch den der Vortrag auf die dankbaren Zuhörer machte, beherrschte die Stimmung des ganzen Abends, der im übrigen außer der in ein Hoch auf S. ft'. H. den Großherzog Ernst Ludwig ausgehenden Begrüßungsrede unseres Pfarrers mit dem Vortrage von mehreren von guter Schulung zeugenden Chören und Quar­tetten des Kirchengesangvereins, einigen Solovorträgen sowie verschiedenen, von den Herren Lehrern Walter, Eberle und Kraußhaar in freundlichster Weise dar gebotenen Kla­vier- und Violinsrücken aus gefüllt wurde.

Mainz, 25. Febr. Für den F astnachtsmon t a gzug, der einenTriumphzug ber vier Jahreszeiten" in poetischer und karnevalistischer Weise dar stell en soll, gibt sich das lebhafte':e In­teresse kund. Tie vier Hauptabteilungen des Zuges, die vier Jahrcsgrnppen, werden in den Narrenfarben blau, weiß, rot und gelb durchgeführt. Nach dem Zugprogramm wird die Veranstaltung deren Durchführung eine große Neihe Mainzer Vereine, Firmen und Gesellschaften mit dem Karnevalvereine zusammen in die Hand genommen haben, ein glänzendes Bild rheinischen Lebens und rheinischer Fröhlichkeit entrollen.

)( Marburg, 24. Febr. Ter in Kassel verstorbene Ne­gierungsrat a. D. Wi'h. Koch hat laut Mitteilung in der heutigen Stadtverordnetensitzung seiner Vaterstadt Marburg ein Legat ver­macht, dessen Zinsen bedürftigen hiesigen Lungenkranken zu­gute kommen sollen.

Eschweiler Bergwerk Gelsenkirchen Bergwerk . 183.5)

4^°/0 russ.btaatsanl. 190u 4/^u/0 Japan. Staatsanleihe 4% Conv. Türken von iuu3 Türkenlose 1% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3°/0 jUexiaancr . . . . 4>äu/o Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss Buderus E. W

Portemonnaie mit Knopfverschluß und der AufschriftGruß aus Essen", 1 gelber Turngurtel mit Lederschlausen und Portemonnaie, 1 Nickelkneifer mit schwarzer Schnur, 3 Paar Herrensocken, gez. W. B., 1 Paar Lederpantosfeln, 1 weißseidene Weste, geblümt, lief ausgeschnitten, 1 Stück hellbrauner Pelzbesatz, 1 silb. Damenuhr mit Goldrand und der Nummer 127574, 1 silb. flache Streichholz­schachtel mit Verzierung, 1 verstellbare Schere mit Lederjcheide, 1 Herren-Rmg mit rotem Stein, 1 zweiteiliges Messer mit Perlmutt­schale, am dieser zwei ineinander gelegte Hände, 1 kleines, zwei­teiliges Perlmuttmesser, 1 zweiteiliges Messer mit imitierter Schild­pattschale, 1 Schlüsselring mit verschiedenen Schlüsseln, 1 Paar bunte und 1 Paar braune Herrenstrümpfe.

x $rei§ a. b. Lkw., 24. Febr.Die heilige Elisabeth" toar der Gegenstand, über welchen gestern abend beim Fa­nt i l i e n a b i n d des Kirchengesangdereins Pfr. Schulte von Gvoßeu-Liitden sprach. Redner schilderte aus Grund selbständiger Erforschung des vorhandenen Quellenmaterials das Leben dieser ui mittelalterlictui Frömmigkeitsübung ihre ganze Lebenskraft verzehrenden i:i.ö ourch ihr tragisches Beschick unser tiefstes Miueto erweueu^n Frau in so lief, grundiger, anziehender, In rzergr. n /. daß die zahl

seiche Bcrsanunlung andächtig, wie in einer f

RetzMe Nellheite»... Kinderwagen emgcitonen. Aueliwerraus der berühmten Brenuabor-snudct wane» zu Qrtginal-rZavrNpreisen. b''

August i^-ilbiiig-er, letzt SeLtersweg 79 (Neubau).

Line Landwirte-Versammiung in Srantfurt.

fc Frankfurt a. Al., 24. Febinar.

Die Vereinigten Landwirte von Frankfurt unb Um- aegenb hielten heute unter dem Vorsitze des Hosgutspächters V lehinann-Numpenheim in der Harnionie ihre Hanplversamm- !img ab. Anwesend waren 300 Aiitglieder atis 54 Ortsgruppen, die sich auf folgende Kreise verteilen: Frankfurt (Landkreis), Wies­baden, Höchst, Öbertaunus, Ufingen, Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern, Offenbach, Gießen, Fri edberg, Büdingen unb Mainz. Die Alilchproduzeiilenverbände Wiesbaden, Darmstadt, Mainz und Maiinheim hatten ihre Vorsitzenden entsandt. Der seitherige Ge­schäftsführer Adolf Wolff (jetzt in Heidelberg) erstattete den G e- schäftsbericht. Trotz der ungünstigen Konjunktur auf dem Futtermittelmcirkte ist es dem Vorstände gelungen, auf 3 Jahre zu einem annehmbaren Preise die Treber abzuschließen. Der Ver­trag mit den Brauereien bezieht sich nur auf die Mitglieder. Den Kassenbericht gab Hensel-Dortelweil. Tie Einnahmen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahre 10552 Mk., die Ausgaben 5069 Alk. lieberUnsere Presse" referierte Landtagsabgeordneter Hirschel-- Friedberq. Die Vorstandswahk ergab die Wiederwahl des bis­herigen Vorsitzenden, Hofgutspächters E. Viehmann-Rurnpenheim unb seines Stellvertreters Georg EhristiawUnterlieberbach. Nicht so glatt ging es bei ber Ersatzwahl für bie ausgelosten Vorstanbs- mitgüeber Beigeordneter Lehr-Dietzenbach unb Wittich-Renbel ab. Gegen ihre Wiederwahl machte Oefonom Busch-Nieberursel im Namen besTaunus" partikularistische Bebenken geltenb. Es säßen zu viele Hessen int Vorstcmbe. Mehr Preußen müßten hinein. Darauf würbe Georg Lehr--Dietzenbach unb Jakob Christoph-Eschborn neu gewählt. Zum Rechnuugsreoisor wurde Karl Lohrey-Steinbach i. T. gewählt, als Stellvertreter Dröser-Nieder- urfel. Zum Schluß hielt Dr. Kr üger-Darmstabt einen interessan- teii Vortrag über die Milchverkehrsordnung in ben Stäb ten. In ben Milchverkehrsorbnungen, wie sie jetzt in ben einzelnen Staaten bestehen, finb bie Landwirte entschieden zu kurz gekommen. Jetzt nun sei eine neue allgemeine Verkehrsordnung geplant. Da sei es Sache der Genossenschaften, dafür zu sorgen, daß ungünstige Bestimmungen aus ihr fern bleiben. Vor allem müßten die Landwirte die Abschaffung ber Bestimmung über ben Minbesl- iettgehalt fordern. Bestimmungen über den Säuregrab-- unb Schmutzgehalt sollten keine Aufnahme finben. Enlschteben ober müsse man gegen bie polizeiliche unb tierärztliche Kontrolle ber Ställe Front machen. Wenn ber Tierarzt als Polizeiorgan Zu­tritt zum Kuhstall haben solle, bann täte ber Bauer besser, seinen Stall zu schließen unb seine Milch mit ben Stäblern zufammen aus Dänemark unb Holland zu beziehen. In der Diskussion vertrat Tierarzt Dr. Sturm-Frankfurt a. M. bie Ansicht, baß sich bie tierärztliche Kontrolle nicht ganz umgehen lassen werbe. Aber ber Tierarzt solle nicht als Polizeiorgan, sonbern als

Vernmiscyees«

* Dom Wetter. Im Riesengebirge, Achensee- gebiet unb im P a z u a u n t a i e herrschten in ben letzten Tagen derartige Schneestürme, daß manche Orte von jeglichem Verkehr abgeschnitten waren. Auch aus dem französischen Iura­ge b i e 1 unb den Eeveunen wirb starker Schneefall berichtet. Der Verkehr ist dort vielfach unterbrochen. Die Hunternieberungen in Neu Süb-Wales sind burch Wolkenbrüche überschwemmt. Aus Queenslanb roirb Aehnliches getnelbet.

Kleine Tageschronik.

In Berlin wurde der Magistiats)ekretär Friedrich von einem Automobil zu Boden gerissen unb überfahren. Er erlitt babei so schwere Verletzungen, baß er kurz barauf verstarb.

Der Urheber der Münchener Br and ka taslrophe (vergl. bie Telegramme in unserer Samstag-Nummer) ist in der Person eines 20iährigen Tagelöhners ermittelt-unb verhaftet worden. Er hat bie fahrlässige Brandstiftung zugestanden und erklärt, em brennendes Streichholz, oas ihm entfallen fei, habe bas Feuer verursacht, bas bei dem Winde rasch um sich griff. Er habe die Schläfer alarmiert unb sei mit ben 30 bis 40 Davongelausenen ber Meinung gewesen, daß sich alle gerettet hätten. Es steht fest, baß zwei Menschen uerb rannt finb, ein 24jähriger Maurer aus Würzburg und em 23jähriger Tagelöhner aus Oesterreich.

Nach einem Telegramm aus Puerto Plata an der ilchrdküste von Tvminique sand eine furchtbare Pnlverexplosion in Eotin statt. Bon einer Taus gesell schäft wurden 40 Personen schwer verletzt, darunter oic Generale Gughbin und Luis. Ter Täufling wurde getötet Aiehrere Hau, er wurden vollständig zertrümmert. Man glaubt, baß bie Explosion ui verbrecherischer Absicht verursacht worben ist.

In Denver (Colorado er s cho ß ber ital. Anarchist Guarnicco in der Kirche den deutschen Priester Leo Hein­richs, währettd dieser die Communion erteilte. Tie Panik, roeldje hierdurch hervorgerufen wurde, .gestattete dem Mörder, zu entfliegen. Er wurde al er wieder eingefangen und mußte gegen bie Vvlkswut von ber Polizei in Schutz genommen werden.

Rcservestellungen resp. außerordentlichen Abschreibungen zur Ver­wendung. Im vergangenen Jahre wurden volle 400 000 Alk. dem Spezialreservekonto zugeführt, während diesmal zu dem gleichen Zwecke 300 000 Mk. bestimmt sind und 100 000 Mk. aus M'obilstn- konto abgeschriebcn iverden. Ein eingehendes Urteil über die Ge- schäftsentwicklung des Institutes im verflossenen Jahre ist aus bCn vorliegenden knappen Mitteilungen zwar nicht möglich, aber es hat doch den Anschein, daß die Leitung der Bank an ihren bisherigen soliden Prinzipien sestgeha 11en und das Geschäft weiter in bewährten Bahnen geführt hat, die das Institut auch nt Zeiten geringerer Ehaneen für einzelne Zweige der Banktätigkeit vor größeren Verlusten schützen.

EengesernSt.

Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Dte Gelben und die Noten.

Der in Nr. 44 derOberVolksztg." unter der RubrikGelbe Bäckergesellen in Gießen" erschienene Nitikel ist geeignet, eine völlig falsche Meinung über die wahren Verbältn ie un Bäckergehlliensland hervorzuruien. Dem gegenüber haben wir folgentu?:' ii bemerken:

Der BäckergehilfenvereinF r ü hau'" De ;ci.t fd)on seit langen Jahren unb ist völlig parteilos. In seinen Sitzungen und sonstigen Veranstaltungen ist Politik stets verpönt gewesen. Aus diesem Grunde ist er auch schon seit Bestehen ein Gegner des Verbandes. Die Mitglieder desFrühaus" haben ihr Gewerbe erlernt, um es später einmal selbständig zu betreiben, und haben auf ihr erlerntes Gewerbe einen gewissen, berechtigten Stosi. Sie lehnen es ab, dem sozialdemokratischen Verband und seinen Führern Gefolgschaft zu leisten. Ties ist auch ber wahre Grund des gegen uns gerichteten Artikels. Wir erlauben uns daher, die in ihm gegen uns gerichteten Angriffe zurückzuweisen.

Wir haben keineswegs die Absicht, ben um ihre Existenz fämpfenben Genossen m den Rücken zu fallen, aber wir halten es für unser gutes Recht, über unsere Lohnverhältnisse selbständig zu denken unb zu hanbeln. Weil wir uns nicht dazu vergeben, von bezahlten sozialdem. Agitatoren am Leitseil gefühlt zu werden, ist man in Verbandskreisen wild. Weil wir unser sauer verdientes Geld nicht in die Agitationskasse absühren und einzelnen dadurch eine Existenz gründen, finb- wir bieGelben". Ter Bund Hand- werkstreuer Gehilfen hat, wie sein Name besagt, die Erhaltung des Handwerks zum Ziel, während der sozialdem. Verband die Ver­nichtung desselben im Auge hat. Während der Bund bestrebt ist, seine event. Forderungen in Ruhe mit den Meistern zu bearbeiten, hetzt und reizt der Verband durch bezahlte sozialdem. Agitatoren die Gehilfen in Streik und Unfrieden. Der Herr Allmann hat es allerdings nicht mehr nötig, des nachts m der Backstube zu ar­beiten. Tun es doch andere für ihn. Daß wir Bureauwahl ver­langten, kommt daher, weil es der Verband bei unseren Versamm­lungen stets selbst tat. Wir haben also nur Gleiches mit Gleichem vergolten. Wir haben weder die Versammlung gestört, noch sind wir lärmend abgegangen. Wir haben getan, was wir für gui hielten. Herr Allmann sott seinen soz. Zuhörern seinen Zukunfts- träum für ihr Geld vormalen. Unsere Zukunft sieht anders aus. Daß dieOberh. Volksztg." vongelber Gesellschaft" spricht, ehrt uns aus solchem Munde. Je mehr Zorn und Gift desto sicherer sind wir darin, daß wir auf dem rechten Wege sind. Gewesene Schneider-, Sattler- unb Maurergesellen halten wir nicht tüt die geeigneten Leute, unser Hanbwerk zu heben. Unser Wahlspnich lautet: .Gemeinsam mit ben Meistern für bas Handwerk". Ter NameGelbe" ist für uns emEhrentitel".

Der Vorstand des VereinsFrüh aus". G. Erd.

urr Abreise drängte. Alles in allem war die Feier von An­fang bis Ende wohlgelungen. Die Zuhörerschaft, die die Turn­halle bis zur Galerie dicht besetzt hatte, und unter der wir erfreu­licherweise die Arbeiterschaft unb auch die Landbevölkerung aus ben benachbarten Dörfern Klein-Linben, Heuchelheim, Lollar sehr zahlreich vertreten sanben, folgte ben Darbietungen mit dem größten Interesse, und ihre bankbare Hingabe an bas Ge­botene, bie peinliche Stille bei ben Vorträgen gab Zeugnis davon, daß edler musikalischer Genuß keineswegs ein Privileg der sogen. ,.besseren" Stande zu sein braucht, sondern jeden fühlenden Men­schen erhebend und veredelnd in feinen Bann zu ziehen vermag. Es gehört mitunter Mut dazu, die leider so verbreitete, ost aber recht seichte Unterhaltungsmusik und verwandten Zeitver­treib bei solchen Veranstaltungen bei Seite zu schieben unb basür das schlichte Volkslied und die klassischen Meister reden zu Zossen. Aber die Erfahrung hat auch diesmal wieder gezeigt, daß man iauf dem rechten Wege ist, wenn man dem Grundsatz folgt: .,Wie für die Jugend, so ist auch für das Volk das Beste gerade gut genug". Auf diesem Wege werden die Veranstalter der Feier hoffentlich weiterschreiten.

** Wie verbessere i ch meine Stellung? Im kaufmännisch en Verein für weibliche Angestel l t e hielt am Sonntag Frau Sophie Bardorf s aus Frankfurt a. M. einen Vortrag über obige Frage, dem wir wlgend?s entnehmen: Taß unser Beruf uns Lebensinhalt werden könne, bedinge zunächst nne gründliche Ausbildung. Für bie Verkäuferin sind 2 bis 3 Jahr Lehrzeit notwendig, am- besten in einem mittelgroßen Spezialgeschäft, in dem ber Inhaber es mit ber Ausbildung der jungen Mädchen ernst nimmt und Gelegenheit zu gründlicher Warmk-nntnis gibt. Tie fachgemäße Ausoitdung ber H a n dels- gehilfin verlangt für die Voiksichülerui jc i dreijährigen! Besuch einer Handelsschuld, r ' crin ber höheren Töchter­

schule den einjährige n. Nach beendeter Lehrzeit gilt es bann sich gc;.;, .nntnisse der jeweiligen Geschäftsführung und gruuo- liche uadjbifoung anzueignen. Tie Verkäuferin muß sich in we­nigstens zwei Fremdsprachen vervollkommnen und nicht zuletzt ist an eine gründliche Allgemeinbildung zu denken. Tie Anfor­derungen, die ber kaufm. Beruf stellt, werden immer höher; lulglid) müssen auch unsere Leistungen sich steigern. Unser Be­streben muß fein, nur vollwertige Leistung und damit auch gleiche Bewertung und Berechtigung ber Frauenarbeit. Um den Weg zu Berusstreue und Wissen zu finden, bedürfen wir der Kaufmännischen Vereine für weibliche Angestellte. Diesen Vereinen mässe n wir angehören, wollen wir mit dem Leben Schritt halten. Sie geben uns Gelegenheit zu Fachbildung unb Allgemeinbilbung, Die wir uns mit unbedeutenden Mitteln zu Nutze machen können. Die Beteiligung am Vereinsleben trägt dazu bei, unser Stcmdes- bewußtsein zu stärlen. Tic Vereine vertreten unsere Interessen in öffentlichen und sozialen Angelegenheiten Ihrem Zusammenwirken mit andern Vereinen ist in Frankfurt a. M. unb anderen Städten die Einführung der vollständigen Sonntagsruhe und des 8 Uhr- Ladenschlusses, die Errichtung von Sitzgelegenheit für das Ver­kaufspersonal mit zu danken. Hoffentlich können auch Sie in Gießen bald zu dem schönen Ziele gelangen. Es lohnt sich für jeden Ein­zelnen ein kleines Opfer zu bringen; denn die Sonntagsruhe ist unbedingt nötig. Andere Bestrebungen gelten der Einführung der ftaatL Pensions-Versicherung ber Privat-Beamten, der An­stellung von Handelsinspettoren, der Anstellung weibl. Kontrol­leure bei oen Krankenkassen, der Zulassung der Fran zu den' Kaufmannsgcrichten, der Beschränkung der Konkurrenzklausel u. a. Alle Llrbcit der Verbündeten Kaufm. Vereine für weibliche An­gestellte hat aber nur halben Zroeck und Wert, wenn nicht alle tm kaufmännischen Berufe stehenden Damen dahinter stehen und alle Bestrebungen unterstützen. Wir müssen aber auch bestrebt sein, die Unttichligen unb Untauglichen aus dem Berufe zu entfernen, denn sie sind es, die das Amseherr des Standes herabsetzen. Die Erfahrung hat gelehrt, daß die im Berufe Tüchtigen auch später die besten Hausfrauen wurden; denn wer seine Berufspslichten ernst nimmt, wird auch bie späteren Haussrarienpflichten ebenso ernst nehmen. Besonders für ben Geschäftsmann bedeutet es ein nicht zu mtterschätzender Vorteil, eine beruflich gebildete Frau neben sich zu haben, selbst wenn er ihrer praktischen Mitarbeit nicht bedarf. Allen. Anforderungen find wir erst bann gewachsen, ivenn wir über eine gründliche Schulung und eine ebenso gründliche Allge­meinbildung verfügen.

** Ans dem Bureau des Stabttheaters. Am Samstag, 29. Febr., nachmittags V34 Uhr gelangt als Schülervor­stellung Kleist'sK ä t ch en von Heilbronn" zur Aufführung. Da die Aufführung zu Volkspreisen (Alk. 1,50 bis 30 Psg.) statt- findet und da bei dem zeitigen Anfang überall noch Abendzüge nach der Umgegend zur Heimfahrt benutzt werden können, so dürste auch der Besuch von auswärts ein reger werden.

** Kaninchenzucht. Am Samstag fand im Pfälzer Hof eine Vcrtrcterverfammlnng des ober Hessischen Be­zirks vom Kaninchenzüchteroerband Hessen-Nassau und Groß­herzogtum Hessen statt. Von allen angeschiosfenen Vereinen waren Delegierte erschienen Vorsitzender chma 1 l - Gießen erstattete Bericht vom Verbandsdeleg iertentag in Schirr stein am 9. Febr. tx I. Ter Verband ist in der besten Entwickelung begriffen. 40 reine mit über JOOU Mitglieder gehören ihm an. Auch die Behörden stehen unseren Bestrebungen ioohlwollend gegenüber und unterstützen sie. Ter Verband ist an die Landwirtschaftskammer in Wiesbaden angeschlossen. Hoffentlich erreichen dies auch die hessischen Züchter, Sodann wurde auf Vorschlag des Verbands- vorstandcs der Beittag für Jahr unb Mitglied von 50 auf 30 Psg. herabgesetzt. Tie Verbandsausstellung für 1909 wurde dem Verein Gießen.übertragen. Im Jahresbericht hob Herr Schmal! her­vor, daß auch in unserem Bezirl eine lebhafte Agitation einsetzt. Ueberall gbünben sich neue Vereine. Es macht sich auch bei den Kaninchenzüchtern das Bestreben nach Einigkeit bemerkbar. Tie Vereine Büdingen und Lauterbach werden durch die städtischen Behörden unterstützt. In den Vorstand wurden die Herren Schmoll und Ritzert aus Gießen und Schüßler aus Büdingen gewählt.

** Eigentümer gesucht. Bei dem zu Essen a. b. Ruhr wegen Mcmfarbenbiebstählen verhafteten Spengler Hermann Trap- manu aus Witten wurden nachstehend verzeichnere, aus Diebstählen herrührende Gegenstände vorgefunden, deren Eigentümer bis jetji noch nicht sestzustellen waren: 1 Golddoublsbrosche mit rotem Stein, 1 kleine runde Patent-Weckeruhr aus rotem Messing, 1 Herren-Rem.-Stahluhr ohne Glas Nr. 182 583 mit gelbem Holz­kästchen, 1 goldener Damen-Ring mit viereckig rotem Stein, 1 goldener Damen-Ring mit 1 roten unb 2 weißen Steinchen, 1 Damen-Rmg mit totem lätigllchem Stein, 1 Damen-Ning nut dem Bilbnis der Königin Luise, 1 Ningkästchen mit der Anffchrnt Baumann, Essen, Keitwiger Straße", diverse Ntünzen zu einem Armband ober einer Kette gehörend, 1 Nickel-Etui nut Operations- Instrumenten für Aerzle ec., 1 Rasiermesser mit schwarzem Heft und dem ZeichenTamper & Zmdorf" Elberfeld, 1 Varstecknadel, Filigranarbeit, 1 weißes Taschentuch, gez. E. L., Tamen-Taschen- lücher mit buntem Rande, 1 Karton mit Spielkarten, der Karton trägt bie AufschriftPiquet" Nr. 80, Goldecken, 1 hellrotes Damen-