Ausgabe 
25.3.1908 Zweites Blatt
 
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machen zu müssen. Ihm wurde aber jedesmal sofort von dem Redner gedient, so daß trotz mehrfacher Aufforderung nach Schluß des Vortrags sich niemand zum Worte meldete, obwohl die Versammlung zum weitaus größten Teil aus Gegnern bestand. Auch die Versammlung in Weite rs- hain, die am Sonntag abend im Tbcis'schen Saal statt­fand, hatte sich eines überaus starken Besuchs zu erfreuen. In der Diskussion, die sich den Lstündigen Ausführungen des Herrn Riedel über die Politik im Reiche anschloß, konnte Bürgermeister Sann die Behauptung des Redners, daß die wirtschaftliche Vereinigung nur eine Fraktion des persönlichen Ehrgeizes sei, durch naheliegende Beispiele beitätigen. Lehrer Hebermehl bewies a. u. überzeugend, daß die Kohlenbarone durchaus nicht mit der nationalliberalen Partei identisch seien, wie die Antisemiten erzählten.

"Das Kaiser-Panorama führt unS in dieser Woche in daZ Salzkammergut. Es sind bekannte, vielfach schon von Jugend auf vertraute Rainen, die uns hier ent­gegentreten: Ischl und Gastein erinnern uns an den ersten Kaiser des neugeeindeten deutschen Reiche? und an seinen Verbündeten, den Herrscher Oesterreich-Ungarns. Hallstadt, Hallein, Zell am See, Traunkirchen und wie die Städte und Flecken im lieblichen Salzkammergut alle heißen mögen, sie alle wecken in uns Erinnerungen. Seebilder und romantische Flußlandschaften wechseln mit hochstrebenden, gigantischen Gebirgsszenerien und sonstigen interessanten Partien. Kurz und gut, es ist eine Freude, im Raturgenuß schwelgen zu können und befreit von den Mühseligkeiten, die sonst eine solche Alpenfahrt im Gefolge hat.

-|- Staufenberg, 23. März. Dem. hiesigen Unter­offizier in der Schutztruppe für Deutsch-Süd-West-Afrika Wilh. Stephan wurde das Militär-Ehrenzeichen II. Klasse verliehen.

x Lich, 23. März. Die Anzahl der Schüler der Großh. Präpa rande n anstal t betrug im verfloffenen Schuljahr 132. Vor einigen Jahren erfolgte die Teilung der Anstalt in 4 Klaffen. Die Anmeldungen laufen auch in diesem Jahre in normaler Zahl ein. Zurückweisungen wegen Ueberfüllung, von denen in verschiedenen Blättern zu lesen war, haben bis fetzt keine stattgefunden. Ebensowenig wird eine Zurückweisung weiterer Neuanmeldungen aus obigem Grunde stattfinden.

§ Lißberg, 24. März. Gegenwärtig erhält das Gleis der Nebenbahn stärkere Schienen und Schwellen. Der Umbau soll bis zum 1. Mai d. I. beendet sein. Von diesem Zeitpunkte an findet ein Maschinenwechsel in Gedern nicht mehr statt. Es verkehren nur schwere Maschinen zwischen Gedern und Lauterbach. Der Bahnhof Hirzen­hain wird durch neue Gleisanlagen bedeutend er­weitert.

----- Sch litz, 24. März. Dem hiesigen Nie de rt oris ch e n Bankverein ist vom Großh. Ministerium die Rechtsfähig­keit verliehen worden.

^Wetzlar, 22. März. Von Jahr zu Jahr lichten sich die Reihen der Kämpfer immer mehr, die in den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 für unseres Vaterlandes Einheit gestritten haben. Der Kreiskriegeroerband Wetzlar hat daher beschlossen, alljährlich die Namen der verstorbenen Mitglieder zu veröffentlichen. Dieses Verzeichnis bringt neben dem Namen und Wohnort auch den Truppenteil, Feldzüge und Alter der verstorbenen Krieger. Die Totenliste des Vereins­jahres 1907 weist aus unserem Kreisverband 33 der Ver­storbenen auf. Unter diesen haben 5 alle drei Feldzüge mit­gemacht und 4 nur den Krieg gegen Oesterreich. Im Kriege gegen Frankreich waren 21 der Verstorbenen beteiligt, darunter 20 gegen Oesterreich und jene 5 gegen Dänemark.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 24. März.

Die Beigeordnetenwahl in Branerschwend.

Die Staatsanwallschaft legt dem früheren B ürgerinei - si e r I. Sch. von Branerschwend zur Last, bei der im vorigen Jahr erfolgten Bcigeordnetrnwahl ein unrichtiges Ergeb­nis herbeigeführt bezw. das Ergebnis verfälscht $u haben. Bereits im Frühjahr vorigen Jahres hatte die Wahl emes Bei­geordneten stattgefunden, in der von dem Gastwirt Roth der Sieg davongetragcn wurde, während sein Gegenkandidat, der seitherige

Beigeordnete Reibling untwlag. Infolge Rettanratwn wurde bic Wahl für ungültig erklärt, weil von dem Gewähllen Getränke spendiert worden waren. Es kam deshalb zu erneuter Wahl, bei der sich die nämlichen Kandidaten gegenüberltanden. Ter Angeklagte, der als Wahlvorsteher fungierte, entnahm der Urne die Stimmzettel und verlas die Namen, während ein Beisitzer die Lifte führte und der andere die Stimmzettel auf der Rückseite nu­merierte, aber ohne jegliche Kontrolle auszuübcn. Tas Resultat war Stimmengleichheit, weshalb zur Losziehung geschritten wurde, bei der der seitherige Beigeordnete siegte. Beim Bekannllverden des Wahlresultats war sich die unterlegene Partei einig, es müsse nicht mit richtigen Tingen zugegangen sein, da sip ein anderes Resultat als bei der vorhergehenden Wahl nicht erwartete. Es wurde des­halb Beschwerde beim Kreisamt erhoben und da 43 Wähler be­haupteten, Roth gewählt zu haben, dieser nach dem Ergebnis aber nur 41 Stimmen hatte, wurde eine Untm'uchung eingeleitet, die die Anklage wegen Wahlfälschung nach sich zog. Von den 56 Zeugen gaben 43 unter Eid an, den Gastwirt Roth gewählt zu haben. Es sprach weiter gegen den Angeklagten, daß zwei Stimmzettel das Aussehen haben, als sei an ihnen eine Amderung vorgenommen worden und der Beisitzer, der die Zettel numerkrrte, erklärte, die darauf befindlichen Nummern rührten nicht von seiner Hand her. Es wurde auch feftgeftellt, daß der Angeklagte in sehr ungehöriger Weise für den Kandidaten Reibling agitiert hat und zwar unter Mißbrauch seiner Autorität als Bürgermeister. Auch die Verlesung eines Briefes aus dem unzweideutig hervorging, er sei berell, gegen Gewährung einer Vergütung pflichtwidrige Handlungen vorzunehmen, sprach zu seinen Ungunsten. Trotz schweren Verdachtes hielt das Gericht die vorliegenden Beweise nicht für ausreichend, da sich unter den Zeugen einige befanden, deren Zuverlässigkeit beanstandet werden mußte.' Dazu kam noch, daß erfahrungsgemäß nie so viel mit Unwahrheiten umgegangen wird, als bei den Wahlen und es nicht ausgeschlossen ist, es habe einer oder der andere Wähler, der die Zettel beider Parteien bei sich trug, versehentlich den auf den Gegenkandidaten lautenden Zettel abgegeben. Ta sich das Gericht von der geplanten Weiteren Untersuchung keinen Erfolg versprach, ließ es mangels Beweises Freispruch ergehen.

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Posen, 23. März. Vom Kriegsgericht wurde der Sergeant Janisch vom Infanterie-Regiment Nr. 47 wegen Mißhandlung Untergebener zu 4 Wochen Mittelarrest verurteilt. Er hatte einen Musketier hintereinander fünfzigmal Kniebeuge machen und hierbei jedesmal einen gefüllten Kohlen­eimer strecken lassen.

Essegg, 24. März. Im Nachtschn ellzuge Agram- Br od kam es zu einem Kampf zwischen Gendarmen und mehreren im Zuge fahrenden Dieben. Diese, drei an der Zahl, wollten einen allein reisenden Passagier ausplündern, lvurden jedoch von 2 zufällig itn Zuge fahrenden Gendarmen überrascht. Zwei Gauner sprangen aus dem Zuge. Einer wurde verhaftet. Die Diebe scheinen einer internationalen Bande anzugebören.

"Zur Verhaftung des Pariser Millionen­defraudanten Rochette wird noch berichtet: In der Banque de France wurden 3*/, Millionen Francs beschlagnahmt, welche Rochette dort für Rechnung der von ihm gegründeten Banque franco espagnole deponiert hatte. Man sucht weitere Depots, die Rochette, wie man annimmt, unter Decknamen hinterlegte. Angestellte Rochettes versichern, er besitze ein Guthaben von 10 Millionen bei der Banque de France. Tie Erregung über die Verhaftung ergreift weite Kreise, sowohl in Paris als auch in den franz. Prooinz- städten und selbst in Spanien, wo sich Zweigniederlassungen dieser Bank befinden. In allen Zweiggeschäften ziehen die Personen, welche dort Geld deponiert hatten, ihre Einlagen zurück. Mau spricht von über 100 Millionen, welche Direktor Rochette veruntreut haben soll. In der Banque Franco-Espagnole sowie in anderen Gründungen Rochettes sollen auch bedeutende spanische Kapitalien engagiert sein. DieSiberte berichtet, daß Rochette bereits vor 3 Wochen 3 Tage lang in Haft gewesen, jedoch infolge Inter­vention politischer Persönlichkeiten gegen eine Bürg­schaft von 2 5 0 000 Fr. wieder freigelassen worden sei. lieber eine der Gründunqen Rochettes roitrbe von einem radikalen Deputierten bereits im November eine Jntervellatien angekündigt. Den Zeichnern der betreffenden Aktien wurde 24. Stunden später von der Banque Franco-Espagnole das Geld zurückerstattet. Ter französische Handelsmmister Cruppi, der von Pariser Zeitungen mit der Affäre Rochette in Verbindung gebracht worden mar, läßt erklären, daß er mit Rochette, den er gar nicht kenne, niemals Be­gehungen unterhalten habe. Ter mit der Untersuchung gegen Rochette betraute Richter beschlagnahmte 9 Millionen Francs, die m verschiedenen Banken hinterlegt waren.

Kleine Tageschronik.

Im Hauvtbahnhoie zu München-Gladbach wurde in einem Abteil 3. Klasse der Student Vossen aus Ratheim mit einer Schußwunde in der Herzgegend schwer verletzt aufgefunben. Es scheint ein Selbstmordversuch vorzuliegen.

Kleines Feuilleton.

Die erste Hochschule für G e w e r b e - H y g i e n e. Aus Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: Zur ersten deutschen Hochschule für Gewerbe-Hygiene ist Frankfurt a. M. aus­ersehen. Im unteren Maintal und in der benachbarten Manu- heimer Gegend hat sich die chemische Industrie zu einer solchen Blüte entwickelt, daß man von dieser Spezies als der bedeutendsten der Welt sprechen darf. Wir erinnern nur an die Riesenbetriebe von Leonhard n. Eo., Easella u. Eo., Oehler Griesheim-Elektron, die Tr. Rößlersche Gold- und Sllber-Scheideanstalt, Höchster Farb­werke, an die Mainzer cf)em. Großindustrie und an die Mannheimer Rieseufabriken Hemshof, Wohlgelegen und Rheinau. Tie genaue Kenntnis der Wirkung der Gute auf den Organismus der fabri­zierenden Arbeiter ist von besonderem Interesse. Auf den Uni­versitäten wird das durch toxikologische Vorlesungen zu erreichen versucht. Auch in Frankfurt ist in der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaft ein derartiger Kursus eingelegt, der von Chemikern der umliegenden Fabriken besticht ist. Ader es fehlte immer die experimentell instruktive Gewerbehygiene. Maßgebende Kreise der chemischen Großindustrie haben nun beschlossen, in Frank­furt eine Zentrale für diese zu schaffen und dabei das Entgegen­kommen des Ministers für Handel und Gewerbe und des Kultus­ministers gestruden, die sich, beide in dem vorderhand gebildeten großen Rat" durch Beiräte vertreten ließen. 23on bekannten Persönlichkeiten gehören dein großen Rat an: Tr. Adickes, Geh. Rat Ehrlich, die Professoren Reißer, Lepsius, Rehm, Knoblauch u. a. Finanziell ist das Unternehmen gesichert. Es ist vorderhaitd in der Form einet Genossenschaft m. b. H. gedacht. Als Fonds sind ICO 000 Alk. gezeichnet. Vorderhand wird man noch das Institut an eines der in Frankfurt bestehenden Institute, etwa an die Aka­demie oder an den Physikalischen Verein anschließen und sich die nötigen Räumlichkeiten dort stellen lassen. Zuerst würde ein Archw und eine Jachbibliothek zu gründen sein. Die für Gutachten mb sonstige Aufträge notwendigen Untersuchungen werden im Namen des Gewerbehygienischen Institut von dem Laboratorium des Frankfurter Physikal. Vereins ober benachbarten Unioersitäts- kaboratorien, evenl. auch von PrwatlaboratoriM vorzunehmen sem. Das Instlliic soll anfänglich mehr in instruktivem Sinne ausgebaut werden. Es müßte im Anschluß an spezielle Fälle, die aus der Praxis bet Fabriken selbst ober bet Gewerbemipeklion dem In­stitute gemeldet merben, experimentelle Untersuchungen ausführen, wie die Hygiene der torischen Gefahren im Betriebe möglichst para» lysieren kann, und diese Erfahrungen durch Aufklärungen in liter. Erzeugnissen oder durch Fingerzeige und sogar direlte Anordnungen allen Interessentenkreisen zugänglich machen. Weiter beabsichtigt bas Institut, in ausgebehinen Vorlefungskursen aaisichtsführenden Chemikern, Ingenieuren und sonstigen Belriebsbeamlen Gelegenheit zu geben, hygienisch, physiologisch und toxikologisch ihren Fabrik- bienst genauestens kennen zu lernen. Erfahrene Gewerbeinfvektions-

beamtc und Betriebschemiker müßten in diesen Vorlesungen ihre reichen Erfahrungen offenbaren. Tie Organisation ist noch nicht gänzlich abgeschlossen. Tas Institut für Gemeinwohl, daS den Anstoß zu dieser Neurichtung gegeben hat, wird die Leituiig vorder­hand übernehmen. Ter Handelsminister ist damit einverstanden, daß Gewerberat Dr. Leymann als leitende Persönlichkeit des Gewerbehygiene-Jnstituts von Wiesbaden nach Frankfurt über­siedelt.

Fran Irene Triesch hat am 21. d. M. im Schauspiel­hause zu Köln ein mehrtägiges Gastspiel als E l g a und in HartlebeusSittlicher Forderung" begonnen. Der Re­zensent derKöln. Ztg." nennt nad) dem Vorgänge vieler Berliner Kritiker HauptmannsElga" einegruselige Schauermär." Jeder Unbefangene jedoch, der das Vorbild Hauptmanns, Gr'llparzers sog. NovelleTas Kloster bei Sendomir", und die bei S. Fischer ui Berlin erschienene dramatische Studie Hauptmanns miteinander vergleicht, muß u. E. zur vollen Bewunderung der Hailptmannschen Kunst gelangen.

Verband deutscher Kunstgewerbevereine. Man schreibt uns aus Hannover, 24. März: Tie deutschen Kunft- gewerbeoereine hielten hier am Montag ihreil 18. Telegiertentaq ab, vorn Verbandsorsitzenden Geh. Regierungsrat Tr. ing. H. Mulhesius geleitet. Im Auftrage des preußischen Ministers für Handel und Gewerbe war der Geh. Oberregierungsrat Dönhoff eUdnenen. Namens der Bayerischen Regierung begrüßte Professor Pfeiffer den Verbandstag, für die Hessische Regierung sprach Pros. Scharvogel, re. Der Verbandstag wählte sodann Geheimrat Tr. Muthesrus^ (Berlin> zum Vorsitzenden, Prof. Dr. Haupt (Han­nover) zilm Stellvertretenden Vorsitzeiiden. Alis Aiiregung des Fabrikanten Steffler (Pforzheim) wurde beschlossen, daß der 23er­baut) den Versuch machen solle, Wanderausstellungen neuer deutscher kunstgewerblicher Erzeugnisse, insbesondere aus den kunstgewerblichen Lehrstätlen ins Leben zu rufen. Direktor Tr. Pabst (Leipzig) berichtete über die technische Arbeit als Erziehungsmittel. Die Ausführungen des Referenten rourben in folgender Resolution niebergelegt:Tie technische Arbeit ist eines der wichtigsten Erziehungsmittel auf allen Entwicklungs­stufen bes Menschengeschlechts gewesen und wirb auch für jeden einzelnen Menschen die Bebeutung eines solchen beibehalteir. Des­halb muß eine sorgfältige Ausbildung von Auge und H a n b s ch o n l m K i n des a l t e r durch technische Arbeiten (H a n di e r l i g u n g s u n t er r : ch t) angestrebt unb spater auf allen Stufen der Erziehung fortgesetzt merben. Insbesonbere sind die Vertreter von Kniist unb Gewerbe von ber Wichtigkeit biefer Forderung überzeugt, unb ihr Deleqiertentag beschließt, bei den maBflcbcnben Behörden dahin vorstellig zu werden, daß ber Hand- fertigfeüsimtcrricl)t ähnlich wie m den anderen Staaten in allen .Schulen gefordert uno möglichst obligatorisch etnge- I führt werde".

Eine schreckliche Ehetragödre bitt sich in 2acea (Italien) ereignet. Ter 27 jährige Kaufmann Lascar ermord e t e seine ihm vor 8 Sagen angetrante Gattin durch Dolch­stiche. Zwischen dem Mörder unb seinem Opfer muß ein schreck­licher Kampf stattgefunden haben. Durch arte 8 Zimmer seiner Wohnung trieb ber Mörder die Unglückliche, die sich an die Möbel­stücke anklammerte. Die Wohnung zeigte gräßliche Spuren des Kampfes. Lascar tötete sich durch zwei Dolchstiche und wurde sterbend neben der Leiche seiner Frau aufgefunben.

Ein Automobil-Unfall ereignete sich im Walde von Montmorency (Frkr.). Ein Ehauffeur, der einem Motorrad ausweichen wollte, machte eine so plötzliche Wendung, daß ber Wagen in den Graben stürzte. Ein Herr, eine Tarne und ein kleines Kind, die sich in dem Wagen befanden sind schwer ver­letzt worden. Der Chailsseur, der unter das Automobil geriet, wurde buchstäblich zermalmt.

In New-Pork richtete die ZeitungWorld" eine Spiel­höhle mit Erlaubnis der Polizei ein unb wies dann nad), baß die Polizei gegen Bestechung den Betrieb erlaubte. Eine Untersuchung ist im Gange.

..... - ---------* Universitäts-Nachriehten«

Das 5 0 0 jähr. Jubiläum ber Universität Leipzig findet im nächsten Jahre statt. Zur Vorbesprechung der Frage einer Beteiligung ber Schweizer am Jubiläum Leipzigs hat in Zürich eine zahlreich besuchte Versammlung sich dafür au5- gesprochen, es solle der Universität eine Dedikation gemacht werben von ber Gesamtheit der ehemaligen Leipziger Studenten ber Schweiz.

Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 23 März 1908. .

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gieken.

Höchste Schlachtoiehpreise in F r a n k f u r t a. M.

Fleischpreise in Gieße n

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 7476 Mk.

l/, Kg.Schlachtgew. 9294 Pf.

7, 58 -00

'/, Kg. 76-84 Pfg.

7, g 7076 ,

7. 60-76

Getreibepreise in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Werzen 100 Kg. 22.25-00.00 Alk.

Roggen 100 Kg. 20.25-00.00 Mk.

Weißbrot 2 Kg. 62 Pig.

Schwarzbrot 2 Kg. 58 Pfg.

März 1908

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur ber Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

24. 2»

750,1

10,5

5,1

53

N

2

Sonnenschein

25. 9

752,3

2,2

3,9

74

ESE

2

Klarer Himmel

25. 724

754,2

0,5

3,6

81

NE

2

Sonnenschein

Höchste

Temp

eratur

am 2l

1.-24

März

--- +

10,5 6 C.

Niedrigste ,

, 22

.-24.

tt

=

0,0 6 c.

Telefonische des Giessener Anzeigers, mitge und Industi Frankfurter Hör 3J4°/O Reichsanleihe . . 92.00 3% do. . . 82.25 3^e/0 Konsols . . ,. 91.90 3% do 82.25 3^°/o Hessen. 3*^°/0 Oberhessen . . . 92.00 4% Oesterr. Goldrente. . 98 85 4l/s% Oesterr. Silbenente 99.25 4% Ungar. Goldrente . . 91.70 4% Italien. Rente ...--

3% Portugiesen Serie I 60.70 3% Portugiesen III 61.70 4/4°/o russ.Staatsanl. 1905 94 85 4%°J0 japan. Staatsanleihe 88.60 1 % Couv. Türken von 1903 95.30 Türkenlose 150 40 k% Griech. Monopol-Anl. . 49.50 \% äussere Argentinier . 85.70 3% Mexikaner . . . 87.50 4>i°/0 Chinesen .... 95.75 Aktien:

Bochum Guss 201.00

Buderus E. W 111.20 Tenden*: fest.

Berliner Börse, 2

Cauada E. B 150.90

Darmstädter Bank . . .. Deutsche Bank ..... Dortmunder-Union C. . .. Dresdner Bank . . . 138.90

Tendenz: fest.

Kursberichte

teilt von der Bank fllr Handel le, Giessen.

25. März, 1.15 Uhr.

Elektriz. Lahmeyer . . . 120.00 Elektriz. Schnckert . . . 103.00 Eschweiler Bergwerk . . 205.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 185.10 Hamburg-Amerik. Paket!. 110.60 Harpener Bergwerk. . . 196.00 Laurahütte 210.50 Nordd. Lloyd . ... 97.00

Obeischles. Eisen-Industrie 97.00 Berliner Handelsges. . . 160.10 Darmstädter Bank . . . 124.75 Deutsche Bank .... 239.70 Deutsch-Asiat Bank . . 137.50 Diskonto-Kommaudit. . . 177.20 Dresdner Bank .... 13895 Kreditaktien 202.50 Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn 82.80 Gotthardbahn 174.70 Lombard. Eisenbahn . . 25 50 Gesten. Staatsbahu . . . 144.90 Pnnce-Henri-Eisenbahu . 118.00

5 Mäuz. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk. . . 196.60 Laurahütte 210.90 Lombarden E. B. ... 25.50 Nordd. Lloyd 97 60 Türkenlose 150.70

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