Kunst-' schmieg' arbßi^- m s'le"
Metall- arten
Mvvtaz rL6. Oktober 1908
Zweites Blatt
Nr. 252
Erschein« tSgflch mit Ausnahme des Sonntag«.
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IfijintionSbrud tmb Verlag der LrstbNch« Unwersuäl? - Buch- unb Ewindruckeret. R. Lange. Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedrtton und Verlag; ess® 51. Redaktion: e-gA 112. TeU-AdraAnzeigerGleßen,
wird am nächsten Dienstag stattfinden. Auch sozialdemokratische Fraktion wird an diesem König den Treueid schwören.
Die demokratische Vereinigung
Ans Stadt und Land.
Gießen, 26. Oktober 1908.
Von unserem Regiment. Am 24. Oktober verstarb in D ar m st a d t der königliche Oberstleutnant a. D. Emil Goldmann. Der Verstorbene hat unserem Regiment 29 Jahre lang ununterbrochen angehört. Das Regi ment verliert in dem Entschlafenen einen seiner alten tapferen Offiziere, die den Fahnen des Regiments in Deutsch» lands großer Zeit zu Ruhm und Sieg verhülfen haben. Das Offizierkorps betrauert einen treuen, bewährten Kameraden, der nie aufgehört bat, ein echter 116 er zu fein, und dem ein weit über das Grab hinaus währendes ehrenvolles Andenken gesichert ist. Wilhelm Rudolf Emil Goldmann wurde am 22. April 1852 als der Sohn des Groß- herzoglich hessischen Präsidenten des Oberkonsistoriums, späteren Geheimerats Goldmann und seiner Gemahlin geb. Dietz in Biedenkopf geboren. Nachdem er seine Schulbildung auf dem Gymnasium zu Darmstadt genossen hatte, studierte er an der Universität Gießen Theologie. Am 1. April 1869 trat er als Eins. Freiwilliger in das damalige 2. Infanterieregiment Großherzog in Gießen ein. Am 31. März 1870 zur Reserve entlassen, wurde er nach ausgesprochener Mobilmachung am 20. Juli desselben Jahres zum Regiment einberufen. Während der Einschließung von Metz, an der er in den Reihen des Regiments
Deutsches Resch.
Gegen die Gas- und Elektrizitätsfteuer. Wie die „N. Bad. Landesztg." meldet, nahm der Verband Süddeutscher Industrieller in seiner gestrigen ersten Jahresversammlung in Mannheim Resolutionen gegen die Gas- und Elektrizitätssteuern, sowie gegen die Brausteuer-
Partei.
Gegen die Arbeitslosigkeit. Am kommenden Montag treten die Vertreter der Städte von Westdeutschland in Köln zu einer Konferenz zusammen, die sich mit Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit befassen wird.
Die Koburger Regierung hat dem Landtag ein neues Steuergesetz auf progressiver Grundlage mit Dekla- ralionszwang vorgelegt.
Der deutsche Kreuzer „Viktoria Luise" erhielt Befehl, anfangs November sich von Korfu nach Smyrna zu begeben.
AusLcsnS.
Ein gemaßrege lter Professor in Ungarn. Professor Eugen Zovaniyi, Lehrer an der Sarospataker protestantischen Hochschule, wurde wegen der Behauptung in seinem Buche über die Geschichte des ungarischen Protestantismus^ daß nicht Calvin, sondern Martin Luther
Die „Lietzener Zamiltenblätter" werden dem ,91njeigere viermal wöchentlich beigelegt, das „Kretsblati für bcn Krcts Liehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
sich gestern in Berlin in einer stark besuchten sammlung, die auch von zahlreichen auswärtigen Delegierten besucht war, endgültig als politische
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lbsatz 2 de) Gesetzes vm i(i bettesiend, und des 5 ö die Ausführung der all aus Leichluß der Stadt- r 1908 nach Anhörung de« den jUeisausschuv mit ms des Znnern vom.....
Mgspian für das (ilcbia Ütiav/wefl folgende 0W r (Serocrfimbnuna tot ffJl VI, VIII Ulli) X tti Kliniken atwwto
erhöhung an.
Preußisches Abgeordnetenhaus. Für die am nächsten Montag im preußischen Abgeordnetenhause statt- findende erste Lesung der Beamten- und Steuervorlagen hat der Präsident v. Kröcher folgenden Beratungsplan auf Anregung des Seniorenkonvents vorgeschlagen: Zuerst gelangt zur Beratung die Besoldungsordnung, zu zweit das Lehrerbcsoldungsgesetz, alsdann die Pfarrerbesoldungsgesetze, schließlich die Steuervorlagen und zum Schluß das Mantelgesetz, lieber den Wohnungsgeldzuschuß darf nicht gefprochen werden, da der betreffende Entwurf dem Landtage erst später zugehen soll. Die Vereidigung der neu eingetretenen Mitglieder des preußischen Abgeordnetenhauses, die einen Eid auf die Verfassung noch nicht geleistet haben, bte gesamte
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jeve verehrt. Mitglieder der am TormeM im oberen Saale bei denden
der Reformator der Welt sei, von der vorgesetzten Kirchenbehörde seiner Stelle enthoben, und es wurde eine Dis- ziptinaruntersuchung gegen ihn eingcleitet. Zevonaiyi hat um Einsetzung eines Kirchengerichts nachgesucht und ein Buch herausgegeben, das die inkriminierten Stellen des Werkes und eine Eingabe an die deutschen und ungarischer Theologen enthält.
Kein politisches Duell. Die Meldung der Blätter, der österreichisch-ungarische Botschafter in St. Petersburg, Prinz Fürstenberg, habe den MinistergeHilfen Tscharykow gefordert, entbehrt der Begründung. Prinz Fürstender^ verlangte lediglich eine Zurückweisung der groben Beschuldigungen der „Nowoje Wremja" durch das russische Ministerium des Aeußern, und diesem Verlangen ist Tscharykow sowohl in der „Nowoje Wremja" wie in der offiziösen „Wossija" nachgelommen.
Die Russen in Persien. Die Meldung über den Einmarsch russischer Truppen in Persien und über die be- vorstehende Besetzung von Täbris entbehrt jeglicher Begründung.
Neues aus dem Reiche Castros. Einem Telegramm aus St. Vincent (Britisch-Westindien) zufolge ist der Schoner „Lady Kensington", der nach Trinidad bestimmt war, von venezolanischen Beamten beschlagnahmt worden. Die Mannschaft und die Passagiere wurden ins Gefängnis gebracht. Der Gouverneur von Trinidad hat den britischen Gesandten in Caracas aufgefordert, eine Untersuchung der Angelegenheit einzuleiten.
Taft oder Bryan? Bei einer Probeabstimmung der „Literary Digests" entfielen 19 324 Stimmen auf Taft und 14 712 auf Bryan. Da 95 Prozent der Leser sich aus Prediger-, Bankier-, Anwalts- und Lehrerkreisen rekrutieren, die im allgemeinen als Taft-freundlich gelten, erscheint das Ergebnis als für Bryan günftig.
und begannen aus die Studenten einzuhauen. 17 von ihnen wurden verletzt. Ein Student stürzte und brach einen Arm. Unter den Verletzten befinden sich drei Studenten aus Salle, Lech- zig und Freiberg i. S. -Als die Polizisten das Gebäude verließen, brach der Pöbel in Hochrufe auf tue Polizei aus. Die Wachmannschaften danlten nach allen Seiten für ine Ovationen nnt militärischem Gruß. Wenige Minuten später, nachdem ine Studenten in das Kasino zurückgedrängt worden waren, zogen zirka 4000 tschechische Studenten unter Voraincitt mehrerer Protestoren demonstrierend über tlen Graben, entblößten vor dem deutschen Hause die Köpfe uno sangen ein tschechisches Kampflied. Am Nach- mittag wiederholten sich die Unruhen. Um 5 Uhr wurden drei deutsch Studenten vom Pöbel überfallen und geprügelt. (Siner von ihnen wurde schwer verletzt.
AuS zahlreichen Landgemeinden Südbvhmens werden neue Unruhen gegen die Deutschen gemeldet. Auf offener Straße finden Ueberfälle statt. Für die kommende Nacht werden von den Deutschen ernste Unruhen befürchtet.
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhesien
Zswol^i) in Berlin.
Der irussische Minftt-i des Ausw.,iug-'n Iswolsky hat am SamStag und Sonntag in Berlin mit den maßgebenden Herren der deutschen Regierung konferiert und ist auch vom oeut>chen .Kaiser empfangen luorbcn. Ein Berliner Telcgranrm der ,,Koln. Zeitung" fuhrt aus: Die Unlwredungen, die der ru,suche Minister des Auswärtigen Iswolsky mit dem Reich-skanzler und dem Staatssekretär v. Schön gehabt hat, waren von dem gemeinsamen Wunsche getragen, der allgemeinen Beruhigung zu dienen, ernsteren Verwicklungen vorzuveugen und das Einvernehmen unter den Mächten zu fördern. Der freundschaftliche «lon, in welchem diese Besprechungen geführt wurden, entsprach den liberlieserten freundschaftlichen Beziehungen z'vischen Petersburg und Berlin.
Blutige Zusam menstöße in Prag.
In Prag ist es aut gestrigen Sonntage zu blutigen Zusammenstößen der Polizei mit den deutschen Studenten gekommen. Bekanntlich war diesen der Bummel untersagt worden. Als ,ie ihn jedoch versuchten, wurde nur einem Teil von ihnen gestattet, das deutsche Kasino -u verlassen. Bon dem nach Tau,enden zahlenden Pöbel wurden sie sofort mit Pfeifen und schreien empsangen. Die Polizei zog um.dne deutschen Studenten einen Cordon vom deutschen Hause bis zur Landes-Bank, in dem der Bummel vor sich ging. Nach kurzer Zeit jedoch erklärten Polizeiosflziere den Studenten, daß sie soforc in das deutsche Haus östruckzulehrew hätten. Tic Srudenten protestiertcii dagegen, wurden jedoch von der Sckjutzmannschast in der rohesten Weise mit Fausftchlagen und Fiißtritten zurückgetrieben. Als dann die Polizei die SQjließung der Tore des deutschen Hauses verlangte unh die Studenten dies verweigerten, sprengten plötzlich vier Schutzleute zu Pjerve unter dem Kommando eines Pvlizeionizicrs m oas atz.no, zogen blank
Auch in Kindergarderobe wurde viel mehr ausgegeben als heute. Die Knabenbildnisse eines van Dyck oder Gainsborough zeige- cinen außerordentlichen Luxus. Das Seidenkleid eines Kimbl mit dazu passenden Scbuhen und Strümpfen kostete nicht selten 2500 Franks unb darüber. Was alles damals für jene so wenig beachteten Kleinigkeiten der Mode bezahlt wurde, erhellt aus dem Bericht über Trousseau einer französischen Braut aus dem Jahre 1720, der Mlle. de Tournom Danach wurde für „Fächer, Taschen und Strumpsenbänder" die Summe von 17 500 Franks
WM
— Das studierende Europa. Nach einer Zusammenstellung in der Wochenschrift „Science" gibt es in Europa 125 Universitäten, die im vorigen Jahre von 228 732 Studenten besucht wurden. Die größte Zahl hatte Berlin Mit 13 884 Studenten auszuweisen Paris mit 12 985 Studenten wurde von Berlin zum erstenmal überflügelt. Weiter folgten Budapest mit 6551 unb Wien mit 6205 Studenten. Deutschland steht in der Zahl der Universitäten und der Studenten an erster Stelle: cs hat 21 Universitäten und rund 49 000 Studenten. Dann folgen Frankreich mit 16 Universitäten und 32 000 Studenten, Oesterreich-Ungarn mit 11 und 30 000, England mit 15 und 25 000, das an kleinen Hochschulen reiche Italien mit 21 und 24 000, Rußland mit 9 unb 23 000, Spanien mit 9 und 12 000, die Schweiz mit 7 unb 6500, Belgien mit 4 und 5000, Schweden mit 3 unb aOOO Rumänien mit 2 und 5000 und Holland mit 5 UniDcr|itaten unb j-000 Studenten. Griechenland, Norwegen, Dänemark, Portugal, Bulgarien und Serbien haben nur je eine Universität.
— Ein Rembrandt-Museum wird binnen kurzem in Amsterdam eröifnet werden. Ein reicher Handelsherr ter Stadt hat das Haus, in feem der berühmte Maler von 1630 bis 1658 lebte, angelauft und einer Kommission mit der BeMm- muna übergeben, daß eS genau in denselben Zustand wieder gebracht werde, in dem cs sich zu Lebzeiten Rcmorandts beraub. Sobald dies geschehen ist, wird, dem „Journal des Dsbats/ zufolge, dort eine ständige Ausstellung nickst nur von Bildern Rembrandts stattfinden, sondern es soll ,y,kmatisch alles gesammelt werden, was auf das persönlich und rünstlerische Le- oen des holländischen Meisters Bezug hat. Insbesondere hofft man, auf diese Weise Briefe Rembrandts zu erhalten — bisher Und nur sieben beEannt — und dadurch einen Einblick in manche, bisher noch du'klle Periode feines Lebens zu gewinnen. Außerdem sott auch die gesamte Literatur über ihn und sein Schaffen dort gesammelt werden.
— Eine große römische Villa ist in Hemsworth bei Wimborne (England) ausgegraben worden. Die einzelnen Teile des Hauses sind noch ausgezeichnet erhalten, besonders das in dieser Woche freigelegte Bad. Die Wände sind aus Gips oder Zcmcnt hergestellt uno ohne jede Seidkihiminn D-» bes yjabcg bestM aus Riosaik, von dem auch noch nicht das kleinste Stückchen fehlt. Tickst i.i dem Badezimmer befindet sich ein qroßer Raum, auf dessen mosaikartigem Fußboden sich einMe-
politische Tagesschau.
Ter Entwurf eines Weingesehes
ist, wie er vom Bundesrat beschlossen worden ist, nebst Begründung und 22 Beilagen beim Reichstage eingegangen. Bekanntlich wurde ein Entwurf in der Ausarbeitung des Reichsaints des Innern, bevor er dem Bundesrate zuging, zu Ostern in der „Nordd. Mlg. Ztg." veröffentlicht und hat eine sehr lebhafte Kritik seitens der Interessenten erfahren. Der jetzige Entwurf bringt eine Reihe von Aenderungen gegen diesen, zu Ostern in der „Nordd. Allg. Ztg." veröffeiitlichten. Vor allem ist in zwei Bestimmungen den Bedenken und Wünschen der Winzer Rechnung getragen. Zunächst in bezug auf die zeitliche Begrenzung der Zuckerung. Während der damalige Entwurf die Zuckerung nur bis Schluß des Kalenderjahrcv zuließ und wenn es die besonderen Verhältnisse eines Jahres erfordern, die Möglichkeit einer Verlängerung der Frist durch die höhere Verwaltungsbehörde bis zum 31. Jan.'zuließ, ist jetzt allgemein die Frist auf den 31. Jan. festgesetzt worden. Außerdem ist es gestattet, innerhalb dieser Frist die Zuckerung im folgenden Herbst oder in späteren Jahren nachzuholen. Die zweite einschneidende Aenderung ist die der Sachverständigen im Hauptamt. Während der frühere Entwurf nur für die am Weinbau sehr wesentlich beteiligten Gebiete, also für die Weinbaugebiete, die Bestellung dieser hauptamtlichen Sachverständigen vorjah, soll jetzt dem Verlangen der Winzer entsprechend die Bestellung der Beamten auch für Orte und Bezirke, in denen Weinhandel in ernstlichem Umfange ftatifmbet, vorgeschricbcn werden. Wie weit dies im übrigen noch zu geschehen hat, soll nach dem jetzigen wie nach dem früheren Entwürfe die Landeszentralbehörde im Einvernehmen chit dem Reichskanzler bestimmen. Die Bestimmungen über die Buchiuhrung sowie über die Verpflichtung zur Auskunft und Vorlegung der qefck)äftlichcn Aufzeichnungen und Bück-er soll nicht nur für die Inhaber von Weinkcllereien gelten, sondern auch für die gewerbsmäßigen Vermittler ausgedehnt werden. Ebenso sollen auch die Strasbestimmungen für die Verkaufsvermittler für staftel, die zur Weinbereitung dienen, gelten. Im übrigen.unterscheidet ,ich der Entwurf nicht wesentlich von dem zu Ostern in der „Nord. Allg. Ztg." veröffentlichten, der gegenüber dem geltenden Gc,etz von 1901 einschneidende Aenderungen bringt, xie Wein steuer, bie als Staffelsteuer gedacht ist, foll nach dem Entwürfe des Reichsfchatzamtcs 50 Millionen einbringen.
ähnlicher Fußboden mit dem Bilde der Venus entdeckt, wahreiü» sich neben diesen Räumen ein langgestrecktes Zimmer befindet, in dem noch ine Feuermigsanlagen und der Holzstoß gefunden wurden. or .
— „Amerika". Ueber die Frage, wem Amerika teinen Namen verdankt, bringt der Kosmos folgende Mitteilungen: Es ist ein allgemein verbreiteter Irrtum, daß die „Neue Welt" ihren Warnen dem Italiener Americus Vespucius verdankt. Profc>sor Wilde bemerkte, daß die Geschichtsforschung einen Fehler lange Zeit unbeachtet gelassen hat. Der richtige Name des angeführten Geographen lautet: Albericus Vespucius. Diesen Autornamen führt er auch auf seinem im Jahre 1502 über Amerika gedruckten Bericht. Vespucius, geboren am 9. Mär» 1451 zu Florenz^ machte mehrere Reisen nach Amerika, unter anderem auch nach Nicaragua, und seinen Berichten verdankte man damals die genauere Kenntnis der „Mundi novi". Der deutsche Gelehrte Maltzemüller nahm VeSpucci für den Entdecker von Amerika an und schlug in seiner Flugschrift „EoSmographiae introductio" 1507 vor, die „Neue Welt" nach ihm zu benennen. Aber erst 1522 finden wir auf einer Baseler Karte den Namen „America Provincia" verzeichnet. In diesem Jahre eroberte Gil Gonzales de Avila den Staat Nicaragua, und hier finden wir schon Den Namen America bei den Eingeborenen vor. Zwischen Juigalpa unb Libertad (Provinz Chontales) liegt ein Bergland, das den Namen „Americ" ober „Ameriouc" führt. Jane bedeutet in der alten Tolletcnsprache „groß", während merk „Berg" bedeutet. Professor Wilde tat wohl auch recht, ivenn er meint, daß Amerika seinen Namen dem Berglande verdankt-und nicht Al- bcricus Vespucius die Ehre gebührt, seiner „novo Mundo" den Namen gegeben zu haben.
— Ein Professor, der seinen Kopf verkauft. Prof. John Mason T v l e r, Dozent für Biologie an dem College von Amherst in Amerika, hat seinen Kopf bereits zu Lebzeiten für 40 000 Mk. verkauft. Ter Kopf Prof. Tylers gilt als einer der am besten ausgebildeten in Amerika, er weist eine außerordentliche Gehirnentwickelung auf, und man glaubt, daß dieses Haupt für bie Wissenschaft von besonderem Interesse sein wird. (Schade, daß das erst nach dem Tode des Professors der Fall ist. Besser, wenn auch nicht einträglicher, wäre es, wenn das Haupt schon bei Lebzeiten der Wissenschaft dienlich wäre. Die Red.)
— Tie „Nat. Ztg." meldet, daß A n t o n v. Werner zunt Direktor der Slationaigalerie ernannt werden solle. Nach Erkundigungen an zuständiger Stelle liegt ein Beschluß bisher nicht vor, die Piöglichkeit ist aber nicht ausgeschlossen.
— Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. In Kopenhagen ist der Lstaler Professor Lorentz Frölich 88 Jahre alt, g eft o r b c n. — Am Samstag ivurde in Altenburg das neuevbaute naturh istoris che Mus e u m e t n g c- ru e 11,1. - In der Gemeiudcabstimmimg der Stadt Bern wurde mit 5000 gegen 2000 Stimmen die Wiederherstellung des ehemaligen historischen Museums verworfen.
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— Die Extravaganz der „guten alten Zeit". Es ist ein Gemeinplatz, daß heute alles viel mehr kostet wie früher und besonders im Klciderluxus glaubt man, heute werde noch nie Dagewesencs geleistet. Doch ein Vltck rückwärts in die „gute alte Zeil" belehrt uns eines Besseren. Die moderne rz-rau mit all ihren kostspieligen Schneiberrechnungen und Extravaganzen ist ein Muster an Spariamkeit und Einsachheit gegenüber ben großen Damen vergangener Epochen. Wollte man nach den Statistiken, bic Henri be Gallier zusammengestellt Ijat, ben Toi- lettenctat einer vornehmen Frau des 17 unb 18. Jahrhunderts berechnen, so Käme eine viel größere Summe heraus als die vielgenannten 2000 Dollars, die eine rei$e Amerikanerin zur Bestreitung bet notwendigen Kleiderrechnungen ,ur.erforderlich angegeben hat. Gewöhnliche Gesellschaftskleider der rranzr.nschen Hosbamen kosteten 3750 bis 10 000 Franks. Bei be,anders festlichen Gelegenheiten wurden Toiletten getragen, die mit ihrem reichen Edelfteinschmuck unb ihren kostbaren Stickereien nicht eiten über 20 000 Franks kosteten. Mabame be Choyeul, die Ga^ti.i des Ministers unter Ludwig XV., trug an einem Abenokleio Spitzen int Werte von 75 000 Franks. Ein besonderer Luxus wurde mit Unterkleidung getrieben, fie wurwen aus feinstem -^tnen und bester Spitze verfertigt, und man ,ah gleich,am einen Sport darin, möglichst viel davon zu besitzen. Als eine eiwsache xomc bet franzöfischen Gesellschaft, Madame be Berrue ftarb, lanben sich in ihrem Besitz 500 Dutzend Spitzentaschentücher, 4S0 £)emben und 60 Korsetts. Die Korsetftrage, die ja auch.heute einen bedeutenden Posten in der Toilettenrechnung beamprucht^ war damals unendlich schwieriger und nur unter viel größeren ^Plern zu lösen. Ein Korsett der spanischen Hoftrackp, eine lener gewaltigen rüstungähnlichen Ntaschinen aus -stahl, konnte mcht billiget als mit 500 biS 2500 Franks nach heutigem Geld, bezahlt werden. Und bie Slriiwhnc! Sollte >ie in wirklich eleganter unb vornehmer Weise auf fall en, bann war wett mejr notroenbig als ein einfaches Drahtgestell mit Sonnenregen b- spannt. Die hohen Stelzenschuhe mit eingelegter Arbeit und Ebelsteinschnallen, die man zur Zeit der Königin Elisabeth trug, hatten allein einen Materialwert von mindestem- Der Preis für bie einfachsten Formen betrug o<o Frantz, zoer bic Juwelen, bas Gold und Silber, die Pelze unb ^pG^n berechnen wollte, mit benen die Toiletten früherer Seiten in einem viel stärkeren Maße verziert unb behängt waren als heutzutage, so würben sich ganz abenteuerliche Summen ergeben, selbst wenn man von bem viel höheren Wert einfacherer Swfte, wie -samt unb Seihe abfieht. Die großen Daargebaube, die dw O-xau des Barocks und Rokokos über ihrer Stirn aufturmtc uno mit Bändern, Perlengehängen ober teuren Nabeln ,chmuckte, wurden verhältnismäßig billig hergestellt. Dw Fn,eu,en lMtsn mich keine hohen Arbeitslöhne, aber unter 2o0 Franks war eine einfache, unter 500 Franks eine Staatsfn,ur nicht feuiteUen. ^ic Frauen ließen sich denn auch freilich nur alle acht bi^ i rje mft "dem "Jupiteraupte Minbet. Dann wurde noch ein
Aon frisieren und verwandten immer wieder dasselbe Watermst wtuon mu oem w


