Die heutige Nummer umfafzt 14 Seiten.
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habe zweifelsohne Grund, auf eine zufriedenstellende Ernte rechnen.
Solche Gedankengänge findet man jetzt im „Ternps" und
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einer außerordentlichen Generalversammlung nach furt ein.
” Vom letzten Nomantikec. Da nny hatte in einem Lokal in Kassel eine Schlägerei.
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Nachbarstämmen aüsbrcitct. Es sind alarmierende Gerüchte im Umlauf, daß an der ganzen Grenze der heilige Krieg unter den halb unabhängigen Stämmen gepredigt wird.
Simla, 24. April. General Willcocks meldet: Da die Aufständischen die Verbindungslinie bedrolsten, habe er sie mit allen verfügbaren Truppen in zwei Kolonnen angegriffen und von den Verschirn-ungen vertrieben. Die britiswen Verluste betragen 0 0 M a n n. Ueber die Verluste des Z-ein- des liegt noch keine Mchricht vor.
..Figaro", und man errät, wohin sie zielen. In Marokko wartet Frankreich den Dank Deutschlands für das angebliche übergroße Entgegenkommen an der Grenze Kameruns zu ernten. Was Die Franzosen wollen, ist nichts geringeres als die Besetzung des ganzen Tafilets, der zu Marokko gehörenden und an Algerien
darüber folgenden romantischen Bericht: «Ich wurde, als ich vom Residcnztheater ins Hotel kam, vom Publikum bestürmt, etwas vorzutragen. Darauf schrien vier anwesende Regier- ungsassessoren: „Da fonunt ja der Sozialdemokrat!^ Emer von ihnen, Regierungsassessor Baumbach, der einer der ersten hessischen Familien angehört, schmiß mir ein Salzfaß an den Kopf. Ich habe ihn in die Höhe gehoben und gezüchtigt« Die ganzen Leute waren mif meiner Seite Und die vier Angreifer wurden fürchterlich verbläut. Ich fuhr sofort zum Polizeipräsidenten und trug ihm die Sache vor. Ich siehe vor dem Duell. fViein Sekundant ist der sozialdemokratischs Abgeordnete Scheidemann. Das Volk ist sehr erregt'.
= Steinbach, 24. April. Heute vormittag wurde auf einer Baustelle in Gießen der Maurer Karl Strauch von hier verhaftet. Er steht im Verdacht, die letzten Brände in Garbenteich und Lich angelegt zu haben and man vermutet, in ihm den Brandstifter endeckt zu haben, der seit mehreren Jahren durch sein Treiben die hiesige Einwohnerschaft beunruhigt hat. Strauch wurde alsbald einem Verhör unterzogen, in dem er dem Benehmen nach die verschiedenen Brandstiftungen ableugncte. Er wurde aber trotzdem in Haft gehalten. Der Verdacht lenkte sich dadurch auf ihn, daß er in der Oslernacht, in der die beiden Brände in Garbenteich und Lich vorkamen, etwa um 12 Uhr einem von Steinbach stammenden Soldaten, der auf dem Rad von Steinbach nach Gießen fuhr, im Schiffenberger Walde begegnete. Da Str. sehr beschmutzt war, schöpfte der Soldat Argwohn und brachte die Begegnung zur behördlichen Kenntnis« Wenn der Berhaftete wirklich der Täter ist, ivird unsere Bevölkerung von einem schweren Druck befreit sein. Das Motiv der Tat dürfte lediglich Lust am Brennen sein.
△ Bu tzbach, 24. April. Der Verein der Hess. 2 trafanstaltsb eamten (Gefängniswärter ufro.) gedenkt im Juli seine 2. Hauptversammlung abzuhalten. Die Satzungen sind inzwischen vom Großh. Amtsgericht I in Darmstadt, wo der Vereinssitz ist, genehmigt ivorden. Die Beauiten in Starkenburg, und Oberhessen gehören dem Verein fast sämtlich
Ans SictzSt NttS Lond.
Gießen, 25. April 1908,
•• Eine für Steuerzahler interessante Entscheidung ist kürzlich gefällt worden. Ein Kind hatte im Auftrag seiner Eltern unter Abgabe des Steuerzettels bei der Kasse den Geldbetrag eingezahlt. Der Steuerbeamte hatte den Steuerzettel und das genau abgezählte Geld an sich genommen und war vom Schalter zurückgrtreten, um zu quittieren. Er kam alsbald zurück und erklärte dem Kind, baß an der Summe 20 All. fehlten. Der Vater des Kindes verweigerte die Nachzahlung mit der Begründung, daß feine Tochter von ihm den vollen Betrag erhalten und nach seiner Heberzeugung auch abgeliefert habe. Ein hierauf angestrengter Prozeß wurde zu Gunsten des Steuerzahlers entschieden. In der Begründung des Urteile wurde angeführt, daß eine aufgezählte Geldsumme nicht eher iveggenommen werden darf, bis der Betrag nach-
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Zukunft. Tas Kvngo-Kameruu-Abkomnreu zeige, daß Herr Julcs Cüinibon auch in Berlin gesät habe, und zwar ebetmiltig.
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Das Großh. Ministerium der
Finanzen hat bestuniut, daß bei Einberufung von in Staatsbetrieben beschäftigten ständigen Arbeitern, dis mindestens em Jahr tang ununterbrochen im staatlichen Dienst gestanden haben, zu militärischen Hebungen in Friedenszeiten auf die Dauer von mehr als 14 Tagen die Weiterzahlung des vollen Lohns für die Zeit der erste» 14 Tage erfolgt.
•• Bienenzucht. Am Donnerstag tagte unter dem Vorsitzende des Dekans (SHenbcrger=Dr 1 enbccg in Friedberg die Delegiertenversammlung der 5 zu einem Verbände vereinigten Bienenzuchtvereine des Reg.-Bez. Kassel, des Mitteldeutschen Vereins zu Frankfurt, von Oberhessen, 'Rheinhessen und Starkenburg. Aus der Tagesordnung standen neben speziellen Verbandsangelegenheiten Verhandlungen über das Faulbrutgesetz, sowie über eine Hntersuchungsstation für Honig. Tas Faulbrulgesetz soll, wie dies bereits in Mecklen- burg durchgeführt ist, die Imker gegen eine Verseuchung der Stände schützen, die Hntersuchiiugsstalion den zum Schaden des PiiblikumS überhandnehmenden Honigfälschungen entgegentreten, Es läge im Interesse nicht allein der Bienenzüchter, sondern vor allem des Publikums, wenn von den Regierungen den Honigfälschungen mit aller Schärfe entgegengetreten würde«
** Viehhändler - Versammlung. Der Vorstand des Mitteldeutschen Viehhändler-Vereins lädt alle Händler und Koiumissionäre, die den Frankfurter Vieh- hof mit Schmalvieh beschicken, auf Sonntag, 26. April, zu
Deutschen Reiches genommen haben sollen. Wenn man sich über die sittliche Quatifckation einiger .Höflinge, die ihre Laster ganz geheim betrieben ijabcn, getäuscht hat, jo ist cs doch ganz un- geheuerlich, aus dieser, beu maßgebenden Persönlichkeiten unbewussten Tatsache solche politische Folgerungen zu ziehen, wie es Harden getan hat. Ein politischer Schriftsteller känipft nicht mit solchem „Material", wie Harden es als Waffe bemißt hat." Ein endgültiges Uitteil wird man wohl erst bann über die Affäre Harden-Eulenburg und ihre politische Bedeutung al-gsben können, wenn über die neuesten Beschuldigungen Eulenburgs Klarheit
man bisher der Freisinnigen Vereinigung gegenüber noch hegen dunste, weil man die Grenzlinie nicht sah, die sie von den Blockfeinden trennte, wird jetzt schwinden; und deshalb darf die Freisinnige Vereinigung Genugtuung darüber empfinden, daß ihre Partei die Kvise so glücklich überstanden hat. Der Verlauf des Frankfurter Telegiertentages wird weiter dazu beitragen, die freisinnige Fraktioilsgemeinsch-aft zu festigen. Die Freisinnigen wären auf ihrem Wege zur Einigung schon viel iveiter, wenn nicht die Gruppe, die srch jetzt abgesplittevt hat, beständig neue Erisäpsel zwischen die Vereinigung, die Vorlksparlel und die Süddeutschen geworfen hätte."
Eine sehr schlimme Ucberrafdjung hat der neueste Hardenpwzeß in München gebracht. Die dortige diene Freie Nstlszeituniz hatte nach den Berliner Hardenprozeisen die törichte Vermutung ausgesprochen, daß Harden entweder gar fein wirkliches Material gegen den Fürsten Eulenburg in Händen gehabt habe oder von diesem durch eine Million Mark bestochen worden fei, damit er nichts neues über die angeblichen Verfehlungen des Fürsten mehr ans Licht ziehe. Für Harden waren diese Behauptungen des Müncheyer Blattes ein sehr erwünschter Anlaß, seine Angelegenheit nach einmal vor Gericht verhandeln zu lassen, und zwar vor einem außerpreußischen Gericht. Das Münchener Gericht hat der besagten Zeitung in allen Punkten Unrecht gegeben und gleichzeitig ausdrücklich anextanut, daß Harden seinerzeit in Bersin urcch von seinem gesamten Materml gegen Eulen- ourg habe Gebrauch machen können. Noch wichtiger als diese etlvas fatale Feststellung waren aoev die Eulenburg außeroroentlich schwer belastenden Zeugenausfageii. Die Sache liegt nun so: ent- lveder gelingt es dem Fürsten Euleenburg, der zurzeit wiederum leidend ist, die Münchener Zeugenaussagen zu entträftigen oder vr wird neue Anklage wegen sexueller Verfehlungen und der mindestens leichtfertigen Eidesleistung zu gewärtigen haben. Welche politische Bedeutung die neueste Wendung im Fall Eulenburg haben wird, läßt sich natürlich noch nicht ermessen und es ist wohl nicht ganz richtig, wenn die „Post" jetzt schon glaubt, sagen zu dürfen: „Ob Fürst Euäenburg sich sittlich vergangen hat oder nicht, ist politisch gleichgültig. Wenn die sittlichen Verfehlungen des Fürsten Eulenburg vor 24 Fahren wirklich durch einwmtdsreie Zeugen nachaewicsen norden sind, so verstehen lpic absolut nicht, welchen Einfluß diese Verfehlungen auf die Politik des heutigen
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lieber die Unruhen in Indien liegen zurzeit noch folgende telegr. Meldungen vor: t _ .
London, 24. Äpvll. M der utbiidjen Nordwestgrenzc fducinen schwere Kampfe vevorzustehen. Die Lage wird immer schwieriger und selbst in den vorsichtig abgefaßten amtlichen Mitteilungen wird zugegeben, daß unter den ÄLohmands und Afghmien der Fanatisnius wächst und sich auch unter den
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angrenzenden Oase im Süden des AtlSs. Eine solche Besetzung närc nun allerdings mit der von Frankreich in der Akte von Algeciras eingegangenen Verpflichtung, die Souveränität des Pultans und den Bestand des schsrisischen Reiches zu achten, schwer zu vereinigen. Die Beseitigung oieser Schwierigkeiten erwartet mall nun von dem Emgegenlommon Deutschlands. Glicht anerwünscht ist den Franzosen bei ihren marokkanischen Plänen J?r jüngste Uebersatl bei "El Menabba im äußersten eüben des algeriich-iucrrokkanlschen Grenzgebiets gekommen. Zur Pazisikation dieses Gebietes läßt sich nun gar, mancherlei au, führen, was num uH Stillen schon längst ersehnt hat, und wenn denn getreue Freunde and gute Nachbarn dabei ein Äuge zudrMen, dann kann der Er- olg doch sicherlich nicht ausbleiben.
Ter eine dieser guten Freunde Frankreich, König Eduard, Weill augenblicklich in Dänemark, um seinem Schwager, dem einige von Dänemark einen hochofsizielleil Besuch abzustatten. 9)ian 11 in den letzten Jahren bei uns immer etlvas nervös geworden, | N'run der große Diplomat aus oein englischen Kölligsthrone ofsi-
e.-rlle Besuche macht, und man ist auch jetzt wieder in einigen patschen Kreisen nervös. Man sieht sckwn das schwierige Wert & deuticij-dänischen Annäherung, das in den letzten Jahren so r greuliche Fortschritte gemacht hatte, gesähroet. Man befürchtet, daß die Dänen sich nun plötzlich den Engländern in die Arme • iiKtfcn würden, zumal die dänisch-englischen Handelsbeziehungen
ui der letzten jcit ein rapides Zunehiuen zeigen. Wie dem niin auch sei, Tatsache ist es, daß König Eduard bei der dänischen Bevölkerung einen außerordentftch herzlichen Empfang gefunden tat, aber es wäre doch lächerlich, hierin Zeichen einer beginnenden ttrafremdung zwischen Teuftclstanb und Täuemart suchen zu wollen. Erst dieser Tage haben Vertreter beider Länder die gemeinsamen Verträge über die Nord- und Ostsee unterzeichnet und damit neue Garantien des Friedens unb der Freundschaft der Älkcr geschaffen. In England freilich scheint man ein wenig 7 tsrstimnlt darüber zu fein, daß nmit das Jnselreich an dem neuen Ostseeabtommeil nicht hat Teil nehmen lassen, aber zu ■ iotij.r Teilnahme lag doch im Gruilde genommen leine Verfassung vor, da Enqlaui) ja nicht zu den llferitaaten der Ostsee ! üLhört. In englischen R.egierungSkreisen sclieint man nun ver- «itöndigenueise solche Verstimmungen nicht zu teilen. Der neue Haiifdjc Kabiuetisches hat augenblicklich wohl auch wichtlgeves i | iU tun, als sich kleinlicher Empfindlichkeit hinzugeben.
Nur wenige Tage ist dem Vorgänger des Herrn Asquith ^schieden gewesen, srei von den Bürden seines Amtes zu leben. Ln Mittwoch ist Sir Henri) Ea m p b e ll-Ba n n er m an ge- flEcben, und man bedauert auch üb ec die Grenzen Englands lsinaus s ofien und ehrlich das Hinscheiden dieses geschictten und tatuxiftigcn
Ausstand in 3tiöien.
In der letzten Zeit mehren sich in bedenklichem Maße die Meldungen über Unruhen in Indien, und zwar sind es hauptsächlich die Grenzstämme, die sich gegen die englijche Herrschaft auslehnen. Von jeher waren diese unbotmäßig, und die englische Autorität über diese Volkerstämme war ziemlich gering, und mehrfache umfangreiche und schwierige Feldzüge waren notwendig, um wenigstens einigermaßen die Ordnung wiederherzustellen. Angesichts dieser seit Jahren bestehenden Lage hätte die gegenwärtige Situation nichts weiter aufregendes, wenn nicht alle Anzeichen dafür spräckzen, daß es sich nicht um rein lokale Bewegungen handelt, sondern daß eine auf einem Riesengebiet sich erstreckende allgemeine Erhebung zu befürchten steht; an den verschiedensten Stellen konzentrieren sich gewaltig bewaffnete Haufen von Eingeborenen, uno die Entsendung beträchtlicher Truppenverstürkungen nach den bedrohten Gegenden hat sich bereits als notwendig erwiesen. Militärische Operationen sind in den unwirllick-en Grenzgegenden überaus schwer, und die Engländer haben bei derartigen Expeditionen oft ganz bedeutende Verluste und herzlich geringe Erfolge zu verzeichnen gehabt. Ueberhaupt ist der Besitz Indiens für England bekanntlich nicht immer sehr angenehm gewesen, Riesenaus- stünde von mehrjähriger Dauer waren zu verzeichnen und der Boden ist oft genug mit Blut gedüngt worden. Ist es doch auch nicht in letzter Linie der Besitz ^ndiens, der England zwingt, eine so große Kriegsflotte zu unterhalten, denn die Küste dieses Landes läßt sich nur schwer schützen, und in einem Kriege wäre eine Bedrohung Indiens durch den Gegner höchstwahrscheinlich gewesen, da dieser doch hoffen mußte, bei den Eingeborenen wertvolle Unterstützung zu finden. An und für sich ist ja die engliscl)e Herrschaft in keiner Beziehung eine drückende, denn England hat von je das Prinzip verfolgt, bei der Besetzung fremder Länder der Eigenart der eingeborenen Bevölkerung in weitestem Umfange Rechnung zu tragen, ein Mittel, das sich noch immer bewährt hat. Nicht die englische Herrschaft ist es, die so ost den Eingeborenen das Schwert in die Hand gedrückt hat, vielmehr ist es der grimme Fanatismus der Eingeborenen gegen die Europäer, der sich von Zeit zu Zeit Luft macht und darum immer wieder zu Erhebungen führen wird. Aber ans Indien fließt der Reichtum Englands, und man >vird daher niemals auch die höchsten Kosten scheuen, um sich diesen wertvollen Besitz nach wie vor zu sichern. Die größte Gefahr für Indien drohte bisher von Rußland, beffen sehnlichster Wunsch jahrzehntelang darauf hinausgelaufen war, sich wenigstens in den Besitz von Nordindien zu setzen, und in einem MHege wäre der Aiisgang im Hinblick auf die Mnderwertigkeft der englisch-indischen Landtruppen kaum zweifelhaft gewesen. 'Nunmehr kann Rußland aber für absehbare Zeit an keinerlei kriegerische Aktion denken und überdies ist zwischen England und Rußland ein Abkommen über die Machtverhältnisse in Asien abgeschlossen worden, freilich würde das nicht viel besagen, bei ernsteren Disferenzen wurde man sich den Teufel um das Blatt Papier scheren. Trotz alledem ist der Besitz des Landes für England, wenn er auch für absehbare Zeit nicht gefährdet sein mag, keineswegs für ewige Zeiten gefestigt. Man weiß, daß Frankreich, das berells in Hinterindien festen Fuß gefaßt hat, gern noch weiter Vordringen mochte, und man darf nicht ver- qeifcir, daß die englisch-französische Entente noch sehr jungen Datums ist, während früher der fchärfste Interessengegensatz bestanden hat, der eines Tages doch wieder trotz des jetzigen guten Verhältnisses ausbrechen konnte. Eine derartige Wendung läge durchaus nicht außerhalb des Bereiches der Atoglichkeitt
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Nr. 97 Erstes Blatt 1S8. Jahrgang Samstag 35. April 1808
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politijdie Wochenschau.
„ , Gießen, den 25. April.
Recht eigentiitige Kommentare hat man dieser Tage über das itueste deutsch-französische K 0 lo n i a l a b ko m m e n in ixt srauzch lschen Presse lesen fönntm. Das neue Abkommen, das am iwrigen Samstag unterzeichnet worden ist und die Grenze zwischen Kamerun und dem französischen St'ongo regelt, gibt Frankreich an der Kameruner Südgrenze einen Landstreifen von 2200 Quadrat- lilomctem, dem, wie die Franzosen selbst anerkennen, d-er Ueber- iluß an Küutschuk und Elfenbein, soivie die Dichtigkeit der Be- uölkerung einen ganz besonderen Wert verleiht. Teutschlanb hingegen erhält nur 1800 Quabratkilometer ft-anzösischen Gebietes, bie für uns hauptsächlich dadurch wertvoll werden, daß sie uns ben .Zugang in das Hinterland von Kamerun erschließen. In äbnlicher Äeise^ hat man auch an der Nord- und Ostgrenze den Imbietsaustausch vollzogen. Der Umsang des neuen deutschen äkbietcs ist kleiner als der des neuen französischen, und darum ist man in vielen dcutsckren Kreisen schon recht besorgt, ob wir bei dieser Grenzrcgnlierung nicht roiebenim recht schlechte Ge- jchäste gemacht l)aben. Dieselben Befürchtungen haben nun mert- ivürdigerweise auch die Franzosen. Sie meinen, dieses Abkommen bedeute für Frankreich ein großes Opfer und sie stellen es als eine „Vorschußleistuiiy" dar, als ein beredtes und bestimmtes Pcugnis des guten Willens, mit Deutschland in guter Nachbarihaft zu leben. Jüngst habe man aus der Tribüne des sran-o- i-schcn Parlaments gesagt, daß die srauzöscschen Opfer in Marokko Den Franzosen Reci-lstitel schüfen. Es seien „Saaten" für die
viaatsmannes. . .
In der inneren deutschen Politik erfreute man sich ui der chgelauseneu Woche zwar iwch der Parlaments erien, aber Ferieii- iliinntung war es nicht gerade, die unser öffentliches Leben be- Mschte. Die Ausschüsse der hessisch en Zweiten Kammer haben sogar unmittelbar nach dem Festo ihre-Arbeucn wieder iiufgenommcn. Eine sehr zeitgemäße uni) hochbedeutsame Frage iti vor allem im vierten Ausschuß der hessischen Zweiten “aniDier erörtert worden. Es handelte sich um die Bestre- Jimgcn des Bundes deutscher F-rauenvereiue, die Fortbildungs- 't,ulpflichl für gewerbliche Arbeiterinnen durch Landesgesetz, zu cezeln. Mit Recht weist der Bund darauf hur,, baß viele Ehen in Grunde gingen, weil die Frau von der Wirtschaftsiührung nichts oocstand. Hier kann in der Tat die Fortbildun^äfchule^ heften, und es ist nicht zu bezweifeln, daß p.e die jungen ins ^oen ein- üxtenben Mädchen größeren jirtliuien Halt und Charakcerfestigkeit neben würden. Die Regierung steht diesen Bestrebungen fhm- pchhisch gegenüber und ist einstweilen für die, fakultative E>u- ilbrung der Fortbildungsschule. Auch dec Ausschuß der Kammer bat sich der Erkenntnis nicht verschließen können, daß d>e obli- Mvrische Einführung des FortbildungSunterriasts für Mädchen augenblicklich noch auf Schwierigkeiten stoßen würde, verjpricht iioj dabei aber voll der fakultativen (Siniüpciiug leinen Erfolg und begnügt sich darum eiitfciueileu damit, baß ec bie obtigaiorilrix fkiiifül)rimg, und zwar zunächst des Haushaltungsunterricht-, emp- iiehlt. Von weit größerer Tragweite a.s dieser Befchluß unserer Auidtagsabgeordneteu in Darmstadt sind die Vorgänge, die fick) init gleichzeitig im benachbarten Frankfurt abgespielt Haven. Ueber- tti’djiuitgcH hat der dortige Delegierten tag der 0 r i 11n- :’n igcn Vereinigung laurn flebrqäjt, aber die nun offen aus- 1 feprochcne Trennung des linken Flügels, der Austtitt der Herren Äirth, v. Verlad) und Breitscheid meiden nicht ohne Einfluß auf jL ört weitert! Entwickelung des Freisinns bleiben, der tu 1 einer ü^rwiegenden Mehrheit an der Blockpolitik oes Reichstagos feftt iL betten will. Mit Recht acteilt die Kölnische Zeitung Über die i| ijnanffutter Vorgänge folgendermaßen: „Das Mißtrauen, das
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