Ausgabe 
21.12.1908 Erstes Blatt
 
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Gießener Anzeiger entgegen.

Verlosung

Wett«

Bed. Himmel

9

2

+ 1,8C.

Portugiesen

III

108.20

Berliner Börse, 21. Dezember. Aufangskorse.

Jahren

218 70

109.00

Sturzes Beines brachen, haben.

hat sic zwei Kopfwunden und eine Verletzung des daoongetragen. Die sechzig Eier waren total zer-

Die Bahn wird für den Schaden aufzukommen

4% 396

396

Italien. Rente . . Portugiesen Serie I

143.00

49.30

85.60

63.40

97.95

57 95

58.50

97.30

92.45

Harpeuer Bergwerk Laurahütte . .

-.ombarden E. B.

N'ordd. Lloyd . .

L'iirkenlose . . .

Höchste Temperatur Niedriaste

116-50 116.80

186 25 188.26 110 üö 193.10 19400

89.00 91.70

169 00 128 30 240.75 134 50 179.75 147.40 195.70

20. Tez.

20. , =

194.60

18.3.

143'10

Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Scliuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. PaketL Harpeuer Bergwerk. . . Laurahütte ..... N'ordd. Lloyd Obeischles. Eisen-Iudustrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat Bank . . Diskonto-Kommandit . . Dresdner Bank . . . . Kreditaktien Baltimore- und Ohio-

Eisen Lahn Gotthard bahn Lombard. Eisenbahn . . Gesten. Staatsouhn . . . I'nnce-Henri-Eisenbahu .

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz- fest.

18.60

143 40

121.00

Reichsanleihe do.

Konsols . < do. . .

Hessen . . .

findet am 27. Dezember (3. Feiertag) in

4/6% russ.Staatsanl. 1905 4>3% japau. Staatsanleihe 196 Conv. Türken von 1903 Türken ose 196 G riech. Monopol-Anl.. 4% äussere Argentinier . o% Mexikaner . . . 4 >6% Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss Buderus E. W

Tendenz: fest

240.60

59 25

147.25

und Industrie. Giessen. Frankfurter Bör*e, 21. Dezember, 1.15 Uhr.

alter von 1. mindestens 1 Jahr Mk. 10, 2. b

Mk. 15, 3. 5 bis 10 Jahren 20, 4. iibcc 10 Jahren Marl 25, jeder verheiratete Arbeiter und jeder ledige Arbeiter,

Man lese den Gießener Anzeiger größte und reichhaltigste Tageszeitung Gberhestens mit de« BeilagenHamilienblatter",Landwirtschaftliche Leitstagen" und dem Kreisblatt für den Kreis Gießen. Auslage über 13000 Expl.

RB. Darm stadt, 17. Tez. Dor den^ Kriegsgericht wurde beute ein beiuerfensiuerter Fall von Soldaten-Mitz- Handlung gegen den Untero stzier des Trainbataillons Nr. 18 Bruno Freibode verhandelt, der seit dem Herbst vorigen Jahres Unteroffizier ist uiib sich seither gut geführt bat. Er hat sich am 5. September der Mißhandlung des Rekruten Geuß schuldig gemacht und wiirde da'ür zu 4 4 Sagen Ge­fängnis verurteilt. Geuß stammt aus einer Familie, öo» der schon verschiedene Alitglieder an Brustleiden gestorben sind. Er ist Rausinaiin und muhte sich seines BruslleidenL ivegen schon mehr­mals im Süden aufhallen. Ter Diciist strengte ihn unter diesen Umständen uiehr an als nubcxe, doch war dies bei {einen Vor­gesetzten nicht näher bekannt. Er hatte am fraglichen Tage nach 'Meinung des Angeklagten beim Ltalldieust ein Pferd zu langsam geputzt. Ter Unteroffizier ließ ihn zur Straie dafür erst in SUiie- beuge gehen und mit einem halbgciüllten Alistkasten Armstreekungcn machen. Nachdem dies 85 Mal geschehen war, mußte er cs noch 125 Mal mit einem halbgesüllten Eiincr Wasser ausführen, worauf Geuß beim Legtragen s Eimers ohnmächtig zusammenbrach.

3^e/e 356 W!. 356 3M7o

94.50

85.25

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98 05

97 70

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3>67<> Oberhessen . . . Oesterr Goldrente.

47,56 Oesterr. Silbejrente

456 Ungar Goldrente . .

am 19. bis . 19. ..

Mereotologr-me ^-eov.rchruugen

der Station Gießen.

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben "den Ministerialsekretär in dein Ministerium des Innern Ernst Pi stör auf sein Nach such en mit der Aussicht auf spätere Wiederanstellung aus dem Staatsdienst entlassen und den Kreisamtmann bei deut Kreisamt Groß-Gerau Her­mann Pfeiffer zum Ministerialsekretär in dem Mini­sterium des Innern, den Kreisamtmann bei deut Kreisamt Bensheim Wilh. Schön zum Kreisamtmann bei dem Kreis­amt Mainz, den Kreis am rin ann bei dem Kreisamt Büdingen Dr. Karl L ö s l e i n zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Bensheim, den Kreisamrinann bei dem Kreisamt Alsfeld Tr. Otto Phil. Michel zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Groß-Gerau, den Polizeiamtmann bei dem Polizeiamt Darmstadt Paul Emmerling zum Kreisamtmcmn bei dem Kreisamt Alsfeld, den Regierungsassessor Rud. Laute­schlager aus Darmstadt Zum Polizeilommissär bei dem Polizeiamt Darmstadt mit dem TitelPolizeiamtmann" und dem laufenden Rang eines Kreisamtmanns, den Re- ^erungsassessor Osk. Frölich aus Darmstadt zum Kreis­amtmann bei dem Kreisamt Büdingen, den Regierungs­assessor Theodor Reinhart aus Worms zum Vorstand des Polizeiamts Gießen mit dem AmtstitelPolizeiamt­mann" und dem laufenden Rang eines Kreisauttmauns er­nannt.

**Lehrerpersonalten. Ernannt wurde die prob. Zeichenlehrerin an der höheren Mädchenschule zu Mainz Hedwig Klein zur Zeichenlehrerin an dieser Schule unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrerinnen. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Mich. Ar­nold aus Rohrbach (Kreis Erbach) eine Lehrcrstelle an der Gemeindeschule zu Reinheiur.

Kirche und Schnle.

Lauterbach, 19. Dez. Auch von dem Dekanat Lau­terbach ist ein von sämtlichen Geistlichen, soweit sie nicht schon vom Vorsitz im Schulvorstand befreit mären, unter­schriebenes diesbezügliches Gesuch an das Ministerium ge­richtet worden, das folgenden Wortlaut hat:Die unter­zeichneten Geistlichen des Dekanats Lauterbach sehen sich veranlaßt, Großherzogliches Ministerium des Innern, Ab­teilung für Schulangelegenheiten, um Entbindung vom Vor­sitz im Schulvorstand gehorsamst zu bitten. Tie Gründe, die sie dazu veranlassen, sind: 1. Das in Lehrerkreisen außerordentlich verbreitete herrschende Mißtrauen ^gegen die Pfarrer in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des schul- vorstandes und die dieses Mißtrauen bekundenden immer wiederkehrenden Verdächtigungen der Pfarrer in öffentlichen Versammlungen und namentlich in der Presse; 2. die Schä­digung und Beeinträchtigung der amtlichen Tätigkeit, die den Pfarrern durch Konflikte der Lehrer mit den Gemem- den erwachsen, sofern sie in dieselben einzugreifen genötigt sind; 3. die absolute Bedeutungslosigkeit der Befugnisse, die dem Vorsitzenden im Schulvorstande im übrigen ob­liegen, und die im wesentlichen im Absenden, Empfangen und Ueberntitteln von amtlichen Schriftstücken bestehen. Aus diesen Gründen machen die Unterzeichneten Gebrauch von der Verfügung Grotzh. Oberkonsistoriums vom 31. Au­gust lf. Js., nach der die Geistlichen ermächtigt sind, da, wo sie es für angemessen halten, eine Befreiung vom Amte des Vorsitzes int Schulvorstand nachzusuchen, und die ihrem längst gehegten Wunsch entgegenkommt."

Gerichtssaal.

Schöffengerichtssitzung Gießen vom 18. Dez. 1908.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel

** Der Evang. Arbeiterverein veranstaltet am 3. Januar in der Stadtlirche für seine Mitglieder und Freunde des Vereins eine Geistliche Musikaufführung, die nach den getroffenen Vorbereitungen einen schönen Verlauf zu nehmen verspricht. Außer der Konzertsängerin Frl. Stammler hier wird die Gesangsabteilung und der Kinder­chor deS Vereins mitwirken; auch haben eine Anzahl Fretutde ihre Mitwirkung in Aussicht gestellt. Die Weihnachts­feier des Vereins, bestehend in GesangSvorträgen, Theater,

Märkte.

Gießen, 19. Dezember. Marti vericht.Aus heutigem Wocbeil' markte kostete: Putter pr. Pfd. 1.201.25 Mk., Hühnereier 1 St. 89 Psg., Käse pr. St. 68 Pf., Käsematte 2 St. 56 Pfo., Erbsen p. Pfd. 1824 Pfq., Linien o. Pid. 2540 Psg., Taubai pr. Pr. 0,801,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,60 Alk., Lahne pr. Stück 0,801,80 Mk., Gänse vr. Pfd. 6070 Pf., Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Dik., Ochjenfleisch pr. Pfd. 7684 Pig., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6080 Psg., Schweinefleisch pr. Pfund 8090 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pid. 90 Psg., Kalbfleisch pr. Pid. 7078 Psg., Hammelfleisch pr. Pid. 6080 Psg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.506.00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,0fr 8,00 Mk., Diilch per Liter 20 Psg., Weißkraut per Stück 1015 Psg., per Zentner Mk. 2.503.00. Aepsel per Ztr. 810 Mk., Birnen per Ztr. 1015 Mk. Nüsse 100 Stück 4000 Psg., per Ztr. 000 Mk. Marktzeit von 82 Uhr.

als Schonrevicr erklärt, so daß ein Fischen nicht ntehr statthaft ist. Tas Gericht gelangte zur Freisprechung unter Belastung der Staatskasse mit den Kosten, einschließlich der der Verteidigung.

Widerstand und Gefangenenbefreiung. Der Ar­beiter fr. F., Dienstntann Chr. F. und der Arbeiter I. F., alle in Gießen hatten sich wegen Widerstand bczw. Gesallgenenbefreiung zu verantworten. Zwecks Verbüßung einer mehrstündigen Arrcst- strase wurde der Mrgeklagte fr. I. durch einen Schutzmann, der Bezirksschule zugeführt, wogegen er sich sträubte, mit den Füßen trat und um sich schlug. Tie beiden Mitangeklagten Chr. ft. und I. F. befreiten dabei den Arrestanten aus ber Gewalt des Schulmannes. Erst nachdem der Vallr des fr. ft. erschien und den Auftrag des Schutzmannes billigte, konnte die Vorführung erfolgen. Das Gericht verurteilte den fr. ft. mit einem gerichtlichen Verweis. Chr. ft. zu 2 Wochen Gefängnis und I. ft. zu 10 Tagen Gefängnis.

Körperverletzung. In der lliacht vom 18. auf 19. Oktober l. I., als der Nachtwächter in Garbenteich einen Streit schlichten wollte und Ruhe gebot, schlug der Weißbinder fr. D. diesem mit der Faust in das Gesicht, so daß ihm Nase und Mund blutete. Als der Nachtwächter unter den Streitenden auch Verheiratete gewahrte, sagte er zu diesen, es wäre doch Zeit für diese, daß sie sich Leim ?,u ihren Weibern legten. Der Angeklagte wurde zu 30 Mk. Geldstrafe ev. 6 Tagen Gefängnis verurteilt.

Unterschlagung. Der Omnibuskutscher fr. S. hier, eignete sich ca.19 Mk.rechtswridrig an. Am l.Nov.l.J. benutzte ein Schlosser aus Wieseck, vom hiesigen Lahnhof aus, den Omnibus und zahlte unbemerkt unb infolge der herrschenden Dunkelheit mit einem 20 Markstück. In der Meinung, dem Kutscher 1 Mark gegeben zu haben, ließ er sich 90 Pfg. zurückgeben. Bei dem zu frause erfolgten Kassensturz bemerkte der Fahrgast den Verlust des Geld­stückes. Als hierauf dem Kutscher Vorhalt gemacht wurde, be­stritt er dies, auch noch bei seiner auf der Polizeiwache erfolgten körperlichen Untersuchung. Erst nachdem man in feiner Mütze versteckt, ein Portemonnaie mit 22 Mk. vorfand, über dessen iSriDcro er sich nicht ausweffen konnte, ließ er sich au einem Ge­ständnis bewegen. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hielt 40 Mark Geldstrafe für angebracht, das Gericht erkannte auf 30 Aiark ev. 6 Tage Gefängnis.

Duldung von Gluasspielen. Dem hiesigen Wirte E. A. K. K. war zur Last gelegt, als Inhaber eines o if entlidfon Versammlungsortes einer Wirtschaft, mehrfach Glücksspiele, das sogenannte Mauscheln geduldet zu haben. Da der Angeklagte geständig war, so nmrde von VernelMung der Zeugen Abstand gelte atmen. Der Anklagevertreter beantragte 35 Mark Geld­strafe. Das Gericht erkannte auf 25 Mark ev. 5 Tage Ge­fängnis.

O Laubach, 20. Dez. In vergangener Woche wurde vor unserem Amtsgericht die Schieß affäre, die bereits zu Pfingsten in Gonterskirchen stattgefunden und über die bereits in damaliger Nummer berichtet worden, zum Aus­tra g gebracht. Es handelte sich mehr um einenDummen- jungenstreich" als um ein ernstliches Vergehen, deshalb war die Angelegenheit zwischen dem Täter R., der augenblicklich bei dem Militär eingezogen ist, und dem geschossenen G., der die Nevoloerkugel noch im Halse stecken hat, im Weg der Privatklage erledigt worden. Der Vater des R. erklärt sich bereit, 150 Mk. Schadensersatz an G. zu zahlen, vorbehalt­lich eines iioch entstehenden gesundheitlichen Nachteils, und übernimmt die etwa ebenso hoch koinmenden Kosten.

Wetzlar, 19. Dez. Heute gelangte die von bet Generalversammlung der Buderusschen Eisen­werke zilf Verfügung gestellte Weihnachtsbelohnung von 60 000 Mk. an die Arbeiter dieses Werkes zur AuS- zahlimg. Es erhielt jeder ledige Arbeiter bei einem Dienst-

welcher als Ernährer seiner ftamilie gilt, bei einem Dienst- alter von 1. mindestens 1 Jahr Mk. 15, 2. 2 bis 5 Jahren Mk. 20, 3. 5 bis 10 Jahren Mk. 25, 4. über 10 Jahren Mk. 30.

hie iw rübc r ge Hand en ft alle in die franb $u nehmen. <Ät. kamt aber nur dann wirklich erfolgreiche Arbeit leisten, wenn ite nut Der städtischen Armenpflege Hand in Hand arbeitet. Vor allem ein Grundsatz aber muß bei der Privatarmenpftege im Vorder- arund stehen, das ist der, fördernd und hebend durch bte Unter» ftüfcung einsunirren: die städtische Armenpflege tragt, nur nach der' Bedürftigkeit, nickft aber narb der Würdigkeit. - Pie, er Grund­satz hat feine Berechtigung. Die Privatarmenpftege kaim aber nach der Würdigkeit des lluterstützungsbedurrtigen..nagen, und hier eveiituell durch Verweigerung der Unterstützung iittUd) hebend nnb fördernd einwirken.

Steins Garten statt.

** Telephon arbeite r. Das Telegraphenamt teilt mit, daß die Telegraphenarbeiter verpflichtet sind, int Dienste Dienstmützen mit vorgeschriebenen Dienstabzeichen zu tragen, und daß jeder eine Äusweiskarte mit sich führt, die er dem Hauseigentümer ufnx unaufgefordert vorzu­zeigen hat. Tie Dienstabzeichen bestehen aus Messingbuch­staben T. A. Nr. ... (b. l Telegraphcnarbeiter Nr. . . .) oder T. B. . . . . (b. :i, Telegraphenvorarbeiter).

X Wetterfeld, 19. Dez. Gestern abend ronrbe der oerheiratete 54 jährige Verwalter der hiesigen Po st Hilfs­stelle L. verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis nach Laubach gebracht. Der Verhaftete steht in Verdacht, sich gegen § 174 des Strafgesetzbuches vergangen zu haben.

? Ruppertsburg, 19. Dez. An der Talsperre des oberhalb an der Horloff liegenden Gonterskirchen haben bereits die Arbeiten begonnen; in dem unterhalb gelegenen Villingen sind diese für die nächste Zeit vorgesehen.

+ Freienseen, 19. Dez. Die Eierfrau I. kam mit ihrem Einkauf von Weickartshain. Als sie hier aussteigen wollte, fuhr der Zug schon nach Laubach ab, sie selbst fiel das Trittbrett hinab und wurde von dem Stationsassisteten und einem Bediensteten aufgehoben. In den Wartesaal ver. bracht, blieb sie über zwei Stunden bewußtlos. JnfolcW des

Körperverletzung. Der ftuhrknecht fr. D. in Gießen fing mit feinen Kollegen auf dem Hofe einer hiesigen Steueret .Händel an, wobei er einem ftuhrknechte mittelst eines Messers Stiche in den Rücken und Kopf versetzte, so zwar, daß der Verletzte, wäre der Stiche um ein .Haar breit tiefer gewesen, fein_ Leben Einbußen hätte müssen. Das Gericht hielt eine hohe Gefängnis­strafe für angebracht und erkannte auf sechs Monate.

Diebstahl. Einem hiesigen ft-uhrmann stahlt der Arbeiter fr. ft. in Gießen ein ftahrrad und verkaufte dieses an einen l;iefigen Wirt für 40 Mk. Das Gericht erkannte auf 3 M o n a t e. Ter Angck.agte ist dem blauen Kreuz beigetreten unb will sich bessern, er soll zur bedingten Begnadigung vorgeschlagen werden.

Haus.sriedensbruch Der Händler H. B. in Gießen stand unter der Anklage, in das eingefriedigte Besitztum des städtischen Elektrizitätswerkes hier, an der Lahn widerrechtlich eingedrungen zu sein und dort trotz Aufforderung des Betriebs­leiters, das Gebiet zu verlassen, feine ftolge geleistet zu haben. Der Angeklagte behauptet, er sei mit ftischen beschäftigt gewesen, ! und habe auch zwei Reußen nahe an dem Werke gelegt, wogegen "der Betriebsleiter bcjxnticrt, dieser habe auf dem Gebiet ge­standen, das Eigentum des städtischen Elektrizitätswerkes sei. Einer der Zeugen bekundet, der Angeklagte habe das Gebiet von dem offenen Ufer der Lahn betreten, während der Betriebsleiter erklärte, dieser müsse durch das Tor des Elektrizitätswerkes sich Eingang verschafft haben. An dem fraglichen Platze will ein Zeuge früher einmal gefischt haben, dabei sei er von dem Be- triebsleiter angeschrien worden, wie man, dies nicht bei einem Hunde zu tun pflegte, weshalb er das ftischen an diesem Gebiet unterließ. Von der Verwaltungsbehörde wurde dieses Gebiet

Alle Briefträger, unsere Zweigstellen und die Geschäfts­stelle der Gießener Anzeigers nehmen Lestellungen aus den

Wetzlar, 17. Dez. Ein Preßprozeß gelangte gestern vor der Strafkammer zur Verhandlung. Angeklagt waren der G e n e r a l s e k r e t ä r R. in Essen und der R e d a k r e u r £. von Dillenburg. Im Juni d. Js. erschienen in den christlich, sozialen OrganenNassauischer Volksfteund" in frerhorn undDillenburger Nachricht, u" Artikel, in dem cm angeblich linksliberaler" PfarrerSchlingel ans Dreitansendfelden" mit ziemlich scharfen Worten kritisiert wurde. Nicht nur das seel­sorgerische Wirken des betreffenden Geist'ichen war einer abfälligen Beurteilung unterzogen, sondern auch seine Lebensgewobnhstten, besonders aber seine Tätigkeit bei der Wahl in dem. Lichte scharf fathrischer Betrachftmg dargestellt. So war u. a. gejagt, daß der moderne Priester" dem (StKiuffeur_ciner BerlinerStinkdroschke" gleiche, auch behauptet,Plärrer Schlingel" sei einmal in einer Wahlversammlung ar. die Luft gesetzt worden und bergt mehr. Durch den betreffenden Artikel, welcher ersichtlich durch die Mb tisck-e Gegnerschaft des angegriffenen Ol^istlichen veranlaßt war, fühlte sich der als Vertreter liberaler Anschauungen bekannte Pfarrer B. tiou Dreifelden beleidigt unb stellte Strafantrag. In der heutigen sehr ausgedehnten Verhandlung wurde die Un­wahrheit beziehungsweise Uebertreibung einer Reihx der in dem Artikel ausgestellten Behaupruugen erwiesen. Die Strafkammer kam infolgedessen zu einem Urteil, bei welchem die stellenweise über das Maß des Erlaubten beträchtlich hinausgehende Schärst des Artikels erschwerend in Betracht gezogen wurde. Das Er- kenntnis lautete gegen Generalsekretär R., als den Ver­fasser des infriminierten Artikels, aus 6 Wo dien Gefängnis, während Redakteur O. mit 150 Mk. Geldstrafe beleg? mürbe. Dem beleidigten Pfarrer wurde außerdem die Publikation^ befvanis zugesprocheu. Der Staatsanwalt hafte gegen R. 400 Mk/gegen Ö. 200 Mk. Geldstrafe beantragt. Das Gericht fühlte fick nach Lage der Sache jedock veranlaßt, bei dem ersten An^ geklagten über das beantragte Strafmaß hinauszngehen und rott oben angegeben .zu erkennen.

X Hanau, 17. De, Der kürzlich vorn Schwurgericht zum Lode verurteilte Zigeuner Ebender erhielt heute wegen intellek­tueller Urkundenfälschung von der Strafkammer 1 Tag Halt. Er hatte vor Gericht eine falsche Namensangabe gemacht, wodurch eine unrichtige Eintragung ins (frefanaenenreaiÜer bewirkt wurde. Spieiplcm der vereinigten Rranifurter Stadttheater.

Gvernhaus.

Montag den 21. Tez. geschlossen. Dienstag den 22. Tez. Mignon/ Mittwoch den 23. Tez., abends halb 7 Uhr:Sonnen- ouckchen." Donnerstag den 24. Tez. geschlossen. Freitag den 25. Te,., nachmittags halb 4 Uhr:Sonnenguckchen." Abends 7 Uhr:Sann- Häuser/ Samstag den 26. Dezbr., nachmittags halb 4 Uhr: Sonnenanckchen " Abends 7 Uhr:Prima-Ballerina/ Sonntag den 27. De.,., nachmittags halb 4 Uhr:Sonnenguckchen/ Abend; 7 Uhr:Figaros Hochzeit/ Montag den 28. Dez., nachmittaq? halb 4 Uhr: 'Sonnenguckchen/ Abends halb 8 Uhr:Ein Walzer- träum/ Dienstag ben 19. Dez., nachm. halb 4 Uhr:Sonnen- guckchen/ Abends 7 Uhr:Joief und seine Brüder/ Mittwoch den 0. Dezbr., nachm. halb 4 Uhr:Sonnenguckchen/ Abend- halb 8 Uhr:Prima-Ballerina/

Schauspielhaus.

Montag den 21. Dez/):Maria Stuart/ Dienstag btn 22. Dez.: Zum ersten Male:Tie Tür ins Freie/ Mittwoch ben 23. Dez.:Die Liebe wacht/ Donnerstag den 24. Tez. geschloffen. Freitag den 25. Dezbr., nachmittags halb 4 Uhr: frcimat/ Abends halb 8 Uhr:Ein Sommernachtstraum/ Samstag den 26. Tez., nachm. 3 Uhr:Tie Liebe wacht/ Abends 7 Uhr:Die Tür ins Freie/ Sonntag den 27. Dez., nachmittags halb 4 Uhr:Ter kleine Landprediger/ Abends 7 Uhr:Tic Tür ins Freie/ Montag den 28. Tez.:Die Stützen der Gesell­schaft." Dienstag den 29. Dez.:Wallensteins Tod. Mittwoch dm 80. Tez.:Die Tür ins Freie/

*V~Aniang, wenn nicht ander? bemerkt, abend? nm 7 Uhr.

* Iltieinim lies

!Technikum Bingen

' 7? Chan »feurtuirse.

Dezember

1908

Barometer aui 0° reduziert

TemperaUlr der Lust

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