Nr.r>7
Zweites Blatt
Samstag 25. April 1908
Erscheint täglich mit Ausnahme beS Sonntags.
General-Anzeiger für Gderhesien
der
von Suppö;
S ui cf e (Friedberg), des 1. 9tass. Jnf.-Regt
Nr. 24,
Infant.-Negts. (1. Großh. Hess.) Nr. 115,
Schinall
(Gießen), des Jnf.-R'egls. Prinz Karl (4. Großh. Hess.)
Stunipf (Mainz), Gnauth (I Darmstadt),
Nr. 118,
Reinhart (I Darmstadt), Oberlt. der
Inf. 2. Anfg.,
Im Sanitäts
Lt. der Landw.-Feld-Art. 2. Aufg
schulen
Nr. 87, — Schmidt (Friedberg), des 2. Oberrhein. Inf. Regts. Nr. 99, — Ausfall (I Darmstadt), des Leibgarde
Landw.-Kav. 2. Aufg., — Müller, Widmann (I Darmstadt), Lts. derLondiv.-Inf. 1. Aufg., — Brendel (Mainz),
Im SSeur der Reserve
Die „Etetzener ZamilienblStter" werden dem .Anzeiger^ otennal wöchentlich beigelegt, das „Kretsblatt für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
die Vizefeldwebel, bezw.Bizewachtmeister: Schimpf (Stettin), des Inf.--Negts. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118, — Thiel (Eisenach), des Leib-Drag.-Negts. (2. Großh. Hess.)
158. Jahrgang
ug HesB.iKr i C. Kraut I n tritt 40 J 18 immer,
** Tageskalender. H n n d e a n S st e l l u n g in Faßhalle der Aktienbrauerei. Ten ganzen Sonntag geöffnet.
Kolosseum: Täglich große Vorstellung.
K i n e »i a l o g r a p h e n - T h e a t e r: Programmivechsel. Kaiserpanorama: Programmivechsel.
König nebst seiner Familie dringend empfehlen, in Frieden der Krone zu entsagen und das Land zu verlassen, da die Einsetzung der Republik, die einzige Rettung aus der Krise sei. Die Königin scheint keinesfalls einzuwilligen, daher sind blutige Ereignisse bei der Totenandacht in Gegenwart des Hofes und bei der Krönung des Königs sehr wahrscheinlich. Der Handel und Fremdenverkehr stocken gänzlich. Kennzeichnend für die Situation ist, daß die heutige Prozession von Soldaten mit scharf geladenen Gewehren begleitet wurde. Unter dem Vorwand, daß eine Parade statt- finden soll, werden starke Detachements aus der Provinz in der Hauptstadt zusammengezogen.
des Großh. Art.-Korps, 1. Großh. Hess. Feld-Art.-RcgtS. Nr. 25, — Diefenbach (I Darmstadt), Woe'nckhauS (Siegen), des 2. Großh. Hess. Feld-Art.-Regts. Nr. 61, — Hüt Hw oh l (Gießen), des Fuß-Art.-NegtS. General-Feldzeug- meister (Brandenburg.) Nr. 3. — Abschiedsbewillig- ungen: v. Petersdorff-Campen (II. Braunschweig), Lt. der Res. des Garde-Drag.-Regis. (1. Großh. Hess.) Nr. 23, Weyell (IDarmstadt), Hauptm. d. Landwehr-Inf. 2. Aufgebots, mit der Erlaubnis zum Tragen seiner bisher. Uniform, — Rüdiger (I Darmstadt), Oberlt. der Landwehr-
•• Aus dem Militär-Wochenblatt, laubtenstande: Befördert zu Leutnants
Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schen Unwersitäts - Buch- und Stemdruckeret.
R. Lange, Gießen.
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Ans Stadt und Land.
Gießen, 25. April 1908.
Konzert unserer R e g un e n t s m u s i k auf der Liebigß- höhe, Sonntag nachnuuag 41', Uhr.
Anlage m usik (Volkstonzert) Sonntag vormittag 11'/, Uhr in der Südanlage. Spiclplan: 1. Vorspiel zur Oper „Tie Atelster- fiiiflcr", von Wagner; 2. Baccarola-Walzer, von Osfenbach-FelrLs;
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Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftraße 7. Expedition und Verlag: 5L
Redaktion: e=^ 112, Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.
Deutsches Aerch.
Die Einigungsverhandlungen im Berliner Baugewerbe nahmen heute zwar ihren Fortgang, doch ist —■ entgegen fälschlich verbreiteten Gerüchten — trotz aller Bemühungen des Vorsitzenden eine Einigung noch nicht erhell worden. Die Arbeitnehmer verlangen eine generelle Lohnerhöhung für alle Kategorien vom zweiten Jahre des neuen Verlages ab, und es ist nicht unmöglich, daß an der Ablehnung dieser Forderung die Verhandlungen scheitern.
Aus Oldenburg. Das Staatsministcrium bestätigte die EZabt des Schreibers Andreas zum Beigeordneten der Gemeinde Reuende nicht, weil er Sozialdemokrat sei.
Der Vorstand der freisinnigen Volkspartei in Äreslau antwortete auf die Anfrage des Wahlkomitees der ßszialdemokratischen Partei, ob er gewillt sei. den Sozialdemokraten bei der diesjährigen Landtagswahl ein Mandat abzutreten, ablehnend.
D i e M a i f c i e r. Dec Verband der Metallmdustrrellen von Lalle und den Nachbarorten beschloß. Maifeiernde zu entlassen. — Der Arbeitgeberverband in Hamburg beschloß, Diejenigen Arbeiter, die am 1. Mai der Arbeit fernblciben, als entlassen zu betrachten und vor dem 11. Mai nicht wieder einzustellen. — Der Vrer- städtcbund im Baugewerbe wird die am 1. Mai feiernden Arbiter bis zum 3. Mai aussperren. ~
Die Regierung von Reuß ä. L. hat die von der Stadt Sera beschlossene Waren h a us ft e u c r genehmigt.
Die Pensionsversicherung der Privatbeamten.
In einer großen Versammlung hat der bekannte Sozialpolitiker Aeichstagsabg. Sittart interessante Mitteilungen über den Stand der Pe n s ionsvers i ch erung der Privatbeamten gemacht. Wie er erzählte, sei in einer letzter Tage im Reichsamt des Innern abgehaltenen Besprechung von zuständiger Seite die Versicherung abgegeben worden, die Regierung werde dieses Jahrzehnt nicht vorübergchen lassen, ohne dem Reichstage einen Gesetzentwurf über Pensionsversicherung der Privatbeamten vorzulegen.
3. Potpourri aus der Operette „Tie Asnkareise", 4. Kaijer-Muskeliere I Marsch von Kiauße.
statt. Tie Eintrittspreise sind au* allen Plätzen um die Halste ermäßigt. Zweifellos wird dieser Abend einen sehr gutcii Besuch ausweisen, beim das gegenwärtige Prograinm ist roirfltcl) sehenswert.
** DerGabelsbergerStenographieverein hielt am Donnerstag im Cafs Ebel seine Hauptversammlung ab. Wie aus dem vom 1. Schriftführer erstatteten Vcrwal- tungsbericht hervorging, entfaltete der Verein auch in dem abgetaufenen Vereinsjahr eine sehr eifrige Tätigkeit auf stenographischem Gebiete. Den Mitgliedern war durch die verschiedenen Unterrichtskurse reichlich Gelegenheit zur Erlernung und! Weiterbildung in der schönen Kunst Gabelsbergers geboten. Aber auch in gesellschaftlicher Beziehung hat der Verein seinen Mitgliedern manche fröhliche Stunde bereitet. Ebenso gab" di? Rechnungsablage ein günstiges Bild. Bei der nun folgenden Vorstandswahl lcynte der seitherige 1. Vorsitzende, Krcisamts- Bureau-Vorsteher S ch i f f n i e, unter dessen umsichtiger Leitung der Verein stets vorwärts geschritten war, aus Gesundheitsrücksichten eine Wiederwahl ab. An seiner Stelle wurde Sekrerär W. Lohzum 1. Vorsitzenden gewählt; 2. Vorsitzender wurde Lehrer Kling, 1. Schriftführer Fr. Honstein, 2. Schriftführer A. Karnbach, Rechner W. I u l l m a n n , Bücherwart Gg. Fritzsch. Nachdem noch verschiedene Vereinsangelegen-- heiten besprochen und besonders auch der Besuch der am 4. Mai beginnenden neuen Untcrrichtskurse allen Anwesenden warm emp- sohlcn worden war, schloß dec Vorsitzende die Versammlung mit dem Wunsche, daß sich der Verein auch in dem neuer Vereinsjahr kräftig weiter entwickeln möchte.
•• Die Nachtfröste haben in Oberhessen dem Wintergetreide an vielen Stellen Schaden zugefügt. — AuS Imkerkreisen kommt die Nachricht, daß unter den Bienenvölkern nicht unbedeutende Verluste infolge der letzten lieber* wmterung zu beklagen sind. Die ungünstige Witterung der letzten Zeit hat außerdem den Bienen großen Schaden zu- gefügt.
§ Oppenrod, 24. April. Heute bewegte sich ein stattlicher Tramrzug durch unseren Ort, galt es doch, den alten verdienten Rechner Johannes Brück 11. zur letzten Ruhe zu begleiten. ES waren der trauernden Familie Beileidsschreiben; von allen Seiten aus Nah und Fern »ugegangen. Brück war 32 Jahve Rechner der eoang. Kirche und 20 Jahre Gemeinderechner. Vor drei Jahren erhielt er von S. K. H. dem Groß- herzog das Ehrenzeichen mit der Inschrift für langjährige treue Dienste. Er war in seinem Dienst so gewissenhaft, daß er von seiner vorgesetzten Behörde nach jeder Kassenrevision eut Anerkennungsschreiben bekam. Vor zwei Jahren unterzog er sick) ivegen eines Tarrnleidens einer schweren Operation imi Evang. Schwesternhaus zu Gießen. Sie brachte ihm leider wenig Erfolg. Seit September v. I. konnte er das Bett nickst mehr verlassen. Bei der Führung seines Amtes war ihm seit dieser Zeit fein ältester Sohu behilflich, bis _ er am Dienstag! vor Ostern das Amt abgeben mußte, weil er seinen Namen als Quittung nicht mehr schreiben konnte. Brück starb int Alter von 65 Jahren, die Erde möge ihm leicht werden. — Zum neuen Rechner haben sich, wie verlautet, drei hiesige Bürger gemeldet, wer von ihnen Rechner wird, muß man abwarlen, wenn auch an maßgebender Stelle die Wahl schon getroffen! zu sein scheint.
? Hungen, 24. April. An Stelle de? nach Darmstadt versetzten Leiters der hiesigen höheren Bürgerschule, Lehramtsassessor Hüthwohl, ist Referendar Steuernagel ernannt worden.
? Ost heim, 24. April. In der Scheuer des Johann Müller hier entstand gestern Abend Feuer, das diese vollständig emäscherte. Trotz des energischen Eingreifens der Feuerwehr brannten auch die Wirtschaftsgebäude des Matth. Schneider vollständig nieder. Die Entstehungsursache ist nicht bekannt.
w. Büdesheim (Kr. Friedberg,, 25. April. (Tel.), Aus dem hiesigen Hofgute erkrankten zwei russische Arbeiterinnen unter blatternähnlichen Erscheinungen. Das Kreisgesundheitsamt Friedberg stellte in der Tat Blattern bei ihnen fest und orönete alle zur Verhinderung Der Weiterverbreitung der Ktanv- heit erforderlichen Maßnahmen an. Die beiden Arbeiterinnen wurden in einem besonderen Wagen nach Gießen in Die Klinik gebracht.
-f- Lauterbach, 24. April. Der israel. Religionslehrer Rothschild hat infolge hohen Alters und geschwächter Gesundheit seinen Dienst auf den 1. Juli er. gekündigt. Als Nachfolger wurde Joseph Messinger aus Berlin vertraglich angestellt. — Der vor einiger Zeit von den Buchhalter des „KaiserhofeS" 51t Bad Nauheim, Ernst Gemmer, zum Preise von 62 000 Mk. käuflich erworbene Gasthof „zum Anker* geht an seinen früheren Besitzer zurück.
sd. Darmstadt, 24. April. Tie beiden jetzigen Darm- städttr Landtags-AbgevrDneten der nationalliberalen Partei, Dr.. Glas sing und Dr. Osann hielten heute abend im Schützenhof eine öffentliche Versammlung ab, in der sie üoer ihre Parlamentär stckn: "Tätigkeit berichteten. Dr. Gl äs sing besprach il a. das Wahlrecht und erklärte, daß nach den von ihm in dem Ausschuß gemachten Vorschläge k e i n w e > e n t l i che s Vorrecht der Zweiten Kämmer benacksteiligt wurde. Er erläuterte dann seine Anträge über Wanderung der Bauordnung, Einführung einer Filial- und Warenhaus st euer usw. Abg. Dr. Osann behandelte zunächst den Werl der Doppelman-, bäte, die trotz Der vermehrten Arbeit einen besseren Einblick in die gegenseitigen Verhältnisie und Deren leichtere Beurteilung zulassen und rechtfertigt Dann feine bekannte Stellungnahme beim Vereinsgesetz, wober er es im Interesse einer positive^ Mitarbeit nicht für richtig hält, sich unter allen Umständen auf das Parteiprogramm festzulegen. Seit Ei Richters Tod sei auch Der Freisinn in dieser Beziehung auf einen anderen. Standpunkt gekommen. Er beleuchtet Dann eingehenD die Blocf- bo I i t i t und Deren Erfolge, wobei er hofft, daß die von dem Reichsschatzmeister zu erwartende Finanzreform, welche das direkte. Steuersystem mir Dem indirekten verbinde eine Brücke bilde zu neuen geordneten Verhältnissen. — Seine Tätigkeit fei im Interesse einer Versöhnung mcht von radikalen Grundsätzen geleitet. Traurig fei es auch, daß Gröver so- viel Zeit gebraucht habe. Die gegen Die Journalisten gebrauchte Beleidigung zurückzunchmen. — In der Diskussion ivünsckst.stau'- mann Braun, daß man eines der nationall. Mandate im Interesse einer Versöhnung dem Freisinn überlasse. — Die Versammlung >var gut besucht durch verschiedene Land.agsabgeordnete, Ministerialrat Dr. Becker, dessen Bruder Dr. Becker-Sprendlingen waren anwesend.
X Frankfurt a. M., 24. April. Gestern wurde in, in der Nähe der Staatseisenbahnbrücke eine männliche Leiche aus dem Main geländet, die eine Schußwunde an der linken Kopfseite und noch eine starke Kopfverletzung aufwieS. Dev Tote wurde als der 56jährige Kaufmann Julius Gerz aus,
pontifebe Tagesschau.
Das Kaiserpaar von Albanesen bedroht.
Die Nähe Albaniens hat sich in Korfu bei dem jetzigen Aufenthalte des Kaiserpaares reckst unliebsam bcmeribar gemacht. Wie nämlich.aus viom gemeldet wird, hat Die griechische Polizei auf Korfu 5 0 Albanesen verhaftet, die aus Patras kamen unb W a f f e n und Dynamit in ihrem Gepäck mit sich führten. 20 Albanesen gelang es auf einem Segelschiffe 511 entfliehen. Sie wurden aber von grtechiscyen Truppen verfolgt, die elf nieder- machten und die übrigen jeftnahmen. Tas Giornale d'Jlalia Tfäbrt, daß der Kaiser am 1. Mai in Bari eintrifft, um das in Der 9cal)c gelegene, vom Hohen stau sen-Käiser Friedrich II. erbaute Castel del Monte und andere Staufen-Schl.ösfer zu besuchen. Von Bari aus ivird Der Kaiser wahrscheinlta) nach Ravenna reifen, iro ihn Die Grabdenkmäler TheodvrichS des Großen Md Tantes besonders anziehen.
Ausland.
UeberdiebevorstehendeBegegitungider Ko n ja e von England unb Italien wird berichtet, bau Die An- wnjt König Eduards in den italienischen Gewapern vermutlich B-’gen den 20. Mai erfolgen werde. Seine Zusammenkunft mit Sonig Viktor Emanuel werde wahrscheinlich in Neapel, nicht, ®ie ursprünglich angenommen wurde, in Sizilien vor |id) gehen.
Die Lage in Portugal. Die Republikaner wollen dem
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Harden Über Eulenburg.
Ein Berliner Mitarbeiter der „Münch. Neuesten Nachr." hat Maximilian Harden ausgesucht und schreibt über den Verlauf der Unterredung, daß Harden mit dem Ergebnis des Münchener Ver- handlungstages vollkommen zufrieden sei. Jetzt sei durch beeidigte und unwiderlegliche Zeugnisse festgestellt, daß Fürst Eulenburg den Milchhändler Riedel zu unsittlichem Verkehr verleitet, ihn dafür bezahlt und ihn wiederum gegen Bezahlung veranlaßt hat, in feiner Wohnung eine verbotene Geschlechtshandlung mit einem Freunde des Grafen vorzunehmen. Jetzt sei festgestellt, daß Fürst Eulenburg mit dem Fischer Jakob Ernst jahrelang unzüchtigen Verkehr unterhalten, ihn auf Reisen mitgenommen,, nach Liebenberg eingeladen, reichlich bezahlt und zum Verwalter seiner SJilla gemacht habe. Das Geständnis des Zeugen Ernst habe mit vngeheurer Wucht gewirkt. Der Fürst habe unter Eid direkt die Handlungen bestritten, deren er jetzt überführt sei, im Brand- vrozesse wissentlich das wichtigste verschwiegen und im Harden- frozeß wissentlich die Unwahrheit gesagt. Jeder Irrtum bei den Zeugen Riedel und Ernst sei unbedingt ausgeschlossen. Justizrat Bernstein werde im kommenden Prozesse die Gelegenheit wahmehmen, in öffentlicher Gerichtssitzung »nwiderlegbar zu beweisen, daß die Charakteristik des Fürsten Eulenburg den Tatsachen entspreche. Wenn das Reichsgericht bei der Prüfung der Revision gegen das Berliner Urteil zu einem negativen Ergebnis komme, würde die, Wiederaufnahme des Verehrens im Prozeß Moltke-Harden erfolgen. Er (Harden) selbst kerbe gegen den Fürsten Eulenburg eine Anzeige nicht ermatten, wenn er auch die bisher geübte Schonung nicht mehr ebtoalten lassen könne. Von seinen Behauptungen über len Verkehr zwischen b e in Grafen M 0 ltke und dem Fürsten Eulenburg nehmeernichtein Wortzurück. Sein Kampf sei unvermeidlich gewesen.
Der Gesamtvorstand des Wahlvcretns oer Liberalen, bet sich am 22. April abends neu konstituiert hat, beauftragte nach eingehender Besprechung der parteipolitischen Lage den wieder- aewahlten Parteivorfitzenden Schrader mit der Abfassung einer Erklärung an die Parteimitglieder im Lande. Daraus hat der Abg. Schrader an die Organisationen des Wahl- rereins der Liberalen eine Zuschrift gerichtet, in der es heißt: ,Jn der Delegiertenversammlung vom 22. d. Mts. haben die verren Dr. Barth, v. Gcrlach und Dr. Breitschcid unb einige ihrer Gesinnungsgenossen ihren Austritt aus dem Wahlverei.i der Liberalen erklärt. Allgemein wurde der Austritt der genannten Öerren aus der Partei sehr bedauert, und unter allgemeinem Beifall wurde dem auch vom Leiter des Parteitages Ausdruck gegeben. Zugleich wurde aber unter der gleichen Zustimmung der Versammlung von ihm hervorgehoben, daß die politische Haltung der Partei dadurch in feiner Weise verändert werde. Die Haltung des Parteitages während dieser und der folgenden Berat ungen hat bann auch tatsächlich gezeigt, daß er von dem Gesite des entschiedenen Liberalismus erfüllt war, und daß er in diesem Sinne die Einigkeit des Gesamtliberalismus energisch weiter pflegen Null. Wir geben unseren Freunden hiervon mit der Bitte Kenntnis, in ihrem Vertrauen zu der Partei nicht wankend zu werden. Vielmehr mit aller Straft für ihre Organisation und ihre Ziele »eiter einzutreten." — Dr. Barth schreibt feit seiner Rückkehr von Frankfurt an einer Broschüre, in der er die Grunde seiner Stellungnahme und seines Austritts aus der Partei darzulegen beabsichtigt. Die Broschüre soll im Verlage Der Wochenschrift „Das Blaubuch" erscheinen.
korps: Befördert zu Oberärzten: Die Assistenzärzte der Res. Dr. 9)1 arf (Mainz), Dr. Thies (Gießen).
*'■ Pfarrpersonalien. Dem Pfarrer Otto Walther zu Offenthal wurden unter Vorbehalt seiner dienslpragmatischen Rechte als Pfarrer die pfarramtlichen Geschäfte zu Ober- Klingen, und dem Pfarrer Val. Za tz mann zu Walo- UelverSheim unter Vorbehalt seiner dienslpragmatischen Rechte als Pfarrer die pfarramtlichen Geschäfte zu Fauerbach (Del. Friedberg) übertragen. Ernannt wurden Pfarrvikar Becker zu Fürth zum Pfarrverwalter daselbst; Pfarrverwalter Stadler zu Fauerbach zum Pfarrockar in Wald-UelverS- heim; Pfarramtskandidat Steiner zu Schwanheim zum Pfarrassistenten in Pfungstadt; Pfarrvikar Schott zu Babenhausen zum Pfarrverwalter daselbst (erste Pfarrstelle); Pfarrverwalter De icke zu Bönstadt zum Pfarrverwalter in Rendel. Gestorben sind der evang. Pfarrer i. P. Kart Weh sarg von Hillesheim zu Villa Elsava bei Hobbach (Unterfranken) am 29. März; der evang. Pfarrer i. P. Kirchenrat Karl Müller zu Worms am 6. April.
•* Ernannt wurde der Militäranwärter Sergeant Friedr. Curths in Gießen zum Hausbeschließer int Gerichtsgebäude in Gießen.
** Ter Hessische Landesvorftand des Bundes der Landwirte hielt gestern in Fran ksur 1 a. M. eine Sitzung ab, in der das Programm für die nächste Landtagswahl besprochen und mit kleinen Abänderungen gutgeheißen wurde. Hieran schloß sich eine erweiterte Vorstandsfitzung, an der die Bezirtsvorsitzenden und Landtagsabgeordneten teilnahmen. Acan verhandelte hier besonders über die Landwirtschastskarnmer und Die Angriffe, die das Vorftandsniitglied Lu ck c -P a t e r s hau sen in Nr. 14 des Bundesorganes für Südwestdeutschland gegen den Vorstand der Kämmer unb bereu Tätigkeit gerichtet hatte. Diese Angriffe wurden besonders von Abg. Breidenbach zurückgeiviefen.
•• Besitzwechsel. Das Haus Noon st raße 2, Ecke der Kaiser-Allee, das den Zinßerschen Erben gehört und wegen Auseinandersetzung vom Ortsgericht versteigert wurde, erwarb für das Höchstgebot von Mk. 77 000 der Konservator I. P. Georg Zmfer. — Das Anwesen des Hauptlehrers Traber, Walltor st raße, wurde für 22 000 Mk. an die Firma Christ & Herr verkauft. Der Verkäufer wird in der neuen Gewerbeschule eine Dienstwohnung beziehen.
'Hundeausstellung. Ein sehr interessanter Teil der morgigen Hundeausstellung nämlich das Preis richten, findet nur am Vormittag statt, weshalb sich für Sportliebhaber und tnsbes. Kauflustige der Vormittagsbesuch dec Ausstellung sehr empfiehlt. Für die bloße Besichtigung der Hunde, die nach dem Richten sämtlich in ihren Ständen angebunden sind, ist hingegen der Stachmittag weit geeigneter. Die Ausstellung nebst Den Richtplätzen und den Restaurationsräumen ist gegen Witterungseinstüsse vollkommen geschützt. Besucher erhalten von den als Ordnern fungierenden Herren jederzeit bereitwilligst Auskunft. Die Firmen Spratts Patent und Gebrüder Herbst zeigen in der Ausstellung ihre bekannten Hunde-Heil-Fütte- rungs- und Pflegeartikel, deren Besichtigung sehr zu empfehlen ist.
•* Kolosseum. Die erste vollst ümlicheVor st ellung, die für Montag angefetzt war, findet erst am Dienstag 28. Aprü,


