Ausgabe 
26.3.1908 Zweites Blatt
 
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eingenommen, die er dcS Nachts in seinem an die Wand gehängten Rock stecken lieg. Die Diebe, die das Küchcnfenster erbrachen und eindrangen, durchstöberten alle Kisten und Kasten, hießen außer den 300 Mk. noch verschiedene kleinere Beträge in Höhe von ca. 50 Mk., eine silberne Taschenuhr, ein Kistchen Zigarren, Taschenmesser 2c. mitgehen und ver­schwanden. Bis seht hat man von ihnen noch keine Spur, doch darf man mit Sicherheit annehmen, daß die Diebstähle von lokalkundigen Personen ausgesührt wurden.

§ Aus dem Vogelsber-g, 25. März. Der Einzug des Frühlings hat mit seinem kalendarischen Termin statt­gesunden. Frühlingslüfte wehen tagsüber, aber nachts sinkt das Thermometer unter Null. Noch gibt es keine Veilchen eine Seltenheit. Im oberen Vogelsberg sehen nicht nur die Koppen weiß ins Tal, der Schnee liegt bis nach Feldkrücken, Kölzenhain u. a. noch geschlossen. Die linden Frühlingslüfte haben ihn noch nicht megzutauen^ vermocht. Ja, noch in diesen Tagen hat man dort den Schnee aus den Hohlwegen geschippt. Kem Lerchensang ertönt im Feld, und das Frühlingslied der Schwarzamsel ist wieder ver­stummt. Das ist ein besonders später Frühling, dessen Einzug nur die Schneeglöckchen einläuten und die zahlreichen Schwärme von Kranichen ankünden.

-s- Ober-Ohmen, 25. März. Der jüngste Ordens­segen für treugediente Frauen von 25 und mehr Dienstjahren bei ein und derselben Herrschaft gibt uns Veranlassung, einer freuen, zuverlässigen Botenfrau von hier, der Anne Marie Bast zu gedenken. Sie steht in einem Alter von 73 Jahren. Sie geht ununterbrochen 45 Jahre lang nach Grünberg als Botenfrau. In Grünberg kennt jedes Kind die alte, treue Botenfrau. Kein Wind, kein Wetter scheut die bejahrte Frau; unverdrossen besorgt sie noch ihre Botengänge in alter gewohnter Sorgfalt. Sie ist also auch eine langjährige, freue Dienerin gar vieler und hat wohl eine Auszeichnung verdient. Hoffentlich geben diese Zeilen dazu die Veran­lassung.

X Stockheim, 25. März. Auch die zweite Holzver­steigerung im Gemeindewald brachte außerordentlich hohe Preise. An 1500 Rm. Buchen-Scheit-, Knüppel- und Stock- holz wurden ausgeboten. Bis zu 12 Mk. wurden für den Raummeter Buchen-Scheitholz erlöst, Prügel bis 9V2 Mk., Stockholz bis zu 6 Mk. der Raummeter. Zumeist wurde das Holz von den umliegenden Dorfbewohnern erstanden.

Ortend erg, 25. März. In vorhergehenden Jahren herrschte hier eine äußerst rege Bautätigkeit. Schul­haus für 2 Klassen nebst Lehrerwohnungen, Postgebäude, Vorschußkaffe, Bezirkskaffe, Sparkasse, wohl noch 10 dis 12 Neubauten von Privaten gaben dem freundlich gelegenen Städtchen ein nobles Aussehen. Am Wippenbacher Weg er­baut gegenwärtig Rentner Söhnge eine schöne Villa. Jetzt scheint die Wohnungsnot gestillt zu sein.

Offenbach, 25. März. Bei den gestrigen Stadt- vcrordnetenwahlen im Stadtteil Bürgel, der am 1. April d. I. eingetfteinbet wird, fielen auf die bürgerlichen Kandidaten: Ernst Becker, Fabrikant, Peter Grämlich, Bank­beamter, Augustin Ohlig, Landwirt, Georg Reuter, Spengler- meister, Konrad Röder, Portefeuiller, Joh. Jakob Wenzel, Schlosser, 515 bis 553 Stimmen, während die Sozicfl- demokraten Karl Armbruster, Portefeuiller, Friedrich Henß, Lederarbeiter, Joh. Paul Kopp, Schriftgießer, Jul. B. Kuntzsch, Gauleiter, Friedrich Mäbus, Heizer, Joh. Möllinger, Schuh- machermeister, zwischen 328 und 362 Stimmen erhielten. Der Sieg der bürgerlichen Parteien ist umso bedeutungs­voller, als die Bürgeler Einwohnerschaft zu 90 Prozent aus Arbeitern besteht.

r. Rodheim a. d. Bieber, 25. März. Am Sonntag sand hier in Gegenwart der Lehrer und mehrerer Vorftands- mstglieder durch Bergschullehrer Dönges aus Dillenburg die Prüfung in dec gewerblichen Fortbildungsschule statt. Ge­prüft wurden die Schüler der Abendschule int Deutsch und Rechnen. Die im Laufe des Jahres angefertigten Zeichnungen lagen au3, ebenso die Hefte mit schriftlichen Arbeiten. Während des Winterhalbjahres wurde die Gewerbeschule von 39 Schülern besucht. Der Gewerbeverein, gegründet 1903, erstreckt sich über den Bezirk Rodheim und zählt 63 Mit­glieder. Am nächsten Sonntag, 29. März, findet bet Gastwirt Jak. Bechthold die Wahl der Ausschußmitglieder für die Gesellenprüfungen auf weitere 3 Jahre statt.

Bieber, 25. März. Die am Montag hier für den SchutzbezirkStrupbach" abgehaltene Holzoersteigerung war gut besucht. Das ausgebotene Werk- unb Nutzholz wurde mit 2040 Mk. Eichen und 1012 Mk. Tannen der Fest­meter bezahlt. Auch das Bnchen-Scheitholz war sehr be­gehrt und durchschnittlich mit 1011 Mk. der Raummeter bewertet. Billige Holzpreise kennt man auch im waldreichen Biebertal schon lange nicht mehr.

UniverSitäts-Nachrichten.

Für den durch die Uebcrftcbehmg des ord. Prof. Dr. Otto von Franquä nach Gießen erledigten Lehrstuhl der Geburts­hilfe und Gynäkologie an der Prager deutschen Universität mürben vorgeschlagen: prhno et aequo loco: der a. o. Professor an der Wiener Universität 2r. Werth et in unb bei ord. Prof. Dr. von H erst m Basel (der den Ruf nach Gießen ablehnte', secundo et aequo loco: der a. a. Pro*. Dr. Klein haus (Prag) und Privatdozent Tr. H a l b a n (Wien).

Verbot einer Berliner studentischen 33 er- bindling. Die bet__ der Berliner Universität bestehende freie Burschenschaft Stausia ist vorn Rektor und Richter atif Grund der §§ 41, 42 der Vorschriften für die Stildterendeil der preußischen Landesunivorsitälen verboten worden, weil ihr Bestehen die akaderiiische Disziplin gefährde unb das Verhalten ihrer tlhib glieber Anlaß zu disziplinarischem Einschreiten gegeben hat. Die Stausia" ist eine Verbindung von nur sechs Mitgliedern; vier von diesen Studierenden besitzen iticht das akadeirtlsche Reifezeugnis. Der Verein hat die Uniuer|itätsbe|limmungen dadurch verletzt, daß ferne Mitglieder wiederholt andere Studierende ohite itemieiis- roerten Anlaß auf der Straße buisfteilen, ihnenwegen ver­weigerten Grußes" unb anderer Lappalien Herausforde - x u n gen übersandten ttnb nach erfolgter Ablehnung den 31 e r r u i aussprachcu. Das Verbot erinnert an einen Scherz, der vor Jahren passiert ist. Em Witzbold hatte in einem Anschläge am schwarzen Brett bas t beseitigt, unb so mar aus der -Stausia eine Saufia geworden.

** V o n b e r A kade in i zu Frankfurt a. M. Das Vorlcsungsberz^ichnis für das am 28. April beginnende «Ärmmer- semester ist erschienen. Von den Vorlesungen und Hebungen ent­fallen aus die staats und handclswin^nschastliche Abnisiing 53 (21 auf Vollswirt'chchtsl- nnd Wir>.l,.\,.sgcograbhie, 13 ans RcchtswissenschaU, o auf B.riicherltn^.dffsimchasi, Mathematik unb Statistik, 14 aus Handels.oisscnsch.is.en, für welche eine iteue Lehrkraft (Werner, Leipzig) beruien ist), 43 auf die philo­

sophische Abteilung (Philosophie, Geschichte, Geographie., Literatur-' geschickte, Neuere Sprachen) und 14 auf Technik, Chemie, Phl)- sik und Gewerbehbgienc. Neu eingerichtet ist eine Vorlesung über Latein für Neuphilologen (Prof. Dr. Heraeus. Es besteht die Absicht, die Staats- unb H a n de lsw is se ns ch a s t " liebe Abteilung auszubauen/ durch Berufung zweier Juristen ür öffentliches und für privates Recht, Erweiterung der Vor­lesungen über Kolonialwesen, insbes. koloniale Naturwissenschaf­ten, Einrichtung von besonderen Vorlestmgen unb Hebungen für Genossenschaftswesen und Gewerbehygiene. Auch die für den Handel wichtigen Verkehrssprachen zweiten Ranges, wie russisch, portugiesisch, holländisch, sollen weitere Pflege finden. Der zu berufende Assistent für cngltfdjc Sprache wird zugleich den Studierenden der modernen Philologie W Gttte kommen.

Universität und Bresse. Ter Abg. Rosenow ver­langte vom preußischen Abgeordnetenhause die Errichtung von Lehrstühlen für die Journalistik an den preußischen Universitäten. Der Gedanke, Professuren in Journalistik zu er­richten, ist für Preußen neu: allerdings bat Prof. Dr. v. Wenck- fterit kurze Zeit in Greifswald überPresse und Journalismus" gelesen, und Prof. Tr. Schmitt in Berlin 1906 während eines Semesters eine Stunde überDie Entwickelung der öffentlichen Meinung und des Zeitungswesens in Deutschland" vorgetragen. Dagegen hat nameulltch der Geschichtsprofesior Dr. Koch, ein Mcum, der selbst dem Journalistenstande angehört hat, schon seit 13 Jahren an der Umversität Heidelberg Vorlesungen gehalten überGeschichte, Wesen und Bedeutung der öffentlichen Meinung, der Presse unb des Journalismus in Teutschland" und über Geschichte und Kritik der politischen Parteien". In Leipzig hielt Prof. Bucher ein Kolleg über Journalistik, in Bern und Zürich ist das Bedürfnis staatlich anerkannt, die Universitätsbehörden haben Dozenturen für Journalistik eingerichtet. An den Handelshoch- chulen in Köln unb Danzig werben gleichfalls Vorlesungenüber das heutige Zeitungswesen gehalten, und neuerdings hat auch die Handelshochschule Berlin ein Kolleg über Handelsjournalistik ange­kündigt. Ter Vorschlag des Abg. Rosenow. wissenschaftlich ge­bildete Manner aus der Praxis auf die Lehrstühle zu berufen, er-- fheint durchaus angebracht, weil bei diesem Fache ganz besonders Wissen und Können, untrennbar sind. TieVoss. Ztg." schreibt dazu: Wie zuverlässig bekannt irrirb, steht bic preußische Unter- richtsverwaltung der Anregung des Abg. Rosenom sympathisch gegenüber, sie will schon in allernächster Zeit außerordentliche Professuren für Journalistik an preußischen Universitäten errichten.

D ermüdete».

Zum Besten der kleineren Landwirte! Zur Errichtung einer Heinrich Lanz-Stiftung hat Frau Lanz, die Witwe des bekannten Mannheimer Fabrikanten landw. Maschinen, der deutschen Landwirtschaftsgefellschaft 50 000 Mk. überwiesen. Die Zinsen dieser Summe sollen vorzugsweise für solche Maßnahmen verwendet werden, die den kleineren und mittleren deutschen Landwirten zugute kommen.

Berlin, 25. März. Heute lockte ein etwa 18 jähriger Bursche die auf der Straße spielende dreijährige Tochter des Posamenten- inachers Proffog in einen Hausflur und versuchte, das Kind zu vergewaltigen. Apf das Schreien der Kleinen eilten Hausbewohner herbei, worauf der Täter die Flucht ergriff und in der Verwirrung entkam. Das Kind zeigt einige Wunden. In einem Anfall von geistiger Um- nachtung tötete gestern Nachmittag in Rixdorf die Frau des Maschinisten Minnig ihr einjähriges Kind, indem sie ihm Morphium gab und die Pulsadern ausschnitt. Dann versuchte die Frau, sich durch Oeffnen der Pulsadern das Leben zu nehmen. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht. Heute Morgen gegen 2 Uhr stießen infolge von falscher Weichenstellung herbeigeführt von böswilliger Hand zwei Straße nba h n züge vor dem Stettiner Bahnhof aufeinander. Der Anprall erfolgte mit solcher Gewalt, daß zwölf Personen verletzt wurden.

V o m M i l l i o n e n schw i n d le r Ra o lil R o ch e tte wird aus Paris vom 26. d. M. gemeldet: Als heute nachmittag Rochette in Begleitung von zwei Schutzmännern sein Bank- burcau, wohin er gewisser Auskünfte wegen gebracht w,orden war, verließ, bereitete ihm eine vor dem Hause angesammelte Menge, die vornehmlich aus Angestellten, Lieferanten unb Aktionären bestand, eine minutenlange Huldigung. Rochette wurde mit Blumen überschüttet und förmlich im Triumph zu seinem Automobil gebracht, das ihn ins Gefängnis zurückführte. Aus der Umgegend mußten Schutzmänner geholt werden, um das Ausspannen der Pferde zu verhindern. Rochette behauptet in seiner ZeitschriftLe Financier", daß er das Opfer eines Racheaktes geworden sei, und hofft, bald wieder in Freiheit gesetzt zu werden. In den Provinzsiädten, in denen Rochette Zweigniederlassungen errichtet hatte, wurden verschiedentlich Haussuchungen vorgenonimen. Vorerst werden die Aktiven auf 14 bis 18 Millionen, die Passiven dagegen auf 100 bis 200 Millionen Frank geschätzt. In Pariser Börsenkreisen wird aber behauptet, daß diese Summe stark übertrieben sei; im schlimmsten Falle würden die Passiven etwa 40 Millionen betragen. Rochettes Vater hat das für ihn von seinem Sohne Raoul errichtete prächtige Land- haliS verlassen, um sich wieder der Feldarbeit zuzuwenden. Rochettes älterer Bruder hat sich der Bühnenlairfbahn gewidmet. Auch Raoul Rochette hat gewisse theatralische Eigenheiten in Wort und Geberde, die ihm im Verkehr mit den Klienten, die er zu blenden verstand, sehr zustatten kamen Rochette hat auch kleine Kapitalisten Belgiens, denen Aktien ber in Brüssel und Lüttich von ihm begründeten industriellen Gesellschaften zur Fabrikation von Messern, Metallegierungen lind Glühstrümpfen durch verlockende Zirkulare angepriesen mürben, um viele Millionen geschädigt. Er hatte es ver­standen, für die Vorstände der Gesellschaften Namen bekannter belgischer Persönlichkeiten zu gewinnen. Neben der Affäre Rochette erregt ein weiteres Fallissement in Frankreich unliebsames Aufsehen. Das Mitglied des Senats Eliis Evrard in Lille ist nach Zusammenbruch seiner geschäftlichen Unter- nehinilngen flüchtig geworden. Tie Passiven betragen eine Million Frank; hauptsächlich ist die Geschäftswelt von Lille betroffen.

** Brand im Londoner Drury-Lane-T Heater. Rach einem Telegramm aus London mürbe am 26. d. Bi. die Bühne des Drury-Lane-Theaters durch Feuer zerstört. Der Brand brach um 5 Uhr morgens hinter der Bühne aus unb verbreitete sich reißend über die ganze Bühne. Die im Theater Wache haltende Feiierwehr ließ sofort den eisernen Vorhang herab, wodurch der erst kürzlich erneute Zuschauer- raum gerettet mürbe. Ein großer Teil ber Lonboncr Feuer­wehr war schnell zur Stelle unb mit zwanzig Dampfspritzen gelang es, ben Brand bald zu loschen. Die Bühne und die Szenerie ist durch Feuer und Wasser fast gänzlich vernichtet; der Verlust ist sehr erheblich. Tie Ursache des Brandes ist, noch unbelannt. Tas Drury-Lane-Theater gehört zu den historischen Stätten der englischen Hauptstadt. In diesem

Theater übrigens das einzige in London, das den Titesi Königlich fuhrt hat schon Shakespeare seine eigenen Stucke gespielt. Im Jahre 1663 gegründet, ist es das älteste Bühnenhaus Londons.Drury-Lane" hat erst bessere Zeiten gesehen. Während seine prächtige, große Bühne in letzter Zeit im Winter für allerhand Pantomimen und in der übrigen Spielzeit für Sensationsstücke meistenteils drama­tisierte Romane, an denen die Inszenierung stets das Hervor­ragendste war herhalten mußte, spielten früher hier und es ist noch gar nicht lange her Englands größte Schauspieler. Da waren Garrik unb Kean, die Kembles und Mrs. Siddon, Henry Jrwing und Beerboom Tree oft unb gern gesehene Gäste. In allerletzter Zeit brachteDrury- Lane" fast nur noch Ausstattungsstücke.

Kleine Tageschronik.

In Altona mürbe bei ber Veriolgung eines Einbrechers, der auf das Dach eines Haufes geflüchtet 'm ar, einer der Ver­folger, ber Schlächter Bernitt, von dem Einbrecher nach hartnäckigenr Kampfe auf die Straße hinnnterg estoß em Er erlitt schwere Verletzungen, an denen er im Krankenhause st a r b.

In Aubing tu Oberbayern zündete ein 19jäk>riger, von einer Tienstmagb beim Kammerfenster abgewiesener Tienstknecht in derselben Nacht das Bauernhaus an, sodaß das ganze An­wesen eingeäschert roitrbc. Ter Täter wurde festgenommen unb gestand alles ein.

Der R ech tsanwalt Seiler aus B u r q städt (Rouigr. Sachsen) ist nach Unterschlagungen uon über 20 000 Mcark flüchtig geworden. Der StaatZanwalt hat hinter dem Flüch­tigen einen Steckbrie' erlaffen.

In Schweidnitz ereignete sich beim Umzug des Kauf­mannes Bittner in dessen fast ausgeräumter Wohnung eine furcht­bare Gasexplosion. Bittner kam in der Küche der Gas­leitung mit einem Streichholz zu nahe; das Gas explodierte. Die Seiteniuänbe und die Decke ber Küche stürzten ein, bas Ehepaar Bittner, das Dieustmabchen unb einen 10jährigen Knaben begrabend; die Verschütteten wurden lebend, aber verletzt bervorgezogen.

Der schleswig-holst. Provinziallandtag drückte in einer Reso­lution jöen dringenden Wunsch aus, baß durch ein Landesgesetz die Proviuzialverbände erntächtigt iverbeu, Automo bilbesitzer ihres Bezirkes zu Beiträgen zu den Wegeunterhaltungs» kosten hermtzuziehen.

In I g l a u hat der Tierbändiger Johnson seine Braut die Trechslerstochter Julie Weiser, nach einer Eifersuchtsszene durch 2 Revolverschüsse lebensgefährlich verletzt und hat sich bann von einer 30 Meter hohen Felswand herabgestürzt, wobei er sich lebensgefährlich verletzte.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Giesren.

März

1908

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Lttst

Absolute Fetichtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

25. 225

751,5

6,0

3,3

47

SE

4

Sonnenschein

25. 9

751,9

2.1

3.4

64

SSE

9

Klarer Simmel

26. 75

751,3

1,2

3,5

82

NE

Sonnenschein

Höchste

Temperatur

am 2

L25.

März

H

- 6,8 * C.

Niedrigste

24.-25.

H

=

- 2,1 C.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel. und Industrie, Giessen.

Frankfurter Itörse, 26. März. 1.1b Uhr.

3>2°/0 Reichsanleihe . . 91.90 o% do. . . 82.10 3/5 °/0 Konsols .... 91.80 'i% do. .... 82.10 3M°/o Hessen . . . . . 90.85 3^°/0 Oberhessen . . . 92.00 4% Oesterr. Goldrente. . 98 80 4l/6 % Oesterr. Silberrente 99.30 4% Ungar. Goldrente . . 93.70 4% Italien. Rente ...--

3% Portugiesen Serie I . 60.95 3% Portugiesen III 61.35 4 y. °!e russ.Staatsanl. 1905 94 95 4^0/0 japau. Staatsanleihe 88.60 4-z Couv. Türken von 1903 94.60 Türkenlose 150 40 X% Griech. Monopol-Anl.. 49.40 4Zä äussere Argentinier . 86.00 3°/ Mexikaner . . . 67.50 4yu(0 Chinesen .... 95.75

Aktien:

Boohum Guss 200 00

Buderus E. W. . . . . 111.50

Elektriz. Lahmeyer . . . 118.50

Elektriz. Schuckert . . . 103 25

Eschweiler Bergwerk . . 206 00

Gelsenkirchen Bergwerk . 184 80 Hamburg-Amerik. Paket! 110.25 Harpener Bergwerk. . . 195.25 Laurahütte 210.70 Nordd. Lloyd . ... 97.40

Obeischles. Eisen-Industrie 97 50 Berliner Handelsges. . . 160.10 Darmstädter Bank . . . 124.50 Deutsche Bank .... 239 10 Deutsch-Asiat. Bank . . 137.40

Diskonto-Kommandit . . 176.80 Dresdner Bank .... 138.30 Kreditaktien 202.30 Baltimore- und Ohio-

Eisentabu 82.60 Gotthardbahn. Lombard. Eisenbahn . . 25 40 Oesterr. Staatsbahu . . . 144.90 Prince-Hemi-Eisenbahu . 118.00

Tendenz: fest.

Berliner Börse, 26 MäJz. Anfans-skurse

Canada E- B 150.30

Darmstädter Bank . . . 124 50

Deutsche Bank .... 239.25 Dortmunder-Union C. . ..

Dresdner Bank . . . 138.60

Tendenz: träge.

Harpener Bergwerk. . . 195.20 Läurabütte Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd 97 20

Türkenlose 150.20

Einen überraschenden Erfolg! brachte die Anwendung des Bioson wie aus nachstehendem Brief hcrvorgeht, dessen Unterschrift amtlich beglaubigt ist. Wer eines stärkenden, kräftigenden Atittcls zur gesunden Älittbildung bedars, der mache einen Berfuch mit Bioson, und oft schon nach wenigen Tagen macht sich die belebende Wirkung tut Allgemeinbefutden be­merkbar. Zittau, 6. Mac 07. Ich teile Ihnen höflichst mit, daß ich Bwfon tu einem Falle von Blutarmut angewandt Habe und einen überraschenden Erfolg verzeichnen kann. Ich Habe täglich /o Gramm Bioson nach Vorschrift laut Broschüre zubereiten lassen, und die Wirkung ist demnach nicht ausgeblieben. Hochachtendl Alfr. Lipvte. Unterschrift beglaubigt: Zittau, 25. Juli 07. Mar Alex. Thiemer, Kömgl. Sachs. Wotar. Bioion, das beste und biüigsle für Kranke und Schwache, ist in Apotheken, Drogerien usw. das Paket zu drei Mark erhältlich, welches für ca. 14 Tage ausreicht. b10/»

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