Ausgabe 
28.7.1908 Erstes Blatt
 
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IustuS Reimherr zu TarrnftoM zum Steuerkommrffär des Steuerkommiffar-atS Lauterbach ernannt.

* Auszeichnung. TaS Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren rourbt verliehen: Hot( Pennrich. Heinrich Jakob Pennrich und Franz Joseph Rudolph, sämtlich zu Bingen; Heinrich Bing III-, Heinrich Helfen- dein III. und Heinrich Möller I., sämtlich zu Frisch borrv

Erne Sitzung deS Prooinzial-AuSschusscS findet SamStag, 1. August dS. IS., vorm. 9 Uhr beginnend, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gcfuch der Firma .Gießener Brauhaus^ zu Gießen um Eclaubn.S zur Aufstellung eines Dampfkessels. 2. Feldbereinigung m der Gemarkung Utphe; hier: Anlage von Abfahrten. 3. Rekurs deS Müller» Ludwig Biefenroth zu Merlau gegen ernen Beschluß Großh. KreiSamtS Alsfeld.

AuS b em Bureau deS E t a d t t h c a t er S Nochmals fei auf die heutige Aufführung der Operette QÄparone* hmgewiefen. D.e Aufführung darf als sehr gelungen bezeichnet werden und hat jüngst am Kurtheater Bad Nauheim starken Beifall gefunden. So schreibt die Bad Nauheimer Zeitung: , .

Eine der besten und liebenswürdigsten Cperelten 'and am gestrigen Abend ein sehr gute JUiefietaobe. Soriüghd) besetzt waren (tzräfin Earlotla mit Fräulein Großkopk und Ermmio mU Herrn Hildebrandt. Berüe waren gut bei Summe und Uev-n auch Idjau- spielerisch nichts zu wünschen übrig. Lui reizend^ WlrtSparchen waren Frl. «lerwien (Lora, und Herr Bauer (Benozzo) u.J. L Ta« Publikum nahm verschiedene Einzelnummern iebr freundlich aus und auch an den Aktschlüssen kargte es nicht mit Beifall.-

Mit dem Schlachthof - Erweiterungsbau ist nunmehr begonnen worden. Zunächst ist ein Brunnen von der Firma Winn & Co. in Angriff genommen. Zur Beschleunigung der Arbeiten befindet sich seit gestern eine Dampfpumpe und eine Dampsrammaschine dprt in Tätigkeit.

" Dom Freibad. In den beiden Monaten Mai und Juni betrug die Frequenz der Anstalt 715 und 11 966 gegen 1798 und 4290 deS gleichen Zeitraumes im Dorjahre. In den vier ersten Tagen des Juni, wo die Temperatur deS WafferS 20 Grad im Durchschnitt betrug, benutzten täglich zirka 800 Personen die Einrichtung. Tie Gewerkschaften beabsichtigen, j>cr Stadt einen Antrag zu unterbreiten, an der Lahn noch ein Freibad für weibliche Personen zu errichten.

5 Reue Telephon-Anschlüsse wurden mit dem Postamte in Schotten hergestellt in: Michelbach, Busenborn, Breungeshain, auf dem HoherodSkopf, Götzen und Wingers- Hausen.

-j Lollar, 27.Juli. In unserem industriereichen Orte ist in letzter Zeit öfters die Frage nach einer elektrischen Lichtanlage aufgetaucht. Auf alle Fälle muß man zu- geben, daß die Straßenbeleuchtung LollarS in den letzten Jahren, ganz besonders aber im vergangenen Winter, eine sehr mangelhafte, ja als schlecht zu bezeichnende,war. und ist eS als em Wunder anzuschen, daß größere Unglücksfälle bis jetzt noch nicht vorgekommen sind. Auch sind, was die Be­dienung dieser Petroleumlampen anbelangt, sehr schlechte Er- fohrungen gemacht worden. Diele der geneigten Leser LollarS werden sich wohl noch recht gut zu erinnern vermögen, daß öfters, gerade aber im vergangenen Winter, bei der größten Finsternis von Straßenbeleuchtung nichts zu sehen ivar. Um diesem allseitigen Mangel abzuhelfen, könnte nur die Anlage eines elektrischen Lichtes in Frage lommen. Ta nun in hie­siger Gemeinde eS au der nötigen Wasserkraft fehlt, so können nur zwei Fragen betreffs einer solchen Anlage in Betracht gezogen werden. Einerseits könnte man versuchen, Anschluß an ein größeres industrielles Werk zu nehmen; im anderen Falle aber iväre zu erivägen, eine elektrische Bezirks- a nlage mit den umliegenden Ortschaften, wie dies bei der Wasserleitung geschehen, zu schaffen. Jedenfalls würde em solches Unternehmen unserem immer mehr aufblühendcn Orte von nicht zu unterschätzendem Vorteil sein. Hoffentlich führen die oorberatenden Schritte, die wegen einer elektrischen Licht­anlage eingeleitet sind, recht bald zu emem befriedigenden Ergebnis.

? Hunnen. 27. Juli Gestern abend gab Frl. Lilian Funk, loditer des von hier gebürtigten Wilhelm Funk, der mit dem GcjangvercinAnon" aus Brooklim ^Amerika- eine Vccgnugungsrcuc muh Europa unternommen bat, und dabei feiner Vaterstadt einen Besuch machte, im 2aai berTraube" einen Liederabend gegen beliebige» Eintrittsgeld. Herr Konzert- mnftcr (X(affen aus Brooklyn begleitete die Sängerin auf dem Flügel. Ter Saal war bis auf den lebten Bloh beseht. Die Erwartungen, die man aut die iimgc Dame fegte, wurden bei weitem üdertrvsien, denn die Künstlerin verstand es mit ihrer reinen wohlklingenden Stimme die Zuhörer in helle Begeisterung zu versehen. Brausender Bcisatt wurde der Sängerin nach ledern einzelnen Bonrage zuteil und ihr wurde ein id.onrs Blumcn- buken ubcrreid t. Am Schlüsse zeigte Frl Funk bei einem Liede, das sie selbst begleitete, daß sie auch Meisterin aus dem Pianino ist. 'Jladi Beendigung des 10 Wummern umfassenden Programms wurden der Aunftlerui stürmisch: Ovationen dargcbracht und sre wurde um Wiederholung eines Liedes gebeten, welchem Wunsche he auch nachkam. Später versammelten sich die Beneandtcn und Bekannten der Bejuch-r im Garten derTraube", wo manch alte Erinnerung auigeinidit wurde und man lange in guter Stimmung beisammen blieb. Heute reisten die Besucher nnd) Wiesbaden, um nut ihrem Verein zusammenzutreffen In einigen Tagen will Herr Funk nebst Tochter noch einmal vor feiner Ab­reise hierherkommen.

X Nidda, 28. Juli. Heute feierte unsere Klein- kinderschiile im Kindergarten ihr Jahresfest. Nach Liedern und Sprüchen der Sonntagsschüler und der Kleinkinderschüler hielt Pfarrer Werner eine Ansprache, in der er da» abgelausene Jahr als cm Jahr der Prüfung und Beschwerde bezeichnete. 3 Kinder sind gestorben, viele waren erkrankt, so daß der Bestand der Schule eine Zeit lang 20 ivar. Eine Gönnerin der Schule, die frühere Stifterin, Frau Kirchenrat Hofmeyer verstarb im Lauf deS Jahres. Heute fühlen wir unS zum Dank gegen Gott verpflichtet, daß die Schule einen Bestand von 70 Kindern aufweist, die alle ge­sund und munter find. Schließlich wurden bie Kleinen mit Milch und Brezeln bewirtet. An Geschenken erhielt die Schule ein Bild , JesuS, der Kmderfreund* von Frau Uhl als Andenken an ihr verstorbenes Töchterchen und ein Bild der Frau Kirchenrat Hofmeyer von Photograph Paar zu Nidda.

b'O. Mainz, 27. Juli. Der -lüiährlge Landwiri lind Schreiner Ludwig Haas von Nieder-Saulheim wurde

auf oem Felde von einem Hitzfchlag getroffen und war sofort eine Leiche.

X Gladenbach, 27. Juli. In Bottenhorn wurde kürzlich em lunger Mann bei einer Schlägerei so schwer verletzt, daß er jetzt gestorben ist.

FC. Fulda, 27. Juli. Ter Verband deutscher Touriftenvereine begeht hier vom 29.31. Aug. d. I. zugleich mit der Hauptversammlung die Feier seine-^ahr. Bestehens. .

- Wiesbaden, 27. Juli. Heute abend »and das große Vokal- und Instrumental-Konzert unter Mitwirkung der Brooklyner MännergesangoeremS /Urion* tm Kurhause statt. Tie Zahl der Besiicher war derartig groß, daß der große Konzertsaal sie kaum zu taffen vermochte, -tte Chöre deS .Arion' unter der energischen, charakteristischen Leitiing »hreS Dirigenten, Herrn Arthur Claaffen,^ fanden stürmische Aufnahme, besonders ,Tie Allmacht' von ed)iibert und ,Magdalen* von Arthur Claaffen hinterließen einen tiefen Eindruck. Ter Mannergesangverein ^Anon* verfügt über ein ausgezeichnetes Etmimatertal, dessen verschiedene Stimmgruppen gleich glänzend und ausgeglichen ünb^ 2luch die mitwirkenden Solisten, die Tanten Funk und vchipper (Sopran), sowie das Manhatti - Tamenquartett und das ,9lrion'-Quartett standen mit ihren Leistungen auf voller Höhe und ernteten gleichfalls stürmischen Beifall. TaS ganze Konzert nahm einen glänzenden Verlaus.

4- Hanau, 27. Juli. Tie Zigarrenfabrik P. G. Hasse Wwe. stiftete auS Anlaß ihres hundertjährigen Be- liehen» cm Kapital von Mk. 60000 zum Besten hilsSbedürf- tiger Arbeiter und Arbeiterinnen ihrer Betriebe.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Biedenkopf erschoß stch ein oer- bciratctcr Arbeiter wegen unglücklicher Familienoerhälinisse. AuS dem gleichen Grunde versuchte sich eui B i n g e n e r Handwerker das Leben zu nehmen. Er brachte sich mehrere Schüffe m den Mund bei, wurde noch lebend ms Spital verbracht. In Ens­heim vergütete sich der Arbeiter Hemrich Rebmann mit Salz­säure, weil er zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt worden war. In der KastanienaUee in E h r e n b r e i t st e i n jagte sich ein von ,xrauburt a. M. zugereister Fremder eine Kugel m den Hoof. Ter Selbstmörder hatte noch einen ansehnlichen Geldbetrag bei sich und efjemt, wie ans einem bei der Leiche Vorgefundenen Bries, der an die Angehörigen gerichtet ist, aus Liebeskummer in den Tod ge­gangen zu sein. Em Kopjjprung in die Sinn (bei Herborn- brachte dem 13jährigen Sohne des Landmannes Kunz den Tod. Ter Junge war beim Springen stach auf das Wasser gefallen und konnte mir als Leiche aus dem Wasser gezogen werden.

GericHt-saaU

Brüssel, 27. Juli. Ter Urteils sprach des Tri­bunals in Lachen des im Jahre 1906 stattgehabten Schiffs­bruches des belgischen SchulschiffesGradeSmel dcMaene x" erklärt, das Unglück sei am eine unbekannte Ursache zurückzusühren, hält aber daran fest, der Hommanbant habe nicht zweckmäßige Maßnahmen ergriffen, um die Boote zu Wasser zu lassen und legt daher seinen Erben die Verantwortlichkeit gegenüber den Famllien der ertrunkenen Kadetten auf.

Paris, 27. Juli. (Gefährdung der Sittlichkeit.) Die Strafkammer verhandelte heute gegen einen hiesigen Thcatcrdirektor, sowie noch gegen drei weitere An­geklagte. Einer der Angeklagten wurde freigesprochen, ein anderer erhielt drei Monate Gefängnis und die beiden Tarnen, die in dem fraglichen Stück ausgetreten waren, erhielten zwei Monate Gefängnis. Ter Staatsanwalt legte gegen das frei- jbrechende Urteil Bcrufuna ein, und fügte hinzu, daß die Strafe viel zu gering bemessen sei, da die Sittlichkeit durch das Auf­treten der beiden Tarnen sehr gefährdet würde. Wie cs in der Begründung des Urteils heißt, ließ der Tirektor die beiden Tamcu nur in einem durchsichtigen Trikot und mit einem dünnen Schleier bekleidet auftreten. Beim Herunterlafsen des Vorhanges ließen dann die Damen den Schleier fallen, so daß sic völlig nackt oder nur mit dem durchsichtigen Trikot bekleidet, vor dem Publikum standen.

Sport.

Berlin, 27. Juli. Der amerikanische T h o m a s - W a g c n, der am Donnerstag * Nachmittag Petersburg verlassen hatte, ist heute Morgen 8*/, Uhr in Berlin eingelroffen. Um 11'/, Uhr fuhr der Wagen nach Paris loeücr.

V o m freiwilligen A u t o m o bi 1 k o r p S. Am 27. d. Mts. begann in Wien die gemeinsame militärische UebungS- fahrt deS österreichischen und deutschen freiwilligen Automobilkorps. Um 6 Uhr früh erfolgte bei der Rotunde der Start. Tie Auto­mobile, abwechselnd ein deutsches und ein österreichisches, wurden abgelassen. Aist jedem österreichischen Teilnehmer fuhr ein deutscher GeneralstabSoifizier als Unparteiischer und umgekehrt. Tie Zu­weisung geschah durch daS LoS. Ter Ucbungdleilung gehören an: Feldmarschalleutnant v. Krobcstm, Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, Kommerzienrat Bärenstein, Prinz zu SolmS-Braun- fd8, Generalsekretär Faßbender, Oberstleutnant Schwarte, Oberst­leutnant Bartolff, Major Hesse und Hauptmann Zeidler.

vermischtes.

* Nachricht über Sven Hedi n. Der schwedische Gesandte in London teilte dem. Ministerium des Aeußern mit, daß, nach einer Nachricht vom Maharadscha von Nepal an ihm, man vor drei oder vier Monaten in einem Ort an der stkordgrenze 'Nepals-gewußt habe, daß Sven Hedin kurze Zeit vorher bei Tiagetjdi, möglicherweise bei Schigatzc gewesen sei. Er hätte die Absicht gehabt, über Gjangtso Indien zu erreichen, sei aber von den tibetanischen Behörden gezwungen worden, aus dem gleichen Wege, den er ge­kommen, wieder zuruckzukehren. Ter Maharadscha habe versprochen, sich wegen weiterer Nachrichten über Sven Hedin zu bemühen.

* Zu der Wiedererlangung des Perlen­schmuckes der Gräfin Lartensleben gehen uns noch folgende Mitteilungen $u: Tie Nachforschungen, die monatelang mit größtem Eifer betrieben wurden, waren resultatlos geblieben, bis der Rechtsanwalt der Gräfin, Dr. jur. Hugo Marcuse, gelegentlich eines Privat beleidi- ^ung»Prozesses seiner Klientin gegen ein hiesiges Blatt mit Frau Stcger in Verbindung trat. Er sicherte ihr eine summe von 10000 Mk. zu und versprach ihr ferner, daß fein Strafantrag gestellt werden sollte, falls sie den Diebstahl eingestehen und über den Verbleib des Schmuckes Aufichluß geben wollte. Ms Frau Sieger hierauf nicht entging, über- gab der Rechtsanwalt bie Sache einem Prioatdetektivinstitut, daS durch eine Mittelperson unter Aufrechterhaltung deü obengenannten Versprechens Frau Sieger bewog, die Tat zuzugeben. Tie Perlen befanden sich in Watte verpackt auf der Außenseite des Hauses ber Gräfin in einer Mauerspalte unterhalb des Fett sterb leches. Die Verhaftete gibt an, bas iSollier entwendet zu haben, weil sie ihrer Herrin einen Schabernack spielen sollte. Die Kriminalpolizei konnte

Gießener Wcttervieust.

Voeaussichtliche Witterung für vefleu am Mittwoch den 29. Juli: Fortdauer der heiteren Witterung. Nur vereinzelt Gewitter.

Handel.

Bon der Berliner Börse. Die türkische 8er- sassungsccteilung unb die letzten amerikanischen Kurse haben an­regend auf bie Börse gewirkt. Weiter stimulierte auch die zu­nehmende Gelbflüssigkeit unb bie Zusammenkunft bei Zaren mit bem Präsibenlen der französifcken Republik. B:rgwerksakt,en wa­ren bis um 2 Prozent höher. Tic Ermäßigung von Luxem­burger Roheijen bleibt einflußlos. Amerikanische Eiienbahncn stiegen, Kaiiada bis 164,70, Batuniore bto 90,90. Die Steigerung der Hüllenwerte ivar rttht bebcutcnb. Laurahütte gingen bi» 205,10, Phoniz bis 269,50, Rheinische Stahlwerke bis 164 unb Bochumer geiöannen nahezu 3 Pwzenl. Der PrivatdiSkonl hielt sich auf Prozent.

Zum Zujammenbruch der Solinger Bank, lieber diese Angelegenheit erscheinen nun ausführliche Berösscnt- lid>ungen, die in vieler Beziehung auch noch auf Vermutungen beruhen. Es wird angenommen, daß die AuffichiSratsmitglicder felbft mehr oder minder getäuschi worden find, vielfach im guten Glauben waren, denn sonst würden sie nubt selbst so m die Patsche geraten sein, wie dies nun b.r Fall ist. Wie hoch der adcu ist, darüber hat man bis je&t auch Nicht entfernt _'Uar­beit. Bcrloren ist, rote wir schon früher meldeten, das gesamte Aktienkapital von 3,60 Millionen Mark und ein Teil der For­derungen an das Institut. AIS ä)arakleristlsch an dem Zusammen­bruche wird das völlige 8cnagen icbcr jrontralltatigfat, auch der gesetzpflichligcn, bezeichnet. Und bie Folge davon ist, daß nun­mehr die Aunichisratsmstglicbcr haftpflichtig gemacht werden sollen. Tie Aklwnärc dcc Bank stehen aud) vor ber Prüfung der Frage, ob und in welchem llnrianac eine Haftrstictu des Emlsiwns- Hauses bestehl, stark auffällig ist es fäU'cßliä' auch, daß bie Bankwclt gleich wie bei anderen Zusammenbrilch.n, die »n ben letzten Jahren vorgckommcn sind, so spül erst geinerIt hat, rote ts um die Gesellschaft steht. Sie find zunst il mit Millionenbctrigcn beteiligt und iclbst Oie Reiche dank hat Forderungeu von 1,10 Millionen Mark an die Solinger Bank. Ties zeigt wieder einmal, wie wenig planvoll felbft bie großm Banken bei der Mtcbil- gcwahrung Vorgehen. Nach einer spateren Meldung haben tne Aktionäre der zahlungsunfähigen Bank beschlosicn, r.grcßpflichtig zu machen, den A. Schaafbiusenschen Bankver.uii wegen der Emij- sion von 1200 000 Mark Aktien int Jahre 1906, den Aufftchl»- rat der Solinger Bank wegen Versäumnis der pflichtgemäßen Kontrolle und ben AuffichtSrat und den Vorstand wegen zu Un­recht bezogener Tantiemen, ferner soll die Beschlagnahme der Hinterlassenschaft des Tirckwrs Stratmann veranlaßt werden. Weiter zahlungsunfähig geworden ist die Mesferfchlägcrei F. A. Rauh in Solingen. Diese Firma hat Bankschulden von 4000 Arark.

Kleine Finanzchcon i k. Ter Zentralausschuß der Reuhsbank tritt heute zur regelmäßigen Monaisiitzung luiamm.-n. Eine Tiskonwcrmäßigung wird nicht in Vorschlag gebracht werdm. Wie gemeldet wird, hat die Emisfion der Kölner Stadtanleitx ein befriedigeiid.s Resultat ergeben. Tic Garant n der brasilt- anisckren Anleihe haben ungefähr 90 Prozent, zu übernehmen. Ter Auffichtsrat der Xüll - und öarbinenroeberci 'Aktiengefell- schaft in Plauen i. B. fchlagt 6 Prozent gegen 4 Prozent Tio,- dende tm Vorjahre vor. Bertolinr, bei Besitzer von Roms Splendid Hotel bat die Zahlungen eingestellt. T»e Verbindlich­keiten sind bedeutend. Ter am 26 September ftalifinbenbc« Hauptversammlung der Gladbacher Wollmdustrie Akt.-Ges. oorm. L. Josten wird eine Dividende von 6 Prozent (L 8 14 Prozent- für das Gefchaftsiahr 1907/08 in Vorschlag gebracht.

selbstoerständlich die in diesem Falle vo, .er ectle ange­wandten Mittel ihrerseits nicht in Amve,.. .ig bringen.

In den Bergen abaestürzt. AuS Innsbruck wird gemeldet: AmB^ti-lnmrm" ist G. «loch aus Tresden beim Edetweißluchen abgefuirjt. Man fand von dem Unglücklichen nm einige «(uripuren und bai Pickel. Bloch ist zweifellos wdtich verunglückt. Arn Turerjoch ist der 24jäbngc Marcu» U> f-ni?utOmobiIUnfälle. Tas Automobü des bekannte« Großindustriellen von ber Zypen aus Köln erlitt bei dem Kloster Ärrij aui der Fahrt nach Neuß einen sckSveren Unfall, der noch rnebt völlig aufgeklärt werden konnte, da sämtliche fünf In­sassen sehr ichwere Verletzungen erlitten haben. Tas Unglück fall Lurcb das Uebetfobren eines Knaben entstanden fein, der mu einem Kameraden auf dem Dege spielte Der Knabe wurde sofort getötet dec Jniasscii des Autos fanden die eriit Auf­nahme in oem benachbarten Herz Jesu-Kloster. In Halle stieß gestern vormittag oaS Automobü des Direktors der Müchelner xoblenimrrfc bei Merseburg mit der elektrischen Fernbahn Halle- Meri'cburg zusammen. Ter Direktor wurde durch Glasspluter, die ihm ms Gehirn drangen, schwer verletzt; auch ber EHauffeur trug schwere Wunden davon.

Älctnc TageSchrontk.

In Viersen schenkte der Fabrikant Kaiser der Stadt 30000 Mark zur Anlegung eines Jugendspielplatzes.

In Stiepel erstickte ein 53 übrig.r Arbeiter Joaning an einer ihm beim Eisen im Halse iLdengvöhebenen Kartoffel.

Ein schweres Unglück ereignete sich auf dem Hildes-- beimcc Schürenfcst nachts 1 Uhr. Bei einer iog- russifchen Schau­kel stürzte ein mit vier Personen besetzter Anpängekorb aus bt* lrächrlicher Höhe herab, wobei die vier Insassen teils schwer, teüs leichter verletzt wurden.

Des französischen Ministerpräsidenten Eiern Miceaui Tochter, Madame Jaauematre, ist an TyphuS fchwer erkrankt Ihr Zustand ist hoffnungslos.

Tic Reparaturardeiten deS beschädigten 3ep» pelinschenLuftschiffeS sind nahezu beendet. Bier Waggons Wasferstoffgos sind in Fnedrichsl^tfcn euigcnoffcn.

3 ü) i f i 5 u n f a l L Wie aus Madeira telegraphiert nnrb, platzte auf dem Tampfer ber Hamburg-Anierlka-LmicAntonia" das Hauprdarnpirol-r. Tret Mann ber Manmchaft ixnirbcn schwer verletzt.

(DrisinabDrabtmclOuiißcn.

R. «. Darmstadt, 28. Juli. Heute früh fuhr ein 17 Jahre alter Lehrling in cm «acksteinfuhrwerk hmein und wurde bei dem starken Anprall sofort getötet

R. B. Darmstadt, 28. Juli. Nicht weniger als drei schwere Automobilunfälle haben sich in den lebten Tagen in der Nähe Darmstadts ereignet, wobei die Insassen meist mehr ober weniger schwere Verletzungen davontrugen.

Brüffcl, 28. Juli. Gestern sind in Ostende und Spaa bie 6pi e Ibanten wieder eröffnet worden.

Paris, 28. Juli. Neue Streikunruhen werben aus Digneux berichtet: Tie Ausständigen zerstörten eine Holzdrückc und stürzten sie in die Seine, eie versuchten hierauf, sich cmes Elevators zu bemächtigen, wurden aber von Dragonern unb Gen­darmen in bie Flucht geichtagen. Alsdann versuchten sie eine Werkstätte in Brand zu stecken. ES gelang, mehrere Rädelsführer zu verhasteu.

K o n st a n t i n o p e 1, 28. Jiüi. In Adrianopel veranstaUete die Garnison anläßlich der Euilühruiig der Beriasiunq eine Kundgebung, wobei von Rednern der Wunsch anSgedrückt wurde, daß daS Jrade deS Sultans in loyaler Weise durchgefühtt werden mochte. Die Demonstranten zwangen den Platz- Kommandanten, diesen Wunsch telegraphisch dem Sultan zu über­mitteln.

Ad Teilzahlung kanit man reell, gut und billig bei J. JTTMANN, Giessen, Blockstrasse 14-16. r